Zur Vertilgung der Quecken.
Aus einem von Heinrich im landw. Verein in Strehlen in Schle—
sien gehaltenen Vortrage.)
Meistentheils werden die Quecken durch Ausruhren, Auseggen und
Abrechen aus dem Acker geschafst, auch will man dies in neuerer Zeit
durch bloßes 2 Zoll tiefes Schälen und Eggen des Ackers bewerlstel⸗
sigt haben. Erstere Methode kann der Vortragende nicht empfehlen,
da durch vieles Arbeiten der Acker in einem lockeren, der Quecke an—
genehmen Zustande erhalten, besonders aber durch Ruhren die einzelne
Pflanze zerrissen und dadurch dem Acker frisch eingepflanzt wird; über
die letztere will er sich jedes Urtheils enthalten, da er hierüber keine Er—
fahrung habe, glaubt aber doch, daß sie nicht ganz stichhaltig ist, da in
der Regel dann bei der Saatfurche die noch vorhandenen Reste von
Duecken mit der Hand aus dem Acker gezogen und herumtergeschafft
werden müssen.
Die Mehrzahl von Landwirthen hat gewiß nicht unterlassen, einen
verqueckten Acker ein- auch zweimal, vielleicht auch noch öfter zu ruh—
ren und hat, wenn die Quecken aus demselben verschwunden waren
den Ruhrhaken als den Vertreiber derselben angesehen, dabei aber ge
viß nicht beobachtet, daß eine verqueckte Ruhre nur sehr tief mit dem
Pfluge aufzuarbeiten ist, da sich bei einer seichten Furche die zurückge
Zliebenrn Quecken versetzen, der Pflug aber nur dann erst Schnitt und
ichern Gang hat, wenn er unter die Ruhrfurche kommt. So mag
Mancher seinem Acker, vielleicht ganz gegen seinen Willen, eine recht
tiefe Bearbeitung gegeben haben, da die Ackersleute gewiß so lange die
pflüge tiefer stellen, bis sie unter die Ruhrfurche kamen, um mit Be—
quemlichkeit hinter demselben hergehen zu können. Es würden diese,
zuch wenn sie sich alles Ruhren erspart und den Acker bald bei der
weiten Furche mit dem Pfluge recht tief umgefahren hätten, gewiß das—
selbe erreicht haben, da nur immer der Pflug als das einzige Reini
zungsmittel des Ackers anzusehen ist.
Den Vormagenden haben bisher die Zeit und die Arbeitslöhne
für Ausruhren, Auseggen, Abrechen und Abfahren der Quecken gereut,
und glaubt er, daß, wenn es möglich ist, dieselben „mit dem Pfluge
wodtzufahren,“ sie durch ihr Verwesen im Acker sie demselben die ent
nommene Kraft wiedergeben; er kann dies wohl mit Bestimmtheit an
nehmen, da er auf allen verqueckten Aeckern, welche zu bestellen ihm
bielfach Gelegenheit geworden, schöne Früchte erbaute. Einen verquech.
jen Acker hat er nur ausnahmsweise mit dem Ruhrhaken, und zwan
ohne günstigen Erfolg, gewöhnlich mit dem Pfluge, aber mit dem be—
sten Erfolge, und zwar in folgender Weise behandelt: J
Die erste Furche wird so früh und so seicht, als es nur immer
möglich ist, gegeben, damit, so weit dies durchzuführen geht, die grü—
nen Kronen der Quecken nach unten und die Wurzeln derselben nach
oben kommen. (Der Vortragende bemerkt hier, daß von 1 bis 2 Zoll
Tiefe und 3 Zoll Breite der Furche nicht die Rede ist, da es ihm bis
jetzt noch nicht gelingen wollte, einen verqueckten Acker bei einer 3 Zoll
zreiten Furche so seicht umzufahren, und hält er dies mit den gegen
wärtigen gewöhnlichen Ackergeräthen für unmöglich.) Er hat dabei eine
üchtige Brachfurche von 6 Zoll Breite und 3 bis 4 Zoll Tiefe neh—
men lassen, da eine schmälere Furche, ganz abgesehen von den Cala—
mitäten, welche sich bei einer solchen vorfinden, für unnöthig gehalter
wurde, und noch seichter zu fahren nicht möglich war. Diese Brach—
furche, welche, wenn nur irgend möglich, bei schönem Wetter gegeben
wird, bleibt ungewalzt, damit Luft und Sonne eindringen können
so lange liegen, bis die Queden anfangen, ihre grünen Spitzen durch
den Acker zu stoßen, was nach Tagen nicht anzugeben ist, da dies
lediglich von der Witterung bedingt wird; alsdann wird dieselbe, na
ürlich nur bei trockenem Wetter, so lange geeggt, bis sie klar ist, und
werden die wenigen Quecken, welche da herauskommen, vom Acker ge—
schafft oder auch breit liegen gelassen. Mit Bestimmtheit ist nun an—
zunehmen, daß nach Verlauf von 10 bis 14 Tagen der Acker beschlägt,
d. h. die Quecken durchkommen, wo dann derfelbe 12 bis 14 Zoll tief,
ind zwar bei Beetbestellung quergepflügt wird, dabei aber hinter jedem
pfluge zwei Personen gehen, welche die nach oben kommenden Quccken
»rausiehen und in die aufgefahrene Furche genau einlegen, so dos
keine an's Tageslicht kommt. So bleibt der Acker 4 Wochen, aud
wohl noch länger unberührt liegen, wo man dann jede beliebige Be
arbeitung vonehmen, gewiß aber, auch nach der ungünstigsten Witterung
nicht mehr auf das Vorhandensein der Quecken rechnen darf. Dit
Quecke verträgt die Tiefcultur nicht und stirbt, wenn sie der Luft und
dem Licht entzogen ist, ganz bestimmt ab.
Wenn auch der Vortragende nicht in Abrede stellt, daß er hierbe
trockenes Wetter vorzieht, so behauptet er doch, daß gerade bei nasser
Wetter dies der einzige Weg ist, einen Acker queckenfrei zu machen, d
ia Ausruhren und Auseggen nur bei ganz trockener Witterung durd
zuführen geht.
Auf vorstehende Weise ist es dem Vortragenden stets gelunger
die Quecken mit einem Schlage zu vertilgen; er kann dieselbe dahe
anempfehlen, da sie nicht nur die wenigste Arbeit beansprucht und di
geringsten Kosten verursacht, sondern auch in jedem Boden, wie er sic
bereits oöfters überzeugte, überhaupt aber auch bei jeder Witterung m
Erfolg anzuwenden ist. Derselbe hat in Oberschlesien, wo die Quec
ihre Heimath zu haben scheint, in den schlechtesten und verschiedenartig
sten Untergründen dieselbe stets auf diese Weise vertrieben, hat abt
dort bei Herbstbestellung neben dem frischen Dünger noch 10 Berl
Scheffel Kalk pro Morgen aufgestreut und will nicht bezweifeln, dab
die Quecke letzteren nicht gut vertragen kann.
Die Queccke erhält sich nur auf Aeckern, die stets bebaut werder
verliert sich aber von selbst, wenn solche jahrelang zu Schafweide be
nutzt und fortwährend scharf beweidet werden; sie schlägt dann vonp
Jahr zu Jahr ihre Wurzeln seichter, bis sie ganz abstirbt, da sie dit
Härte des Bodens nicht vertragen kann. Hiervon kann man sich ir
jeder Obstbaumplantage, welche gleichzeitig mit Gras angesäet ist, über
zeugen. Zur Pflege der Bäume wird der Boden um dieselben alljähr
lich 2 Fuß in's Quadrat durch's Grabscheit gelockert; so weit dies ge—
schieht, kann man sicher auf Quecken rechnen, weiter aber gewiß nicht,
auch wenn es ihrer bei der Graseinsaat noch so viele gehabt häne:
ebenso ifst auf jeder Wiese die Quecke eine äußerst seltene Erscheinung
— QDucckenfrei wird ein jeder Acker durch tiefe Bearbeitung, gute Dün—
gjung und eine angemessene starke Aussaat erhalten; ist er aber zur
Quecke geneigt, so wird man noch gut thun, jede Frucht, welche nich
eine leidliche Ernte verspricht, auszuackern und besonders darauf zu
sehen, daß man bei der Klee- und Grassameneinsaat nicht die Qued
nitsäe, was öfters der Fall sein mag, und ift schließlich noch darar
zu achten, daß der Klee ja stark genug, niemals aber zu schwach eir
gesäet werde.
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Obstaufbewahrung nach neuer Art.
Um Aepfel und Birnen bis zum Monate Juli des künftigen Ja
res so frisch zu erhalten, wie sie vom Baume gepflückt worden, da'
zedarf es bloß, folgende einfache Methode anzuwenden.
Im Sommer sammle man sich eine nach Bedarf große Quantin
von schönem, reinem Waldmoos, lasse es fein zerzupfen und ganz re
auswaschen, damit es von allem Ungeziefer befreit werde; dann wu
es getrocknet und bis zum Herbste auf dem Boden an eine trocken
luftige Stelle hingelegt.
Alles Obst, das aufbewahrt werden soll, muß gehörig reif, nis
zedrückt oder geschunden, sondern sorgfältig abgepflückt sein und ar
Strohmatten oder einer Lage von Stroh einige Zeit gelegen habe
Am besten stellt man die Früchte an eine luftige, frische Stelle,
dem Stiele aufwärts, neben einander, damit sie etwas abtrocknen.
dieses geschehen, so wird das Obst auf folgende Weise in Kisten
packt:
Zunächst wird der Boden in der Kiste etwa 6 bis 8 Zoll hoo
mit Moos belegt, dann das Obst neben einander gestellt, mit dem Sin
nach oben, wobei indeß kein Apfel den andern drücken darf, und hic
auf, nachdem die Schicht vollendet, wieder Moos, etwa 2 Zoll die
darüber gelegt, wobei die Zwischenräume sorgfältig ausgefüllt werde
Dann wird die zWeite Schicht geleat, wieder mit Moos bedeckt un