jehr Material erfordern werden, während dagegen die Doppelmaschine
aehr Handarbeit und wohl auch eine sorgfältigere erfordert. Da aber
ei Maschinen der Werth des Materials im Allgemeinen geringer ist,
Is der der Handarbeit, so wird auch der Preis einer Doppelmaschine
m so weniger von dem zweier einfachen verschieden sein, je complicirter
ist und je mehr Sorgfalt ihre Ausführung erfordert. Unbestreitbar
es, daß die Doppelmaschine weniger Platz wegnimmt und daß die
ewegungsübertragung leichter ist, als bei zwei einzelnen. Auch die
zeitersparniß läßt sich nicht bestreiten; vorausgesetzt nämlich, daß das
Arbeitsstuck, an dem der eint Maschinentheil eben eine Arbeit verrich⸗
et hat, sofort und fast ohne Unterbrechung von einem zweiten oder
elbst dritten Maschinentheile weiter bearbeitet werde. Ist die Doppel⸗
aaschine selbstwirkend, so wird sie sicher mit Zeitersparniß arbeiten, aber
nuch complicirter construirt sein müssen und leichter Störungen ausge⸗
tzi sein; ein einziger Arbeiter wird dann zu ihrer Leitung und Be—
ufsichtigung ausreichen, der aber eine unermüdliche Aufmerksamkeit, ein
harfes Auge, große Thätigleit und viel Uebung besitzen muß, Eigen—
chaften, die man bei einem Arbeiter nicht zu häufig vereinigt treffen
wird.
Ist die Maschine aber nicht selbstwirkend und müssen einzelne Ope⸗
ationen von Menschen ausgeführt werden, so machen sich mehrere Ar⸗
eiter nöthig, die vollständig gleichmäßig einander gewissermaßen in die
dände arbeiten müssen, und ein solches gleichmäßiges Zusammenarbei⸗
en findet man ebenfalls bei den Arbeitern nicht sehr häufig.
Eine selbstthätige Doppelmaschine arbeitet nur dann vortheilhaft,
venn durchaus keine Unterbrechungen des Betriebes eintreten; zeigt sich
ine Störung bei der einen von den Operationen, die sie ausführt, so
nmüssen auch alle andern feiern; der Bruch eines Maschinentheils kann
die ganze Maschine zum Stillstande zwingen. Wollte man solche all⸗
Jemeine Störungen vermeiden, so müßte man jedem selbstständigen Theile
der Doppelmaschine, der eine Einzelmaschine ersetzt, eine besondere Aus—
rückung geben; offenbar aber wäre das nur eine unnütze Complicirtheit,
veil bei einer solchen Maschine ein Theil nicht mehr vortheilhaft fort⸗
rbeiten kann, wenn der andere beschädigt ist. Kurz, die ganze Ma—
hine muß bei der kleinsten Stoörung siehen.
Kann man also voraussetzen, daß unter Umständen die Doppel⸗
naschine nur die eine Arbeit, nicht aber die andere auszuführen haben
eird, so entnimmt man dem Hauptmotor nur einc geringere Kraft; da
iber die Transmissionen für eine Doppelmaschine stärker sein müssen,
vie für eine einfache, so wird in ihnen ein größerer Trägheitswider⸗
tand zu überwinden sein und die eine Arbeit, die ausgeführt wird,
nehr Kraft erfordern, als wenn man dieselbe von einer einfachen Ma—
chine ausführen ließe. Und will man sich dagegen darauf berufen, daß
in den Fabriken und Werkstätten stets ein Ueberschuß von Betriebs⸗
raft vorhanden ist, so ist nicht zu vergessen, daß der Zweck der Dop⸗
zelmaschine eben in Ersparung von Zeit, Brennmaterial und Handar⸗
»eit besteht und daß eine gute Doppelmaschine in allen Fällen diese
»erschiedenen Ersparnisse herbeiführen wuß.
Die allgemeine Aufsicht wird natürlich bei einer Doppelmaschine
veniger in Anspruch genommen werden, als bei mehreren einfachen.
Eine letzte Frage würde die sein, ob eine Doppelmaschine eben
o gute Arbeit liefert, wie mehrere einzelne, was natürlich von der Art
der Maschine und der Art der Arbeit abhängt. Hat die Maschine nur
einfache Arbeit zu verrichten, so wird sie diese unzweifelhaft eben so gut
ausführen, als mehrere einzelne; um aber zusammengesetzte Arbeiten
oollständig befriedigend zu leisten, wird sie meist complicirte Mechanis⸗
nen erhalten müssen und die Arbeit mit ihr, sowie ihre Ueberwachung
wird schwicrig werden. Zu beachten ist auch noch, daß bei Einzelma—
chinen die Arbeitsstücke nach jedesmaliger Bearbeitung geprüft werden
lonuen, wenn man zur folgenden Arbeit nur untadelhafte Stücke geben
vill, während bei der selbstwirkenden Doppelmaschint ein ursprünglich
charhaftes Stück doch alle Operatioucn durchmachen muß, so daß hier
nehr Ausschuß erhallen werden wird, —2. GD. IndZig.)
X—ααOÊ
Zwei schöne, wenn auch nicht eben neue Pflanzen
für das Blumenfenster.
Man ist auch bei uns jetzt bemüht, in manchem günstig gelegenen
Schaufenster, oder nicht allzu luxuribs ausgestatteten Kaufladen einen
Bluͤmenflor einzuführen, der Leben und Mannigfaltigkeit in den Ge—
chäftsgang bringen soll; sieht man aber genauer darauf hin, was für
pflanzen man dazu auswählt und wie man sie pflegt oder eigentlich
nißhandelt, so schüttelt der Kenner mit Recht den Kopf und sagt sich
m Stillen: So wird nichts, gar nichts daraus, wenn man auch noch
inmal so viel darauf verwenden würde.
Nun aber bin ich gleich von vorn herein der Meinung: Wer ein
offenes Geschäft, viel Verkehr und dgl. im Hause hat, dem bleibt we⸗
nig Zeit übrig, sich mit einem solchen Blumengarten zu befassen, bei
dem ist es schon genügend, wenn er nur wenig Pflanzen der Art in
seine Nähe nimmt, diese aber mit wahrer Lust und Liebe pflegt, so daß
eder, dessen Auge auf dieselben fällt, sich darüber wahrhaft freuen
fann.
Darum nenne ich heute nur 2 Pflanzen, in denen sich das alles
oereinigt findet, was man von einem solchen Blumenflor unter eigner
pflege billigerweise verlangen kann.
1. Der Oleander.
Dieser Baum ist noch immer ein sehr beliebter Florbaum, der oft
n recht schönen stattlichen Exemplaren vor verschiedenen Schaufenstern,
Kaufläden ꝛc. paradirt. Häufig aber treibt er hier zu stark ins Holz
und bringt dann wenig und schlechte Blüthen. Ueberhaupt entfaltet
dieser Baum seine lieblichen gefüllten Blüthen nur in günstigen Som—
nern und verlangt, daß er mit den Wurzeln stets im Wasser, wo mög—
ich im warmen Wasser stehe, so wie auch die Knospen immer dicht
ziuter Glas an der Südseite eines Zimmers gehalten werden müssen.
Im Herbst ist anzurathen, die sich vorfindenden Knospen und Blüthen⸗
reste sorgsam abzuschneiden. Es gibt mehrere sehr schöne Arten (Va⸗
rietäten), darunter eine mit gefüllten weißen Blüthen, nach deren Besitz
ch bisher lange vergebens gestrebt habe, ferner eine niedrige kugelför—
nige, eine scharlachroth blühende und eine niedere mit wohlriechenden
sehr großen Blumen.
Um buschige Oleanderbäume zu erhalten, ist ein wiederholtes Be—
chneiden der langen Zweige nöthig. Das Umpflanzen der Oleander
geschieht jährlich in Mai, auch wohl noch im Juni, wobei der Wur⸗
elballen nach Erfordern stark beschnitten wird, was darum nöthig ist,
weil der Stock in guter nahrhafter Erde so viel feine Wurzelfasern
reibt, daß die Erde von diesen ganz und gar durchdrungen wird. Bei
zernachlässigter Pflege wird der Baum von einer flachen halbrunden
Blattlaus, ähnlich einem braunen Stückchen oder Blättchen Papier
yeimgesucht, die an der Unterseite des Blattes zahlreich aber wenig be⸗
nerkbar und dem Anschein nach fast ganz regungslos sich einstellt, um
»on den Säften des Baumes zu zehren. Das wirksamste Mittel ge⸗
jen diesen lästigen Feind, der hauptsächlich in der unreinen Luft des
Winteraufenthaltsortes der Pflanzen entsteht, ist Reinlichkeit, mehrmali⸗
zes Waschen und Bürsten mit recht fettigem Seifenwasser, auch wohl
vermischt mit einer Auflbsung von Kalk, Ruß und Säuren, nach deren
Anwendung die ganze Pflanze bald wieder in neue Vegetati on über⸗
geht, wenn anders sie nicht etwa in muffiger Erde steht, wovon man
ich durch den Geruch gar bald uͤberzeugen kann.
Schluß folgt.)
— *—*
Vermischtes.
—Weidenholz zu Zäunen und Gittern. — Herr Hofgärt—
ier Fintelmann hat in den Königl. Gärten zu Berlin die Erfahrung
zemacht, daß Weidenholz die meisten anderen Hölzer an Dauer über—
rifft. Das aus demselben angefertigte Gitter in den Königl. Gärten,
velches weit über 40 Jahre steht, ist noch immer fest und von gutem
Ansehen. Die Latten und Stiele dagegen von Eichen- oder Tannen⸗
jolz, welche zu derselben Zeit wie jene abgesteckt wurden, mußten be—
reits erneuert werden. Da von der Weide nur selten Holz von be—
deutendem Durchmesser gewonnen wird, so ist es dennoch, wenn es
nicht zu jung abgeschlagen wird, zu Pfählen und Pfosten sehr zu em—
ofehlen, nur darf es nicht angestrichen werden, damit die eingedrungene
Feuchtigkeit wieder austrocknen kann.