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Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwe Beilagen:
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Bürgermeisterei-Bezirk Dudweiler. Sonntagsblatt und Heitere Blätter.
rernsprMarhrien Nr. 69, 269, 269, 1261. Drucku. Verlag: J. Unterkeller, Dudweiler Berantworit:a fir dio Gchriftleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenieil Karl Unterkeller
c⏑ ⏑ Jod durch Unfall bei der Nurnberger Lehensversicherungsbank in Nurnberg versichert. J- der Unfan ist binnen einer Woc⸗ nach Eintritt der Ph Nekenan erenaahank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhals 2 Slundea nach em ũnseũ ärztliche
ßehandlung begeben. Todesfälle müssen sofort spätestens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebracht werden. Uber die Voraussetzung der Versicherung ger mdie Versicherungsbedingungen Aufschluß, die vom Verlage od. von der Rürnberger Lebensver sicherungsbank zu beziehe sind.
Nr. 232. Donnerstaq. den 28. September 1911. 24. Jahrgang
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Von Deutschlands erster Kaiserin.
0. Wiederkehr ihres Geburtstages (30. Septbr. 1913).
Nur wenig später als um ein Jahr nach den
zeiern, die dem Angedenken der vor 100 Jahren in
zuli 1910 verstorbenen Königin Luise von Preußen
alten, jährt sich zum 100. Male der Tag, an dem
deutschlands erste Kaiserin Augusta, die Gemahlin Kai⸗
er Wilhelmis des Siegreichen, als eine schlichte Prin—
essin des Großherzoglich Sächsischen Fürstenhauses aus
er Ernestinischen Linie Sachsen⸗Weimar⸗Eisenach zu
Leimar im Herzen der grünen thüringischen Berge zin
Velt kam. Konnte sich die hohe Frau infolge ihrer ei—
enartigen geistigen Veranlagung und ihres manchmal
iderspruchsvollen Temperaments zwar niemals rüh—
ten, im preußischen und deutschen Volke jene gewaltige
zeliebtheit zu besitzen, wie sie das Charakterbild der
»onigin Luise mit dem Heiligenschein der Dulderin um
ibt, so yat doch auch sie als Lebensgefährtin des gro—
en Kaisers, als Mutter Kaiser Friedrichs 3. und nich
n letzter Stelle als nimmer ermüdende Wohltäteriu
er Hranken und Notleidenden sich ein Denkmal gesetzt,
on dem ein Glanz hoher Frauentugenden und chari—
ativer Liebeswerke sich auf lange hinaus, zur Nacheife⸗
ung mahnend, ergießen wird.
Prinzessinnen pflegen bekanntlich im frühen Lebens—
hre verheiratet zu werden, und so trat denn nach einen
ach Florenz unternommenen Reise auch an Augustas
Altern bald die Frage heran, wem sie die Hand zum
junde fürs Leben reichen solle. Die Geschichte weiß
ur von einem einzigen zu berichten, der bei der Braͤu
gamswahl in Betracht kam, dem ritterlichen Prinzen
zilhelm von Preußen, dem zweiten Sohne König Frie.
rich Wilhelms 3. und der Königin Luise, der sie im
ovember 1824 kennen lernte, als * mit ihren Eltern
uf der Reise nach Rußland in Frankfurt a. d. O
aststation machte. Der damals 27jährige Prinz durch
bte damals die aufregendsten Akte seines Herzens⸗
omans mit der schönen und tugendhafien Prinzessin
lise Radziwill, deren Heimführung als Gattin ihm zu
einem tiefsten Schmerze aus Gründen der Staalsraͤi
on und wegen dynastischer Intereffen versagt bleiben
iußte. Als er endlich im Juni 1826 nach tiefen inner.
chen Kämpfen seinen heißesten Wunschen entsagt hatte
m dem Lande und seinem Hause duͤrch Vermaͤhlung
it einer ebenbürtigen Dame die Aussiche auf eine zui
zronfolge in Preußen berechtigte Nachkommenschaft zu
öffnen, kam vor allen anderen Heiratsprojekten die
erehelichung mit Prinzessin Augusia in Betracht, mi
er er sich jedoch erst nach mehrfachen, längeren Besit
en in Weimar am 5. Oktober 1828 in aller Stille
erlobte, nachdem sich beide gründlich über den übri
ens aller Welt bekannten, unglücklichen Verlauf seinen
sten Liebe ausgesprochen hatien. Auf die ojfizielle
etannimachung der Verlobung am 16. Februar 1820
X bald die Hochzeit. Am Pfingstsonntag, den 7.
Ani, reiste sie in Begleitung ihres Bräutigams ab,
u 9. Juni trafen sie in Potsdam ein und am 11
mi folate im Berliner Schloß die Permaählung
Ven an Ersolgen reichen Jahren, die dem Abschluß
es Frankfurter Friedens folglen, den frohen Festen imn
dreise der engeren Familie schlossen sich gegen ihrer
Lebensabend andere Jahre an, in denen die Kaiserir
eelisch und körperlich schwer zu leiden hatte. Sie sah
oen einzigen, einstmals in stolzer Mannesschönheit pran
genden Sohn schon in sonst als rüstig geltender
Lebensjahren ein bejammernswertes Opfer der tücki
schen Krebskrankheit werden und war selbst in ihren
letzten Lebensjahren sogar des Gebrauchs ihrer Füß
günzlich beraubt, so daß ein berühmter Arzt ihr rund
weg erklären mußte „Euer Majestät werden nie mehr
gehen können“. Ihr Lebensende glich einem sanften
ruhigen Ausklingen. Am 7. Januar 1890, nachmittagẽ
um 44 Uhr war alles zu Ende, worauf am 11. Ja
nuar die Beisetzung der Leiche im Mausoleum zu Char
ottenburg an der Seite Kaiser Wilhelms 1. erfolgte.
Kaiserin Augusta hätte in ihrer Zeit eine weit
dankbarere Rolle spielen können und würde sich einen
ioch glänzenderen Nachruhm erworben haben, wenn —
a wenn sie sich damit begnügt hätte, nur innerhalb des
Zpielraumes zu wirken, innerhalb dessen andere hoch
ürstliche Frauen ein Uebermaß der Anerkennung und
bewunderung ernten können. Nuch die ebenbürtige Gat—
in eines regierenden Monarchen hat keinen Anspruch
darauf, der üußeren und inneren Politik des Stgals
wesens die Richtlinien vorzeichnen zu dürfen und mus
ich in dieser Einsicht mit den Titeln und Ehrungei
egnügen, die sie mit dem Träger der Krone teilt, den
ius der Ueberschreibung dieses natürlichen und“ ver
assungsmäßigen Gesetzes erwachsen, wie die Erfahrunç
iller Zeiten lehrt, fast immer schwere Konflikte, welche
»em Staatswohl leicht in hohem Grade abträglich wer⸗
en können. Sich hierin bescheiden zu können, ist aben
er Kaiserin vom Schicksal zu ihrem eignen Ungluͤeck ver
agt geblieben. Schon zu Friedrich Wilhelms 4. Zei
en begann in ihr eine uͤnheimliche Leidenschaft für di
Zolitik zu erwachen, aus der sie nur Unzufriedenhei
rntete, weil ihre ihr in Weimar eingeimpften und in
zerlin durch internatiobnalen Umgang genährten An
hauungen zu den Traditionen des Hohenzollernhause⸗
ast immer im schroffsten Gegensatze standen. Hierzu kan
och, daß sie, von den eigenen Fähigkeiten sehr einge
ommen, ihrem mit vornehmer Ruheé erwägenden Gat
en, geistig weit überlegen zu sein glaubie und vi—
»umboldt schreibt, „auch eine gewisse Heftigkeit nich
mmer zu mäßigen“ wußte. Daß sie dadurch sich um
hrem Gemahl zahllose bittere Stunden bereitete, ver
nochte sie nicht in ihrem Tun zu beirren und es i
nehr als waͤhrscheinlich, daß sie in den Märztagen de
Fahres 1848, wie Hermann von Petersdorff schreibt
dem ungeheuerlichen Plane nicht unsympathisch gegen
ibergestanden hai, daß Friedrich Wilheim 4. und ih
semahl abdanken sollten, um einer von ihr zu führen
»en Prinzessin Regentschaft für ihren Sohn (Kaiser Frie
rich / Platz zu machen. Die unheilverkündende „Kassan
»ra des preußischen Hofes,“ wie sie sich selbst zu nen
ien pflegte, bemühte sich immer wieder, Männer ihre
Zinnesart in die leitenden Stellen zu bringen und ha
»on Koblenz aus durch vier Jahrzehnie die jeweilig
»reußische Politik mit allen Miltein bekämpft. In de
uufs Ganze gehenden Gewalipolitik Bismards sah si
ur ein verhaͤngnisvolles Mitiel, „um die Zukunft de
rmen Deutschlands sicher zu Grunde zu richten“ un
us Bismarcks Gedanken und Erinnerungen wissen wi
ruch, wie oft sie seinen Zielen hinderlich in den We
u treten suchte, freilich nur, um an ihm den turmhoe
iberlegenen Meister zu finden, der ihr weit vorau
var an weiter Voraussicht wie an Energie des Wil
ens. Unvergessen bleibt ihr dagegen ihre Pflich treu
und hohe Sinnesart und ihr schoöpferisches Virken fü
ie Milbderung menschlicher Leiden
erein in Deutschland hält am 14. Ottober i
Püuchen seine Generalversammlung ab. Im mitte.
unkt der Tagesordnung fieht die Verhandlung Abe
Nittel und Wege, den Donauverkehr zu heben und der
haralter dieser Wasserstraße als Bindemitiel zwischer
zayern und Oesterreich Ungarn stärker als bisher
etonen. Der eeeerer des Bayerischen Kancl
ereins, Herr Gustav Steller, wird das Referat erjtal
en, An der Distkussion werden sich auch Vertreter de
itteleuropäischen Wirtschaftsvereins in Oesterreich um
1 Ungarn, sowie rumänische Interessenten und Sach
erständige beteiligen. Die Tagesordnung erfährt min
taßlich noch eine Erweiterung durch einen Bericht übe
ie „Versolgung privater Rechtsansprüche gegen freud
zchuldnerstaaten“. —
Vom Balkan. w
* Die Wiener „Neue Freie Presse“ meldes aus Ue 3
üsb: In Prischtina wurden der Polizeichef und zwer
zendcirmen von Albanesen erschossen. Gendarmer
zuerten auf die Täter und verwundeien zehn Unbetei
'gte, darunter Frauen und Kinder. Der Bazar ist ge
hlossen. Die Aufregung unter den Albanesen wãchft
zon Mitrowitza ist ein Bataillon dorthin abgegangen
Mexiko.
* Auläßlich der Rückkehr des Generals Madere
am es zu Ruhestörungen, bei denen zwei Leute
zdlich und fünfzehn schwer verletzt wurden. *
* —————
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Die Arbeiten des Deutschen Städtetages.
Der Vorstand des Deutschen Städtetages trat unter
ent Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirschner im
zerliner Rathaus zusammen. Die Beratungen betrafer
n erster Linie die Ausführung der Beschlüsse der Haupt
ersammlung in Posen. Es wurden insbesondere di
rundlegenden Bestimmungen für die Geldvermittlungs.
elle des Deutschen Städtetages in Düsseldorf und dern
Vortlaut der Eingeabe an den Landesrat in der Frage
er Arbeitslosenversicherung festgestellt. Sehr eingehend
ourde die Frage der zwangsweisen Versi
derung und insbesondere die der Saisonarbeiiler,
er Bauarbeiter und der ungelernten Gelegenheitsarbei—
er erörtert, die regelmäßig im Winter oder in anderen
zeiten feiern müssen. Sodann wurde die allge
teine SGebensmitteltenerung ausführlich
ehandelt. Es wurde zur weiteren Beratung eine Kom—
nission eingesetzt (Oberbürgermeister Dr. Schwander
ktraßburg, DOr. Wilms-Posen und Körte⸗Königsberg),
ie eventuell unter Zuhilfenahme von Sachverfländigen
ch über die wirklichen zur Zeit noch keineswegs voll
bersehbaren Ernteergebnisse uͤber die Preissteigerungen,
owie über die Wirkungen der jüngst bewilligien Tariß
rmaäßigungen vergewisfern und demnaͤchst ihre Vor—
hläge machen soll. Ferner wurde noch auf eine An—
ꝛgung der Stadt Leipzig hin über die herrschende Un—
icherheit der Rechtsprechung in Nahrungsmittelsachen
erhandelt und beschlossen, der Reichsregierung in einer
tingabe die schleunige Schaffung einer Zentralinstanz
ur Begutachtung in Nahrungs⸗ und Genußmittelfragen
ahe zu legen. Endlich wurde erwogen, wie den be⸗
rächtlichen Schädigungen vorzubeugen sei, die durch
en steigenden Verkehr von Lastautomobilen ohne Gum⸗
nibereisung hervorgerufen werden. Bevor weitere
ochritte unternommen werden, soll versucht werden, auf
zrund allgemeiner Straßenpolizei⸗Verordnungen gegen
erartige Fuhrwerke vorzugehnen
Zur Marokkofrage.
In der Marokkofrage hat Staaissekretär v.
diderlben an dem neuen französischen Entwurf abernals
einige Abanderungen für nötig befunden,
vodurch eine kurze Hinausschiebunaga des
53chlußtermins gegeben ist.
Tripolis.
ß Der Sultan ließ den deuitschen Boischafter Fuh
son Marschall in das Palais rufen und ersuchie
u aller Form um schnelle Bermitilung de—
rin augusfa scay
rhob, begann sie etwas mehr in der Oeffentlichkeit her⸗
orzutreten. Während sie beim Umbau des Schloffses
zabelsberg bei Potsdam selbst die Zeichnungen zu dem
)amenhäuschen entwarf, und unter Beistand des Fuͤr—
en Pückler⸗Muskau den Babelsberger Park schuf, be—⸗
‚ann sie eine Gesellschaft um sich zu sammeln, die sich
eider meistens im offenen Gegensatß zu der offiziellen
»reußischen Politik befand. In den stürmischen Ereig⸗
nissen des Revolutionsjahres 1848 war es iht ein gro⸗
zer Kummer, daß sie sich immer wieder von der Un—
»opularität ihres Gemahls überzeugen mußte, dessen
vabhres Wesen in seiner unerschütterüichen Gradheit da—
nals noch von vielen der Besten im Volke gruͤndlich
derkannt wurde.
Eine Erlösung aus schwer erlangbaren Verhältnis⸗
en schien es ihr daher zu sein, daß der Prinz von
zreußen nach der Rückkehr von seiner Flucht nach Eng—⸗
and im Herbst 1849 zum Militaͤrgouverneurt am Rhein
nd in Westfalen mit dem Wohnsitz in Koblenz ernannt
urde, wohin auch sie im Maͤrz 1850 übersiedelte, um
ieser schönen Stadt an der Mündung der Mosel in
en Rhein mit Ausnahme der durch die Repräsentation
u Berlin gebotenen Unterbrechungen durch 40 Jahre
is zu ihrem Lebensende treu zu bleiben. Hatte sie
chon dort in anerkennenswerter Weise für die Gründ—
nng gemeinnütziger Stiftungen gewirkt, so eröffnete sich
hr das weite, damals noch wenig beackerte Feld der
Lohltätigkeitspflege im vollen Umfange, als sich ihr
jemahl im Jahre 1858 gezwungen sah, für seinen
nheilbar geisteskrank gewordenen Bruder die Zügel
er Regierung zu ergreifen und nach dessem Tode im
anunar, 1861 als König Wilhelm 1. den Thron bestieg.
Laisenhäuser, Stiftungen für bedrängte Handwerker,
otleidende Witwen, arme Brautpaare und dergl. wur—
en in reicher Anzahl ins Leben gerufen. Während der
ßatte und der Sohn in Frankreich im Felde standen
orgte sie bis zur vollständigen körperlichen Erschöpfung
ind unter Hingabe aller ihr zur Verfügung stehenden
ßeldmittel flill und unermüdlich als rechte Landesmui—
er für das Wohl der Kranken und Verwundeten, an
eren Betten sie Trost spendete, während draußen im
zelde die Gesunden die Kaiserkrone des neuen deutschen
stteiches zurechtschmiedeten.
Die stillen Friedensjahre von 1829 bis 1848 wa
n auch für Augusta eine Zeit der Ruhe, in der si
‚rem Gatten als erstes Kind am 18. Oktober 1831 ir
teuen Palais bei Poisdam einen Sohn, den nachma
gen Kronprinz Friedrich Wilhelm (als Kaiser Frie
tich 3. gebar, dem erft 7 Jahre später noch eine To
et, die jetzige Großherzogin⸗Witwe Luise von Bade
olgte. Schon domals begann die Prinzessin eine eis
ge. Tätigkeit auf dem Gebiele der Künste und Wissen
chaften und der Wohltätigkeit zu entwideln. Leide
nachten sich aber schon damals nach der Geburt ihy⸗
weiten Kindes die Anfänge jener schweren körperlich,
eiden bemerkbar, die keiher Kur in den böhmische
zädern und keiner Behandlung durch Spezialisten wei
en wollten und ihr zahllose Stunden in den mittle
en und höheren Lebensjahren verbiltert haben. Ers
s der im Jahre 1840 erfolgie Tod des allen König
iedrich Wikhelm 3. ihren Gemahl zum voraussicht
en Thronerben hinter dessen aleren Bruder Koni
iedrich Wilhelin 1. und zum „Prinz von Preußen
F Politische Rundschau. J
Deutsches Reich.
*Das preußische Landwirtschaftsm
nist er i um hat sich unterm 25. dss. Mis. endgulu
egeneine Grenzöffnung ausgesprochet.
*Der mitteleuropäissche Wirtschafeß
Goldene Herzen.
)em amerikanischen Original nacherzählt von Karl v. Raesfeld.
4. Fortsetzung
7s war ein furchtvar aussehendes Lager, diese Re—
vation, mit den Reihe auf Reihe sich erstreckenden
r aus Segeltuch, dort aus Cedernholz gebauten Wig
ims, und den Gruppen der hochgewachsenen, sehnigen
inner, deren muskulöse kupferfarbige Schenkel und
aden große Krast und Geschicklichkeit verrieten.
Ringsumher standen in malerischen Gruppen groß
nner; kupferfarbig schimmerten die Schultern, Arm
Lenden durch die Oeffnungen der Decken, die si
geworsen hatten. Junge Fraͤuen mit Säuglingen au
Rücken, alte Weiber mit rings krabbelnden Kindern,
wie in einer Form gegossen, mit den langen Nasen,
vorstehenden hohen Backenknochen und den scharfen
a der Sioux, diesen kriegerischsten der Ureinwb,
mnerikas.
da ist eine indianische Kokette, Ruth! Sieh dat
Delaney leise. Während die JInnen⸗Passagieri
Zgen, hatte er mit lebhaftem Interesse die neut
fremdartige Szene rings umher beobachtet, bis sein
auf eine Gruppe von drei Indianergestalten fiel,
an und für sich dem Beobachter einen ganzen Ro—
erzählte.
wei tapfere Krieger, stolz, jung und feurig, stan
eben einer Squaw von nicht minder hohem Wuchẽ
ehnigem Körperbau, dem augenscheinlichen Zie
sehnlichen Wunsche umd gleichzeitig dem Zankapfe!
jen ihnen. Die Schöne schien sich einstweilen nod
einen der beiden entschieden zu haben, denn si
ih mit stolzer Gleichgültigkeit die auf sie gerichte
urigen Blicke. Ihr Rock aus hellem Flanell, die
nöpfchen besetzten Mocassins, die um Hals um
gewundenen Glasperlenschnuüͤre, in Verbindung
a im Haar befestigten Federn —R
Persönlichkeit von Rang und Einfluß; und di
aArbe und dunkelgrün auf Stirn, Hals und Wan
alten Verzierungen, fowie ver ebenfalls durch
elennzeichneie Scheitel bewiesen augenscheinlich
oben Wert sie den verschönernven Wirkungen in—
nanischer Toilettenlünste beimaß.
Obwohl Delaney mit gedaͤmpfter Stimme gespro—
zen, mußte die Squaw es doch gehört haben. Viel
eicht fing sie auch nur seinen flüchtigen Blick auf, viel
eicht sah sie nur, daß er jung und hübsch war. Genug
inerlei, was sie veranlaßte, sie trat einen Schritt vor,
ah ihm fest und geradeaus ins Gesicht und verbeugte
ich würdevoll und gemessen.
Sofort zog Delaney den Hut und erwiderte ihr«
zerbeugung mit der Anmut und Gragzie eines gebil
eten Mannes; sofort sprangen aber auch die beider
drieger mit wutfunkelnden Blicken und gezückten Mes—
ern vor die Squaw und bedrohten das Blaßgesicht
as die Gunstbezeugung empfangen.
„Mann! Um Goiteswillen!“ schrie Ruth auf und
imschlang Delaney, vergebens mit ihrem Leibe ihn zu
hützen suchend.
„Ruhig, ruhig, törichtes Kind, es ist ja keine Ge
ahr vorhanden. Wenigstens nicht hier!“ beruhigte si
yr Mann. In seinem Bemühen, ihr den Schrecken 3u
enehmen, vergaß er die Squaw, die beiden Tapferr
ad sogar die neugierigen Zuschauer seiner eigenen
rasse, als ein verachtungsvolles „Pst!“ seitens der
quaw beide wieder aufblicken ließ. „Milchgesichtl
schte sie, schlug den Kopf in den Nacken und schriut,
zerachtung in jeder Linie der gekräuselten Lippen, stolj
on dannen, ebenso gemessen gefolgt von den beider
ipferen Kriegern.
Die Bewunderung der Indianer hatte Ruth alst
icht hervorzurufen vermocht; sie sollte aber bald genug
re Neugier erfahren. Sie gönnte sich nämlich währenẽ
es Aufenthalts der Kutsche eine ordentliche, kühle Wa
hung in der Station und suhr zusammen, als Geräusch
ind Stimmengewirr an dem einzigen Fensterchen, das
en Raum erhellte, laut wurde. Sie wandte sich um
nd schrie vor Schrecken laut auf beim Anblick der an
er Oeffnung sich drängenden, kugeligen Augen. Wie
ie Affen schnatterte, plapperte und grinste die Gesell
haft vor der Oeffnung durcheinander, lachte und ver
öhnte sie, bis ihr Mann erschien. Vor seiner zorni
en Stimme und drohenden Geberden verschwanden si—⸗
hleunigst und kehrten nicht wieder zurück. Doch Rutl
uüͤhlte sich nicht eher wieder sicher und ruhig, als bies
von der Agentur fortrollte.
„O“, sagte sie mit einem Schauder, als sie auf das
Indianerlager zurückblickte, ich hatte Todesangst, daß
ie auf uns losspringen und uns ermorden würden.“
Auf der nächsten Station trennte Tim sich von
hnen.
„Habe einen ganz ungewöhnlichen Narren an Euch
seiden gefressen“, sagte er, als das Stationsgebäud
n Sicht kam. „Vielleicht kamm es daher, weil Sie se
ett und wacker sind“, sagte er zu Ruth. „Ich weiß je
richts, ob Sie ein dickes Konto bei der Bank haben
der all Ihr Geld bei sich tragen“, fuhr er leiser geger
Delaney fort, „aber raten tue ich Ihnen: wenn Si
nicht von den Agenten ausgeplündert sein wollen, si
assen Sie es Ihrer Frau verstecken. Sie haben frühe
noch nie eine Frau drauf eangefaßt, bis eine mal, ein
ichtige Gans, den Schrabel nicht halten konnte, un
ch dicke damit tat, sie hätte ihrem Manne das Geld
erettet. Und auch jetzt noch passiert es einer Hübschen
elten, daß ke bei ihr suchen. Jedenfalls hat das Gels
»ei ihr die beste Aussicht“, schloß er und nickte in de
Richtung nach Ruth hin. „Und wenn Sie ein vernünf
tiger Kerl sind, dann hallen sie also die Hände hod
ind lassen sich ruhig durchsuchen.“
„Danke für den guten Rat“, fagte Delaney, „id
jabe aber keine Luft, mich von irgend einem Hallunken
ommandieren zu lassen; und mir Straßenräubereien
tillschweigend gefallen zu lassen, das widerstrebt mi
zanz entschieden.“
„St! St!“ Tim sah sich vorsichtig um und beugt
ich dann hinter Ruth vor, um ihrem Manne zuzuflü
tern: „Sprechen Sie doch nicht so laut; man weiß nie
ver in der Nähe ist.“ Immer noch leise fuhr er danr
ort: „Ein ganz verd—ter Kerl sind Sie, wenn Sie sic
egen so eine Einrichtung wie die aufwerfen wollen
zin Narr, sage ich, und aus Ihrer hübschen Frar
nachen Sie eine Witwe. Wer weiß, wer alles mi
iesen Agenten zusammensteckt? Manchmal glaube ich
aß sie Helfershelfer unter den Reisenden selbst haben
nenn sie kriegen es ganz ungewöhnlich sicher heraus
wenn Geld an Bord ist. Na, gerade zum Spaß, wen.
ch bei Euch wäre und fie kämen ran, würde ich sagen
aur wolle—— — — — — — *
—
ner, gesund und munter, und wenn ich auch von nie
mand gern was Schlechtes sagen will, so will ich dod
einem guten Freund von mir auch nicht sagen, daß en
jedwedem Kutscher trauen kann. Es heißt, ein paar von
den Kutschern ständen mit den Agenten in Verbindung
Aber das ist ganz gleich. Die Kerls haben die Ueber
macht, und wenn Sie Widerstand leisten, werden Si
totgeschossen, so sicher wie Amen in der Kirche. Unt
es wird ihrer Frau wenig trösten, wenn sie weiß, dai
Sie Ihre Knochen dabei getan haben, weil Sie sic
keine Straßenräuberei wollten gefallen lassen.“
Ruths wegen, welche in ihrer Verzweiflung übe!
seine Starrköpfigkeit so hinreißend hübsch war, erklärk
Delaney, sich in die herabwürdigende Lage fügen 31
wollen, widerstandsloses Opfer gemeiner Straßenrãube
rei zu werden. Und sie nannte ihn in leisestem Liebes
geflüster ihren besten, süßesten, folgsamsien Liebling
verbarg ihr kleines Vermögen auf ihrer weißen Brus
und dankte dann Tim für seinen rechtzeitigen, guten Rat
3. Kapitel.
Abenteuer unterwegs.
„Adieun und viel Glück auf den Weg!“ rief Tim
als sich die Kutsche wieder in Bewegung setzte den
beiden Reisenden zu und schwenkte grüßend den Hut
Es war kurz nach Sonnenuntergang, doch in der
laren, duftigen Atmosphäre lag noch Tageshelle. Ein⸗
janfte Brise erfrischte die Reisenden und trieb die leich
ten, rotgoldenen Abendwölkchen am Firmamente vor sich
zjin. Hand in Hand, auf dem Bock einer Pofstlutsche
nuf der Fahrt in eine wilde, vollständig unkultiviern
ßegend, fühlten sie sich trotz aller Unbequemlichkeiten
»er Gegenwart, aller Unsicherheit der Zukunft sorglos
elig und froh, wie im Paradiese. Denn das ist die
Aebe. Das Gefühl, daß sie sich gegenseitig alles in
allem waren, ließ ihnen Zeit und Ort schön und hert⸗
ich, die ganze Welt als eine Stätte des Entzückent
rscheinen.
Spät abends näherten sie sich der Station, wo die
lbendmahlzeit eingenommen werven sollte.
Ruth blickte in das Gastzimmer, wo auf einen
inladend weißgedeckten Tisch eine lockende Mahlzei
ereit stand. Mehrere Männer saßen am oberen Ende.
ar GelüGtor . 557 2