Ronats October desselben Jahres stattgefundenen Brande auf der neuen
Ichenstraße zu Breslau.
In allexneuester Zeit ist nun im Konigreich Sachsen, wo bisher
ementdächer, in Gemäßheit einer Verordnung vom 29. September
359, unbedingt verboten waren, nach eingehenden Prüfungen und
ach einer am 14. Mai 1862 an einem zu diesem Behufe besonders
rrichteten Holzbaue angestellten mehrstündigen Feuerprobe der Hãusler⸗
he Holz⸗Cement, nach einer im Dresdener Journal No. 2285, in der
cipziger Zeitung No. 232, vom Jahre 1862, und anderen Sächsi
chen Blättern veröffentlichten Bckanntmachung des Kon. Ministeriums
as Innern vom 16. Septbr. 1862 als Surrogat harter Bedachung
ugelassen worden.
Gerade diese Sächsische Konzessionirung ist, da der Häusler'sche
holz⸗ Cement ein in Sachsen bestehendes ausdrückliches Verbot so rühm⸗
ich zu überwinden vermochte, das sprechendste Zeugniß für denselben,
ein nun auch dadurch, wie wir hoffen, in einem so praktischen, indu⸗
riellen und dicht bevölkerten Lande, wie Sachsen, ein neuer großarti
er Markt eröffnet werden dürfte.
Die Feuer⸗ und selbst die Wasserdichtigkeit des Häusler'schen Holz⸗
ments, den man bereits sehr häufig bei Brückenbeschalungen, bei frei—
venden Kellern und dergl. angewandt hat, und der namentlich ber
stungs⸗Kasematten und ähnlichen Bauten sich ganz vorzüglich bewäh—
en wuͤrde, und die namentlich in Städten erwünschte Gelegenheit bietet,
is Dach zur Anlegung der schönsten Blumengärten zu benutzen, au⸗
erdem auch die Hausbewohner im Sommer vor drückender Hitze und
Winter vor harter Kälte bewahrt, ist von der Theorie und der
raxis, von Regierungsbehörden und Privaten über allen Zweifel er—
hen anerkannt. Es erübrigt daher nur noch, dessen Ausführbarkeit,
Ansehung des Kostenpunktes, zu konstatiren.
dier aber liegen die ausführlichsten, umständlichsten und sorgfäl—
gsten Berechnungen vor. Nach ihnen würde, einschließlich der Zim—
ner⸗, Maurer-⸗, Tischler-⸗, Dachdeckerarbeit und des zu diesen Arbeiten
cforderlichen Materials jeder Art, eine Grundfläche von 3219 Fuß
ei einer Bedachung mit:
a) C. Sam. Häusler'schem Holz⸗Cement auf 1100 Thl. 12 Sg. 6 Pf.
d) Schiefer „1223 8 —-,
) Zink .. 462 17 2
Ziegel.. 299, —„ 4,
o) Pappe .. o82, 12, 7,
her der I Fuß:
bei a) auf 101/ Sgr..
„b) e
„c) 18
„d) „12
Je) 41090
osten, versteht sich, so fern nicht an verschiedenen Orten und zu ver
chiedenen Zeiten der Preis der eigentlichen Baumaterialien wechselt,
mithin die Häusler'sche Holz-Cementbedachung, da die eben so wenig
vor Feuer, als vor Wasser sichernde, der baldigsten Elementarzerstörung
nusgesetzte Pappbedachung gar nicht in Anschlag gebracht werden kann,
der entschieden größten Sicherheitsgewährung und der unverwüstli—
en Dauerhaftigkeit als die wohlfeilste Bedachung sich herausstellen.
Noch ist zu bemerken, daß nach den abgedruckten Zuschriften der
oͤnigl. Preußischen Kommission für die Londoner Kunst- und In—
ustrie⸗Ausstellung vom 20. Februar 1862, von dem Londoner Preis—
crichte der Inhaberin des Geschäfts und Wittwe des Erfinders, Ma—
ildt Hausler in Hirschberg in Schl., die Freude einer Prrismedaille
d einer threnvollen Erwaͤhnung wurde.
Ueber die Ringelwalze.
n . Ringelwolze hat im vorigen Sommer in vielen Ereisen Ein
re wo sie bisher unbekannt war, und es werden ihr von
eiten günstige Zeugnisse ausgestellt. Dieselbe hat die Herbst
hestellung sehr erleichtert und diejenigen Saatfelder, auf denen sie an—
jewandt worden, zeichnen sich vor anderen durch kräftigen Stand aus.
Im Frühjahre ist vielfach der Kleesamen auf Winterfeldern mit der
Ringelwalze eingewalzt worden; diese Bearbtitung hat dem Weizen
nicht nur nicht geschadet, sondern ähnlich gewirkt wie ein Aufeggen.
Im Herbste hat man ausgestochene Stellen in Roggenfeldern neu über⸗
äet und dann den Samen eingewalzt. Dadurch sind die noch vor⸗
‚andenen Pflanzen durchaus nicht beschädigt, und das Walzen hat zu—
zleich dem Wurm das Handwerk gelegt.
Aus dem Kreise Lüdinghausen, wo im vorigen Herbste zum ersten⸗
nal eine Ringelwalze versucht worden ist, berichtet Herr Oekonomie⸗
Rath Brüning: „Die Ringelwalze habe ich auf verschiedenen Bo⸗
denarten versucht und über 100 Morgen damit behandelt. Das Re—⸗
ultat war ausgezeichnet gut. Der Boden drückt sich fast bis zur Fur⸗
hentiefe fest; die nicht zu harten Schollen werden zerkleinert; dann
»ilden sich beim Querwalzen kleine Rillen, worin das Regenwasser leicht
ibfließen kann, was in nassen Jahren von großem Werthe ist; auch
vird das gleichmäßige Aufgehen des Korns befördert, indem die obere
Fläche des Ackers nicht so leicht austrocknet.“
Landwirthschaftliche Geräthe.
Das Geräthelager des landw. Vereins empfiehlt zu den bevor—
tehenden Feld⸗, Wiesen- und Garten⸗Arbeiten die verschiedensten Kultur—
Beräthe neuester Construction; insbesondere auch den auf der vorig—
ährigen großen Ausstellung zu Hamburg prämirten schwedischen Pflug
ind andere Werkzeuge, als: Rebscheeren, Baum⸗, Pfropf- und Okulir⸗
nesser.
Ferner find vorräthig: Dreschmaschinen nach Clayton und Bareit
von welcher einpferdige mit Göpel zu 140 Thlr. für mittelgroße
Büter als sehr zweckmäßig anerkannt werden), Säemaschinen, Wurzel⸗
schneide⸗, Häcksel- und Musmaschinen von vorzüglichster Art.
Preis-Verzeichnisse sind bei den Herren Directoren der Local⸗Ab—
theilungen zu erhalten.
Bonn, Windmühlstraße 625.
Vermischtes.
Gegen den sogenannten Wurm am Finger wird als das
beste Mittel ein dicker Brei aus Weizenbrod und Milch empfohlen,
den man gut lauwarm auf Leinwand streicht und damit den Finger
rinhüllt. Dieser Umschlag muß stets in möglichst gleicher Wärme er⸗
halten werden, daher er öfters zu erneuern ist.
—— m—
Heilung des Keuchhustens. Im „Courier du Pas-de-Ca⸗
ais“ liest man: „Auf den Rath eines gelehrten Arztes haben Eltern
hre an dem Keuch⸗- oder Stickhusten leidenden Kinder in die Gas—
anstalt gesandt, um sie daselbst einige Augenblicke die Dämpfe einath—
nen zu lassen, welche bei der Reinigung des Gases in die Höhe stei—
gen. Kein Versuch st mißlungen; kaum hatten die Kinder diese Däm—
ofe eingeathmet, als sich eine Besserung bemerkbar machte, welcher eine
ollständige Genesung folgte.“ In seiner folgenden Nummer sagt das—
selbe Blatt: „Seitdem wir das neue Mittel zur Heilung des Keuch—
hustens angezeigt haben, haben mehrere Personen ihre Kinder in die
hiesige Gasanstalt geschickt, und allgemein hat man nach der ersten Ein—
aithmung die Freude gehabt, eine bemerkbare Besserung zu constatiren
Zwei oder drei Besuche genügen, um die Anfälle fast gänzlich aufhö—
ren zu lassen ꝛc.“
Zum Anpfählen der Obstbaumpfähle. In manchen Obst—
zauschriften findet sich die Angabe, man solle die Baumpfählen! / Fuß
niedriger lassen, als die Krone des Baumes ist. Ein Punkt, der wohl
zu beachten. Ich fand nämlich bei einzelnen jungen Bäumen, wo der
pfahl nur etwa 2 Zoll unter der Krone, also zu hoch belassen worden
war, jenen im folgenden Frühjahre bis völlig zur Kronenhöhe hinauf—
Jerückt, wodurch der darüber befindliche Zweig durch Reibung stark ge—
litten hatte und brandig wurde. Dieses Heben des Pfahles erklärte
ich durch den im Winier stattgehabten strengen Frost ohne Schneedecke,
vobei bekanntlich todte Gegenstände oft bedeutend gehoben werden.