Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Die Ueberwinterung der Georginenknollen.
Von Ausfeld.

Trichinen.
Interessant ist die Mittheilung, daß nach in Hannover gemachten
und ziemlich umfassenden Ermittelungen man ein finniges Schwein aus
etwa 30, ein trichinenhaltiges auf etwa 20,000 Schweine rechnen kann.
Dr. A. Dpes, Oberarzt im Gardehusarenregiment zu Verden, hat aus
Anlaß der neuerdings laut gewordenen Klage über diese Schmarotzer⸗
chiere in den Schweinen eine Flugschrift veröffentlicht: „Aerztlich be⸗
gründete und okonomisch bewährte Schweinefütterungsmethode zur Be—
förderung der Gesundheit dieser Thiere im Allgemeinen wie insonderheit
zur Verhütung der Ansiedelung von Finnen und Trichinen.“ Der Verf.
geht davon aus, daß gewiß ungesunde Zustände der Thiere dem Kor—
per eine besondere Geneigtheit geben, Schmarotzerthiere, die in ihn ge⸗
langen, zu behalten und auszubilden, während dieselben Schmarotzer⸗
hiere den völlig gesunden Koörper nur passiren. Darum legt er befon⸗
deren Werth auf eine Ernährung, welche den Thieren die natürliche
Gesundheit erhalte. In dieser Beziehung macht er darauf aufmerksam,
daß vielfach, namentlich bei Züchtung im Stall oder gepflasterten Hof⸗
raum, den Thieren es unmöglich gemacht wird, neben dem ihnen gege—
benen Futter die nöthigen mineralischen Bestandtheile aufzunehmen, die
sie im Freien begierig aufsuchen, als Kalk, Phosphorate ꝛc. Der Verf.
at in längeren Versuchen ermittelt, daß die Vermengung des üblichen
Futters mit kleinen Mengen gestoßenen Kalks, Knochen ꝛc., das Ge—
deihen wesentlich fiördern. Ganz besondere Erfolge hat er aber von der
Einmengung etlicher Steinkohle wahrgenommen, namentlich der Anthra⸗
ritkohle, deren Schwefel⸗ und Eisengehalt er vorzugsweise die guten
Wirkungen zuschreibt. Dem Eisen in der Kohle traut er besondere spe⸗
rifische Wirkungen gegen die Parasiten zu und glaubt, daß bei beständig
genügender Eisengabe keine Trichinen, die etwa in die Schweine ge—
langen möchten, zur Entwickelung oder Foripflanzung kämen.

Da die Georgine, trotz der fast jährlich neu eingeflihrten, oft mit
oompastischen Anpreisungen empfohlenen Decorationspflanzen, doch die
Konigin unserer Gärten bleibt und in jedem Gartenboden gedeiht, so
vürden die Blumenliebhaber sich gewiß nicht scheuen, die freilich in den
ersten Jahren oft noch theueren Prachtsorten anzuschaffen, wenn sie nicht
rürchten müßten, dieselben schon wieder in dem ersten Winter zu verlieren.
Die Ueberwinterung der Georginenknollen, die im freien Lande
gestanden haben, ist allerdings eine sehr unsichere; die großen saftigen
Fnollen und Stengel sind, wenn man sie im Keller überwintert, der
Fäulniß stark unterworfen; bringt man sie dagegen in einen zu trockenen
Raum, so vertrocknen sie zu sehr, selbst wenn man sie in Sand, Säge—
päne zꝛc. einschlägt. — Am sichersten erhält man sich seine Georginen—
orten, wenn man sie zeitig im Frühjahre durch Stecklinge vermehrt,
die man, sobald sie Wurzeln geschlagen haben, in etwa 3 bis 4 Zoll
weite Topfe, in eine schwere, lehmige Erde pflanzt. Im Anfang Oc—
obers schneidet man die Stengel dieser Georginen ab und legt die
Töpfe um, oder stellt sie an eine vor Regen geschützte Stelle im Freien
hier läßt man sie bis die ersten Nachtfröste eintreten und bringt sie dann
nit den Töpfen in das Ueberwinterungslokal. Die auf diese Art be—
zandelten Knollen halten sich sowohl in einem feuchten, als trockenen
Raume und man wird selten eine davon verlieren.
Die Stecklingspflanzen, welche in den Monaten Februar und März
zezogen werden, erlangen dieselbe Vollkommenheit, wie die überwinter—
sen Knollen, ja man kann sie sogar, ohne sie zu schwächen, im April
noch einmal köpfen, um die Spitze wieder zu einem Stecklinge zu ver—
venden, nur muß man dann darauf sehen, daß sich nur ein Auge an
»em Stamme weiter entwickelt, damit man wieder einen Haupttrieb be—
'ommt. Die späteren Stecklinge schlagen zwar auch noch Wurzeln, bil—
den aber selten so starke Knollen, daß sie sich zum Ueberwintern eignen.
— Zu sehr weiten Versendungen, wo die Pflanzen wochenlang unter—
vegs bleiben, können freilich die Stecklingspflanzen nicht gebraucht wer⸗
»en. Zu diesen muß man nur ausgetriebene Topfknollen nehmen.
Durch starke, frühze itige Vermehrung erklärt sich der Verfasser (Kunst—⸗
u. Handelsgärtner in Arnstad) in den Stand gesetzt, von Mitte April
in den Blumenliebhabern vorjährige Matadore aus dem Etablissemen
zes allgemein als den täüchtigsten Georginenzüchter bekannten Herrn
A
Sgr. incl. Emballage liefern zu können.

Gotha, den 13. September. Die seit heute hier tagende drei⸗
zehnte Versammlung der deutschen Bienenzüchter ist von etwa 400 Mit⸗
gliedern besucht, von denen die größere Zahl aus Norddeutschland ge⸗
kommen ist. Von den süddeutschen Staaten waren nur Bayern mit 5
Bienenzlchtern vertreten, aus Oesterreich waren 7 anwesend, 4 der
letzteren, von der österreichischen Militärgrenze, sind im Auftrage des
kaiserlichen Ministeriums erschienen. Das stärkste Contingent hat Preu—
ßen geliefert. Vom hiesigen Ministerium sind dem betreffenden Comite
400 Thlr. zur Verfügung gestellt worden. Eine reichhaltige Ausstellung
aller auf die Apistik bezüglichen Gegenstände ist mit der Wanderver⸗
sammlung verbunden.

Bekanntmachung.
Die Anlieferung folgenden Materialien, und
war:
1) 62200 Pfd. Drahtstiften von 12 bis 42“,
Länge,
2) 18,000 Pfd. Holzstiften aus Eisendraht,
3) 8,000 Pfd. Schienenstiften dito.
1) 8000 Pfd. geschmiedeten Schienennägeln
5) 70,000 Pfd. * Hakennägeln,
ür die Bergfactorei Kohlwaage pro 18685 sol
——
Versiegelte Anerbietungen, welche auf die Be—
ingungen gegründet sein müssen, werden spä
estens noch Samstag, den 15. October' c,
ind zwar für die Drahtstiften von 12/22 bis
Vormittags 10 Uhr, für sämmtliche übrigen
Materialien bis Nachmittags 3 Uhr bei unler—
eichneter Sielle enlgegengenommen und um
enannte Zeit im Beisein der eiwa erscheinenden
—A
Die Lieferungs⸗Bedingungen können täglich
zier eingesehen, auch gegen Entrichung der
LCopialien abschriftlich mitgetheilt werden
Kohlwaage b. Saarbrücken, den 10. Sept. 1864
Königliche Bergfactorei.

Bekanntmachung.
Die Lieferung des pro 18685 erforderlicher
hydraulischen Cements
für die Königliche Bergfactorei Kohlwaage sol
im Wege der Submission vergeben werden.
Die Lieferungs-Bedingungen, auf welche ir
»en Offerten ausdrücklich Bezug zu nehmen ist
iegen bei unterzeichneter Stelle zur Einsich
»ffen, können auch gegen Erstattung der Copia
ien abschriftlich bezogen werden.
Die Offerten sind versiegelt, francirt und mi
ntsprechender Aufschrift versehen, spätestens bie
um 19. Oktob er er, Vormittags 10 Uhr
der Bergfactorei einzusenden, wo dieselben un
diese Zeit in Gegenwart der etwa erschienener
Submittenten eröffnet werden.
sohlwaage b. Saarbrückeen, den 10. Sept. 1864
Köonigliche Bergfactorei.

Wohnung allda, gegen gleich baare Zahlung
durch Unterzeichneten versteigern:
1 Sopha mit Tisch, verschiedene andere
Tische, A Nußbaum⸗Comode, 1 Schrank, 1
Schreibtisch mit Aufsatz, 2 Nußbaumbettstellen
mit Springfedern und mehrere andere Bett—⸗
stellen, 1 Wiege, Stühle, Bütten, Bettzeug,
allerlei Küchengeschirr und sonstiges Haus—
geräthe. FAiiανν—ν, Notar.
—IEIIX
in.
Trier.
Am Mittwoch den 12. October 1864.
Morgens um 9 Uhr,
werden im Saale des Herrn Peter Junk in Trier,
50 Juder reingehaltene Feeee
ner und Matheiser Weine
aus der Erndte 1863, der Familie
von Nell in Trier zachorend
öffentlich an den Meistbietenden versteigert.
Stroof. Notar

VICOXAECCE —
Bekauntmachung.
Mittwoch den 5. October c, Vormit—
tags 9 Uhr, läßt die Wittwe des zu Saarbrücker
sverlebten Gymnasial-Directors Peter, in ihren
            
Waiting...

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