Full text : Dudweiler Zeitung

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Ain de Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beilagen:
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22 van. türgermeisterei⸗Bezirk Dudweiler. Sonntagsblatt und Heitere Blätter.
ernspr.⸗Anschlu νναα dαn Mr. 69, 259, 269, 1261. Drucku. Versao: J. Unterleller, Dudweiler Verantwortlich für die Schriftleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenieil Karl Unterkeller
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7 AVent it mit oud M. gegen Tod durch Unfall bei der Rürnberger Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Joder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnberger Lebensversicherungs ank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stunde a nach dem Unfall in arztliche
88 begeben. Todesfälle mũssen sofort spãätestens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebracht werden. Üüber die Voraussetzung der Versicherun geben die Versicherungsbedingungen Aufschluß, die vom Verlage od. von der NUrnberger Lebensversicherungsbank zu beziehen sind.
Nr. 237. Mittwoch, den 4. Oktober 1911 24. Jahrganq
echtliche Xichterscheinen der Zeugin geschlossen werden
önne. Die Verteidigung beabsichtigt, die Verlesung die⸗
er Eingaben zu beantragen.
Ein Pfaudschein als Verräter. In Chemnitz in
zachsen wurde vor einigen Tagen ein Mann verhastet,
er daselbst einen Diebstahl verübt hatte. Bei der Visi—
ation des Diebes wurde u. a. auch ein Pfandscheir
»es Mainzer Pfandhauses aufgefunden, aus welchem her⸗
vorging, daß eine wertvolle goldene Uhr auf dem
Pfand hause versetzt worden war. Die weitere Nach
orschung stellte fest, daß diese Uhr in einem Badehaus
n Wiesbaden gestohlen und auf dem Mainzer Psfand,
hause versetzt worden war. Der Chemnitzer Dieb hatt«
bor einiger Zeit selbst die Uhr in Wiesbaden gestohler
und sie, ehe der Diebstahl noch zur Anzeige gekommer
war, versetzt.
Schucefall. Im ganzen Riesengebirge
ällt bis auf 800 Meter herab andauernd starker Schnee.
hei der Hampelbaude erreicht die Schneehöhe bereits 2
zentimeter.
Sturm. Der heftige Sturm, der an der holl«
Aindischen Küste wütete, hat eine Reihe vor
schweren Schiffsunglücken zur Folge. Das Schleppbos
Thor“ brachte das Leichterschiff „Moderne Kunst“ den
nxeuen Wasserweg heran. Eine Stunde vor Ymuiden.
wo man aus Not einlaufen wollte, war die Gefahr sa
groß, daß der Kapitäun des Schleppbootes das verbin
dende Tau durchhauen ließ. Das Leichterschiff gint
vermutlich verloren und die sechs Mann starke Besatz
ung ist, wie angenommen werden muß, ertrunken. Ver
schledene Schiffe wurden stark beschädigt, so die Solo“
Fin 3000 Tonnen-Frachtschiff des Rotterdamer Lloyd⸗
strandete nördlich von Hoek van Holland und ist an
scheinend verloren, doch kann die Ladung geborgen wer
den. Kapitän und Mannschaft wurden gerettet. Js
hoek strandete ferner eine Scheweninger Schaluppe. Da
Rettungsboot suchte vergeblich die 9 bis 10 Mann stark
Besatzung zu retten. Auf der hohen See wurde dal
Brack eines großen Schiffes gesichtet. In Hoek wurd
eine Flasche angespült, die 275 Mark mit einem Zette
des Kapitäns an seine Frau enthielt, worauf geschri«
ben stand: Meine letzte Hoffnung. Unter den Gerette
tenn der City of Benares“, von der 10 Manu ertrun
ken sind, befindet sich der schwerverwundete Kapitän
Von den 25 Mann der „Edward Dawson“ werden fün
Mann vermißt. Eine Leiche wurde angespült. — Vs
zchiff selbst steht in Flammen. Ferxner sank bei Mun⸗
y d schwedische Dampischiff „Bris“ aus Gother
surg. Die Besatzung wurde gereitet. Fast die 23
Fischerflotte von Bruinisse, etwa 150 Schaluppen,
ernichtet.
—E Aus Tiflins wird berichtet; Sechs
nit Gewehren bewaffnete Mingrelier überfielen die Siaron
 Tschiladidy der transkaukasischen Bahn, fesselten den
ahnhoisvorsteher und die Angestellten und beraubten
zie Billettkasse. Sie entkamen. 3
Auleusai. Aus Abo (Finnland) wird berichtet;
der Praͤsident des Hofgerichts, Alermann, wutrde durc
inen KRievolverschuß getötet. Der Täter verübte Seldst
nord. *
Gestrandet. Der schwedische Frachtdampfer Bries,
der huͤlnn der Reise nach Sonthamplon besanb
er Nordsee gestrandet. Der Kapitän wollte das Schif
ucht verlassen. Die Mannschaft wurde gerettet und in
hmuiden an Land gesetzt. Ueber das Schicksal dex
DHampfers und des Kapitäns ist noch nichts bekannt.

Zum Krieg um Triwolis.
vie zu Beginn jedes Krieges, wo auf beiden Sei—
n das nationale Gefühl sich nicht genug tun kann,
rd man auch die jetzigen Nachrichten über türkische
d italienische Absichten und Erfolge vorerst mit Miß—
uen betrachten müssen. Und das um so mehr, als
gZtaliener mit einer reichen Phantasie ausgestattet
und noch mehr der märchenspinnende Moslem. Es
vorläufig zumeist wilde Gerüchte, eine von den
den Kriegsparteien verschieden gefärbte Fata Mor—
a, die an dem östlichen Horizont aufflammt. Eine
»ktur an diesen Gerüchten aber ist unmöglich, da
e aufs strengste ausgeübte Depeschenzensur mit sich
i, daß einwandfreie Telegramme nicht durchgelas⸗
verden. Sq tappt man im allgemeinen auch heute
so ziemlich im Dunkeln.
vie diplomatische Lage.
o»r Prevesa hat die italienische Flotte von
iaiven türkischen Torpedobooten, die noch nichts
aKriegsausbruch wußten, das eine zerstört, und
heit von diesem Hafen scheint noch einmal ein tür—
er Torpedobootzerstörer und ein Torpedoboot ver—
let worden zu sein. Das ist alles, was bisher von
gerischen Handlungen, bei denen Kanonen gespro—
haben, sicher bekannt ist. Weder ist Tripolis bhis⸗
bombardiert, noch sind vor Tripolis italienische
egsschiffe, wie eine der vielen Meldungen besagte,
nichtet worden; auch sind bei Prevesa keine italieni—
en Truppen gelandet, wenigstens leugnet die italieni—
eRegierung es ab Denn wenn irgendeine kleine
eilung gelandet sein sollte, so hat sie damit eine
amheit gemacht, die man zu verleugnen sich be—
jen wird. Wo die türkischen Schiffe im Aegäischen
ere sich zur Zeit befinden, ist auch nicht ganz klar,
von den zahlreichen, möglichst sensationell zuge—
en Nachrichten, die ein großer Teil der europäischen
se in den letzten beiden Tagen veröffentlicht hat,
ͤht die große Mehrzahl auf ganz unbegründeten Ge—
ten. Auch von dem, was über die politische Situa—
gemeldei wird, ist manches kritiklos.
Zie stark auch der Wunsch aller Mächte sein mag,
der Kriegszuftand möglichst bald beendigt würde,
gibt sich doch ohne weiteres, daß eine Interven⸗
ind Friedensvermittlung im Augenblick noch aus⸗
os ist, und diese Einsicht, nicht Mangel an Be—
eilligkeit oder Friedensliebe ist der Grund, wes—
noch keine Regierung solche Vermittlung offiziell
acht. Wenn erst auf dem Schauplatz, um den es
Rallein im rnst handelt, nämlich vor Tripolis, sich
jend etwas nutscheidendes ereignet haben wird, das
ißt also, wendie Italiener, sei es gegen den Wider—
and der Türlen mit Gewalt, oder ohne daß es zum
ampfe kommt, weil die Türken sich zurückziehen, Tri—
lis besetzt haben, wenn also eine neue Situation ge—
naffen ist, dann wird auch der Moment für eine In—
vention und Vermittlung gekommen sein, und man
rf annehmen daß dann nicht nur eine, sondern meh—
re Mächte dazu bereit sind, und man wird auch in
unstantinopel nicht im Zweifel sein, daß man auf die
ten Dienste Deutschlands zur Herbeiführung eines
zalichst billigen Vergleiches und Friedens rechnen
i. So erklaͤrt es sich auch, daß der Sultan, der
einem Telegramm an den deutschen Kaiser
Algemeiner Weise um Unterstützung der Türkei in
cschwierigen Lage gebeten hat, von der Antwort,
ihm der Botschafter Freiherr von Marschall über—
cht hat, befriedigt sein soll. Er wird aus dieser
twort den guten Willen erkannt haben, und die Tä—
zleit unseres Boischafters ist, auch wenn für offizielle
iedensvermittlungen der Zeitpunkt noch nicht gekom⸗
in ist, doch jedenfalls dahin gerichtet, den Boden für
ie friedliche Verständigung zu ebnen. Es leuchtet
bei ohne weiteres ein, daß eine solche näher gerückt
d sehr erleichtert werden würde, wenn die türkischen
uppen in Tripolis auf einen unnötigen Widerstand
jsen die Landung der Italiener verzichteten und sich,
ees bereits hieß, von der Küste zurückzögen. Ob das
schehen wird, weiß man nicht, es muß abgewartet
erden, und vielleicht muk man darauf noch etwas

VBom Kriegsschauplatz.
Berlin, 3. Okt. Die hiesige italienische Botschaft
ezeichnet die Nachricht, daß eine Landunng italie—
ischer Truppen in Prevesa stattgefunden hat, offiziell
nder entschiedensten Weise als unrichtig. „Nicht ein
inziger Mann ist ausgeschifft worden. Da damit ge—
echnet werden mußte, daß türkische Torpedoboote, die
u der Adria kreuzten, unsere Handelsschiffe bedrohen
znnten, mußte die königliche Marine Maßregeln er—
reifen, sie außer Stand zu setzen, die Sicherheit der
zchiffahrt im Adriatischen Meere zu gefährden. Es ist
nöglich, daß, um zu diesem Ziele zu gelangen, einige
kanonenschüsse aus der Nähe der Kuͤste abgegeben wur—⸗
en: aber zu Lande wurden keine Operationen vorge—
iommen.“
Rom, 4. Okt. Es ist eine auffällige Tatsache, daf
eit der Kriegserklärung, also seit Freitag Mittag, ab—
esehen von den offenbar unbedeutenden Gefechten eine
rustyafte kriegerische Aktion nicht vorgenommen worden
st. Daß weder mit der Beschießung von Tripolis nock
nit der Landung von Truppen begonnen worden ist,
at anscheinend militärische Ursachen. Man kann daher
nnehmen, daß die italienische Regierung mit dem
jorgehen zögert.
Mailand, 3. Oklt. Türkische Torpedojä—
er bedrohen nach der ‚Tribuna“ die italienischen Han—
elsschiffe im Roten Meer. Verschiedene von den die
alienische Flagge führenden Schiffen sind in die Häfen
on WMassaua und Assah zurückgelehrt.
Paris, 3. Olt. Der „Matin“ meldet aus Rom:
deldungen aus Konstantinopel besagen, daß Freiherr
tarschall von Biebersteins erster Versöhnungs—
zersuch gescheitert ist. Uebrigens konnte ein Gelingen
ieses erssen Versuches noch nicht erwartet werden. Ita⸗
ien wünscht den Frieden, da jeder Tag seine Kriegs—
usgakßen erhöht, sowie auch den Schaden, den sein
andel erleidet. Die Ausgaben steigern sich infolgedes—
n von Tag zu Tag, wonach sich auch natürlich die
edingungen richten werden, die Italien nach Been—
igung des Krieges der Türkei stellen werde. Jeden—
ills wird eine Verständigung nur auf Grundlage der
rilitärischen Besetzung von Tripolis erfolgen können.
Varis, 3. Okt. Der „Figaro“ protestiert dagegen
aß Frankreich seine Neutralität in dem
ienisch⸗türkischen Kriege bis zur vollständigen Untä—
gkeit beobachte und den Bemühungen um die Wieder—
Astellung des Friedens fernbleibe. Die Interesser
raͤukreichs an der Türkei seien so wichtig, daß Frank
ich das Verdienst an der Herstellung des Friedens
vischen der Türkei und Italien nicht Deutschland allein
herlassen sollte. Wenn es wahr sei, daß versichert
erde, daß der französische Botschafter ohne Instruktio
en nach Konstantinopel zurückgekehrt sei, so wäre es
esser gewesen, ihn in Paris zu lassen.
Konstautinopel, 3. Olt. Die Pforte befindet
h in sortwährender telegraphischer Verbindung mit
ondon. England soll die Initiative einer euro—
nischen Intervention ergriffen haben, die sofort nach
er Beseßung von Tripolis in Altion treten soll. Man
pricht sogar von der Unterzeichnung eines Waffenstils
andes unter Garantie der Mächte.
Konstantinopel, 3. Okt. Die Zeitungen sprechen
on einer Vermittlung der Mächte und einer Bei—
egauug des Krieges. Bisber ist von keiner
Zeite eine Vermittlung nachgesucht worden. Der „Ta⸗
tin“ plädiert dafür, den Krieg in die Länge zu ziehen,
bas für die Türkei von größtem Nutzen wäre. Die
ꝛlegräphischen Verbindungen des Orients mit Europa
ind so überladen, daß die ankommenden und abgehen⸗
en Tepeschen jetzt zwei Tage und länger zu ihrer Be—
örderung benötigen.
ae 3. Oklt. Ein Dampfer, der Malta paß—
ierte, brachte die Meldung, daß die „Derna“ im Hafen
von Tripolis beschosssen und in den Gtrues

Aus aller Welt.
Beleuchtet die Treppen. Der Beleuchtung vor
dreppen und Gängen empfiehlt es sich, größere Beach—
ung bei der zunehmenden Dunkelheit zu schenken. Aus
ieser Sorgloͤsigleit in der Hausbeleuchtung entsteht all⸗
ährlich großer Schaden, der sich schließlich in kostspieli⸗
zen Prozessen bemerkbar macht. Die Pflicht der Be—
euchtung wird oflt durch Vertrag auf den Mieter über—
ragen; dabei ist aber zu bedenken, daß diese Bestim—
nung den Hausbesitzer nicht davor bewahrt, zum Ersatz
»es Schadens herangezogen zu werden, wenn jemand
iuf der dunklen Treppe oder sonstwo fällt und sich ver—
etzt, weil der Mieter seine Beleuchtungspflicht nicht er
üllte oder ernst genug nahm.
Gegen die langen Hutnadeln. Die sächs 9 ch
Staatsbahnverwaltung hat sich zum Schut
der Reisenden dem Vorgehen anderer Eisenbahnverwal
tungen gegen die Benutzung langer Damenhutnadelr
nit unverwaährter Spitze angeschlossen, die bei dem im
Fisenbahnverkehr oft entstehenden Gedränge eine be—
rächtliche Gefahr bilden. In den Bahnhofen sind da
jer Vekanutmachungen folgenden Inhalts angeschlager
vorden: „In den Eisenbahnverkehrsräumen, insbeson—
dere in den Zügen, müssen die Spitzen langer Hutna
deln durch Schutzhülsen oder in anderer Weise verwahrt
verden. Nichtbeachtung dieser Nufforderung kann mit
Geldstrafe geahndet werden.“
Zum Prozeßz Wolfjj⸗Metternuich. Schwierigkeiten
im Prozeß des Grafen Wolff⸗Metternich haben sich neuer—
ꝛings ergeben. Das Gericht hat den Antrag der Rechtsainwälte
 Dr. Jaffee und Dr. Alsberg auf Entsendung
zines Gerichtsarztes nach Meran zum Zwecke der Fesi—
tellung der Reisefähigkeit der Frau Gertrud Wertheim
Wbgelehnt mit der Begründung, daß eine einmalige Un—
ersuchung bei dem ärztlich bescheinigten Herzleiden nich.
geeignet erscheine, ein sicheres Urteil über den Gesund
seitszustand der Zeugin gewinnen zu lassen. Der An—
zeklagte und mit ihm die Verteidiger wollen sich, wie
erlautet, unter keinen Umständen hiermit zufrieden ge—
en und auf einer Entscheidung der Strafkammer in
er Verhandlung bestehen, da nach Ankcht der Veriei
»iger aus den zahlreichen schrifilichen Eingaben der
Frau Wertbeim an die 4t—aft das —6

Von der Lujtschiffahrt. *
*Ein neuer deutscher Höhenrekerd
Der bekannte Aviatiker Hirth stellt auf dem —
platz Johannisthal einen neuen deutschen Höhenrel
auf. Er erhob sich gegen fünf Uhr mit seinem Etrich
Rumpler-Apparai und erreichte nach 14 Minuten 24738
Meter Höhe. Er schlug damit seinen bisherigen Ro
kord, der 2200 Meter betrug.
*Das Luftschiff Schwaben' hat seit In
dienstistellung für die Delag bis Ende September an
Fahriagen 81 gelungene Flüge, darunter 9 Fernfahr
u vBou über 200 Zum Teil his über 400 Kilomete

Goldene Herzen.
Dem amerikanischen Original nacherzählt von Karl v. Raesfeld.
9. Fortsetzung

rmähmen. Die weitaus überwiegende Ansicht ging näm
ich dahin, daß die Gegenpartei lediglich Zeit gewin
ien wolle, um unterdeß die Finken⸗Mine ruhig von
mten her weiter abbauen zu lassen.
Es beruhte freilich alles auf Munkelei, da kein
remder Arbeiter zu den Grubenbezirken, die an Jas
Jers Eigentum grenzten, zugelassen wurde. Und da die
zon der Zentral⸗Bergbaugesellschaft“ beschäftigten Berg—
eute eidlich zu bekunden bereit waren, ihre Gesellschafi
rbeite auf ihrem eigenen Grund und Boden, so hatte
delaney, als er um einen vorläufigen Gerichtsbefehl
uf Einstellung der Arbeit auf der umstrittenen Par—⸗
elle vorstellig geworden, viele Zeugen und Aussagen
egen sich. Alles was er hatte erreichen können, oar
in Gerichtsbefehl, die Oertlichkeit durch einen staatlichen
datasterbeamten untersuchen und feststellen zu lassen.
Die Ausführung dieses Beschlusses wurde von einer
Voche zur andern dann aus diesem, dann aus jenem
technischen Grunde“ derartig verschoben, daß Jasper
reist behauptete und Delaney zu dem Glauben neigte
er Beamte sei von der mächtigen und reichen Gegen—
artei erkauft worden. Jasper, fast zur Verzweiflunç
etrieben, arbeitete Tag und Nacht an seinem Tunnel
en er den Widersachern entgegentrieb, und Delaney,
er sich mit Leib und Seele für die Angelegenheit inte—
essierte, widmete ihr nicht nur den größten Teil seinen
zeit, sondern griff sein ohnehin sehr geschmolzenes Ka—
ital noch weiter erheblich an, um seinen alten Klien—
en, der des Geldes und sonstiger Hilfsmittel nahezr
»ar war, mit dem Nötigsten zu versorgen.
„Wir sind nun einmal drin und werden auch ge—
»innen. Der Prosfit wird ehrlich geteilt, und die Kosten
nüssen natürlich auch ehrlich geteilt werden“, sagte er
u Ruth, als sie mit einer Ladung Lebensmittel, Pul—
er und dergleichen zur Finken-Mine fuhren und Jas—
er aus seinem Tunnel, wo er arbeitete, hervorriefen.
Er kam ans Tageslicht, vollständig bedeckt vor
em feinen roten Staube; Gesicht, Kleidung, Hände
»gar sein grauer Bart, alles war rotbraun. Aber als
r die von Delaney mitgebrachten Sachen erblickte, schien
xeinen Augenblick wie verdutzt. Dann wandte er sich
b und wischte sich mit der Hand über die Augen; er
atte die Menschen stets nur allzu geneigt gefunden
in au herauben. und desbalb rührte ihn diese unern

vartete Gute und vLiebe um so tiefer.
Delaney sah die RJuhrung des alten Mannes und
agte, selbst bewegt, obwohl er es unter einem Scherze
erbergen wollte: „Jawohl, Jasper, wir sind Kom
agnons! Ihr hättet mir sagen sollen, wie abgebrann
lter Freund, gebt mir die Hand, sonst glaubt mein
zrau noch, Ihr wäret wild auf mich!“ schloß er, als
zhr wart. Ich habs erst gestern erfahren. Kommt,
er Alte ihnen immer noch den Rücken zugewandt dielt.
„Wild auf Euch! Du lieber Gott! Ihr seid der
inzige Freund, den ich mein Lebtag angetrofsen!“ rie
zasper. Die Tränen liefen ihm über die Backen, als
r sich jetzt umsah und Delaneys ausgeftreckte Hand er
riff. Dann griff er mit freudigem Lachen ein Pulver
aͤßchen vom Boden und drückte es, wie eine Mutten
en Säugling, an seine rotbestäubte Brusi.
„Das ist es, was mir fehlte. Da konnte ich nicht
hne dem fertig werden. Ach, Charley, zu fresfen hätte
h alter Kerl schon was gekriegt, aber da unten in
em Tunnel lag ich und hätte bald geheult wie ein al—
es Weib, als ich sah, daß das Pulver bald alle wan
ind ich hatte nicht einen roten Cent. wieder was zu
aufen.“
Dann blickte er Ruth ins Gesicht, das in seiner
arten Schönheit stets der klare Spiegel ihres Innern
var, lachte und schmunzelte, wischte sich die Augen und
litzte noch schärfer mit ihnen unter den buschigen
Zrauen hervor als zuvor, gerade, als ob die Tränern
ede Schwäche oder Weichherzigkett hinweggewascher
ätten.
„Sehen Sie, Madamchen“, sagte er, 'ne Mine isft
vas, wo dem Mann sein Herz dran hängt, gerade —
zerade, als wenn es eine Frau wäre. Es ist miché
»loß, daß es eine Masse Geld einbringt. Ne, das isl
»s nicht. Denn wenn Geld auch was schönes ist —
vas, Charles?“ blinzelte er Delaney zu, „besonders.
vo es vielleicht Familie gibt, so ift das Geld doch nich
illein. Es ist auch die Zeit, Geduld, der Verstand und
5ãhrgeiz von einem Kerl, es ist Erfolg, Glück, Glück
Nadame, es ist Hofsfnung — kurz alles. Nun, was
ann mir viel Geld nutzen?“ Er richtete sich gerade auf
und sah ihr ins Gesicht. „Es kann mich nicht wiedes
ung und wacker machen. Es kann mir keine Liebe
nehr gewinnen. Und was Lurus angeht, so iit 'n—

Olockhütte wie die da, ein Stuck Tabat und eine Pfeije
der ganze Luxus, wo ich Verwendung für habe. Und
doch, so wie ich jetzt hier stehe, und ich sehe über mich
nach dem schönen Himmel, und um mich auf die Berge,
und wo ich weiß, ich habe schließlich doch noch ein
treue Seele hier an Charley gefunden — ich sage, se
wie ich hier stehe und fühle, diese Welt ist gut genug
für mich, habe auch leine Luft, nach einer andern zu
lommen, wo ich nicht bekannt bin — da schwöre ich es
mein Leben halt ich weniger wie nix gegen den Besit
vom jedem Fußbreit hier, von meinem Eigentum! —
Nein, liebes Frauchen, es ist nicht gerade wegen der
Geldes, es ist wegen dem Recht'! Recht muk Rech
hleiben!“
Seine kräftige, tiefe Stimme, die feurig blitzenden
Augen und lebhaften Geberden begeisterten sogar Ruth
Wie sie so dastand am Berghange, neben der ärmlichen
leinen Blockhütte, worin er des Winters Kälte, des
Zommers Hitze und alle möglichen Entbehrungen er
ragen, und alles dies der Mine wegen, die ihm nur
hzinterlistiger Weise ausgebeutet werden sollte — fühlt
ogar Ruth, die sanfte, ihr Herz sich regen; fühlte fit
ich fähig, sür ihn und sein gutes Recht zu kämpfen.
„Kommen Sie runter und sehen sich mal den X
ain,“ sagte er. Er hielt eine Kerze hoch und ging vor
in, als sie das überhängende Gestein hinuntergingen
dann und wann hielt er einen Augenblick inne und
wischte den Staub fort, damit Ruth das Gitzern des
Voldes sahe.
5SSeheun Sie, Madame, es ist wie ein Pilgern durch
die Wüste, ein Verdursten und Verschmachten, und dann
wieder ein Aufleben; ein Hoffen und Träumen, bis wir
ilt und verschlissen drüber werden. Und dann zu
uuterletzt, finden Sies! — Meinen Sie, Sie gäbens
nuf, mit allem Ihrem Seelenkram: ist Ihnen das nun
loch Ernst?“
Er hielt die Kerze ganz nahe und sah ihr ge—
pannt ins Gesicht. Und als sie zögerte, ergriff er ihre
dand und zerquetschte sie fast in seiner harien Faust.
„Nein, Sie täten es nicht! Gott sei Dank! Sie
üten es auch nicht! — Ach, Charley,“ stieß er Dela—
tey in die Rippen, gut gemacht, gut gemacht. Sie is
zar nicht so schlecht, für das sie eine Frau ist! Ga
rticht so schle—

„ANa, Madam“, sagte der Alte bedächtig, jehen Sie,
en Seelen da versteh' ich nich! viel davon. Ich hab
nein Lebelang so viel Schlechtigkeiten gesehen, daß ich
ala glaube, so'n Mensch seine Seele muß was ver—
iirt Geringfügiges sein, wenn's überhaupt mit ihm was
u tun hat. Was Geld angeht, so mein' ich, mein Geld
in mein Leben wert, wenigstens riskier' ich mein Le
ien dafür, daß ichs behalte. Gerade, wie ich mein Le—
en d'ran setzen würde, damit Recht und Gercechtigkeil
berhaupt oben bleiben. Also, wie gesagt, Charley,
iach voran mit der Sache.“
Der Alte war zu erregt geworden, um noch län
er zu bleiben. „Ne, danke, danke“, antwortete er au
duths Einladung zum Essen. „Kann doch nich' ruhi
ven, muß immer denken, diese Kerls wühlen auf
neinem Grund und Boden herum. Nämlich, wenn ich
aich nicht viel von Seelen versteh', Madam' — der
edanke, daß sie mich beftehlen, reibt mir so die Galle
s Blut, daß ich bärste, wenn ich ruhig dabei in einer
tube sitzen sollte. Ich muß 'n Berg rauf un' drau—
en Luft schnappen, wenn ich dies Gefühl krieg'.“
Damit verbeugte er sich und war im Nu draußen,
amit langen Schritten, die ihn bald außer Sich
rachten, die Straße hinauf und seiner Mine zuzueilen
Delaney tat sein Bestes, die Sache zu beschleunigen
daß bereits einige Tage darauf ein Termin stattfin
en konnte. Aber Gesetz und Richter sind oft nicht jeh—
ompt und namentlich, wo Macht dem Recht gegenübe—
eht, schwer in Aktion zu bringen. Somit gewann die
egenpartei einen weiteren Aufschub, und Jasper ver—
ebß das Gerichtslolal. mit sehr unzweideungen Aeuße—
ngen über die Macht des Geldes und den Einfluß
rs Reichtums. Der Prozeß wegen der „Finten-Mine
‚urde eins der Haupt⸗ Unterhaltungsgegenstände vor
egadrood und manch quter und schlechter Witz wurde
rüber gerissen, daß der alte Jasper vas KHest oben
wache unterdek die anderen Kerls es don unmten aus—
            
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