Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Bekanntmachung.
Am 28. Aprilnc. wurde aus einer Baracke zu Burbacher Werk
ein Portemonnaie von rothem Leder, mit gelbem Bügel, worin sich 9
harte Thaler ein/, Thalerstück, 1 Sgr. und 3 Pf. befanden, gestohlen.
Ich ersuche Jedermann, der über den Verbleib des Geldes oder
über den Dieb Auskunft geben kann, dies mir oder der nächsten Poli⸗
zeibehörde anzuzeigen.
Saarbrücken, den 11. Mai 1864.
Der Königliche Oberprokurator,
v. Ammon.

Gebrauch des Salzes für Rindvieh.
Ueber diesen Gegenstand sagt die schlesische landwirthschaftliche
Zeitung Folgendes:
Das Salz in dem Futter für Rindvieh darf nicht so angesehen
werden, als producire es unmittelbar Fleisch, so sehr es auch ein noth—
vendiges Element der Landwirthschaft ist, ohne welches Thiere leicht
durch Krankheit umkommen und mit welchem der Korper in einem nor
malen und gesunden Zustand erhalten werden kann.
Vor einigen Jahren machte ein deutscher Landwirth einen Versuch
der mit dieser Ansicht in vollständiger Uebereinstimmung sich befindet
Von dem Wunsche erfüllt, eine genaue Kenntmniß von dem Einflusse
zu bekommen, welchen Salz auf seine Schafheerden übe, die auf einer
niedrig-feuchten Wiese gingen und aus Gewohnheit eine gewisse Por—
tion Salz erhielten, stellte er 10 Schafe auf, denen er die gewöhnlicht
Ration Salz entzog. Dieser interessante Versuch wurde drei Jahre
hindurch mit folgenden Resultaten fortgesetzt: Im ersten Jahre starben
fünf von zehn an Lungenfäule und Würmern, die übrige Herde, 450
Koöpfe stark, verlor nur vier Haupt. Im zweiten Jahre verlor eint
Abtheilung von zehn Stück, die kein Salz erhielten, sieben; die übrige
Herde, 364 Stück, verlor nur fünf; etwas später starben die übrigen
der obigen zehn Stück an Diarrhöe. Im dritten Jahre war es sehr
regnerisch. Es wurden sechszehn Schafe ausgelesen und ihnen das Salz
entzogen. Alle zusammen starben im Laufe des Jahres an Lungenfäule
und Wurmlungensucht. In Kolumbia und Brasilien können Herden
dadurch vernichtet werden, daß sie des Salzes beraubt sind; hier haben
wir ein Beispiel derselben Art, das sich in Deutschland ereignete.
Ein französischer Landwirth, Mitglied der landwirthschaftlichen Ge—
sellschaft von Lyon, versichert, daß die Milch von Kühen, die eine täg—
liche Ration Salz erhalten, reicher an Butter und Käse ist, als wenn
denselben Kühen das Salz entzogen wird.
Sinclair, dem die Landwirthschaft so viele nützliche Belehrungen
oerdankt, hat die Beobachtung gemacht, daß der zur Gewohnheit ge—
wordene Gebrauch von Salz einen ausgesprochenen Einfluß auf die
Verbesserung der Qualität und Quantität der Wolle der Schafe übr.
Derselbe geht noch weiter in Bezug auf Schweine. Manche der fet
sfesten in Irland geschlachteten Schweine sind nach seiner Beobachtung
solche, denen eine bestimmte Portion Salz regelmäßig gegeben worden ist.
Viele andere englische Landwirthe haben durch direkte Versucht
dargethan, daß ein regelmäßiges Reichen von Salz an das Rindvieh
namentlich zur Vorbeugung von Krankheiten, die aus dem Füttern von
pflanzen mit Schmetterlings- und Kreuzblüthen, als: Kohl-, Rüben⸗
—
Darüber ist kein Zweifel unter denen, die damit einen Versuch
zemacht haben, daß das Salz, sobald es in geeigneter Quantität an—
zewendet wird, den Appetit vermehrt, die Verdauung anreizt, die nor—
nale Ergänzung von Salz in dem Blut unterhält, die Wolle oder
das Haar des Rindviehes verbessert, Krankheiten vorbeugt und über
dies den Landwirth in den Stand setzt, Rindvieh mit Futter zu mä⸗
sten, welches dasselbe nicht genießen würde, wenn es nicht vorher mi
Salz gemengt wäre. Dr. Desaive in seiner Abhandlung über den
Bebrauch des Salzes für das Rindvieh kommt zu dem Schlusse, daß
der regelmäßige und vernünftige Gebrauch des Salzes bei der Ernäh—

Bekauntmachung.
Zufolge hoherer Verfügung findet die diesjährige Uebung
Landwehr-Infanterie vom 6 bis 19. Juni —A
selben werden herangezogen die sämmtlichen Mannschaften vom 3.
incl. 7. Jahrgange des J. Aufgebots, welches hiermit bekannt gem⸗
wird.
Saarbrücken, den 9. Mai 1864.

Totzke.
Bezirksfeldwebel.

rung des Rindviehes jeden Zweig landwirthschaftlichen Ertrages
endlich erhöhen kann. Aus diesen Gründen ist die Praxis, dem R
vieh Salz zu reichen, in den letzten Jahren eine so aus gedehnte
worden.

Aber es gibt noch eine andere wichtige Erwägung in Bezug
das regelmäßige Reichen von Salz an Rindvieb. Ich meine de
kinfluß, Krankheiten vorzubeugen. Der tägliche Gebrauch desselb
vird von bedeutendem Erfolg, wenn Schaf⸗ und Rindviehherden v
olchen epidemischen Anfällen bedroht werden, welche häufig ein gan—
dand verheeren, und welchen ein geeigneter Gebrauch von Salz
veder ganz vorbeugen, oder ihre Verheerungin doch auf wenige
zlückliche Verhältnißzahlen beschränken könnte. Von einer der schädl
ien Epidemien wird im Osten Europa's hin und wieder das ha
vilde Vieh der Ukraine und von Podolien befallen. Im Vorrüd
zegen Westen verliert diese Seuche an verheerender Kraft und hört ;
etzt in Deutschland ganz auf, wo dem Rindvieh eine besondere A
nerksamkeit gewidmet wird und Salz seit vielen Jahren beständig
eicht wird. Welches aber auch immer der Charakter der Kranft
ein möge, die Thiere sind weit weniger geneigt, sich dieselbe zuste
hen, sobald der Koörper vollkommen gesund ist, und wir haben geseho
daß dieses unmöglich ist, wenn nicht das Thier jeden Tag eine geen
nete Portion Salz erhält.

Es entsteht hier natürlicherweise die Frage: Enthalten nicht
Pftanzen und Kräuter, die das Rindvieh zu sich nimmt, in ihrem —
uͤrlichen Zustande das nothwendige Verhältniß von Salz? — Wn
»em so ist, warum geht das wilde Rindvieh der Steppen Taustm
»on Meilen, um es aufzusuchen? Woher der Instinkt, welcher Kle
oder Schafe ihre Zungen sofort an die Stücke Steinsalz ansetzen li
wenn man ihnen solches in die Krippe legt? Und warum werden sol
oerderbiiche Wirkungen beobachtet, sobald Thieren das Salz entzo
wird? Nein, die Pflanzen enthalten im Allgemeinen nicht ausreicht
Salz, um den Bedürfnissen des thierischen Haushalts abzuhelfen,
gleich jede Pflanze genug enthält für ihr eigenes Bedürfniß. Aber
große Freigebigkeit, mit welcher die Natur dieses nützliche Mineral
die Erde verbreitet hat, ersetzt leicht diesen Mangel.
(Schluß folgt.)

Das Tönen der Telegraphendrähte

»urch Einwirkung des Windes steigert sich mitunter zu einer Ho
velche in Gebäuden, die gleich den Pfählen zur Stützung der Leul
zen dienen, höchst unangenehm werden kann. Prof. Dr. Listing
Höttingen, der auf der Göttinger Sternwarte einer solchen Tortur uh
zesetzt war, half sich auf eine einfache Weise, die wir hier zu
ind Frommen seiner Leidensgefährten nach den Mitth. des Hann
swbors. mittheilen. Da die Tone harmonische sind, d. h. n
gerade solche, welche man im gewöhnlichen Leben mit diesem Nan
zu bezeichnen pflegt, sondern im physikalischen Sinne des Wortes, dun
Selbsttheilung des Drahtes in eine beliebige Anzahl gleicher Läu—
heile in der Weise entstandene, wie sie der Violinist in Forme
Flageolettönen hervorbringt und deren Schwingungsfrequenz sich du
die natürlichen ganzen Zahlen 1, 2, 3 ꝛc. ausdrücken läßt, so bet
            
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