Full text : Dudweiler Zeitung

wurde ihm aber vort auf Veranlassung ver veutschen
Regierung die Landung untersagt.
Erwürgt. Im Vororte Schellmühl bei Danzig
erwürgte ein Arbeiter beim Abendessen seine Frau aus
Fifersucht. Als der Mörder sich völlig betrunken bei
einem Schwager einstellte, veranlaßte dieser ĩseine Ver—
jaftung.
Folgen des Sturmes. Bei dem letzten großen
Sturm, der vor einigen Tagen in Wesel wütete,
ind auf dem Rhein zwischen Emmerich und Rotterdam,
wie jetzt bekannt wird, ungefähr zwanzig Schiffe, dar—
unter einige mit ganzer Besatzung, gesunken. Die Zahl
er Toten ist noch nicht bekanm.
Schiffsunsall. Auf der Reede von Reval (Ruß⸗
aud) sind zwei Torpedobooie zusammengestoßen. Sie
vurden leicht beschädigt.
Ueberschwemmung. Durch eine ungeheure Ueber—
chwemmung haben das Gebiet des obern Uruguaystro⸗
nes, sowie die Staaten Parana und Santa Catharina,
msbesondere auch Blumenau, schwer gelitten.
Zujammenstoßz. Der Nachtschnellzug der Linie Bar—⸗
elona Cerbere isi auf der Station F gueras mit
inem Güterzug zusammengestoßen. Das Personal bei⸗
er Züge und zahlreiche Reisende wurden verletzt.
Amerika mobilifiert. Großes Aufsehen erregt es
n London, daß in den Vereinigten Staaten die Mo—
bilisiernng der gefamten Seestreitkräfte vor sich gehe.
Aus New⸗Yort meldel ein Telegramm, daß die Allan—
ische Kriegsflotte ven Befehl erhalten habe, kriegsma—
zig bis längstens Otlober vor New⸗NYork sich aufzustel⸗
en und sich im Hafen von Los Angelos zu sammeln.
—— — —
Arhbei ceecvegung.
—. Streikende Braue Im Laufe des Freitags iß
8in Bremen in verschiedenen Stadtvierteln zu
Iusschreiungen der Brauereiarbeiter gekommen. Vop
»en Streilenden wurden vielfach Wagen, die mit Ar—
eitswilligen besetzt waren, angehalten, die Fahrer mit
Zteinen beworfen. Die Fenster der Kaiser-Brauerei sind
ingeworfen worden. Ein mit Bierfässern beladenes
Lrastatuo wurde von Streikenden angehalten, die Füh—
er vertrieben und die Bierfässer von den Streikenden
n die Weser geworfen. Polizei schritt schließlich mi
lanker Wafie ein, verhaftete mehrere Ruhestörer und
ellte schließlich die Ordnung wieder ber

Von der Luftschiffahrt.
Das Zeppelinsche Militarlu ftschiff unternahm
ine Geschwindigkeitsfahrt. Es erzielte dein Gang von
—D— —— Sekundenmeter,
nie zwei Motoren 18 Sekundenmeter. Verlangt sind
„on der Militärbehörde nur 16 Sekundenmeter.
*Gordon-⸗Bennet—Preis. In Kansas hat
ie internationale Ballonfahrt um den GordonBenneut
Zreis begonnen. Es starteien zwei deutsche, fünf ame—
ikanische Ballons und ein französischer Ballon. — Der
zallonfahrer Bradie stürzte in Tiflon (Georgia) aus
iner Höhe von 250 Metern ab und war sofort tot.
— — ————
Vermischtes.
Krieg. Die „Frankf. Ztg.“ reproduziert aus der
unstzeitschrift ,Ton und Worie ein Gedicht „Krieg“
on Fan Theodor Csokor, aus dem hier folgende
herse wiedergegeben seien:
Fressend am Horizonte der Welt
hat ein Feuer hochgegrellt;
dunkle Schwaden schwingen sich auf,
Blitze zerwirken das Wollengehauf,
drächzende Vögel stoßen hernieder
Mit gesträubtem Eisengefieder:
Dr— al!
And mit einen ist er da:
Zchreckhaft, wüst und schrankenlos
Ztädte lodern fern und nah,
veichen faulen frei und bloß.
Feindliche Heere treffen sich brausend,
Tausend an Tausend.
Durch Geschützegebell und Tosen
Jagen Stimmen jäh und schrill;
Tolle Herzen treiben Rosen,
Brechen auf und werden still;
Kurpurne Siandarten sieigen
Breit und prahlend in die Luft,
Wimpeln über Schrei und Schweigen,
Aeber Tapferen und Feigen,
uAnd ihr Zünglein lockt und ruft:
* 27
Immer wilder hat's geklungen,
Wuchs zum rasenden ülkord.
dingeduckt und angesprungen!
Aus der Seele Niederungen
zischt die alte Lust am Mord.
Bierig krampft die Hand den Bügel:
Schuß um Schuß! Es spritzt und sprüht.
dei, das torkelt wie Geflügel
Und die Flinte gellt und glüht.
Bilt jetzt Blei in Fleisch zu loͤten,
Bilt zu töten!
Ist vielleicht jeder der einzige Sohn,
Der dort fällte und fiel ...
Vorwärts!“ rattert der Trommelton,
Vorwörts!“ wirbelt das Spiel.
Nun wirft sich die Nacht auf Blut und Dampf,
Aber sie bringt kein Raften,
leber Wunde und Tote hasten
A Kampf.
Dber dem Gewürge her
Trabt ein Mann auf plumpem Pferde,
Kiesenhoch und eisenschwer;
Allenthalben ist nur er,
Ueber Himmel, Erz und Erde:
KRri 241

—c
27

—XBXÆtAöSE

—*83
57
a

Lokales und Vermischtes.
Restaurant zum Hirsch. Etwas ganz außerordentliches
vird Herr Gallo seinen werten Gästen am, morgigen Tage
ieten und zwar wird in seinem Lokale ein fideles Okto⸗
er⸗Fest aogehalten werden. Der konzertliche Teil wird
»on einer berühmten Tiroler Sängertruppe ausgeführt.
Daß man im Gasthaus zum Hirsch stets ein gutes Glas
Zier erhält ist allbekannt, auch die sonstigen Verhältnisse,
vie: gute Bedienung, angenehmer Aufenthalt usw., sind
ie denkbar besten, sodaß man sich sagen kann: „Warum
denn in die Ferne schweifen, liegt das Gute doch so nahe.“
Gasthaus Göretz. Wir verweisen an dieser Stelle
auf die sich in heutiger Nummer befindliche Anzeige vor—
Jenannten Lokales. Die in dieser Anzeige gemachten Ver⸗
prechungen sind sehr verlockend. Also wer sich einen ver—
mügten Tag machen will, gehe hin.
Versammlung. Eine äußerst wichtige Tagesordnung
hat der Kanarienzucht-Verein am morgigen Sonntage in
einer Versammlung zu erledigen. Es entspricht daher dem
Wunsche des Herrn Vorsitzenden Spier, wenn die Versamm—
ung pünktlich und zahlreich besucht wird.
Zentral⸗-Kinema. Ein außerordentlich reichhaltige Pro—
ramm ist im Kinematographen-Ttzeater vorgesehen. Jedes
Sild ist ein Schlager. Die Leistungsfähigkeit des Zentral—
dinema wird vom keinem gleichen Theater der nahen Groß⸗
tadt übertroffen. Siehe Anzeige.
A. T. V. D. Wie aus der Anzeige in hentiger Num—
ner ersichtlich, begeht am morgigen Sonntag der hiesige
Allg. Turn⸗Verein sein diesjähriges Schlußturnen verbun—
d»en mit Schüler- und Zöglingswetturnen, bei dem zirko
30 Turnschüler und Zöglinge um den schlichten, aber mit
isernen Willenskraft gekrönten Eichenkranz ringen werden.
Im allen Bürgern einen Einblick in die Vereinstätigkeit
uu geben, wird der Verein bieses Jahr zum 1. Male diees
 Turnen auf dem Marktplatze abhalten Möge an dem
norgigen Sonntage niemand versäumen sich die Leistunger
inserer Turner anzusehen. „Gut Heil!“
Conzert findet morgen Sonntag im Gasthaus „Zun
rrone“ ftatt.
Evang. Arbeiter⸗Verein. Einen interessanten Fami—
ien⸗Abend hat genannter Verein arrangiert: „Lichtbilder-Vortrag
 über Marokko“ finden wir u. a. im Programm.
hoffen wir, daß der Vortragende ein dankbares Puhlikfum
indet.
saarbrücker Flugtage am 14. und 15. Oktober.
Für die Saarbrücker Fluglage ist nun auch der dritte Flieger
»estimmt, nämlich Oswald Kabnt. Kahnt fliegt einen Grade—
Apparat, auf dem er die Ausbildung von Hans Grade im
Jahre 1910 persönlich erhalten hal. Er hat an vielen
lugveranstaltungen teilgenommen und zahlreiche Ueberland
ind Schauflüge ausgeführt, besonders in Sachsen, wo er
uf dem Flugplatz Lindenthal beheimatet ist. Kahnt ist
urch den Besuch der Technischen Hochschule in Dresden für
en Fliegerberuf wissenschaftlich vorbereitet und war, bevor
* sich diesem widmete, Architekt. Bekanntlich hat für die
zlugtage Regierungspräsident Dr. Baltz-Trier das Präsidium
es Ehrenkomitees übernommen, dem Ehrenkomitee selbst
ind 60 Herren aus Saarbrücken und Umgebung beigetreten.
Als Flugplatzärzte haben sich den Veranstaltern zur Ver⸗
ügung gestellt die Herren Dr. Engels, Dr. Kalefeld und
dr. Micka; außerdem wird eine Sanitätswache eingerichtet,
ie von der freiwilligen Sauitätskolonne vom Rolten Kreuz
Zaarbrücken und von der Krieger⸗Sanitätskolonne Burbach
n Stärke von 30 Mann unter Leitung der Kolonnenärzte
Dr. Kalefeld und Dr. Micka besetzt wird. An beiden Flugtagen
indet von nachmittags 3 Uhr ab Militärkonzert ftalt ünd
war konzertiert am Samstag, 14. Oktober, die Dragoner⸗
dapelle (Obermusikmeister Schulz)y, am 15. Oklober die
Oer Kapelle Gbermusikmeister Siebold). Auf die aus—
värtigen Besucher der Flugtage wird die Königl. Eisen⸗
ahndirektion insofern Rücksicht nehmen, als am Sonntaq
Sdonderzüge auf den Strecken Neunkirchen-Saarbrücken für
iese Züge, die gegen 2 Uhr in Saarbrücken eintreffen,
verden Fahrkarten zu halben Preisen ausgegeben. Die
Sonderzüge fahren auch gegen 10 Ubr abends wieder
urück.
Welchen Nutzen bringt die Turnerei? (Aug. Paltzer⸗
Dudweiler.) (Schluß.) Aber auch die im reifen Mamßesilter
 stehenden können einer Pflege von gesundheitlichen
reibesüübungen nicht entbehren. Besonders sei hier den An—⸗
ehörigen des Beamten⸗- und Kaufmannsstandes gedacht, die
a auch, wie die Statiftiken zeigen, in gesundheitlicher Be⸗
iehung an letzter Stelle stehen. Infolge ihres Berufes
ind sie den ganzen Tag an den in verbrauchter Luft des
zZüros stehenden Schreibtisch gebunden. Gerade für sie wäre
ine turnerische Tätigkeit in frischer, reiner Luft, in der
herz und Lunge Gelegenheit zu freier, kräftiger Betätigung
jeboten ist, eine unabweisbare Forderung, die zur Frisch
rhaltung von Körper und Geist notwendig ist. Und ist es
um Schlusse nicht ein trefflicher Beweis des gesundbeitliche
sutzens des deutschen Turners, wenn die deutsche Turner
chaft in einem Jahre 36 912 tüchtige, allseits durchgebil.
ete Jünglinge dem Heere zuführen kann. Aber nicht al⸗
ein in hygienischer, sondern auch in pädagogischer und sitt⸗
icher Beziehung zeigt sich der Nutzen des deutschen Tur—
sens. In den Turnvereinen soll die Jugend lernen, sick
en Gesetzen des Turnbodens, die ihr zur Pflicht machen
zescheiden, gefällig und dienslbeflissen gegen ältere Turnen
ind Vorturner zu sein, aus freiem Willen zu nuuterwerfen.
Indem der junge Mann unter der straffen Zucht des Turn⸗
ehrers und Vorturners sich im Gehorchen übt und lernt,
ich körperlich und geistig in Zucht zu nehmen, durch die
lebungen selbst aber sich Mut und Besonnenheit, Geistes.
egenwart und Vertrauen aneignet, bildet er alle jene Ju⸗
jenden aus, die für ihn im späteren Leben als Soldat u
Bürger von unschätzbarem Werte sind. Mögen daher an—
gesichts dieser Tatsachen alle diejenigen, die heute vielleicht
noch Gegner der edlen Turnsache sind, durch ihren Beitritt
in den Turnverein sich mit demselben befreunden, und so
mit helfen an den hohen idealen Aufgaben dieser Vereine.
Mögen sie aber auch in den kommenden langen Winter⸗
abenden durch eifrige Beteiligung an den Uebungen dieser
Vereine sich persönlich von dem Nutzen der Leibesübungen
iberzeugen, zum eigenen Wohle und zum Wohle des Valer⸗
andes. Daß aber auch uns Dudweilern Gelegenheit zur
bflege der Leibesübungen geboten ist, davon legt ein Be—⸗
uch der Turnstunden, des Allgemeinen Turnvereins der
Jedermann gestattet ist, Zeugnis ab. Junge Zöglinge,
iltere aktive Turner und reifere Männer werden von durnerischen
 Lehrkräften, die zum Teil an staatlichen Turnlehr⸗
gänge weitergebildet wurden, in zweckmäßiger Weise unter⸗
richte. Und an dem am Sonntag stattfindenden Schluß—
turnen des genannten Vereins, an dem etwa 90 Schüler
und Zöglinge um den schlichten, aber mit Mut und Aus—
dauer gekrönten Eichenkranz ringen, wird dieser Verein ein
neuer Beweis liefern von seiner guten Schulung und fseines
vorzüglichen Könnens.
Strafkammer sSaarbrücken. Dem Korbmacher Peter
bhillippi zu Saarlouis werden 2 Verbrechen gegen die
Sittlichkeit im Sinne des F 176 3 zum Vorwurf gemacht.
Die diesbezüglichen Verhandlungen erreichten den Schluß
er Türen. Nach Feststellung des Tatbeflandes wird der

bh. zu Gefängnis von 1 Jahr und 8 Monaten verurteilt
rin Monat von der erkannten Strafe wird als verbüßt an—
esehen. — Am 11. August betrat der schon vorbeftrafte
Naurer Jakob Hamme zu Friedrichsthal die Wohnung der
zergmanns Ernst Müller dortselbst, der eine Spezereihand⸗
ung hält. Hamme benutzte die Gelegenheit, daß er fich
illein in dem Laden befand und holte rasch 3 Markstück⸗
und 2 Zweimarkstücke aus der Kasse. Da der Angeklagt
das Geld zurückgab und sich durch Arbeitslofsigkeit in Not
befand, billigt ihm das Gericht mildernde Umstände zu und
erkennt auf Gefängnisstrafe von 4 Monaten. — Der Ge—
chäftsreisende Jalob Hannja zu Neunkirchen machte sich
n der Zeit vom Oktober 1910 bis Februar 1911 zum
dachteil der Firma Bergmann verschiedene Veruntreuungen
huldig durch fingierte Bestellungen usp. Der Angeklagte
eigte den ernstlichen Willen, Erfatz zu leisten, er befand
ich zur Zeit der ihm zur Last liegenden Taten in ernst.
lichem Notstand. Das Ürteil des Gerichts ergeht weger
fertgesetzter Unterschlagung und Betrug auf Gesamtgefäng
nisstrafe von 4 Monaten, von denen 2 Monate Vorhaf.
angerechnet werden. — Am 24. Juli entwendete der Tagähner
 Nikolaus Reit aus Bierbach in der Pfalz zu Neun—⸗
irchen eine Dachkantel im Werte von 3,70 Mk.von einem
Abbruch. Er zerkleinerte das Objekt und brachte es in
eiinem Sack an eine verborgene Stelle. Unter Zubilligung
mildernder Umstände erkennt das Gericht, da Rückfall in
Frage kommt, auf Gefängnisstrafe von 3 Monaten. De—
1894 zu Quierschied geborene Fr. Wilh. Konz zu Brefelb
chädigte am 3. April den Joh. Schuhmacher zu Trier um
30 Mt. unter Fälschung einer Privaturkunde und beschwin⸗
»elte am 11. April den Fahrradhändler Arnold Racke um
ein Fahrrad im Werte von 178 Mk. Der Angeschuldigte
hesuchte 1900 das Gymnasium zu Sulzbach, trat dort als
Schreiber bei der A:ntsanwaltschaft ein. Konz wurde in
zwei Irrenanstalten untergebracht, ging jedoch immer durch
»esuchte Verwandte und schwindelte, wenn ihm das Gellt
nusging. Das Fahrrad erhielt Konz von Racke, weil e
einen Gutschein seines angeblichen Vaters, des Herrr
Sanitätsrats Dr. Breitenbach (2) vorleget. Konz verfäll
vegen schwerer Urkundenfälschung und Betrugs in Gesamt.
zefängnisstrafe von 3 Monaten, von denen ein Mongit für
zerbüßt gilt. Der erlassene Haftbefehl wird aufgehoben und
»em Angeklagten Strafaussetzung gewährt.
Eingesandt. Der „Excelsior Cinema“ im Saale des
„Hotel Nassauer Hof“ strengt sich immer mehr an, un
der hiesigen Bevölkerung wirklich allererstklassige Programm
zu bringen, und man muß zugeben, daß die Vorführunger
ind Aufführungen im „Excelsior Cinema“ brillant sind
ind kann man besser kaum in Großstädten sehen. Wir
ntnehmen dem Programm, welches nächsten Sonntaç
Nachmittag gespielt wird, daß epochemachende Pracht⸗
drama „Vom Bauernmädchen zum Opernstern“. Dieses
Drama hat überall, wo es aufgeführt wurde, Sensatior
zemacht. Die weitern Dramen „Bruͤder Bernhardt,“ Der
Diamantdiebstahl“ und „Das Fischermädel“ dürften den
zroßen Beifall des Publikums finden. Die komischen und
Naturbilder sind von großer Wirkung. Wir bringen das
Programm des „Cxeelsior Cinema“ als Beilage in unsere
)eutigen Nummer. Wenn die Excelsior⸗Cinema“ Gesell⸗
echaft, welche alleinige Inhaberin des Theaters ist, vom
„iesigen Publikum weiter gut unterstützt wird, so wird in
em schönen Theater in Zukunft wieder täglich mit auser—
vählten Programmen gespielt, was für das hiesige Publi—
um von großem Interesse für die langen Winterabende
ein dürfte.
Voraussichtliche Witterung. Nebelige Trübunog
mäßia kühl.
Wohlfahrtseinrichtung. Seitens der hiesigen Grubt
verden seit einiger Zeit bei der neu errichteten Kochküche
des Samstags Fleisch- und Wurstwaren an die Beamten
und Bergleute verkauft zum Selbstkostenprets. Es ist be—
absichtigt, eine vollständige Mektzgerei mit Kühlraum einzu—⸗
richten.
Rekrutenball. Zu Ehren der zum Militär eintretenden
Mitglieder des Unterhaltungs⸗Verein Gemüuillichkeit findet
norgen Sonntag im Lokale Wendel ein Rekrutenball statt.
Den jungen Vaterlandsverteidigern zu ihrem Ehrenabend
Viel Vergnügen!“
Einen Familienabend hat der Gesang-Verein Lieder—
'afel für morgen Sonntag anberaumt. Für eiue gelungene
Unterhaltung wird Sorge getragen werden.
Von den Saargruben Auffallend groß ist die Zahl
her in diesem Jahre in den Ruhestand tretende Bergbeamte.
Meistens sind es Beamte, die eine 405 bis b0jährige
dienstzeit hinter sich haben.
Reichstags⸗Zentrumskandidat. Wie die Sbr. Ztg.
erfährt, soll am morgigen Sonntag der Landtagsabgeord⸗
nete Sauermann aus Duisburg-Beek von dem Zentrum
als Reichstagskandidat für den Wahlkreis Saarbrücken
endgültig aufgestellt werden.
Ein Ballon ohne Korb trieb heute vormiltag gegen
11 Uhr über unserm Ort gegen Sulzbach zu. Ob eia
Anglück oder sonst irgend etwas damit in Verbindung ge⸗
hracht werden kann, konnten wir nicht feststellen.
Zur Fahrt der „Schwaben“ nach Saarsrücken.
Zur Teilnahme an der für nächsten Donnerstag geplanten
Jeppelin⸗Fahrt Baden⸗-Baden⸗Saarbrücken — für deren
zustandekommen wie schon gestern mitgeteilt, 24 Meld—
ingen, 12 für die Herfahrt und 12 für die Nückfahrt, er⸗
orderlich sind — haben bis jetzt 17 Personen bereit er—
lärt darunter zwei Damen. Dieses Resuliat ist heute der
Deutschen Luftschiffahrts⸗Gesellschaft mitgeteilt worden, von
eren Entscheidung es nun abhängt, ob an dem W'and
estgehalien wird. Es steht zu hoffen, daß dies geschieht,
a wohl angenommen werden kann, daß die fehlenden 7
Teilnehmer sich noch finden werden, sodaß der langgehegt⸗
Wunsch, in Saararuͤcken ein Zeppelin⸗Luftschiff zu sehen
endlich verwirklicht wird.
Schwurbericht Saarbrücken. In der am 9. Oktobe—
eginnenden 4. Schwurgerichtsperiode kommen bis zum 21
Ntober folgende Fälle zur Verhandlung: Montag, den 9
Johann Baptist Braun, Postagent zu Tiefenstein, Uuter—
chlagung im Amte; 2. Ehefrau Michael Groß in Saar—
ouis, Meineid. — Dienstag, den 10.: Friedrich Kreiling
zäcker in Saarbrücken, Rolzucht. — Mittwoch, den 110
kugelöhner Heinrich Ritter, Schreiner Friedrich Ebling
zchuhmacher Peter Faha und Tagelöhner Peier Klei
ämtlich zu Saarbrücken, Straßenraub. — Donnerstag
»en 12.: Joseph Berfin, Ackerer zu Picard und Johann
Bersin. Ackerergehilfe, ebend,, Meineid. — Freitag, der
13.: Johann Hermes, Maurer in Roden und RNik. Hoff
nann, Maurer daß, Körperverletzung mit tötlichem Ausgang
samstag, den 14.: Ehefrau Michael Groß in Saaloui—
Meineid; 2. die Dachdecker Peter Weiland und Waloe
nar Späder sowie der Arbeiter Karl Berleong, Straßen
raub. — Montag, 16. Ehefrau Peter Schättgen⸗Völklingen
Jindesmord. — Dienstag, den 17.: Richard Lang⸗Offenback
Meineid. — Donnerstag, den 19.: Georg Maul, Montem
n Saarbrücken, Meineid. Freitag, 20.:: Emil —WX
ßeorg Zimmer aus Oberstein: unbekannt. Samstag, 21.
Jos. Thesen, pens. Bergmann in Bildstock. Körperverlekun
nait Todesfolae

Neueste Nachrichten und Telegramm
Hamm Westf., 7. Okt. Zum 12. Rovembei
Jahrestag der Katastrophe auf Jeche Radbod, bei der
Bergleute den Tod fanden, soll auf dem Friedhofe
Bergwerksgesellschaft Trier ein Monumentaldenkmal er
werden, dessen Kosten die Gewerkschaft Radbod trägt.
dem Friedhofe sind etwa 300 Opfer der Katastropf⸗
gesetzt.
Chemnitz, 8. Okt. Nach umfangreichen Unterse
ungen ist der in einer großen Chemnitßzer Eisenwaren
angestellte Prokurist Max Alfred Schulz geflüchtet. Bis
sind Veruntreuungen in Höhe von 40, 000 Mark festge
Rom, 6. Okt. Der deutsche Generalkonsul hal
iner Meldung aus Tripolis zufolge als Doyen des
ularkorps an Bord des vor Tripolis ankernden Admi
chiffes begeben und den kommandierenden Admiral ge
ie Aufrechterhaltung der öffentlihen Ordnung und
Schutz von Leben und Gigentum der Fremden in der
den türkischen Truppen verlassenen Stadt zu überneb
Paris, 7. Okt. Der italien. Gouverneur von Trip
donteradmiral Borea d' Olmo, hat an die Bevölker
vebensmittel verteilen lassen und mit dem deutschen Ko—
als Boyen des Konsularkorps die zum Schutze von
und Leben der Fremden erforderlichen Maßnahmen fes
stellt. Der Gouverneur bezweifelt eine bewaffnete Rück
der Garnison, die in den füdlichen Vilaietz Feldlager
geschlagen hat.
Paris, 7. Okt. „Matin“ berichtet aus Konstantino,
Der Exgroßwesir Hilmi Pascha erklärte unserem Vertri
daß der türk.-Italienische Konslikt jedenfalls von länge.
Dauer sein werde. Kein tirkischer Minister würde
wagen, die Möglichkeit ins Auge zu fassen, Unterhandlun⸗
mit Italien anzuknüpfen negen der Abtrefung Trip
gegen eine Geldentschädigung Der Minister, welcher ei.
solchen Friedensvertrag unterzeichnet, würde durche
zffentliche Entrüstung weggefegt werden.
Konstantinopel, 7. ODkt. Wie hier verlautet, w
heute in Saloniki ein österreichischss Geschwader erwan
Trotz des Schutzes verlassen die Jaliener, die die Mi
dazu haben, Konstantinopel. — Set gestern mittag ist
scharfe Zensur eingeführt worden, cle Telegramme erleil
dadurch eine erhebliche Verzögerunç
London, 6. Okt. Wie das Dily Chronicle meld.
sind aus Tripolis beunruhigende achrichten eingetroffe
Die Italiener haben Benghafi un Derna bombardier
Wie es heißt, leistete die Bevölkerug von Benghasi her
ische Widerstand.
London, 6. Okt. Gestern Abed brannte in Leieeste
eine Kirche, mehrere Fabriken u⸗ Privathäuser niede
Während des Brandes fand in d Kirche ein Dankfe
statt und die Kirchenbesucher schween eine Zeit lang.ni
Gefahr. Viele Personen find ohn Obdach und mehrer
tausend Menschen arbeitslos. De Schaden wird auf
Millionen Mk. geschätzt.
Turin, 7. Okt. Kabinettchef Siolitti stattete gefter
nachmittag dem König auf SchlosRaconiei einen Besuec
ab und unterhielt sich längere Ze mit ihm über ve
Stand des türk.italien. Konflikles
Athen, 7. Ott. Die Türken iben 600 Soldaten au
der Insel Samos gelandet, was eine Uebetretung de.
Btatuts dieser Insel bedeutet, whes Statut von Italien
Rußland und England garantierst.
Newyork, 6. Olt. Das Rineamt hat Befehl ge—
zeben, daß sämtliche Schiffenduatlantischen Flotte in
Newyork und sämtliche Schiffe er Paeific-Flotte in Loe
Angelos konzentrirt werden sol und von Ende Oktoben
dis Ende Februar n-J. unter iegszustand bleiben. C
qgandelt sich wahrscheinlich daru auf alle Fälle für Konse—
quenzen, die aus dem Mittelmestrieg erwachsen könnten
gerüstet zu sein.
Petersburg, 7. Okt. In kk entdeckte die Polize.
einen Selbstmörderklub, der inn letzten Monoten schon
10 Selbstmorde auf dem Gewn hat. Die Selbstmord⸗
erfolgen immer durch Los.
Berlin, 7. Ott. Der géenannte Zwischen⸗
—F lIlin Agadir, wo mzosen die Flagge aui
em Fort gehißt haben, isen beiden Regierungen
schon seit mehreren Tagen innt. Es hande sich im
zinen jugendlichen Streich iger im Fort wohnende
Franzosen, dem weder der mmandan des deutschen
sereuzers, noch die französi oder die deutsche Regie.
rung irgendwelche Bedeutu beigemessen haben. die
Flagge ist auch sehr bald Weisung der französischer
Regierung wieder heruntetommen worden.
Wien, 7. Olt. Die ige Sitzung des Abgeorb
netenhauses trug einen ruen Charakter, wennaug
natürlich die Vorgänge nammer besprochen wurden
Das Bureau des Hauses fügte Beschräntungen fun
die Zulassung fremder Perm in die Parlamentshall⸗
Loudon. 7. Olt. Ue die Vorgänge in Por
bugal fehlt es an gent Angaben; aber daß vi
monarchiftischen Aufftandsuche ernftet sind, als di
stepublik zugibt, dürfie k zu bezweifein sein. In
— ⏑
æbbafte Beweguna. abm der Köniag offiziell ertiq
ren ließ, daß er nicht auolitischen, fondern aus pri
zaten Gründen so plötzliurückgekehrt sei. Mehrfach
Beratungen mit hervorrden Monarchisten sande⸗
seitdem statt. Gleichzeitierd aber auch berichtet, daß
zwei Söhne des Dom Lel von Braganza bei Com
reiro sind. Danach würs sich allerdings fragen, ob
der Einsall int Interesse Exkönigs Manuel erfolgt.
London, 7. Ott. rere Blaͤtter verö i
Interviews mit KiamPascha, in — —*
nn phrasenhaften Ausdu seine Anhãnglichkeit an
sngland bekundet. ) der „Dailh Mait⸗ soll er
gesagt haben, daß er! Großwesirsein und seine
Bolitik mit der hritiscaentif: ieren werde.
— —— — —
vinweis. tooeberidie Firma Lehmann u. Aßmy
Spremberg N. L.. älttund bekannteste Tuchfabrit,
—————
haltige Muster-Kollektionmmengestellt wirklich aparte
Dessins, versehen mit neuesten Facon⸗Abbildungen
Sine 5 Pfg. Postkarte se Firma genügt, um roslenos
 Einblick in die neiMode zu nehmen. Wir machen
auf den der heutigen Ner beigefügten Prospekt auf.
merksam

— — — — — —— —
Evangelr Gottesdienst.
17. Sonntag nachtitatis, den 8. Oktober 1911.
Kollekte für die Rhei Mission aus Anlaß des Suma
Jubiläums.
dweller
23 arremmershausen.
480 nr aee 3.
Herhr⸗Jägersfreude:
9.30 Uhr.
10.30 Uhr Chrisfre

*
—

*
5*

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