Ueberzug, so daß durch die oben beschriebene Behandlung unmöglich
gemacht wird, daß die bezeichneten nahrhaften Bestandtheile sich aus
dem Fleische ausscheiden können: Jedenfalls dürfte dieses Verfahren
auch bei anderen Fleischwaaren zu beachten sein. A. V. EFrischr.
Die Witterung und ihr Einflusß auf die Zukunft.
Etwas sonderbarer denn die diesjährige Frühlings- und Sommer
witterung! Die lieblichen Frühlingstage, die uns zu den schönsten
Hoffnungen berechtigten, uns Heu in Hülle und Fülle versprachen, zeig—
jen uns auf einmal ihre schnöden Nächte vom 28. zum 26. Mai, die
ihre eiskalten Hände nicht nur ber Gräser und Futterkräuter ausstreck
ten, sondern auch einen Theil unserer Kartoffel- und Kornfelder mil
Verderben anrührten. — Der Sommer wird uns zuvorkommend ja mit
riner Hand zu Hülfe kommen, war nun unsere Hoffnung; aber umsonst
sind unsere Hoffnungen während drei langen trockenen Sommermonaten.
Zu uuserer Ueberraschung kamen sogar noch die Nächte vom 17. zum
19. August und erfroren für ein zweites Mal die niedrig liegenden
Kartoffelfelder, bis endlich, aber leider spät, am 21. 22. und 23. Au⸗
gust ein segenreicher Regen jedes wohldenkende Herz mit neuer Hoff—
nung erfüllte. Es ist zu spät, wird der werthe Leser denken? — Allein
nicht zu eilig. — Das größte Uebel stand uns noch bevor und ist be—
seitigt, und an der Mangelsstelle hat der Regen uns Fülle gebracht!
Die Karloffeln standen nicht auf dem hoffnungsvollen Fuße, wie
man zu glauben schien. Schon etwas beschädigt durch die Fröste, fand
man sie größtentheils in Folge der langen trocknen Witterung in mat—
tem, fast verwelktem Zustande und eine noch 10 Tage länger auhaltendt
Dürre hätte unfehlbar bei 8/, dieser Pflanzungen das Wachsthum gänz—
lich gehemmt.
Kartoffeln, wenn nicht in Fülle, so haben wir aber doch jetzt eine
mittelmäßige Ernte zu erwarten, und wer weiß nicht, wie drückend der
Mangel an Kartoffeln auf unsere niedern Klassen einwirkt und wie
dienstlich sie dem Mastfutter zu Hülfe kommen, welche ohnehin fast aus
Bohnen und Hafer allein hätte bestehen müssen, während Letzterer der
Nothhelfer im Pferdestall sein muß.
Dazu ist der junge Klee gerettet und eignet sich das Land, seiner
Feuchtigkeit halber, nun äußerst gut zur Einsaat von Herbste und Früh—
jahrs-Futter-Pflanzen, wofür Jeder den günstigen Augenblick wird zu
benutzen wissen. Lasset uns unsere Ställe daher nicht übereilt zu nie
drigen Preisen zu sehr leeren, denn daraus ersprießt dreifacher Verlust,
nämlich 1) Geleverlust oder Preisverlust; 2) Düngerverluft und mit
hin hernach 3) Ernteverlust. Rettung kam uns ja noch zur rechter
Zeit. Unser Losungswort sei „Besser einmal als keinmal,“ und dann
zu den nöthigen Ersatzmitieln gegriffen, worüber nächstens das Weitere
B. v. X. (Lxb. Ann.)
Staats-Ackerbauschule zu Echternach im Grosß⸗
herzogthum Luxemburg.
Das Wintersemester beginnt am 38. October d. J. Der spe⸗
zielle Lehrplan für das Winterhalbjahr umfaßt folgende wissenschaftliche
Vorträge:
Den eigentlichen Aderbau oder die Bodenkunde und Pflanzen⸗
cultur; Rural⸗Oeconomie und landwirthschaftliche Comptabilität, wozu
die Bücher und Operationen der Musterwirthschaft als Grundlage die—
nen; landwirthschaftliche Demonstrationen: Director Faber.
Zootechnie oder Viehkunde und Thierarzneikunde: Districts-Thier⸗
arzt Knepper.
Waldbau und Forstwirthschaft; Elementar⸗ Mathematik, praktische
Geometrie und Uebungen im Feldmessen und Nivelliren; landwirth—
chaftliche Mechanik: Prof. de Mupser.
Zoologie, landwirthschaftliche Botanik, Mineralogie, Geologie,
Chemie und Phosik: Prof. Namür.
Staats-Oeconomie und Agrar-Gesetzgebung: Prof. Müller.
Bruchführung; Uebungen im Zeichnen und Baukunde: Professor
Berg.
Französische und deutsche Sprache; Geographie und Geschichte:
Prof. Eltz.
Religionsunterricht: Prof. Linkels.
Baumzucht und Gartencultur: Lehrgärtner Feith.
Zur practischen Anschauung der verschiedenen Wirthschafts-Systeme
dient eine mit der Lehranstalt verbundene Muster-Wirthschaft.
Der praktische Unterricht umfaßt alle auf dem Felde und in der
Wirthschaft vorkommenden wichtigen Verrichtungen.
Auf gefällige Anfragen wegen Eintrittes in die Ackerbau-Schule
dersendet der Unterzeichnete Probramme mit Angabe des vollständigen
dehrplanes und der Aufnahmebedingungen, und wird er bereitilligst
aähere Auskunft ertheilen.
Echternach, im August 1864.
Der Director der Staats-Ackerbauschule,
Charles Faber.
Vermischtes.
Die Baumwollenernte-Aussichten in der Levante sind
nach guten Berichten sehr erfreulich. In Macedonien und Griechen—
and erwartet man gegen 1863 einen doppelten, in Kleinasien einen
noch ungleich höheren Ertrag. Anfangs zögerten die Pflanzer mit dem
Anbaue, weil sie der Forwdauer hoher Preise nicht trauten; der bedeu—
sende Gewinn aber, den einzelne Muthige erzielten und die Andauer
hoher Preise veranlaßten die Mehrzahl, dem Beispiele dieser wenigen
TA
zünstig und die Heuschrecken haben diesmal nur geringen Schaden an—
gerichtet. Die weiche und mehr scidenariige macedonische Wolle findet
bei den Spinnern immer mehr Eingang und wird hoch bezahlt.
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Haus-Versteigerung.
Am Montag den 26. September e.
Nachmittags um 3 Uhr,
äßt der Bierbrauer Herr Louis Presser zu
Duweiler in seiner Wohnung, sein du Wiebels
kirchen an der Staatsstraße und der Straß
nach Hangardt gelegenes Wohnhaus nebsf
Barten, Beruig 'und geräumiger Stallung
17 Ruthen 40 Fuß Oberflaͤche enthaltend, öffem
lich auf ausgedehnte Zahlungstermine versteigern
Dasselbe hat under Andern vinen großern
Saal, und einen vor kurzer Zeit neu erbauien
sehr guten Bierkeller.
In diesem Hause wird seit 40 Jahren mi
ehr gutem Erfolge die Gastwirthschaft betricben
Das Haus kann auch vor dem Versteigerungs
termin aus freier Hand aquirirt werden und
ertheilt nähere Auskunft der Eigenthümer, oder
der unterzeichnete Königliche Notar
Zweiffel.
Ottweiler, den 20. August 1861.
Bekanntmachung.
Am Samstag den 17. September c., Nach
nittags 2 Uhr, zu Burbach in der Wohnung
des Wirthes Philipp Niedner, lassen die
Erben der verlebten Wittwe Heinrich Braun,
hre sämmtlichen auf dem Banne von Malstatt.
Burbach gelegenen Wiesen und Ackerländereien,
worunter sich einige Parzellen zu Baustellen
eignen, unter günstigen Bedingungen zum Eigen—
hum versteigern.
A. Kewenig, Notar.
Grummet- Persteigerung.
Am Montag den 19. September e.,
Nachmittags 2 Uhr, werden bei dem Wirthe
Hrn. Fischer in Güdingen die Wiesen des
Herrn C. L. Isambert,
„Ludw. Eichacker und
„Pffarrer Brand,
in den ditsjährigen Grummetgenuß versteigert.
Krechel, Notar.
Das Bürecau des jetzigen
Bezirksfeldwebels
befindet sich beim Anstreicher Hrn. Schmotzer
auf dem Hahnen No. 1533M