Bekanntmachung
Sendungen unter Kreuz⸗ oder Streifband nach Frankreich und
Algerien können von jetzt ab bis zum Gewichte von 3Pfund
zur Beförderung mit der Briefpost aufgeliefert werden.
Der Inhalt der Sendungen kann bestehen in Zeitungen, Journalen,
oeriodischen Werken, Broschüren, Musikalien, Katalogen, Prospekten,
Ankündigungen und Anzeigen jeder Art, gleichviel ob sie gedruckt, ge—
stochen, lithographirt oder autographirt sind.
Die Sendungen müssen, wenn die ermäßigte Taxe Anwendung
finden soll, bei der Aufgabe bis zum Bestimmungsorte frankirt werden,
und dürfen außer der Adresse, der Unterschrift des Absenders und dem
Datum nichts Geschriebenes — weder eine Zahl, noch sonst ein Hand⸗
zeichen — enthalten.
Das preußische und fremde Porto zusammen beträgt
bis 2f510 Loth incl..... 391 Sgr.
über 2/10 bis 48/10 Loth incl. ..l/2,
— —— 2u
72/10 u 9b/.0 u
u — * 12 u —A — *
und so fort für jede 22/.0 Loth Mehrgewicht 8/, Sgr. mehr.
Berlin, den 2. Mai 1864.
General-Post⸗Amt.
Bekauntmachung.
Der Herr Ober-Präsident der Rheinprovinz hat mittelst Erlasses
ssom 12. d. Mts. auf den Antrag des Pfarrers H. G. Esch zu Bud—
berg bei Rheinberg genehmigt, daß die der „Rheinischen Stiftung für
Das Schaltjahr 1864 ist ein Maikäfer-Flugjahr.
Von Freih. v. Manteuffel, Oberforstmeister in Colditz.
Fortsetzung statt Schluß.)
Schutz der Maulwürfe erscheint daher jedenfalls als eines der
virksamsten Mittel zum Vertilgen der Maikäfer und es haben auch
hereits mehrere einsichtsvolle Landwirthe, dies erkennend, das Fangen
zieser nützlichen Thiere mit dem besten Erfolge eingestellt. Wenn aber
dem ungeachtet die Mehrzahl der Landwirthe sich dazu noch immer
aicht entschließen kann, so geschieht dies gewöhnlich deßhalb, weil die
Maulwürfe in Wiesen und Gärten, wo besonders viel Engerlinge vor⸗
handen sind, durch das Aufstoßen der aus ihren Fahrten gegrabenen
Erde oft zahlreiche Hügel bilden, deren Vorhandensein beim Mähen
des Grases sehr hinderlich ist. Betrachtet man jedoch die Erde, aus
welcher die Maulwurfhügel bestehen, so wird man mit wenig Aus—
nahmen finden, daß sie von sehr lockerer und humoser Beschaffenheit
ist, weil die Maulwürfe ihre Fahrten meist nur in der allerobersten
und humosen Erdschicht hintreiben, wo sie die meiste Nahrung und be—
sonders Engerlinge finden, welche die dort häufiger als sonstwo befind⸗
lichen Saugwurzeln der Culturpflanzen benagen. — Sieht man nun
aber, mit welcher Sorgfalt und Mühe der Landwirth sich lockere, von
Steinen freie und humusreiche Erde zu verschaffen sucht, um seine
Wiesen damit zu düngen, so wird man fasft zu dem Glauben verleitet
Diese Maulwurfhaufen seien nicht schädlich, sondern nützlich, weil man
zurch sie, ohne Kosten, Wiesendüngung erhält, welche man sogleich im
guten Zustande verwenden kann, indem man die Haufen breit schlägt.
Auch ist erfahrungsmäßig diese Düngung so gut, daß man selbst den
Einwand, welchen man machen könnte, daß das Zerschlagen der Maul—⸗
wurfhaufen eine Tantalus-Arbeit sei, weil täglich neue Haufen ent—⸗
ttehen, nicht gelten lassen kann. Der Herr Verf. weiß vielmehr aus
Erfahrnng, daß das Zerschlagen frisch aufgeworfener Maulwurfhaufen
eine sehr leichte Arbeit ist und ist ihm nicht unbekannt, daß zu der
Zeit, wenn des höher gewachsenen Grases wegen die Haufen lästig
werden, man die Maulwuͤrfe von den Wiesen zu vertreiben vermag,
indem man die Haufen verschlägt, dann aber das Loch, aus welchem
die Erde in die Höhe gestoßen wurde, bis auf die Fahrt des Maul—
wurfs öffnet und auf diese Weise die kalte Luft in die Röhren strömen
läßt, welche der Maulwurf nicht vertragen kann. — Auch sind ihm
Preußens Krieger“ unter dem 29. Februar d. J. zunächst für den U
fang des Regierungsbezirks Düsseldorf bewilligte Collecte, auch in d
inderen Regierungs-Bezirken der Rheinprovinz abgehalten werde, u
den Endtermin, bis zu welchem die Collekte vurch Deputirte abzuha
en ist, auf den 1. August d. J. festgesetzt.
Gleichzeitig ist der Pfarrer Esch von dem Herrn Ober⸗ Präside
sen veranlaßt worden, die Namen der Deputirten vor Beginn der
lekte den Königlichen Regierungen anzuzeigen.
Wir setzen das Königliche Landraths-Amt hiervon mit dem A
rage in Kenntniß, dafür Sorge zu tragen, daß der Pfarrer E
oder die von ihm deputirten Personen, deren Namen wir dem Kön
dandraths-Amte event. mittheilen werden, bei Einsammlung von 8
rägen zu dem beregten Zwecke im dortigen Kreise Seitens der Bürdt
neister in geeigneter Weise unterstützen werde.
Trier, den 26. April 1864.
Königl. Regierung, Abtheilung des Innen
v. Gärtner.
An
ämmiliche Königl. Landraths-Aemter
des Regierungs-Bezirks.
I. 406. 8. 4)
Abdruck erhalten die Herrn Bürgermeister und Ortsvorstände
Kreises zur gef. vorläusigen Kenntnißnahme und Beachtung.
Die weitere Mittheilung der für die obige Collekte event. be
net werdenden Deputirten bleibt vorbehalten.
Saarbrücken, den 3. Mai 1864.
Der Königliche Landrath,
r. 2313.) v. Gaäͤrtner.
übelriechende Dinge, wie z. B. Häringe oder verdorbenes Fleisch
in seine Fahrten gebracht, so unangenehm, daß er schleunigst aus de
Nähe flüchtet. Sollte das Oeffnen der Fahrten allein nicht hinl
lich helfen, so kann man den Maulwurf leicht zwingen, sich ein
deres Revier aufzusuchen, wenn man sich des letztgenannten M.
bedient, was kaum mehr Kosten und Mühe verursacht als das su
hafte Fangen und Tödten dieser nützlichen Thiere.
Aller der Thiere zu erwähnen, welche zur Vertilgung der N
fkäfer beitragen, würde zu weit führen, und wird daher im Allgemen
auf das oben erwähnte Schriftchen verwiesen. — Nur eines Vo—
vird noch gedacht, der zur Maikäfer- und Engerlingvertilgung we
ich beiträgt. Es ist dies der Staar, welcher noch außerdem uns di
einen traulichen Gesang als erster Bote des Frühlings erfreut. *
emals gesehen, wie dieser Vogel in großen Schwärmen die Aecker«
ucht, in welchen der Landmann die Furchen zieht, um seiner Frühjab
aat ein lockeres Beit zu bereiten, wie er dort im glänzenden Geñ—
—
neln, der wird obige Bemerkung gerechtfertigt finden. Aber noch
wird man sich überzeugen, wenn man sieht, mit welchem Fleißt
Aelternpaar dieser Thiere die Maikäfer fängt, um sie den gewöl
zur Maikäferflugzeit sehr gefräßigen jungen Staaren als leckere
darzureichen, wenn man bemerkt, wie Vater und Mutter wetteifern,
gefangenen Maikäfer mit dem spitzen und scharfen Schnabel zu
hiren und, von Kopf und Flügeldecken, so wie überhaupt von il
harten Theilen befreit, ihren Hunger schreienden Jungen in die,
zem Flugloche der Staarbrüte herausgestreckten, weit aufgespem
ZSchnäbel fallen lassen. Wer dann zählt, wie oft ein solches Aeltt
»aar, mit seiner Beute im Schnabel, nur in einer Stunde dem N
ufliegt, der wird gewiß die Zahl der Maikäfer nicht gering anschlat
velche durch diese nützlichen Vögel vertilgt werden und wird sich Ic
mit Freuden entschließen, durch Aufhängen zahlreicher Brutkästen
ein vollstimmiges Frühlingsconcert zu bereiten und gleichzeitig zur
räfervertilgung wesentlich beizutragen. Jeder wird dem Meister Sto
natz selbst dann nicht zürnen, wenn er ihn auch einmal auf unerlar
em Wege, nämlich auf dem Kirschbaume oder im Weingarten enn
den sollte.
Schluß folgt.)
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