Gebäude zusammengesetzt, so daß dieselben oft die Gebäude überragen
Diese Schober sind so gesetzt, daß, sobald die Dreschmaschine die Scheu—
ne geleert hat, man einen beliebigen Theil jener hineinfahren kann, ohn
daß der übrige Theil derselben dadurch zerstört oder von seiner Be—
dachung entblößt wird. Diese Bedachung wird sehr einfach dadurch
hergestellt, daß man, von unten anfangend, mit einem keilförmigen Holzt
hineinstößt und in das dadurch entstehende Loch ein Büschel Stroh
steckt, und da die Löcher alle schräg nach oben zu gestoßen werden, so
hängen diese Strohbüschel alle abwärts und werden nachher mit einem
schweren, kurzzinkigen Rechen niedergekämmt und decken so die Seiten
vollständig. Obenauf wird dann eine starke Lage Stroh gelegt, und
diese dachförmig zugespitzt und ebenfalls durch Abrechen geglättet, so
daß der Regen abläuft. Vor den Angriffen der starken Stürme wer—
den die Schober sehr einfach dadurch geschützt, daß man starke Stroh—
seile windet und diese über die Schober wirft und an jedes herabhän
zgende Ende einen Stein oder ein Stück Holz bindet. Das ausgedro—
schene Stroh wird ebenso in Schober aufgestellt. Ich habe auch vor
der Ernte keinen Hof gesehen, der nicht einige solcher Schober hatte,
so daß es scheint, daß das Stroh einer ganzen Ernte stets vorräthig ist
Dreschmaschinen sind schon seit sehr langer Zeit allgemein gebräuchlich
Das Mähen des Getreides geschieht, wie bei uns, mit der Sense,
die aber, wie alle Geräthschaften, sehr leicht und handsam gearbeiter
ist. Für Hafer und Gerste hat die Sense, wie bei uns, die drei höl
jernen Reffe, oder den Rechen, für Wintergetreide und Erbsen aber
nicht. Das Mähen des Wintergetreides geschieht nicht, wie bei uns,
durch Anhauen, sondern durch Abhauen. Das Korn wird also nicht
abgerafft, sondern durch die Sense in Schwaden gelegt und da sofort
durch Weiber in Garben getheilt, die ungefähr unseren Gelegen gleich
sind. Diese Garben werden mit ihrem eigenen Stroh, unter sorgfälti⸗
zger Schonung der Aehren, gebunden, und sobald das Gewende voll—
tändig abgehauen ist, zwei und zwei Garben gegen einander in lange
Reihen aufgestellt, wo sie dann so lange verbleiben, bis sie zum Ein—
fahren trocken sind. Ebenso wird mit Gerste und Hafer verfahren,
nur daß zum Einbinden der Gerste Roggenstroh verwendet wird. Erb—
sen werden mit! / Hafer vermengt ausgesäet und pflegen vortrefflich
zu gedeihen, werden aber in Schwaden gemäht, und wenn sie trocken
sind, ungebunden wie Heu aufgeladen und eingefahren. Klee, der stark
nit Ray⸗ und Thimotheegrassamen vermengt ausgesäet wird, wird in
Schwaden gehauen, und wenn die obere Seite abgetrocknet ist, gewen⸗
det und nach einigen Tagen in große Haufen gesetzt, in denen er min⸗
destens acht Tage stehen bleibt und dann ohne Weiteres eingefahren
vird; nur läßt man das Untere liegen und holt dies erst herein, wenn
es trocken geworden ist. Das Wiesenheu wird gestreut, aber vor dem
Einfahren auch viele Tage in so großen Haufen stehen gelassen.
Im Heumachen sind die Dänen aber keine Meisterwirthe, denn
ich habe kein gruͤnes, sondern nur gelbliches Heu gesehen. Sie lassen
nämlich das Heu 5 bis 6 Tage ganz ruhig gestreut liegen, wo der
starke Thaufall es sehr mitnimmt, so daß es nothwendig die Farbe
und auch seinen Wohlgeruch verlieren muß und jedenfalls auch einen
Theil seiner nährenden Kräfte einbüßt. Auf meine desfallsige Bemer⸗
kung ward mir entgegnet, daß man dies thun müsse, weil sonst das
heu bei seinen groben Stengeln zu hart bleibe und für das Vieh un⸗
zenießbar sei. Dies scheint mir aber nur eine Entschuldigung für den
Schlendrian zu sein; denn ich habe es bei den feinen Gräsern der
Feldwiesen ebenso gesehen, wie bei den feuchten Wiesen der Niederun—
zen und Flußthäler, oder vielmehr Bachthäler, denn Flüsse von einiger
Bedeutung gibt es nicht, sondern nur größere und kleine Bäche. Aber
dieser, besonders der kleinen Bäche, gibt es viele, weshalb es denn
auch wenig Windmühlen gibt. Die ländlichen Müller sind häufig auch
zugleich Bäcker. Wenn auch jeder Bauer sein täglich und reichlich ge—
nossenes Bier selbst bereitet, so zieht man es doch vor, das Brod zu
aufen, oder das Korn den Müllern zu geben und Brod dagegen zu—
rückzunehmen. Auf dem Lande wird nur schwarzes Brod gegeffen,
vie in Hannover und Westphalen. Dieses aus Roggenmehl, in dem
die Kleie noch enthalten ist, bereitete Brod ist viel wohlschmeckender
und nahrhafter, als unser aus Mehl ohne Kleie bereitetes braunes
Brod. Forisetzung folgt.)
Die Schwarzwurzel.
Die Schwarzwurzel, auch Scorzonere (Scorzonera hispanic
zesitzt eine mehrere Jahre dauernde Wurzel. Vor den andern Wurze
gzewächsen hat sie den Vorzug, daß die Wurzeln auch im zweiten un
ritten Jahre, in welchem die Pflanze blüht und Samen trägt und
ange sie überhaupt beim Zerschneiden noch milchen, Wohlgeschma
ind eine zarte, markige Beschagenheit bewahren. a
Bei der Zubereitung wird die Wurzel von der äußeren schwarz
Haut gereinigt (geschal wie man bei den Mohrrüben zu thun pfle?
wie diese zerschnitten und sogleich für eine halbe Stunde in Brunme ki
vasser eingeweicht, um den in ihr enthaltenen Bitterstoff auszuziehm ,
Kochbücher, wie das von Henriette Davidis, werden überte N
zerschiedenen Weisen der Zubereitung hinlänglichen Aufschluß gin,
iber ihre Verwendung zu Gemüse, zu Salat, zu Kräutersuppen u. er
Ich brauche daher nur darauf aufmerksam zu machen, daß die Schwur
vurzeln einen sehr delikaten Geschmack haben, welcher aus dem de
Blumenkohls und dem des Spargels gemischt und mit etwas Zuch un
zesüßt zu sein scheint, daß sie eine gelinde reizende Kraft haben un du
»abei sehr nahrhaft und auch für Kranke und Reconvalescenten die b
ich sind.
Den Samen der Schwarzwurzel säet man Ende April breitwürt
»der in Reihen auf gut gegrabenes, weder frisch gedüngtes, noch ar
zehungertes Land. Nach 14 Tagen geht er auf und die Pflan—
nüssen dann so weit durchhackt werden, daß ihr allseitiger Abstand
Zoll beträgt. Außer dem Jäten und Behacken der Beete hat man;
ersten Jahre mit der Scorzonere keine Muͤhe weiter, und braucht
zuch gegen den Winter hin nicht zu decken, da ihr auch der stär
Frost nichts schadet. Im zweiten Jahre bilden sich die Wurzeln ab
'ommen aus, die Pflanze blüht und trägt Samen. Will man drih
ben ernsen, so muß man sehr wachsam sein, da der Wind, sobald ĩ
die Fruchthüllen öffnen, die mit Federkronen versehenen Samen n
ührt und auch der Stieglitz in ganzen Schaaren darüber herfällt
sie in kurzer Zeit bis auf das letzte Korn verspeist.
Im Herbste nimmt man so viele Wurzeln aus dem Lande,“
nan während des Winters zu verbrauchen gedenkt und die übu
leiben bis zum nächsten Frühjahr oder Herbste stehen. Beim M
nachen aber muß man die Wurzeln vor jeder Verletzung in Achten
nen, da sonst der Milchsaft herausdringt und sie dadurch trocken
uinschmackhaft werden.
Vermischtes.
Tinte. — Zur Bereitung einer guten schwarzen Tinte
'olgende Vorschrift ertheilt: 8 Unzen türkische Galläpfel grob zersto
ind 4 Unzen geraspeltes Campecheholz werden mit 12 Pfd. Wo
b! / Stunden lang unter Ersatz des verdampfenden Wassers geko
Man filtrirt die Losnng ab und preßt den Rüchstand gut aus. Hier—
nischt man 4 Unzen Eisenvitriol, 1 Unze Kupfervitriol, 2 Unzen Gun
—XRED
um und füllt die Tinte in Flaschen. Um das Schimmeln zu m
den, kann man einige Tropfen Nelkenöl zufügen.
Seltsame Bienenzucht in Podolien. — Man hat
zölzerne Klotzständer ohne Boden, welche mit diesem ossenen Tee
auf bloße Erde gestellt werden. Unter diesen Stöcken macht man b
zruben zur größeren Honiggewinnung. Während der Haupttracht w
der Honig aus den Gruben oft zwei⸗ bis dreimal ausgeschnitten. Soh
auf Erdgruben gestellte starke Stöcke werden in der Regel bleischr
die aufsteigende Erdwärme scheint auf die Bienen wohlthätig, bih
ders befruchtend zu wirken.
Diese Wahrnehmung hat den Herrn Lubienicki veranlaßt,
jonstöcke zur Aufstellung auf Erdgruben einzurichten, und dessen En
rung zeigt, daß sie auch sehr honigreich wurden.