Full text : Dudweiler Zeitung

Anfachen gelughelt. Wir hofsen, daß sie ihr nicht um
reu werden wird.
Entgegen Pariser Meldungen über die Absendung
eines italienischen Ultimatums an die Türtei er
ährt man von zuständiger Stelle in Berlin, daß diese
dachricht durchaus verfrüht sei. An den Kabinetien RVD
inzelnen Großmächte sei bisher nicht betaun“, welche
Frorderungen die italienische Regierung cu die Tuͤrte
tellen wird.
In der zweistündigen Unterredung des Boischafters
Freiherrn von Marschalsund dem Sultan,
erner in der gleichzeitigen Ministerratsversammlung is
iber den Umfang der an Italien zu gewährenden Zu—
eständnisse beraten worden. Ein entscheidender Ent—
chluß wurde noch nicht gefaßt. Ein Krieg sei so gut
vie ausgeschlossen. Dank der deutschen Vermittlung hat
ich die Lage freundlicher gestaltet
Aus West⸗ und Süd⸗Deutschland.
*Efsen, 28. Sept. (Hundertjahrfeier der
irma Kruppe) Am 20. NRovembet 1911werden
8 hundert Jahre, daß die Firma Krupp die Gußfiahi—
Arik in Essen begründete. Jedoch erst im solgenden
sahre wurden die ersten Versuche und Bauten aus ge⸗
aͤhrt. In dieser Zeit wurde dem Begründer Friedrich
drupp am 26. April sein Sohn Alfred geboren, der
der Folge der eigentliche Schöpfer des weltbekannten
nternehmens wurde. Die Firma will daher die von
hr geplante Feier des s00jaͤhrigen Bestehens des Wer—
es mit der 100jährigen Wiederkehr des Geburtstages
Ilfred Krupp vereinigen, und die Feierlichkeiten in den
srübsommer (Mai) des nächsten Jabres verlegen

*Dorkimund, 27. Sept. (Fum Bankkrach.) Der
rxfte Prozeß gegen Ohm und Genossen beginnt aim 30
OARtober. Zur Aburteilung kommen alle die Strafta
xu, die sich auf das Depoigesetz und die in Verbind
ing mit der Niederdeutschen Bank stehenden Gründun
jen beziehen, soweit die Untersuchung abgeschlossen ist
Die Dauer des Prozesses ist auf fünf Wochen ange
tonimen. Direktor Schmitt hat sich bereit erklärt, fich
um Termin einzufinden, da er sich gekräftigt genug
bdlt, um den Verhandlungen beiwohnen und solgen
n koͤnnen.
oIserlohn, 28. Sept. (Ra u bmord.) Bei Men—
en wurde ein unbekannter Arbeiter ermordet und be—
vudt. Als Täter kommt der Arbeiter Lübke aus Soess
n Frage, der flüchtig ist.
*Koblenz, 27 Sept. (Versteigertes Bad.)
zad Laubach wurde vor dem Amäisgericht ver—
reigert. Die Aachener Rückversicherungsgesellschaft,
e die erste Hypothek mit 105 000 Mark auf dem An—
vesfen stehen hat gab das Höchstgebot mit 87 000 M.
id und erhielt den Zuschlag. Das Bad wurde 1840
segründet.
* Trier, 28. Sept. (Raubmord.) In Welfrin—
en wurde ein 83jähriger Mann, namens Balmes, an
baͤnden und Füßen gefesselt tot in seiner Wohnung
uufgefunden. Es liegt Raubmord vor.
* Saarbrücken, 28. Sept. (Straßenbahner—
1u8stand.) In einer zahlreich besuchten Versamm—
ung beschlossen die Straßenbahner einstimmig, wieder
n den Ausstand zu treten, da die Direktion der Stra—
zenbahn im Saartale den nach eintägigem Streik der
Straßenbahner am 22. August abgeschlossenen Tarif—⸗
zertrag nicht gehalten hat und zum 1. Oktober eine
dienstordnung zur Einführung bringen will, durch die
vgie Betriebssicherheit gefährdet erscheinen muß.
* Freiburg, 28. Sept. (Feld dienstunfall.)
Bei einer Felddienstübung des Infanterie-Regiments
Rr. 113 exrplodierte frühzeitig ein Kanonenschlag, wo—
zurch der Unteroffizier Hunn durch ein Sprengflück in
der Herzgegend getroffen wurde. Er war auf der
Stelle tot

Aus aller Welt.
Die Fisch-Furunkulose, die schon seit einiger Zeit
n den württembergischen, wie auch schweizerischen Fo—
ellengewässern sich zeigt, tritt zurzeit sehr bösartig auf.
Sie befällt nicht nur Bachforellen, Aeschen, Bachsaib—
inge, auch andere Fischarten, selbst Weißfische werden
on ihr betroffen. Besonders rasch gehen auch in guten
Fischkästen eingesperrte Fische zu Grunde. Der niedere
Wasserstand begünstigt die Ausbeutung der Krankheit.
Hingerichtet. Der Arbeiter Bunde, der im Fe—
ruar in Döberitz beim Wildern den patrouillierenden
Befreiten Brandt erschoß, wurde Donnerstag morgen
n Plötzensee hingerichtet.
Sträflingsrevolte. In der Strafanstalt Mitro—
vitza bei Esseg (Ungurn) ist eine Sträflingsrevolte aus—
sebrochen. Drei Justizsoldaten wurden schwer verletzt
und ein Sträfling erschossen, während zwei schwere
zerbrecher entkamen.
Mord. Ein aus Deutschland nach Hilversum in
dolland zurückgekehrter Musiker suchte sofort nach seiner
sückkehr einen Bekannten auf und ermordete ihn durch
dolchstiche. Der Täter, der nach kurzer Flucht verhaften
vurde, erklärte, keinen Grund für seine schreckliche Tat
ungeben zu können.
Bombenanschlag. Aus Petersburg wird berichtet:
zm Gute Jalta, der Generalswitwe Linner gehörig, in
E ——— — —
as irgendwo verborgen in seinem Stiefel steckte, zum
zorschein; „und Ihr Einschlagmesser geben Sie Ihrer
jrau.“
Mit zitternden Fingern nahm Ruth das Messer.
zake untersuchte die Pistole, steckte sie zu sich, und De—
aney hielt sein Messer an der anderen Seite, möglichst
veit von seiner Frau entfernt.
„Nun, Herr“, begann Jakle wieder, „der Unterschied
u unseren Gunsten isi der, die Indianer haben eine
bergläubische Furcht davor, die Post der Vereinigten
ztaaten anzugreifen. Sie sind von Natur aus feige
zunde und sehen ihren Feind immer gern, ehe sie ihn
ekämpfen. Die Klappen sind sämtlich dicht zu; Ge—
hirr und Stränge sind in bester Ordnung; in die
dutsche hineinsehen können sie nicht, und wenn die
darren da drinnen sich nur ruhig verhalten, so ist es
nöglich, daß sie Soldaten drin vermuten. Ferner —
e kennen mich und meine Büchse. Dies alles zusam—
nengenommen ist es immerhin möglich, daß sie uns
assieren lassen. Aber wenn nicht, so erschieße ich zuerst
ie Pferde, mache eine Barrikade von den Kadavern,
eure jeden Schuß, töte so viel ich kann, und mache
ann einen Ausfall. Jeder, der Mut hat, wird mir
olgen, und vielleicht können wir durch den plötzlichen
insturm die Bande in die Flucht schlagen. Gelingt
ins das nicht, und bleiben wir dabei, so müssen die
frauen jede sich selbst das Leben nehmen.“
Jale hatte in einem Tone gesprochen, als ob es
ich um etwas ganz Selbstverständliches handele; den
Glick hielt er unverwandt auf die dahineilenden Pferde
zerichtet, mit der einen Hand machte er leichte Bewe—
zungen, wie jemand, der einfach Tatsachen feststellt und
ie seinen Zuhörern als unvermeidliche Notwendigkeit
orführt.
Delaney erkannte sie auch als solche; zwar benahm
hm der Gedanke an die Möglichkeit, daß Ruth, sein
Veib, zu einem derartigen Tode gezwungen werden
önnte, den Atem und ließ ihn krampfhaft mit den
zähnen knirschen; doch Jake hatte Recht — eine an—
ere Wahl gab es nicht.
Doch Ruth, die sanfte, zitternde Ruth, faßte es
icht so auf.
„Lieber Mann, ich kann sterben. Wenn es Gottes
Zille ist, kann ich mich jedem Schicksal unierwerien

er Bahe des Zarengutes Livadia, wurde ein sensatio⸗
ieller Vombenanschlag verübt. Der Gutsverwalier ist
gzetöret worden.
Ein neues französisches Marineunglück? Aus
Ddoulon wird dem „Excelsior“ gemeldet, dort laufe
in Gerücht um, nach welchem der Dreadnought „Vol—
aire“, eines der fünf Panzerschiffe der Dantonklasse, im
Bolj von Juan bei Antibes gestrandet sei. Wie das
Blatt hinzuüfügt, hat das Marineministerium bis jetz
noch leine Tesesramme über einen solchen Uniglser—
alten.
Schweres Automobilunglück. Mittwoch Abend
urz vor 5 Uhr ist ein Autobus, der den Verkehr
»om Jardin des Plantes nach der Pariser Vorstad:
zatignolles vermittelte, beim Vorbeifahren an der
dotre Dame-Kathedrale auf dem Kai des linken Seine
fers umgesiürzt und in den Fluß gefallen. Der Un
all vollzog sich so schnell, daß sich keine einzige Per—
on von den etwa zwanzig Insassen rechtzeitig durck
Abspringen retten konnte. Das Personal des Rettungs
ienstes auf der Seine, sowie die Feuerwehr wurder
ofort mobilisiert und leiteten das Rettungswerk ein.
zon den Insassen des verunglückten Autobus haben
‚reizehn, darunter vier Frauen und drei Kinder, dern
Tod gefunden. Fünfzehn weitere Fahrgäste wurden ir
in nahegelegenes Hospital gebracht, wo die Aerzte jetzt
nit Wiederbelebungsversuchen beschäftigt sind. Der Un—
all ereigneie sich auf dem Pont de L'Archeveche. Der
lutobus lenkte eben auf die Brücke ein, als ein ande—
er Omnibus ihm entgegenfuhr. Der Chauffeur wollte
iach links ausweichen, machte aber offenbar eine zu
harfe Wendung und steuerte auf das Brückengelände
u. Der Kraftwagen riß ein großes Stück vom Ge
änder und Unterbau fort und stürzte in die Seine
Rach wenigen Sekunden sah man blutende Menscher
ruftauchen, aus deren Mitte sich ein Geistlicher los
iachte, der sich als tüchtiger Schwimmer erwies. Es
dar der Pfarrer Richard, ein Lehrer vom katholischen
zriesterseminar, der sich mit einem Knaben auf einern
zlattform des Wagens befunden hatte. Er brachte der
dnaben ans Ufer und rettete noch vier andere Perso—
tien, indem er immer wieder untertauchte.
Wetterkatastrophen. Ein heftiger Gewittersturm
jat in Bagnara (Italien) gewütet. Der Bahnhof is
berschwemmt und das umliegende Land verwüstet. Ei—
ige Baracken stürzten ein. 25 Menschen sollen umge
ommen sein. — Aus verschiedenen Teilen der Provin
Zaloniki laufen Berichte über schwere Schäden durch
leberschwemmungen und Hagelschlag ein. In Stru
nitza sind 14 Haͤuser von den Fluten weggerissen.

dJ Wegen Falschmünzerei wurden in Berlin der
steisende Paui Kaiser zu vier Jahren Zuchthaus
ehn Jahren Ehrverlust, der Arbeiter hermann Liese
„Jang zu fünf Jahren Zuchthaus, drei Jahren Ehr
erlust, der Konditor Wladislaus Niestrowski zr
wei Jahren Zuchthaus, der Bäcker Adolf Wie,
and zu 144 Jahren Zuchthaus, die Arbeiter Kar!
Ragilo und Otto Adam zu je sechs Monater
zefängnis verurteilt. Sie hatten in Berlin Drei- und
weinnoxtitũcko gefälscht ··d evon Verkehr gebracht.

Von der Luftschiffahrt.
*Johannisthaler Flugwoche. Der
dampf um die Preise in Johannisthal ist so heftig wie
tie zuvor. Nur um wenige Minuten differieren die Lei—
tungen und diejenigen, die bisher nicht regelmäßig zwe
Stunden geflogen sind, haben kaum noch Aussicht auf
inen günstigen Platz. Das Rennen liegt jetzt zwischer
5uvelack, Pietschker, Nelly Beese und allenfalls Hoff—
tann. Die drei ersten haben regelmäßig ihre zwer
Stunden täglich absolviert. Wenn das Glück weiter
zut ist, darf man am kommenden Sonntag die erste
eutsche Fliegerin als Siegerin der Flugwoche begrüßen.

Vermischtes.
Aus dem Leben eines Falschspielers. Der be
üchtigte Falschspieler Stallmann, alias Baron Korff
dönig. welcher sich in Kalkutta (Indien) zu erschießen
ersuchte, unt der Auslieferung zu entgehen, wird nack
»en letzten Meldungen voraussichtlich wiederhergestell!
verden können. Die Verletzungen sollen nicht lebensge—
ährlich sein. Stallmann ist, nach dem „Berl. Tabl.“,
im 4. April 1871 in Berlin geboren. Schon als Hand—
ungsgehilfe beging er einige Straftaten. Nach und nack
am er dann auf den Weg des internationalen Falsch
pielers. Als ihm in Berlin der Boden zu heiß wurde
ing er nach Paris. Nach und nach warb er sich min—
estens sechzig Helfershelser, von denen jetzt fünfzehr
inter Schloß und Riegel sitzen. Der mühevollen Arbei
er Berliner Kriminalpolizei, die überall jim In—- und
uslande, in Frankreich, England, Holland, Südafrika
ndien und Nord- und Südamerika ansetzte und al
enthalben bei den zuständigen Polizeibehörden wirk—
ame Hilfe fand, ist es gelungen, das ganze Treiben des
zetrügers und seiner Spießgesellen aufzudecken. Stall—
nann legte sich in den verschiedenen Ländern und Städ
en nach und nach eine ganze Reihe von falschen Namen
hei: Stanley, Conte Douglas, Baron Spätgen, Millio—
148Gchiffer. CGonte Nici. Baron Krüper. Baron Bena—

Aber ein Verbrechen begehen, das kann ich nicht. Was
Leben, das er mir gegeben, kann ich mir nicht nehmen
ẽs steht bei ihm, damit zu tun was er will!“
Ihre Stimme erhob sich kaum zum Flüstern; dock
zakes scharfes Ohr hatte alles vernommen. Er wandt
ch ungestüm zu ihr hin, indeß Delaney die Arme um
e schlang und sie an sich preßte.
„Sich nicht das Leben nehmen!“ rief Jake. „Dann
derde isch's Ihnen nehmen, so wahr wie Sie jetz!
och leben! Ich werde das Verbrechen auf mich neh—
nen und es für eine gute Tat halten! Wäre Ihnen
as nicht auch lieber?“ fragte er Delaney.
„Ja“, erwiderte Delaney.
Ruth, an seinem Herzen, fühlte den Schauder mit.
er ihn bei dieser Antwort durchbebte.
Der Mond sank langsam zur Ruhe, als die Kutsche
ch einem niedrigen aber jäh ansteigenden Hügel
äherte. Hier wurde den Pferden ein kurzes Ausschnau
en gestattet, denn die Steigung war beträchtlich und
je hatten gute sieben Stunden gemacht und naäherten
ich dem Ende ihrer Strecke. Während dieses ruhigen
4ugenblicks sagte Jale zu Delaney:
„Am Fuße dieses Hügels drüben ist ein ziemlich
iefer Bach. Die Weiden daran und darum gäben einen
usgezeichneten Hinterhalt für die Rothäute ab. Und
ben auf dem Hügel, der sich an der andern Seite er—
ebt, steht die Hütte Dick Longs. Wenn die Indianer
virklich auf dem Kriegspfade sind, so haben sie die
rdongs wahrscheinlich schon ermordet. Es ist eine brave
Familie; er rackert sich ab, um sein Gütchen hier in
er Wildnis voranzubringen und sie erzieht ihre Kinder
nusterhaft. Aber was kümmert das die roten Teufel?
gjerade weil es friedliche Leute sind, werden sie si
uerst umbringen und ihnen die Hütte in Brand stecken
Vir werden möglicherweise die glühende Asche von oben
ms sehen können. Ist das der Fall, so machen Si
ich auf alles gefaßt! Denn haben die Teufel erst ein
nal Blut geleckt, so werden sie wild und schonen wo—
nöglich auch unsere Post nicht. Wir wollen sie also er
varten.“
Dann rief er zu den Passagieren hinein: „Ruhe!
zergeßt nicht, daß Euer Leben davon abhängt;“ zog
ie Zügel an, und die Pferde begannen den Aufftieg
Auf dem Gipfel hielt er sie an, beuate sich we

Schelle, Baron Scheliha, und endlich auch — Frart Neu—
mann. Den Geschädigten wurde die ven der Berline
Kriminalpolizei beschaffte Photographie des Falschspie
lers vorgelegt, und alle erkannten in Stallmann der
Baron Korjf-König wieder. Stallmann hatte seine Hel—
sershelfer in kleine Gruppen und Untergruppen von vie
bis fünf Personen eingeteilt. Er bildete sie für sein
Zwecke aus und versah sie, wenn es vötig war, auc
mit Reisevorschüssen. Das Geld spielte keine Rolle, be
»en Vorschüssen ebensowenig wie bei den großen Fefst
gelagen, durch die er seine Opfer auf das Spiel vor
bereitete. Seine Gruppen, die ihm tributpflichtig wa
ren, bestellte er je einmal nach Paris in seine hervor
ragend schöne Villa. Dort teilten sie ihm ihre Erfah
ungen mit, auf denen er dann wieder seine Schach
züge gegen bestimmte Plätze und Personen entwarf und
ufbaute Eine seiner bekanntesten „Schöpfungen“ is
derr Bela Klimm, den Stallmann, nachdem er ihm al
es abgenommen hatte, zum Grafen de la Ramee macht(
ind dann für sich arbeiten ließ. Ihn konnte er seine:
zestalt und seiner Umgangsformen wegen besonders ge—
rauchen, namentlich zur Anknüpfung neuer Verbindun—
gen. Auch in Berlin hat Stallmann seine Gastrollen
jegeben. Seine hier lebenden Angehörigen besuchte er
aur einmal im Jahre. Er hatte nie Zeit, hinierließ
iber jebesmal die Mittel zum Lebensunterhalt für das
nächste Jahr; von seiner Falschspielertätigkeit wußten
eine Verwandten nichts, ihnen galt er als der Groß
zrundbesitzer aus Johannisburg, der auch eine Gold
und Diamantenmine sein eigen nannte. J
o 8*
Humoristische Ecke.
Humor des Auslands. Auny
„Haben Sie das von Smith gehört?“ — „Wa—
enn?“ — „Er ließ gestern sein Auto vor seinem Kon
or stehen, und als er zurückkam, was meinen Sie?“ —
War sein Auto gestohlen?“ — „Nein, fand er ein hüb
ches Frauenzimmer darin sitzen.“ — „Halloh! Hatte
ich im Auto geirrt, wie? Entschuldigte sie sich?“ —
„‚Nein. Das Drolligste bei der Sache ist, daß Smitt
zu ihr in den Wagen stieg, und daß sie zusammen nack
einer Wohnung fuhren.“ — „Alle Wetter! Was sagte
enn aber Frau Smith dazu?“ — „Sie sagte: „Morgen
hole ich Dich wieder ab. Schatz!“

Ein kleiner Bauer trat in das Bureau einer Feuer
ersicherungsgesellschaft und sagte, er wolle sein Anwe
en versichern. „Was für Vorkehrungen zum Feuer
öͤschen sind in Ihrem Dorfe getroffen?“ fragte ihn de.
deamte. Der Mann kratzte sich den Kopf und über
egte sich die Sache eine Weile. Endlich antwortet
r: „Nun, es regnet manchmal!“

‚Ein aufgeblasener Eisenbahndirektor bestieg jüngj
in Woodside ein Abteil erster Klasse auf der Streck
iach Paddiugton, eine Linie, die ihm unterstand. Ball
iachdem er Platz genommen hatte, stellte sich der Schaff
ier ein. „Fahrkarten, bittel“ sprach er. — Ich habe
eine!“ antwortete der Direktor. — ,Dann mussen Sie
nussteigen! — O nein, mein Gesicht ist meine Fahr
arte, guter Mann.“ — „So“, war die patzige Ant
vort, „dann kann ich Ihnen nur sagen, daß Sie erste.
dlasse mit einer Fahrkarte dritter reisen.“ — Da wünscht
er Direltor, er wäre nicht so witzig gewesen.
Vom Untergang der „Liberte“. ——
Toulon, 28. Sept. Der Marineminister Del⸗
asfsee wies neuerdings auf die Wichtigkeit hin, die
hahre Ursache der Katastrophe der „Libertee“ festzustel
en“ Er teilte ferner mit, daß der Panzer „Seffron“
m Sitelle der „Liberte“ in das zweite Geschwader ein
estelli werde. Delcassee hat Befehl gegeben, die Re
araturarbeiten an der „Republique“ so schnell wie mög
ich auszuführen, damit dieses Schiff bereits in sech—
Ronaten dein zweiten Geschwader wieder einverleib
derden kann. Die Reparatur des Panzers „Democra
je“ wird' innerhalb acht Tagen zu Ende geführt sein
Paris, 28. Sept. Aus Toulon wird gemeldet,
aß die von Vizeadmiral Bellue angeordnete Ent
rnung des gefährlichen Pulvers und der Munition
us den Schiffen des dort ankernden Geschwaders be—
onnen habe. Man fange mit den Kreuzern „Chassour
ind „Poudre“ an.
Löoudon, 28. Sept. Der Erfinder Maxrime kri⸗
siert in einer Zuschrift an die Blätter die Anwendung
es gefährlichen Pulvers in der französischen Armee
zr erklärt, das neue Pulver sei auf Grund der atmo—
phärischen Bedingungen leicht entzündbar.
Der Umfang der Katastrophe von Toulon läßt sich
runmehr nach den letzten amtlichen Feststellungen über—
ehen. Unser beistehendes Tableau zeigt einige Szenen
oun der „Liberte“Katastrophe. Der riesige Panzer ist
tur noch ein Haufen zerbrochenen alten Eisens, der
leine Dampfer, Barken und Kähne suchend umschwär
ten. Die Reede ist mit Trümmern bedeckt. Pumpen
ersticken den Brand, der noch unter der Asche glimmi
die „Liberte“ ist vollständig in zwei formlose Teile
errissen. Ter bintere Turm ist 2um Teil von Wasser

vor und versuchte mit seinen großen Augen die Dunke“
seit zu durchdringen und mit anhaltendem Atem etwas
ius der unten brütenden Stille zu erlauschen. Abge
ehen vom monotonen Gemurmel des Baͤchleins in
zrunde war nämlich alles ringsum totenstill; und
denn die Indianer wirklich auch die Familie bereit
Aus dem Wege geräumt; die Hütte mußten sie ver
hont haben, denn nicht der gerinaste Schimmer vor
richt war sichtbar.
„Hier herum sind sie doch gesehen worden. Ich
erftehe es wirklich nicht“, murmelte Jake vor sich hin
dann wandte er sich an Delaney:
„Wir wollen nur zufahren, Herr, je eher die
zpannung zu Ende ist, desto besser. Sehen Sie nadch
zhrer Frau!“
Mit dieser Warnung erhob er die Peitsche, ließ sie
uf die Pferde niedersausen, zog den Fuß von deir
zremse, und wie ein Wirbelwind schoß das schwer«
zefährt hinunter in die Senkung. Durchs Wasser ging
s, hochauf spritzen die Fluten, sodaß Ruth die Schauern
rdentlich vom Gesichte niederrieselten, und dann, mi
rneutem Anlauf, keuchend, schnaubend und pustend
sewann das wackere Gespann in wenigen Minuten di—
enseitige Höhe. Dort zügelte Jake die zitternden, trie
enden Tiere, und als Ruth die Augen wieder öfnete
jand die Kutsche ruhig und still, und Jake sprach mi
iner Frau, die, mit einem Säugling auf dem Armé
ind mehreren Kleinen um sich herum, in der Tür der
zdütte stand und eine Kerze hoch emporhiclkt. Dieses
riedliche Bild, nach so schrecklicher Angst, ließ Ruths
derz vor Dankbarteit überwallen und trieb ihr erlö—
ende Tränen in die Augen.
„Gott sei Dank!“ murmelte sie voll Inbrunst, und
as feierliche „Amen!“ ihres Gatten kam ebenfalls mit
olcher Wärme heraus, wie sie es nie zuvor an ihm
æmerkt.
„Es freut mich, hier alles heil und wohlbehalten
m finden, Frau Long“, sagte Jake unterdessen.
„Ja, für dieses Mal“, antwortete die Frau. „Habe
schon immer nach Euch ausgesehen, Jake; dachte, es
ollte Euch wohl nicht ganz geheuer sein. War es nich
nheimlich unterwegs, so ganz ohne Licht? Merkwür
ig, daß die Deubels ihren Sinn geändert haben? S

edect. D
— as Pe
nit allen Ponzerschiff „Libẽ— ẽe
——— ——
windigkeit —* In Zonnen. ericehe d
noten und hr n
* e inspekt
e Irginspe it
—8 iiags um
versam
tale Horn
brauchs⸗
Uebung
1 bis
rtschaft
paten⸗
rgmann
ude au!
—J
eil.
Dem
er

ier Probefahrt 2500 Pferdekräfte mehr als au
var, und erwies sich so als das schnellste der
ranzösischen Kriegsschiffe. Es trug vier 30,5
er-⸗Geschütze, zehn 19.4⸗Zentimeter-Geschütze,
A
—A
Anglück hat fast ein Sechstel der französischen
narine kampfunfähig gemacht, da neben der 3
Liberte“, die „Republique“ schwer, die Panzer
und „Democratic“ etwas leichter von Trümmern
Beschossen der in die Luft fliegenden ‚Liberte“
digt wurden.

Gerichtszeitung.
dJEin Nachspiel zum Werftprozetßß. In
zivilprozeß, den der Reichs fiskus im Aum
an den großen Werftprozeß gegen den Magazindi
a. D. Heinrichs, die Witwe des Kaufmanns
enning sen. und den Kaufmann Repenn
un. auf Schadenersatz in Höhe von zusammen 2
Mark und die Zinsen seit Klagezustellung angest
jat, fand in Küel ein neuer Verhandlungstermin J
Ddie Klage ist seinerzeit auf Grund des Geständn
des früheren Magazinaufsehers Kankowski eu
»en worden, in dem Kankowstki behauptet hatte,
Veranlassung des Magazindirektors Heinrichs mit
eiden Kaufleuten Repenning Schiebungen mit Oen
nacht zu haben. In einem Falle, wo Feennn
tatt 100 000 Kilogramm Oel nur 70 000 Kilogtan
ieferte, während der Rest aus erspartem Oel der
erlichen Werft gedeckt wurde, sei der Profit zwi
»em Magaziudirekior, ihm und den Lieferanten get
vorden; auf seinen Anteil seien allein 6500 Mari
allen. Kankewski wurde seinerzeit auf Grund die
jeständnisses zu einer längeren Freiheitsftrafe vern
eilt. Nun war er vom Fiskus fuͤr den Zivilprozeß
zeuge benannt worden. Seine uneidliche Vernehm
rfolgte bereits vor einigen Monaten. Es handelte
etzt um die Frage, ob er glaubwürdig fei und
idigt werden koͤnnie. Die Vertreter der beklagten *
eien bestritten seine Glaubwürdigkeit, doch die Zw
Zivillammer des Kieler Landgerichts beschloß, se—
lussage nachträglich zu vereidigen. — Damm hat
brozeß für die Beklagten eine ungünstige Wendung
vnumen.

waren gerade auf vem Wege hierher, aver ganz pu
ich machten sie links um und Kehrt, nach Norden
ber wir waren diesmal auf sie gefaßt. Die Nar
arsleute kamen an, unsere Sachen brachten wir ind
deller, und die Flinten waren an der Backe, um ihn
ins auszubrennen.“
„Wo sind die Männer jetzt?“ fragte Jalke.
„Vier Mann sind hinter den Teufels her und
inderen Vier stehn Wache; denn wer weiß, ob
Schlongen nicht noch einmal umkehren.“
„Vielleicht haben sie es gemerkt, daß ihr vorber
et wart“, sagte Jake nachdenklich.
„Ja, vielleicht', antwortete die Frau. Eigenmu
reut es mich aber doch nicht besonders; schade, w
waren nun gerade so nett darauf eingerichtet.“
Und sie lachte, als ob ein Indianerüberfall ei
Art Scherz sei, wenn man sich nur „nett drauf eine
iichtet hatte“.
Wie sonderbar klang Ruth, deren Nerven noch vo—
zẽrregung bebten, dies herzhafte Lachen! Gerade
onderbar war auch der Abschiedsgruß dieser Frau
„Adieu zusammen! Schade, daß Ihr nicht zum Nacdh
ssen bleiben könnt, Jale: haben so schönen Schweint
raten!“
Wie konnte sie bloß an Abendessen denken, we
erst soeben einer Gesahr entronnen war? dachte Ruu
ind betete in ihrem dankerfüllten Herzen inbrünstis
Ruth kannte eben noch nichts von den Gefahren de—
Brenzlebens; sie hatte erst einen dieser täglichen Wech
elfälle und Schicksele erlebt, die diesen Helden de
Wüste und Pionieren der Kultur etwas Alltägliche⸗
ind, ihre Nerven stählen und in ihnen schließlich jener
Bleichmut und jenes ruhige Vertrauen auf eigene Krait,
und Mut reifen lassen, die man in geregelten Verhäl
rissen so selten findet

Vangst schon lag die Hütte der Longs hinter ihnen
egungslos, einsam und schweigend lag die Prär.
tingsumher, und immer noch grübelte Jake über di—
merkwürdige Tatsache nach, daß die Indianer die Hütt'⸗
des Ansiedlers nicht angegriffen hatten.
„Noch nie ist mir ein Fall bekannt geworden, wo
ie auf das Vergnügen, eine ganze Familie auszurot
en, verzichtet hätten; zwar habe ich der Frau Long
jegenüber geäußert, sie könnten etwas von ihren Ver—
lärkungen gemerkt haben; ich glaube aber kaum, dab
zies der Fall gewesen ist.“
„Vielleicht“, sagte Ruth sanft und leise, wielleich.
jat Gott mein Gebet, obwohl es von unwürdigen
Lippen kam, in seiner großen Güte und Barmherzig
eit erhört.“
Bei diesen sanften Worten brach Jale in bittere
Zachen aus. Schnell hielt er aber wieder inne un
dat um Entschuldigung, bat Ruth, ihm seine Rohe
u vergeben, und fügte erklärend hinzu: „Ich ha«
zämlich beten sehen und hören, aber keine Antwor
eine Erhörung kam. Nein, nein; so hülsch wie d
IAlusion ist, Madame; es ist doch nur eine Illusion
Fortseßung fol
            
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