Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

12 Fuͤr die reichhaltigste Aufstellung bestcultivirter Blattpflanzen.
13) Für die reichhaltigste Aufstellung bunter Blattpflanzen.
14) Für die reichhaltigste Aufstellung besicultivirter Coniferen.
15) Fuͤr das reichhaltigste und schönste Sortiment blühender Fuchsien
Geranien, Petunien, Verbenen ꝛc.
16) Für das schönste Sortiment abgeschnittener Rosen.
17) Für das schönste Sortiment abgeschnittener Georginen.
18) Für das schönste —— abgeschnittener Astern.
ür die besten Gartenpläne.
9 8 die —X8 Garten⸗Ornamente und Meubles.
21) Für die besten Gartengeräthe und Instrumente. J
Außerdem werden den Herren Preisrichtern für vorzügliche, vor
stehend nicht benannte Ausstellungs-Gegenstände noch
zwanzig Medaillen
zur freien Verfügung gestellt werden.
Bei Obst und Gemüse wird angenommen, daß dieselben vom Aus—
steller selbst gezogen sind; bei den Pflanzen, exck. Neuheiten, eine mehr—
monatliche Cultur durch den Aussteller. Bei den sub 20 und 21 auf
geführten Ornamenten, Meubles und Geräthen wird denen der Vor—
zug gegeben, welche von Fabrikanten selbst ausgestellt sind.
Die Anmeldung der auszustellenden Gegenstände muß bis zum 20
September, die Einlieferung derselben aber (mit Ausschluß abgeschnit—
tener Blumen und zarter Pflanzen) bis zum 29. September im Aus—
stellungslocale exfolgt sein. Später eingelieferte Gegenstände koönnen
nur dann volle Berücksichtigung sinden, wenn dies der vorhandent
Raum noch gestattet.
Das Verzeichniß der auszustellenden Gegenstände ist bis zum 20
September mit der Namensunterschrift und der Angabe des Wohnortes
des Herrn Ausstellers versehen, dem Vereine zugehen zu lassen, unt
gleichzeitig ein zweites Verzeichniß ohne Unterschrift, für die Herren
Preisrichter bestimmt, beizufügen.
Die Kosten für die Einsendung auszustellender Gegenstände träg
der Verein, die Rücfracht fällt dem Aussteller zur Last.
Zur Ausstellung eingelieferte Gegenstände können während der
Ausstellungstage nur mit Zustimmung des Ausstellungs⸗Comitée zurück
gezogen werden.
Die Verloosung der, von den Ausstellern dem Vereine zur Dis
position gestellten resp. von dem Vereine zu beschaffender Gegenstände
findet am 9. October statt.
Der Verein wird den Verkauf von Ausstellungsgegenständen gern
unentgeltlich, zu den mitgetheilten Preisen, vermitteln.
Etwaige Anfragen und Corre spondenzen sind an den zeitigen Schrift
ührer des Vereints, Garten⸗Vorsteher A. Strauß in Coln, zu richten
Cöoln. im Mai 1864.

Bericht
uber den Besuch des landwirthschaftlichen Wanderlehrers, Herrn
Nentamtmanns Küh ner von Ehrenfels, im
Bezirke Ellwangen.
Schluß.

Es wäre überhaupt wünschenswerth, daß sich die Bauern sämmt
ich an die landwirthschaftlichen Vereine anschließen würden. Wase
diese thun, das thun sie im Interesse des geehrten Bauernstandes; viele
die kein unmittelbares Interesse an der Sache haben, opfern Zeit und
Muͤhe, um häufig nur Undant zu ernten, denn statt in den Verein ein.
zutreten, feinden die Bauern ihn sogar an und meinen, sie wissen doch
alles besser. Wenn sie es besser wüßten, so wäre dies ja ganz recht.
und geradt deswegen, weil einer es besser zu wissen glaubt, sollte er
in den Verein einsrelen, dami er mit seinem Wissen dem Vereine und
durch diesen dem Ganzen nützen könnte. Das müssen die Bauern
ugestehen, daß durch die landwirthschaftlichen Vereine seit 20 Jahrer
ehr viel zur Hebung der randwirthschaft geschehen ist; vieles win—
—V besser betrieben als früder und üͤberall findet man bessere Geräthe
-„0 viel aber auch bereits gescheben ist sy bleikt immer noch sehr vi⸗

zu thun, eine große Aufgabe haben die landwirthschaftlichen Vereint
—* zu lösen. Darum soll man sie unterstützen, ihnen beitreten, um
so das große Werk gemeinsam der Vollendung enigegenzuführen.
Viel ist noch zu thun, insbesondere auch bezüglich der Weidever—
besserungen und des Obstbaues. Zwar hat der Obstbau im Oberamit
Ellwangen in erfreulicher Weise zugenommen, und gewiß zum Vortheilt
der Leute, denn Most im Sommer ist doch besser als weißes Bier, und
wie gut ist es, wenn man fuͤr die Kinder Obst von den Bäumen und
aus dem Keller holen kann! Obstpflanzungen, wie z. B. die in Röh—
lingen angefangene, aber leider noch nicht vollendete, geben seiner Zeit
einen hübschen Ertrag und verschönern die Gegend. Nur darf man
es nicht beim Satze allein bewendet sein lassen, sondern soll die jun—
—D guten Kronenschnitt
geben.
In allem und jedem, was ihn angeht, muß der Landwirth sich
aufraffen, er muß aus dem alten Schlendrian heraus, der ihn abhält,
auch das längst anerkannte Gute nachzuahmen. Werfen wir unsern
Blick auf die Gewerbe, auf die Industrie, so sehen wir überall Fort—
schrit. Der Bauer muß namentlich Lesen, durch Lesen belehrt er sich
über mancherlei, was ihn und seine Wirthschaft so nahe berlihrt. So—
bald ein Bauer liest, sieht man es alsbald an seiner Wirthschaft, denn
er kann sich dem Guten, das er auf diese Weise erfährt und das sein
Nachdenken anregt, nicht verschließen. Wenn die Bauern lesen, kom⸗
men sie von selbst darauf, das Gelesene zu besprechen, und wenn sie
es recht angehen wollen, so müssen sie bürgerliche Leseabende
gründen. In den langen Winterabenden hat man oft wenig oder gar
nichts zu thun, wie schöͤn wäre es nun, wenn sich die Bauern wöchent—
lich ein⸗ oder zweimal an irgend einem Orte versammelten, urn dies
und jenes zu lesen und das Gelesene zu besprechen. Man onute lesen
über Landwirthschaft, Viehzucht, Obstbau, man könnte sich mit den die
Landwirthschaft betressenden Gesetzen, mit den Hauptmängeln der Thiere,
dem Wechselrecht ꝛc. vertraut machen, lauter Dinge, die der Landwirth
in unserer Zeit nothwendig wissen muß, wenn er nicht mancherlei Scha⸗
den unterworfen sein will.

Ebenso nothwendig wie bürgerliche Leseabende, ja noch weit noth⸗
wendiger sind die landwirthschaftl. Fortbilvungsschulen,
denn in der Jugend muß der gute Grund gelegt werden. Leider hat
die Jugend in unserer Zeit häufig nicht diejenige Richtung, welche zum
Guten führt. Dit Alten beklagen sich selber über die Jugend und fügen
bei, daß es bei ihrem Aufwachsen nicht so gewesen sei. Die der Schule
entwachsene Jugend geht nicht selten bald auf gefährlichen Wegen: sie
trinkt, spielt und übt sich in Ausgelassenheiten und Rohheiten. Wäh—
rend der Vater vielleicht einen Gulden zur Fortbildungsschule zu be⸗
zahlen hätte, verbraucht der Sohn 50 Gulden und noch mehr, und
wie die Jugend es anfängt, so treiben die älteren es fort. Man seht
nur auf das Betragen der Dienstboten, sie trinken, spielen und treiben
allerlei, was nicht sein sollte, Sparsamkeit aber findet man selten. Will
dann der Dienstherr Ordnung, so heißt es alsbald: „Wenn's Dir
nicht gefällt, dann gehe ich.“ Der gute Grund, der in der Volksschult
gelegt worden ist, sollie erhalten und weiter gebildet werden. Die Ju—⸗
gend ist durchaus nicht so unbildsam, wie man meinen kbunte. Frei⸗
lich, wenn man sie sich selber überlaͤßt, läuft sie nicht der Schule nach,
sondern dem Vergnügen, darum ist der junge Mensch mit 20 Jahren
nicht mehr im Stande, die Prüfung zu machen, die er mit 14 Jahren
bestanden hat. Ein gesetzlicher Zwang für den Besuch der Fortbiwungs⸗
schule besteht nicht, allein das Kind gehört dem Vater, und dieser hat
das Recht ihm zu sagen: „Du mußt in die Fortbildungsschule: Was
derartige Vereine und Versammlungen leisten, sieht man am besten an
den Gesangvereinen; diese erziehen wackere, man könnte sagen muster⸗
hafte junge Leute, und ein Gleiches würden die Fortbildungs schulen
eisten, wenn sie überall eingeführt würden. Geistliche und weltliche
Vorsteher, und vor allem die Väter selber, sollten deshalb die Errich⸗
tung von Fortbildungsschulen mit aller Energie betreiben. Möge das.
was vom Herzen kam, wieder zum Herzen dringen!

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