Die Wiederholungsprüfung der Lehrerinnen am Mittwoch und
Donnerstag den 13. und 14. April.
Alle Interessenten haben sich am Tage vor ihrer Prüfung Nach
nitiags gegen 5 Uhr, bei dem Mitgliede der Prüfungs-Commission,
hderrn Lehrer Kettenhofen zu St. Gervasius in Trier, zu melden.
Die ad 1. und 2. Aufgeführten haben uns ihre Zeugnisse, falls
es nicht schon geschehen ist, sofort einzureichen. Hinsichtlich der Voll
zändigkelt der Zeugnisse verweisen wir auf unsere Bekanntmachungen,
nämlich:
a. der Examinanden ad 1. vom 1. März 1843 1. 53316 (Amtsblatt
Seite 793.
b. desgl. ad 2. vom 21. Mai 1852 J. 1445 8. 5. (Amtsbl. S. 177).
Die ad 3. und 4. zu Wiederholungs-Prüfungen erschei⸗
nenden Lehrer und Lehrerinnen haben nur Zeugnisse der Herren Schul—
Inspectoren über ihre bisherige sittliche Fuhrung und ihre Amtsthätig—
teit und Leistungen mitzubringen.
Die Gesundheits-Zeugnisse der ad 1. und 2. Genannten müssen
einer Verfügung des Königl. Provinzial-Schul-⸗Collegiums vom 24.
November 1858 zufolge von den betreffenden Kreisphysikern auf
Brund persönlichen Erscheinens vor denselben in dem Jahre, in
velchem sich die Nachsuchenden zur Prüfung anmelden, ausgestellt sein,
ind aber stempelfrei.
Um der Unvollständigkeit der einzureichenden Atteste vorzubeugen,
vollen die Herren Schul-Inspectoren die Examinanden ihres Bezirks
noch besonders auf die betreffenden Vorschriften mit der Hinweisung
nufmerksam machen, daß sie sich im Falle der Nichtbeachtung derselben
die jedenfalls nachfolgende Zurückweisung selbst zuzuschreiben haben
würden.
Die Prüfung der Aspiranten für die Aufnahme in das katho⸗
lische Schullehrer⸗Seminar zu Brühl wird nicht mehr, wie bisher, in
ß.
der Woche nach Ostern, sondern von jetzt ab im Monate Septem—
ber abgehalten, und werden die einzelnen Tage, während welcher die
Prüfung abgehalten werden wird, späterhin durch's Amtsblatt zur all—
gemeinen Kenniniß gebracht werden.
Trier, den 27. Januar 1864.
Königl. Regierung.
Im Verfolg unserer Verfügung vom 12. Oktober v. J. Nr. 6170
J. S. 2, benachrichtigen wir das Königliche Landraths-Amt, daß uns
von dem Vorstand der evangelischen Heil-Erziehungs- und Pflege—
Anstalt für blödfinnige Kinder Rheinlands und Westphalens nach⸗
tehende Personen als Deputirte zur Abhaltung der Haus-Collecte ber
den evangelischen Glaubensgenossen unseres Bezirks zum Zwecke der
Errichtung eines Anbaues an der fraglichen Anstalt zu Münster-Glad—
hach bezeichnet worden sind:
1. Mathias Schmitz aus Odenkirchen,
2. Wilhelm Heinrich aus Elberfeld,
3. Conrad Zumbruch aus Bickerath.
Trier, den 4. Februar 1864.
Konigliche Regierung, Abtheilung des Innern
v. Gärtner.
An
sämmtliche Koͤnigl. Landraths-Aemter
des Bezirks.
l. 1096 8, II,
Abdruck vorstehender Verfügung erhalten die Herrn Bürgermeiste
und Ortsvorstände zur gef. Kenntnißnahme und Beachtung.
Saarbrücken, den 10. Februar 1804.
Der Königl. Landrath.
v. Gaäͤrfner.
* * e —
Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirthschaft.
Eine neue verbesserte Methode des Kartoffel-sonst die Kartoffeln in Rheinpreußen meist erst gesetzt werden, überließ
baues. Beyer die Kartoffeln sich selbst. Zur Lockerung des Bodens und Ver—
Vor kurzem ist in Berlin eine Schrift unter dem Titel: „Der ilgung des Unkrautes hatte die Vorarbeit, sowie das dreimalige Häufeln
dartoffelbau, nach einer neu entdeckten, einfachen Methode ꝛc. von v hingereicht.
Beyer“ erschienen, aus welcher wir Einiges mittheilen wollen: Das Kraut blieb fortan schwach und das Feld sah aus, als
Der Verfasser machte die Beobachtung, daß bei den Kartoffeln venn es nur unvollständig bepflanzt sei: es stand weit früher ab, als
zurch die Stärke des Krautes die Ausbildung der Knollen beeinträchtig auf den andern Feldern, die Erndte konnte daher auch so frih vorge—
verbe; eine Beobachtung, die auch sonst vielfältig gemacht wurde, ohne ommen werden, daß der Boden noch Bindigkeit genug erhielt, um
ihr weiter Folge zu geben. Wir finden dieselbe Erscheinung auch be nit Winterfrucht bestellt zu werden. Die Stücke waren so dicht mit
andern Pflanzen. Sehr stickstoffreiche Dünger, vor allem Ammoniak sdartoffeln besetzt und die Knollen gingen so tief in den Boden, daß
vasser, bringen bei Kartoffeln, Erdbirnen, Runkeln, Möhren ꝛc. eine zum Herausnehmen derselben der Spaten genommen werden mußte
uußerordentliche Blattmasse zur Entwickelung, während die Ausbildung An jedem Stock waren 40 bis 60 Knollen.
der Knollen und Wurzeln zurückbleibt. Dies über alle Erwartungen günstige Ergebniß veranlaßte L. Beyer
Der Verfasser suchte eine Kulturmethode aufzufinden, durch welche der den ersten Versuch in den ZO0r Jahren gemacht hatte, diese Kultur
Zei den Karloffeln die Krauterhöhung möglichst zurlickgedrängt, die Knol- egelmäßig fortzusetzen. Der Erfolg war stets der gleiche, ja einma,
enausbildung dagegen befördert wird. Gelang ersteres, so konnte der tieg der Ertrag bei aleichzeitiger Anwendung von Guano noch um
Erfolg in letzter Beziehung nicht ausbleiben. 12 pCt.
Er ließ die Karloffelselder vor Winter möglichst tief aufpflügen und Als im Jahre 1845 zuerst in der Gegend Beyer's die Kartoffel—
Jleichzeitig, wo möglich, den Dünger unterbringen, wo frischer Dünger krankheit verheerend auftrat, blieben seine Felder verschont und auch in
zöthig war, damit er sich über Winter zersetze. Die Ackerkrume, bei den folgenden Jahren zeigte fich die Krankheit nie auf seinen Feldern,
Fortsetzung dieser Kultur allmälig bis zu 12 Zoll vertieft, wurde auf ybschon sie die Felder der Nachbaren, welche die bisherige Kultur an—
auhe Furche gelegt, um recht auszuwintern. Die Kartoffeln wurden vendeten, ebenso stark mitnahm, als anderwärts. Kranke Kartoffeln.
m Frühjahre so zeitig als möglich gesteckt, nachdem sie im warmen von den Nachbarn bezogen und nach obiger Methode behandelt, lieferten
Raume stark abgewelkt waren. Wenn der Boden offen war, geschat wieder gesunde Stöcke und der Ertrag steigerte sich schon im 2. Jabre
die Saat schon im Monat Februar. Die Knollen wurden in einer auf 42 bis 49 Stück großer Knollen vom Stock.
Tiefe von 5 bis 7 Zoll gelegt, je nach dem Boden, in einer Entfer— L. Beyer sucht hieraus nachzuweisen, daß die Kartoffelkrankheit
nung von 2 Fuß im Quadrat. Es kommen mittelgroße Knollen zur ediglich (zu in fehlerhafter Behandlung der Kartoffeln ihre Urfache
Saat. Als die Stücke der Mehrzahl nach aufgegangen waren, wurde habe, durch richtige Behandlung aber fern gehalten werden könne. Aut
das Kraut mit dem Ruchadlopfluge 2 Zoll hoch mit Erde bededt. das Gebiet seiner theoretischen Abhandluugen wollen wir ihm nicht
Dadurch wurde ihr Wachsthum unterbrochen, das Kraut vor dem folgen. Wir begnügen uns damit, über die thatsächlichsten Mitthei—
Erfrieren geschützt und die Kräftigung der Wurzeln und Ausbildung lungen des Beyerschen Buches zu referiren und dadurch Veranlassung
von unterirdischen Trieben gefördert. Als das Kraut die deckende zu geben, daß Versuche mit dieser Kultur auch anderwärts gemacht
Erde durchbrochen hatte, wurde es abermals und endlich zum dritten werden. Uebrigeus müssen wir bemerken, daß Beyer's Methode keines—
Male unter Benutzung des Ruchdalopfluges (nicht des Häufelpfluges) vegs ganz neu ist. Bei der Spatenkultur wird fie schon vielfach und
mit Erde bedeckt Ron ba an von Mitte Mai. einer Zeit, in der deit langen Jahren angewendet, so namentlich in Irland. Bever hat