oaurch die Darslellung mehrerer sehr praktisch angestellter Beobachtun
gen und Versuche zu einem gewissen Resultate führt. Jedem, der In
resse fuͤr die Sache besitzt, ist zur genaueren Kenntnißnahme das
erkchen selbst zu empfehlen.
In Gegenden, in welchen der Rübenbau seit längerer Zeit aus—
ht wurde, ist man bereits zu der Erfahrung gekommen, daß Stall—
tdurch Superphosphat und Guano zu ersetzen und die Melassen
d Schlempekohle zu veräußern ein Verfahren ist, vermöge welcher
zßlich der Zuckergehalt der Rüben von 11 und 10 auf 4 und 3 pCt
rabsinkt und daß daselbst durch dieselben künstlichen Düngemittel die
üheren hohen Erträge nicht wieder zu erreichen sind. Bei diesem ge—
nugsten Zuckergehalte hört das Geschäft des Zuckerrübenbaues aber au
ein lucralives zu sein. Selbst die reichste Ackererde kommt bei dem er
wähnten System auf diesem Punkte an und zwar hauptsächlich aus
em Grunde, weil die Wirksamkeit des löslichen Kalis aufhört, wenn
ach der Analyse der Boden auf eine gewisse Tiefe mehrere 100mal
viel Kali enthält, als eine Rübenernte bedarf.
Eine der wichtigsten Entdeckungen Liebig's ist, daß die Acker⸗
rume die Fähigkeit besitzt, phyosphorsauren und schwefelsauren Kiesel,
dann Ammonsalze in ihren Losungen zu binden, dagegen sind diest
Stoffe im Wasser der Bäche und Flüsse nur in ganz unbedeutenden
Mengen nachweisbar. Durch die angestellten, dies beweisenden Ver⸗
suche entfällt nach des Verf. Dafürhalten auch das ängstliche Drängen
es Landwirthes im Unterbringen des Düngers in die Furche.
Was nun die Rübencultur speciell anbelangt, so ist es nothwen⸗
ug, die verschiedenen Entwickelungsperioden zu betrachten. Die Rübe
st ein zweijähriges Gewächs, welches in drr ersten Hälfte seines Le⸗
»ensprozesses hauptsächlich seine organische Thätigkeit zur Entwickelung
er äußeren Organe bedarf, d. i. besonders zur Blattbildung, in der
inderen Hälfte nimmt zu Aufang eine Zeit von etwa 20 Tagen die
HZergrößerung der Wurzelmasse besonders zu, später nimmt die Blatt
atwickelung ab und namentlich wandert das in den Blättern enthaltene
dali im Herbst zum Wurzelstock. Außer dem Kali sind vornämlich noch
Phosphorsäure, Schwefelsäure und Chlornatrium, welche, wie die ge—
nauen angeführten Beobachtungen beweisen, den Zuckergehalt bedingen,
und bilden daher die zur Cultur nothwendigen Bodenbestandtheile, wie
das Ammoniak, welches in der ersten Wachsthumsperiode die Vermeh
ung der Blättermasse befördert und gleichzeitig in hinreichender Masse
m Boden vorhanden sein muß.
Durch jede Ernte werden dem Boden in einem bestimmten Ver
hältnisse diese Nährstoffe entzogen, welche durch die Düngung dem Bo ·
den zum Theil wiedergegeben werden. Da indessen verschiedene Cul.—
turgewächse die Nährstoffe in ungleichem Maß und Verhältniß bean⸗
pruchen, so können durch den Wehhsel derselben mehrere Ernten nach—
einander dem Boden entnommen werden, ohne daß er hierdurch er⸗
schöpft wird. Ein Wirthschaftsbetrieb ist daher erst dann ein ratio—⸗
neller, wenn Fruchtfolge und Düngungsweise den Umständen entspre⸗
chend angepaßt sind.
Was die Düngung anbetrifft, so ist der Hauptzweck derselben, das
richtige Verhältniß in der Bodennahrung herzustellen und auch den er—
forderlichen physikalischen Zustand für die betreffenden Culturpflanzen
herbeizuführen. In Beziehung auf die Fruchtfolge werden aber außer
den Rücksichten auf Klima, Boden, Zustand des Ackers, Verhältniß der
verschiedenen Wirthschaftszweige zu einander, die kaufmännischen Con—
juncturen und Absatzverhältnisse, ebenso die obwaltenden Rechtsverhält:
nisse in Betracht gezogen werden müssen.
Besonders was die Rübencultur anlangt, ist es wichtig, die Stel⸗
lung der Rübe im Fruchtwechsel zu prüfen; der Verf. beleuchtet nun
mehrere Contis über eine Reihe der üblichsten Rotationen und fuͤhr!
dadurch ein anschauliches Bild der in den verschiedenen Fällen statt⸗
iindenden Erschöpfung des Bodens vor, bestätigt zugleich damit dit
alte Erfahrung, daß die Zuweisung von/, des Areals dem Rüben—
hau das günstigste, das ist relativ geringste Verhältniß der Bodener—
schöpfung darstellt. — Es folgen alsdann die Beleuchtungen unserer ge—
wöhnlichen Stalldungwirthschaft und anderer specifischen Dungmittel,
von denen, was den Guano betrifft, der Mangel an Kali in demselben
besonders hervorgehoben wird, seine Anwendung daher nur im Vereine
mit Stallmist oder Knochenmehl einen vollkommenen Ersatz der durch
die Rübenernte entnommenen Bestandtheile liefern könne. Nachdem
nochmals darauf hingewiesen wird, daß eine öftere Wiederkehr der Rübe
als zwei Jahre nacheinander sich trotz angewandter Dungmittel nich!
bewährt hat, schließt der Verf. mit einem Hinblick auf den volkswirth—
schaftlichen Standpunkt, indem er sich Roscher's Ansichten der Volks
wirthschaft anschließt.
(Schluß folgt.)
Vekanntmachung.
Zum Bau von 3 doppelten Bergmanns
Wohnungen in der Kolonie Kleinheiligenwalt
»ei der Königlichen Sieinkohlengrube Reden
Merchweiler, sollen die Arbeiten und Material—
ieferungen,
am Sauistag den 13. August e.,
Nachmittags 2 Uhr,
m Gasthofe zur Post bei Herrn Leidner in
Neunkirchen, öffentlich mindestfordernd in
Verding gegeben werden.
Neunkirchen, den 27. Juli 1864.
Könial. Schichtmeisterei „Reden-Merchweiler.“
Bekanntmachung.
Die Lieferung von:
1) 10,000 Cbkfuß Eichenstammholz,
2) 1,000 „3,lliger Tannenbreiter,
3) 24,000 Stück Siempel,
ür die Königliche Steinkohlengrube „Heinitz
Wellesweiler, soli auf dem offemlichen Submis
ijonswege in Verding gegeben werden.
Die Offerten sind mit der Aufschrift:
.Submission auf Lieferung von Holz“
»ersehen bis zum Submissions termine
am Montag den 8. August d. J,
MNorgens ia nu versirgelt und'hbortofrei Fier
7 einzusenden, wo dieselben in Gegenwart der⸗
erschienenen Submittenten eröffnet werden sollen
Die Bedingungen liegen auf hiesigem Bürear
zur Einsicht auf.
Neunkirchen, den 18. Juli 1864.
Koönial. Schichtmeisterei Heinitz-Wellesweiler.
Verdingung von Pau-Arbeiten.
Am nächsten Mittwoch den 31k. M., Nach—
mittags 4 Uhr, werden auf dem hiesigen Bür—⸗
germesterei⸗Amte die Reparaturen an dem Schul—
8 zu Dud weiler bei der evangel. Kirche,
als:
Bau-Verdingung.
Am Dinstag den 2. August e.,
Vormittags 10 Uhr, werden auf dem Bürgein
meisterei- Amte zu St. Arnual, die Arbeiten
zur Restauration der Stiftskirche daselbst be
stehend in:
NAc M q;
1) Maurer⸗ und Steinhauer⸗Ar⸗
beiten, veranschlagt zu 310 18 —
2) Tischler⸗ und Anstreicher⸗Arbei⸗
ten, veranschlagt zu 175 19 8*
3) Schlosserarbeiten veranschl. zu 216 4 —
4 Glaserarbeiten veranschlagt zu 675 20 —
Summa ..1378 1—
öffentlich an den Mindestfordernden verdungen
Plaäne und Kostenanschlag liegen auf den
hiesigen Bürgermeisterei-Amt zur belicbigen Ein
sicht offen.
St. Arnual, den 26. Juli 1864.
Der Bürgermeister,
BSuien
A q;
1. Maurerarbeiten incl. Materil 82 9 2
2. Zimmerarbeiten 103 15 —
3. Eisenarbeiten W 45 — —
4. Anstreicherarbeiten 183 30
öffentlich verdungen werden.
Der Kostenanschlag ist bei dem Unterzeichne—
ten zur Einsicht offen gelegt.
Dudweiler, den 28. Juli 1864.
Der Bürgermeister.
Ganns.
Ollweiler
Viehmarkl
am 1. August 1864.