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fü
den Kreis Saarbrücken.
494.
Dinstag den 20. September
18865.
Indem wir dies zur Kenntniß der Eingesessenen unseres Bezirks mit—
theilen, empfehlen wir die Collekte auf's Angelegentlichste einer regen
Betheiligung.
Trier, den 6. September 1864.
A
Bekanntmachung.
In Ralingen, im Landkreise Trier, ist am 14. v. M. eine Feuers
„runst ausgebrochen, welche sich bei dem herrschenden scharfen Ostwinde
nit einer solchen Schnelligkeit verbreitete, daß schon nach Verlauf einer
alben Stunde der größte Theil des Dorfes in Flammen stand. Dies
t dir Ursache gewesen, daß fast nichts gerettet worden und nicht ein⸗
nal Zeit zum Absträngen des Viehes in den Ställen war. Das Feuer
st angeblich durch einen sechsjährigen Knaben, welcher in einer Scheune
nit Schwefelhölzer gespielt hat, angelegt, und hat 40 Wohngebäude,
einschließlich der Kirche, das Pfarr⸗ und Schulhaus in einen Schutt—
haufen verwandelt und den grögten Theil der dazu gehörigen Wirth—
schaftsgebäude vollständig, den kleinern theilweise verzehrt. Es sind 46
Familien mit 216 Seelen durch dies Unglück betroffen, welche außer
ihrem Obdach auch den Ertrag der diesjährigen Erndte, mit Ausnahme
des Hafers und der Kartoffeln, welche noch nicht eingescheuert waren,
owie Vieh und Hausthiere in den Flammen verloren haben. Außerdem
ist der größte Theil der Ackergeräthschaften und fast das ganze Mobi
ar, welches nur an 2 Stellen und zwar zu 550 Thlr. versichert war,
verbrannt, und duͤrfte der Totalverlust an Mo⸗- und Immobilien mil
0,000 Thlr. nicht zu hoch gegriffen sein, wogegen nach einer unge
ihren Berechnung nur für 8000 Thlr. Immobilien, darunter leider
zwölf Wirthschaften jedoch gar nicht assecurirt waren.
Zur Unterstützung dieser Brandverunglückten hat des Herrn Ober—
Präsidenten Excellenz durch Rescript vom 29. v. M. Nr. 7002 eint
allgemeine Hauscollekte in der ganzen Rheinprovinz bewilligt, welche
n gewöhnlicher Weise durch die Ortsbehörde abgehalten werden wird
(Amtsbl. 1. 5799. 8. 2.1
Königl. Regierung.
Bekanntmachung.
Die neu begründete evangelische Schule zu Buchschachen, Kreis
Saarbrücken, ist dem Lehrer Illhardt zu Börfink zur commissarischen
Verwallung übertragen worden.
Trier, den 7. September 1864.
Amisblatt J. 4214. S. 5.) Königl. Regierung.
Bekanntmachung.
In Folge der Beschwerden über den Aufkauf der Lotterieloose
durch Händler ist von uns, um dem Publikum die Wiedererlangung ge⸗
spielter Loose zur folgenden Klassenlotterie zu erleichtern, die Anordnung
getroffen daß für Spieler, welche bei Erneuerung von Loosen zur vier⸗
ten Klasse dem Einnehmer oder Untereinehmer die Absicht des Spiels
derselben Ursprungsloose in der folgenden Klassenloterie aussprechen,
diese Loose vom Einnehmen, sofern sie seiner Collecte verbleiben und
nicht die Zahl von 3 ganzen Loosen uͤberschreiten, bis zum zehnten Tage
nach beendigter Ziehung vierter Klasse aufzubewahren und erst dann,
wenn sie bis dahin nicht unter Zahlung des Einsatzes und Vorlegung
der entsprechenden Loose vierter Klasse der vorhergegangenen Lotterie
abgefordert worden, anderweit zu verkaufen sind.
Berlin, den 13. September 1864.
Königl. General⸗-Lotterie-Direction.
Reinigung von Senkgruben.
Die flüssigen und festen Exkremente der Menschen enthalten be—
anntlich allen Stickstoff, alle löslichen und unlöslichen unorganischen
Bestandtheile der Ackererde, die in Form von Samen, Wurzeln, Kräu
ern ꝛc. theils zur Ernährung der Thiere, welche zur Nahrung des
Menschen bestimmt waren, theils zur directen Ernährung des Menschen
on den Aeckern entnommen waren. Wie beträchtlich die Menge dieser
Stoffe ist, bedarf kaum einer längeren Auseinandersetzung, und braucht
nan nur an Liebig's Angabe zu erinnern, daß die jährlichen flüssigen
ind festen Ausleerungen von einer Million Bewohner großer Städte
Männer, Frauen und Kinder) in staubig trockenem Zustande 485 Mill.
Pfund und 10,300,000 Pfund Mineralsubstanzen enthalten, größten⸗
cheils Aschenbestandtheile des Brodes und Fleisches (5 Mill. Pfd. Kno—
ven des Schlachtviehes, sowie die Mineralsubstanzen in den Auslee—
rungen der Pferde ꝛc. ungerechnet). Diese Ausleerungen der Menschen
allein enthalten an phosphorsauren Salzen 4,580,000 Pfd. Der Ab—
fluß dieser Stoffe von dem Lande nach den Städten hat seit Jahrhun—
derten stattgehabt, ohne daß ein irgend nennenswerther Theil derselben
zurückgekehrt wäre und es wäre vollkommen thöricht zu glauben, daß
di Verlust dieser für die Fruchtbarkeit der Felder so wesentlichen Stofft
keiaca Einfluß auf die Erstäge derselben gehabt habe; zum Ersatze be
ahlt Europa jährlich Millionen für den Guano von Chile, Peru und
Afrika.
In den meisten Theilen Europas weiß man den großen Werth
der Exkremente durchaus nicht zu würdigen; man glaubt das Möglichstt
gethan zu haben, wenn man den Unrath in den nächsten Fluß abführt,
vomit sich allerdings die weiter flußabwärts liegenden Orte (wie z. B.
Rouen und Havre in Bezug auf Paris) nicht immer ganz einverstan—⸗
den erklären. Dagegen kann man sich kaum eine Vorstellung von der
Sorgfalt machen, mit welcher der Chinese den Menschenkoth sammelt.
Dieser berachtet es als mehr denn eine Unhöflichkeit, wenn der Gast—
freund sein Haus verläßt und ihm einen Vortheil verträgt, auf den er
durch seine Bewirthung einen gerechten Anspruch zu haben glaubt.
Eine neue Methode der Grubenräumung wird jetzt in Frankreich
vielfach (zuerst von Lesage-Götz in Mühlhausen) angewendet. Das
Verfahren besteht darin, daß ein armdicker Lederschlauch durch eint
moͤglichst kleine Oeffnung in die Grube eingeführt wird, der mit einer
von zwei Leuten in Bewegung gesetzten Schiettinger'schen Pumpe in
Verbindung steht. Die Pumpe, welche mit Messern, zum Zerschneiden
von Papieren, Lumpen ꝛc., ausgerüstet ist, schafft die festen, wie die flüs
sigen Exkremente aus der Grube in eine Tonne, die auf einem mi
Rädern versehenen Gestelle gelagert is. Die Gase, welche sich währent