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eeee Umtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beil agen:
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622 an. Bürgermeisterei⸗-Bezirk Dudweilen Sonntagsblatt und Heitere Blätter.
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— — v*on Nr. 69, 259, 269, 1261. Drucku. Verlag: J. Unterkeller, Dudweiler Verantwortlich für die Schristleitung Arthur Unterkeller, für den An⸗don?“ Farl Untortasser
V · ntall bei der NRürnberger Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Jeder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nũrnberger Lebensversicherungsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stunden nach dem Unfall in aͤrztliche
een ee ätestens aber innerh 48 Stunden h dem Eintritt zur — — die Voraussetzung der Verficherung geben die Versiherungsbe dingungen Aufschluß, die vom Verlage od. von der Nürnberger Lebensver sicherungsbank zu bezeh⸗ asind
Nr. 231. Mittwoch, den 27. September 1911. 24. Ja rgang
i uglich der Sriporlusfrage sehr er— tichtet: Der griechische Vizekonsul von Kirkilisse, der in
narie degee die ecnaen Weisungen erteilt, Begleitung eines Kawassen sich auf einer Jagdpartie
illes zu vermeiden, wodurch die italienischen Interessen efand, wurde am 22. September von Räubern ent—
erletzt werden könnten. ührt. Der Kawasse wurde getötet. iDer Vizekonsul ist
Piombino, 26. Sept. Als abends eine Abteilung zegen Zahlung von Lösegeld freigelassen worden.
Infanterie nach Florenz abging, veranstalteten etwa Wirbelsturm. Ein lkurzer aber heftiger Wirbelsturm
09 Persenen, darunter mehrere Anarchisten, in der ir— herrschte an der Küste von Madras. Bei Kolingapatam
igen Annahme, die Truppen gingen nach Tripo derursachte er große Ueberschwemmungen und die Zer
is, eine KRuundgebung gegen die angebliche Er jstörung einer längeren Bahnstrecke. Die direkte Ver
Redilion. Die Gendarmerie wurde mit Sieinen bewor hindung mit Madras, auch die telegraphische, ist unter
en und antwortete mit Revolverschüssen. 13 Gendar— brochen. Der Verlusi an Menschenleben isi unbekanni
nen und fünf Manifestanten wurden verwundet. von —g
ehiewn e Flicen pt Die Antworten der Gerichts zeitung.
raa gpphigutneteb Londoner, Regierung aus dsas , Ein Weinhandelßrozetz. Sin Weinhandelprozeß,
rsuchen der Pforte um Vermittlung gegenüber der weite Kreise interessieren dürste, begann Dienstag
79 Ualienischen Aklion in Tripolis lauten“t uͤhluns »ormittag vor der zweiten Strafkammer des Landge
asst abwieisend. Die Blicke der Türken bleibe ichts in Moabit. Angeklagt sind der Kaufmann
uf Ber lin gerichtet. Man rechnet auf eine direkt Berssu und der Weinhändler Plewe. Die Anklage
xinwirkung des deutschen Einflusses bei dem verbün autet auf unlauteren Wettbewerb und ging vom Verein
eten Italien als einzige Möglichkeit, das Schlimmst der Derhuer Deirdander und dem Verbande der Wein⸗
zu vermeiden sjändler Deutschlands aus
Arbeiterbewegung. J
Lohnbewegung der Tabakarbeiter. Der westfäli
sche Zigarrenfabrikanten-⸗Verein beschloß, so wird aus
Brelefeld gemeldet, am 30. Sepiember den orga
nisierten Arbeitern zu kün di gen, wenn die Suei
enden bis zum 28. September die Arbeit nicht aufge
iommen haben. In Betracht kommen 7000 Arbeiter
— Auch in Detmold sind die Tabakarbeiter in vie—
en Fabriken der westfälisch-lippeschen Tabakindustrie in
ine Lohnbewegung eingetreten. Der Tabak⸗Industriel
enverband erklaͤrte sich außer Stande, die Lohnforde⸗
ungen zu bewilligen. Die durch den Streit betroffenen
Industriellen sollen vom Verbande unterstützt werden
Von der Luftschiffahrt. F—
*Nattonale Flugwoche. Auf dem Flug
platz in Johannisthal wurden am Montag sehi
gute Leistungen erzielt. Sämtliche 42 Konkurrenten un
ternahmen Flüge. Die beste Leistung erzielte Caspar
der 140 Mimuten flog. Ppietschker flog 138 Minuten
dognte 131, Witte 130 und Irl. Boese 124 Minuien.
eitweilig waren 17 Apparate zusammen mi den
lenkbaren „P. 6“ in der Luft. Suvelad erreichte ein
Höhe von 1400 Metern.
*Wettfliegen. Der Hannoversche Verein fün
Lufischiffahrt hat für den 7. und 8. Otitober ein Wen
liegen ausgeschrieben, für das bisher Hirth, Vollmöl⸗
ler und Jeannin ihre Beteiligung zugesagt haben. An
Preisen sind 10 000 Mark ausgeworfen: 5000 M. Preise
für Flugzeit, zwei Höhenpreise von 2000 Mark und 800
Mark und zwei Geschwindigkeitspreise von 1500 Man
und 700 Mark.
*Der,unsichtbare“Lenkbare. Der „Stan
dard“ teilt mit, daß dem englischen Erfinder Baror
Adam Roenne in London ein Luftschiff patentier:
worden ist, das in einiger Entfernung unsichtbar
sei. Es werde dies durch eine metallische Spiegelun⸗
vewirkt.
— ZAE—2———— —
Zum französischen Schiffsunglück.
Kaiser Wilhelm und Präsident Fallieres.
Kaiser Wilhelm telegraphierte an den Prä—
identen Fallieres:
„Es fehlen mir Worte, um einen Ausdruck für
mein tiefes Mitgefühl mit der nationalen Traue
ganz Frankreichs zu finden. Die, so furchtbar ge⸗
prüften Familien werden sich mit dem Bewußtsein
trösten koöͤnnen, daß die unglückliche Besatzung der
„Libertee“ in Erfüllung ihrer Pflicht gegen das Va
terland gestorben ist.“
Präsident Fallieres erwiderte:
„Ich vin tief ergriffen von den bewegten Wor
ten, mit denen Eure Wajestät sich der Traͤuer an
schließen, die ganz Frankreich betroffen, von den Zei⸗
chen des fiesen schmorzlichen Mitgefübls. das Eurt
»e Knechte auch nach Befestigung der Zugstränge und
vollständiger Einschirrung die Kopfzäume noch fest ge⸗
aßt hielten, und erst auf das laute „Los!“ des Kui—
chers zurücksprangen. Und wahrlich keinen Augenbliel
ju früh, denn kaum fühlten die Pferde sich frei, als sie
nit mächtigem Sprunge dahinschossen. daß die Kutsche
nur so hinterher flog.
Es erforderte Ruths ganze Aufmerksamkeit, um sich
uuf ihrem Sitze zu behaupten, obwohl ihr Gatte sorg⸗
lich den Arm um sie geschlungen hielt und sie stützte,
ind der biedere Rosselenker von Zeit zu Zeit ein lau—
es „Festhalten!“ ertönen ließ. Keine Möglichkeit, jetzt
inen Blick auf die Gegend ringsum zu werfen. Die
Erregung und das Feuer der präüchtigen Tiere schien
auch auf sie überzugehen, unverwandt haftete ihr Blid
auf den beiden wallenden Mähnen, die eine braun, die
indere grau, indes beide Tiere jeden Muskel anspann⸗
en, um einander in diesem tollen Jagen zu übertreffen.
⸗„ygHerrliche Geschöpfe, wirllich“, rief Delaney. „Ewig
chade, daß sie kein besseres Schicksal haben, als sich
or solchen alten Archen abzurackern!“
„Gefällt es Ihnen nicht? Mir aber! Leben nur
inmal auf der Weht, müssens genießen, wies am besten
jeht“, gab der Kutscher kaum verständlich zurück, da die
ausende Fahrt durch den Wind ihm das Wort vom
Munde riß. Und weiter gings über Stock und Stein,
ergauf, bergab, immer in der gleichen Schnelligkeit
vie beim Aufbruch; und es bedurfte der ganzen Krafi
des Lenkers, um sie zurückzureißen, zurück, zurück, bis
ie endlich standen, zitternd, schweißtriefend, ins Gebiß
chäumend, aber doch gehorsam dem menschlichen Wil—
en, und auf das Ausschirren warteten.
Ruth, noch ganz erregt von der schnellen Fahr
durch die frische Luft, sah sehr enttäuscht in die Runde.
War dies ein Blockhaus? Dies verlassene, trostlose
daus aus verwittertem, fahl aussehendem, roh behaue⸗
nem Holz mit dem hochaufgeschichteten Haufen leerer
dannen vor der Tür, wie die bleichenden Gebeine von
den Riesenschlössern, als Hans Ohnefurcht auf Aben
teuer ausging?
„O,“ seuftze ste, „ich hatte geglaubt, bei einem rich
ägen Grenz-Blockhaus wären Bärenfelle in Hülle un
Fülse und schzüne Gemeihe üoar o F⏑ Gen—
J —
der neue rusñsche Ministerpräsident.
Unter den hervorragenden Köpfen, an denen di
ohe Petersburger Beamtenaristokratie so reich ist, ge
zört der bisherige Finanzminister Kokowzow zu der
edeutendsten. Wenn von Stolypins Nachfolger gerede
vurde, war es selbstverständlich geworden, auf ihn zu
rst hinzuweisen. Im Ministerium Stolypin hatte en
nzweiselhaft die besten Erfolge. An natürlicher Be
abung war er dem Ministerpräsidenten gewachsen, ar
kenntnissen und Erfahrung überlegen.
Kokowzow steht heute im sechzigsten Lebensjahre
zeine Erziehung genoß er im Petersburger Alexander.
ryzeum, jener weit bekannten aristokratischen, geschlof
eñnen juristischen Bildungsanstalt, deren Zöglinge durch
leberlieferung und kameradschaftlichen Nepotismus zu
en höchsten Staatsämtern vorbestimmt erscheinen. In
ieses bevorzugte Mittel- und Hochschulalumnat gelan
en gewöhnlich nur Zöglinge, deren Väter mindestens
en Generalleutnants⸗ oder den diesem entsprechender
zivilrang besitzen. Man ist also unter sich, und es
aüpft sich bereits unter den Jünglingen das später so
rützliche Band gegenseitiger Gönnerschaft.
Nach einer rasch durcheilten mittleren und höheren
hzecnmtenlaufbahn wurde Kokowzow im Jahre 1896 Ge—
ilse des Fincnzministers Witte. An der Seite dieses
enialen Meisters stand er als hochbegabter Schüler bis
um Februar 1904, wo er selbst Finanzminister wurde.
vie kein anderer war er in das gewaltige Wittesche
zystem hineingewachsen und kannte dessen weitver—
weigte Fäden genau. Nachdem 1906 Graf Witte im
teichssrat feierlich bei lebendigem Leibe begraben war,
bernahm dann Kokowzow das Finanzministerium un—
er der Aera Stolypin aufs neue.
Seine Erfolge waren überraschend. Der erschütterte
eredit wurde aufs beste hergestellt. Das Budget wurde
n Ordnung gebracht und prompt Jahr für Jahr durch—
jzeführt. Das Vertrauen besonders der schwankend ge—
vordenen französischen Finanzkreise ward glänzend wie—
zer hergestellt. In der Reichsduma erwies sich Ko—
owzow als ein unüberwindlicher Redner und Kämpfer
ür das von ihm aufgenommene Wirtschaftssystem. Die
pposition hatte niemand in ihren Reihen, der diesem
Ninister mit Erfolg entgegentreten konnite. Er be
jerrschte die Lage vollkommen.
Nun tritt dieser feine, aalglatte, selbstbewußte
Nann an die Spitze der Regierung. In der inneren
bolitik wird er jedenfalls versuchen, die nationalistische
bolitik Stolypins beizubehalten. Ob mit derselben
zähigkeit, ist fraglich. Denn an Festigkeit und Unbeug—
amleit war der 47jaͤhrige Stolypin dem doch ein wenit
erbrauchten Scchziger überlegen.
Besonders interessant dürfte Kokowzows Stellung
ur auswärtigen Politik seines Landes werden. Er
ersönlich ist durch und durch ein intimer Belenner des
Inschlussezs an Frankreich.
Trivolis.
Nach in Berlin vorliegenden zuverlässigen Nach
ichten sind die militärischen und maritimen Vorberei—
ingen, die Jtalien getroffen hat, so stark, daß es
iTripolis mit beträchtlicher Uebermacht!
ftreten kann. Es ist erklärlich, daß Italien nach frü—
eren Mißgeschicken auf afrikanischem Boden sich keinen
stißerfolg zuziehen will, und daß es seine in der Tür—
i vielleicht angezweifelte Stärke des Prestiges wegen
leich von vornherein zu entfalten wünscht
Politische Rundschau.
Deutsches Reich.
*Der Deutsche Bankbeamtenverein
chreibt: Während die Fabriken und Gewerbetreibenden
neistens in der Lage sind, die Folgen der herrschenden
euerung dadurch für sich herabzumindern, daß sie die
zreise ihrer Verkaufsartikel oder das Enigelt für ihre
Lätigkeit erhöhen, müssen die Privatangestellten miit
hren feststehenden Gehältern auszukommen suchen. Es
st klar, daß dies den weitesten Kreisen dieses neuen
Nittelstandes“ angesichts der gegenwärtigen Verhältnisse
— die sich wahrscheinlich noch verschlimmern werden —
uuf das außerste erschwert, sehr oft unmöglich ist. Der
deutsche Bankbeamten-Verein richtet deshalb in seinem
Igan an die Arbeitgeber im Bankgewerbe die Bitte,
en Angestellten besondere Zulagen zu gewähren. Ener—
ische Vaßnahmen der Reichsregierung und der Stadte
ud für eine allgemeine Milderung des Notstandes un—
edingt erforderlich; aber es wäre sehr zu begrüßen,
venn auch auf diesem Wege den Privatangestellten eine
erleichterung verschafft werden würde.
Goldene Herzen.
Dem amerikanischen Original nacherzählt von Karl v. Raesfeld.
3. Fortsetzung
Er sei froh darüber, denn der
Amstand, daß er seinen Onkel eines Tages beerben
vürde, habe sie ja gerade veranaßt, ihm einen Korb
zu geben; wenn sie aber jetzt, wo er einzig und allein
zuf sich selbst angewiesen und arm genug sei, um dem
nragiertesten Verfechter der Armut zu gefallen, noch
icht einwillige, seine Frau zu werden, so sei es ihm
vahrhaftig ganz egal, was aus ihm würde.
Diese totale Gleichgültigkeit inbezug auf seine Zu—
unft von Seiten des Mannes, den sie so sehr liebte,
hnürte der armen Ruth das Herz so zusammen, dafß
hr die Traͤnen nur so die Wangen herabflossen. Nichts
estoweniger bestrebte sie sich, mit ihm zu rechten, ihn
u überzeugen, es sei seine Pflicht, auf die Gefühle und
Ansichten seines Onkels Rücksicht zu nehmen und ihn
ieder zu versöhnen. Da sie nicht wußte, daß sie du
irsache des Streues gewesen, so blieben ihr Selbstvor—
vürfe erspart, aber sie litt ohnehin bei Charles be—
timmter Erklärung, falls sie nicht einwillige, ihn zu
eiraten, so geheè er für immer, einerlei wohin —
ermaßen, daß das anfängliche Tränenbächlein schließlick
in förmlicher Strom geworden war und sie, um ihre
maufhaltsam weinenden Augen nicht sehen zu lassen
ich hatte abwenden und dvie Stirn gegen die Fenster.
cheiben drücken mussen.
Alsdann, wo sie das hübsche Gesicht ihres Liebster
icht mehr sah und die aus seinen Augen strahlend«
aͤrtlichteit nicht so unmittelbar empfand, hatte sie all—
re Vernunstsgründe gegen seine Bestürmungen in⸗
eld geführt.
„Selbst wenn Sie mich zu lieben glauben, so wär«
immer noch besser, zu warten, als alle Ihre Aus—
hten durch eine übereilte Heirat, die Sie vielleicht be—
uen könnten, zu opfern. Es ist nicht mehr und nich
eniger als recht, die Ansichten Ihres Ontels zu berück
htigen. Möglicherweise hat er irgend welche Pläne
rx Ihre Zukunft, und wenn e— Ihnen schließlich auch
nen Pfennis hinterläßt, so bleibt doch bestehen, daß
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