indeß jedenfalls das Verdienst, ihre Ausführbarkeit im Großen mit
dem Pfluge nachgewiesen zu haben.
Möochte Vorstehendes in unseren Lokal-Abtheilungen recht Viele
oeranlassen, nach dieser Methode, die einen so außerordentlichen Ertrag
gewähren und gegen die Krankheit schützen soll, Versuche anzustellen
ind das Ergebniß derselben später in unserem landw. Centralblatte
nitzutheilen. Hauptsache ist, die Felder vor dem Winter möglichst tief
zu pflügen und den Dünger unterzubringen, damit er fich zersetze, dann
ine moͤglichst zeitige Saat und ein dreimaliges Häufeln, damit vie
Ausbildung der Knollen befördert und die des Krautes beeinträchtigt
werde. Rubens.
Die Wirkung der Drainage
auf den Zustand sumpfigen Bodens ist schnell und überraschend. Wenn
die unterirdischen Abzugsgräben richtig angelegt find, hemmen sie voll⸗
tändig das Aufsteigen des Wassers, welches in Folge des Druces von
Quellen an die Terrainoberfläche heraufgedrängt wird. In sumpfizen
Wiesen wird der Boden schnell trocken und hart; die Wasserpflanzen,
velche keine hinreichende Quantität Wasser mehr zu ihrer Vegetation
inden, nehmen allmälig ab und verschwinden endlich ganz, um Gräsern
hon bester Qualität Platz zu machen.
In schweren und festen Feldern sind die Wirkungeu der Trocken⸗
legung weder so sichtbar, noch so unmittelbar, wie in den sumpfigen
Terrains; nichtsdestoweniger bringt die Drainage in der pbhysischen
Beschaffenheit dieser Felder und in ihrer Fruchtbarkeit bedeutende Ver⸗
inderungen hervor. Wenn ein festes und zurückhaltendes Terrain von
einer hinreichenden Anzahl unterirdischer Abzugskanäle durchzogen wird,
so sinkt das Regenwasser, anstatt stehen zu bleiben oder auf der Ober—⸗
Jäche abzufließen, in das Innere des Bodens hinab und befruchtet
alle Theile desselben gleichnäßig; — es führt den Pflanzenwurzeln
hefruchtende Substanzen zu, welche es in der Atmosphäre aufgenommen
oder beim Durchsinken durch die Ackerkrume aufgelöst hat; — in ge—
wvissen Jahreszeiten trägt es wesentlich dazu bei, den Unterboden zu
erwärmen, und erst nach Erfüllung aller dieser verschiedenen Funktionen
dießt dann der überflüsfige Theil durch die künstlichen Kanäle ab. So
hald das Wasser den Boden verläßt, wird es durch atmosphärische
duft ersetzt, welche die ganze drainirte Schicht durchdringt und darin
hleibt, bis ein neuer Regen sie vertreibt. Die zurückhaltenden Terrains
sind auf diese Weise dem Wasser und der Luft zugänglich gemacht, was
ihren physischen Zustand und ihre Fruchtbarkeit vortheilhaft verändert.
Alle Landwirthe erkennen einstimmig an, daß die Drainage die
Bestellung schweren Bodens leichter und billiger macht, und daß fie
für die Bebauung desselben, welche jetzt nicht mehr durchaus vom
Witterungswechsel abhängig ist, einem bei Weitem freieren Spielraum
zerschafft. Diese Umstände sind leicht zu erklären. Die unterirdischen
Saugstränge führen das in den Boden eindringende Wasser in dem
selben Maße ab, wie es fällt, und trocknen jenen mit einer solchen
Schnelligkeit, daß man kurze Zeit nach dem Aufhören des Regens
darin arbeiten kann. Der Landwirth ist daher weniger der Veränder—
—
nach einem passenden Augenblicke zu haschen, um die Felder zu bestellen,
noch den Pflug darauf zu setzen, wenn fie fich in einem zur Arbeit
durchaus untauglichen Zustande befinden; mithin ist er nicht mehr der
Nothwendigkeit ausgesetzt, bei zur Zeit der Aussaat eintretendem
chlechten Wetter die Vertheilung der Saaten zu ändern, oder Felder
zrach liegen zu lassen. Im Frühjahr kann man die drainirten Felder
zierzehn Tage und manchmal drei Wochen vor den nicht drainirten
zestellen; der für schweren Boden oft sehr nachtheilige Herbstregen hat
nur einen unbedeutenden Einfluß auf die Kulturarbeiten, wenn solche
Felder trocken gelegt sind.
Von einer anderen Seite betrachtet, ist der feuchte Thongrund
teif, zähe und klebrig; ausgetrocknet durch Wind oder Sonnenstrahlen
vird er zu einer fast steinharten, compacten Masse; in beiden Fällen aber
können die Bestellungswerkzeuge ihn nicht gehörig zertheilen. Wenn
aber ein derartiges Feld durch Drains entwässert wird, so läßt das
abfließende Wasser dasselbe beständig in einem porösen Zustande: es
st jederzeit locker, bröckelig und daher leicht zu bearbeiten. Der Pflug,
die Egge, die Welle liefern folglich eine vollkommenere Arbeit, und die
Bespanne werden bedeutend weniger ermüdet. Ferner braucht der Boden
weniger oft umgearbeitet zu werden, weil die drainirten Felder niemals
mit so vielem Unkraut überwuchert sind, wie die nassen.
Durch die Anwendung der Drainage kann man in vortheilhafter
Weise die Reihenfolge der Saaten verändern und das Brachliegen
der Felder gänzlich umgehen.
In einem nassen Boden, wo das Wasser während gewisser Jahres—
eiten nahe an der Oberfläche stehen bleibt, können die Pflanzenwurzeln
aicht tief in den Boden eindringen; ihre Verzweigungen umfassen nur
eine wenig dicke Erdschicht, deren Feuchtigkeit bei großer Hitze schnell
verdunstet ist; die Pflanzen werden dann gewissermaßen geröstet. Wenn
anter diesen Umständen das Wasser des Unterbodens vermittelst der
Capillarkraft an die Oberfläche emporsteigt, so führt es jene schädlichen
Substanzen mit sich, welche schon früher die Wurzeln abgehalten hatten,
in die tiefern Bodenschichten einzudringen, und trägt auf diese Weise
noch mehr dazu bei, die Früchte zu verderben. Wenn dagegen der
Boden drainirt ist, können die Pflanzenwurzeln ungehindert in den
untern Schichten sich ausbreiten und vermittelst der dann eindringenden.
erwärmenden Sonne den Pflanzen ihre volle Nahrung geben.
B.⸗Gladbach, den 3. Januar 1864.
Nonnenbruch, Wiesenbaumeister.
Steile Böschungen schnell mit einer Grasnarbe
zu überziehen.
Dazu enthalten die Verhandlungen der bkonomisch- patriotischen
Societät der Fürstenthümer Schweidnitz und Jauer folgende Anweisung:
„Für die Quadratruthe werden /, Pfd. englischer Raygrassamen und
/ Pfd. Wiesenrispengrassamen mit einer Handkarre gutem Garten⸗
doden und einer Handkarre Lehm, also mit 6 Kubikfuß recht trockener
Erde, so gleichmäßig wie möglich gemischt. Hierauf wird diese Mischung
in ein Gefäß gethan und mit Jauche, welche zu ?/ mit Wasser ver⸗
nischt worden, so weit angefeuchtet, daß sich die ganze Masse mit einer
Mauerkelle wie Mörtel verschmieren läßt. Nachdem die Böschung glatt
abgestochen und sämmtliche Unebenheiten daraus entfernt worden sind,
vird dieselbe mit einer Gießkanne, mit Brause versehen, befeuchtet und
die Mischung mit der Mauerkelle glatt und so dünn wie möglich auf—
gestrichen. Wenn in den nächsten Tagen die bestrichene Böschung zu
chnell trocknet und Risse bekommt, muß sie täglich einigemal angefeuchtet
und nachgeklopft werden. In 8 Tagen wird sämmtliches Raygras
seimen und in 14 Tagen ist die Boschung dicht besetzt und fängt an
sich vollständig zu benarben.“
Das bezeichnete Verfahren hat sich bewährt und von den Mir
zliedern des Danziger Gartenbauvereins Anerkennung gefunden.
Die vorjährigen Ernteerträge in der preußischen
Monarchie.
Die Zusammenstellung der von den landwirthschaftlichen Vereinen
eingegangenen Berichte hat in Summa ergeben, daß die Ernte vorigen
Jahres eine völlig zufriedenstellende, beziehentlich sehr günstige war.
Im Weizen übersteigt die Ernte von 1863 den Durchschnitt der letzten
10 Jahre um 11 Proc, im Roggen sogar um 13 Proe. Im Som—
nergetreide und in Erbfen ist die Ernte, wenn auch nicht sehr schlecht,
doch wegen der anhaltenden Dürre minder günstig ausgefallen. Auf—
fallend ist es, daß bei dieser Dürre der Flachs in den meisten Pro—
oinzen, wo der Anbau stärker betrieben wird, wohi gerathen ist. Nach
der speciellen Zusammenstellung des Ministeriums für landwirthschaftliche
Angelegenheiten beträgt das Durchschnittsergebniß der Ernte des ganzen
Staats pro 18603: a) an Körnern: Weizen 1,01, Roggen 1,03, Gerste
O,94, Hafer 0,93, Erbsen 0,86, Buchweizen 0,62, Kartoffeln 0,96,
Raps 0,92, Zuckerrüben 0,80, andere Rüben und Kohlarten 0,77,
Ldupinen 0,84; b) an Stroh: Weizen 1,01, Roggen 1,03, Gerste 0,90
Hafer 0,91, Erbsen O, 91, Buchweizen 0,62.
Neue Methode der Flachsbereitung.
Von Marschall in Leeds.
Diese Erfindung (patentirt in England 1862) bezweckt die Ge—
winnung des Fasermaterials aus Flachs, Hanf oder ähnlichen Pflanzen
ohne Anwendung des Schwing- und Hechelprozesses, in der Regel
sogar mit Umgehung des Röstens. Das Flachsstroh wird nach diesen