zeit der Futterstosse für die Erhöhung des Nutzungszweckes der Milch
agiebigkeit schon durch die Umstände geboten ist, so soll sie doch immen
n Rücksicht auf die Erhaltung des Zůchtungszweckes der richtigen Ent⸗
vickelung des im Mutterleibe der Kuh sich bildenden Kalbes angemes⸗
en sein. Je einfacher die Fütterung trächtiger Kühe ist, desto sicherer
bird sie auch die Zwecke fördern und der Rindviehzucht wahren Nutzen
ewähren.
Bei der Fütterung der trächtigen Kühe hat man besonders dar—
auf zu sehen, keine Futterstoffe zu reichen, welche durch zu stark reizende,
der blähende, oder abführende Eigenschaften nachtheilig auf den allge⸗
neinen Gesundheitszustand oder auf den trächtigen Fruchtbehälter ins—
Zesondere einwirken, in welcher Beziehung sich immer schimmeliges Heu,
erdorbener Grummei, gefrorene, ausgewachsene oder sonst verdorbene
dartoffeln und andere Wurzelgewächse, zu sehr durchnäßte und theil—
veise angefaulte Runkelrübenblätter, bereiftes Gras, versäuerte Brannt⸗
veinschlempe, Bierträbern u. dgl. als höchst nachtheilige Futterstoffe für
rächtige Kühe erwiesen haben. Mit besonderer Sorgfalt hat man den
lebergang des Futters vom grünen zum dürren im Herbste, oder um⸗
jekehrt vom dürren zum grünen im Frühjahre zu bewerkstelligen, um
die nachtheiligen Folgen eines zu jähen Wechsels auf trächtige Kühe
zu vermeiden. Dieser Futierwechsel darf keineswegs zu schnell und
mnvorbereitet geschehen, weil sich auf unvorsichtigen Uebergang desselben
'o leicht heftige Durchfälle und andere krankhafte Zustände erzeugen.
Im diesen Futterwechsel ganz allmälig und so viel als möglich An⸗
chädlich für die trächtigen Kühe vorgehen zu lassen, setzt man gegen
as Ende der Grünfütterung in täglich zunehmendem Maße trockenes
Futter zu, bis die ganze Masse aus Dürrfutter besteht und sich die
zesammie Verdauung an dasselbe gewöhnt dat; auf gleiche Weise ver⸗
ährt man beim Uebergang des Dürrfutters zum Grünfutter. Dieses
st alljährlich noöthig, wird aber um so mehr erforderlich, je weniger
zleichförmig die Witterung des Jahrganges und je weniger gesund die
Zeschaffenheit des Futters ist.
Außerdem hat man auch die trächtigen Kühe in der ganzen War—
ung und Verpflegung und in der Behandlung in Acht zu nehmen;
nan hat sie vorzugsweise vor zu jähen Sprüngen, vor dem Fallen auf
artem, steinigem Boden, vor Stößen und Schlägen, vor heftigem
Drängen unter Thüren u. dgl. zu wahren, weil sie hierbei leicht Scha—
den nehmen, verkolben, schwer gebären, todte Kälber zur Welt bringen
und wohl gar selbst schwer erkranken. Man darf übrigens die trächti
zen Kuͤhe, unter der Vorsicht der geschärftesten Aufmerksamkeit der Wär—
ier, täglich zur Tränke treiben, weil ihnen solches nicht nur nicht scha⸗
det, sondern sogar ihrer Gesundheit sehr zuträglich ist und den Vor⸗
jang ihrer Geburt wesentlich erleichtert. Die trächtigen Kühe bedür⸗
en reichlicher und reinlicher Streu, theils um sie mit ihrem durch die
eibesfrucht beschwerten Bauch weicher zu legen, theils auch, um sie
jegen die nachtheiligen Wirkungen einer Erkältung des Bauches zu
hüten. Diese Streu, so wie das ganze Lager muß aber möglichst eben
erichtet werden, weil eine zu sehr nach rück⸗ und abwärts geneigte
dichtung des Lagers so leicht Veranlassung zu Scheiden⸗ und Gebaͤr—
nuttervorfällen und andern krankhaften Zuständen geben kann. In
zeziehung auf Reinlichkeit kann die größte und jeden Augenblick zu
andhabende Sorgfalt nie genug empfohlen werden, indem hievon
as Gedeihen des Rindes in hohem Grade— abhängig ist; daher ist die
svewohnheit so mancher unserer den Punkt der Reinlichkeit gröblich
jernachlässigenden Landleute, den Mist liegen zu lassen in der Absicht,
»er trächtigen Kuh ein weiches Lager zu verschaffen, als im höchsten
Vrade verwerflich zu rügen, weil die hieraus entspringende Unreinlich
it eine Quelle von vielen höchst —XX
Das Silber im Meerwasser:
Bekanntlich enthält das Meerwasser etwas Silber und ist dieser
)halt auch nur sehr geringfügig (ein Hundertmilliontel im atlant schen
ran), so sind doch enorme Schätze darin verborgen. Wenu auch die
atigkeit der Angabe des amerikanischen Marinelieutenants Maury
»t gerade verbürgt werden kann, der den Silbergehalt des Gesammt:
oceans, der unsere Erde umgibt, auf 12 Billionen Thaler berechnet, so
deht doch so viel fest, daß das Weltmeer einen unermeßlichen Schatz
n seinem Schooße birgt, und obgleich kein höllischer Dämon denselben
»ewacht, so ist er dennoch, so lüstern man auch danach sein mag, nicht
vohl zu heben, denn um nur ein Pfund Silber zu gewinnen, müßte
nan nicht weniger als 13,, Mill. Cubikfuß Seewasser beseitigen, wo⸗
zei aber die Ausscheidungskosten den Werth des Productes nicht wenig
aüberstiegen.
Und doch hat sich ein Weg gefunden, diese Schätze wenigstens
m verjüngten Maßstabe zu gewinnen. Durch die kupfernen Beschläge
der Schiffe wird nämlich das Silber aus dem Seewasser ausgeschie⸗—
den und sammelt sich an jenen an. So fand z. B. Field in Val—⸗
zaraiso in dem Beschlage eines Schiffes, welches sieben Jahre den stil—
en Ocean durchkreuzte, im Centner 12/00 Loth Silber, und ebenso
prof. Bleckerede in Delft in dem sogenannten Yellowmetall (gelbes
Kupferzink, womit die niederländischen Ostindienfahrer bekleidet sind),
iach fünf- bis sechsjährigem Gebrauche im Centner /, bis 1 Loth
Silber. Von diesem Metall werden aber in Holland jährlich an 6000
Lentner zu Schiffsbeschlägen verwendet. Rechnet man dveren mittlere
Dauer zu sechs Jahren, so werden auf diese Weise in 100 Jahren
dem Meerre ungefähr 281/, CEtr. Silber abgewonnen. Für die englische
Marine ist aber diese Zahl mehr als das Hundertfache größer, beträgt
also mindestens 2880 Ctr., was einen Geldwerth von 1,990,000 fl.
chein. repräsentirt. Da man jedoch bis jetzt die abgenutzten Schijfs⸗
zeschläge, ohne das Silber abzuscheiden, bei der Fabrication von neuem
Jellowmetall mit einschmilzt, so geht natürlich der Silbergewinn ver⸗
oren, obgleich sich dessen Ausscheidung lohnen würde, da man ja selbst
zus Erzen, die im Centner nur!/, Loth Silber enthalten, dieses edle
Metall noch mit Vortheil auszieht. Gortschr.)
Pflege der Kopulanten.
Ein junges kopulirtes Obstbäumchen bedarf der Sorgfalt und
Pflege, wie ein Windelkind. Es ist nicht damit abgethan, das Stämm⸗
hen mit dem edeln Reis zu vereinigen und die zarten Augen schwel⸗—
en und anwachsen zu sehen; es sind lauernde Feinde die Menge ab—
zuhalten, bald ist es eine gefräßige Raupe, bald scharfer Sonnenbrand,
zald ist Schutz vor verheerenden und zerknickenden Stürmen zu gewäh⸗
zen und während oft nur zu genau die Kopulationsstelle bewacht wird,
zricht unten am Fuße ein Heer von wilden Trieben hervor, die dem
Auge droben Saft und Leben rauben. Das Kopulationsband wird
aicht selten zu früh gelüftet, oft gar nicht, was natürlich in beiden
Fällen alle Mühe und Freude vereitelt. Wird die Veredlungsstellt
nicht gut mit Baumwachs verstrichen, so dringt Hitzt wie Regen ge—
sahrdrohend ein. Deshalb brauch ein junger Baum der Pflege gleich
ꝛinem Kinde, das in den Windeln liegt, und dies sei denen, die es
»hnehin wissen müssen, aber meist aus Nachlässigkeit und dergl. nicht
»eachten, zur Warnung ans Herz gelegt. Rbs. (B.lJ. C.Bl.)
Vermischtes.
Aufstellung der Bienenstöcke. — Von angehenden Bienen⸗
üchtern wird gewöhnlich die Errichtung eines eigenen Bienenhauses
als erstes Erforderniß betrachtet. Diese Ausgabe ist aber in den mei—
ten Fällen eine ganz überflüssige. Die Erfahrung hat nämlich gelehrt,
daß die Bienen besser gedeihen, wenn die Stöcke nach der alten Me—
hode einzeln oder in Gruppen an günstigen Orten im Garten aufge⸗
tellt werden. Dies hat neben der Billigkeit auch noch den Vortheil,
daß man ihnen von allen Seiten leicht beikommen und deshalb alle
Operationen an ihnen ungehindert vollziehen kann. Zur Aufstellung
genügen einfache Gartenstuͤhle ohne Lehnen, nur muß das Brett ziem—
lich breit sein; auch kleine Tische ꝛc. lassen sich sehr gut dazu verwen⸗
den. Will man mehrere neben einander stellen, so kann man auch zwei
Bord zusammenfügen lassen und diesen geeignete Unterlagen geben, da—⸗
nit die Mäuse ꝛc. ihnen nicht beikommen können und dann wohl 5
Dutzend anbringen.