Belanutmachung.
Der Elementarlehrer Peter Roth aus Berschweiler, im Kreise
—R die Sittlichkeit wider
ihn eingeleiteten Untersuchung durch die Flucht entzogen.
Auf Grund eines durch den Koöniglichen Untersuchungsrichter hier
wvider den ꝛc. Roth erlassenen Vorführungsbefehls ersuche ich die resp.
Programm
der drei und dreißigsten General-Versammlung des landwirthschaft—
lichen Vereins für Nheinpreußen zu Aachen
»om 11. bis inel. 14. September 1864.
Fortsetzung)
V. Berathungsgegenstände ).
a. Fuͤr die Vorstands⸗Sitzung
im Sitzungs-Saale der Gemeinde-Verordneten am Sonntag, 3 Uhr
Nachmittags Festsetzung der Tagesordnung und Abschluß des Etats
pro 1865 5.
B. Fär die allgemeinen Sitzzungen.
1) Vortrag des Herrn Prof. Kaufmann über den Beruf und die
Pflicht der Regierung, die Fortschritte der Landwirthschaft durch
ausreichende Mittel zu unterstützen.
Nothwendigkeit und Ausführbarkeit der Reform der Lehrerseminare
zum Zwede einer weitergehenden Vorbereitung der Elementar⸗
lehrer für die der Jugend unentbehrlich gewordene gründlichere
Unterweisung in der Naturkunde in ihrer speziellen Beziehung
zur Landwirthschaft und zum Gewerbe (Technik)? — Anträge
hierüber. —
Ueber die zwedmäßigste Gewinnung und Nutzbarmachung des
Inhalis der städtischen Latrinen für die Landwirthschaft und die
Bildung desfallsiger Genossenschaften.
Welche Fortschritte hat seit vorigem Jahre die Drillkultur in der
Rheinprovinz gemacht? Was ist zu thun, um ihr Fortschreiten
zu beschleunigen? Referent: Herr Eisbein.
5) Trennung des Kreises Mettmann von der Loc.⸗Abth. Düsseldors
und Bildung einer eigenen Loc.⸗Abth. Mettmann.
C. Fuͤr die Sectionen.
J. Section Ackerbau.
1) Welche Erfahrungen sind bezüglich der Einführung neuer Getreide
varie täten, insbesondere des Weizens gemacht worden?
Welche Erfolge sind vom Bakerguano in den rheinischen Wirth
schaften erzielt worden?
Welche neue Ackerwerkzeuge sind in den letzten Jahren eingeführ
worden, und mit welchem Erfolge?
II. Section Handelsgewächsbau.
H) Uever den Stand des Hopfenbaues in der Rheinprovinz und die
Mittel zu seiner Hebung, insbesondere durch Genossenschaften.
Ueber den Staud des Flachsbaues in der Rheinprovinz. — Wäre
dieser Culturzweig dermalen nicht auszudehnen, eventuell auf welcht
Weise könnte dies am besten geschehen? Rentabilität des Flachs
baues und seine Bedeutung für die Aufzucht der Kälber. Ref.
Dr. Krämer.
III. Section Viehzucht.
1) Wie ist es zu machen, daß die Rindviehhaltung kein nothwendi⸗
ges Uebel der Landwirthschaft bleibe, vielmehr einen enisprechen⸗
den Gewinn abwerfe, der im Verhältnisse steht zu den darauf
verwendeten Anlage- und Betriebskosten. der bedeutenden Mühe
und dem großen Risico?
Welche Grundsätze sind für unsere Viehausstellungen maßgebend
und nach welchem Modus soll bei der Auswahl der zu prämii⸗
renden Thiere verfahren werden?
I Ist zur Hebung der rheinischen Vie hzucht (Rindvieh⸗ Schaf⸗ und
Schweinezucht) die Einführung ausländischer Zuchtthiere erfor
v ) Schriftliche Wittheilungen an den betreffenden Sections: Dircetor oder an da
—— —— ũber ein lne Fragen werden von denjenigen Interessenten, wel
?GOneral⸗Versammlung beizuwohnen verhindert sind, willkommen dein
Der Enwwurf zum Seat in derfelbe wie im vorigen NRake
N
Behörden, auf den genannten Beschuldigten zu vigiliren, ihn im
Betretungsfalle zu verhaften und mir vorführen zu lassen.
Saarbrücken, den 30. Juni 1864.
Der Königliche Oberprokurator, v. Ammon.
Signalement des ꝛc. Roth: Alter 34 — 35 Jahre, Größe 5
753 Stirn hoch und gewolbt, Augen grau, Nase spitz und lang
Mund klein, Kinn spitz, Gesicht länglich und schmal, Gesichtsfarbe ge
68 Gestalt schlank.
derlich, oder können wir alle Zwecke der Zucht in vollständig
genügender Weise durch unsere einhe imischen Viehschläge erreichen
IV. Section Pferdezucht.
1) Mittheilung des Erfolgs der Verhandlungen über die zweckdien⸗
lichen Mittel und Wege, in der Lokal-Abtheilung die Bildung
der Pferdezucht-Vereine zu befördern, sowie über die anderweit
zweckdienlichen Mittel und Wege, die Pferdezucht in der Provinz
in ausgedehnter sachgemäßer Weise zu fördern.
Soll unsere Hengst-Kör-Ordnung geändert und das bewährte
französische System angenommen werden, nach welchem keine
Königlichen Landbeschäler aufgestellt, sondern die vorzüglichsten
Privathengste angekört, prämiirt resp. subyentionirt werden, so—
bald durch ihre Fohlen der Beweis ihrer vorzüglichen Nachkom—
menschaft geliefert ist? (Antrag der Lokal-Abtheilung Aachen.)
Antrag der Lokal-Abth. Crefeld auf Austausch von Berichten zwi—
schen den einzelnen Lokal-Abtheilungen über die auf den resp
Königlichen Beschälstationen mit den dort aufgestellten Hengsten
erzielten Resultate unter näherer Bezeichnung a) der lokal verfolg
ten Züchtungsprinzipien; b) der zu diesem Zweck aufgestellten
Beschäler und zwar sowohl der Königl. als der Privat-Beschäler
c) des benutzten Stutenmaterials, nebst Angabe der etwaigen
Bezugsquellen; d) der erzielten Resultate in Beziehung auf
Quantität und Qualität;
Motive: Der vielfach noch herrschende Mangel an konsequen—
ter Verfolgung rationeller, den lokalen Bedürfnissen entsprechen⸗
der Zuͤchtungsprinzipien; ungenügende Kenntniß der Züchter über
die betreffenden Königl. Beschäler; eine baldige vollständige Ein—
und Uebersicht über diese wichtige Branche der Vereinsbestrebun—
gen zu gewinnen und dem entsprechend die geeigneten Schritte
zur Förderung derselben thun zu können.
V. Section Wiesenbau und Drainage.
1) Wodurch ist auf drainirten Wiesen das Verstopfen der Röhren
wegen Einwuchs gewisser Pflanzen, sowie überhaupt das Ver
schlammen und Versanden der Röhren auf immer zu beseitigen:
(Referent: Ingenieur Horn in Aachen.)
Welches Verfahren hat der Techniker anzuwenden, wenn er bei
einer anzulegenden Drainage Quellen abzufangen und mit ab—
zuleiten hat, ohne dadurch seiner Anlage durch Mehrzufluß und
Auswurf von Sand u. s. w. Seitens der Quellen zu schaden?
(Ref.: Derselbe.)
Wie muß eine bewässerte Wiese drainirt werden, um das Riesel—
wasser nicht sofort durch die Drains verschlingen oder entweichen
sondern durch längeres Verbleiben den gewünschten Erfolg brin
gen zu lassen? (Ref.: Derselbe.)
Nach welchen Prinzipien werden bei Drainagen die Rohrenwe;
ten bestimmt? (Ref.: Wiesenbaumeister Petry.)
Wie soll man bewässern, und welchen Werth bietet der regelrechte
Vollzug desselben dem Wiesenbesitzer? (Ref.: Derselbe.)
Sind die Gesetze über Wiesenbau und Drainage den Bedürf—
nissen entsprechend, wenn nicht, welche Zusätze oder Abänderun—
gen wären zu beantragen? (Ref.: Derselbe)
Welches sind die Hauptfehler, welche in der Behandlung der
Wiesen so häufig begangen werden? (Ref.: Direktor Sons.)
Ist es rathsam, die Wiesen periodisch zu verjüngen, und welcht
Methode hat sich am besten bewährt? GRef.: Derselbe.)
(Fortsetzung folgt.)