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Erscheint
aglich mit Aus⸗
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ostet monatlich
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ich 2. 25 Mark.
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AUmtliches Publikationsorgan für den it zwei Beil agen:
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Bürgermeisterei-Bezirk Dudwe'“ ztzonntoosblatt und Heitere Blätter.
ernspr ⸗Mat sF. SCaarbrũcken Nr. 69, 259, 269, 1261. Drucku. Verlag: J. Unterkeller, Dudwo: oↄrantmortfsich für die c rA·ng Arthur Unterkeller, für den An⸗iagen“s Rarl Unterleller
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der Abonnent ist ni M. gegen Tod durch Unfall bei der Nürnberger Lebensver Rerungsbank in Nürnberg versichert. Ieder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nũrnberger Lebensversicherungsbank anzuzeigen,e h muß sich der Verletzte inrerholb 24 Stunde * dem Unfall in ärztliche
ehandlung begeben. Todesfälle müssen sofort spätestens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritt?nme dunc vehr ichtwerden. Über die Voraussetzung der Versicherung z5ben die Versicherungsbedingungen Aufschluß, die · erlage od. von der Nürnberger Lehensversicherungsbank zu bezieh⸗ sind.
Nr. 227. Freitag, den 22. September 10911. 24. Jahrgang
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— In Fndustri —V er Ppricer ẽc5 * eabsschsigt,e 3 —
eiche Beschassigung der Industrie und der starke Eisen- die güt teunt den de ee 780zweifel, die in dieser Beziehung entstanden waren, und
edarf der ganzen Erde Ninen Ausgleich sürt das even— die Plenoesi bamgen am Dienstag, den 17. Oktober ein ne ewisse Beunruhigung ver Finanztreise 88 —*
ielle Nachlassen der landwirtschaftlichen Vestellungen zu Mbedeen. J 9 33untn porgerufen durch die nicht sehr glückliche Fassung der
ieien vermögen. *Die Reichslagsstichwahl im Wahllreis Düsseldore jffigiöfen Noten. Man hat in manchen Redaktionen und
— ——5r— wischen Dr. Friederiscch (Zentrum) und Haber in Börsenkreisen die Bedeutung des Satzes, daß noch
VPolitische Nundschau. and ESoz.) sindet am Freitag, den 29. Sepe ninzipielle Fragen in der Schwebe seien, in denen
De utĩch Frankreich nicht nachgeben könne, und der darauf er—⸗
wmeber di —8 os Reich. tssekretärẽ om ber statt. — olgten Replik, daß auch Deutschland auf gewisse prinu⸗
34 et ß die, nenezh edg Nmnerian —8 * Die Düneldorser Sozialdemokraien haben gegen out ipielle Forderungen nicht verzichten könne, überschätzt
7 B 31 R 53 53 4 * — DIr — F It 7 — 255 8 z * n
ßosen schreibt die „renzzeitung“: „Die Ernennuncç Bülti y keitt der auf Tr. B reitscheid lauten mie im Sipne —F mocuchen 33 d ye
es Unterstaatssckretärs Schwartzkoßsf zum Oberpräsiden den Stimmzettel Ginfspruch erhoben, wei nn gen geren arget — 8 3 Wr
W Tesen eent ere Presse meit wy daraus die Identi · at des dandidalen nicht zweifells:! die Difidsen Verlautbarungen in Haris, daß Frauft
—8 vielfach in mt rieer polischer Behervorgehe. Tatsachlich enttzielt der Stimmzettel keiner rich in einigen prinzipiellen Fragen nicht nachgeben
een dehne Dr e Dan usng mhe ei Angabe uder den Woßnort Bretsche ds. Wenn dee önue, hatlen wohl den Zwed, auf, gewisse griuiter, de
e g shon langer vbetanni, da Finspruch Ersol— e der sirnlinisee digß ranzoͤsischen Regierungspolitik zu wirken, und in Ber
schwartzkopff den Wunsch hatte, das durch die Versetz Einspruch Ersolg hat, wäre der sozialistische Kandida — e
ug des Sbeiprasidenen bon“ Waldow freiwerdend Haberslaud im ersten Wahlgange aewählt in hat man auf diese nicht gerade als freundlich emp
sen Rida anine —* d —* ei ttitde erbnnn undene Erklärung, durch die Deutschland als der alleir
— fuͤr dilsen nena — iachgebende Teil erscheinen könnte, repliziert: Wir kön
ein kann — auch die liberale Presse läßt der Bedeu ua auch auf gewisse prinzipielle —
vede — 88 zichten! Beides war nicht ernst gemeint, denn in dem
ung seiner ersönlichkeit und seinen staatsmännische Augenblick, wo es veröffentlicht wurde, war unseres
Wissens auch über diese prinzipiellen Forderungen schon
zwischen den beiden Unterhändlern ein Ausgleich formu
siert. Die Verhandlungen zwischen Kiderlen und Cam—
bon gehen ungestört und wie bisher im Sinne einer
haldigen Verständigung fort. Daß der Unterstaatssekre—
lär Zimnmiermann in seinen stizzierten Aeußerungen nich
yon zwei bis drei Tagen gesprochen hat, wird der „Fr
Ztg.“ übrigens von mehreren der Bankdirektoren be—
ftätigt, die mit ihm eine Unterredung gehabt haben.
Das „Wolff'sche Telegraphenbureau“ verbreitet fol—
gendes Dementi: Die von Berliner Blättern gebrachter
Informationen über die angebliche Besprechung vor
Mitgliedern der Hocchfinanz mit dem Unterstaats
sekretär im Auswärtigen Amt, Zimmermann, sint
unzutreffend. Es hat eine solche Besprechunç
nicht stattgefunden, sondern es ist, wie mar
hört, lediglich auf Anfrage die Mitteilung gemacht wor
den, daß für eine von den Herren angekündigte Erreg
ung der Vörse der Stand der Marokko-Frage keinerle.
Anlaß biete, namentlich nicht zu einer Börsenpanik. Die
Lerhandlungen seien auf gutem Wege und es dürfe bin—
ten kurzem eine befriedigende Lösung erwartet werden.
Notiz: Die Phrase von zwei oder drei Tagen iß
AIsn ndarttirsut gefallsen]
Konjnunktur und Landwirt'ichaft.
Unter der Teuerung, die uns aus der unzureichen—
n Ernte der Futtermittel und Hackfrüchte notgedrun—
aerwächst, werden nicht nur die Konsumenten leiden,
idern auch die große Mehrheit der Landwirte. Abge—
sen von wenigen Latifundienbesitzern, denen der gute
Sfall der Halmfrüchte und deren hohe Preislage ei—
u Ausgleich für den Entgang an Futtermitteln bie
wird das Gros der Landwirte und werden insbe—
dere die Bauern ihre ganze Krast daransetzen müs—
, um ihre Wirtschaften durch die schweren Zeiten zu
ugen. Das dürfte auch iür die Industrie von Be—
utung werden.
Nicht mit Unrecht hat man stets den Ausfall der
ute mit der industriellen Konjunktur in einen ursäch—
sen Zusammenhang gebracht. Für Agrikulturstaaten,
e es vorwiegend Amerika, Rußland und Ungarn
d, hängt natürlich, wie man seit Jahren beobachten
in, alles von dem Ertrag der landwirtschaftlichen Pro—
ktion ab. Beruhie doch beispielswe'se die letzte große
ausse der russischen Papiere ganz auf dem günstigen
rmeausfall Rußlands in den beiden letzten Jahren,
üßrend umgekehrt die jetzige Baisse der Yankeewerte
im größten Teile mit den getäuschten Erntehoffnungen
r Union begründet wird. Allein man darf auch den
ueil eines schlechten Ernte-Ertrages auf die Wirt—
aftslonjunktur der großen Industriestaaten nicht unter—
ätzen. Es lassen sich genug statistische Nachweise da—
rererbringen, welch wichtiger Faktor eine reiche Ernte
ch für die industrielle Eutwicklung Deutschlands ist.
— V—
welchem Monat die deutsche Roheisenerzeugung zum
sien Male mit einer siebenstelligen Zahl erschien, bis
inde 1997 hatten, so bedeutende Dimensionen anneh—
sjen koönnte. so ist der Anteil der Landwirtschast hieran
cher nicht gering gewesen. Die Landwirtschaft war in—
Age der sehr guten Ernten der Jahre 1805 und 1996
ußererdentlich erstarkt und konnte infolgedessen Melio—
ationen vornehmen und Maschinen anschaffen. Insbe—
udere wurde die elektrische Industrie, von der der An—
»ß zu der letzten industriellen Belebung ausging, sei—
us der Landwirtschaft durch Errichtung von Ueber—
ndzeutralen, durch Ersatz der Dampfslrast durch elek
ische Kraft in Zuckerfabriken, Molkereien, Sägewerker
w. in erheblichem Maße beschäftigt. Das Jahr 1905
itte dann zwar keine eigentlich große Ernte gebracht
ver dank einer besonders günstigen Getreideweltkon
inktur erzielten die Landwirte sür ihr Produkt doch
inen hohen Ertrag, und da der Landwirtschaft durck
ie an die Preußenkasse angeschlossenen Genossenschafis
jesellschaftskassen auch während Der Geldkrise des Jah—
es 1908 ein relativs billiger Fedit zur Verfüguncç
ande s- rαιο fie oα u iheer Setrtéééè
n Jahre 1908 nicht zu unten chen. So machten sich
ie Nachwirkungen einer Reihe guter Ernten auch noch
diesem Jahre in unserer Industrie bemerkbar. Viel—
ich hat man sogar die Tatsache, daß die industrielle
rise der Jahre 1908 und 1909 milder auftrat als all—
rüheren niedergehenden Konjunkturen, guf die Kräftig—
ng der Landwirtschast insolge einer Reihe guter Erne
m und des erhöhten Zollzwanges zurückgeführt, und
der Tat waren denn auch während der Krise dieje:
igen Industrien, die für die Landwirischaft fabrizie
en, besser beschäftigt, als die rein industriellen Betriebe.
In diesem Zusammenhang der Dinge gewinnt die
tzige Teuerung auch für die Industrie eine besondere
zedeutung. Man befürchtet, daß die Landwirtschaft,
achdem sie lange Jahre ein zahlender Kunde für die
industrie war, nunmehr ihr Bauprogranim in größe—
em Umfange sistieren könnte, und daß der Industric
adurch große Aufträge, die seit Jahren immer wieder—
ehrten, entßehen könnten. Da anderseits auch die Not—
ige der Konsumenten durch die steigenden Preise für
ie meisten wichtigen Nahrungsmittel wächst und von
ieser Seite ebensalls eine Einschränkung des Bedarfes
ir industrielle Erzeugnisse aller Art eintreten dürfte,
könnte die ungünstige Erntekonstellation leicht auch
ie industrielle Konzunktur entscheidend beeinflussen. Eine
ndere Frage iit es. inwieweit die gegenwärtia nunch
Frankreich.
*Die ReservistenEntlassungen finder
tunmehr bestimmt vom 23. bis 25. Septembe statt
die Eisenbahngesellschaften haben Maßregeln getroffen
mm den dadurch erhöhten Verkehr bewälvgen zu kön
ien und sassen Extrazüge ab. Die Einstellung der Re
ruten erjolat am 8. Oktober.
Italien.
* Wie aus Mailand gemeldet wird, haben von 500
MRitgliedern des Parlaments 450 für die Pläne de
sationalisten betreffs der Unternehmung gegen Tri
»OLis gestimmt. Die Sozialdemokraten stimmten da
gegen. Die italienische Flotte soll in zwei Abteilunger
zeteilt werden, der eine Teil soll nach Tripolis gehen,
zer andere in den türkischen Gewässern kreuzen. De
dönig wünscht, daß der Herzog der Abruzzen die Lei
ung nach Trivolis übernimm —
Zur Marolkosrage.
Die Verhandlungen über Marokko lassen nad
zer Meinung der eigentlich allein zu einem Urteil Be
ähigten, d. h. der an den Verhandlungen direkt betei
igten Persönlichkeiten, bald eine Verstaͤndigung erwar
en. Auch die aus Paris vorliegenden Stimmen bestä
igen das. An der Berliner Boͤrse soll von Mitglie
zern der Haute Finance, die den Unterstaatssekretä
»es Auswärtigen Amtes, Zimmermann aufgesucht ha
en, mitgeteilt worden sein, daß dieser ihnen erklär
zabe, die Marokkofrage werde in zwei bis drei Tage
n günstigem Sinne erledigt sein. Wir glauben nich
aß der Unterstaatssekretär sich so geäußert hat um
tamentlich nicht, daß er einen Termin von zwei bis dre
agen angegeben hat, denn den kann bei der sachlid
hwierigen Natur dieser Verhandlungen niemand mi
oller Bestimmtheit angeben. Er hat unseres Wissen
en Herren aus der Bankwelt, die infolge einer gewif
en Beunruhigung durch die von der „Agence Havas
ind dem Berliner Telearavhenbureau veröffentlichter
oten bei ihm vorsprachen, ertlart, daß zu irgend ein
rusten Beunruhigung kein Anlaß vorliege, daß ver
chhiedene schwierige Punkte bereits durch Vermittelungs
orschläge geregelt seien, und daß man über den Ret
ald zu einer Verständigung kommen werde. Das ent
pricht-auch dem tatsächlichen Staude der Soch— —
zigenschaften volle Gerechtigkeit widerfahren —, so sprach
ine nicht geringe Wahrscheinlichteit für die jetzt einge—
tetene Lösung. Der Wunsch, nach einer über 20jähri—
sen angesireugten und erfolgreichen Tätigkeit an der
Fentralstelle eines wenn auch noch so wichtigen Einzel—
essorts in das pulsierende Leben des Landes hinaus⸗
utreten und die Leitung einer Provinzialverwaltung zu
sbernehmen, ist an sich so begreiflich, daß er keines wei
eren Kommtentars bedarf. Nur sei bemerkt, daß D.
zchwartzkopff auch durch Grundbesitz der Provinz Posen
ngehört. Die Richtung der Polenpolitik wird in Ber—
n, nicht in Posen bestimmt, und dabei muß es blei—
en. Der neue Oberpräsident bringt nicht nur aus sei—
er bisherigen Stellung die genaueste Kenntnis der Ab—
scchten der leitenden Persönlichkeiten in die neue mi—
inüber, sondern er wird sie auch sicherlich mit Ueber—
eugung vertreten, denn andernfalls würde er das Am
ücht übernommen haben.“
* Herr von Lindequist soll mit dem Gang
ꝛx Marokkoverhandlungen Unm zufrieden sein und
ch mit Rücktrittsgedanken tragen. So wird irgendwe
erichtet: Wir haben guten Grund, die Nachricht 31
ezweifeln. Wenn Herr von Lindequist unzufrieden seir
ollte, so könnte es sich für ihn höchstens darum han
eln, daß er, ciußer im allerersten Stadium, bei der
erschiedenen kolonialen Fragen, die zwischen von Ki—
erlen-Wächter und dem französischen Botschafter Cam
on erörtert worden sind, nicht um Rat gefragt wurde
das mutet allerdings etwas seltsam an. Man wirdt
ch erinnern, daß gelegentlich von einer Abtretung un—
eres Togo-Gebietes an Frankreich die Rede war —
ine Aussicht, die aus Kolonialkreisen zu hestigen Ein—
rüchen führte. Die Abtretung des Südens des fran—
ösischen Kongogebietes steht zurzeit noch in Frage. Das
ind freilich Angelegenheiten, üher die auch der Leiter
es Reichskolonialamts eigentlich gehört werden sollte.
Inter diesen Umständen muß die Beiseiteschiebung des
herrn von Lindequist etwas eigentümlich berühren, aber
»ir glauben, wie gesagt, nicht an Rücktrittsabfichten
indequists oder an Vestrebungen, ihn zu stürzen. Cr
oollte im Herbst eine Besichtigungsreise nach Südwest.
irika anutreten
Berlin, 21. Sept. In einer stattgefundenen Kon—
erenz zwischer Cambon und Kiderlen-Wäch,
er wurde, wie authentisch verlautet, die Grundlage zu
eiter Berständigunagin derMarokkofrag—
zefunden.
Paris, 21. Sept. In hiesigen unterrichteten Krei
en rechnet man auf eine etwa fuünftägige Dauer der
Zchlußberetungen über Marolko, sodaß Mitte nächster
Voche die Diskussion über die Kongo-Abgrenzungen, so
wie über eine etwaige Ablösung französischer Gesellscha
en beginnen kann.
Paris, 21. Sept. Die Insormationen der maßge
»enden Blätter lassen erkennen, daß sich in den deutsch
ranzösischen Unterhandlungen zweifellos eine Wend
Ang zum Besseren vollzogen hat und man sich
auf dem Wege der Verständigunng befindet. Sc
agt der „NRatin“: Nach den uns gewordenen Mitteilun
gen können wir die baldige Lösung der Unterhandlun
zeit mit Optimismus betrachten
Das Trinkwasser.
Darüber schreibt Herr Dr. Paul in der Sozial—
hygienischen Korrespondenz: Mehr noch als in anderen
Jahren hat sich in diesem heißen Sommer gezeigt, wie
otwendig ein gutes Trintwaässer für die Gesundheit
der Bevöllerung ist. Wenn die Ernte in einer Gegend
nicht ausreicht, dann ist es möglich, Ersatz zu schaffen
Uber mit dem Wasser ist es anders. Größere Trinkwas
ermengen sind nicht transportabel, weil die Güte de—
Vassers, wenn es auf weite Strecken übergeführt wird
eidet, und weil für die Rohrleitung auf größere Ent
arnrrron quchh dio Goöosten zu hoch sind Im Besi
werga
ner Wochen eine artige Portion Gold fabriziert, wa—
ür ihn die allergrößte Kleinigkeit war und wäre der Dok
or nicht so verrückt gewesen, die beiden Männer konn
en sich heute hier noch ganz wohl befinden. Was Euck
etrifft, so könnt ihr ganz zufrieden sein. Ihr habt nod
inen Gessellschafter.“
„Wo denn?“
„DTort in der Ecke; er hält gerade sein Schläfchen.
Benn Ihr den komischen Kauz richtig behandelt, soaft
sit ihm ganz wohl auszukemmen. Behauptet auch
nmer unschuldig zu sein und hat doch überall um die
zfestung herum spioniert, was absolut verboten ist. Ci
t seid emigen Tagen recht krank; er härmt sich zu seh
nd spricht manchmal von einem großen Schatz. Alt
h dies dem Herrn Kommandanten erzählt habe und
ieser ihn am anderen Tage über den Schatz besragt, de
vollte er nichts davon wissen. Er brauchte jetzt den
)errn Kommandanten nur zu jagen, wo der Schatz ver
eite hen.
„Aber wenn er doch nichts weiß und ihm nur in
draume die Phantasie etwas vorge'piegelt hat.“
„O nein, er wird schon weissen wo das Geld vergra
en liegt, er will es nur nicht sagen; nun so mag e—
ergraben und er hier bleiben bis in die aschgraue Ewig
eit.
„Da bin ich neugierig, die Bekan nischaft meines Lei
ensge'ährten zu machen,“ sagte Steinbach, indem er sich
imwande und die Unterhaltung mit dem Kerkermeiste
zurz abbrach, der denn auch die schwere Tür zuschluc
ind verschloß.
„Ist der alte Schwätzer fort?“ fragte eine matt
5timme aus einer Ecke, und als Stei nbach einen Blich
orthin richtete, sah er wie sich dort etwas bewegte unl
chließlich sich eine menischliche Gestalt aus einer Anzah
decken heraus zu schälen suchte.
Jetgzt hatte sich der Mann vollk ommen erhoben; Stein
zach stand einer hohen Mannesge stalt gegenüber. Eir
nächtiger Kopf von greisen Lochen umgeben; brennende
»unkle Augen unter dichten weißen Brauen, das Gesich
yon tiesen Furchen durchz ogen und von einer krankhas
en Blässe bedeckt ließ erkennen, daß der Mann kran
a r.
Wer seid Ihr und weshalb hrachte man Euch bi
Der Schatzgräber.
dulturdeschichtliche Erzählung von H. Gorne.
8. Fortsetzung
„Das wäre nun allerdings das Richtigsre,“ entgeqgnet
t Kommandant aber wenn der Kerl wahr gesproche
twäre ihm niht viel gedient; Uns fehlt die Wögtit
it, seine Worte zu prüsen und in ist am besten, wi
—— ihn für einige Zeit in Rummer 2 der Ge
eaburg.
„Das ist do h die Zelle, in welcher sich der verrückt
auz besindet, der bei einer derdächügen Beschä ugum
au zen beim Jagdhause aufgegriffen wurde,“ wandi
er der Adiutanten ein.
Der FHommandant krahte sich bei Erwähnung des—
en hinter die Otren. Die Erinnerung an denselben
hien ihm nicht angenehm zu sein.
„Auch so ein Viteffer, den ich dahin wünsche, wo
er Pfeffer wichst,“ polterte er herous. Jetzt wo der
toviant knapp wird, sind solche Mäuler wahrhaftig
icht von Nutzen. Es schadet nichs, man soll Beide zu⸗
mmensperren und ihnen den Brotkorb etwas höher
aͤngen, damit sie sich bald von fselbst, wieder empfehlen,
oaen sie wieder dahin gehen, woher sie gekommen
sanoigen. Dieser ließ seine Mannschaft antreten und
nmitten der selben wurde Steinbach, scharf bewacht, —
helchem wiederum die Augen verbunden wurden — zu
m Platzmajor und dann nach den Kerkern der Geor—⸗
nburg geführt. J
Der Gang in der Georgenburg war ungefähr zwan⸗—
Schritte lang und sast vollkommen finster. Hoch
zen an dem der Tür entgegenge se tzten, etwa fünszehn
uß hohen, aber nur etwa sechs Fuß breiten Gang be—
nd sich eine schmale Ritze in der Mauer, die kaum ge
ägendes Tageslicht einfallen ließ, um die dichte Finster—
is in eine tiefe Dämmerung zu verwandeln. Auf die
en Gang mündeten einige Zellen, mit schweren ei senbe
hlagenen Türen versehen.
Einer dieser Kerker wurde Steinbach zum Aufenthal
ngewiesen.
zosten 7
„Mein Dienst ist nicht so traurig wie Ihr meint,
ntwortete der Schlieher. „Solange ich jemand unb
»ommando habe. kann ihm nichts Ables widerfahren
lle meine Lokalitäten sind trocken und luftig. Ma
ainn in meinen Zellen hundert Jahre alt werden, ohr
iß nur eine Zehe oder ein Finger zu schwellen anfing
m Winter wird es bei mir nicht kalt und im Somme
cht heiß — immer hübsch temperiert, ganz nach der G
undheit. Deshalb gefällt es auch den meisten meint
äste, wenn sie nicht gerade auf unsinnige Gedanken ge
ten, wie der Herr Baron, welcher vor nun dreißig Jah
n die se Zellen bewohnte.“
„Welchen Baron meint Ihr?“
„Johann Hektor von Klettenburg, den Goldmachen
jenn Ihr studiert habt, so müßt ihr den Herrn Barol
ennen, denn einen berühmteren Mann hat es auße
em starken August, dem König Karl RXil. und der
anytcet, Doktor Krell wohl nicht gegeben. Aber wie je
er Gelehrte seine Verkehrtheiten besitzt, se hatte Her
in Klettenburg die wahnsinnige Einbildung, daß er e—
er auf dem Königstein nicht aushalten könne uns
ehen müsse. Und immer an dieser Torheit herumgrü
Ind, geht er zweimal durch die Wände von Dugader
inen — Ihr müßt sie Euch einmal genauer an sehen
n zu begreifen, was das heißen will — und komm
htig über die Brustwehr hinaus. Hätte er bei seinen
eiten Flucht nicht den Sturz in die Tiefe hinab ge⸗
acht und das Bein gebrochen, er wäre richtig entwischt.
n närricher Kauz.
2 Statt sich hier ganz ruhig zu verhalten, marterte er
h ab und brachte es dahin, daß ihm der Komman dan
en Kopf vor die Füße legen ließ. Nehmt Euch eirn
rempel daran.“
„Ihr glaubt, man, könnte auch mich zum Tode ver⸗
eteilen. wenn ich mich nicht willig füge?“ fragte Stein—
„VRatürlich kann das der Kommandant.“
„Aber ich habe nichts verbrochen.“
„Wißt Ihr das so bestimmt ?“ entgegnete der Schlie⸗
er. „Der Baron sagte dasselbe und das Gleiche war
nit dem Doktor Krell der Fall — half alles nichts —
ier heißt es gehorchen! Hätte der Baron seinen Eigen
an bei Seite geleat und pielleicht ale pierzeun Tage ode
12. Sonifel—
Als der junge Mann, von dem Schließer nochmal!
azu aufgefordert, in den unheimlichen Raum eintrat
lieb er doch, von einem heimlichen Grauen erfaßt, eine
lugenblick zögernd stehen. Der Raum mochte ungefäh
ehn Fuß lang und acht Fuß breit sein, und war bi
u einer Höhe von drei Ellen in den Felsen hineingt
auen.
Wo die Steinwand aufhörte, legten sich gewaltig
Ruader über einander, die hier und da, wo man besor
ere Festigkeit hatte erzielen wollen, mit eisernen Klan
ern gekuppelt erschienen. Ein aus dem Felsen hervo
ringender viereckiger Steinsitz mochte schweren Verbri
lern viell eicht als einzige Bequemlichkeit gedient haber
ln den Wänden waren einige starke Eisenringe festg
iacht, an welchem ohne Zweifel die Ketten der Gesar
enen befestigt wurden, jeßt hing an einem d ieser Ring
ine Laterne.
Der alte Schließer wollte sich entsernen, als Steinbae
ch an ihn wandte.
„Ja, guter Freund, wie steht es mit der Verpflegun
agte er. — ——
Was das be frifft, so muüßt Ihr Euch schon gedu
n.“ entgegnete der Schließer. „Seid die Preußen un
dicht herangekommen sind, sind die Rationen etwa
apper geworden, aber zu hungern braucht Ihr nicht.
ir nerseht wohl hier schon lange diesen traurige
„Es ist aber doch wohl notwendig, daß man wach
mes Auge auf 8 ehln hat. Derselbe ist allem
nscheine nach kein dummer Junge, welcher, wenn er
„Jahre hier oben ist, noch immer nicht begriffen hat.
»ↄ denn eigentlich die Slaͤrke des Köniasteins steckt,
Diderte der Adjutant. „Er ist ein Student, der offent
ugen und Ohren mitgebracht hat.“
„Man binde ihm heis die Augen zu,“ bestimmt
er Kommandant. „Und dann ist doch Rr. 2 so beschaf
n. daß er nicht viei von der Festung zu sehen bekom
en wird. Aber zuviel Aussihht“ wird'er sich nicht zu
agen haben. Also schreiben sie den Befehl für der
ldabenden Herrn Major und lassen Sie den Man
ren.
Der Kommandant unterschrieb die von dem Adjutan
ausge sertigte Ordre für den Maior, dem der innert
ienst in der d estung unterstand und ließ dieselbe den