Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Erscheint Dinstag, Donnerstag und
Sonnabend. Bestellungen sind bei der
naͤchsten Post⸗Anstalt oder in der Ex⸗
vedition des Blattes zu machen.
Anzeigen portofrei einzureichen.
Inferti ons · Gebũhren für die Garmond⸗
zeile oder deren Raum 9 Ppf.

9 a v — —* Der Abonnements⸗Preik
—3 * n betraͤgt pro Quartal inel. Stempelsteuer
—— — und Traͤgerlohn für Saarbrücken und
28 — ESi. Johann i2 Silbergroschen.
— 6 e e Für die durch die Post bezogenen Exeur
plare 15 Silbergroscheu.

für

den Kreis Saarbrücken.

A 87.

Sonnabend den 3. September

1864

Amtliches.

Bekauntmachung.
An Stelle des durch unsere Verfügung vom 12. März 1857.
Beilage zu No. 13 des Amtsblatts de 1857, zum Mitglied der Prü—
fungs-Commission für Zimmerleute in Saarbrücken ernannten Zimmer—
meisters Carl Stumpf zu St. Johann, haben wir den Zimmer
meister Ferdinand Güssefeld zu Saarbrücken heute ernannt.
Trier, den 25. August 1864.
Königl. Regierung, Abtheilung des Innern.

Bekanntmachung.
Die 1040 Verloosung der Staatsanleihe von 1856 und
die Ate der faünfprozentigen Staats anleihe von 1859
betreffend.

In No. 26 des diesjährigen Amtsblatts ist eine Bekanntmachung
der Königlichen Haupt-Verwaltung der Staatsschulden vom 18. Junic.
über die am selben Tage stattgehabte 10te Verloosung der Staatsanleihe
von 1856 und Ate der fünfprozentigen Staatsanleihe von 1859 zur
—
nisses der ausgeloosten Staatsschuldverschreibungen sind sowohl dem
Amtsblatt beigefügt, als auch in dem Kassenlokal unserer Hauptkasse
ind auf den Büreaur der Landräthe, Bürgermeister, Steuer⸗ und Ge—
neinde-Einnehmer, Forst- und Strafkassen-Rendanten zur Einsicht der
Betheiligten ausgehängt.
Die Verzinsung der gedachten Schuldverschreibungen hört mit dem
2. Januar k. J. gänzlich auf und wird derjenige Zinsenbetrag, welcher
nuf die nach dem 2. Januar k. J. fälligen Coupons erhoben wird,
bie Einlösung der Schuldverschreibungen vom Kapital gekürzt werden.
Das Publikum wird hierauf zur Vermeidung von Zinsenverlusten
mit der Aufforderung aufmerksam gemacht, die Erhebung des Kapital⸗
hetrages der ausgeloossten Schuldverschreibungen nicht über den 2. Ja—
auarek. J. hinaus zu verschieben.
Trier, den 16. Juli 1864.
II. 7050. X.)

Bekauntmachung.
Mit Bezug auf die Bekanntmachung vom 30. Maiel. J. — Re—
gierungs-Amtsblatt No. 22 — mache ich das correspondirende Publi—
kum und insbesondere die Landbewohner darauf aufmerksam, daß das
vom 1. Juli d. J. ab auf die Hälfte der frühern Sätze ermäßigte
Landbriefbestellgeld stets auf der Rückseite der Briefe, der Begleitbriefe
oder auf dem Formular zum Ablieferungsscheine — insofern nur die—
ses bestellt wird — von der distribuirenden Post-Anstalt mit Rothstift
ersichtlich gemacht sein muß.
Außer diesem Landbrief-Bestellgelde ist für unfrankirte Sendungen
noch das auf der Adreßseite der Briefe oder Begleitbriefe mit blauer
Dinte oder Blaustift notirte Porto, resp. das auf den Geld⸗-Abliefe—
rungsscheinen angegebene Porto, von dem Adressaten zu entrichten.
Jeder Correspondent ist hiernach im Stande, die Richtigkeit der
Forderung des Landbriefträgers sofort bei der Empfangnahme der Sen⸗
dungen selbst zu prüfen.
Trier, den 25. August 1864.

Fönigliche Regierung,
v. Schleinitz.

Der Ober⸗Post-Director,
Meyer.

Einrichtung und Leitung landw. Casinos.

Die Lehrer sind die Bildner des Volks, namentlich die Volks⸗
schullehrer. Gerade sie dürfen kein Mittel ungenützt lassen, dieser ihrer
Lebensaufgabe zu entsprechen. Sie müssen wirken und dienen, wollen
sie etwas gelten. Mache dich verdient um Anderer Wohlergehen! Dar—
um mögen vornämlich die Lehrer die Bildung derartiger Casinos in die
Hand nehmen. In den Städten gewerbliche Casinos, auf dem Lande
sandw. Casinos. Es geht überall, wo man nur will. Aber es geht
eben nicht ohne Kenniisse und Geschick. Dieses verleiht die Natur
und die Uebung; jene erwerben wir durch Studiren, durch Schriften.
Für landw. Casinos recht brauchbare wollen wir hier namhaft machen,
iber sie ein kurzes Referat uns gestatten.
1) Die Landwirthschaflskunst in allen Theilen des Feldbaues und
der Viehzucht. Von Dr. Ferd. Stamm. Prag. Andre.
Dieses Buch, 554 Seiten stark, enthält die landw. Wissenschaft
in Theorie und Praris in anmuthiger Form der Erzählung des Leh—
rers Siegmund, wie er sich ganz und gar in den Dienst dieser volks—
wirthschafilichen Angelegen heit stellt, Märzenau durch seine Musterwirth—
schaften zu einem Paradiese, dessen Bewohner zu höchst glücklichen Men—
schen macht. Das Ganze ist in 8 Abschnitte, diese in 52 Sonntags—
Lektionen — für jeden Sonntaa eine — getheilt, jede Lection ist gleich—

Schluß.

Es erhebt die Idee und das Ideal des Casinos, wenn je zuwei—
ꝛen freundliche Feste in demselben und für dasselbe in Aufnahme kom—
nen. Heute das Erntefest, nächstens das Stiftungsfest, dann eine ge⸗
neinschaftliche Reise, dann eine Zusammenkunft benachbarter Casinos,
ꝛine Generalversammlung, ein vaterländisches Fest. Zu solchen ziehe
nan in lieblicher Art die Frauen und Jungfrauen heran. Das ech
veibliche zieht uns ja an und unsere Arbeiten ziehen sie an. Und sind
die Frauen für solche Sachen gewonnen, so kommen deren Männer und
Sohne noch einmal so gern und immer. Zudem sind eben sie die Fak—
soren in Küche, Keller und Kuhstall; eine Trias von höchster Wichtig—
eit im landw. Fache, und sind um so lernbegieriger, je größere Hoff—
aungen in ihnen sich regen. Daher sind Bräute und hoffende Mütter
im wißbegierigsten. Was Alles folche Casinos und derartige Feste lei—
jen, läßt sich nicht alles sagen und beschreiben. Ein schwaches Abbild
»on unserm Casino in dieser Beziehung steht in der Zeitschrift für dern
andw. Verein in Rheinpreußen, 1862 6. Heft, S. 232 ff. in Haupt
mmrissen gezeichnet.
            
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