Die Mittel, einen möglichst hohen Wirthschafts-⸗
ertrag zu erzielen.
ESchluß.)
Zu den jungen Pflanzen zurückkehrend, erwähnte der Sprecher, die
junge Pflanze lebe nur vom Boden, die ältere vom Boden und der
Luft. Der sächsische Boden habe zum größten Theil gelbe Farbe, Ei—
senoxyd, nasser Boden Eisenoxydul, letzteres entstehe beim Mangel an
Luftzutritt und sei der größte Feind des Bodens, — beim Mangel an
duftzutritt trete Moder, Schimmel ein. Luftzutritt bedinge also die Ge—
sundheit des Bodens. Beim Mangel an Luftzutritt werde der Boden
in wenigen Jahren krank, erst zeige sich die Quecke, später die Sumpf
oflanze. Bezüglich des Eisenoxpduls führte der Herr Referent Experi⸗
nente vor, erwähnte aber vorher noch, daß dasselbe eintrete, wenn der
Boden nicht tief genug geackert werde, dann komme das Wasser, ver—⸗
dränge die Luft und bilde schließlich aus dem Eisenoxyd das Eisen⸗—
»xydul oder Hammerschlag; durch schlechte Behandlung des Bodens
mache also eigentlich der Landwirth den Eisengehalt des Bodens krank.
Das Experiment wies nach, daß aller kalkhaltige Boden, wenn man
Salzsäure darauf gieße, brause oder aufschäume; der Lommartz'sche
Boden zeichne sich durch Kalkhaltigkeit aus, daher wirke dort Kall—
düngung wenig; alle übrigen Bodenklassen in Sachsen seien arm an
Kalk.
Aller lehmige Boden in Sachsen habe wenig Kalkgehalt, man sei
daher davon abgekommen, ihn als Mergellehm zu bezeichnen, weil Mer—
gel Kalk voraussetze. Fur Sumpf⸗ und Wasserpflanzen sei Eisenoxydul
Beduͤrfniß, nicht für Landpflanzen. Das schwarze Eisenoxydul sei den
Landpflanzen so nachtheilig, daß man durch Zumischung desselben in
gesundem Boden die Vegetation vertilge. Durch Zutritt der Luft
zum Eisenoxydul gehe dasselbe wieder in Eisenoxpd über. Die Ein—
wirkung der Luft wies er durch Experimente nach. Wo Luftwechsel
einwirke, gehe die Pflanzenwurzel mehrere Ellen tief, wo dies nicht
der Fall sei, nur zolltief; den Luftwechsel könne man aber eben nur
durch tiefe Arbeit und Entwässernng herstellen. Wie die Lüftung wirke,
könne er durch Beispiele nachweisen; er habe große, hohe Gläser durch—
bohrt, Hafer darein in Boden gelegt, durch die Oeffnung Röhren ein⸗
gelegt, durch welche er Luft eingeführt; — die Stellen, wo mehr Luft
eingedrungen, seien auffällig mit größeren Pflanzen bestanden gewesen
— der Unterschied wie gedüngt und ungedüngt.
Ferner habe er in Tharandt Drainröhren schräg von einem Gra—⸗
ben aus nach oben gelegt und mit einer Feueresse enden lassen; nach
drei Jahren noch sei das Verhältniß der von der zugeführten Luft mehr
oder weniger berührten Pflanzen wie in gedüngtem und ungedüngtem
Boden gewesen. Die Ansicht, daß das Zulassen von Luft den Boden
zum Nachtheil desselben austrockne, sei falsch, Hieran knüpfte Referent
die wichtige Bemerkung, daß man durch Bewässerung Wiesen verschlech⸗
sere, mit Sumpf anhäufen, verderben werde, wenn man Wasser aus
Sümpfen, also eisenoxydulhaltiges Wasser zuführe. Man finde diesen
Gehalt, wenn man das betr. Wasser mit blausaurem Kali vermische;
werde das Wasser blau, so sei schädlicher Gehalt darin. Falsch sei es,
wvenn man sich fürchte, durch tiefes Pflügen wilden Boden herauszu—
bringen. Die Drainröhren brächten in der Regel braunen Schlamm
heraus, dieser Schlamm sei im Boden schwarz gewesen, erst an der
Luft aber braun geworden. Frischer Teichschlamm sei mit Oxydul ge—
ränkt, deshalb wirke er im besten Boden nachtheilig. Bestreiche man
ein Theilchen auf Papier mit Wasser und der Schlamm werde nach
und nach braun, so sei er oxpdulhaltig.
Eine kräftige, großblättrige Pflanze könne hauptsächlich durch Peru—,
Baker⸗Guano und Knochenmehl erztelt werden; eine großblättrige Pflanze
nutze aber die Luft mehr aus; deshalb wachse Gras, eben weil es
mit vielen Saugporen versehen sei, namentlich aber die Lupine, ohne
fünstlichen Dünger verhältnißmäßig besser, als die Körnerfrüchte mit
den schmalen, wenigen steifen Blättern; deshalb sei auch Klee eine gute
Vorfrucht, nur mit dem Unterschiede, daß Klee auch aus dem Boden
biel verlange und daß Klee nicht mehreremal hinter einander in dem—⸗
elben Boden gut gerathe.
Erwähnenswerth sei noch, daß Byps als Düngemittel wohl noch
u wenig gewürdigt werde; in Ostpreußen habe man den Kleebau au⸗
zerordentlich damit gehoben. Wer auf den Boden nicht viel künstlicher
Dünger zukaufen wolle, müsse auf alle Fälle auf seinen Dünger, au
eine Jauche halten. Hiernächst sei aber auch die Anlegung der Kon—
zosthaufen jedem Landwirth zu empfehlen; durch guten Kompost erscze
nan den Guano und helfe damit den Wiesen auf. Beispielsweise
ählte Herr Prof. Stöckhardt noch, daß Herr Jentzsch in Brößen 1200
Cir. Rüben auf einem Acker gebaut habe in Folge guter Dün qung
and angemessener Behandlung des Bodens; in gutem Boden hättn
ꝛben mehr Pflanzen Platz.
Petersilienöl als Beruhigungsmittel für Pferde.
Die pharmazeutische Zeitung gibt folgendes Beispiel an, wie böse
pferde, welche sich bei dem Beschlagen unbändig benehmen, durch den
Linfluß von ätherischen Oelen leicht beschlagen werden können.
Der Reitknecht eines in Breslau wohnenden Cavallerie⸗Offiziers
ah dort vor der Schmiede Pferde beschlagen. Eines derselben we
ehr wild, hatte sich noch nie beschlagen lassen und auch der jetzige Ver
uch mißlang. Da trat der Reitknecht näher und versprach gegen Be
ohnung von 1 Thlr. das Pferd ohne allen äußern Zwang sofort da
zin zu bringen, daß es sich ruhig beschlagen ließe. Dies bewilligt, trat
r nun vor das Pferd, hielt seine beiden Hände, in denen er nur sein
Schnupftuch hatte, an die Nase des Pferdes und — siehe da, letzteres
tand wie ein Baum und ließ sich ruhig beschlagen.
Man hatte jedoch bemerkt, daß der Knecht sich zuvor mit dem In⸗
zalt eines Fläschchens Hände und Schnupftuch benetzt hatte; das Gläs—⸗
hen ward aufgefunden und der Inhalt als ätherisches Petersiliend
erkannt. Weiter angestellte Versuche, wo mit ca. 2 Drachmen desselben
Deles ganz ähnlich verfahren wurde, gaben bei den bösesten Pferden
dasselbe erwünschte Resultat. Diese uns von Bernburg zugegangene
Notiz wird für manchen Pferdebesitzer von Interesse sein, wenn es auch
rüher schon bemerkt wurde, daß verschiedene ätherische Oele zur Be
iuftigung wilder Pferde beitragen. (Landw. Ztg.)
Vermischtes.
Naumburg, den 21. Mai. In den gestrigen Abendstundn
zatten wir einen heftigen orkanähnlichen Sturm, welcher an Obß
und andern Bäumen manchen Schaden verursacht hat. Auch ein au
zerer Umstand verdient erwähnt zu werden. Die zu Anfang des Me
iats in so großer Menge auftretenden Maikäfer sind seit einigen Te
jen fast gänzlich verschwunden. Kinder haben Mühe, einen solche
Zäfer noch zum Spielen aufzufinden. Was mag davon die Ursae
ein?
Allendorf (Kurhessen), den 18. Mai. Den Maikäfern habe
ie städtischen Behörden den Krieg erklärt und zu deren Vertilgun
uufgefordert, indem sie sich zugleich bereit erklärt haben, für die Meß
odter Maitfäfer 5 Sgr. zu zahlen. Wie groß die Menge dieser Land
olage hier ist, mag daraus erhellen, daß, obschon die Bekanntmachun
exst am 14. d. M. Abends erfolgt ist, bis gestern Abend bereits?
Metzen abgeliefert waren.
Monats-Kalender
für Bieuenstände und Fischteiche.
Juni.
Bienenstand. Es werden Schwärme eingefangen, neue Wo
nungen in Bereitschaft gehalten, mit Anfängen oder Scheiben ausg
dallel. Die in der ersten Zeit kommenden Schwärme bedürfen keiue
rütterung. Den letzten Schwärmen muß man einen möglichst groß
Bau einrichten und Brutscheiben einstellen.
Fischteiche. Teiche, denen das Schlämmen noththut, werdi
geschlämmt.