Freitag. den 27. Januar 1911.
44. Muhyrgung
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Amfllches Publikaflonsoergan
für die Bürgermeisterei Dudweiler.
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Posischließfach Ne. 14.
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Erscheint
lalich mil Ausnahme der Sonn⸗ und
Feiertage.
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kosten 16 3 pro 6spaltig PYertizede
auswaͤrtige 16 4
— — —
— Mit zwei bellagen: Netlamen
wnatlich 70 3 frei hus haus Sonntagsblatt und Beitere 3lätter. a0 4 pro aspaltige Petitzelle.
gebracht,
—XRX bestellt F
* 22 vierteliãhrlich Fernsprech⸗ Anschluß Saarbrücken Nr. 68, 280, 2690 1. 1261. NRedaktion, Druck und Verlag von J UnerkellerDudweller. Bel Jahres⸗Abomnement „echstie Audakt.
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d durch Unfog bei genberger Iet wen in Nurnberg versichert. Jeder Unfall i binnen einer Woche nach Sintritt der Nilruberger Lehensversicherungs-Beank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhals 24 Stunden uach dem Anfall in Irztliche Behan Aung degeben. Tsdafalle müfsen sin
e ueden vach dem Eintritt zur Anme?dang gedracht werden. Ueber die Soraussetzung der Berfichernna geben die Bersi herunasbedinanrzen Aufs huß, die von Verlase oder von der Nüruberger Lebensverñcherungs⸗Pank zW beziehen sind. — —
e Geschichte. Und diese vie f Wilhelm 2. jeden. 8ruo ven sei nochmals, datz das Verhalten der Besatz * Das „Echo de Naris“ herichtet aus Bern, die italie.
en we he und iaesem Ine e de eden — jeder Richung vorzüglich war. Offiziere und In. aische Regierung habe dem schweizerischen Bundesrat mit
bo seine komplizierte und vielen Anregungen folgende mieure gen im lrnideren vernu r ihcht eet geleilt, daß sie beabsichtige, eine zweite Militär—
Zatur von den Zeitgenoffen nicht genügende verstanden e ohne eedehe Wen Iun * 2 rake über den Simplon zu bauen.
zurde, eine Korrektur vorzunehmen haben — —. en sich verdetue —— wie va d ee Holland.
— “ e m Un erseebootfahren zu di 3
epee wur 7 — — uicht ganz ausschl'eten lassen. Immerhin sei es nrn u Re einer Dpesche us dem Haag i e n
inent Vol!e als Bürger und Mensch gegeben und vor—⸗ eine gange Reihe von Gefahrenquellen zu beleinigen. Ap e 8 a a innen Küst * r
has Vermeiden schaͤdlicher Gase sei schon oben dingewie dent Wird dh ieened Pren F A
in eremplarisches Leben als Haupt seiner Familie sein en worden, Vy e e * 88 an t n Weinnn
—— 8 ean anine ten puderet Natiomen drugfeste Schaten. Alle vorhaudenen vn e —— I. von ej
bigind Ge ue e een d nen e ud Sicherheilsvorrichtungen Telephonboze. Hebebose, Schlip PruRegiczung aufren vn en werden —— e
»en des Bleigewichtes und Luftzufuhr von Innen und der Minister ds Acuern mader usled a eine
neined ange senen Voine menschlich vernupft, dier in Außen hatten gearbeitet, und zur Retiung der Leut llaumg, agebene 8 de hondihe Wend r
inn ber Giunb, hus dem alles Leid und auͤ Freude im vesentlich beigetragen. Dae Un erseebgot „u 30, dab — * d ee —* — P * zeg —*
nechuse ee — — e ei ein älteres Boot, die neueren verfügten über noch voll eeen es eigenen Landes ei en h b ð 727
niterlebt wird. Nicht bloß der ane Repraͤseniant des sandiers Ginichnene , ce in Beispiel möglich — 8 n die souveraͤnen Rechte der ederlande
— —— uraawe
einen Geburtstag feiert — für uns ist es vielleicht noch 5
nehr der erste und größte Hausvater, der sein Wiegenfest egen — en enone werwen de eingehend
egeht. erfonals benutzi werden —————— 888 x
———3 rusen. Aer Inasecher Zumtf gen, daß wir bezüglich der Sicherheitseinrichtungen hin
ge eꝛr kernner Nation zurüchstinden. Die Untersceboobesatzun
een hätten alle Urfache, diesen Sicherhitseinrichungen zu
ertrauen. — ⸗ —
424ꝛ
VNolitische Runoschau
Deutsches Reich.
* Das „Paris Journal“ meldet aus Lissabon: Es
zestätigt sich, daß der deutsche Kaiser seine Stell—
ing als Chesf-Inhaber eines portugiesischen Regiments,
velches ihm seinerzeit von dem verstorbenen König Caror
erliehen worden war, niedergelegt hat. Dieser Beschluß
var bisher in Lissabon geheim gehalten worden und hat
etzt durch seine Bekanntgabe in Varis großes Aufsehen
rregt.
*Die Wahl Hamburas als Sitz für den Kolonial
erichtshof ist vom Staatssekretär des Kolonialamts in
zer Reichstagskommission endgültig für uwannehm—
dar bezeichnet worden.
* Eine zahlreich besuchte Vertreter-Versammlung des
nationalliberalen Vereins in Saarbrücken nahm einstimmig
den Vorschlag eine Kandidatur Basser⸗
mannus an, sodaß die Proklamierung dieser Kandidatur
in der satzungsgemäßen zweiten Vertreter-Versammlung,
die am 22. Februar stattfinden soll, gesichert ist.
* Im Befinden des erkrankten sozialdemokratischen
Reichsstagsabgeordneten Paul Singer ist ene weitere
Lerschlimmerung eingetreten. Wenngleich die asthmatifchen
Beschwerden nachgelassen haben, ist doch das Allgemeinbe
inden recht unbefriedigend. Es wurden noch zwei wei—
tere Professoren zur Behandlung des Patienten herange
gen
zdaisers Geburtsta
127. Januar 1911.
n d Zahnen im Wintoind, wieder
as iee des Deutschen Mes ein Jahr
Ne * —— seines Las. Und wo
fur in annd uach guter alteSitte Hammer
rußt den Frist zur Seitelelegt und hel—
uralte er eer des Volkes n seinem Fest⸗
fort ra ion des Germanvostes lebt in
oer —8* enge und perfaliche Ver“
34 — zu ihre Fürsten. Kein
Faise apanen Wollen thrnendes Symboi
vAWaster J ist für uns eine lebendige Per—
hnen in Vollsgenoffen unseren Gefühlen
e Burge m vertraut und aufs nächsie ver⸗
chi ge er erste Sohhat, der erste Pa—⸗
Monarch 3 dessen gerade erst recht de—
— den Wumscherentsprach, aus der
—* ! in gekemfseichneien vorderen Li—
d— un der Geschehnisse zu wei—
e * lam es manchem voll zum
w wenig dem deutschen Volksempfinden mit
ne auf dem höchsten seiner Throne gedient
pnarchische Idee hat ihre Wurzein tief im
und zu ihr gehört die kraftvoll sich of—
rsönlichkeit unter dem Reichsbanner, der wir
atvoller und blutwarmer Anhänglichteit und
haft leisten ün
Vom Balkan.
* Aus Rom sind auch an die Pforte Nachrichten über
die Ausfahrt einiger italienische Kriegsschife
aus Neapel gelangt. Man glaubt in Konstantinopel an
eine meg'iche Floltten Demonstration vor Tripolis wegen
des letzten fürkischistalienischen Zwischen—
falles. Man versteht die Nervosität Italiens nicht, da
iur ein gan;, nebensächlicher Streitfall, nämlich die von
Italien geforterte Ausweisung eines argentinischen Jour—
aalisten aus Trivpolis vorliegt.
Serbien.
* Anläßlich der Abänderung der Thronfolgeordnung in
jolge der Abdankung des Kronprinzen Georg wurde vor
zwei Jahren ein Hofstatut ausgearbeitet, durch wel—
ches die Siellung der Mitglieder des Königshauses, so
wie deren Rechte und Pflichten geregelt werden sollten
Da jedoch die Aklivierung dieses Statuts damals aus
Opportunitatsgründen unterlassen wurde, hat die serbische
Reg'erung jetzt Schritte unternommen, um durch Einbring—
ung des Statuts in der Skupschtina dem Hausgesetze der
Königsfamilie Gesetzeskraft mm verleihen,
der Unfab ves Unterseebootes „U. 3“
In der Badgetiommission des Reichstages erklärtt
er Staats ekreter des Reichsmarineamts auf eine An—
rage über die Ursache des Unfalles des Unterseebootes
U 3: Der Wassereinbruch in das Boot erfolgte durck
den nicht völlig abgeschlossenen Ventilationsschieber des
Nastes, dessen Gestänge sich festgefressen hatte, kurz bevon
zer Schieber in seiner 00Stellung stand. Nach Lage der
dinge kann Niemanden von der Besatzung hieraus ein
ßorwurf gemacht werden. Bemerkt sei, daß unsee Unter—
ceboote vom Unterseeboot „U. 5“ an, einen doppelten
zentilationsschieber haben und daß auf „U. 3“ ein zweiter
Schieber eingebau: werden sollte. Ein Wassereinbruch in
en hinteren Teil des in der Trimmlage befindlichen Boo—
es haite sofort eine relativ starke Senkung des Hecks zur
Folge, wedurch der Wassereintritt vermehrt wurde. Die
wfort angestellie elektrische Lanz-Pumpe versagte aus noch
näher zu untersuchender Ursache. Hierdurch wurde die Un—
ichtigkeit des Ventilationsschiebers zur Kalamität. Der
ßersuch des Kommandanten, das Boot auf Land zuzu—
teuern, mißlang, weil die elektrische Kraft versagte. In—
terhalb des Bootes geschah dann ruhig und zielbewuzt,
vas auch schon durch die amtlichen Veröffentlichurgen be—
annt geworden ist Die Mannschaft ging auf Befehl des
dommandanten in den Bugraum, schloß die wasserdichte
kdür ab, und dichtete sie noch durch Taschentücher und
Zztangen gegen die nachdringenden, schödlichen, den aus—
elaufenen Akkumulatoren entströmenden Gafe. Erwähnt
ei, daß es leider zurzeit noch keinen verwendbaren Ersatz
ür die mit flüssiger Säure gefüllten Alkumutatoren gibt.
zonstige schüdliche Gase, wie sie bei Unterseebooten ande—
er Nationen gelegen lich auftreten, verstanden wir zu ver—
teiden. Der Kommandant begab sich roßz Abredens der
Zesatzung auf seine Manöverstation im Kommando—
urm, von wo er die Hähne der Ausblasevorrichtung wei—
er bediente. Auf die Milnahme der zur Luftverbesserung
sorhandenen Atmungsflaschen verzichtete er, anscheinend in
er Annahme, daß diese entbehrlich seien. Der Staatssekre
ir begründete nochmals, warum es nach Lage der Ding«
jon allen Gesichtspunkten aus richt'g gewesen sei, zunächst
die vorhandenen Schwimmkräne zu den Reitungsarbeiter
seranzuziehen. Er wies auf das große seemännische Ge
chick hin, mit dem später der Vulkan bei dunkler Nacht
ind Seegang über das wiederversenkte Unterseeboot pla—
iert wurde, ebenfalls auch daraufhin, daß dies der erste
dettungsversuch dieser Art gewesen sei, der nach Einschla
gen der Hacke glatt vonstatten ging. Er erwähnée, dal
ie Insassen des Turmes genau auf den Sielen gefun—
en wurden, die ihnen die Tätigkeit nach der Manöver—
olle anweist Der Gesichtsausdruck und die Haltung lie
en auf ein ruhiges Entschlafen ohne Todeskampf durch
men allmählichen Mangel an Sauerstoff schließen. Der
Natrose Rieper gab, als er von einem Offizier herausge
Angen wurde, noch deutliche Lebenszeichen von sich. Her
Amerika. *
* Der britische Botschafter in Wafhington teilt in einer
Depesche an das Auswärtige Amt mit, daß die zwischen
Canada und den VereinigtenStaaten schwe—
benden Verhandlungen über ein Zollabkommen
dem Abschluß nahe sind. Die Einzelheiten dieses Ab—
kommens sind noch nicht bekannt. Der Wortlaut des Ab—
tommens soll in Washington und Ottawa gleichzeitig
eröffentlicht werden. Nur soviel ist bekannt, daß der
wischen den beiden Staaten abgeschlossene Vertrag die Le—
Jalität der Zollbehandlung gewisser Produlte, sowie Kon
zessionen fsür Manusakturwaren vorsieht.
Deutjscher Peitng.
Mittag 1 Uhr. Berlin, 26. Januar
(115. Sitzung *
Auf der Tagesordnung steht ole erste Lefung des Ge
ethzentwurfes über die
elsaß-lothringische Verfassungsfrage
und die Wahl der Zweiten Kammer.
Staatssekretär Delbrück: Die Frage, wie die
staatsrechtliche Stellung Elsaß-Lothringens weiter auszu—
gestalten ist, hat uns seit dem Tage der Eimwwerleibung El—
aß⸗ Lothringens beschäftigt und wird uns heute voraus—
ichtlich nicht das letzte Mal beschäftigen. Bisher ist die
Sache so weit geklärt, daß es an der Zeit ist, an eine
erneute Prüfung heranzugehen. Es handelt sich nicht blos
darum was die Elsaß-Lothringer wünschen, sondern die
Frage greift in die Struktur des Reiches, in die innere
Politik und die Lebensinteressen des deutschen Volkes tie
tin. Jetzt fragt es sich, ob die Elsaß-Lothringer in dem
Maße münd'g geworden sind, wie es zur Erfüllung der
Wünsche notwendig ist. An die Stelle der Protestbeweg—
ung ist ein Zustand getreten, der sich aufi dem Boden der
vestehenden Ordnung besindet. Wir siehen vor einer Auif—
zabe, die nicht in kurzer Zeit gelöst werden kann, die mit
ühlem Kopf und klarem Blick, mit ruhiger aber fester
Zond erledegt wird. In einem gewissen Rahmen mußs die
Frankreich.
Der Abgeordnete Lauraine, welcher mit der Aus
rbeitung eines Gesetzes über die Sabotage beauf
ragt wuͤrde, hat einen entsprechenden Entwurf fertiggestellt
derselbe wird in den nächsten Tagen in der Kammer ein
ebracht werden.
⸗gwischen der jitanzösfischen Regierung und den Depu
jerten det Canmpagne ist es zu einer Ginigung über
inen Regieningsentwurf gelommen, der den Forderungen
»er Winzer und des Synd kats der Weinhänd—
er in der Campagne Rechnung trägt.
Italien.
s Der „Eclair“ mesdet aus Rom: Meldungen aus
zpezia zusolge soll der italienische Konsul von Tripolis
zon Eingeborenen angegriffen und er mordet worden
ein. Eine Bestätigung dieser Meldung steht zur Stund⸗
ioch aus.
* Der „Matin“ meldet aus Rom: Die energische Hau
ung Italiens der Türlei gegenüber ist Tatsache. Aus
Dripolis wird berichtet, daß die Aufregung, welche
ie Landung Guemanns verursachte, eine sehr große
var. Meldungen aus guter Quelle zufolge begab sich
as Pamuzerschiff „Pi sa“ nach Alexandrien auf Wunsch
»er dortigen italienischen Kolonie. Die Halturg der ita
ienischen Regierung hat bei der Pforte aroßen Eindrud
heißt wagruach von verächtlicher Liebedienere
sein, wenn wir uns froh zu der Tatsache be—
unser Kaiser zu den kraftvollsten und ener
önlichkeiten gezählt werden muß, die zur Zen
agen. In Liebe wie in Haß blicken die Völ—
auf das Reich, dessen Herrscher dank seiner
und betonten Individualität den Begriff sei—
im internationalen Sprachgebrauch zum Be—
Zerson gemacht hat. Es gibt keinen Irr—
nfranzösisch redenden Ländern von Le Kai—
jzebieten englischer Zunge von The Kaiser die
d — — es ja trotz aller Mißver—
t q.ders. I ch an momentanen Ver—
und Beklem gin jenen Novembertagen
Ales Empfindoit oedrücken mochte: die inneiste
g des Gefühls war doch immer der ehrliche
den deutschen Mann mit dem lebensvol'en
sen auf dem deutschen Throne. Und dieser
eitt je bestimmender an die Oberfläche, je mehr
wird, wie sehr man mit seinem Urteil auf
muß bei Dingen, die mit der Person, mit den
den Hand ungen des Herrschers zu lun haben.
reil leßter Instanz über die Monarchen sprich
——
Zwei Köniaskinder
ag tam mit dem Fahrstuhl herauf, Schmidi
och ein wenig stützen, als er nun langsam auf
mit weichen Teppichen belegten Flur daher
Alix aber tat wieder etwas Unschickliches: sie
fdem Flur entgegen und hieß ihn in überströ—
de willkommen. s
zucht —! Nein, wie glücklich es mich macht,
sehen. Und daß Sie gleich daran dachten, mich
iche Freude tat ihm wohl, und die Reserve, die
uferlegen wollen, ging in dem wohligen Gefühl
dankbarkeit unter. Nun lächelte er sie ein
nitig an.
sch ist's ein Wagnis, meine teuerste Miß, daß
n komme. Solange ich in der Klinik war,
ginz gesund und vor allem auch stark zu sein.
in ich erst ein paar Stunden wieder draußen
t nerke ich, wie viel Schonung ich mir noch auf⸗
z. Ich muß also auf Ihre freundliche Nachsicht
5 hoffe, Sie werden mich nicht von der
isn.
cht, und eine starke Bewegung klang in das
in
Duchlaucht — Sie scherzen! Ich will das als
en iehmen und hoffen, daß Sie mit der Gesund
iedr die alte Frohlaune wiedergefunden haben
un'ommen Sie hinein!“
ngcchnell voran und rückte drinnen einen Sessel
ꝛer, itte —!“ Und als er saß, betrachtete sie ihn
ist gut, nicht wohr?“
ank jal“ Dann schickte er Schmidt weg. „War.
ur uten am Wagen. Wenn ich Sie nachhei
inn iß ich rufen.“
ie aun waren, nahm Miß Alix ihm oegenübe
habe im Hotel erfahren, wo ich wohne?“ *
353 keine Ahnung, daß Ihr Herr Vater be
reistt —“
onnt nicht länger bleiben. Er kann nun ein—
erine Arbeit sein, und er war daheim wirk⸗
ig ⸗
ẽEgo sah sie ein paar Augenblicke schweigend
— ⸗ * v
⸗ie ieben!. fagte r dann wit Betonuna. und
oiß nue ersaßte den Sun, AJ vr in vie vuret Wor
egt hatte. Sie errötete und ließ den Kopf sinken.
Ich blieb —“ sagte sie befangen. „Eigentlich habe ch
och noch recht wenig von Deutschland gesehen. Es gab so
iele Dinge, für die mein Papa gar kein Interesse hatte.
Ind nun will ich das alles nachholen, da ich doch einmal
n Deutschland bin —⸗
Sie stockte und wieder entstand eine Pause. Der
Frinz fand, daß sie in ihrer Verlegenheit allerliebst aussah
o hatte er sie nie gesehen; sie war immer klar, sicher und
olbstbewußt gewesen, und nun verlieh ihr die mädchenhafte
zefangenheit, einen neuen Reiz. Als sie das Schweigen
rückend empfand, sah sie hilflos zu ihm auf; und nun ging
r direkt auf sein Ziel los.
„Miß Alix — wollen Sie meine Frau werden?“
Sie ließ den Kopf tief sinken, daß er ihr Gesicht nicht
u sehen vermochte.
„Durchlaucht —!“ sagte sie leise.
Nun sprach er warm auf sie ein.
Ich srage Sie aus reiflicher Ueberlegung heraus
neine teuerste Alix. Zeit genug zum Ueberlegen hab' ich
a nun gehabt. Und ich wage zu hoffen, daß Sie mich nicht
bweisen werden. Sie haben mir auch während meiner
trankheit viel Freundlichkeit erwiesen, die mich zu herz
ichem Danke verpflichtet; aber ich wage zu hoffen, daß Sie
icht nur ein rein freundschaftliches Interesse an meiner
zerson Sie dazu veranlaßt hat, und ich würde glücklich sein
odenn Sie meine Frage mit einem freudigen Ja beant—
horten könnten.“
Ursprünglich hatte er sich seine Werbung gans anders
edacht; gexadezu und ohne viel Umstände. Er durfte, so
atte er 15 keine falschen Erwartungen und vor allem
icht die Meiinung aufkommen lassen, daß er sie liebe. Aber
ald waren ihm doch Bedenken gekommen; eine solche Wer—
ung wäre eine Härte gewesen, und wenn Miß Alix etwas
uf sich hielt, dann konnte sie einfach nicht ihr Jawort ge—
en, mochte ihr Herz auch in wilden Schlägen ihm entgegen
————
ie ihn liebte, und weil er ihre Liebe nicht begehrt hatte?
)as war natürlich Unsinn und wenn er schon die Verpflich
uing anerkannte, sie zu heiraten, so mußte er auch die an⸗
zre gelten lassen: ihre Empfindlichkeit zu schonen und ihr
lbst mit einer vorgetäuschten Zuneigung über die pein
che Situation hinwegzuhelfen. Und das fiel ihm nun, do
r ihr gegenüberfaß, gar nicht schwer. Alix gefiel ihm wirk
ich, und er glaubte fast daran, daß sie beide ganz glücklich
erden könnten. Ein solches Glück mit hausbackenem An
rich, das ging ihm wieder durch den Kopf. Aber nur
teinte er beinahe, es könne vielleicht doch etmas melhr wer
den, und bas Gluc Tsonne aus vem PYerzen herauswachsen.
Nun aber glaubte Alix nicht an die Aufrichtigkeit sei
ier Versicherungen. Sie schüttelte langsam den Kopf und
ah dann zu ihm auf — voll und mit werdender Klarhei
und Ruhe.
„Sie sagen mir viel Freundliches, Durchlaucht,“ sagt
ie ernst, „aber Sie haben ein Wort umgangen, das in die
em Augenblick am nächsten liegt und am wichtigsten ist
Zie sprechen nicht von Ihrer Liebe. Ich schätze Ihre Auf.
nerksamkeit, und ich danke Ihnen dafür. Aber nun er—
auben Sie auch mir, ganz aufrichtig zu sein, nicht wahr?
gch weiß, Sie werden mich nicht unweiblich schelten, wenn
ch offen über Dinge spreche, die ein junges Mädchen hierulande
kaum andeuten darf. Und nun sagen Sie mir
ins: Sie wissen, daß mich an Ihrem Unglückstage ein
tarkes Gefühl übermannt hat und daß ich dann etwas ve
an habe, was besser unterblieben wäre, und was ich 5*
eute noch nicht voll begreifel Es ist selbstoerständlich, d
Zie das wissen — die Sensation ist ja groß genug gewesen
ind die Berliner Gesellschaft hat sich's angelegen sein lassen,
nich fühlen zu lassen, daß die Szene ihr — nun, sagen
vir: amerikanisch fand, und daß sie darum mit mir nichts
nehr zu tun haben wolle; wenigstens solange nicht, bis Sie
»er Welt erklärt haben würden, daß ich ein Recht hatte, vor
anderen Ihr Unglück zu beklagen —“
Er wurde rot wie ein gescholtener Schuljunge in der
»einlichen Verlegenheit, die auf ihn einstürmte.
„Aber meine Gnädigste —l“ 89
Sie lächelte ihn wehmütig an.
„Nun sehen Sie, Durchlaucht — Sie wagen es gar nicht,
ernsthaft zu widersprechen! Sie bieten mir die Ehe an, um
nich zu rehabilitieren, aber eine solche Ehe werde ich nie
eingehen. Mein Gott, ich bin Amerikanerin; was ich ge—
ran habe. kann ich vor mir selbst vertreten, ich brauche vor
niemand die Augen niederzuschlagen — und das genügt
mir. Und wenn ich doch unter der gesellschaftlichen Aech—
tung litt, so brauche ich nur in meine Heimat zurückzu—
kehren; dort weiß mer ats von dem, was hier geschehen
und wüßte man's auch ian würde die Sache dann nur
ehr romantisch finden uid keinem Menschen fiele es ein
mir varum die Achtung zu versagen, auf die ich unbeding
Anspruch erhebe.“
8 Prinz fand sich nicht sofort in die veränderte Si
vation; ihr Lächeln und der klare Blick, der fest auf ihr
uhte, verwirrte ihn und scheuchte ihn aus dem ruhige
ʒelbstbewußtsein auf, mit dem er sich für diesen Gang 9
üstet hatte.
Sie sehen mich überrascht, meine teuerste Alix,“ aat
er sucheno. „Bor auem win ich Iynen zugeneden, datz u
allerdings erfahren habe, was waͤhrend der ersten Tag
neiner Krankheit die Sensation der Berliner Gesellschaß
war; aber die Schlüsse, die Sie als selbstverständlich darau
ziehen, treffen darum doch nicht zu. Sie sagen selbst, eir
starkes Gefühl habe Sie angesichts meines Unglücks über
mannt. Nun, auf dieses Gefühl allein kommt es doch an
und ich bin dem Zufall dankbar, der mir dieses Gefühl offen
bart hat. Was aber ist nun natürlicher, als daß ich num zu
ihnen komme und frage: Wollen Sie diesem Gefühle nach
geben ,— — e
ix schüttelte den Kopf. 58
„Ji das wirklich Ihre Meinung?“ fragke sie sinnend
Es wird mir nicht leicht, daran zu glauben. Aber ich mul
chnen nun auch gestehen, daß ich selbst mir über die Natur
neiner Empfindung Ihnen gegenüber keineswegs klar bin
vas an dem Unqlückstage geschah, das ist ohne meinen Wil
en zur Tat geworden; ich habe seitdem oft und viel darüber
achgedacht, welches Gefühl daran den stärksten Anteil hattt
ind ich glaube es war Angst, Eirrtsetzen und Mitleid zugleich
ob es auch Liebe war, das weiß ich auch heute noch nicht —
Er wollte auffahren, aber sie wehrte ihn mit einen
zandbewegung ab.
„Gewiß hab' ich mich darauf geprüft, mein Freund, abe
ch bkomme zu keinem anderen Schlusse: ich weiß es nicht
Ich weiß nicht, ob ich Sie liebe — ich kann vielleicht ga.
uücht so lieben, wie man nach der tiefen deutschen Auffaß
ung lieben muß. Vielleicht ist es am zutreffendsten. wem
ch. meine Gefühle für Sie so erklärte: Wären Sie meir
Bruder, so würde ich leidenschaftlich für Sie schwärmen. ic
würde stolz sein auf Sie und als Shre Schwester mich stol
und alücklich fühlen.“
Wolf, Egon ertappte sich bei dem Gedanken, daß ja nu
Ues in schönster Ordnung sei. Wenn sie an ihrer Lieb
weifelte und wenn sie selbst keinen Wert darauf legte, durd
eine Ehe mit dem Prinzen sich wieder ganz gesellschaftsfähi—
zu machen — weshalb sollte er da noch seine Werbung. z—
der er sich doch nicht freiwillig entschlossen hatte, noch auf
recht erhalten? Er konnte mit der Abweisung fröhlich vo
dannen ziehen, und kein Mensch durfte ihm dann einen Vor
wurf machen.
Aber er wehrte den Gedanken energisch ab. Sein gan
xes Empfinden sträubte sich dagegen, das junge Mädchen di
Folgen ihrer kompromittierenden Unbesonnenheit trage.
„u lassen. War sie stolz und stark genug, diesc Folgen lä
helnd binaunehmen, so durfte er sie weniger feig im Stich