Bekanntmachung.
Im Laufe des Monats Aprilhsc. wurden von den Kreis⸗Prüfungs⸗
Tommissionen des hiesigen Kreises geprüft:
a) Meister.
1) Georg Kurtz, Schuhmacher, aus Güdingen.
M Carl Fenk, Seiler, aus St. Johann.
3) Christian Wegemann, Bbitcher, aus Kirn.
b) Gesellen.
1) Jacob Kiefer, Stubenmaler, aus Saarbrücken.
2) Friedrich Porcher, Metzger, do.
3) Heinrich Demuth, Böttcher, do.
4) Heinrich Diehl, Schneider, aus Schnappach.
5) Ludwig Brose, Tischler, aus Güdingen.
5) August Steinmeyer, Lackirer und Anstreicher, aus Saarbrücken.
Saarbrücken, den 3. Mai 1864.
Der Vorsitzende der Kreis-Prüfungs⸗Commission.
CE. Benzel.
Das Schaltjahr 1864 ist ein Maikäfer-Flugjahr.
Von Freih. v. Manteuffel, Oberforstmeister in Colditz.
Schluß.)
Vermag man auch nicht obige Rechnung in allen ihren Theilen
als richtig anzuerkennen, weil bei derselben vorausgesetzt ist, daß sämmt—
liche preußische Wälder mit Laubholz besteckt sind, so muß man dem
ingeachtet die Ueberzeugung aussprechen, daß bei Veriilgung von schäd—
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vnnen, als die Natur.
Weit ungünstigere Resultate erzielt man nach Dr. Gloger durch
das Sammeln der Maikäfer. Um dies zu beweisen, stellt er folgendes
Rechenexempel auf: Er nimmt an, Preußen könne mit Hinzurechnung
der Landwehr eine Armee von circa 500,000 Mann zusammenbringen.
Würden diese alle zum Maikäfersammeln verwendet, so kämen bei einer
Gesammtwaldfläche von etwa 5 Mill. Morgen ungefähr 10 Morgen
auf 1 Mann, und man begreife, daß eine so große Fläche durch einen
Mann nicht von Maikäfern rein gehalten werden könne, wenn man
bedenke, wie viele Zeit nöthig ist, um eine einzige große Eiche von
diesen Thieren zu befreien.
Dem ungeachtet aber ist die von der sächsischen Regierung jüngst
vorbereitete Maßregel, nach welcher im Laufe des nächsten Frühjahrs
das Sammeln der Maikäfer kräftig betrieben werden soll, nur dankbar
zu begrüßen; denn man kann das Eine thun und das Andere nich
anterlassen, zumal zugleich darauf aufmerksam gemacht werden kann
daß man mit dem Sammeln der Maikäfer zugleich ein besonderes Ge
schäft zu verbinden und ein Product zu gewinnen vermag, für welches
nn neuerer Zeit große Summen Geldes in's Ausland gesendet werden
Hofrath Prof. Dr. Stöckhardt in Tharandt hat nämlich die
Bestandtheile der Maikäfer chemisch untersucht und im „chemischen Ackers—
mann“ die Resultate seiner Forschungen veröffentlicht. Diese Unter⸗
uchungen haben ergeben, daß, wenn man 1 Pfd. Stickstoff nur zu 6
Sgr. Werth annimmt, sich 100 Pfd. frische Maikäfer, ihrem Dünger⸗
verthe nach, auf 29 Sgr. oder 1 sächs. Scheffel, der nahezu 80 Pfd.
viegt, auf 15 Sgr. (1 preuß. Scheffel 8 Sgr.) berechnen und daß
den angestellten Versuchen nach die Maikäfer ein besonders schnell
virkendes Düngmittel liefern, welches vortheilhaft auch zur Blatt⸗
düngung verwendet werden kann, dessen Wirkungswerth in frischem
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zu schätzen sein dürfte.
Die Bereitung des Maikäfercompostes geschieht auf einfache Weise
so, daß man die in ein Gefäß gebrachten Maikäfer durch Besprengen
mit kochendem Wasser tödtet (ein hierzu geheizter Dampfkessel leistet
dabei die besten Dienste). Die Maikäfer werden sodann auf einer 1
bis 12/, Zoll hoher Erdschicht ausgebreitet, mit staubigem, gelöschtem
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noch etwas höheren Erdschicht überdeckt, worauf wieder Käfer fol⸗
Jen ꝛc. ꝛ.
Von Sr. Majestät dem Könige ist dem Präsidenten der Rher
schen Stiftung für Preußens Krieger, Pfarrer H. G. Esch zu Budbe
m Kreise Moers, folgendes Schreiben zugegangen:
Aus Ihrer Eingabe vom 20. Februar d. J. habe Ich gerne
ehen, daß die unter meinem Protectorate stehende Rheinische S
ung für Preußens Krieger auch den in dem gegenwärtigen Krie
zerwundeten vaterländischen Soldaten und den Hinterbliebenen
Befallenen ihre Fürsorge zuwenden will. Ich spreche Ihnen
Ihr patriotisches Unternehmen Meine Anerkennung aus, und ht
nit Ihnen, daß die zur Förderung Ihres Vorhabens von dem Oh
Präsidenten der Rhein-Provinz bewilligte Collecte von dem beh
Erfolg begleitet sein möge.
Berlin, den 28. April 1864.
(gez.) Wilhelm.
(gez.) v. Roon. Gr. Eulenbur
An den Pfarrer H. G. Esch zu Budberg im Kreise Moers.
Dem Herrn Verf. gewordenen Mittheilungen nach haben fori
setzte und in großem Maßstabe ausgeführte Versuche hinsichtlich
Anwendbarkeit des Maikäfercompostes durch ihre vorzüglichen Erfe
die Stöckhardi'schen Ermittelungen vollkommen bestätigt, und fü
iich derselbe daher zu der Aufforderung berechtigt:
„Es mögen sich in den Theilen des Landes, welche von der R
räfer-Landplage heimgesucht werden, Vereine bilden, oder sich auch son
Männer finden, welche im Laufe des nächsten Frühjahres und mehrr
Jahre fortgesetzt Maikäfer in größtmöglicher Menge einkaufen, um de
aus, zum eigenen Verbrauche oder auch wohl zum Verkaufe, Mo
äfercompost zu bereiten.“
Der Herr Verf. glaubt nicht zu irren, wenn er vermuthet,
die ärmeren Volksclassen, und besonders Weiber und Kinder, gen
die Gelegenheit zu einem lohnenden Verdienste mit Freuden ergreift
und große Quantitäten Maikäfer liefern werden und es könne du—
Befolgung seines Vorschlages ein dreifacher Nutzen erlangt werdi
iämlich:
1) Es würde ein neues, gutes Düngemittel geschaffen,
2) der ärmeren Volksclasse eine lohnende Erwerbsquelle eröffnet
endlich ganz besonders
3) zur Verminderung der Maikäfer wesentlich beigetragen wer
ohne bedeutende Geldopfer zu bringen.
(Im Auszuge nach d. wissenschaftl. Beilage d. Leipz. Zts
Landwirthschaftliche Jutelligenz.
Mit den steigenden Bedürfnissen und Anforderungen sieht
—
elben Mittel und Wege zu ergrtifen, die sowohl momentan als
die Dauer seinen an die Landwirtt schaft gemachten Anforderungen
prechen. Daß er dabei den Weg am liebsten einschlägt, der ihm
zeringster Mühe den möglichst größten momentanen Genuß verse
iegt nicht nur in dem modernen Zeitgeist, sondern überhaupt in
Natur des Menschen.
Die gegenwärtigen Streitfragen, die Aussichten, welche die
ehrtesten Chemiker der Gegenwart uns vorhalten, sind ganz dazu a
jethan, alle unsere Ansprüche zu befriedigen. Für das dazu nöthw
Verständniß muß sich aber der Landwirth selbst an das Studium me
hen, um dem Gedankengange der die Streitfrage veranlassenden Pi
önlichkeiten oder ihrer Gegner folgen zu können. Insofern das W.
sen des Landwirthes dadurch bereichert wird, ist für seinen Zweck indi
nur ein vermittelnder Vortheil erreicht; in Betreff des herbeigewünsd
ten Abschlusses wird leicht übersehen, daß statt einer landwirthschaft
chen Intelligenz eine chemische Intelligenz der Endzweck der Gelehrtte
ener Wissenschaft ist. Darum freilich war es nicht zu thun, einer In
gelligenz, die rein in der Idee lebt, die Kräfte zu opfern, — als M
lel zum Zweck vermag man die Wissenschaft auf dem Felde landwu
schaftlicher Intelligenz nur anzuerkennen. Hier hat man es nicht