Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Bei der warmen Theilnahme, die von den dortigen Behörden für
das Unternehmen an den Tag gelegt worden, darf man auch noch, se
wie die Stiftung erst in's Leben getreten ist, auf verschiedene ander—
Vergünstigungen, wie z. B. Erlaß der Kurtare u. s. w., rechnen.
Als Beitrag zur ersten Begründung der Stiftung sind bereits vor
Sr. Majestät dem König allergnädigst 1000 Thlr. in Aussicht gestellt
Außerdem hat die Verwaltungsbehörde des evangelischen Bethauses
einen bedeutenden Beitrag für die Folge zugesagt. Auch ist aus ver—
schiedenen Gegenden Deutschlands Hoffnung zur Unkerzeichnung zu
Stellen von 250 — 300 Thlr. gegeben. Ferner sind aus dem Ertrag
des zu diesem Zwecke von Fräulein Elfriede von Mühlenfels her
ausgegebenen Marienbader Gedenkbuches 1000 fl. eingegangen. Frar
Doctorin Abel aus Wildenstein, in der Oberpfalz, machte ein hoch
herziges Geschenk von 500 fl., wie auch der Herr Major Graf von
Hacke in Potsdam 85 Thaler dafür gesammelt hat, und sind dies
Beträge, wie auch eine aus den Sammlungen des evangelischen Bet
hauses entnommene Summe zum Ankauf der Baustelle bereits mit ver
wandt.

Nicht minder kann aber das Unternehmen auf den ferneren ge
wichtigen Beistand des Herrn Landraths von Kröcher auf Vinzel
berg, bei Stendal, als Koönigl. Preuß. Commissarius für die Verwal
inng des Bethauses, rechnen, von dem bereits 1863 der Ankauf de⸗
Baustelle zu benanntem Zweck gemacht ward.
Indeß beduͤrfen wir noch allseitiger reichlicher Gaben, wenn wi—
diese segensreiche Stiftung in's Leben rufen wollen, in der auch ein—
verhältnißmäßige Anzahl Kranker, aus den verschiedenen deutscher
Bundesstaaten, Aufnahme finden, wenn von dort aus das Zu
standekommen des Unternehmens durch Mitwirkung gefördert ist. Ver
zwauensvoll wendeu wir uns daher an alle edle Menschenfreunde, ins
besondere aber an alle diejenigen, die jemals in Marienbad Kräftigung
und Wiederherstellung fanden, mit der Bitte, uns zu unserem Vorha
ben freundlich Beistand zu gewähren, damit das Unternehmen rasch
vorwärts schreitet und insbesondere der Bau des Hauses noch im
Laufe dieses Sommers kann in Angriff genommen werden.
Auch an die geehrten Königlichen und Communalbehörden, Cor—
porationen, Eisenbahn⸗ und Fabrikverwaltungen richten wir die Bitte
uns durch zu gewährende Mittel bei Ausführung unseres Unternehmene
gütigst unterstützen zu wollen, und rechnen um so gewisser auf deren
wohlwollendes Entgegenkommen, als die verehrlichen Behörden, Com
munen, Corporationen und Verwaltungen durch ihre Beiträge sich das
Anrecht auf eine verhältnißmäßige Benutzung des Krankenpensionate
für ihre Beamten und Angehörigen fichern würden. Die Kosten des
Baues und der Einrichtung würden etwa dahin zu stehen kommen, daß
derijenige, der die Summe von 250 -300 Thalern fün
diesen Zweck sammelt oder schenkt, auf ewige Zeiten,
alljährlich, unter den nachträglich noch festzustellender
Modalitäten, über ein eingertchtetes Zimmer zur Be—
nutzung eines Kranken auf vier Wochen in der Kurzei
verfügen kann, und böte gerade dieses Verhäitniß den geehrten
Behörden und Berwaltungen die geeignete Gelegenheit, die Vorsorg
für ihre Untergebenen nicht blos in der Gegenwart, sondern auch fün
spätere Jahre hin auszuüben.

Se. Majestät der König haben geruht, der von uns beabsichtigten
Stiftung zu gestatten, daß sie, zur Erinnerung an den Hochseligen Kö—
nig Friedrich Wilhelm IV., der selbst mehrere Male an der Heilquellt
Marienbads Erholung suchte und fand, den Namen „Friedrich
Wilhelm-Stiftung“ führen dürfe. Möge demnach jeder, der un—
ser Unternehmen unterstützt, das Bewußtsein in sich tragen, daß er nich—
blos zur Begründung eines ächt christlichen, für gecignete, den gebilde
ten Ständen angehoörige Kranke, auf immerwährende Zeiten bestimm
ten Instituis das Seine gethan, sondern daß er auch zugleich das An—
denlen eines hochherzigen Königs, an dieser von ihm wiederholt und
gern besuchten Stelle, ehren helfe.

Zur Empfangnahme der Beiträge haben sich der Herr Geheim
Commerzienraih A. Mendels sohn, Jägerstraße 51, der Banauie
— 9 70— — — — —E— ——— —VVD

Helft, Unter den Linden 52, bereit erklärt, und wird die kleinste
dankbar empfangen und darüber öffentlich Rechenschaft abgelegt we—
auch sind bei Letzterem Programme vorräthig und zu erhalten.
dem unterzeichneten Mitgliede des Gründungs-Comités, Baurathe(
tian, Ziegelstraße 8, ist der Plan des Kranken-Pensionats einzu
sowie derselbe jederzeit bereit sein wird, jede genauere Auskunft
diese Angelegenheit zu geben.
Berlin, den 10. März 1864.
Berathender Vorstand für Berlin:
Dr. v. Arnim, Geh. Sanitätsarzt und Leibarzt. Landräthin v
renfels-Warnow. v. Blächer, Major a. D. C. Cant
Baurath und Stadtältester. Gustav Jürst, Commerzienrath und
brikbesitze. Krausnick, Wirkl. Geh. Ober-Regierungsrath u.O
Buͤrgermeister a. D. Baronin v. Lauer. Elfriede v. Mühlen
v. Oppen, General⸗Major a. D.
Außerdem haben nachfolgende Personen ihre Theilnahme den
Unternehmen zugesagt:
v. Alvensleben, General-Lieutenant und Commandant. Be—
C., Prof. und Historienmaler. Bock, Kunsthändler. Dr. Com
Prediger. Däge, E., Professor bei der Akademie der Künste. De
Justizrath. Dr. Ehrenberg, Geh. Medicinalrath. Gäbler,“
Admiralitätsrath a. D. Hedemann, Bürgermeister. Hering
neral⸗Lieutenant. Höpner, Geh. Ober-Tribunalsrath. Dr. H
mann, General-Superintendent. v. Kessel, Major z. Dispoß
Kiß, Professor und Bildhauer. Krech, Professor und Director
Friedrichs-Gymnasium. Lehnert, Unter-Staats⸗-Secretair. M
kopf, Oberst a. D. Mühlensiefen, Prediger. Dr. Pertz,
Regierungsrath und Ober-Bibliothekar. Prätorius, E., Con
zienrath. Dr. Ranke, Director bem Friedrich-Wilhelms⸗Gymn⸗
Remy, Prof. u. Historienmaler. v. Roon, Kriegsminister. Sch
der, J., Prof. und Historienmaler. Graf Sedlnizky, Wirh
Rath; Seydel, Ober-Bürgermeister. Dr. Snethlage, Ober—
prediger. Dr. Sommer, A. Sonnenschmidt, Ober⸗Tribunab
Stahn, Consistorialrath. Dr. Strauß, Rechtsanwalt und
Justizrath. Dr. Sydow, Prediger. Winckelmann, Buch
Zahn, Professor und Mitalied der Akademie zu Neapel

Personenposten.
Abgang von Saarbrücken-Bahnhof:
nach Hanweiler (Saargemünd).
nach St. Ingbert.

8 Uhr 20 Min.
5 25
.... 8,30,
5 80,
nach Lebach per Heusweiler.. 5, 25,
und außerdem
nach Heusweiler....7
von St. Johann. 7

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9

Ne

Bekanntmachung.
Durch die im Herbste d. J. stattfindende Verstärkung der lh
offizierschulen zu Potsdam und Jülich koönnen noch jn
Leute im Alter von 17 bis 19 Jahren in dieselbe
gestellt werden. Die Schulen haben den Zweck, Unteroffiziere
Infanterie des stehenden Heeres auszubilden. Bewerbungslusti⸗
diesseitigen Kreises wollen sich dieserhalb mit dem Unterzeichne
welcher im Besitz der Annahmebedingungen und gern bereit i⸗
Auskunft zu ertheilen — in Verbindung setzen.
Die Anmeldungen können bis zum 1. September d. J. ers
Schließlich wird bemerkt, daß die hier in der Provinz g
Leute die Aussicht haben, bei guter Fuhrung, wenn irgendem
den Rheinischen resp. Westphälischen Truppentheilen überwiesen
den. Saarbrücken, den 8. April 1864.

Fotzke.

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