ines Passaglers biß 24680 Meter Sbhe empor. Veĩ
lufftieg dauerte eine Stunde, der Abstsieg 11 Minuten.
der bisherige Höhenrekord mit Passagier betrug 2250
hdeter und wurde in Hendon bei London von dem
Fliieger Montalent erzielt
8rau Tosellis Memoiren.
Fazr Toselli fährt fort. Sie macht sich heute lustiq
ind sagt, sie hätte in ihrem ganzen Leben keine düm
neren Leute gefunden, wie gerade die sogenannter
sNarschälle, Generale und hohen Beamten am fächsischen
pofe. Vesonders die Frauen zeichneten sich durch Geiz
ind Dummheit aus. Dann erzählt sie einen kleinen
Zorfall, der sich gelegentlich eines Hofballes zugetra⸗
zen hatte. Dort war die Frau eines hohen Beamten
eim Tanze hingesallen. Dabei hätte man ein paar
nerkwürdige Beine sehen können. Die seidenen Strümpfe
eichten nur bis zur Wade, dann war an die Sele
Wolle augestrickt, die Unterröcke der Frau wären schlech⸗
er gewesen, als die eines einfachen Dienstmädchens.
die Frauen bei Hofe seien sogar zu dumm, um sich den
dos machen zu lassen, was schon viel sagen wolle.
dann kommt Frau Toselli noch einmal auf Kaiser Wil—
jelm zu sprechen und sagt, daß ganz Sachsfen unter sei—
ier Gewalt stehe. Niemand am sächsischen Hofe würde
ich jemals erlauben, ihm zu widersprechen. Sie glaubt,
»aß sie sich mit ihm ganz gut verstanden hätte, wenn
e Königin geworden wäre, denn sie teile seine Ansichen
vollständig. Auch sie liebe die Engländer nicht und
ei vom Kaiser überzeugt, daß er im Grunde seines
derzens keine besonderen verwandischaftlichen Gefühle
ür England hege. Es mute sie immer komisch an,
venn sie guläßlich der Besuche des Kaisers in England
n den Blättern so viel dummes Zeug über die herz—
ichen Gefühle lese, die der Kaiser für England hege.
der österreichische Thronfolger, Erzherzog Franz Fer—
dinand, dadegen sei England freundlicher gesinnt. Er
ei aber absolut nicht ehrgeizig und habe ihr einmal
erklärt, er wünsche mit aller Welt in Frieden zu leben
uind es sei ihm gleichgültig, ob er einmal daee werde
oder nicht. Er interessiere sich mehr sür die Jagd als
ür Politik.
Giron wirlnichtsprechem
Vor einigen Tagen verbreiteten mehrere Blätter
die Nachricht, daß Herr Giron, der fruüͤhere Gemahl der
Frau Toselli, die Absicht habe, zu den Memoiren der
·hemaligen Krenhrimessin von Sachsen das Wort zu
ergreifen. Daraufhin entsandte der „Matin“ einen sei⸗
ner Redaltenre, dem es auch gelang, den gegenwärti⸗
gen Aufenthaltsort des Herrn Giron ausfindig zu ma⸗
hen. Dieser wohnt in Brüssel in der Rue des Melezes
n einem ganz von Blumen verdeckten Hause, das den
kindruck eines stillen bürgerlichen Hauses macht. Herr
Biron belleidet kine Professur der Chemie an der freien
Universität zu Brüssel. Dort gelang es dem Redatleu
hn zu stellen. und ihm einige Fragen vorzulegen. Auf
e Frage, ob es wahr sei, daß er sich zu den Memoi—
en der Frau Toselli äußern wolle, antwortete Herr
Riron, er wisse nichts davon, dies sei ein ganz falsches
Serücht. Für ihn sei die ganze Sache abgeian ung
ergessen und er wünsche nur in Ruhe und von der
Welt unbelästigt au leben —
Vermischtes.
Madames Beobachtungen. Die „Neue Freie
Bresse“ entmimmt dem Pariser „Auto“ folgende hübdsche
leine Satire von P. L. Hervier:
Der Zusammenstoß.
Madame Megre hatte im Disput mit ihrem Manne
nicht nachgeben wollen.
„Was glaubst Du? Bei einem Wetter wie dem
eutigen? O nein!“
Herr Megre wollte im Auto nach Cartres jfahren,
htadame Megre dagegen zog eine Promenade, gleich—
alls im Auto, doch in Paris selbst, vor. Mme. Megre
vehielt natürlich recht — und das Auto.
Madame Wegre installierte sich im Auto, das da—
vonknatterte. Der schnelle Wagen fuhr jetzt mitten un
er vielen anderen schnellen Wagen, die gleichfalls die
Richtung nach dem Bois einschlugen. Bumm, Tschin,
strach — ein Zusammenstoß! Die Bremsen knirschen,
ie Räder gleiten, die Karosserien sind zerkratzt, die
Fensterscheiben zersprungen. Der wilde Zerstörer scheint
ille Ursache zu haben, seine Fahrt schleunigst sortzu⸗
etzen, denn er ist gleich um die nächste Ecke verschwun⸗
—B
Madame Megre hat weniger Furcht als der Böse—
vicht, aber ihr Chauffeur ist verzweifelt. Was wird
ein Herr sagen?!
„Fahren Sie zurück, nach hause!“ befiehlt die Dame.
Herr Megre wird, als er seinen Wagen sieht, ab⸗
vechselnd rot und bleich. Innerlich ist er wütend.
„Welche Nummer hatte das andere Auto?“
„Ich weiß es nicht,“ antwortete Madame Megre,
es saß eine junge, schlanke, elegante Dame darin ...“
„Was für ein Wagen war es?“
„Die Dame hatte ein Kostüm an und einen großen
zut, mit Vergißmeinnicht geputzt.“
„Aber der Wagen, der Wagen?“
Goldene Herzen.
Dem amerikanischen Original nacherzählt von
Karlvon Raesfeld.
1. Kapitel.
Seine Werbung.
„So heirate mich doch, Ruth, was kann das Warten
aützen? Wenn ich dich nicht liebe, lieb ich gar nichts;
uind all mein bißchen Können — mein Talent, wie du
s neunnst — wird mir zu nichts helien. Das Geld,
as ich zusammenscharre, hat keinen Wert für mich,
venn du es nicht mit mir teilen willst. Ich werfe es
weg, oder noch schlimmer! Habe doch endlich ein Ein—
sehen, Mädchen! Sieh der Sache ins Gesicht, wie sie
wirklich ist Wenn du bei deiner Weigerung bleibst, so
ppferst du nicht nur dich selbst, sondern auch mich —
mich, den du doch liebst, wie du sagst — und wenn ich
etwas glaube, so glaube ich dir das, Ruth; ich glaube
»aß du mich wirklich lieb hast. Es ist ja alles gut
ind wohl, was du da von Rücksichtnehmen auf die
hefühle meines Onkels und von seinem Gelde sagst.
Wenn du aber glaubst, der hätte überhaupt Gefühl, so
ist du ganz gewaltig im Irrtum. Liebe für seinen
Neffen — haha! Keine Bohne davon steckt in dem!
— Stolz ist es und verbohrte Hartnäckiakeit! Nichts
inderes!“
Er war bei diesen Worten auf und ab durch das
ticht sehr reinliche kleine Zimmer spaziert, daß die
vackeligen Möbel bei seinen langen raschen Schritten
bhebten und ächzten. Nervös biß er dabei auf die Fa—
»en seines Schnurrbarts und ließ ein paar neu aus—
ehende Banknoten durch die Finger gleiten.
Nun hielt er inne, verschränkte die Arme und sah
uu ihr hinüber. Sie hatte ihm den Rücken zugekehrt,
ie Stirn gegen die staubige Fensterscheibe gedrückt, so—
daß er ihre tränenfeuchten Wangen nicht sehen konnte.
Ihré anmutig gerundeten Schultern und das reiche
sastanienbraune Haar, auf welchem ein spärlicher Son—
tenstrahl spielte, schienen ihm genügenden Stoff zur
Betrachmug zu liesern, denn er stand da und sagte
ein Wort. Und doch hatte er noch viel zu sagen und
„Ich hade ihre Gesichtszügẽ nicht erkennen können
Zie hatie eine Toilette aus weißem Tuch, auf der üch
roße Blumen wie Schneeflocken ausnahmen.“
„Welche Firma beiläufig?“
„Das Kleid war von einem guten Schneider ge—
nacht, von Coudet oder Guapin vielleicht. Das einzige
vas mir an ihr nicht gefallen hat, war ihre Pelzstola.
die war sicher falsch.“
„Welches Modell? Sag' mir doch wenigstens die
Jahreszahl.“
„Die Dame kann etwa 26 oder 27 Jahre alt ge⸗
vesen sein.“ J
Herr Megre hat nur schätzenswerte Eigenschasften.
A
st ein guter Kerl.
„Es ist gut, ich danke Dir.“
Dabei denkt er angestrengt über die merkwürdige
Zeobachtungsgabe der Frauen nach.
Weibliche Studierende. Die Frauenbewegung,
velche in den letzten Jahren so außerordentlich an Bo—
en gewann, machte naturgemäß auch vor den geheilig—
en Räumen der Alma mater nicht Halt, sondern er—
ang sich auch hier Gleichberechtigung mit dent Manne.
Zon Tag zu Tag wächst die Zahl unserer akademischen
ditbürgerinnen und an der Berliner Universität sind
etzt bereits rund 1200 Hörerinnen eingeschrieben. Wenn
uch ein Teil hiervon Hospitantinnen und etwa nur die
zälfte immatrikuliert ist, so sind doch derartige Zahlen
im besten geeignet, den Erfolg der Frauenbewegung auf
kademischem Gebiete zu illusirieren. Die Zahl der an
den übrigen deutschen Hochschulen studierenden Frauen
—
F —— — — —E
seht aus dem oberen Teil unserer Statistik hervor. Der
Löwenanteil der weiblichen Studenten entfällt ebense
vie bei ihren männlichen Kollegen natürlich auf die
wissenschaft aller Wissenschaften, die Philosophie. Den
ꝛerschiedensten Zweigen der Philosophie gehören mehr
dörerinnen an, als den anderen Fakultäten zusammen
zenommen. Dies ist besonders auch in Oesterreich de
Fall, zumal hier den Frauen ja die theologische Lauj
uhn verschlossen ist —
Das neueste Zugstück. Ein fast tragikomisch an—⸗
nutendes Beispiel von der grenzenlosen Hingebung ei—⸗
ies Redakteurs für die Interessen seines Blattes liefert
in wackerer russischer Journalist, ein Redakteur des
sturiers von Odessa“. Das Blatt hat einen großange—⸗
egten Fischzug nach Abonnenten eingeleitet und isi
abei auf eine höchst originelle Idee gekommen. Die
Zürger Odessas und der Umgebung werden mit Probe⸗
ummern des geschäftseifrigen Blattes versorgt, das
ait Hinblick auf seine Leserinnen folgende ungewöhn—
iche Ankündigung enthält, die in der Üebersetzung wöri—
ich wiedergegeben sei. „Herr Boris Ghee, Redakteur
es Kuriers von Odessa, hat sich bereit erklärt, seip
zerson dem Schiedsspruch eines Redaktionskollegiun
u unterwersen. Herr Boris Ghee, ein höchst vorneh—
ier junger Mann, verpflichtet sich, drei Monate nach
erscheinen dieser Ankündigung eine Abonnentin des Ku—
iers von Odessa zum Altar zu führen. Reichtum, Ar—⸗
nut, Jugend und Alter spielen bei dieser Eheschließung
eine Rolle, die betreffende Dame wird ohne Anfehen
»er Verson durch das Los bestimmt. Der Verlaa des
esaß auch Gewandtheit übergenug, es in der richtigen
Weise zu sagen. Er sah überhaupt nicht aus, als ob
S ihm an Gewandtheit oder an Energie und Feuer
ehle, wie er so dastand, die tiefliegenden scharfen grauen
Augen auf sie gerichtet, ein hochgewachsener, schlanker
junger Rann, in der Blüte seines Lebens.
Augenscheinlich bemühte er sich, seine Erregung zu
emeistern und die Sache ruhig zu erörtern, denn er
nab das Zerkauen des Schnurrbarts, der unter der hef⸗
igen Attacke einigermaßen gelitten hatte, nunmehr auf,
trich sich das dunkle Haar, das ihm in die Stirn ge—
allen war, zurück und suhr mit etwas mehr Ruhe
und Ueberlegung fort:
„Ruth, Liebste! Ich kenne meinen Onkel besser als
zu, und ich tue ihm kein Unrecht, wenn ich sage, daß
ie einzigen lebhaften und starken Gefühle, die er je
mpfunden, Stolz und Hartnäckigkeit, eigensinnige Hart
äckigkeit sind. Nichts anderes! Na! — und wenn ich
nein Leben lang auch nichts vom Herrn Rechtsanwall
ind Notar Delaney erbe — diese beiden kostbaren Ei—
Jgenschaften besitze ich auch, habe ich schon bei der Ge—
»urt geerbt. Ganz ohne Frage bin ich viel zu stolz
im wie ein Hund auf einen Knochen aus seiner
Zpeisekammer zu warten, und andererseits viel zu
igensinnig, um das aufzugeben, was mir lieber wies
keben ist. Komm, Ruth! Zeig dich als das, was du
»ist, als wahres, echtes Weib, und statt dir mit deinen
alschen Vernünsteleien das Herz schwer zu machen
»rehe dich lieber um und sage, daß du mich haben
villft. Komm her, Mäuschen! Sieh doch bsoß mal
on dem staubigen Glas weg; es beschmiert dir das
anz nette Näschen. Sieh mich an, Ruth! Ich bin
och wirklich ein angenehmeres Objekt, als diese alten
lonnen und Kisten dahinten, die auf die Abfuhr war—
en; sieh, und wenn du mir ins Auge siehst, so kanns
u doch gar nicht mehr zweifeln, daß ich dich liebe,
ieb habe von ganzer Seele, du Närrchen!“
Er legte zärtlich den Arm um sie, zog sie von der
zetrachtung der reizlosen öden Straße hinweg, faßte sie
nter das weiche Kinn und hob das nur schwach wi—
ersirebende Gesichtchen zu sich empor.
Es war ein liebliches, junges Gesicht, trotz der
vom Weinen geschwollenen Lider und des staubiger
fkuriers von Odessa verpfuchtet sich vadet, Herrn Bork
ühee vom Tage dieser Heirat an ein monäatliches Sti—
»endium von 250 Rubel auszusetzen. Außerdem wirt
z»er Verlag der durch das Los bestimmten Braut ein
deiratsgabe int Werte von 500 Rubel überreichen.“ All
inverheircteten Abonnentinnen des Kuriers von Odesse
ind also feierlich eingeladen, sich in die Liste der Da
nen eintragen zu lassen, unter denen dann das Lo
»estimmen wird, wer den „höchst vornehmen jungen
hann“ zum Gemahl erhält..
Die Frauenrechtlerin als Schiffsheizer. Die
mierikanische Frauenrechtlerin Frau Charlotte N. Poole,
zie jüngst auf dem Postschiff Ozeana“ von der Ber—.
nudainseln nach Hause reiste, hatte sich in den Kopf
jesetzt, das mühselige Leben eines Schiffsheizers kennen
u lernen. Sie hatte sich zu diesem Zwecke mit Man
ieskleidern versehen, und mit Genehmigung des Kapi
äns stieg sie in den Maschinenraum des Schiffes hin
ab, wo sie sofort ihre Arbeit als Heizer begann. Nach—
hem sie freilich eine halbe Stunde lang Kohlen ge—
chaufelt hatte, mußte sie ihre Arbeit unterbrechen uns
Anauffteigen, um ein wenig frische Luft zu atmen. Nad
einer Viertelstunde aber ging sie mit neuem Mut um
ieuen Kräften wieder hinunter und nahm die einma
jewählte Arbeit wieder auf. Sie erwies sich als eine
gerson mit überraschend starken Muskeln, und der Ober
eizer war mit der Leistung des neuen Arbeiler.
»oll und ganz zufrieden. „Er arbeitet außerordentlick
chnell,“ sagte er von ihr, was ihn aber am meisten ir
Erstaunen setzte, war, daß der neue Angestellte gar
leinen Whisky trank; und auf dieses Lob war Mis
Poole noch stolzer als auf die Anerkennung ihrer Lei—
stungen.
Maultiere vor Berliner Omnibussen. Schon in
den nächsten Tagen wird das Straßenbild der Reichs
hauptstadt durch Omnibusse mit Maultierbespannung un
eine Neuheit bereichert werden. Der Direktor der „Ali
gemeinen Berliner Omnibus-Aktien-Gesellschaft“, Majo—
a. D. von Bredow, hat für diese 12 siarke argentinisch
Maultiere gekauft. Sie sind in Berlin eingetroffen um
werden demnächst ihre Tätigkeit beginnen. Es handel
siich für die Gesellschaft darum, nach Möglichkeit Fulter
ersparnisse bei größerer Leistungsfähigkeit der Zugtier
zu erzielen. Nach Erfahrungen in außereuropäischen
Staaten, in Nordamerika, Argentinien und in unsere
dolonie Südwest, erfüllen Maultiere solchen Zweck voll
ommen. Sie übertreffen die Pferde an Härie, Genüg—
amkeit, Zähigkeit, unfehlbar sicheren Gängen bei vor—
refflichen Husen und langer Verwendbarkeit (bis zu 30
Jahren), brauchen dabei viel weniger Hafer als Pferde,
nehmen lieber Heu als Körnerfutter, fressen überall um
sogar das. was Pferde nicht mehr anrühren. Berechne
vurden die Futterersparnisse bei Verwendung von Maul
tieren gegenüber Pferden auf 25 v. H. Bei ihrer Lang
lebigkeit, Widerstandskraft gegen Krankheiten, wie Ko
lik, Bein⸗ und Hufleiden, üͤberdauern sie oft mehrer
Pferdegespanne. Die Schnelligkeit der Beförderung wirẽ
dabei durch den sicheren und flotten Gang der Tier
gewährleistet. Ihre Verwendung in der Reichshaupt
ttadt dürfte zu ihrer vermehrten Zucht in Deutschland
aufmuntern, die jetzt schon bei Hildesheim umter ftaat
licher Fürsorge eifrig betrieben wird. Auch in Bayer:
regt sich seit kurzem das Verlangen nach Anschaffun
der nützlichen Tiere an Stelle der Ochsen. In Gebirgs
gegenden leisten die vorzüglich kletiernden Maulner
ganz besonders gute Dienste, Nach dieser Richtung hin
werden sie freilich in Groß-Berlin keine Gelegenheit ha—
ven, ihre Künste zu entfalten
* J w
Sumor des Auslandess.
„Einen sechzehn Seiten langen Brief von Ihrem
Schatz? Was in aller Welt sagt er denn darind« —
Er sagt, daß er mich liebt!“
Erster kleiner Junge: „Wir wollen lieber brav sein.“
— Zweiter kleiner Junge: Warum?“ — Erster kleiner
Junge: Ich hörte, wie der Doktor zu Mutter sagte.
ie solle sich viel Bewegung machen.“
Johnny: „Großpapa, kommen Löwen in den Him
nel?“ — Großpapa: ,‚Nein, Johnny.“ — Johnny: Aben
Missionare?“ — Großpapa: „Aber natürlich. Warum
ragst dus“ — Hohnny: „Nun, nimm mal an, ein
Löwe hat einen Missionar gefressen.“
Mit einem Löcheln auf seinem rötlichen Gesicht hiet
der Hotelier sein Mittagsschläschen. Das Geschäft blühte
Lautes Klopfen an der Tür weckte ihn plötzlich auf
kin Kellner stelperte herein. Ich bin in größter Ver—
egenheit“, stotterte er. Ein Herr hat eben Hammel—
raten bestellt!“ — „Nun, und was ist damit?“ forschte
der Hoielier. „es ist doch reichlich davon da!“ — „Dat
vohl“, kam die Entgegnung, „aber er hat schon ein
bortion davon als Wild bekommen!“
rouipirments, das die Fensterscheibe, wogegen sie sic
uder Erregung gelehnt, ihrer Schönheit gezollt hatte
ind ihre Augen, die genau zu ihrem Haar paßten
baren, wie sie jetzt in das über sie geneigte dunkler
Intlitz emporsah, sehr sanft, schüchtern und lieblich. Si—
var überhaupt ganz und gar ein zartes kleines Ge
chöpf und hatte das Leben bisher von allen Seiten
ur nicht von der vergnüglichen und angenehmen, ken
ten gelernt. Ach, für sie, die Waise, arm und freud
os, war es nur ein harter Kampf um den bloßen Un
erhalt gewesen. Und dennoch, bei all diesen bitterer
xẽrfahrungen, stählte sie ihr Herz gegen die Bitten die
es hoffnungsvollen jungen Mannes, der von Herze
zern den harten Kampf für fie streiten und ihr dei
eichteren Anteil darau überlassen wollte.
Nur seinewegen, lediglich zu seinem Besten, hatt
e ihm einen Korb gegeben. Das hatte sie schon vo—
Nonaten gesagt, als er sie zuerst bestürmt hatte, ihr
u heiraten, und wo er bei ihrer Weigerung ohne wei
eres behauptet hatie, dann liebe sie ihn auch nicht
abe ihn nie geliebt.
Ihn nicht lieben? — Ach, jeder mußte ihn ja lie
ꝛen, und vor allem sie, die so gar keinen Freund be
iß, und gegen die er so freundlich gewesen war. Si
satte ihm dies mit stammelnden Worten versichert, aber
ies Stammeln war so süß und lieb und so beredt,
nit dem heißen Erröten und den innigen Blicken. Und
r hatte im Herzen gelacht. Ein Mädchen, das liebt
ind wiedergeliebt wird, und sich trotzdem entschließt,
ieser Liebe zu entsagen? Sollte ein solcher Entschluß
vohl Festigkeit haben, wohl ausgeführt werden? —
Lächerlich! Er war felsenfeft vom Gegenteil überzeugt
Aber er hatte gefunden, daß ihr Wille eine unüber
übersteigliche Schranke war, denn es war ihr tatsäch
ich ernst mit diesem Entschluß, und sie sah auch klar
in, was zu seinem Besten war.
Und in dieser ihrer Weigerung, den Mann zu er
ören, für den sie doch allein Interesse empfand, hatte
ie trotz aller ihr gebotenen Vorteile keinen Augenblic
eschwanlt. Denn eine Heirat mit ihr war durchaus
zegen sein Interesse, darüber war sie sich vollständic
lar; sie bedeutete den Ruin seiner glänzenden Zukunft
Ans aller Wel
Edison in Berlin. Der Erfinder Edison iraf ð
xrau und zwei Kindern in Berlin ein. Trotzdem d
Ankunft —2 gehalten wurde, hatte sich doch ein
roße Menge Menschen angesammelt, um den Erfinde
Rwubegrüßen. Edison wird nur drei Tage in Berl
lelben. Am 26. September ichifft er sich in Hambu
yieder ein.
Bierboykott. Der e Gastwirtsverband riq
—7 an seine Viitgleber die Aufforberung, die Dieiad
shung des sogenannien echten Pilsener“ abzulehne
„der den Bezug des Bieres einzuftellen. — In zahl—
eichen Staͤdten Böhmens und in Prag selbft moch
ich eine starle Boykotibewegung gegen die Produtu
etjenigen Pilsener Bierbrauereien, die den Preis de⸗
zieres erhöht haben, bemerkbar. Ganze Gesellschaften
aben sich zusammengeschlossen und sich verpflichtet, ken
Bilsener Bier zu trinken, bis die Brauereien den Pr⸗
serabgesetzt hätten.
Der Richter an der Arbeit. Von den Persene.
ie während der Tumulte und den folgenden Tagen ir
Visen verhaftet worden sind, wurden 245 Personen
em Landgericht eingeliefert, 13 Personen wurden den
Zzezirlsgericht übergeben, 23 wurden von der Polize
estraft. Die Richter gehen gegen die Angeklagten mi
et größten Strenge vor und verhängen in fast alle
rFällen die gesetzlich zulässige Höchststrafe. So wurde
in Angellagter, der eine Laterne umgeworsen hat, zu
Monaten strengem Arrest verurteilt.
Bagrow wird gehänugt. Das Kriegsgerich
on Kiew hat den Mörder Stolypins,
Bagrow, zum Todee durch den Stran
»crurteilt.
Fetnersbrunst. In dem Dorfe Plowno an de
ussisch⸗schlesischen Grenze brannten 80 Besitzungen in
olge Brandstiftung nieder. Viele Personen erlitten
chwere Verletzungen. Als Täter wurde der Ortis⸗Nacht
vachter verhaftet.
18 Mädchen ertrunken. In der Nähe der Ort
chaft Vasarda (Rußland) sind 18 Mädchen beim Badel
m Fluß Aluta von der Strömung fortgerissen worde
ind ertrunken.
Schwindler. In Praeris verhaftete die Polize
wei Individuen, die es verstanden haben, durch Aus
zabe von Aktien nicht existierender Gesellschaften kleim
Pariser Kapitalisten und Sparern ungefähr zwei Mil
tionen Franks abzunehmen. Der eine der beiden
Schwindler nennt sich Palmarini; er heißt in Wirklich
eit Asquaseiati und stammt aus Lyon. Er war frühe
Rechtsanwalt und ist bereits dreimal wegen Urkunden—
fälschung mit Gefängnis von insgeßamt drei Jahrer
porbestraft. Der andere ist der frühere holländische Mo—
tineoffizier Baron Winter.
Beim Salutschießen auf dem Kriegsschiff „Mar—
eillaise“ im Hafen von Toulon ereignete sich ein Vor
all ähnlich demjenigen auf der „Gloire“, dem neun
Vtenschen zum Opfer fielen: der Schuß ging vorzeitig
los. Es ist nur einem Zufall zu verdanken, daß dies
mal niemand verletzt wurde.
Winter. In Mittelfrankreich, insbesondere im De
partement Cantal sind plötzlich starke Nachtfröste aufge
reten; ebenso wird starker Schneefall gemeldet. Vver
Schnee liegt 10 Zentimeter hoch. Die zahlreichen Her
zen, die man noch auf den Almen gelassen hatte, mus
ten in die Ställe gebracht werden. In dem bekannten
deer Pau sankt das Thermometer auf 12 Grad unte
Der Vesuv fordert Opfer. Nach den bis jetz—
zorliegenden Nagtichuen sind in Torre del Greco funj
Bersonen von zusammenbrechenden Mauern erschlagen
vorden; in Resina gab es sieben Tote, die von der
Schlanimbächen fortgerissen wurden, in den kleineren
Irtschaften acht, zusammen zwanzig Tote. Hunderte von
ramilien lagern auf dem Felde. In Portici erreichten
»ie Schlammfluten 2 Meter Höhe, ebenso in Via Ca—
aconte.
Verschwundene Stadt. In Costarika (Nordame
rika) fand ein schweres Erdbeben statt. Die Stadt Tur«
Sarillo ist vollständig vom Erdboden verschwunden. Der
Poas, ein gefürchteter feuerspeiender Berg, befindet sich
in großer Aufregung. Wie verlautet, soll große Gefahr
sür den Panamakanal bestehen.
Menschenbefstie. In rgee fand man ir
einem Haufe eine Familie von sechs Personen ermor
det vor. Die Köpfe der Getöteten waren von den
Rumpfe getrennt, ihre Körper wiesen zahlreiche Messer
stiche auf. Der Mörder, ein Arbeiter, war pei der Fo
milie lange in Stellung. Er wurde verhalter⸗
13
, Bur LebenneAel⸗Teneruug9
. Der Magiftrat von Berlin hat beschlossen, u
sauttlichen zehn fiädtischen Markthallein für der
Verkauf von Fisschen Verkauftstellen zur‘ Verfügun
u stellen. Die städtische Verwaltung wirdeden Verkau
jiberwachen und dafür sorgen, daß nur frische See
ische verlauft werden. Die an einem Tage nicht ab
zesetzten Fische sollen dann anderweitig verwendet wer
den. Der Verkauf soll öffentlich hekannt gegeben unl
an zwei bis drei Tagen in der Woche stastiinden, wo
h⸗i orezente verteilt werden jollen.⸗
— — —
Aie Entwonnung der Kinoer im sommẽt hwieriger
n anderer Jahreszeit, da durch Darreichung von Kuhmilch sehr o1
Magen- und Darmstörungen ver rsacht werden. Man gibt die Kuh
nilch deshalb lieber zuerst vermischt mit einer dünnen Suppe vo
„Kufeke“, welches die Kuhmilch leichter verdaulich macht und de—
stährwert derselben erhöht. Man erzielt durch die Ernährung mi
Kufeke“ eine geregelte Verdauung, den besten Schutz gegen die a
enannten Sommererkrankungen.
Bekanntmachung.
Zur Vermeidung von Steuereinsprüchen stelle ich der
Zteuerpflichtigen der Bürgermeisterei anheim, die bei de
emnächst für das Steuerjahr 1912 erfolgenden Einkommen
teuer⸗Voreinschätzung zu berücksichtigenden Abzüge von iteue
oflichtigen Einkommen wie:
l. Schuldenzinsen,
2. Amortisationsbeiträge,
3. Kassenbeiträge,
b. Lebensversicherungs-⸗Prämien, außerdem
z. die durch Krankheitsfälle, besondere Unglücksfälle unl
außerordentliche Belastung, durch Unterhalt und Erziehuncç
der Kinder entstehenoen Kosten,
zie unter Umständen eine Ermäßigung des Einkommen—
teuersatzes nach 8 20 des Einkommensteuergesetzes zur Folge
jaben können,
in der Zeit vom 25. September bis 10 Oktober d.J
m Rathause hierselbst — Fimmer Nr. 94 (Steuerbüro
zlaubhaft nachzuweisen.
Es liegt im Interesse der Steuerpflichtigen selbst, von
dieser Einrichtung in weitgehendstem Maße Gebrauch zi
nachen, da hierdurch in den meisten Fällen die zeitraubend
und umständliche Erhebung von Steuereinsprüchen erspas
bleibt.
Dudweiler, den 19. September 1911.
Der Bürgermeister
Jost
Bekanntmachung.
Die Wandergewerbescheine für das Jahr 1912 sind bi⸗
zum 1. Oktober d. Is. im Rathause Zimmer Nr. 9. 3
beantragen.
Die Wandergewerbescheine pro 1911 sind hierbei vor
ulegen.
Dudweiler, den 23. Sept. 1911.
Deer Buürgermeister Zof