.ι vom Staper. Das i enjdt at 935
A Metern bei einem —8 vor 33—
igeine Turbinenmaschinen erzeugen 30 000
E — — — ööæ
Wochenrundschau. —
In all' denm politischen Wirrwarr,“ der die auu
gemeine Sitnation kennzeichnet, fand sich doch für jene
zie im ausgewächsenen gesellschaftlichen Standtil mit all'
einen enthüllten Niederträchtigkeiten und Pikanterien
»er Wonnen größte finden, eine unerschöpfliche Fund
zrube für ihr schnüffelndes Rüsselchen.“ Und Verteidiger
ind Staatsanwalt bemühten sich nach Kräften, recht
iel schmutzige Zeugenwäsche coram Publico auszubrei—⸗
en. Auch dem Metternichprozeß “.entströmte ein
Odeur“, dem empfindliche Geruchsnerveit nach Möglich—
eit ausweichen sollten. Da erlebt man wieder die bar—
arische Uebung, daß der Verteidiger, um eine unbe—
suemne Zeugin dafür zu strafen, das sie, ihren Schwur,
nichts zu verschweigen und nirchts *hinzuzusetzen“, al⸗
drohendes Warnungszeichen vor, Augen, notgedrungen
aAlLIes sagt, in ihren tiefsten Geheimnissen, die sie
veblgehütet im Herzenschrein, birgt, unbarmherzig um—
serwühlt. Zugestandenermaßen mii dem Zweck, die
zeugenaussage als möglichst wertlos erscheinen zu las—
en. Und, damit dadurch die. Verteidigung ihm ja nichts
»oraushabe, tut der Staatsanwalt das gleiche mit den
xIntlastungszeugen. Im Schapiroprozeß zu Mainz wa—
en die gleichen Inquisitionsbestrebungen zu beobachten.
desultat: Der Angeklagte bekommt doch sein Quantum
Strafe, wenn er sie verdient, manchmal auch etwas
zeichlich bemessen. Aber so und soviel Zeugen sind mo—
ralisch, mauchmal auch pekuniär ruiniert. Bloß weil an
inseren Gerichten die Freiheit so intensiv gehand—
zabt wird, daß sie mit diesem schönen Begriff gar
nichts mehr gemein hat, sondern eine ähnlich lau—
einde Bezeichnung verdient, die wir als unparlamen⸗
arisch nicht hierhersetzen wollen. Da sollte doch der
Berhandlungsleiter eine straffere Disziplin handhaben.
zelbst dann müssen im wohlverstandenen Interesse der
ßrozeßführung notwendig des öfteren mehr Un—
Pppetitlichkeiten verarbeitet werden, als es wünschens⸗
vert ist. Läßt sich das naturgemäß nicht vermeiden, so
salte man aber jede Schnüffelei aus dem Gerichtssaale
uind damit der Oeffentlichkeit fern, die mit dem 3—
ichen Prozeß in gar keinem oder für die Beweisfüh—
ung unwesentlichen Zusammenhang steht. Will man
ius dem Prozeß Schlußfolgerungen ziehen, so kommt es
ür die Allgemeinheit wenig darauf an, ob der Grai
Detternich seine neun Monate ganz verdient hat oder
nicht. Der Mann repräsentiert den rechten Typus einer
mangels gefestigter Erziehung gescheiterten Existenz,
vie er bei uns zu Dutzenden vertreten ist. Der Herr
ßraf fand es, als das Schlaraffenleben seinen finan—
ziellen Ruin herbeiführte, unter seiner Würde, zu ar—⸗
beiten Da liegt der Has' im Pfeffer! Solange
rs gewissen höheren Kreisen (Gott sei Dank sind die
auch dort in der Minderheit, und der Kern ist gesund) die
Poralanschauung nicht weicht, daß ein Mensch, dem
das Schicksal einen klingenden Namen in die Wiege
egt, unbedingt dadurch schon das Recht auf ein schran—
lenloses Sichausleben, nötigenfalls auf Kosten anderer
habe; solange jenen Sprößlingen nicht mit Nachdruck
nder Jugeud es eingeimpft wird, daß ehrliche Arbeit
niemanden schändet: solange werden Metiernichprozesse
licht von der Tagesordnung verschwinden. Eine gleich
555 wenn nicht größere Schuld an dem Vorhanden⸗
ein solcher Zustände haben aber jene Bürgerkreise, die,
nit Glücksgütern und heiratsfähigen Töchtern gesegnet,
s zu vergessen trachten, daß sie als Bürgersleute
hr Geld erwarben. und daß der Schusier bei seinem
LZeisten bleiben soll. Wenn es Knallprotzen gibt, die
o verblendet sind, daß ihnen der makellose Bürger—⸗
schild nicht mehr genügend blinkt, sodaß sie, koste es,
vas es wolle, ihn mit einer Grafenkrone dekorieren
nüssen; wenn um des gleichen Strebens willen die
zeiche Tochter sozusagen sich selbst verschachert, gleichgül—
sig dagegen, daß vielleicht ihr hochgeborener Freier
ein notorischer Nichtstuer und Taugenichts ist: dann
ind solche Leute nicht einmal zu bedauern, wenn ihnen
zinterher das Kartenhaus einer glanzvollen Rolle im
zesellschaftlichen Leben jämmerlich zusammenbricht. Ein
Quenichen soliden und selbstbewußten Bürgerstolzes in
zie Erzlehung eingeflochten, kann da aͤllmaͤhlich ¶ Wun—
er wirken.
Eine frohe Nachricht kam aus Berlin: „Der auf
Marokto bezügliche Teil des deutschfranzösischen Abkom—
nens ist hie paragraphieri worden.“ Lakonisch,
ber inhaltreich. Das heißt soviel, daß über die vielen
leinen Anlässe zu Reibereien eine Einigung erzielt wor—
»en ist, die ernste Verwicklungen sicher ausschließt. Immer⸗
zin wissen wir noch nicht, Has uns die „Paragraphen“
illes für Gutes bescheren werden. Nun bieibt noch die
ompensationsfrage. Da werden die Franzosen sich wie—
zer aufs Feilschen verlegen. Wenn aber Herr v. Kider—⸗
en⸗Wächter sich nicht zu nachgiebig zeigt und es als
selbstverständlich ablehnt, auch nur einen Fußbreit deut—
chen Gebiets zu „verkompensieren“, dann wird bald
zuch die letzte Etappe „paragraphiert“ werden können.
Wie sind wir doch schon so neugierig, zu hören, was
»ie neue deutsch-französische Paragraphen-Plantage für
Früchte hervorbringt. Nun, am 20. Oktober wird die
stegierung im Reichstag ein Zipfelchen des Schleiers
üften, den sie bisher geschickt vor wesentlichen Indis—
retionen behütete.
Im Mittelmeer geht der Frosch-Mäuse-Krieg mun—
er weiter. Die Italiener enifalten bei dem Putsch
ine Begeifterung, die einer besseren und größeren Sache
vürdig wäre. Man kann leichten Herzens in den Krieg
iehen, wenn man dabei kaum etwas zu riskieren hai.
Wenn die Türken sich nicht endlich aufmachen, den ver—
ꝛerblichen häuslichen Zwist zu beenden, und den Ita—
ijenern nicht immer nur ihre Reversseite zu zeigen, ge—
en sie aller Sympathien verlustig. Mit einem Schwäch—
ing hat niemand Mitleid. Die Italiener haben inzwi—
ichen etwa 22 000 Mann nach Tripolis gebracht. Fort⸗
etzung folgt. Die Blätter jubeln ob der grandiosen
keistung, die jedoch ke ine gewesen wäre, wenn ein
virklicher Gegner sich gezeigt hätte. In den höchsten
dislanttönen werden die Tapferkeit und Kaltblütigkeil
ꝛer italienischen Soldaten und Matrosen besungen. Mein
Bott, es wird selbst den von der Natur mit leicht wal⸗
endem Temperament ausgerüsteten Italianos schwer
allen, angesichts der schleunigst davoneilenden Araber—
eine und der Massenhissung weißer Flaggen am
ztrande von Tripolis das ‚ialte Blut“ in Siedehitze
u bringen.
China ist auch wieder in Nöten. In Wutschanq
ieine große Revolte ausgebrochen, die das Ziel haben
oaAll, die Mandschu⸗Dynastie zu verjagen. Nach europäi—
chen Vorbildern. Die Aufständischen sollen auch schon
inige wesentliche Erfolge errungen haben. Die chine—
sche Regierung gibt aber der türkischen ein gutes Bei—
piel. Sie ist flink bei der Haud. So wird es wohl
ald zu harten Kämpfen zwischen Regierungstruppen
ind Repolutionären kommen. Letztere haben die Un—
⸗erletzlichkeit aller Fremden und ihres Eigentums pr—
lamiert. Man sieht, die Chinesen haben seil d
Soxeraufstand gelernt. Die Ausländer besfinden sich bis
jer wohl. Die Mächte haben Schiffe zum Schutz an
»en Schauplatz der Ereignisse beordert. Auch Deutschand
ist reichlich vertreten. In Summa: das Rumoren
ind Kämpfen pflanzi sich durch die ganze Welt sori
ind will kein Ende nehmen. Wird der Kriegslärm an
einem Fleck etwas gedämpft, geht's am anderen defio
auter zu. Wahrlich, das Kometenjahr 1911 ist au'ch
in „tolles Jahr“. Es wird uns als ein Sammelsurium
er ärgsten Wirren und — ja nicht zu vergeffen — des
delsten Traubenbluts so leicht nicht dem Gedächtnis
mntschwinden. I
——— —
Lokales und Vermischtes.
Mangelhafte Gasbeleuchtung. Seit einigen Tagen
ißt die Gasbeleuchtung viel zu wunschen übrig. Nach ein⸗
ezogeneun Informationen wurde uns mitgetreilt, daß die
z„chuld an Rohrbrüchen liegt. Die Casgesellschaft ist flei⸗
ig bemüht dem Uebelstand abzuhelfen.
Konzert findet morgen Sonntag im Gasthaus von
lugust Wunn statt. S. Anzeige,
Handel⸗ und Gewerbe⸗InteressenVerein. Wie in
iner Anzeige in heutiger Nummer ersichtlich ist, findet am
ziächsten Donnerstag im Lokale Bayer eine Versammiung
tatt in der Herr Rechtsanwalt Dr. Fourman einen Vor—
rrag halten wird.
Restaurant „Zum Hirsch“. Um seinen Gästen einen
iußerordentlichen Genuß zu bereiten, hat Herr Gallo für
den morgigen Sonntag die überall beliebten Künstler
veschw. Schepers gewonnen. Zum Vortrag gelangen
Duette, Trios und Solis. Eine weitere CEmpfehlung ist
ei dem guten Rennome der Künstlergesellschaft über—
lüßig. — Leider erkrankte der am vergangenen Sonntag
engagierte Soubrette und konnte an diesem Tage nichi
auftreten. Am morgigen Tage werden die Gäfle des
Zerrn Gallo dafür schadlos gehalten.
Man schreibt uns. „Immer weiter voran“ scheint
ie Devise der Direktion des „Excelfior⸗Cinema“. G. m.b.
)., zu sein, denn sie bringt uns jeden Sonntag immer
hönere Programme in ihrem schönen Theater im Hotel
„Nassauer Hof“. Das bequeme, angenehme und luftige
kheater wird nun sehr gerne von dem Publikum von Dud—
veiler und Umgebung aufgesucht, da sich dasselbe an die
adellossen und großstädtischen Vorführungen gewöhnt hat.
MNorgen bringt unser Excelsior-⸗Cinema ein tatsächtich bril—
antes Programm und entnehmen wir demselben die 4 gro—
en Dramas „Rexipnatine“, „Die Sündflut“, „Das siebte
zebot“ und „Die Tänzerin ven Montmartre“. Diese 4
Hramen sind höchst dezent und bieten den Theaterbesuchern
inen höchsten Kunstgenuß. Auch werden uns noch 4 ur—⸗
rollige, komische Bilder, sowie zwei wunderbare und hoch—
iteressante Naluraufnahmen i. a. „Die Sitten im himm⸗
chen Reich“ vorgeführt. Das Programm ist auch ein
Riesen⸗Programm“ zu nennen und es ist zu hoffen, daf
Norgen, Sonntag, ganz Dudweiler sich das General-Stellichein
im schönen „Excelsior“ im „Hotel Nassauer Hof“
eben wird. Das ganze Programm liegt unserer heutigen
dummer bei.
Schwurgericht Saarbrücken. Sitzung vom 11. Okt.
911. Das Königliche Schwurgericht hatte sich heute mit
wei schweren Fällen zu beschäftigen. In erster Reihe hatten
ich der Schuhmacher Nikolaus Faha aus Kirb a. d. Saar,
»ohnhaft zu Saarbrücken und der Tagelshner Peter Klein
us Aßweiler wegen vollendetem Straßenraubes zu verant⸗
vorten. Als Vertreter der Königlichen Staatsanwaltschaft
ungierte Herr Gerichtsassessor Dr. Brüll, als Verteidiger
varen die Herren Rechtsanwälte Leibl 2. und Dr. Franke
ugegen. In der Nacht des 18. Mai dieses Jahres wurde
u Saorbrücken 1 auf der Alleestraße die Verkäuferin in
daiser's Kaffeegeschäft dortselbst, Fräulein Amalie Köster
berfallen und zu Boden gerissen. Eine Handtasche mit
383 Me. Tageseinnahme wurde ihr von den Räubern ge—
valtsam entrissen. Die Köster kann von Glück sagen, daß
rioch Zeugen in der Nähe auftauchten. Der Sergeant Köp-⸗
zen, von der 3. Eskadron des Ulanenregiments Nr. 7, der
von der Seite des Besitztums des Gärtners Rosenkränzer
am, sah den Ueberfall und kann feststellen, daß beide An—
zeklagte die Köster überfielen. Er sah die K. zu Boden fal⸗
en und die zwei Räuber über den Zaun springen und da—
onlaufen. Faha sträubt sich zunächst, mit einem unum—
vundenen Geständnis an das Tageslicht zu kommen, Klein
ei am 13. Mai zu ihm gekommen, nachdem er mit ihm
4 Tage beim Spediteur Anterist u. Seide“ als Packer bei
Imzügen gearbeitet habe. K. hätte ihn veranlassen wollen,
nit ihm zu gehen, für Geld wolle er Klein) schon sorgen.
stach dem Ueberfall, den Faha gänzlich dem Klein in die
5zchuhe zu schieben versucht, seien sie über eine Mauer ge—
prungen und zusammen bis St. Avold gegangen. Klein
ätte ihm 160 Mark gezeigt und 80 Mark abgegeben. Klein
»il von von seinem Komplizen Faha erfahren haben, daß
ie Köster täglich eine Summe Geld mit nach Hause nahm,
h griff an die Tasche, sagt Klein, an den Henkel, der
enkel riß, die Tasche fiel zu Boden, die Köster hob sie
uf, lief weiter und kam zu Falle, Faha hätte der Köster
ie Arme hochgehalten. Die Köster war bei der Ueber—
umpelung so erschreckt, daß sie nicht sagen kann, ob sie zu
zoden gestoßen wurde, oder von selbst fiel. Sie kann aber
mand angeben, daß fie das Papier und Gold von Silber
eschieden, letzteres in ein Säckchen, daß erstere im Porte—
nonnaie in der Handtaiche trug. Sie gibt' den Inhalt mit
83 Mk. an. Nach 3 Wochen erfuhr die Köster, daß die
däuber fich in Metz befanden, wo sie mit ihrer Tat renom⸗
niert haven. Faha wurde im Juli verhaftet. Bereits am
5. August legte er ein Geständnis ab. Von den Geschwo—
enen werden beide Angeklagte schuldig befunden und die
zragen nach mildernden Umständen verneint. Vom Ver—⸗
reter der Königlichen Staatsanwaltschaft werden gegen Faha
Jahre Gefängnis und gegen Klein Zuchthausstrafe von
Jahren beantragt. Der Gerichtsbof entscheidet gegen Faha
nter Zubilligung mildernder Umstände auf 3 Jahre Ge—
ängnis, von denen 3 Monate Vorhaft in Anrechnung ge—
racht werden, gegen Klein auf Zuchthausstrafe von 6 Jahren,
Jahre Ehrverlust und auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht.
Monate gelten für verbüßt. — Die zweite Anklage richtet
ich gegen den Taglöhner Heinrich Ritter und den Schrei—
ijer Friedrich Ebling, beide zuletzt in Malstatt. Sie haben
ich wegen versuchten Raubes zu verantworten. Am 18.
März dieses Jahres wurde der Arbeiter Viktor Belladonni
ius Italien in dem Hafraum der Gastwirtschaft zum, Vater
kKhein“, beim Wirt Johann Caspar zu Malstait von zwei
jandfesten Burschen sestgehalten. Ebling fuhr mit seinen
händen in die beiden Hosentaschen des Belladonni, während
kitter den Hals desselben wie mit eisernen Klammern zu—
ammendrückte. Ebling zerriß dem Belladonni zwar das
Zeinkleid gründlich, trotzdem war sein Suchen nach den 200
Mark, die Belladonni vorher mit prahlerischen Worten auf
den Tisch geworfen hatte, vergeblich, es befand sich nichts
n der Tasche. Im Wirtshause hatte man einen lauten
Schrei aus der Bedürfnisanstalt vernommen. Die Mütze
des Belladonni wurde auf dem Hofe gefunden. Als der
Schutzmann Plate in der Wirtschaft erschien, waren die
richter ausgelöscht. Die Frage auf versuchten Raub wird
on den Geschworenen bei beiden Angeklagten bejaht, die—
enige auf hinterlistigen Ueberfall und Mißhandlung, sowie
uch die Frage nach mildernden Umständen verneint. Ein—⸗
hyließlich einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr, die Ritter zur
zeit verbüßt, verfällt er in Gesamtzuchthausstrafe von 3
ahren und 9 Monaten. Gegen Ebling wird auf 2 Jahre
zuchthaus erkannt unter Anrechnung von 3 Monaten wegen
ersuchten Raubes, im Sinne der 88 292 und 243 Str.
8. B.
Turnerisches. Der Allgem. Turnverein wird in Zu—
unft keine Zöglinge (14. bis 18. Lebensjahr) mehr auf—
ehmen die nicht die Versicherung abgeben, daß sie regel—
näßig die Uebungsstunden besuchen. Auch wird den bereits
zum Verein gehörigen Zöglinge anheimgestellt entweder zu
iben und zu turnen oder aus dem Vereine auszutreten
Solche junge Leute, die wegen körperlicher Gebrechen oder
onstiger Krankheiten nicht turnen können finden Berückfich⸗
igung. Es ist dies eine Maßnahme die sich aus den
eueren Bestimmuugen, daß alle Fortbildungsschüler das
Turen in der Schulen mitmachen oder nachweißen, daß sie
n Turnvereinen tälig sind, ergiebt. Der Verein hat ferner
»or, Listen anzulegen, in welcher bei allen Uebungsstunden
eitens der Turnwarte die Eintragung der ZSöglinge erfolgt
und ist den Herren Lehrern der Fortbildungsschulen sowie
den Eltern jederzeit gestattet Einsicht zu nehmen.
Voraussichtliche Witterung: Längerer Bestand des
jeiteren Herbstwetters nicht mehr gesichert.
Wie wird das Wetter. Für heute und morgen ha—
nen wir schönes und günstiges Wetter zg erwarten.
Von der Bergschule. Von dem 89. Lehrgang an der
dauptbergschule zu Saarbrücken wurden diefen Herbst 82
„chüler entlaffen, wovon 9 zum Militär einrücken. 47
vurden für den Grubenbetrieb unter Tage und b für den
Maschinenbetrieb über Tage ausgebildet. 6 Schüler gingen
nit dem Zeugnis gut, 17 mit befriedigend und 2 mit
genügend ab.
Heiligenwald, 14. Okt Ein bedauerlicher Unglücksfall
reignete sich gestern nacht in hiesigem Orte. Insolge
vasrohrbruches drang Leuchtgas in eine hiesige Wohnung
vährend die Familie schlief. Gegen 11.30 Uhr wurde der
hHasgeruch bemerkt, doch waren Frau und Mann schon be—
reits ohnmächtig. Während der Mann sich erholte, mußte
»ei der Frau der Arzt gerufen werden. Nach vieler
Mühe gelang es ihms die Ohnmächtige ins Bewußtsein
urückzurufen.
Wie uns nach Schluß der Redaktion mit
geteilt wurde, flnden heute die Flüge statt.
* Essen, 13. Okt. KTyphus.) In einigen Teilen
es Indusiriegebietes hat in der letzten Zeit der Typhus
ußerordentlich stark um sich gegriffen. Namentlich die
zegend von Duisburg-Mülheim (Ruhr) bis nach Essen
ind Gelsenkirchen hinauf tritt die Seuche in einer ganz
»edenklichen epidemischen Form auf. In Duisburg sind
»islang annähernd 100 Erkrankungen angemeldet wor—
»en, von denen bereits acht tödlich verliesen. Man führt
»ie Erkrankungen in den meisten Fällen auf den Ge—
iuß ungekochten Wassers zurück.
* Doertmund, 13. Okt. Pfarrer Traub.) Im
disziplistarverfsahren gegen Traub hat das Münstersche
Konsistorium schon für Montag verantwortliche Verneh
nnng angeordnet.
* Fraukfsurt, 13. Okt. (Kussisches im Unter—
uchungsgefängnis.) Am 27. Mai wurde der
Pferdehändler Georg Rieger, der mit den beim Juwe
ier Bräutigam gestohlenen Juwelen einen schwungvol—
en Handel in Prostituiertenkreisen betrieb, wegen ge—
verbsmäßiger Hehlerei zu einem Jahre Zuchthaus ver—
irteilt. Er kan in die Anstalt nach Lichtenburg, wurde
iber am 14. August ins Frankfurter Untersuchungsge
ängnis zurückgebracht, weil Ermittlungen über neud
ztraftaten in Gang waren. Er stand unter der Auf
icht des Gefangenenaufsehers Heinrich Heimann. Beid
varen sich bereits im April näher getreten dadurch, daß
deimann einen Brief Riegers an dessen Geliebte, die
dellnerirn Emma Krüger, befördert hatte. Auch jetz
nachte Heimann den Briefträger für Rieger und seine
zeliebte. Für seine Dienste bekam Heimann gegen 200
sark, die er größtenteils für eine bessere Speisung Rie
zers verwendet haben will. Schließlich verlangte Rie—
jer, daß Heimann ihm zur Nachtzeit seine Geliebte zu—
ühren sollte. Heimann will Rieger kniefällig gebelen
aben. davon abzustehen, aber schließlich willfahrte er
em Wunsch, um nicht von Rieger wegen Besitechlichkei
ngezeigt zu werden. Als Heimann Nachtdienst hatte
ieß er die Krüger durch das Tor in der Hammelsgaff
inein. Diese Liebesdienste, die im Ganzen viermal
rfolgten, urden dem Heimann mit 20 M. bezahlt
luf ganz eigenartige Weise kamen die Durchstechereien
ur Kenntnis der Behörde. Rieger war auf Heiman
ifersüchtig, weil er glaubte, daß dieser es auch mi
»er Krüger hatte Um den Gefangenaufseher hineinzu
egen, ließ Rieger ein Stück Fleisch, das ihm Heimann
ugesteckt hatte, in der Zelle liegen, wo es bei einer
stevision gesunden wurde. Die Ermittlungen führten
ann zur Verhaftung Heimanns. Jetzt hatten sich alle
rei wegen Bestechung, Heimann außerdem noch wegen
duppelei und die Krüger wegen Hausfriedensbruchs vos
der Strafkammer zu verantworten. Heimann, der frü
ser bei der Schutztruppe tätig war und als Halbinva
ide entlassen wurde, ift nach dem Gutachten von Sani
ätsrat Dr. Laquer stark neurasthenisch und willens
chwach durch vielen Alkoholgenuß. Das Urteil lautel
zegen Heimann auf 1 Jahr, gegen Rieger auf acht Mo—⸗
iate, gegen die Krüger auf sechs Wochen Gefängnis
der Haftbefehl gegen Heimann wurde aufgehoben.
* Freiburg, 13 Pkt. Kräftigbestr'af t. Ein
Betrüger en gros wurde von der Strafkammer in Frei⸗
urg abgeurteilt. Der frühere Inhaber des Bafe Bük
ing hier, der 41jährige Konditor Franz Bücking aus
Dresden, lockte unter allen möglichen Vorspiegelungen
»em Privatier Schrott rund 80 000 M. heraus Der
hals vermögende Schrott ist durch seine Gutmütig⸗
e. uin den Bettelstab gebracht worden. Das Gerich
erurteilte letzteren, der bisher nicht vorbestraft war, zu
Jahren 7 Monaten Gefängnis.
* München, 13 Okt. (GGrausiger Fun d.) Ein
ätselhafter Fund erregte in Müunchen lebhaftes Aufse
een. In einem Hausgang der Pestalozzistraße wurde
ine Pappschachtel gefunden, in der die Leichen dreiern
eugeborener Kinder lagen. Zwei davon sind männ
ichen, das dritte weiblichen Geschlechts. Die drei Kin
er sind offenbar zu verschiedenen Zeiten geboren, eines
sor etwa zehn Tagen, das zweite etwas später, das
rritte vor ganz kurzer Zeit. Zwei der Kinder scheinen
ebensfähig gewesen zu sein. Die Leiche des ältesten
dindes, des Mädchens, wies am rechten Ohr und am
zcheitel Verletzungen auf. Die Polizei ist eifrig bemüht.
ie dunkle Affäre aufzuftären
Borlin, 13. Olt. Wegen der Elektrisierung der
Ztadtbahn finden zwischen dem Eisenbahn- und
rinanzministerium zur Zeit Besprechungen stati. Es is
ticht ausgeschlossen, daß schon in der kommenden Tag
ing an den preußischen Landtag eine besondere Kredit
für die Elektrisierung der Berliner Stadtbah
elangt.
OQuebee, 14. Okt. Der zum Generalgou
derneur von Kanada ernannte Herzog von Con
naught ist mit Gemahlin am 12. dss. Mts. wohlbehal—
en hier eingetroffen. Er wird sich an Land begeben
die Stadt veranstaltete eine glänzende Illumination.
Schantung, 14. Okt. Der Gouverneur von Schan
ung, Sunn Pa bC dunn Hhat besglossen, eine Amein
—
ser Eisenbahnlinie von Koeitscheou nach Kitscheoun her—
ustellen. Die Deutsch-Asiatische Bank hat die Anleihe
ewilliat. Der Zinsfuß ist 5 Prozent.
— — — —
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Berlin, 13. Oft. Von unterrichteter Seite wird zu der
krmordung eines Owambo-Häuptlings mitgeteilt: Der
däuptling der Mandume vom Stamme der Kuanjamas ist
on seinen eigenen Stammesgenossen getötet worden. Un
er dem jungen Mandume herrschte große Uneinigkeit unter
den Kuajamas und auf diese durch den ränt⸗
däuptling hervorgerufenen Zwistigkeit unter seinen
euten ist dessen Ermordung, die nach den letzten Ne
zu starken Zerwürfnissen im Stamme geführt hat.
leiten.
Berlin, 13. Okt. In Brünheide bei, Eckner
heute Nacht eine Familien-Tragödie abgespielt. D,
uchte eine Frau Hintze sich und ihr 7jähriges Töe
nit Leuchtgas zu vergiften. Die Mutter wurde noch
aufgefunden, doch besteht wenig Hoffnung, sie am
erhalten.“ Das Motiv zur Tat ist unbekannt.
München, 13. Okt. Auf dem Gaisberg bei d
dorf in Niederbayern sind sämtliche Brunnen durg
dergiftet worden. Ein weiter gelegener Brunnen
durch Petroleum verunreiniat. Vom Täter fehlt
jede Spur.
Kiel, 13. Okt. Der Kieler Sport-Schooner ⸗
die frühere Kaiseryvacht Meteor, die am 26. Se— ⁊
Bibraltar nach Kiel abgegangen ist, wird seitdem vij
Die Besotzung bestand aus 24 Mann. Telegro—
Nachforschungen des Besitzers, Geheimrat Herries 9
isher ergebnißlos.
London, 14. Okt. Die chinef. Regierung hat
Preis von ca. 200000 Mk. auf die Ergreifung des
Führers der chines. Revolution, Sun Yat Sen aus—
London, 14. Okt. „Daily Telegraph“ berichten
Belgrad, Meldungen aus Saloniki besagen, daß das
türkische Komitee dem Großwesir mitgeteilt hat, doe
Komitee mit Trnppen gegen Konstantinopel vorrücke
wenn das Kabinet Friedensvergandlungen beginne.
Paris, 14. Okt. Nach einer hierher gelangten
richten von der spannisch-⸗portugies-Grenze kam es bei
daes zu einem heftigen Zusammenstoße zwischen den
pen Conceiros ung Regierungstruppen. Letztere
zurückgedrängt und der Weg nach Oporto für die M
isten freigemacht.
Jaffa, 14. Okt. Infolge einer partriotifchen
tratioů entstand gestern das Gerücht von bevorstehe—
Unruhgn gegen die Christen. Die Konsuln intervenich
Die Lokalbehörden verbürgten sich für die Aufrechte
ung der Ordnung. Trotzdem verlangten die Konsul—
ihren Regierungen die Entsendung von Kriegsschiffen
Paris, 14. Okt. „Eche de Paris“ meldet aus
tantinopel: Der frühere Bautenminister Ismael Bak
erklärte, das Komitee für Einheit und Fortschritte
rieg bis aufs Messer verfügt. Es besitzt die M
n der Kammer und wird nur eine Regierung unten
welche den Krieg bis ans Ende durchführen wird.
Peking, 13. Okt. Der Kriegsminister Yin Chang
Befehl erhalten, sich sofort mit Divisionen nach Ham
»egeben, um dort die Revolution niederzuschlageu.
»erichtet wicd, haben sich im Ganzen 53 bis 8000
Trnppen in Hankau der Revolution angeschlossen,
ich in der Provinz Hu⸗Pe zirka 15,000 Mano der
en⸗Bewegung angeschlossen haben. Man fürchtet auch,
»ie kaum erst zur Ruhe gekommene Bewegung in
chuan von neuem losbrechen könne. Auch wird
)aß in Canton, wo die Revotution schon an Bode
vinnt, heller Aufruhr entstehen könnte. Viele Famiu
ereits aus Canton nach Honkong geflüchtet. Eben
z»en Meutereien in Nanking befürchtet, wo nament!
). Militär ˖ Division wiederholt Zeichen gegeben hat,
ich der Disziplin nicht fügen will. In Anhui, w
Nilitär⸗Revolte im Jahre 1908 ausbrach, wird ebe
ein Anschluß der Soldaten an die Rebellion befürchte
Mailand, 14. Okt. „Secolo“ berichtet aus
tneue Aeroplane, die aus Frankreich in Rom angeko.
ind, wurden zusammen mit 7 Flugmaschinen, die
Militär⸗Aviatikerlchule angehören, nach Tripolis gese
Italien. Offiziere, von denen einige an dem letzten
Wettflug teilgenommen haben, werden die Apparale ste
ind neuartige Bomben mit sich führen. deren Wae
entsetzlich sein soll.
Madrid, 13. Okt. Einer Meldung aus Melilla zu
fkand am 10. Okt. um Mitternacht ein neuer Angrif
Marokkaner auf das spanische Lager am Kert⸗Fluß
Die Spanier eröffnetengosort ein Artillerie- und Maschine
gewehrfeuer gegen den Feind, der 30 Tote und viele N
wundete hatte. Auf spanischer Seite wurden nur
Mann verwundet. Fast alle Zelte des Lagers am
wurden von feindlichen Kugeln durchlöchert. Es verlan
daß die marokkanische Harka zahlreichen Zuwachs erhau
verde und sich zu einer neuen ꝰritf wieder gese melt uu.
Sprechsal.
Seit einiger Zeit gehen hier Gerüchte über den
und Verkauf von Kartoffeln seitens der Firma Gebr
kruchten um. Die Gebrüder Kruchten sollen Kartoffeln ein
'auft haben zu 1.10 Mark und dieselben zu 4.350 M
viederverkauft haben. Kann das ein gesunder Mensch
erstand aufnehmen? Lächerlich! Und doch gibt es Leu—
»enen solche Märchen als Klatsch willkommen sind. Solt
Redereien sind schließlich dazu angetan, einem Mensch
eine Existenz zu untergraben. Hoffentlich werden die V
zreiter dieser Lügereien derart namhaft gemacht, daß iie«
richtlich b612421 mwoörden känr
Evangelischer Gottesdienst.
18. Sonntag nach Trinitatis, den 16. Oktober 191
Rollekte für bedürftige Studierende der evangel. Theon
in Bonn.
Dudweiler:
8.30 Uhr Pfarrer Uhrmacher.
10.— Uhr Pfarrer Trommershausen.
11. 15 Uhr Christenlehre derselbe.
Herrensohr⸗Jägersfreude:
9.30 Uhr.
10.30 Uhr Christenlehre.
Narum, mein Lieher, bist duu verscinnpt
Mir kann so was gar nicht passieren. Erstens ho
ich ein brillantes Vorbeugungsmittel, und zweite
veiß ich mir schnell zu helfen, wenn fich doch m
so eine Erkältung einnisten will: ich nehme
Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen Soweit
jichnupfen den Hals und die Bronchien in Mit
denschaft zieht, somit werden meine Sodener au
1 schnell und sicher mit ihm fertig. Darum so
meinem Rat: Kauf dir in der Apotheke oder ⁊
gerie eine Schachtel Sodener für 88 Pfg. gib
J acht. voß nu keine Mennabineen er
— —— ———— — — —
Wochenspielplan d. Thalia⸗Theaters Saarbrucken
Samstag, 14. Oktober, Nachmittags 4 Uhr Der Zigeuner⸗
baron.
Sonntag, 15 Oktober, 4 Uhr: Glaube und Heimat
Uhr: Polnische Wirtschaft.
Montag, 16. Oktober, 810 Uhr: Mit gleicher Waffe.
Diestag, 17. Oktober, 810 Uhr: Polnische Wirtschaft.
Donnerstag, 19 Oktober, 810 Uhr: Die Försterchristl
Freitag, 20. Oktober, 810 Uhr: Mit gleicher Waffe.
zamstag, 21. Oktober, 810 Uhr: Die Räuber
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