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ee Amtliches Publikationsorgan für der Mit zwei Beilagen:
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Bürgermeisterei-Bezirk Dudwei Sonntagsblatt und Heitere Blätter.
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ernspr.⸗An 1. aarhrücken Nr. 69, 259, 269, 1261. Drucku. Rerlag: J. Unterkesser, Dudweilo Verantwortlich für die Schristleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenieil Karl Unterleller
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seder Abonnent itt 4 deirch Unfall bei der Nürnberger Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Jeder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnberger Lebensversicherungsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stunden nach dem Unfall in ärztliche
zehandlung begeben. Todec J ts. Atens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebrachtwerden. Über die Voraussetzung der Versicherung ge“ n die Versicherungsbedingungen Neutsschluß, die vom Verlage od. von der Rürnberger Lebensversichezungsbank zu bezlehen sind.
Nr. 262. Aä Ausqabe ohne Abonnenten-Versicherung Freitaa, den 3. November 1911. 24. Jahrgan⸗
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Am Montog r. che Be—
a ßzung von Honius, die 43009 Mann stark ist, sehr
ringend Nachschub, woraus viele schließen, daß der
reind seine Hauptmacht dorthin geworsen babe. Es
hurde ein Kriegsschiff dorthin entsandt.
Aus der Türkei.
Der leitende türkische „Tanin“ schreibt zu eiwaigen
gerhandlungen der Großmächte mit der
ßforte wegen Herbeiführung des Frise dem s: „Ita
ien hat diesen Krieg heraufbeschworen. Wünscht es ihrn
richt mehr, so muß es sich aus Tripolisentfer—
wre'n. Falls wir dann Lust haben, in Verhandlungen
iber die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehun
jen einzutreten, können wir es ja ruhig tun.“
Das von verschiedenen Orten gemeldete Erscheinen
inzelner Kriegsschiffe hat die Regierung zu umfassen⸗
en Sicherheits maßnahmen an der Küste veranlaßt. Die
zeiruter Truppen sind durch Hinzuziehung von Streit
räften aus dem Innern bedeutend verstärkt worden.
Aus Saloniki und verschiedenen Teilen de—
steiches wird berichtet, daß dort Enthusiasmus über die
ürkischen Erfolge herrscht.
— —
Zur Revolution in China.
Ein kaiserliches Edikt genehmigt den Rücktrit
iller Minister.
Yuanschikai ersuchte die Regierung telegra—
hisch, einen interimistischen Premierminister zu ernen⸗
ten, während er alle Angriffe der Kaiserlichen einstel—
en lassen und unverzüglich mit Liyuanhang wegen des
undgültigen Friedensschlusses unterhandeln
verde. Manschikai will, falls er nicht anders Unteryandlungen
herbeiführen könne, sich ins Lager der Auf—⸗
tändischen nach Wutschang begeben.
Die Auanschikai übertragenen Vollmachten sind
tach dem Korrespondenten der „Times“ in Peking grö—
zer, als ein chinesischer Untertan sie jemals hatte, denn
außer dem Amte des Premiers behält er das Ober—
ommando über die See- und Landstreitkräfte. Es dürfte
hm gelingen, ein Kompromiß mit der Rebellion
erbeizusühren, deren Leite Sihnanyund sein
Schüler ist. Während der letzten Tage sind beide durch
Mittelsmaͤnner in Noarbindung gewesen.
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Aus aller Welt.
Protest gegen Jagow. Die Berliner Detailge
chäfte beabsichtigen eine große Protestversammlung ge
zen den Berliner Polizeipräsidenten, weil dieser an
heiligen Abend, der auf einen Sonntag fällt, die Er
aubnis zur Offenhaltung der Verkaufsläden nur fit
gewisse Stunden, nämlich von 8 bis 10 Uhr vormit
tags und von 12 bis 3 Uhr, spätestens 4 Uhr nachmit
tags, gewähren will.
Hiunrichtung. Donnerstag früh fand im Hofe des
Strafgesängnisses Phötzeen see bei Berlin die Hin
richtung des 26jährigen Arbeiters Albert Hartmann statt,
der im Januar eine Arbeiterfrau ermordet und ihren
Barschaft von 10 Mark beraubt hatte.
Einbrecher drangen in das fürstliche Schloß Schieder
bei Detmold ein und stahlen eine wertvolle Geweih—
sammlung, sowie Oelgemaͤlde.
Mänberischer Ueberfall. Der Landwehr⸗Leutnani
Woldinsky, der in der Eisenbahn nach Prag fuhr, isl
kurz vor Prag in seinem Abteil von zwei Burschen
überfallen, gesesselt, geknebelt und seiner Barschaft be—
raubt worden. Die Räuber entkamen.
Banuunglück. Aus Nogentsur⸗-Seine wird
berichtet: Durch den Einsturz eines Gewölbes bei einer
im Bau befindlichen Malzfabrik ist ein großer Teil des
Neubaues eingestürzt. Ueber 50 Arbeiter liegen unter
den Trümmern. Aus Troyes wurde eine Abteilung In—
fanterie beordert, um bei den Rettungsarbeiten zu helsen
— Eine weiiere Meldung besagt: Es wurden bisher 7
Tote rekognosziert. 27 Leichen liegen noch unter den
Trümmern. Soldaten und Feuerwehr müsfen mit Zan—⸗
zen und Beilen die Eisendrähte und Balken entfernen,
um sich einen Weg zu den Toten zu bahnen. Die Auf—
ränminnarhbeiten dürften noch 12 Taae dauern.
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zahm der selben sünf Goldrollen, welche sie ihm lächelnd
sinreichte.
„Nimm!“ sagte sie bestimmt, „bevor Don Juan den
Zzchaden entdeckt, kannst Du mit der neuen Vase von
Faufmann zurück sein.“
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prachlos an; er hielt das eben Gehörte für gänzlich un⸗
röglich.
„Wie?“ rief er endlich erstaunt. Du, Aischa besißzt
ine so bedeutende Summe ?“*
„Beunruhige Dich nicht.“ entgegnete fie, „das Geld
st wirklich mein Eigentum.“
„So bist Du reich, Aischa, ich kann aber das Geld
nicht annehmen; ich kann nicht —“
„Weg mit den unnützen Bedenklichkeiten!“ rief fie
ingeduldig. „Du siehst, ich habe noch sehr viel von dem
Zelde.“
Sie öffnete die Schatulle nochmals und zeigte Piquillo
'nen Haufen gleich groser Rollen Es cudos d'oro
Glaubst Du,“ suhr sie fort, „daß ich um dieses nichti
en Gutes willen einen Freund dem Verderben geweih
ehen könnte?“
Diese Frage entschied. Piquillo nahm das Geld, fie
or Aischa auf die Knie und preßte ihre Hand an sein
eippen.
„Ach, wie kann ich Dir jemals vergelten,“ sprach e
raurig, „was Du schon alles an mir Verwaisten getas
jast?
⸗Quäöle Dich nicht mit diesen Eedanken,“ erwidert
lischa, überrascht durch eine Träne, die in Piquillo—
dugen glänzte. „Betrachte mich als Deine Schweste
ind müßte ich als solche nicht Freuden und Leiden m
Dir teilen? Aber jetzt eile, den Schaden zu ersetzen.“
»Meine Schwester — o, könnte ich mich eines solche
dlückes rühmen, wäre ich einer solchen Gnade teilha
ig,“ sprach Piqu illo halbiaut mehr für sich.
Sie drängte ihn sanft aus dem Zimmer, damit e
dieder Mut sasse un d eile, ehe Jemand von dem U—
ill etwas bemerkte — — — — — — — — —“
Die Stunde des Festes war herangekommen, Car
lina hatte kaum ihre prachtvolle Toilette beende
ich die Eduipagen de delenen Gl⸗ gor dem Wali.
Die erne Gnttanschung.
Seit etwa einer Woche ist es den italienischen
kruppen troß aller Tapferkeit herzlich schlecht gegangen;
uur war es bis heute nicht möglich, diesen Mißerfolg
zer italienischen Tripolis-Expedition einwandfrei festzu—
tellen. Denn während die türkischen Depeschen schon
ange von der ungünstigen Position der Italiener spre—
hen, gaben die italienischen höchstenfalls zu, daß die
zerluste auf italienischer Seite bei den fortwährenden
—
ßerwundeten aber noch nicht hätten gezählt werden
önnen. War das schon einigermaßen seltsam, so
nußte es noch seltsamer berühren, daß die italienische
ßresse die Zahl der getöteten Türken und Araber ganz
enau zu beziffern wußte und dabei in anbetracht der
eringen türkischen Heeresstärke wahre Zahlenorgien
ierte.
Wenn die Zeitungsberichterstatter vom Kriegsschau⸗
latze möglichst ferngehalten werden, und die offiziösen
depeschen die Zahl der Toten und Verwundeten nicht
nzugeben vermögen, dann steht es nach allgemeiner
zrfahrung schon schlecht um die betreffende kriegführende
Nacht. Die itallienische Verlustliste vom 23. bis 26.
Atober liegt ja nun allerdings vor. Sie gibt zu, daß
Wdiesen vier Tagen 13 Offiziere und 363 Mann ge—
itet und 16 Offiziere, sowie 142 Mann verwundet sind.
ber es muß sehr bedenklich erscheinen, daß sie nicht
ie Namen der außer Gefecht gesetzten 540 enthält, so—
aß man, zumal auf Grund türkischer Nachrichten (de—
en zufolge allein am 23. Oktober 565 Italiener getö—
t wurden), gezwungen ist, die Verluste der Italiener
edeutend höher anzunehmen.
Die Jinliener könnten sich aber über diese Verluste
y hinwegsetzen, wenn nicht gleichzeitig feststände, daß
sich auf dem Rückzuge nach der Küste befinden, es
„ir nicht einmal ausgeschlossen erscheint, daß die Tür—
indie Außenforts von Tripolis wieder in Besitz ge—
omuen haben, oder die Italiener es wenigstens nicht
erhindern konnten, daß die Türken um Tripolis herum
efestigungen anlegten, um die Stadt desto besser unter
euer nehmen und sich selbst eine bessere Verteidigungs—
llung schaffen zu können. Als der italienische Rück—
g erfolgte, motivierten ihn die offiziösen italienischen
ätter damit, daß die Stellung jenseits der Oase
icht aufrechterhalten werden könne, weil die zahlreichen
ort gefallenen Türken einen pestilenzartigen Geruch ver—⸗
reiteten, und die Brunnen infiziert wären. Das war
atürlich eine lahme Entschuldigung, denn, ganz abge—
hen von dem sonst sehr bekannten Gebrauch von unge—
schtem Kalk, hätte die italienische Heeresleitung eben—
gut statt des Rückzuges den Vormarsch anordnen kön—⸗
en, wenn sie dazu noch imstande gewesen wäre.
Aber die Italiener hatten das zwischen Türken und
abern bestehende Verhältnis falsch beurteilt. Als
mnen die arabischen Bewohner von Tripolis huldigten,
aubten sie schon die ganze Wüstenbevölkerung hinter
h zu haben, und mußten es nun erleben, daß zu der
jarnison von Tripolis von 10 000 Mann noch min—
estens 60 000 Angehörige der verschiedenen Wüsten-⸗
aämme stießen und weitere Zuzüge in Aussicht stehen.
döglich, daß es den Italienern noch eine Zeitlang mit
ilfe ihrer Schiffsgeschütze gelingt, die Stadt Tripolis
Ad die übrigen Küstenstädte zu halten, — von einem
ormarsch ins Innere, also von einer wirklichen Erobe—
ag Tripolitaniens, kann wohl nicht mehr die Rede
n, seitdem die grüne Fahne des Propheten von den
iaregs erhoben ist, seitdem die Italiener auf ihrem
ickzuge begonnen haben, Moscheen zu entweihen, ara—
che Frauen zu vergewaltigen und im krassen Wider—
uch zum Völkerrecht alle bewaffneten, aber sonst fried⸗
sen Eingehorenen als Rebellen niederzuschießen. Die
aliener können Gott danken, wenn sie bei dem er—
achten Fancttismus der Araber und der Taktik der
er Aegypten nach Tripolis gelangten Generalstabsof—
iere überhaupt noch ihre Schiffe erreichen. Truppen⸗
ichschübe können ihnen heute wohl die Küste sichern,
ser nicht den Vormarsch ins Innere; denn dieses wird
egen der Regenzeit bald wie ein großes Schlamm—
deer aussehen, wo 200 000 Mann, wie sie Italien
cauchte. wenn sie nicht. mie die Gingeborenen, «u-„Ihr,
der glämzendste Favalier Spaniens, werdet im
ẽrnste doch nicht glauben, daß man seine Werbung ab⸗
chlagen wird, wenn auch im Augenblick meine Nichte
n ihrem kindlichen Unverstand die se Ehre noch nicht
oll zu würdigen veriteht.“
Don Bernard ergriff leidenschaftlich die Hand der
zräfin und rief wie in Verzweiflung:
Teuerste Gräfin, ich könnte rasend werden, wenn
h glauben, wenn ich besürchten müßte, daß mein sehm
chster Wunsch unerfüllt bliebe und ich wäre im Sitonde
)on Fernando Albayda über den Haufen zu stoßen.
Wer ich will Euren Worten glauben, Euch ganz ver⸗
rauen, datum bitte, beschwöre ich Euch, macht die ser
chrecklichen Ungewißheit ein Ende. darum ließ ich Euch
u mir bitten.“ 9—
„Geduld, edler Ritter!“ unterbrach ihn die Gräfin,
damit ihr mit Eurem Ungestüm nichts verderbit. Ge—
enwärtig sträubt sich meine Nichte zwar noch, darum
abe ich mir so einen kleinen Pian zurechtgelegt, der,
die ich den Stolz meines Bruders kenne, sicher zum Ziele
ihren wird.“
„Laßt hören und wenm es wirklich gelingt, die schöne
—X meiner Werbung geneigt zu maden, so verspreche
ch Euch, meinen garzen Einfluß aufzubieen, Euch zur
tsten Lame des Hofes empotzuheben
Das nmar es, was die Grafin hören wollte; ihre
Nugen era znzten und über ihr Geficht hufchte der Aus
druck griner Freude und Genugtuung. denn es wal
ihr keir vegs unbekannt geblieben, wie ihre Stellune
im Hoje ich lockerte und das Verirauen der Köniagin
hr imme mehr verloren ging. Nichts dünkte ihr abel
Schrech er, als eines Tages den Hof verlassen und
n das Nihts einer bedeutungslosen, alternden Witt
urückkenren zu müssen. Sie haßte deßhalb die Oester
eicherin und war ihr daher die Gelegenheit willkom
nen, sich den Herzog von Lerma und seinem Sohn durch
)as Zu“ endekommen der von die sen gewünschten Heira
u verp htez und mit deren Hilse und Einflufz über
ille and en Vamen am Hofe triumphieren zu können
„Ickt balte Euch beim Wort. Don Bernardo, mein
inger, e er Freund. Ach, seid der Hierherkumft dieser
erteie n üt der spanische Hof der lanqweiliaste und
chnn heninnen Mor ininin