Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Nach unserer Meinung wird immer der Spargel das vorzüglichste
Surrogat zur Gründüngung verbleiben, und zwar aus nachstehenden
Bründen:
1) Ist der Samen sehr leicht und uͤberall zu gewinnen. Auf einem
gedüngten Morgen Acker mit 4 Metzen besäet, kann man mit Sicher⸗
heit eine Ernte von 6— 8 Schesseln erwarten. Auf die umgebrochene
Ztoppel zum zweitenmal gesäet, eine zweite dergleichen von 3—-4 Schef⸗
eln, vom Morgen also 9212 Scheffel.
2) Er wächst auf dem leichtesten Sandboden, wo kein anneres Ge⸗
vächs ihm gleichkommt.
3) Man bedarf nur wenig Samen zur Aussaat.
M Er vegetirt schnell nnd kann vom April bis in den September
zreimal zur Weide und zum Unterpflügen benutzt werden.
5) Er besitzt eine Milchproductionskraft für Kühe, welche von keinem
indern Gewächs, selbst von den Kleearten, nicht übertroffen wird, so—
vohl im grünen als getrockneten Zustande.
.6) Seint abgeweidete Stoppel ist leicht umzubrechen, während bei
EIrbsen, Wicken und besonders bei Lupinen dies Schwierigkeit hat und
uvor gewalzt oder gehauen werden muß.
7) Er theilt dem Acker nach dreimaligem Umpflügen zur Gründün—
zung dieselbe Dungkraft mit, als das voluminose Gewächs, welches
aicht nur überall voluminos gedeiht und nur einmal vor der Winter—
saat dazu benutzt werden kann und hat dreimal eine schöne Weide ge—
iefert, was in weide⸗ und futterarmen Gegenden wohl zu beachten ist.
Da steuern wir nun Beiträge zu Acclimatisationsversuchen fuͤr ein⸗
zuführende fremde Gewächse, verwenden ungeheure Summen für Kunst—⸗
dünger, weil der selbstgewonnene nicht mehr ausreichen soll, während
die gütige Vorsehung uns mit einem unscheinbaren Gewächs beschenkt
hat, das überall, wenn auch milnunter gekrümmt und gebückt fortkommt,
jedem Bauernknaben unter dem Namen „Knöterich“ bekannt, von um—
sichtigen Männern durch Wartung und Pflege schon zum Riesen erzogen
worden und noch dazu eine ausgezeichnete Beihülfe als Düngerersatz
zu liefern im Stande und geeigenschaftet ist.
Möchten doch recht viele unsere Gutsbesitzer sich veranlaßt finden,
den vorhandenen vaterländischen Producten wenigstens eben so viel
Aufmerksamkeit und Theilnahme zu schenken, als den fremdländischen,
e werden es wahrlich nicht bereuen.

gesäuert ist, eine halbe Stunde lang eintaucht, leicht abwischt und nach
zinigen Stunden auf einem Steine abzieht. Die Säure versieht hier
die Stelle eines Schleifsteines, indem sie die ganze Oberfläche gleich⸗
fermig ätzt, worauf also nur noch ein Glätten nöthig ist. Diese Be⸗
handlung hat guten Klingen nie geschadet, dagegen schlecht gehärtete
verbessert, ohne daß man sich die Ursache erklären kann. In neuerer
Zeit wird dieses Verfahren auf viele andere schneidende Werkzeuge an⸗
gewendet, in der Art, daß die Arbeiter beim Beginn der Mittagsruhe
oder des Abends die Klingen ihrer Werkzeuge mit obigem gesäuerten
Wasser, dessen Preis kaum anzuschlagen ist, benetzen, wodurch sie das
kostspitligere Schleifen, das überdies die Klingen rasch abnutzt, erspa—
ren. Mit ganz besonderem Nutzen müßte sich diese Schärfmethode auf
Sicheln und Sensen anwenden lassen.

Benutzung des Gaswassers.
Der Universitätsgärtner in Freiburg bemerkte an den Ufern eines
Baches an der Grenze des Gartens eine sehr üppige Vegetation, als
deren Ursache er lediglich die stete Feuchtigkeit ansah. Einmal bemerkte
er auf der Oberfläche des Wassers einen fahlblauen, fettigen Schim⸗
mer und auf dem Grunde einen gleichgefärbten Schlamm; er rührte
denselben tͤchtig auf und nahm das Wasser zum Begießen. Schon
nach 4 Tagen bemerkte er eine so wunderbar erhöhte und üppige Ve—
grtation, daß er Forschungen nach dem Grunde dieser Erscheinung an—⸗
ttellte. Es ergab sich, daß jener schimmernde Ueberzug von dem in der
nahen Gasanstalt zum Reinigen des Gases benutzten Wasser herrührte,
das in den Bach ablief. Man nahm nun solches zum Gießen und
Ueberbrausen der Pflanzen und erzielte außerordentlich günstigen Erfolg.
Das Gaswasser enthielt 5,55 pCt. Ammoniak, das bekannilich auch
eine ausgezeichnete Nahrung für die Pflanzen ist. Aus wie vielen Gas—
anstalten läßt man noch dieses Wasser unbenutzt fortlaufen und holt
—
Möchte es von jedem Leser, der dasselbe in seiner Nähe haben kann
nur fleißig benutzt werden, es wird ihn sicher nicht gereuen.

Vermischtes.
Gekochtes Futter für Schweine. — Vielfache Versuche,
die man in Amerika und England anstellt, liefern den Beweis, daß
gekochtes Futter bei der Schweinemast wenigstens noch einmal so
vortheilhaft ist, als ungekochtes. 30 Pfund rohes Futter, worunier
hauptsächlich auch Körner zu verstehen sind, sollen erst so viel Fleisch
erzeugen, als 18 Pfund gekochtes.

Ein einfaches Mittel, Messer zu schärfen.
Schon vor längerer Zeit hat man die Erfahrung gemacht, daß
Kasirmesser dadurch am einfachsten geschärft werden, daß man sie in
Wasser, das durch! /d seines Gewichts mit Salz⸗ oder Schwefelsäurt

Bekanntmachung.
Die Bahnhofs-Restauration zu Louisen
hal wird bis zum 1. November d. J. pacht.
os und soll von diesem Tage ab im Wege ver
offentlichen Submission anderweit vergeben wer—
den.
Hierauf Reflektirende werden ersucht, ihre des
'allsigen Offerten unter der Aufschrift:
„Offerte zur Pachtung der Bahnhofs
Restauration zu Louisenthal“
bis zum 14. September c., Vormittags 11
ühr, im Büreau ver Beiriebs⸗Inspektion hier—
elbst versiegelt und poriofrei einzurcichen, wo—
elhst sie im Beisein der etwa erscheinenden Sub—
nittenten geöffnet werden.
Die Bedingungen für diese Verpachtung kön—
nen auf der Station Louisenthal, fowie im Bü
reau der Betriebs-Inspection hiersfelbsi eingese
hen werden.
Bemerkt wird noch, daß der jährliche Pacht
zins außer der Uebernahme der Heizung unr
Beleuchtung der Wartesäle auf 30 Tha fesi

sgesetzt worden ist und event. der Zuschlag ohne! Unternehmungslustige belieben ihre Offerten
Rücksicht auf höhere Gebote erfolgen wird. bis zum 27. d. Mis., Vormittags 11 Uhr, an
Trier, den 8. August 1864. den Unterzeichneten franco einzusenden.
Der c. Betriebs⸗Inspector, Saarbrücken, den 9. August 1864.
Baver.
Der c. Ober⸗Betriebs⸗Inspector
Quassowski.

Bekanntmachung.
Am Montag den 29. August e.
Vormittags 9 Uhr, soll die Saarfähre an der
Kohlwage bei Saarbrücken für den Zeitraum
vom 1. October 1864 bis 31. März 1865 und
event. länger bis zum 30. Juni 1865, in un—
serm Geschäfts-Locale einer öffentlichen Verpach—
ung ausgesetzt werden. Die Verpachtungs-Be—
dingungen liegen bis dahin bei uns zur Einsich!
offen.
Saarbrücken, den 16. August 1864.
Königl. Haupt-Zoll-Amt

Bekanntmachung.
Eine Partie alten und zu Dienstzwecken nich
veiter verwendbaren Papiers von circa 80-100
 CEtr., bestehend in verschriebenen und un
beschriebenen Druckformularen, Büchern, Zei
ungsblättern ꝛc., soll im Wege schriftlichen Äuf
zebots an den Meistbietenden verkauft werden.
Die Verkaufsbedingungen liegen im Bürear
der Hauptmagazin-Verwaltung auf hiesigen
Bahnhofe zur Einsicht offen und können auck
oon dort auf kostenfreie Gesuche abschriftlid
»ezogen werden
            
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