Full text : Dudweiler Zeitung

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Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beilagen:
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Bürgermeisterei-Bezirk Dudweiler. Sonntaqgsblatt und Heitere Blätter.
wernspr.⸗Anschlas arkrücken Nr. 69, 259, 269, 1261. Drucku. Verlag: J. Unterkeller, Dudwei⸗ Verantwortlich für die Schriftleitung Arthur Unterkeller, für den Nn⸗u rl Unterkeller
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——ũ — J j itt J intri ũ i i i Stundea nach dem Unfall in aͤrziuche
ist mit 500 M. gegen Tod durch Unfall dei der Rurnber er Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Joder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nurnberger Lebensversicherungsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 *
e en n 8 e aber uert 4 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebrachtwerden. Uber die Vorau setzung der Versicherung geben die Versiherungsbedingungen Auffchluß die von lage od ponder Nurnberger Lebenspeniherungsbant zu begieh find
Nr. 265. eFB. Ausgabe ohne Abonnenten⸗Versicherung Dienstaq, den 7. Nopember 1911. ———
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gch geye niwi zu wen und uvbertreive nicht, wenn unz Beschütze und 1000 Gewehre. Die fremden Kon—
age, daß es schwierig gewesen waͤre, eine, votteilhaf nah Ceichun General Caneva angeblich, die Stadt
ere Lösung und einen ehrenvolleren Ausgang für en Tuͤrken zu übergeben, um weiteres Blutvergießen
rrankreich zu erreichen. Ich habe auch kein Bedenken, u vermeiden
u versichern, daß die große Mehrheit des französischen Bei Akkaba im Roten Meer hat ein italienisches
Golkes die Lösung billigt, die wir vorschlagen, und die heschwader ein tuͤrkisches Kanonenboot beschossen und
s mit der Ruhe und der Würde abgewaärtet hat, wel⸗ nit der Mannjchaft zum Sinten gebracht.
he das Kennzeichen eines starken Volkes sind. Nit der Der bekannte Amerikaner Francis Maccul—
lämlichen Ruhe und Würde werden wir alle Fragen 'angh, der jetzt als Kriegs-Korrespondent in Tripolias
der auswärtigen Politik behandeln. veilt, telcgraphierie nach New-York, daß er den
Wie aus den Worten des Ministerpräsidenten her⸗ driegsschauplatz als Pr'o de st gegen bie üalienischen
rgeht. durte die Regierung der Kammer porsehlagem, greueltaten verlasse. Er beabsichtige, sobald er der zen
„ie Interpellationsdebatte über die deutsch⸗franzoͤsischen ur entgangen sei, die Wahrheit moperblüumt zu veroß
zerhandlungen vorläufig zu vertagen und sie erst mit uca g
zer Diskussion über das Ratifikationsgesetz selbst zu Rach einem Telegramm des Deputierten Rahim
erbinden. — ius Tripolis shen die Türken eing n e X
— deberfall auf die Jtaliener. Sie nahmen
Politische Rundschau. — hnen Teile der äußeren Siadt ab, Eine furchtbare Ka-Deutsches
 Reich. — asrophe soll den Jtalienern noch unmitielbat bevor—
*Herr von Lindequist ist insolge der Auf⸗ dDie Jtaliener erlitten eineg roßeNieder—
regungen, die er in den letzten Tagen und Wochen agbie —— Giutiang bei Benghest —38 die Ataber
ur wgemact Ot. e Ihr a m rt. Schon am Freitag, e auf zwei Seiten an. 150 Italiener wurden ge—
r sene Demission gabguußte er das Bett hüten. yr ötet. Die Araber eroberten 400 Gewehre und
olitischen Kreisen erzählt man sich, er sei auch beim danonen. Die Kriegsschiffe konnten wegen des heftigen
dge Vusade gesallen und werde nicht, wie enß Zturmes nicht eingreisen und die flüchtigen Truppen
iblich in einer Apschiedsaudienz empfangen werden. liicht an Bord nehmen. Ein Versuch der Italiener, in
Sin 24 p —a gegen den Zzuvari bei Tripolis Truppen zu lauden, miklang. Sie
rüheren Kolonialsekretär von Lindequist wird, Miuten großt echist
vie man Sfhrt, kaum gingeleltet 5 n obwohl von Die genaue Zahl der am Dienstag in der Stadi
iser Eie me Ignzege r r enem glchen Dripolis geplatzten türkischen Grauaten beträgt 7.
enen ———— Favie man Hört, e Während des am Montag herrschenden heißen Wüsten⸗
nit Zer ZJuͤubrung der Geschäfte in Reichstolonialamte vindes scheinen die Türken unbemerkt eine Batterie der
etraute Gouverneur Dr. Sollf die Leitung des Kuo— Sebirgsartillerte errichtet zu haben, die sich nach der
oniaglamtes bereits vergangenen Samstan am kragkraft der Geschütze höchstens 4 Kilometer vom Zen
etreten. rum der Stadt befindet. Im Serail ries, wie die Fr
vnn SeeXien Janden 17 St,adtverordne, zig.“ sich berichten läßt, ein auf das Dach falleudes
enwahlen in der drittenAbteilung statt. zeschoß eine Panitunter dem Generarsa
davon hatten die Sozialdemokraten 11, die Freisinnigen ervor. In der Stadt wurden die Geschofse wenige
zu verteidigen. Die Sozialdemokraten behaupteten emerkt; sie wurden meist für Ualienische Fehischusfe e
hre 11 Sitze und gewannen dazun5 von den Freisin⸗ alten. Die Ausschiffung neuer“wersärt
igen, die nur einen Sitz behaupten konnten. In ver n gen betnägt im Ganzen 6900; sie dauert an. An
tadtverordnetenwahl der dritten Abteilung in Char— Nitswoch Abend war ein einstündiges Gefecht in
oten burrg verloren die Freisinnigen drei und ten der Siadt. Die Schiffsarlillerie feneries 20
ewannen die Sozialdemokraten sechs Sitze. S„chüsse. Sonntag Morgen war ein ähnlicher kürzere
Die A 3,wan de ,un g, über Ha'n burg be— Angriff. Die Italiener haben keine Ersoige zu ver
ug oͤn Otto bee7881 Personen aͤm Oltober des eichnen; die Truppen verteidigen muͤhsam ihre Limen
zorjahres 8841). Seit Jahresbeginn wanderten über deuerdings nimmt man an, der Feind fammle all—
»amburg 6s 909 (im Vorjahr 100 215) Personen aus. Lruppen um Tripolis zu einem Ensscheidungsangriff.
Englaud die Be lu stie der Italisen er find auch bei der
* Aufsehen erregt, daß ein Buch von Lord Charles etzten Gefechten sehr hoch, aber zahlenmäßig nicht mehr
ßeere s fior d, in dem man scharse Angriffe auf die estzustellen. Alle Spitäler sind überfüllt. Die Chor
Narineverwaltung zu finden erwarten konnte eranimmterschredend zu— J
ind das jetzt publiziert werden sollte, im lehlen Augen⸗ In Benghasi soll die La ge ähnlich sein
lick vom Verfasser zu rückgezo genn worden in Die Ablicferung der Waffen durch die Bevoölkerung ij
Kreta. unvol i n N g, Aabete srd aneg
* Nach Vecwerfsung des Antrages auf Vertag- taliensein ich. ie Jtaliener entsandten drei eiks
nng jedes Schrittes betreffend die Einverleidbß— n das Innere, um ihre Fieene gegen v —
ng und nach Verwerfung des Antrages des Oppo— iungen zur — ewegen; die Schei s
tirussützrers Michelidakis auf foforrige ber nicht zurückgekehrt. Auch aus Benghast wur en
Antsendung der kretischen Abgeordneten Hunderte von Eingeborenen nach der Insel Panlelieri⸗
uns griechische Parla'ment beschloß das kreti— nerichifft, jedoch erfolaten keine Massenhinrichiungen.
he Parlament auf Antrag des zur Partei Veniselos
ehörigen Abgeordneten Kesp halojannis mit 46
egen 360 Stimmen, zunächst die Schutzmächte unter Vor—
egung einer Denkschrift um ihre Zustimmung zur Ein—
erleibung zu ersuchen. Die Einverleibungsfrage ver—
iert also insolge der Haltung des Premiers Veniselos
rre Afindlitaä⸗

0

Das Marokko⸗Abkommen.
kine Rede des Ministerpräsidenten Caillaur.
cinisterpräsident Caillaux hielt in St. Ca—
.3eine große Programmrede, worin er sich
» die deutschfranzösischen Verhandugen
 wie folgt äußerte: Die Regierung ist sich
vußt, während dieser vier Monate eine unanfechtbai
cionale Politik durchgeführt zu haben, indem sie zum
oͤßten Vorteile Frankreichs die komplizierte Lage
gelte, der sie sich unmittelbar nach der Uebernahme
Regierungsgewalt gegenübersah. Ich kann heute
auf die Erklärungen eingehen, die der Minister
leußern und der Ministerpräsident dem Parlament
aden, sobald der unterzeichnete Vertrag zur Diskus—
stehen wird, aber ich habe das Recht, die Ideen
zeigen, die uns hei den besonders mühevollen Ver—
dlungen de Selpes geleitet haben, in deren Verlauf
ere Diplenatie es verstanden hat, jeden Fuß breiit
großen Interessen Frankreichs zu verteidigen, deren
rung wir ihm anvertraut hatten.
herc Caillaux setzte sodann auseinander, daß Frank—
die Niederlassung einer anderen Macht in Marokko
zulassen konnte, und daß es auch nicht mehr an—
dieses Land den Marokkanern selbst zu überlas—
Frankreich konnte nicht anders, als Marokko der
isation zu erschließen, um jede Rivalität auszu—
»ßen und die Hegemonie über das mohammedani—
Rordafrika zu erhalten. „Aber wir waren“, so fuhr
Minister fort, „nicht allein in der Welt; wir muß—
nit anderen verhandeln, diskutieren, Zugeständnisse
a.“ Er erinnerte weiter an das Einvernebmen
igland und sagte dann:
amit Deutschland seinerseits uns freie Hand in
»llo ließ, und auf Vorteile verzichtete, die es mit
geltend machen zu dürfen glaubte, haben wir ihm
isse Entschädigungen zugestanden, die ich gewiß nicht
ibsetzen möchte, von denen ich aber sagen dars, daß
zrankreich in keiner seiner Lebensaufgaben berüh—
ind daß sie keines seiner wesentlichen Interessen
gen. Die Regierung hat sich dann auch von dem
nken leiten lassen, daß die Teilung der Gebiete in
alafrika noch nicht abgeschlossen ist, und daß alle
ichen Mächte gut daran tun, sich auf einen Aus—
er gegenseitigen Interessen einzurichten, bei dem
ren Vorteit finden. Der Ministerpräsident schloß:
a der Meinung, daß das Abkommen, das wir
eresse der Erhaltung des Friedens so glücklich
abzuschließen, weder dem einen noch dem an—
er beiden Länder schadet, daß es im Gegenteil
itschland wie für Frankreich durchaus befriedi—
Es grreicht uns zum Vorteil, denn es be—
vsait einer Opposition, der wir in Marokko be—
und es gibt uns nach der Tilgung dieser
Hypothek das Recht, unsere ganze Tatigkeit auf
größeres, auf ein noch fruchtbareres, noch be—
res Gebier auszudehnen, als Algerien und Tu—
usammen. Wir haben nur die Verpflichtung, die
ftliche Gleichheit in Marokko zu achten, und un
r, Bedingung werden wir ohne Zweifel dem
aserer Kolonien die schönste Knospe hinzufügen.
lommen ist aber auch zum Vorieile Deuisch—
dessen politische Niederlafsung in Marokko wir
aich hätten hinnehmen können. Deutschland wird
Lorteile für seinen Handel und seine Industrie
WVergrößerung seines Gebietes in Afrika zie—
chließlich haben wir — und das ist der Punkt,
Wert unserer Abmachungen uͤber die Vorteile
materiellen Austausches hinausgeht, — erwartet,
ir der Sache des Forischriites und der Zivilisation
Banzen Welt einen Dienst erweisen, wenn wir
lusgleich einer Rxuhnung gelangen, die zwischen
chland und Frankreich ein für allemal die marok—
e Augelegenheit erledigt; wenn wir dazu kom—
—wie ein Minister desjenigen Landes, mit dem
wertvolle Freundschasisbande verknüpfen, un—
nn Dundee erklärte — daß endlich Deutschland
cankreich, welche der Menschheit schon so viele
eerwiesen haben und noch erweisen können, dazu
nen. nebeneinander zu leben und sich ꝛu ν“

tellt. Die endgültigen Bestimmungen für die Ver—
waltung der genannten Gebiete werden durch Gee⸗
eß festgelegt. Bis zur Verabschiedung dieses
vesetzes wird durch königliche Erlasse regiert werden.
Vorstehende Versügung wird dem Parlament un
erbreitet werden, um Gesentz zu werden.
Preßstimmen.
Die gesamte italienische Presse begrüße
zie Annerion mit Begeisterung. Die Tri
»una“ sagt, daß Tripolis und die Cyrenaika jeht um—
reunbare Teile Italiens sind, das sie nicht als Kolo
tie, sondern als ein Teil des Reiches zu verteidiger
vissen wird. Gegenüber diesem fait accompli könne di
Lürkei ihren Widerstand nicht aufrecht erhalten. Si
önne einen Beweis von großem politischen Sinn ge
zen, indem sie die Tatsache alzeptiert. Wenn die Türfei
iber trotzdem in ihrem sinnlosen Trotz beharre, so
vürden die notwendigen Konsequenzen ihres bedauer
ichen Irrtums ausf sie zurückfallen. Das „Giornal«
»Jtalia“ sagt: Der Wille der Nation ist unwider
uflich und die Mächte könnten nur Alt davon nehmer
iud unser mit den Waffen erobertes Recht anerkennen
der „Corriere d'gFtalias erklärt: Die Annexion
telle die einzige wahre Basis einer Lösung für alle
Unierhandlungen dar, welche die Mächte einleiten könn
en. Ter „Nessaggero“ schreibt: Es war an der
Zeit. Italien hat klar und lohal gesprochen. Die Ver—
antwortung für die unglückselige Expedition würde au
Zzie in törichten Illusionen verblendeten Türken zurüdk
allen.
Die Wiener Blätter nennen die Souveräni
äts-Erklärung Italien einen ungeheuerlichen Schritt.
die „Nontags-Zeitung“ schreibt: Was der König von
Italien getan hat, ist geeignet, den internationalen
Mächten schwere Verlegenheiten zu bereiten. Der Kö—
nig von Italien hat sich zum Souveran eines Landes
erklärt, dessen Eroberung er noch nicht durchführen konn.
e. Der Kaiser von Oesterreich hat feine Souveränitä
über Bosnien und die Herzegowina erst ausgesprochen
nachdem er das Land 30 Jahre lang faktisch in Besit
hatte und trotzdem hat die Anerkennung durch die Mächte
noch manche Schwierigkeiten mit sich gebracht. Wie sol—
en die Mächte sich nun gegenüber der Souveränitäts
ẽrklärung über Tripolis und die Cyrenaita verhalten,
wor diese Gebiete durch Eroberung oder Friedens.
chluß wirklich in den Besitz Italiens gelangt find und
die Frage der Souveränität somit eine völkerrechtliche
Lösung gefunden hat.
Vom Kriegsschauplatz.
Wie aus Tripolis gemeldet wird, fand wäh
end des Sountags ein Axtillerie-Gefechn
att, wobei drei italienische Soldaten durch Grangat.
plitter verwundet wurden.
Der türkische Kriegsminister erhielt von dem Kom⸗
randanten der türkischen Truppen von Tripolis
ine Mitteilung, wonach eine Kolonne türkischer Trup—
en und Freiwilliger am 28. Oktober die Italiener be'
doms angriffen und ihnen empfindliche Verluste bei
rachten. Die türkischen Truppen konnten indessen den
ngriff nicht fortsetzen wegen des mörderischen Geschütz⸗
euers der Italiener. Die Tuͤrken halien 7 Tole und
0 Verwundete.
Nach den der Pforte zugegangenen Meldungen ha—
en in den letzten Tagen vor Tripolis keine nen—
enswerten Kömpfe stattgefunden. Ueberhaupt sei die
zornahme größerer Operationen nicht zu erwarten. de
etzt die Regenzeit begonnen hat.
Der türtische Ministerrat beschloß, falls die Italie—
er Inseln des Archipels angreifen sollten, sofor:
aͤmtliche Italiener aus dem gauzen türkischen Reiche
uszuweisen
Londoner Geschäftsleute erhielten uber die
talienissche Niederlage sam 1. dss. Mts.
ei Tripolis soißende Rachricht: 8000 Türken und 16 000
taber, augefcuert durch Reden FethiBe y 8 und Ne—
chid Paschas griffen die Forts Seidmixi und Hani
nund erypberten sie. Die italienischen Verluste sollen
— 6600 Mann hetragen. Die Finetau rnnne

Aus Italien.
Das „Giornale d'Italia“ erhebt gegen einen Teu
er deutschen Presse den Vorwurf, daß sie ge
zen die Pflichten eines verbündeten Landes handele
Deutschland habe die freie Aktion Italiens im Minet
neer ausdrücklich anerkaunt und die Annexion Bosniens
durch Oesterreich zugelassen. Wenn auch Deutschland⸗
Presse auf die Regierung wenig Einfluß habe, so reiz
ie doch die italienische Presse, mit der Volt und Re
zierung einig sei.
Der Berichterstatter Bordiga des so
zialistischen in Genua erscheinenden „Lavoro“ wurd
rusgewiesen.
Aus der Türkei.
Die Törrei notifizierte den Nächten telegraphi
schen Protest gegen die italienische Annerion
on Iripolis. Der Protelst stelli jest, daß Tri
— 7
jeres über den Reichtum des alten Mauren zu erfahren
ind die Gelegenheit zu er pühen ihn eiwas daͤvon zu er⸗
eichte rn. Vorläufig mußte er aber die sen Gedaͤnken
iufge ben und die Aussührung für später verschieben.
„Ich habe die besten Tiere aus meinem Sigalle vor;
pannen lassen; der König kann nicht bequemer reisen
ind wir werden bald in Beadrid jein“ entgegnete deAb
ʒer co.
„Um so, besser, so wird un sere Reise nicht so lange
währen. Ich werde Euch affen und unge scheut geleiten,
wohin Ihr wollt und mein Arm steht Euch zu jedem
Renst bereit, den Ihr von mir sordect. Aber ießt ge
tattet mir, Euch nach dem Wagen zu jühren, durch die
astliche Aufnahme, die Ihr mir beteitet habt, fühle ich
nich neu gestärkt und ich brenne vor Ungeduld, zu er
ahren, wie sich inzwischen das Schicksal des guten
Ziquillo, o der Vezid, wie er iortan heihßen soll, gestaltet
au.
Hie beiden Mämer begaben sich nach die sen Worien
des Kapitän Balsairos in den Hof, wo die Maulfere
bereits vor eine bequeme Galera gefspannt waren. Die
ganze Dienerschaft war versammelt, um von ihrem ai⸗
tigen Herrn noch Abschied zu nehmen. Der Greis fühlte
sein Herz schwer werden, daß ihm der Abschied welcher
doch nur für eine Reihe von Tagen gelten sollte, für
mmer genommen dünkte.

—BAA
Zum Krieg um Tripolis.
Die Annexion von Tripolis.
Der istalbienische Köni g unterzeichnete nach—
tehende Berfügung: Auf Vorschlag des Minister—
»rässdenten und des Ministers des Aeußern nach An—
jörung des Ministerrats verfügen wir: Tripolis
ind Cyrenaika werden voll und ganz unter
»e Oberbobeit des 6öniarxeichs FJtalien oe⸗—

zreuz und Halbmond.
terisß Roman von H. w. Humboldt

AIhr gquten Menshen,“ hau hie d'Alberiea und schloß'
en Kapitän gerührt in seine Arne, dem es bei dieser
lmarmung und bei dem unverdienten Lobe doch eiwas
eltan zu Mute wurde.
Er bat XAlberiea auf der Bank Platßz zu nehmen
nd nun erzählte er ihm wie Yezid, oder Piquillo, wie
jetzt hieß, in seiner Eltern Haus gekommen, wie er
arin au'ge wachlen war und es kür'h verlassen hatte
md sein Weg ihn schließlich in den Palast des Gouver⸗
ieurs von Madrid führte, um nach einer Reihe glück⸗
icher Tage, wenn auh schuldlos abermals in einen
Wgrund zu stürzen.
Kapitän Balsairo hatte seine Erzählung längst be—
ndet und noch immer saz der Greis wortlos da, mit
en Himmel gerichtetem schmerzverzerrtem Gesichte, bis er
ich endlich auf die Geegenwart besann.
„Kommt in mein Haus, Sennor, Ihr werdet müde,
ungrig und durstig sein, das Beste loll Euch geboten
»erden,. Ich will mich inzwischen rüsten, Euch nach
Nadrid zu begleiten.“
Die beiden Männer schritten in das Haus. Hatte
dapitän Balsairo schon von 'außen Gelegenheit gehabt,
ije ses stattliche Besißtum zu bewundern, so erregte im
innern die Pracht und Herrlichkeit erst sein Erstaunen
Id erweckten seine Begierde; er hatte in diesem Augen⸗
ͤck kein Interesse für die Gefühle, die den Greis be—
vegen mußten, nachdem er nach langen Jahren heute
ie erste Kunde von einem seiner beiden ver schwunde⸗
ien Kindern erhalten hatte.

Wunden eines schwer g rüten Vaters geträufelt habt,“
sagte d Alber' ca und reic.ie dem Kapilän in einem klei
nen Kästchen eine Anzahl Edeljt eine.
Der Kapitän glaubte enen Augen kaum trauen zi
zönnen. Er besaß spvpiel Kemerblick, um ermessen 3i
zönnen, daß diese Steine alle ine schon ein kleines Ver
nögen repräsentierten und sie sollten nur ein Andenkel
ein — welcher Goldregen mußte sich da erst übe
hn ergießen, wenn der Gleis seinen verlorenen Sohr
wieder in seine Arme schließen konnte. NRur mühsan
interdrückte er seine sreudege Erregung, als er nach den
beschenk griff.
„Wenn Ihr nach Wadrid zurückkehrt, Sennor,
suhr dAlber co fort, „so nehmt mich mir Euch. Di
Königin ist eine edle Frau und noch nicht von den
Fanatismus der Spanier und dem Haß der elben ge
zen uns Mauren ergriffen. Sie vers prach mir einft, sig
meiner zu erinnern, wenn ich den W'eg zu ihr mit eine
Balle uchen würde. Zu ihr will ich eilen, um ihrer
Schutz jsür meinen Sohn anzurufen.“
„Ich nehme gerne Eure Geleitsch aft an, Ton Alami
entgegnete Kapitän Balsairo unterwürsig. „Ich würd
Cuch anraten, im Hause des Gouvb eindurs Ton Jua
»'Aguilar die Ereignisse der nächsten Zukunit abzuwal
xLu. 3

nnor, verzeint es wik, wenn ich Eure frone Hoff⸗
ur zum Teil erfüllen kann,“ sagte der Kapitän,
end die Ach'eln zuckend, „gebe aber der Himmel,
gelingt, das Schreckliche, welches Euren unschul⸗
Zohn betroffen hat, abzu ven den. Ihr seid reich
leicht öffnet die er Reichtum Euch den Weg vbis
Herzog von Lerma und alles kam noch gut
Lem ich recht verstanden habe, so sprecht Ihr nur
aeinem Sohne, meinen Nezid, nicht aber auch
ieiner herzigen kleinen Cazilda, die ich beide
vetloren und nach denen sich seither mein Herz
asucht verzehrt hat !⸗
on einem Mädchen weiß ich nichts,“ entgegnete
n Balsairo, erstaunt, daß d'Alberca nicht vu deg
eines Knaben, szudern auch eines Mädchen be—
aber er hatte nie irgend eine Andeutung seiner
über ein Mädchen vernommen: die beiden Kin—
ikzten alijo von einander getrennt worden sein.

IJ grau ames wejchick waltete ũüber dieser Famu
bst ein so rauher Ehatakter wie Kapitän Bal sa⸗
en Gewissen so leicht sich nicht regte konnte sich
3 Mitleids mit dem schwergeprüften Greise
r ichließen.
das Schick sal ist Euch also noch unbekannt;
zählt mir wenigslens von inen Vezid, was
tzür jedes Wort von ihm wil ich Kuch dank
Allah sei geprie jen, der Euch in mein Haus
uim in das Dunkel meiner letzten Tagen vielleick
ge lichte Stunden zu bringen.“
ne will ich Euch eczählen, was ich weiß, Sen
nich liebte den kleinen Paquillo wie einen Bru⸗
meine Multer ihn wie ihr Kind. Ach, daß die
n Tag nicht mehr erlehie, da ich iuhnne
ern waren. Ihre rcude würde ebenso qroß ge—

Der Gre nickte zu stimmend mit dem 3
„Imh ha' allerdings die Absicht, mich zunächst 3
em Edudeieur zu begeben, aber wird er meinen Be
ich auh aunehmen, wird er sich dem Verdachte aus'e
in wollen verdächtigen Umgang mit Mauren zu pfle
n? Es ist, wie mir sehr wohl bekannt, eine schwer
eit über uns her eing ebrochen.“
„Glaubt das nicht; was ich über Don Juan d'Aqui
r gehört habe, soll er ein edler Mann kein, wie Ih
auch schon daraus erseht, daß er Euren Sohn aug
»mmen hat.“
„Ich vetraue Euren Worten und werde die selben b
aen, Sennor.
woller
36*

— — —
— ⏑

15. Kapitel.
Die Aufnahme, welche Zapitän Balsair o fand, über⸗
tieg sekne Erwartung bei Weitem und er Konnte sich
iur wünschen, daß es so bleiden möge. Aber zu einem
rößten Leid wesen sah er iih doh gezwungen, den Greis
dieder mit nach Madrid zu begleiten.
Der Kapitän hatte sich von seiner Rei se kaum etwa
rholt und gestärkt, so soner denn d' Alber'en duch scho
eisefertig vor sich strhen, d dem er für sei ne Abmesen
eit einem Hause all teist hatte.
di E————

Bereits nach drei Tagen, nah einer schnellen Reise
rreichten die Rei senden Madrid. d'Alberiea konnte den
Cag kaum erwarten, der ihm endlich Gewißheit über
as Schicksal seines Sohnes bringen sollte, daher hatte
r unterwegs auch fortwährend den Kutscher, ganz gegen
eine sonstige Gewohnheit, angehalten, die Tiere zut gröken
 Eile anzutreiben.
Nur Kapitän Balsaĩro bewahrte anscheinend einc
duhe, wenn er auch innerlich diese große Eile verwüm«a—
, die nicht einmal gestattete, in einem Gasthause
ueze Rast zu halten, da der Greis weder an Soeu⸗

ir ausbrechen; die Reise ist weit und
erden“ mahnte der Kapilän, aber ẽn
—
            
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