Full text : Dudweiler Zeitung

Amgegend und vie anderen Städte am Jangtse mis
Ausnahme der drei Städte, die in den Händen der Re—
—XR
Die Hauptmacht des Generals Pinischanng steht
toch bei Senyangtschau. Yintschang berichtet in einer
Botschaft an die Regierung zu Peking, daß die Revo
utionäre 400 Geschütze besäßen, und daß er sich zu wei—
erem Vorrücken nur verstehen könne, wenn er noch wei—
ere Artillerie, Munition und Geld zur Bezahlung der
Truppen erhalte. Die Revolutionäre werden offensicht
ich von Tag zu Tag stärker. Amtliche Berichte aus
Nanking, Wuhu und Kiukiang besagen, daß an all
diesen Orten die Bevölkerung außerordentlich unruhig
t. Die öffentliche Meinung in Nordchina steht im all—
gemeinen auf Seiten der Revolutionäre. Sianfu,
das als Hochburg der Dynastie galt, ist zu den Auf—
tändigen übergegangen. Die Regierung ist bemüht, der
Bitte Vintschangs um Artillerie und Geld nachzukommen.
„Daily News“ meldet aus New-York: Der chinesische
Revolutionär Sunyatsen ist dort eingetroffen, trotz—
dem die New⸗Yorker chinesischen Revolutionäre es ab—
leugnen. Man weiß, das Sunyatsen nur Meldungern
mus Peking abwartet, um nach China abzureisen, wor—
aus er seit zwöls Jahren verbannt iñf

Aus West⸗ und Süd⸗Deutschland.
Köln, 25. Oktt. (Französischer Luftbal—
on.) In dem rheinischen Orte Meckenheim landete
Kachts ein Luftballon mit zwei französischen Insassen,
zer im Sturm schweren Schaden gelitten hatte. Man
emerlte die Luftschiffer erst gegen Morgen. Beide hat—
en nicht unerhebliche Verletzungen an Händen und Ar—
nen davon getragen. Nach ihren Angaben waren sic
im Sonntag in Paris aufgestiegen. Sie wurden dem
bürgermeisteramt vorgeführt und da sich nichts Verdäch
iges vsepr alsbald wieder entlassen. Der Ballor
vurde auf dem Bahnhof verladen, worauf die Franzo
en die Seimreise nach Paris antraten.
* Köln, 25. Olt. Ein sdiebstahl)
vurde in einem Uhren- und Goldwarengeschäft an der
Gertrudenstraͤße verübt. Außer einem großen Geldbe—
rag sielen den Einbrechern Brillanten, Uhren und Ringe
m Werte von 5000 WMark in die Hände.
* Bonn, 25. Olt. (GCie besdrama.) Das Schwur—
jericht verurteilte den 46 Jahre alten Viehschweizer P.
decker aus Holland, der in der Nacht zum 5. Augusti
oieses Jahres die Frau des Oberviehschweizers Boos
auf dem v. Mallinckrodtschen Gute zu Wachendorf durck
inen Revolverschuß zu töten versucht hatte, weil sie
ein Verhältnis zu ihrer Tochter nicht billigen wollte,
zu sechs Jahren Zuchthaus. Der Staatsanwalt hatte
ur vier Jahre Zuchthaus beantragt
* Düsseldorf, 25. Okt. (Raubmord.) Hier wurde
zer Arbeiter Wilhelm Picard ermordet aufgefunden.
Zeine Löhnung fehlte. Unter dem dringenden Verdacht
»es Raubmordes wurde der Arbeiter Josef Muschinski
erhaftet.
** Elberfeld, 25. Okt (1000 MarkBelohnung.,
Dder Erste Staatsanwalt hat auf die Ermittelung des
käters, der bei seiner Festnahme am 13. dss. Mts. den
Lolizeisergeanten Walther von hier derart gestochen hat,
aß er gestorben ist, eine Belohnung von 1000 Mark
uusgesetzt. Ter Täaͤter, der nur gebrochen deutsch sprach
ind Italiener oder Kroate zu sein schien, hatte erklärt,
aß er von Köln komme und nach Düsseldorf wolle.
* Mülheim (Ruhr), 25. Olt. (Vermächtnis.,)
zin der Stadtverordnetensitzung machte der Oberbürger—
aeister Mitteilung von dem Testament der vor einigen
kdagen in Berlin verstorbenen Frau Dr. Leonhard geb.
5tinnes. In dem Testament wird als Universalerbe der
enkel des verstorbenen Hans Stinnes eingesetzt. Die
Stadt Mülheim soll den vierten Teil der nach Abzug
iner für den Enkel bestimmten Rente verbleibenden Ein—
ünfte erhalten, bis der Enkel, der gegenwärtig 10
Jahre alt ist, sein 30. Lebensjahr erreicht hat. Ist der
ẽrbe 30 Jahre alt, soll die Stadt den fünften Teil des
ann vorhandenen Vermögens erhalten. Sollte der En—
el nicht 30 Jahre alt werden und keine ehelichen Nach—
ommen hinierlassen, soll die Stadt den ganzen Ertrag
ekommen, soweit dies nach dem Testament von Ma—
hias Stinnes vom 25. März 1845 möglich ist. Das
kdapital soll stets unangetastet bleiben. Die Zinsen sol—
en Wohltätigkeitszwecken zugeführt werden. Das Ver—
tögen ist sehrt groß und der Stadt dürften jetzt schon
ährlich über 100 000 Mark zu Wohltätigkeitz3zwecken
ur Verfügung stehen.
*Mörs, 23. Okt. (Werbrechen?) Im benachbar—
en Walde wurde die Leiche des seit etwa vierzehn Ta—
en verschwundenen Vorstehers Schmitz von der West⸗
eutschen Banl in Homburg aufgefunden. Die Leiche
veist einen Kopfschuß auf. J
* Dnisburg, 258. Okt. (TyphusEpidemie.)
die Typhus-Epidemie im Ruhrrevier gewinnt immer
nehr an Ausdehnung. Insbesondere tritt die Krank—
zeii in Duisburg, Hamborn und Mülheim (Ruhr) auf,
vo etwa tausend Fälle ämtlich bekannt sind. Weiter
serrscht die Epidemie in Borbeck, Bottrop, Gladbeck und
inigen anderen Gemeinden. Auch hier sind von der
Zeuche mehrere Hundert Personen ergriffen. Tödlich
erliesen bis jetzt 80 bis 100 Fälle. Ein weiterer er—
eblicher Teil der Erkrankungen ist nicht als eigentlicher
7yphus, sondern als leichte Darm-Erkrankungen be—
mmni geworden. In Mülheim (Ruhr) mußten die
ranken, da die Krankenhäuser überfüllt sind, in Iso—
jerBaracken übersührt werden. Die Epidemie wird
Algemein auf die schlechte Beschaffenheit des Rihrwas—
»ra auricknaefiihrt

Ein Triumpf der Wissenschaft.
Beseitigung der chronischen
Stctuhlverstopfung
— *
ohne Abführmittel.
Der einzig richtige Weg zur „Blutreiniaguna“.
„Blut ist ein ganz besonderer Saft“, sagt Goethe. „Blut
si flüssiges Leben“, sagt der Arzt. Blut ist das Oel der
Lebensflamme, der Bekämpfer, aber auch der Urheber zahl—
eicher Erkrankungen. Wie bekannt, liegt die Quelle des
ßlutes im Darm. Von dorther stammen mithin schon die
drankheitskeime, die von dem Blut durch den ganzen Kör—
er verschleppt werden. Wenn daher der Darm nicht rich—
ig funktioniert, ist auch der ganze Organismus in Unordnung.
Neuere Forschungen haben nun nachgewiesen, daß die
ʒei mangelhafter Darmfunktion sich bildenden Krankheits—
eime sehr häufig von gewissen im Darm schmarotzenden
kleinlebewesen (Bakterien) herrühren, und in diesen letzteren
ieht jetzt die Wissenschaft die Hauptursache zahlreicher schwe—
er, sowohl akuter wie chronischer Leiden. So, um nur
ines der wichtigsten herauszugreifen, die der chronischen
ztuhlverstopfung in zahlreichen Fällen.
Mit der Erkenntnis der wahren Ursache dieses Aller—
neltleidens sind natürlich jeßt auch die Wege zu jseiner
adikalen Beseitigung gegeben. Wenn man die chronische
uihblverstonfung bialong mit Ahführmitteln zu hbesoitinan

* Saarlerücken, 25. Oktt. (Foffnungsvoler
Füngling.) Der weger Unterschlagung verhaftet
zaarbrückener Banklehrling Friedrich Renmner wurd
em Uniersuchungsrichter in London vorgeführt
Dder Polizeiinspektor, der Renner verhaftete, sagte aus,
er Augeklagte habe bei seiner Verhaftung erklärt, er
jabe 10000 Mark an einen Mann in Paris gegeben,
essen Adresse er nicht kenne und 10 000 Mark an zwei
ndece Vanner. Im Schlafzimmer des Verhafteien fand
ian 190 Tansendmarkscheine, 14 Pfund in englischem
elde und einen Betrag in französischem Gelde. Der
zefangene wurde bis zur nächsten Vernehmung in di—
aft zurückgeführt
* Mainz, 25. Okt. Im Banne des ,Reneny
»wei Schiersteiner junge Mädchen waren, wie die „B.
p.“ schreibt, vor einigen Tagen in Eltville gewesen
ind dort auch von dem Neuen nicht ganz unberührt ge—
lieben. Als sie sich in lustiger Stimmung abends spät
or dem dortigen Bahnhofe aufhielten, kam ein Main—
er Automobilbesitzer, der ebenfalls dem Neuen gebörig
ungesprochen hatte, vorbei. Er lud die beiden Schönen
ein, mit ihm zu fahren. Nicht wenig erstaunten sie
iber, als das Auto trotz ihrer lebhaften Bitten ohne
mzuhalten, Schierstein durchsuhr. Erst in Biebrich hat
s vor einem Wirtshause Halt gemacht. Man stieg hier
aus und der Autler ließ es sich nicht nehmen, seine
veiblichen Fahrgäste zu bewirten. Mitternacht war in—
wischen längst vorüber. Als den beiden Mädchen die
rziebenswürdigkeiten ihres Ritters allzu groß wurden,
eschlossen sie zu flüchten. Unter dem Vorwand, auszu—
reten, verschwanden sie durch eine Nebentür und eilten
rüchtigen Schrittes Schierstein zu. Als der Autler sah,
oie er augeführt worden war, bestieg er flugs sein
luto wieder und jagte hinter den Flüchtigen her, doch
iese wußten sich bei seiner Annäherung rechtzeitig un—
ichtbar zu machen, so daß er kein Glück mit seiner
zagd hatte. Er kehrte wieder nach Biebrich zurück,
uchte hier noch in verschiedenen Lokalen nach ihnen,
och alies vergeblich, Und so mußte er schließlich gegen
Tagesgrauen mit seinem liebebedürftigen Herzen die
deimfahrt nach Mainz antreten.
Aus aller Welt.
Uunterschlagung. Wegen Unterschlagung amilichen
delder wurde der Feldwebel Ruppert der 1. Kompani
zes Telegraphen-Bcetaillons in Treptow verhaftet. Bis
jer stellte man einen Fehlbetrag von 8000 Mark fest
stuppert, der bereits im 18. Jahre diente, war ein tüch
siger Soldat, aher ein eifriger Rennbahnbesucher un'
hat dort große Summen am Totalisator verloren.
Jirchenränber. Uus Oresden wird berichtet:
In Eschorlau ist in der alten historischen Kirche ein
Raub verübt worden. Die am Kreuz hängende wert—
olle Christus-Figur wurde abgerissen, der golden«
dronleuchter zertrimmert und die Leuchter gestohlen
dann besudelten die Räuber die Kirche mit Petroleum.
die Opferstöcke wurden erbrochen und ihres Inhaltes
eraubt.
Fenersbrunst. Die Ortschaft Piringesdorf bei
Ddedenburg steht in Flammen. 150. Behausungen sind
ereits abgebrannt.
Kein Attentat. Aus Tetschen wird berichtet:
zie Nachricht, daß auf den Zug des Königs von Sach—
en bei seiner Rückreise von Schwarzau ein Attentat
eplant gewesen sei, wird als unbedründet bezeichnet
lis Grundlage zu dem Gerücht mag vielleicht die Ver—
aftung zweier Spitzbuben gedient haben, die sich in der
dähe der Brücke herumtriehen, welche der Zug des Kö—
igs passieren sollte.
Spionin Thirion. Die vom Reichsgericht wegen
3pionage verurteilte französische Sprachlehrerin Thirion
hurde zur Verhüsßung ihrer Strafe nach Cottbus ade—
racht.
Verhafteter Schwindler. Die Verhaftung eines
zchwindlers in Flers im Departement Orne hat für die
eutsche Justiz ein ganz besonderes Interesse. Es han—
delt sich namlich um einen gewissen aus Locle in der
zchweiz geberenen Hermann Moritz Bürkle' auch ein—
ach Herniann genannt, der von den deutschen Behör—
en wegen eines Totschlags und' wegen Betrügereier
teckbrieflich verfolgt wird. In Frankreich hat diese;
benteurer und Verbrecher inzwischen gleichfalls eine
anze Reihe von Strastaten begangen, so besonders in
'oulon, wo er einen Zahntechniker gehörig hineinlegte
zn Flers wußte er sich durch eine erschwindelte oder
refälsfchte Empfehlung eines Zahnarztes aus Abbeville
rft eine Stellung bei einem dortigen Zahnarzt zu ver—
haffen und dann auf Unkosten zahlreicher naiver Ver—⸗
rauensseliger sich in einer äußerst glänzend ausgestatte—
en Wohnung selbst zu etablieren. Zunächst ist er nach
oulon übersührt worden, um dort für die in dieser
ztadt begangenen Schwindeleien sich zu verantworten;
ann wird die Rundreise durch die Gerichtshöse, die
ehr lang zu werden scheint, weiter fortgesetzt werden.
Cook in Kopenhagen. Bei einem Vortrage des
dordpol-Entdeckungs-Schwindlers Cook in Kopenhagen
am es zu großen Skandalszenen. Der frühere Freund
ooks, Dr. Norma-Hansen, der ihm s. Zt. bei seiner
inkunft in Kopenhagen einen glänzenden Empfang be—
eitet hatte, protestierte dagegen, daß Cook es wage,
n Kopenhagen öffentlich zu sprechen. Dr. Hansen ist
on den Begleitern Cooks hinausgeworfen worden.
rurbulente Szenen spielten sich ab. Zum Schluß des
zortrages aber wurde demonstrativer Beifall von einen
roßen Glaque ünszeniert.
Brand in einer Kirche. In der Kirche Santa Ma—
— nrömischen Stadtviertel Trastevere brach ein

ichon einmal langere Zeit daran gelitten, ganz und gar
auf dem Irrwege. Mit Abführmitteln läßt sich wohl das
Leiden für den Augenblick, nicht aber seine Ursache be—
ämpfen. Im Gegenteil, je länger Abführmittel genommen
serden, desto schlinmmer wird die Sache. Die Ursache des
lebels liegt eben sehr häusig in den genannten Fäulnis—
zakterien, und erst dadurch, daß man diese unschädlich macht,
ann man das Leiden mit seinen oft furchtbaren Folgen
nit eer Wurzel ausrotten. Bakterien lassen sich nun aber
nicht durch Abführmittel aus dem Darm vertreiben. Zu
hrer Vernichtung müssen ganz andere Wege eingeschlagen
»erden, und die führen uns zu den Desinfektionsmitteln.
durch sie muß der Nährboden der Mikroben, der doch ihr
Vachstum und ihre Vermehrung allein ermöglicht, so be—
influßt werden, daß ihre Lebensbedingungen aufhören.
Als ein solches Mittel, daß eine ganz enorme Darm—
desinfektion ohne jede schädliche Nebenwirkung ermöglicht,
mpfiehlt der Direktor des weltberühmten Pasteur-Instituts
u Paris, der für seine genialen Forschungen mit dem Nobel
reis ausgezeichnete Bakteriologe und Arzt Professor Dr.
5. Metschnikoff, die bulgarische Sauermilch — den Yog⸗
jurt. Dieses seit Jahrhunderten im Orient als lebens—
erlängerndes Mittel in hohem Ansehen stehende Milch—
räparat, das ähnlich wie Kefir zubereitet wird, enthält ein
eseartiges Ferment, Majamin genannt, das die merkwür—
ige Eigenschaft besitzt, erst im Darm große Mengen Milch—
äure zu erzeugen. Und Milchsäure in ihrem Entwickelungs—
tadium ist der grimmigste Feind der schädlichen Darm—
alterien, weil dunch sie deren Nährboden so Lversäuert“
ird daß ein Weiterwachstum auf“öer.
Pit Hilfe von Maiamin, welches wir unter der stän
Kontrolle des Bakter-ologischen Instituts Dr. Pior?owsk
arlin aus bulgorische— orhet α- isoslieren lassen
———34.

zrand aus, durch den zahlreiche Kostoartkeiten zerstört
vurden. Das Feuer vernichsecte in der Sakristei außer
illerlei wertvollen Kirchengeräten und Reliquien auch
as berühmte Genälde Giancbellinis „Die Madonne
nit dem Jesuskinde“. Auch das Archiv der RKirche is'
erbrannt.
Unwelter. Ein furchtbares Unwetter hat den Kur—
ort Rapallo in Ligurien heimgesucht. Die Feuerwehr
reitete unter großer Ansirengung viele Familien. Na
mentlich die Unterstabt wurde von Wassersnot bedroßi
Nähere Nachrichten fehlen, da die Telegraphen- unt
Telephon-Leitungen unterbrochen sind.
Rassenkämpfe. In bem Städtichen Covete in Okla—
homa drohen schwere Kämpse zwischen den Negern und
den Weißen. Ein Neger ist bereils getötet und auct
ein Weißer wurde erschossen. Tausend bewaffnete Ne—
ger bedrehen die weiße Bovölkerung. J
— — — —— —J
BVon der Lustschiffachrt.
Militärischer Fliecersürsus. In Döberitz har
rein Kursus begonnen, der lediglich die Ausbiitn vä
FIlugzeug-Ossizieren fur militärische Ueberlanbseüne be
zweckt. Beteiligt sind 15 Offiziere, die schon sämtlich
as Piloleuzeugnis erworben haben und denen zur Ver
ollkommnung ihrer Ausbildung die Lösung größeren
nilitärischer Ausgaben auf Ueberlandftüge zufällt. Der
tächste Kursus, der nur Flugzeugführer sür den militä
ischen Tieust heranbildet, wird im nächsten Frühjahr
n Doberitz beginnen. Die Heeresverwaltung wird dem—
zächst weitere Flugzeuge ankaufen.
* Orville Wright flog in New-York bei starkem
Wind mit seinem motorlosen Gleitflieger )O Min
15 Soef

Asterabab, 20. Okt. Die Borhutder Re⸗
zierungstruppen unter Fützrung von Serdar
Nochi in einer Stärke von hundert Mann, wurde von
en Turkmenen Mohammed Alis ge—
schlagen. Die Turlmenen machten 25 Gefangene und
rbeuteien mehrere Geschütze.
— ——
Deutscher Reichsstag.
197. Sitzung. Berlin, 25. Oktober
Mittag 1 Uhr.
F Auf der Tagesordnung stehen zunächst Rechnungs
achen.
Zu den Rechnungen der Schutzgebiete rügt Abg.
Erzberger (Ztr.) die Nichtbeachtung und Ueber—
chreitungen der Etat-Positionen.
Abg. Noske Goz.) schließt sich dem Verlangen
aach übersichtlicherer, begründeteret Rechnungslegung an.
Abg. Göhrke, (nl.) spricht im gleichen Sinne.
Sltaͤͤtssekretär von Lindequist sagt zu, daß
nach dem Beispiel des Reiches zusammenfassende Dar—
tellungen gegeben werden sollen. Die Ueberschreitun—
gen der Gebührnisse sei eine Folge des Aufstandes.
Nach weiterer Debatte gehen die Rechnungssachen
in die Rechnungskommissihn.
Darauf wird die Besprechung der Interpellationen
her di⸗

Teuerung

rortgesetzt.
Abaͤ. Graf Kanitz (cons.): Wir sind dem Reichs⸗
anzler dankbar für die Erklärung, an den Grundlagen
inserer Wirtschaftspolitik nicht rütteln zu lassen. Wer
zen die Agror-Zölle beseitigt, dann sind auch die In
zuftrieZölte nicht zu halten. Uns ist die Frage den
Vollzernehrung zu ernst und wichtig, um sie für partei
politische Zwecke auszubeuten. (Sehr wahr! rechts. La
hen links.) Redner legt dann dar, warum die Getreide—
ölle für die Landwirtschaft unentbehrlich sind.
Staatssekretär DeüUber ück: Darin stimmen wir
iberein, daß eine Teuerung besteht. Man bedauert all
genein die Bedrängnis, die in weiten Kreisen des Vol
es durch die Folgen der Dürre gebracht wurde, und
ventuell noch gebracht wird. Dieses Bedauern besteh
am allerlebhafiesten bei den Verbündeten Regierungen
Und zwar gerade deshalb, weil sie sich bewußt sind
daß wirksame Mittel nur in geringem Umfange zun
Verfügung stehen. Diese Mittel sind unverzüglich ir
Wirksamkeit gesetzt worden. Aus sanitätspolizeilichen
Fründen können wir eine Aenderung des Fleischeinfuhr
Veibotes nicht eintreten lassen. Wir können das aus
andische Fleisch inbezug auf die Untersuchung nicht gün
stiger steclsen als das einheimische. Ich kann die Ver
imwortung firr die Einfuhr lebenden argentinischen Vie⸗
hes nicht übernehmen. Nicht eingeführt werden kann
ameritanisches Rindfleisch, wegen Gefahr der Einschlepp⸗
ung des Texassficbers. Bei den Kartoffeln stehen wir
zweifellos vor einem großen Ernteaussall, haben aber
'm Broltgetreide eine mittlere Ernte. Die Ursachen der
Schwierigkeiten stehen in keinem direkten Zusammenhaneç
mit unserer Wirtschaftspolitikt. Es steht sest, daß die
Preissteigerung eine internationale ist und nicht durch
insere Wirtschaftspolitik besonders beeinträchtigt wird.
Die Gesundyheit unseres Wirtschaftslehbens wird uns die
araft geben, bestehende Schwierigkeiten zu überwinden.
Eisenbahnnunister v. Breitenb ach bespricht die
Tarisfrage. Wir denken vereint mit den Interessenten
der Landwirtschaft darüber nach, wie in Zukunft die
ermäßigten Taärife ausschließlich den Verbrauchern z3u—
ute sommen können.
Ein Antrag Bebel auf Vertagung wird abgelehnt
Abg. Südekum (oz.): Es handelt sich nich“
um eine Parteisrage. Die Linke bis zur Mitte ist einig
Der Reichtkfanzler ist in der Gesongenñschaft der JIunker

ich Yoghurt fur wenige Groschen selbst herzustellen. Aeuer—
dings lassen wir aber auch aus Maiamin ein äußerst wohl—
schmeckendes Dessert-Gebäck, Majapan genannt, hersteller
ind geben so denjenigen Patienten, denen die Zubereituncç
»es NYoghurt zu umständlich sein sollte, oder die fürchten
»zurch läängeren Genuß von Yoghurt an Gewicht zuzunehmen
eine neue Darreichungsform des Majamin-Fermentes für
ich allein. Der Gehalt eines einzigen Stückchens Majapan
in wirksamer Yoghurt-Substanz entspricht dem einer großen
Tasse Yoghurt; es besitzt mithin die gleiche darmdesinsi—
ierende Wirkung und ist dabei noch wesentlich billiger
Bequemer kann man dem Menschen, der Moghurt anzu—
venden genötigt ist, aber aus dem einen oder anderer
Hrunde Milch nicht gerne nimmt, seine „Pille“, in diesen
Falle ein feines Dessert, gar nicht verabreichen.
In Majapan ist jetzt endlich das Ideal eines eben⸗
so unschädlichen, wie angenehm zu nehmenden Mittels
zu einer gründlichen Desinfektion des Darmes ge—
schaffen worden, das auch dann noch hilft, weun Abführ—
nittel versagt haben. Dabei besitzt Majapan keinerlei
abführende Wirkung und kann auch Kindern, die es gerne
rehnen, modatelang als Dessert zu den üblichen Mahlzeiten
gegeben werden.
Es sollen Majapan nicht nur Patienten nehmen, die
in chron. Stuhlverstopfung leiden, oder die au einem
inderen Darmleiden (Durchfall, Brechdurchfall, Blähungen,
zerdauungsschwäche, Hämorrhoiden), an einem Leberleiden
Anschoppung), Gallenleiden (Gallensteinen), Nierenleiden
Eireiß, Zucker, Wassersucht, Nierengries und Blasensteinen)
n Gicht oder Rheumatismus erkrankt sind, oder die ein
isposition zur Blinddarmentzündung besitzen, sonder
uch Bleichsüchtige, Nervöse, Korpulente usw. Al'
Leiden »vden eben mehr oder weniger ihren Ursprun
— M———— D sots chee ——

Wir werden die agrarische Mehrheit am 12. Januar de
zimieren. Der Reichskanzler hat eine Wahlrede gehal
ien und hatte kein Wort des Mitleids für das
hedrängte Volk. Aus seinen Worten klang eine Bruta
lität heraus. (Große Unruhe.)
Staatssekretär Del bräück weist den Vorwurf der
Brutalität gegenüber dem Reichskanzler zurück.
Abg. Südekum (GSoz.): Den Ausdruck kann id
preisgeben, die Sache aber nicht.
Donnerstag 12 Uhr: Weiterberatung. — Schluß
Uhr

Das Arbeitsprogramm des Reichstages.
Im Seniorenkonvent des Reichs
tages, der heute vor Beginn der Sitzung zusammen
trat, wurde offiziell mitgeteilt, daß die Reichstages
wahlen am 12. Januar stattfinden werden.
Ueber das Arbeitsprogramm einigt sie
der Seniocenkonvent dahin, daß die Teuerungs
debatte am Donnerstag zum Abschluß gebracht wer
den soll. Am Freitag soll dann die Interpellation übe
die Meiaul-und Klauenseuche erledigt werden
Dann tritt eine Pause in den Beratungen bis zun
1. November ein. Während dieser Pause soll von de
Reichsversicherumgskommission das Privatversi
cherungsgesertz durchberaten werden. Weiter teilt
der Präsident mit, daß der Reichskanzler vor
aussichtlich ann 8. November die Interpellatie
nenderauswärtigen Politik, insbesonder
über die Marokkofrage, beantworten werde. No
deren Erlcdigung soll die zweite Lesung des Schi
fahrtsabgaben- und des Hausarbeite;,
gesetzes ersolgen. Vom 16. bis 18. November wi
maun die noch ausstehende Beratung des Arbeite
kammergesetzes, der Novelle zum Strafg
setz b uch und des Kolonialgerichtshofg
sesbes durchführen. Dann soll eine neue Pau,
bis zum 23. November eintreten, um den Parteien Gi
legenheit zu geben, den Bericht über das Privatbeam
tenversicherungsgesetz zu studieren. Die zweite Lesun—
dieser Vorlage soll am 23. November beginnen.
Man nimmt an, daß die Arbeiten de
Reichstags Ende November oder Ar
fang Dezemberabgeschlossen sein könne—

Gerichtszeitung..
Weingartner gegen Hülsen. In Berlin gelang;
vor dem Gerichtshof des Königs von Preußen, dem mi
dem Kammergericht verbundenen Geheimen Justizra
die Klage Felix Weingartner's gegen den König vo
Preußen zur Verhandlung. Weingartner verlangt m
der Klage Rückzahlung der im Jahre 1908 an die Ge
neral⸗Intendantur gezahlten 9000 Mark, sowie Aufheb
ung des damals aögeschlossenen Vergleichs, der gege.
die guten Sitien verstoße, weil die Kontraktbruchserkle
rung, die dem Vergleiche zu Grunde liege, zu Unred
erfolgt sei. Wie erinnerlich, war Weingartner als v⸗
zer der Symphoniekonzerte der Königlichen Kavellæ

zum Jahre 1908. wo er nach Wien übersiedelte, and
sttellt. Als ihm im Februar 1908 seine fällige Gag
nicht gezahlt wurde, erklärte er den Vertrag mit der G
teral⸗FIniendantur für aufgelöst, indem er sich auf eiß
Bestimmung seines Kontraktes stützte, wonach im Fal
der Nichtzahlnng des Gehalts trotz Aufforderung de
Vertrag gelöst werden könne. Die Vertragsauflösur
Weingartners hatite die General-Intendantur als recht
widrig bezeichnet und Weingartner des Vertragsbruch
beschuldigt. Das Schiedsgerichtsverfahren, in welche
die von Hülsen erhobene Kontraltsbruchsklage anhänge
war, endete damals mit einem außergerichtlichen Ve
gleich, den Weingartner jetzt anficht. Das Gerie
wies nach längeren Ausführungen der gegnerisch
Anwälte Neumond (Frankfurt) und Wolf GGerlin)
Klage Weingariners a b und legte dem Kläger die 8
sten des Prozesses auf

Berliu, 26. Okt. Die Reichsversicherungskomm
sion nahm in zweiter Lesung den Entwuri betreffe
die Aufhebungdes Hilfstassengesetze
an. Gegenüber den Beschlüssen in erster Lesung wur
eine einschneidende Aenderung lediglich im 8 7e
lroffen, insosern als nach der neuen Fassung der
schluß einer eingeschriebenen Hilfskasse über die Aum
ung oder Vereinigung mit anderen Unternehmen
Genehmigung der Behörde unterliegt. Es wurde
—X
Tag für das Inkrafttreten der übrigen Vorschriften d
kaiferliche Verordnung bestimmt werden soll.
Verlin, 26. Okt. In den letzten Tagen sind
Beratungen der zuständigen Reichs⸗ und preußischen R
sorts erfolgt, um die Vorlage der Ausführungsbest
mungen zunm Viehseuchengesentz für den B
desrat zum Abschluß zu bringen. Man darf daher
nehmen, daß im nächsten Monat der Bundesrat sich
dieser Vorlage beschäftigen wird. Wahrscheinlich w
das Geseß am 1. April in Kraft treten können.
Posen, 26. Okt. Zum Polizeipräside
ten von' Posen wurde der bisherige Stellverte
Pegierungsrat v. d. Knesebeck ernaunt.

zg llldgé *
Majapan bei keiner Mahzzeit jener Patienten fehlen,
denen die im Blut zirkulierenden schädlichen Stoffe sich
Hautausschlag, Flechten, Pusteln, Geschwüre, Furun
usw. abzulagern pflegen. Hier wirkt Majapan ganz d
als die sogenannten Blutreinigungstees, als Seifen
mit denen immer nur ein Symptom des Leidens, vwie
aber dieses selbst getroffen wird.
Wer sich für den Gegenstand interessiert, lasse sus
uns eine Probe kommen, die wir bereitwilligst koste
und franko jedem zusenden, der uns den hier augchö
Bestellzettel ausgefüllt einsendet und ihm 20 Pfennig
Porto usw. beifügt. Wir legen der Sendung eine auf
Feder eines praktischen Arztes stannnende, hochinter
geschriebene Broschüre dei, in der zahlreiche Aecußerr
hervorragender Professoren und Mediziner über dien
und blutreinigende Wirkung des Noqhurt und des Me
FJerientes abaedruckt sind

Yoghurt⸗Centrale
Dre. J. Schaffiner KCo. Berlin⸗Grun

Senden Sie mir eine Vrobe „Maiapan“ ko
und portosrei zu.
Name: ——
RPeruf oder Giond

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