quemen Stalles wie die anderer renommirter Techniker sind theilweis
sehr kostbar und deshalb nur für reiche Leute anwendbar. Hiermit is
aber der Sache selbst wenig gedient. Die wohlhabenden Klassen hat
sen schon vor diesen Reformen Ställe, die im Verhältniß zu den all—⸗
gemein gebräuchlichen wie Himmel und Erde verschieden waren. Es
werden die Neubauten vielleicht jetzt geräumiger und eleganter ausge
führt, man fand jedoch längst bei solch einem Herrn, vorausgesetzt, daf
er ein Freund des Pferdes, Stallungen von gehöriger Höhe, mit dem
nöthigen Licht und zulänglicher Ventilation. Wollen wir daher zur
Abhülfe eines der größten Uebelstände der Pferdepflege beitragen, so
müssen wir Principien und Verbesserungsvorschläge zu verbreiten suchen,
die auch den Mittelklassen nützlich sind, welche numerisch die meisten Pferde
gebrauchen.
Die Höhlen in den großen Städten, bei Fuhrleuten und Gewerb—
treibenden aller Art, in welche es uns Ueberwindung kostet, nur den
Kopf hineinzustecken; die nicht weniger einladenden Localitäten auf dem
dande, der faule Fleck der meisten kleineren Wirthschaften; die schau—
derhaften Stallungen in Gasthöfen und Schenken, diese Pflanzstätter
ansteckender Krankheiten; ja der sogenannte „herrschaftliche Stall“ man
ches Privatmanns und Gutsbesitzers, der es besser haben könnte; end
lich die Miethställe, die zu Wohnungen gehören und von dem Wirthe
aur als ein Appendix betrachtet werden, der Geld bringen aber nichte
kosten soll, sind die Schäden eines vernachlässigten Systems, gegen wel
ches wir ins Feid ziehen müssen. Gelingt es uns, die Sache so dar
zustellen, daß sie als ausführbar und nothwendig von Jedermann er—
kannt wird, so ist viel gewonnen. Wir hoffen dadurch der Idee Mit
perfechter zu gewinnen, die in ihren Kreisen für die Verbreitung der
selben wirken und sie mit Erfolg anempfehlen sollen. Gutsherrn wer
den die bäuerlichen Besitzer mit Rath unterstützen, wenn diese sich durd
das gute Beispiel zur Nachahmung aufgemuntert fühlen; in den Städ
len wird man sich von dem Nutzen der Sache überzeugen, und wenn
die Opfer unpractischer Hauseigenthümer ernstlicher auf eine Verbesse
rung dringen, so werden auch jene schließlich den gerechten Anforbe—
cungen nicht länger widerstehen können.
Es scheint bei der staatsblonomischen Wichtigkeit des Gegenstan—
des kaum begreiflich, warum nicht durch bestimmte Bauvorschriften dar—
auf gehalten wird, dem Vieh, namentlich dem Pferde, passende, gesunde
Hausungen anzuweisen. Das Pferd ist unbestritten das vornehmste und
aützlichste Hausthier; trotzdem wird es oft so falsch und nachlässig ab—
gewartet und verpflegt, daß es ein Wunder ist, wie überhaupt das ar
me Thier so viel Ungemach übersteht. Allein dürfte es uns zwar nich
gelingen, dies tief eingewurzelte Uebel zu heilen. Dessenungeachtet wol
len wir einige Notizen aus Quellen und eigener Erfahrung zusammen
ragen, um womöglich eine bessere Anschauung der Sache herbeizuführen.
der nur durch eine gründliche Besprechung genützt werden kann. „Ver
hütung eines Uebels ist besser als Heilung,“ ein Satz, den alle beher
zigen mögen, die einen neuen Stall zu bauen haben. Jedoch auch de
nen kann in den meisten Fällen geholfen werden, die eine schlechte un—
gesunde Stallung durch kleine Veränderungen dem Pferde bewohnbar
zu machen wünschen. Auf diese wollen wir im Folgenden hauptsächlich
unser Augenmerk richten.
Zum Gedeihen jeden Geschöpfes gehören drei Sachen: Reine Luft
dicht und gute Nahrung. Reine Luft kann in einem Siall nur durch
Beseitigung der feuchten Excremente und sich entwickelnden faulen Gast
erlangt werden. Um den Abzug der Flüssigkeiten zu bewerkstel—
igen, sind die Fußböden der Stände in einer schrägen von der Krippe
nach hintenzu abfallenden Richtung angelegt. Durch die Mitte des
Standes führt wohl auch häufig rechtwinklich zur Krippe eine tieft
Rinne, die dann in den meist offenen Abzugscanal endigt, welcher hin⸗
ter den Pferden fortläuft und unter der Thürschwelle oder einer der
Seitenmauern in's Freie führt. Durch diese Anordnung ist das Thier
genöthigt, vorn höher als hinten zu stehen, und dadurch seinen ganzen
Körper in eine höchst unnatürliche Stellung zu bringen, was die nach—
cheiligsten Folgen auf einige Theile ausübt, wie Zusammenziehungen
oder Ausdehnungen gewisser Gelenkbänder und Mustkeln. Dieser un—
vpermeidliche Uebelstand widerspricht dem Naturgesetz, nach welchem Ruhe
aur bei vollständiger Vermeidung jeder Anstrenaung möglich
ist, was bei den Vorderfüßen nur dann der Fall sein kann, wenn
keine der Muskeln oder Sehnen in Thätigkeit befindet. Ruhe i⸗
Erholung der während der Arbeit angegriffenen Partien durchaus
wendig, kann aber nie auf einer schiefen Fläche erlangt werden, au
das Pferd immerwährend bemüht sein muß, ven Korper durch eine
wärtsschiebende Bewegung im Gleichgewicht zu erhalten und die,
zontale durch Beugung in den Knieen der Vorderfüße herzustellen.
fortgesetzte Lage erzeugt nach einer Weile Krankheit in den Gelen'
dern und Streckmuskeln, deren äußeres Auftreten von den Pferd
digen schlechtweg mit „krumme Knie“ bezeichnet wird. Um diesem
ßen Nachtheile vorzubeugen, dabei aber nicht die Drainage in
Stande aufzugeben, muß die Neigung der Grundfläche von beiden
ten gleichmäßig und allmälig gegen die Mitte zu durchgeführt we
Ein mit den festesten, auf die hohe Kante gelegten Ziegelsteinen
ausgepflasterter Fußboden, auf diese Weise construirt, sagt dem
zu und ermöglicht ihm ganz nach Bequemlichkeit und nicht auf Un
ꝛines Körpertheiles zu ruhen, was es in einem abfallenden Stande
Zurückhängen am Halfterstrange zu erlangen sucht, wobei das Pfen
den Hinterfüßen bis über die Gosse hinaustritt. Die Feuchtigkeit,
che nach der mittwegs angelegten, flachen Rinne zusammenfließt,
entweder in einem hinter dem Pferde in dem Fußboden versenkten
füß, das durch einen gußeisernen Deckel geschlossen ist, aufgefangen
nach einem Canal abgeleitet werden, der in das vom Stall ent
gelegene Jaucheloch mündet.
(Schluß folgt.)
Ueber das kaltflüsfige Baumwachs.
Es ist unrichtig, wenn behauptet wird, daß das kaltflüssige Bar
wachs nur aus Pech und Spiritus bestehe, da man mehrere Mischu
gen in Gebrauch hat, die hierher gezählt werden müssen.
Das berühmte Lefort'sche in Frankreich besteht aus gleich
Theilen flüssig gemachtem Wachse und Fischthran. — Das ällere!
steht aus 5 Theilen Pech, auf Kohlen zerlassen, mit1 Theil Weingt
vermischt. — Ein anderes besteht aus Leinöl, Asche, etwas Rindsie
und Fischthran. — 1 Pfund Colophonium, auf Kohlen flüssig gemas
mit 12/3 Loth Rindstalg, 1 Eßlöffel voll Terpentinöl und 6 Loth S
ritus vermischt, gibt auch ein treffliches Baumwachs, das kalt aufr
ragen werden kann, aber bei der Aufbewahrung wie jedes andere:
dem Zutritte der Luft bewahrt werden muß. — Nimmt man 3
sein gesiebte Holzasche, 6 Loth gelben Ocker, 1 Pfd. Bleiweiß und
Loth am Feuer zerlassenen Terpentin, alles fein durcheinander gerich
so erhält man auch eine gute Baumsalbe, die eben so gut zum
edeln als zum Verschließen der Baumwunden dient.
Es wäre ein verdienstliches Unternehmen von Seiten eines Bau—
schulbesitzers, wenn die verschiedenen Salben zu gleicher Zeit angen
det und einer genauen Prüfung unterworfen würden, um in kürz
Zeit ein vortheilhaftes Resultat zu erhalten, als die Erfahrung in er
Reihe von Jahren zu liefern im Stande ist.
Viele bedürfen während der Aufbewahrung, besonders wenn
solche länger ausdehnt, einer Nachhülfe durch Zusatz der betreffend
Flüssigkeit. Andere werden in der Hitze flüssig und laufen an den Baun
dämmen gleich Oel herunter. Einige sind nicht billig genug, ande
assen sich bei der Veredlung während der Kälte mit einem Pinsel nit
zut auftragen. Diejenigen, welche keine Fetttheile enthalten, werde
wenn bald nach der Anwendung ein heftiger Regen fällt, sogar ab—
waschen, — alles Nachtheile, welche bei einem soliden Baumwachse, “
dem der sichere Erfolg der Veredlung abhängt, nicht vorkomun
dürfen.
Ueber Anlage von Epicea's- (Fichten-) Hecken.
Der Eine pflanzt Hecken, der Andere wirft sie heraus. Ma
Aufaabe ist es nicht, die entgegenstehenden Ansichten zu rechtfertte