Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

2. Sectivn Viehzucht.
A. Rindvieh.
Die Prämien für Rindvieh sind so weit thunlich auf 3 Racen zu
zertheilen: a) holländische oder Niederungs⸗Racen, b) Höhen⸗Racen.
) Durchkreuzungen und ausländische Racen. 9
Vertheilt werden 2 silberne und 4 bronzene Medaillen und ar
Beld:
1) für Stiere bis .......· ........ 100 Thlr
2) für Kühe bis.... ....... . 100
3) fuͤt Rinder und sonstiges Jungvieh bis ....... 508,
B. Für Schafe ....... 20 Thlr. Iu si
silberne
. Für Schweine ..... 80
— 2 Bronze Medaillen.

3. Section Ackerbau.
1) Für Maschinen, Acker- und Handgeräthe: 3 silberne, 6 bronzent
Medaillen;
2) für Produkte: 3 silberne, 5 bronzene Medaillen und Utensilier
im Werthe von 15 Thalern;
3) für Probe⸗Pflügen: in Geld oder Geldeswerth 20 Thaler.
a4. Section Handelsgewächsbau.
i) Für Einführung neuer für die Rheinprovinz wichtiger Handels
Pflanzen: 1 silberne Medaille; I
2) für die besten ausgestellten Produkte: 2 bronzene Medaillen und
an Geld oder Geldwerth 12 Thaler.

5. Section Garten- und Obstbau.
6 silberne, 6 bronzene Medaillen und 60 Thaler in Geld oder
Geldeswerth für die besten Leistungen, für die reichsten und schönster
Ausstellungen an Obst, Gemüsen und Blumen.

6. Section Seidenzucht.
1 silberne und 2 bronzene Medaillen und 15 Thlr. in Geld odern
Heldeswerth für Cocons, gehaspelte Seide, Maulbeerpflanzen und
Spinnhütten.

7. Section Bienenzucht.
1 silberne, 2 Bronze-Medaillen und 15 Thlr. in Geld oder Gel
eswerth:
) für Verfertiger und Verkäufer von Bienenwohnungen, welche sich
durch Zweckmäßigkeit und billige, auch für die Zukunft feststehende
Preise auszeichnen;
2) für die beste Sammlung von Honigsorten, welche bei verschiede
nen Bienenweiden rein und unvermischt gewonnen worden sind
3) für die hervorragendsten Ausstellungs-Gegenstände an Bienenzucht
Geräthen und an gewonnenem Wachs.

8. Section Fischzucht.
1 silberne, 2 Bronze-Medaillen und 10 Thlr. in Geld oder Gel
eswerth fuͤr die gelungensten Leistungen in der künstlichen Fischzuch
oder für die besten Ausstellungs-Gegenstände

2) an Stuten mit ihren 3–8! 2jährigen Fohlen eigener Zucht, wobei die Haltung
und Entwidclung des Fohlens viel stärker als bei der ersten Kategorie her
vortritt;
3) an 5— biährige selbstgezogene Stuten mit ihren ersten Fohlen eigener Zucht.
Dabei sind jedoch unter allen Umständen folgende Punkte in Betracht zr
nehmen:
a) die Beschaffenheit des Foblens bedingt vorzugkweise den Prämienanspruch
der Stute;
d) der bei Zu erken nung des Preises anzulegende Maaßstab ist nur ein rela—
tiver und muͤssen hiernach die besten der vorgestelllen Stüten resp. deren
Fohlen berüchsichtigt und die ausgefetzten Preise möglichst zur Vertheiluns
gebracht werden.
) sollte eine Stute vor dem Schautermine erkrankt oder mit Tode abge⸗
gangen sein und nur ihr Foblen gestellt werden können, dies jedoch den
zu machenden Anspruche vollstäͤndig genuͤgen, so kann der Eigenthüme
ausnahmsweise die Prämie, welche wahricheinlich seiner Stut⸗ zuerkann
worden fein würde ⸗haste⸗

9. Section Technil.
Für Fabrifate der landwirthschaftlichen Technik 2 silberne, 2 Bronze
Medaillen.
10. Section Wiesenbau und Drainage.
1 silberne, 2 Bronze⸗Medaillen und 80 Thlr. in Geld oder Gel
deswerth.

(Fortsetzung folgt.)

Salmiak, als Mittel ein Feuer zu löschen.
In Nantes hat man in einem mit brennbaren Flüssigkeiten ange—
üllten Keller ein Feuer gelöscht, indem man durch das Kellerloch einen
Eimer Salmiak hineinschüttete. 60 bis 70 Liters (à “ Preuß. Quart
Benzin, die sich in einer Tonne befanden, hatten sich entzündet unt
in dem Keller eines Droguisten verbreitet. Man versuchte das Feuer
mit Hülfe von Wasser zu löschen und indem man die Kellerlöcher mit
nasser Wäsche verstopfte, um den Zutritt der Luft abzuschneiden. Da
aber Wasser auf brennendes Benzin keine Wirkung übt, so wurde der
Brand immer heftiger und der gewölbte Keller verbreitete eine solche
Hitze, daß sie die Fuße auf dem Fußboden über dem Keller und bis
an die Schwelle des Magazins hin fühlten. Es war ein großes Un⸗
glück zu befürchten, als ein in der Nähe wohnender Apotheker den
glücklichen Einfall hatte, einen Eimer voll Salmiak in den Keller schüt
ten zu lassen. Die Flamme erlosch hierauf wie durch einen Zauber—
schlag. Die Kellerlöcher wurden dann mit Mist verstopft; der Anfüh—
rer der Pompiers ließ pon Zeit zu Zeit nach etwas Salmiak in den
Keller schütten und kurzer Zeit war jeder Schein von Gefahr ver—
schwunden. Jedermann zog sich über die Folgen dieses Unglücks be—
ruhigt zurück. Als man am folgenden Morgen in den Keller drang,
um zu sehen, welcher Schaden angerichtet sei, fand man die Tonnen
welche das Benzin enthalten hatten, umgestürzt und leer.
Das Journal „Pharo de la Loire“ fügt hinzu: Es ist unseres
Wissens das erstemal, daß man sich des Salmiaks zum Auslöschen
eines Feuers bedient hat, das durch Benzin oder Petroleum, welches
so allgemein verbreitet ist und benutzt wird, entstanden war. Die
Erfahrung hat bewiesen, daß man jedesmal, wenn das Feuer in einem
geschlossenen Raume sich erzeugt, mit Erfolg davon Gebrauch machen
kann.

Ursache des Nichtgedeihens des Weistkohls und
Abhülfe.
Auch im letzten Jahre sind viele Klagen darüber laut geworden,
daß der Weißkohl (Kopfkohl, Kraut) nicht gerathen sei, weil er theils
in der Erde an der Wurzel von Würmern zerfressen, theils von Blatt—
läusen befallen wurde, oder noch an anderen Calamitäten zu leiden
hatte. Nachstehende von einem tüchtigen Praktiker, dem „Prakt. Wochenbl.,
die Cultur dieses jedenfalls sehr schätzenswerthen Gewächses betreffen—
den zugegangenen Winke dürften daher nicht unwillkommen sein:
1) Es ist zu rathen, nicht frisch und nicht kurz vor dem Pflanzen
zu düngen, sondern im Herbste vorher, denn in trockenen Sonmern
erhitzt der frische Mist den Boden zu sehr, die Wurzeln der Pflanzen
und damit diese selbst, leiden; auch ziehen sich mehr Insekten in den
frischen, faulenden Mist, welche die Wurzeln des Krautes angreifen
und Krankheiten an der Pflanze verursachen.
2) Der Schweinemist ist als der wirksamste aum Weißkohl befunden
worden.
3) In die Stufen, welche zum Verpflanzen 2 Fuß weit voneinan—
der gemacht werden, werfe man etwas Gyps, welcher ungemein trei—
bend auf den Weißkohl wirkt.
4) Die Setzlinge werden vor der Verpflanzung mit der unteren
Hälfte 2 bis 3 Stunden in einen Kübel gesetzt, worin sich ein aus
Hühnermist in Wasser angerührter Brei befindet. In diesem Kübel
verden die Pflanzen auf's Feld getragen und beim Setzen streut man
Joch etwas Gyps oder Asche um die Pflanze
            
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