ꝛbenfalls nur in geringen Mengen vorhanden, welche zwischen 2 und
Oo/ wechseln. Sie sind als solche nicht Nährstoffe der Pflanzen, sie
wirken jedoch eine wesentliche Verbesserung der physikalischen Eigen⸗
haften des Bodens. Sie sind aber auch veränderlich, und zwar zer
allen sie unter der Wirkung genügender Mengen von Sauerstoff in
kohlensäure, Ammon und Wasser, und diese Stoffe sind Pflanzennähr⸗
woffe; es wirken dieselben jedoch wesentlich im Boden zugleich dadurch,
»aß sie die Bedingungen herstellen, unter welchen die mineralischen
pflanzennährstoffe des Bodens für die Diffusion befähigt werden, wäh—
rend sie zum Zweck der Ernährung der Pflanze der letzteren auch durch
die Luft bereits in großen Mengen geboten werden. Die Zersetzung des
dumus, also das Verschwinden desselben aus dem Boden ist nicht, wie
dies mit den mineralischen Pfanzennährstoffen der Fall ist, von der
pflanzenproduction abhängig, sondern es geht dasselbe fortwährend vor
ich, und zwar in dem einen Jahre und in dem einen Boden mehr,
m' bem andern Jahr und in dem andern Boden weniger.
Der Landwirth hat also in Betreff des Humus dafür zu sorgen,
baß dieser fortwährend in einer solchen Menge im Boden vorhanden ist,
daß die physikalischen Verhältnisse der Letzteren möglichst günstig gestaltet
verden, und er hat ferner dafür zu sorgen, daß die Verwesung des Hu—
mus unaufhörlich und normal vor sich gehen kann, damit dieser eine
aie versiegende Quelle von Kohlensäure und Ammon bildet, welche beide,
die chemischen Prozesse im Boden (die Difsusionsfähigkeit der Nährstoffe
p beeinflussen, wie sie für eine rentable Pflanzenproduction erforderlich sind
Bei Betrachtung dieser an sich nicht sehr verwickelten Verhältnisst
ann der Landwirth in der That kaum mehr in Zweifel sein, welche
Düngemittel er neben dem Stallmiste zu wählen hat, wenn er die Aschen—
hestandtheile der verschiedenen Pflanzen und die Zusammensetzung, so—
wie die Eigenschaften der verschiedenen Düngemittel mit zu Hülfe nimmt.
Der Landwirth hat gegen seinen Boden in Betreff der Düngung des—
elben die Verpflichtung, ihn immer wieder von Neuem mit mineralischen
Oflanzennährstoffen zu bereichern, den Humusbestand in einer Weise zu
eben, oder resp. zu bewahren, wie es im Interesse der physikalischen
kigenschaften liegt, d. h. immer wieder von Neuem die möglichst gün—
tigsten physikalischen Verhältnisse des Bodens herzustellen, — und
endlich dafür zu sorgen, daß der Humus in einer fortwährenden voll—
dändigen Verwesung sich befindet, d. h. daß die chemischen Verhältnisse
des Bodens unaufhörlich günstig beeinflußt werden.
(Schluß folgt.)
Neue Art von Hufeisen für Pferde.
Herr Lehrschmied Fe. Mavyer an der K. Thierarzneischule, dessen
nteressante Sammlungen von Hufbeschlägen für Pferde und Hornvieh
zen Besuchern des Musterlagers wohl bekannt sind, hat eine neue Art
jon Hufeisen für Pferde erfunden, die ohne Stollen dem Fuße des
dferdes doch dieselbe Sicherheit geben, wie Eisen mit Stollen. Er
jeht von der Ansicht aus, daß der Fuß des Pferdes beim Gehen sich
n einer viel naturgemäßeren Lage befindet, wenn das Hufeisen keine
Stollen hat. Dem dagegen erhobenen Einwande, daß dadurch die
Sicherheit des Gehens erleichtert werde, begegnet er dadurch, daß er
iie Eisen aus einem eigends hiefür gefertigten, von Wasseralfingen zu
cziehenden Faconeisen herstellt. Durch die längs dem ganzen Eisen
inlaufende Rinne entstehen an der untern Fläche desselben ringförmige
irhöhungen, die sich in die Straße einarbeiten und ein Gleiten des
dufes eben so gut verhindern, wie Stollen. Diese Eisen empfehlen
ich als Vorderhufeisen für mittlere und leichte Pferde, welche zu
bndwirthdiensten oder zum Gebrauch des schnellen Fahrens gebrauch
serden, ferner für Reitpferde, endlich besonders auch für junge Pferde,
delche in den Dienst genommen werden, weil dadurch die Hufe in ihrer
uten Form erbalten und Kronentritte vermindert werden.
IJ Herr Mayer hat dem K. Musterlager Exemplare dieser neuen
)ufeisen etngeschickt, wo dieselben eingesehen werden können. (Gew.Bl.)
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Einiges über die Ueberwinterung der Georginen.
Aeltere Knollen werden gewöhnlich in Kellergewölben überwintert.
ͤolche Räume müssen aber vollständig frostfrei und dann auch trocken
in; denn in feuchten, dumpfen Räumen fangen die Knollen bald zu
bimmeln an und verfaulen. Sicherer ist freilich ein Gewächshaus,
orausgesetzt, daß dasselbe gleichfalls wocken und nicht zu warm ist'
dier hat man die Knollen immer vor Augen und kann den etwa sich
ildenden Schimmel durch Abwischen mit einem Lappen rechtzeitig ent—
fernen. Wem aber ein Gewächshaus oder ein Keller nicht zur Ver—⸗
fügung steht, der kann seine Pfleglinge auch ganz gut in einem frost—
freien Zimmer, das nöthigenfalls zu heizen ist, unterbringen. Man
»elegt den Boden mit Brettern oder noch besser mit Steindachpappe
ind stellt darauf die Knollen, die jedoch vorher gut abgetrocknet sein
nüssen. Eine solche Unterlage ist nothwendig zur Schonung des Zim—
nerbodens, weil später, gewöhnlich von Mitte Februar an, die Knollen
zurch öfteres Bespritzen oder Ueberbrausen vor Einschrumpfen bewahrt
und zum Keimen vorbereitet werden muüssen.
Eine andere Aufbewahrungsart ist diese, daß man die vorher gut
abgetrockneten Georginenknollen schichtenweise in Kisten packt, deren
Boden man mit Sägespänen oder Heckerling belegt hat und womit
nan auch die Kisten vollständig an- und ausfüllt, so daß weder Luft
ioch Feuchtigkeit eindringen können. Man kann sie auch im Freien
iberwintern, nämlich in Gruben, die nach Sieckmann 3 bis 4 Ellen
ief gegraben und durchaus nicht durch Wasser gefährdet sind.
Kleine, unvollständige Georginenknollen, die wegen zu später Aus⸗
aat oder wegen ungünstiger Witterung nicht geblüht, werden mit mög—
ichster Schonung ausgegraben, an der Luft gut abgetrocknet, die Stengel
bis auf 3 oder 4 Zoll abgeschnitten, die Nummerhölzer daran befestigt
und dann in Kisten, die mehr flach als tief sind, mit ausgebreiteten
Wurzeln neben einander gestellt und mit zur Hälfte gesicbter Garten—
erde, einen Theil Fluß- oder Händesand und einen Theil Kohlenstaub,
die man gut untereinander mengt, so bedeckt, daß nur die Stengel
hervorragen. Diese Kisten bringt man in ein frostfreies Zimmer und
äßt sie den Winter hindurch ganz trocken stehen. Mitte Februar oder
Anfang März werden sie etwas überbraust und später mit lauem Was—
ser etwas begossen. Sobald sich die Triebe zeigen, werden sie mehr
m's Licht gebracht und etwa Mitte Mai in den Garten verpflanzt.
Technische Notizen.
Um die Wolle aus gemischten Stoffen wieder zu ge—
vinnen, die neben Wolle Baumwolle oder ein anderes vegetabilisches
Material enthalten, werden sie nach dem Engl. Patent von Rowley
mit verdünnter Säure, namentlich Schwefelsäure, behandelt, deren Stärke
ich nach der Beschaffenheit der Stoffe richtet, dann in einem rotiren—
den Cylinder von Drahtgaze oder durchlöchertem Bleche mittelst eines
durchgeleiteten heißen Luftstromes getrocknet und in Kästen in Sand
eingebettet, der vorher von allen metallischen Bestandtheilen gereinigt
st. In diesem heißen Sande bleiben die Stoffe je nach ihrer Be—
chaffenheit kürzere oder längere Zeit und werden dann von diesem
mittelst rotirender Siebe getrennt. Durch diese Behandlung sollen die
Baumwolle und andere vegetabilischen Substanzen so angegriffen werden,
daß sie von der Wolle, mit der sie verbunden find, leicht getrennt wer—⸗
hen können, da letztere bei dem Proceß angeblich ganz unverändert bleibt.
Hemmschuhe werden neuerdings in England sehr zweckmäßig
nus Schmiede- und Gußeisen zusammengesetzt. Der obere Theil, in
den das Rad eiugeschoben wird, ist schmiedeeisern und enthält den Haken
zum Einhängen der Hemmkette. Der untere Theil, der auf der Straße
zleitet, ist 112“ dick, 8 — 9“ lang und besteht aus hartem Gußeisen;
er wird mit dem Obertheile durch 2 starke Bolzen verbunden und kann.
wenn er abgenutzt ist, leicht erneuert werden.
Holzpapier bereitet Vandevivére nach einem Belg. Patent
us Tannennadeln, die zunächst zur Entfernung aller fremden Stoffe
gereinigt, dann mit reinem Wasser kürzere oder längere Zeit, je nachdem
sie mehr oder weniger hart und harzig sind, gekocht werden. Sind die
Nadeln genügend weich, so werden sie gestampft und auf einer eigen—
hümlich construirten Mühle unter hinreichendem Wasserzutritte gemah—
en, wobei sich rasch eine Art Teig bildet, der mit Wasser ausgewaschen
vird, bis nur noch die holzigen Theile zurückbleiben und nach den bei
der Papierfabrikation üblichen Methoden vollständig entfärbt wird. Das
so erhaltene Product soll ein ausgezeichnetes Papier geben.