Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

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den Kreis Saarbrücken.

Me 75.

Sonnabend den 6. Augusl

1864

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Amtliches.

Generxal-Vexsammlung und Husstellung

Fandwirthschaftlichen Pereins fuͤr Kheinpreußen in Aachen

Seitens der verehrlichen Eisenbahn-Directionen sind für die vom
11. bis 14. September d. J. in Aachen tagende General⸗Versammlun?
und die damit verbundene Ausstellung an Vieh, Maschinen, Geräthen
und Produkten folgende Begünstigungen bewilligt worden:
. Den zur General-Versammlung reisenden Mitgliedern des Vereins
eine fünftägige Gültigkeit der Retour-Billets 1. u. 2. Klasst
auf der Aachen⸗Düsseldorf-Ruhrorter, der Bergisch-Märkischen
und der Rheinischen Eisenbahn; auf der letzteren haben au
herdem die Billete 3 Klasse für die Vereins-Matglieder ein—
dreitägige Gültigkeit.
Bei der Abstempelung der Retour-Billete haben dit
Vereins-Mitglieder auf den betreffenden Stationen hierselbs'
durch Vorzeigung der Quittung über ihren Jahres -Beitra
oder so stige Bescheinigung der Lokal-Abtheilung als Ver—
einsmitglieder sich auszuweisen.
II. Für zur Ausstellung bestimmtes Vieh, Maschinen, Geräthe und
Producie ist auf der Hinfahrt der tarifmäßige Satz zu bezahlen
dagegen wird

Ueber Milch.
Von Prof. Dr. A. Völcker.

GSchluß.)

Die Zeit, in der gemolken wird, soll auch eine Wirkung auf die
Milch baben. In den meisten landwirthschaftlichen Abhandlungen is
angegeren, daß Morgenmilch im Allgemeinen reicher ist, als Abend
misch; die Resultate jrdoch, welche der Verf. gewonnen hat, unterstützen
nicht diese allgemeine Meinung. Von 32 Proben, die derselbe ana—
lysirt und die am Morgen und Abend desselben Tages genommen wur
den, fand er in Z Fällen die Morgenmilch ärmer als die Abendmilch,
in 4 Fällen fand er sie reicher, und in 4 Fällen war kein bemerkens—
weriher Unterschied. Der Schluß, zu dem der Verf. gelangte, ist, daf
die Zeit des Tages nicht so vielen Einfluß übt, als die Quantität und
Quulilät des Futters, das etwa 3 oder 4 Stunden vor dem Melken
gegeben wird. Er Lat dies genau verfolgt, und fand einmal die Milch
se ues Milchviehes am Abend arm. Die Kühe gingen damals auf das
Gras und haitten keine ausreichende Nahrung; am Abend erhielten
sie Oel- und Rapskuchen und lieferten am Morgen reichere Milch; sie
litßen deutlich die Wirkung des Futters auf die Morgenmilch sehen.
Zu einer anderen Zrit, im Winter, fand man, daß, wenn die Küht
des Mergens und des Mattags mit Gerstenmehl und Rapsluchen ge—
füttert wurden sie reichere Ahendmisch lieferten Der Serr Nerf. alaub

1. auf der Aachen⸗Düsseldorf⸗ Ruhrorter und auf der Bergisch⸗
Märkischen Bahn
3. für den Rücktransport der Pferde, des Rindviehes, der Schafe
und Schweine nur /3 des tarifmäßigen Satzes und
b. der Maschinen, Geräthe und Erzeugnisse nur soviel nachbe⸗
zahlt, als erforderlich ist, um die Hinfracht auf 6 Pfg. pro
Centner und Meile zu ergänzen, und
3. den Begleitern des Viehes, sowohl auf dem Hin⸗ als Rück⸗
transport, die Benutzung der 3. Klasse resp. des Viehwagens
gegen Lösung eines Billets 4. Klasse gestattet.
2. auf der Rheinischen und der Koln-Mindener Bahn für den
Ruͤcktransport sowohl des Viehes als der Maschinen, Gerãäthe
und Producte nichts bezahlt.
Diese Begünstigungen werden nur gewãährt, wenn bei der ersten
Aufgabe der Gegenstände der Zweck: „zur landwirthschaftlichen Aus⸗
tellung“ angegeben wird, die Gegenstände auf dem nämlichen Wege
zurückgehen, und die erfolgte Ausstellung sowie der Nichtverkaui
durch das Ausstellungs-Comite bescheinigt und der Original⸗Fracht⸗
brief des Hin⸗Trausportes beigefügt ist.
Indem wir die Vereins⸗Mitglieder und Ausstellungslustigen hier⸗
von gefälligst Vermerk nehmen zu wollen ersuchen, laden wir zu
einer reichlichen Beschickung der Ausstellung ein und verweisen hinsicht⸗
ich der sonstigen Erfordernisse der Beschickung auf die Bestimmungen
des Programms.
Aachen, den 20. Juli 1864.
Die Direction der Local-Abtheilung Xa (Aachen).
EF. Talbot.

daher, daß auf die Qualität der Milch das Fuiter von Einwirkung ist
und die Zeit, in der das Futter den Kuͤhen gereicht wird.
Die Race, Aufzucht und Größe des Thieres haben auch einen
wichtigen Einfluß auf die Qualität der Milch. Im Allgemeinen glaubl
man, daß Vollblutkühe nicht so viele oder so reiche Milch liefern, als
das gewöhnliche Milchvieh, und daß Grasvieh mehr und eine bessere
Art Milch liefert. Einige auf diesen Gegenstand Bezug habende an⸗
gestellte Versuche haben dem Verf. ein etwas unerwartetes Resultat ge⸗
lefert, aus dem er genügende Folgerungen nicht ziehen kann.
Im Monat September 1860 wurden 3 Kühe von dem gewöhn—
lichen Milchvieh und 3 Pedigree-Shorthorns ausgewählt. Sie wur⸗
den in den Nachbarschaften von Bristol gehalten und gingen auf gu—
tem Weidelande. Nach einiger Zeit erhielten die Kühe außer dem
Gras 1 Pfund Leinkuchen pr. Kopf, und nach einer Woche wurde ein
zweites Pfund zugesetzt. Sorgfältig wurde die Quantität und Qua—
tät der Milch zu den verschirdenen Zeitfristen festgestellt; es war je⸗
doch nicht viel Unterschied in der Milch zu enidecken, welche die beiden
Arten von Kühen, jede für sich, gaben, eben so wenig eine bemerkbare—
Veränderung in der Quantität und Qualität, die jede von ihnen lie
ferte, sobald das reichere Futter gegeben wurde. So gaben die ge
wöhnlichen Kühe eine Milch, welche 4 Proc. Butter lieferte, währent
die Vollblut-Shorthorns eine Milch von derselben Oualität innerhalt
35 MYroe goben. Der totale VRVetrag von festem Stoff war in beide—
            
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