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Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beilagen:
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Bürgermeisterei⸗Bezirk Dudweiler. Sonntagsblatt und Heitere Blätter.
fernsr. Apf—rbru Fon Nr. 69, 269, 269, 1261. Drucku. Verlag: J. Unterkeller, Dudweiler Nerantwortlich für die Sᷣrittleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenieil Karl Unterkellern
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Jeder Abonnent ist mit bO0 M. gegen Tod durch Unfall bei der Nurnberger Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Jeder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt d⸗ Nürnberger Lebensversicherungsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stunde a nach dem Unfall in äͤrztliche
ßehandlung begeben. Todesfälle müssen sofort spätestens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebrachtwerden. Uber die Voraussetzung der Versicherung geben die Versicherungsbedingungen Aufschluß, die vom Verlage od. von der Nürnberger Lebensversicherungsbank zu beziehsind.
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RNr. 235 Montaq, den 2. Oktober 1911. 24. Ahbar
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jumantitaren Gefuhle der Wachte wendet, vamun un
tützes Blutvergießen verhindert wird.
In Wiener diplomatischen Kreisen verlautet, daß
ie türkische Regierung waährscheinlich die Kriegserklär—
mig Italiens mit einem Protest beantworten und
illes weitere der diplomatischen Intervention überlas
en wird, wobei Deutschland eine bervorragend⸗
stolle spielen dürfte.
Ein Telegramm, das dem „Matin“ aus Athei
ugeht, besagt: Meldungen aus Venitza sprechen da
»on, daß ein Gefecht in der Nähe von Previza statt
zefunden habe. Zwei italienische Kriegsschiffe im Gol
»es lionischen Meeres hätten türkische Torpedoboote ge
ächtet, die an der Küste von Epirus kreuzten. Die üa
ienischen Kriegsschiffe hätten unverzüglich den Kampi
aufgenommen und die beiden türkischen Torpedoboote
vurden so zugerichtet, daß diese an der Küste stran—
deten. Diese Nachricht wird durch eine Meldung aus
Saloniki bestätigt, wonach ein italienisches Kriegsschifl
wei türkische Torpedobooie zerstört hat. Angeblich sini
Truppengelandet worden.
Die Aufforderung der italienischen Flotte zu
Unebergabe der Stadt Tripolis ist von ven
ürlischen Behörden zurückgewiesen worden.
*zAchmed Frazzi, der in Tripolis bereits ein
getroffen ist, meldet, daß die Jtaliener versuchten,
wei Barken mit Mannschaften in Tripolis 3u
anden, wären jedech un den Grund geschos
sen worden. Die Bestätigung dieser recht zweifelhaf
en Nachricht bleibt jedoch abzuwarten.
In maßgebenden serbischen Kreisen herrscht die An—
sicht vor, daß für die Balkanstaaten vorläufig
leine Ursache zur Beunruhigung wegen des Tripoli«—
konfliktes vorliege, da die Jungtürken sicherlich anstre⸗
»en würden, tiefergehenden Komplikationen vorzubeugen
In Konstantinopel gehen Gerüchte, daß die
Italiener bei Preresa in Albanien Truppen gelande
zätten. Ein. türkisches Geschwader stehe vor den Dar—
danellen und ein stalienisches Kriegsschrif«
sei an den Klippen von Tripolis gescheireri.
* Die Demission des Kabinetts wutrtd—⸗
angenommen. Said, der Präsident des Se
nats, übernimmme es, ein neues Ministerium zu bilden
Der Entlassung des Kabinetts ging noch eine; Szen⸗
oraus, bei welcher der Sultan gesagt haben soille
Mein Auge will keinen von diesem Kabinetie mehr
ehen, das soviel Unglück über mein Haupt gebracht hat.“
Ueber die Haltung Deutschlands zu den
ẽntschlusse, die in der Türkei lebenden JItalie—
ner zu schützen, erfährt man, daß dieses auf Sr su.
hen Italiens geschehen sei. Es sei ein inierna
onaler Brauch, ein solches Ersuchen niemals abzu
ehnen, ferner fühlte sich Deutschland als Bundesgenoss
ztaliens au einem solchen Dienst bewogen.
Aus aller Welt.
Inwelendieb. Bei der Juwelierfirma Friedrich
Veilandt in Siettin wurde ein schwerer Einbruch ver—
ibt. Die Diebe hatten sich im Haus einschließen lassen
ind vom Keller aus das Gewölbe durchbrochen. Sic
aubten Brillanten und Silberzeug im Werte von ca
30 000 Mark.
Räüuber. Aus Oesterreich-Nowosielitza wird gemel—
det: In das Bureau der Expositur des Wiener Bank⸗
zercins drangen acht Räuber aus Rußland. Sie kom—
mandierten dem noch anwesenden Kassierer „Hände
hoch!“, nabm ihm die Kasseschlüssel ab und entnahmen
der Kasse 32 000 Rubel. Die Bestände an Kronen und
MNark, sowie die Wertpapiere ließen sie liegen und eni—
fernten sich ungehindert. Die Gendarmerie wurde rasch
derständigt und diese verfolgte die Räuber im Vereine
nit einigen österreichischen Eisenbahnbeamten und russi⸗
schen Gendarmen über die Grenze. Als sich die Räuber
derfolgt sahen, gaben sie mehrere Schüsse auf die Ver—
solgenden ab. Ein Eisenbahnbeamter soll schwer ver
tetzt sein
Der Krieg um Trivpolis.
Ztalien und die Türkei befinden sich seit Freltag
tachmittag im Kriegszuftand. Die Ursache des Krieges
mdas Verlangen Italiens, die türkische Provinz Tri—
plis und Cyrenaika in Besitz nehmen zu dürfen, und
ie Weigerung der Türkei, diesem Verlangen stattzu—
eben. Es hat nicht viele Kriege gegeben, deren Ent—
ehung so klar und eindeutig gewesen ist. Seine ein—
ige Vegrimdung ist der Wille zur Macht bei der an—⸗
reifenden Partei Aber selbst der Philosoph, der die—
en Begriff formuliert hat, würde seine Entfesselung in
iesem Falle kaum gutheißen können. Sein Opfer ist
hier lein lebensunfähiger, kein lebensschwacher Or⸗
sanismus, sondern ein staatliches Gebilde, das zwar
jzoch im Zustande jugendlicher Unfertigkeit sich befindet,
as aber eben durch den selbsttätigen Akt seiner Wie—
ergeburt die in ihm liegende Gesundheit, Kraft und
zebensfähigkeit und durch den weisen Gebrauch seiner
ungen Macht seine Lebenswürdigkeit bewiesen hat.
rine Nation wie die italienische, die immer ftolz ge—
vesen ist auf ihren liberalen und demokratischen Cha—
alter, hätte am ernsthaftesten zögern sollen, diesen jung—
ürklischen Staat in solcher Weise anzufallen.
Es wird in Deutschland allgemein bedauert
»erden, daß das uns verbündete Italien einen Schritt
nternommen hat, der von keinem Gesichtspunkte aus
eim deutschen Volle Sympathie oder gar Unterstützung
nnden kann. Gleich wie allen unseren moralischen Emp—
ndungen widerspricht dieses Vorgehen auch unseren
ealsten Lebensinteressen. Ohne die Deckung des Drei—
undes würde Italien einen solchen Gewaltstreich nie—
ials gewagt haben, und nun hat es diesen Ge—
zaltstreich auch noch gegen den einzigen Staat gerich—
t, der seinen Verbündeten, Deutschland insbesondere,
ing befreundet ist. Es hat nicht einmal die Rücksicht
eübt, die Verbündeten von seinem Vorhaben in Kennt—
iis zu setzen, es hat nicht die Anstandspflicht erfüllt,
hnen die Möglichkeit oder auch nur die Zeit zu geben,
Zchritte der Vermittlung zu tun zwischen dem Freund
nd dem Bundesgenossen.
Positive Konsequenzen ergeben sich bei diesem
iege aus Italiens Zugehörigkeit zum Dreibund nicht.
talien hat kein Recht auf die Hilfse der Verbündeten,
egehrt sie naturlich gar nicht und glaubt wohl auch
ewiß, ihrer nicht zu bedürfen. Ebensowenig kann die
ürlei auf die positive Unterstützung einer andern Macht
echnen. Deutschland, das in dieser Richtung von den
aestlichen Nachbarn etwas boshaft apostrophiert wor—
den ist, hat weder Verpflichtung noch Anlaß, die Kno—
hen seiner Grenadiere um der türkifchen Provinz wil—
in zu Markte zu tragen. Von der Türkei selbst wird
as auch gewiß nicht verlangt, hat sich doch Regierung
ie Presse des ottomanischen Reiches siets aufs eifrigste
gen die Vorstellung gewehrt, daß die Türkei dem
deutschen Reiche näher ftehe als irgend einer anderen
gFroßmacht, der Gedanke eines deutsch⸗türkischen Bünd⸗
isses gar ist aufs äußerste perhorresziert worden. Man
at uns in Konstantinopel gelegentlich sehr freundlich
vehandelt, gelegentlich auch wieder ebenso unfreundlich.
Die selbswerständliche Stellung der deutschen Re—
erung ist in diesem Kriege die striklteste Neutralität,
'er auch die der Bereitschaft, jeden Augenblick zur
erfügung zu stehen, wenn eine der beiden Parteien
te guten Dienste zur Anbahnung einer Verständig⸗
g in Anspruch nehmen möchte. Das deutsche Volk
ꝛt wird kein Hehl daraus machen, daß es daruber
iaus mit allen seinen Sympathien auf Seiten der
aegriffenen jungen Türkei steht.
Der Wunsch, daß der Krieg in Tripolis lokalisiert
eiben möge, verfteht sich von selbst. Wie weit diese
lalisierung gelingen wird, bleibt aber leider noch
yt fraglich. Man kann niur hoffen, daß alle die Be—
ichtungen, die in diesem Augenblick unwilllürlich auf—
igen (Balkan, Kleinasien) sich nicht erfiillen möchten.
ir soviel darf auch in dieser Richtung gesagt werden,
z Deutschland daran iniereffiert bleibt, daß das tür—
he Reich jedenfalls in seinen Stammlanden nicht
asthait geschwächt und lebensunfähig gemacht werde,
Wie aus onstantinopel mit großer Be
timmtheit gemeldet wird, sind bereits türkische Truppen
n Thessalien einmarschiert und hätten bereits mit den
reindseligkeiten begonnen. Ferner besteht jetzt die Mög—
ichkeit, daß die Griechen Kreta otkupieren
Wie verlautet, wäre bereits ein russisches Ge—
schwader vor Trapezunt erschienen. So ent
teht ein großes Durcheinander. Man weiß nicht, ol
ich dieses Wirrwarr noch mehr verwickelt oder ob es
ꝛutwirrt werden könne.
Samstag, mittag landeten sitalienische Of
äi zäüere mit einer weißen Fahne in Tripolis, un
ie Uebergabe des Platzes zu fordern. Der „Cor
riere d'Italia“ verlangt außer der Blockade Tripolita
niens die schleunige Besetßung der Bucht von To
Rrul, des wichtigsten strategischen Punktes an der Ost
üste der Kyronaika, um allfallsigen Verwicklungen mi
—ngland vorzubeugen.
„Daily News“ berichten noch über die Unter,
rredung zwischen dem italienischen Offizier und den
ürlischen Konmandanten von Tripolus, daß diese
n höflichsten Ausdrücken geführt wurde; es ereigneti
ich dabei kein Zwischenfall. Der Kommandant ver
prach, in wenigen Siunden einen endgültigen Bescheit
u geben. Darauf erklärte der italienische Offizier, der
Kichtlämpfern würde eine Frift von sechs Stunden zuß
Lberlassen der Stadt eingeräumt werden. Nachdem höf
iche Grüße ausgewechselt worden waren, kehrte die ua
ienische Aborduung azur Siotte zuxück.
Der türkische Ministerrat bleibt versammelt. Die
bforte richtete einen Appellandie Mächte, ir
em sie ihrer peinlichen Ueberraschung über das Vor.
gehen Italiens Ausdruck aibt und sich an die friedlicher
ILILI—
Die Berliner Morgenblätter äußern sich über die
Aripolisfrage und verurteilen das schroffe Vor—
ehen JItaliens, da man von schlimmen Folgen dieses
zchrittes nicht absehen könne. Einige drücken die Besorg⸗
is aus, daß die Feindseligkeiten nicht lokalisiert blei—⸗
en könnten und drücken den Wunsch aus, man möge
afür Sorge tragen, zu verhindern, daß der Krieg wer
er um sich greife. Hierfür seien die Besorgnisse sehr
egründet.
Goldene Herzen.
'em amerikanischen Oridinal nacherzählt von Karl v. Raesfeld.
. Fortsetzung
„Halt, halt! Ich gebe nach, ich gebe nach; ich ziehe
schon aus“, und plumpste zu Boden; die Siiefel
gen ab; die Räuber schüttelten, und heraus sfielen
ei Packchen Banknoten. D nehmen Su doch nicht
es! Nicht alles! Laffen Sie mir bloß ein bißchen!“
nselte der Geplünderte unaufhörlich, während ihm
sächlich die Traͤnen über das schmierige Gesicht her—
terkollerten, bis der kleine Räuber, der endlich genug
—A—— ich Jasse Euch
en Faden vom Leibe ziehen und durchsuchen!“ Auf
ang das dicke Unglücksopfer, so behende und gelen—
daß die anderen Reisenden krobe des Ernstes der
ge unwillkürlich mitlachen mußtem In stoischer Un—⸗
werfung unter ihr Geschick, sich ohne ein Wort der
idorrede „visitieren“ zu lassen, mußten sie mit an⸗
en. wie ihre Uhren Kelten, goldenen Ringe und
lder auf die Decken am Boden geworfen wurden.
es, was wertlos war, gab der Raͤnber im Mantel,
der Anführer und Befehlshaber schien, mit graciöser
tbeugung zuruch Die Uebrigen fügten sich ihm und
hen auf seinen Besehl der Mutter ves Kleinen, den
ih trug, sogar ein Sparkassenbuch, das sie, ais der
iber an sie kam, aug ven Busen zog.
„Das ist alles, wag ich habe,“ sagte sie. „Nehmt
wenn Ihr gemein genug seid, eine arme Arbeits—
zu berauben.“
zHm, wir müssen auch arbeiten,“ versetzte der
lch und warf vbas Buch auf die Decke; aber der
MNantel nahm es wieder auf.
Bitte,“ sagte er und gabees der Eigentümerin zu⸗
„Wir sind zwar Arbeiter und haben ein großes
aber wir sind keine Frauen und Mütter.“
ꝛx Plünderer machte eine Bewegung, als ob er
Nechen wolle, als aber der Andere: „Folgender!“
ig er weiter. Es war ihm jedoch offenbar nicht
ad er brummte vor sich hin, als er gehorchte.
erstand ein paar Worte: Verd freundlich mit
und zitterte etwas, denn ihr Giatte war ver
*5 —— 1
Schon erhob sie die Hand nach dem Gelde, bereit,
8 augenblicklich auszuliefern. Fast stand sie auf dem
Bunlkte, es schon jetzt zu tun. Denn da Delaney seinem
leußern nach so vorleilhaft gegen seine Mitreisenden
ibstach, so schien der Räuber durchaus entschlossen, etwas
nehr bei ihm zu finden, als die paar Dollars, die er
hm bereits abgenommen, und sagte gerade verächtlich:
„Wenn so'n schneidiger Kerl nich' mal mehr hat,
önnten wir uns gerade so qut vom Gewerbe zurück
iehen.“
Wieder lachten die Reisenden. Doch Ruth sah im
zlide ihres Gatten nicht weniger als Heiterkeit. Er
iß sich auf die Lippen, immer bei ihm ein Zeichen der
ingeduld, leistete aber, seinem Versprechen getreu, keinen
Viderftand. Vielleicht bewies nichts, was er je getan,
o vollständig seine Liebe zu ihr, als diese Selbstbe
errschung in einer für einen mutigen und selbstbe
vußten Mann so äußerst demütigenden Lage.
Nachdem sogar auch seine Stiefel durchsucht, ausge
chüttelt waren und sich nichts gefunden hatte, wandt
er Plünderer sich an den in seiner Nähe stehender
äuber und flüsterte: „Da, seht, wie es ist! Riskieren
illes und verdienen wenig. Wenn Ihr uns doch bloß
illes nehmen lassen wolltet!“
„Ach was! Cei nicht kleinlich, Mann! Haben
gjanz aut abgeschn n“ war die Antwort.
Der Plunderer riß ich von dem Kleinen an seiner Seite
os und eilte zurück: „Laß sehen, mein Liebchen,“ er
angte nach Ruths Schulter; ihr Mann warf ihn zu—
rück, stellte sich vor sie hin und wäre im nächsten Augen⸗
blick zweifellos tot zu ihren Füßen niedergestürzt, hätte
nicht der im Mantel, der wußte, was folgen würde,
nit einem Schlage die gutgerichteten Büchsen in die
Luft geworfen.
„Paff! Puff!“ das tödliche Blei sauste durch die
ruft und fiel irgendwo in der Wüste, ohne Schaden
inzurichten, nieder; indes mit beiseite geschlagenem
Mantel und ausgebreiteten Armen der kleine Anführer
ich zwischen Delaney und die finsteren Schützen stellte,
deren Büchsen iich wieder auf e richteten. und lauf
cief:
„Jungens, diese Dame ist mir befreundet und steht
inter meinem persönlichen Schutze. Ich lasse sie nicht
mrühren, und wenn Ihr mich erschießt!“
Es gab ein augenblickliches Zögern — einen Augen⸗
olicẽ schienen die beraubten Passagiere geneigt, sich sämt⸗
ich schützend um Ruth und das erschreckt weinende Kind
zu scharen.
„Narren!“ wandte sich der Räuber, der die Dela—
neys beschützt hatte, an die Reisenden, „wollt Ihr Euch
denn alle erschießen lassen? Ueberlaßt mir die Sache.“
ẽEr wandte sich an die vier Banditen, deren Wafifen
hn noch immer bedrohten: „Freunde, laßt uns durch!“
agte er ruhig, aber entschieden, zog Ruths Hand in
einen Arm und wandte sich um, obwohl zwei Büchsen
und zwei Pistolen in den Händen verzweifelter und zu
allem fähiger Subjekte sein Leben bedrohten.
Nur sein Leben; denn er hatte Delaney bereits
vorher zugeslüstert: „Gehen Sie vorauf!“ und Ruth be—
merkte, daß, obwohl er ihre Hand durch seinen Arm
gezogen, er doch so ging, daß sie durch seinen Körper—
gedeckt wurde.
Er hob sie in die Nutsche und sagte zu Delaney:
Sie steigen jetzt ein! Zwei von den Kerlen sind so
wild wie Bluthunde!“ Als Delaney noch zögerte, fügt
r ungeduldig hinzu: „Steigen Sie ein, steigen Sie ein
oenn Sie mich nicht erschossen hier liegen haben wos
en!“ und schloß dann, als Delaney sich endlich au—
nuthe flehentliches“ Ließster so kanim gocht“ ean—
— — ——— —
setzte, mit einem turzen Auflachen: „Ich wäre nicht
der erste Anführer, den seine Leute getötet hätten.“ Er
wandte sich ab, aber Delaney hielt ihn an mit den
Worten: *
„Mein Name ist Charles Delaney. Dadurch, daß
Sie meine Gattin beschützt, haben Sie mir eine Ver—
pflichtung auferlegt, die ich gern irgendwie zurückzahlen
möchte.“
„Ach, Herr Delaney!“ Der Räuber verbeugte sich.
„Es freut mich sehr, Ihren Namen zu wissen; Sie wer⸗
den aber gütigst entschuldigen, daß ich die Höflichkeit
meinerseits nicht erwidere. Was die Verpflichtung an⸗
zeht,“ er lachte leise, „so ist es zuweilen ganz ange—
aehm, Gläubiger zu sein.“
Er trat zurück ins Dunkel, wartete einen Augen⸗
blick ab, wo Delaney aufftand, um der Frau mit den
Kindern zu bequemen Sitzen zu verhelfen, ließ dann
den Strahl der Blendlaterne auf Ruths Gesicht fallen,
fing ihren Blick auf, und warf ihr, seine Maske lüf—
tend, so daß sie allein ihn sehen konnte, lachend eine
Kußhand zu.
Auf ihr erstauntes „Oh!“ wandte ihr Gatte sich um.
„Oh Charles,“ flüsterte sie, „es ist der Knabe von
der Statien, wo wir zu Abend gegessen haben. Sieh
nur, sieh!“
Doch so schnell Delaney auch hinblickte, die Gestal
im Mantel war schon verschwunden.
Zugleich mit den Räubern schien sie irgendwo hin⸗
ter den Sandhügeln verschwunden oder in die Erde ge⸗
unlden zu sein. Denn bis sie ihre Sitze wieder ein⸗
jsenommen und den Frauen und Kindern wieder hinein—
eholfen hatten, konnten nicht mehr als höchstens fünf
lugenblicke Zeit verflossen sein, und doch waren Räu—
oer und Leute und alles verschwunden, und die Post⸗
utsche und ihre Passagiere hatten die Wüste wieder für
sich allein.
„Könnten jetzt ebenso gut wohl weiterfahren,“ sagte
der Kutscher schließlich; und die Passagiere zeigten ihre
inmütige Zustimmung zu diesem Vorschlage dadurch,
daß sie schleunigst wieder einstiegen. Einige Augenblicke
zerrschte allgemeine gegenseitige Unterhaltung, von der
edoch der schmierige Dicke ausgeschlossen war.
„Mit einem Kerl. der arme Frauen verichmäua
So leise beide auch sprachen, Ruth vernahm die
Vorte doch. Sie sah auch, daß der Räuber im Man—
l seine Hand durch den Arm des Andern legte und
hn immer noch eifrig flüsternd mit sich fortführte, fort
on der Stelle, wo sie mit dem schlafenden Kinde an
er Brust in bebender Erwartung gestanden.
Sie sah mit einem Blick die erleichterte Miene ihres
zatten, als der schwankende Laternenschimmer darüber
uschte und dänkte Gott im Herzen, als plötzlich der
hmierige Dicke giftig schrie: „Das ist nicht in Ordnung
ie Weiber haben nicht mehr Recht, ihr Geld zu be⸗
alten, als wir. Die hat ja gar keine Kinder! Das
t gar nicht ihr Kind! Wenn Sie suchen, finden Sie
m Ende das Geld von dem schneidigen Kerl bei ihr
s ist seine Frau!“
Ha. das ift Guer Spies? Qhbca