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Ehen
ch mit Aus⸗
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ðeiertage und
monatlich
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t 7o pfgs.
er Post be⸗
vierteljähr⸗
2.26 Mark.
* 7W —— F — 134 7 ß te F
) d — — J 44 —— 3*8 J 5
*37 B
2 2 2 —73 354375 * J 90
Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwer Beilagen:
— z sonntaasblatt und Heitere Blätt
Bürgermeisterei-⸗Bezirk Dudwei Sanntaqsblatt und Heitere Blätter.
2 5— 9 * —ii 3 3 2 ——8
uspr.⸗Anscht Saarbrücken Nr.69, 259, 269, 1261. Drucku. Verlag: J. Unterkeller, Dudweu — Verantwortlich für die Schrt tleitung Arthur Unterleller, für den Anzeige
Ii ge en Tod durch Unfall bei der Nürnberger Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Jeder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnberger Zebensversicherungsbant anzugeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stundea nach dem Unfall in ärztliche
——— sofort spätestens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebracht werden. über die Voraussetzung der Versicherung geben die Versicherungsbedingungen Ausschluß die vom Verlage od. von der Yürnberger —— sicherungsbank zu begieh⸗ ind.
isan ie oe Mittwoch den 20. September 1911. 24. Jahrgan
Vom 1· ⸗ —— — — ⏑ — *
soINsenden, zerstreuten Gelenrten der deunnen Witzblar
er. Alle sind sie groß, starkknochig, blond und mi
Schmissen dekoriert, die an die Mensuren ihrer Studen
tenzeit erirnern. Ihre Umgangsformen sind gemütlich
sttets sprechen sie mit lauter Stimme und sind
hren Pferden sehr zugetan. Deutschland verteidigt sein
Nicderlassung in Agadir mit folgenden Argumenten
Es vertritt die Ansicht, daß die Algecirasss-Atkte gebro
hen wurde, sowohl durch Frankreich, als auch dure
Spanien, und daß Marokko aufgehört habe, ein unab
haängiger Staat zu sein. Die maurische Regierung br
itze seinerlei Autorität mehr, und mit Rücklicht auf ihr
Pachtlosigkeit stehe Deutschland dasselbe Recht zu, einc
Teil von Marokko zu okkupieren, wie Frankteich, dag
angleich Spanien and Vortugal, in der Geschichte Me
tokkos niemals eine Rolle gespielt habe.“
—* — J —633
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lgadir in engtscher Beleuchtung.
nd Das Kanonenboot „Panther“ kam mit der Wösich
»erni Agadir, das Leben und Eigentum in der dorti
zu Gegend lebender deutscher Uniertanen zu beschützen
hlun bei muß aber darauf hingewiesen werden, daß dit
—— sander in Agadir über größeren Grundbesitz ver
n, als die Deutschen, schreibt die „Westminster Ga
e —* obwohl die letzteren gewisse Anrechte auf ausge
gente le Londsirecken im Susgebiete reklamieren. Rich
santwr allerdings ist es, sestzustellen, so führt der Ar
zürstlder genannlen englischen Zeitung aus, daß deut
ZrebJ Handelsgesellschaften die Rechte erworben haben,
Adoln dieses ploͤßzliche Vordringen deutscher Energie und
ischen Kapitals gegen das südliche Raroitko ist nich
ba das Werk vereinzelter Hande!sleute, sondern vor
Fellschaften. die in ihrem Vorgehen der „Chartere?
npany“ von Südasrika nicht unähnlich sind. Die Tat—
erann nicht in Abrede gestellt werden, daß di«
utschen in Agadir die Geschichte des großen Erfolges
I Rhodes eingehend studiert haben, kein Wunder
sie nun bemüht sind, sein Unternehmen nachzuah
Noch näher liegt der Vergleich mit den Grün—
der al'en „Sast India Company“, denn die Veut
wträumten vermuteich von einem nordwestlichen asf—
aischen Reich, das sich weit nach dem Süden er—
fen und durch die Bevölkerung durch deutsche Berg—
ks- und Ackerbausachverständige in einer Weise ent—
eln sollte. die die Welt überraschen würde. Die
ider Mannesmann sind die Hauptinteressenten ar
Erschließzung der dortigen Gegend. Herr Julius
d, der Vertreter der Firma, ist durch seinen laugen
fenthalt in Marokko, durch seine perfekte Kennmis
zArabischen und außerordentliche Kenntnis des ma
kanischen Rationalcharakters für seinen Posien be—
iders geeignet. Unnötig zu bemerken ist, daß die
uschen in Mogador englisch so gut sprechen, als wäre
ihre Muttersprache. Die Handelsabteilung der Fir—
Plannesnmann wird darch Herrn Bock, die Gruben—
ilung durch Dr. W. T. Dorpinghaus vertreten. Der
Agadir ansässige Dr. Dorpinghaus war häufig als
ist des bekannten Schriftstellers Sir Conan Doyle in
Zland gewesen. Es verlautet, daß verwandischaftlich
eziehungen durch Heirat vorliegen. Eines der be
aitendsten Mitglieder der deutschen Kolonie in Agadi
Herr Hermann Wilberg, der Vertreter der Firm«
arren. Co. Herr Wilberg, heißt es in dem eingangs
wähnten Artikel, den wir auszugsweise wiedergeben—
lerhält gute Beziehungen mit dem deutschen Auswär—
en Amt und war, bevor der „Panther“ in Agadin
nien, von den Absichten der deutschen Regierung seb
unterrichtet.
zine amüsante Skizze entwirft der Artikel der
Aminster Gazette“ von den de ut schen Pio—
ren in Marokko.
Die deutschen Pioniere in Agadir“, heißt es in
un Artikel, „vertreten nicht den alten Typus von Pio—
leren. Sie sind nicht mit einer Kolleltion von lein—
vaffen geschmückt. Jeder Deutsche führt eine autsma—
ische Mauser⸗Pistole mit sich von der Art, wie sie in
»er Londoner Anarchistenschlacht in Sydney Street ge—
braucht wurde. Die Deutschen verstehen ihre Waffen zu
zebrauchen, denn alle sind Soldaten gewesen. Alle
Deutschen in Agadir tragen Brillen und vollkommen
europäische Kleidung. Und alle besitzen sie eine genaue
denntnis der Sprache, der Sitten und der geologischen
Verhälmisse des Landes. Sie haben es als ihre be—
ondere Aufgabe erachtet, das Land eingehend zu siu—
ieren und eine große Anzahl von Landkarten zwecks
päterer Operationen angesertigt. Einer der Deutschen
st ein Doktor der Naturwissenschaften, und ohwohl er
ederzeit in der Lage wäre, einen Lehrstuhl an einer
deutschen Universität anzunehmen, ist er auch der rich—
ige Mann dafür, eine erfolgreiche Forschungsreise in
die Sahara zu organisieren. tJung und energisch, eir
Ptann der Tat, ist er weit entiernt von jenem Typus
deutscher Prosessoren, die im „Simplizissimmus“ so bei—
bend karikiert werden. In der Tat, keiner der in Aga—
ir ansässigen Deutschen besitzt die geringste MAchu—
iichkeit, weder physisch, noch geistia, mit dem geisftesab—
langen und keinerlei wirtschaftliche Vorrechte gewähret
will, so kann man das auf sich beruhen lassen. Es wirt
ja wohl der Tag kommen, an dem auch die Parise
Blaͤtter e nsehen werden, daß Deutschland es wirklid
nicht auf wirtschaftliche Vorrechte abgesehen hat. Solch
würde auch die französische Regierung kaum zugestehemn
Aber wenn wir recht unterrichtet sind, ist von den Puͤntb
ten, die zum Programm der Sicherung der wirtschaft
lichen Rechte Deutschlands in Marokko gehören, eigent
lich nur noch ein einziger vorhanden, über den die Ver
ständigung noch aussteht. Und wer will es der deut
schen Presse verübeln, daß sie auf diese Tatsache die
Hoffnung einer baldigen definitiven Regelung der gan
zen Marokkofrage gruͤndet? Frankreich hat allen guter
Brund, diese Verstaͤndigung lebhaft zu wünschen, dem
wenn sie erreicht wird, so wird sie Frankreich die er
wünschte politische Bewegungsfreiheit in Marokko ver
schaffen mit den damit verbundenen wirtschaftlichen Vor
eilen, ganz abgesehen davon, daß dann eine Frag
dauernd erledigt sein wird, die immer wieder dvie
deutsch⸗französischen Beziehungen zu stören geeignet iss
n * 242 d—
9 Politische NRundschau.
⸗ Deutsches Reich
* Der Reichssstagsabgeordnete LRiebermannvon
Sonnenberg ist gestorben. (Max Hugo Lie—
zermann von Sonnenberg, am 21. August 1848 ir
Veißwasser bei Tuchel geboren, gehörte von 1866 bis
1885 der preußischen Armee an. Er machte den Feld
ug 1870—71 mit, in dem er sich das Eiserne Kreus
rwarb, war 1872 bis 1875 auf der Kriegsakademie ir
Zerlin und 1876 bis 1878 Lehrer beim Kadettenkorps
880 trat er zur Landwehr über. Liebermann redi.
zierte von 1881 bis 1885 die „Deutsche Volkszeitung
ind gab seit 1884 die „Deutschsozialen Blätter“ heraus
1889 war er an der Gründung der Deutschsozialen Par
ei beteiligt, deren Vorsitzender er wurde. Seit 1896
deichssstagsnitglied, gründete Liebermaun 1903 246
Wirtichaitliche Vereiniauna“
* Der Oberprassident vo n Waldow in Posen iss
in Stelle des in den Ruhestand tretenden Oberpräsidenen
Frhrn. v. Maltzahn nach Stettin versetzt
borden. Zu seinem Nachfolger ist der Unterstaatssek
etär im Kultusministerium, Wirkl. Geh. Rat D., Dr
ur. Schwartzkopff, ernannt worden.
Schweden.
* Obwohl erst die Häifte der Wahlen zur Zweiten
danimer durchgeführt ist, steht jetzt schon die Mieder—
age der Regierurng und der konservati—
»en Partei fest. Die letztere verlor bisher 22 Man—
dare; 7 an die Freisinnigen und 15 an die Sozial—
demtökraten. Der Rücktritt der Regierunaqg
vird sicher erwartet.
Serbien.
* Wie ein Telegrumm aus Belgrad besagt, ist
dort eine neue Verschwörung entdeckt worden,
velche sich gegen den König Peter richtet, der in an—
betraͤcht der erst kürzlich erschlenenen Memoiren über
ie Verschwörung im Jahre 1903 und die Ermordund
Alexanders bloßgestellt ist. Die Verschwörung arbeite:
zugunsten des Kronprinzen, der an Stelle Peters den
IR beftergen soll.
In Wiener internationalen diplomatischen Kreisen
verstärkt sich die Ueberzeugung, daß der britische Boi
schafter in Wien, Sirx Fairiax. Cart wer ia ir di,
dauer unmöglich auf seinem bisherigen Poster
leiben könne. Die Wißersprüche in den Erklärun
eit, die der Botschafter, beziehungsweise die von ihn
eauftragten Personen der Botschaft über die Entsteh
ng und den Inhalt des Marienbader Interviews ab—
egeben haben, seien derart, daß sie nicht ohne Folgen
uf die Stellung des Botschafters bleiben könnten. Man
rivartet zwar nicht, daß Sir Fairfax Cartwright schon
n der nächsten Zeit seinen Posten in Wien verlessen
verde, da man einen direlten Zusammenhang zwischen
em Rücktritt des Botschafters und dem Marienbaden
znterview zu vermeiden wünsche. Aber es sei anzu
iehmen, daß Sir Fairsar Cartwight nach Ablauf eini
zer Monate den Wiener Botschafterposten mit einem an
deren vertauschen werde
—D Cacitie
In der Riviera. Am 6. Juni 19053 vermählte sich
unge Herzogin mit dem Kronprinzen des deutsche
Reiches, mit dem sie seitdem in glücklichster Ehe lebt
HDem Ehebunde sind dreit prächtige Söhne entsprossen
Die Krouprinzessin, die in FKürze ihrem zum Kommän
deur der Totenkopf-Husaron ernannten fürstlichen Gar
en nach Danzig folgen wird, erfreut sich weitgehendste
Sympathien und wirklicher Popularität in allen Kre
en der Bevölkerung und besonders Berlin und Poté
zam wird ihr vorübergehendes Scheiden sehr bedauern
—ZZ—2—2— —
Heer und Flotte.
— * Vermehrung der deutschen Militärflugzeuge
Der Kaiser hat bei der Manöverschlußkritik am 13. d
Mits. den Fliegeroffizieren zugesichert, daß das Kriegs
ministerium zeitig im Reichstag eine Forderung für di
Vermehrung der militärischen Flugzeuge einbringe
werde. Im letzten Etat für die Verwaltung des Reichs
heeres findet sich unter dem Kapitel 39 „Ingenieur—
Pionier- und Verkehrswesen“ die Summe von etwa 13—
Nillionen Mark für Uebungen und Unterricht der Ver
hrstruppen eingesetzt. Aus diesem Fonds sind di
isherigen Versuche mit Flugzeugen in der Hauptsach
nitbestrittet worden. Frankreich hat für 1912 im Or
inarium und Extraordinarium rund 17 Millionen zun
Unkauf von Flugzeugen ausgeworfen.
Soziales.
J Graf Posadowsky über Sozialvoitik. Auf dew
Zweiten Internationalen Kongres für Sozialpolitiik u
Hresden nahm der frühere Staatssekretär des Reichs
smts des Innern, Graf Posadowstky vor Eintritt m
ie Bergtungen das Wort. Er führte u. a. aus: Al—
ich vor eingen Jahren Strömungen gegen die Fort
Atwicllung der Sozialpolitik geltend machten und man
ine Ueberspannung befürchtete, trat ich dem auf einen
dongreß entgegen Man wendete mir ein, nicht wei
eres Eingreiseit des Staates, sondern Kräftigung der
zelosthilse sei das Gebot der Stunde, um ein traftiges
Volk zu erzielen. Dem ist entgegenzuhalten, daß unser
virlschaftichen Verhältnisse dem Einzelnen mit solcher
Last wuchsen, daß dieser außer Stande ist, sisch
elbst zu helfen. Die starte Hand des Staates
nuß eingreifen, die Uebelstände zu beseitigen, gegen die
der Einzelne machtlos ist. Es liegt in der Natur des
Menschen, daß jeder bestrebt ist, seine äußere Lage z1
erbessern. Es ist die gute Seite dieser Bestrebungen
aß dadurch der wirischaftlhiche und techni
che Fortschritt gehoben wird und zugleich auch
venun auch nicht immer gleichzeitig, der sitthiche
Wenn sich zu diesem 8weck die einzelnen vereinigen, so
entsteht das, was wir Klassengegensätzze nen
nen. Wie die einzelnen Klassen, so suchen ganze Na
tibnen ihre Lage zu verbessern; wir nennen das ein
fach: Wettbewerb auf dem Weltmarkte
sein Staat, keine Gemeinde kann gesunde Politik trei
ben, wenn sie sich nicht auf gesunder wirtschaftliche
Brundlage und in aufsteigender Linie befindet. Wit
nüssen suchen, drei Faktoren unseres Wirtschaftslebens
dapital, Unternehmungslust und Arbeitskraft durch die
Kesetzgebung auszugleichen, eine gesunde Diagonale zr
inden, die einen Faltor unseres Lebens, die Belastun«
»er Produktionskosten, durch die sozialen Laften in mög—
Spanien.
*In einer Reihe von spanischen Städten
st der Generalausstand proklamiert worden
die Bewegung hat vielfach einen revolhutionaä
en Charakter angenommen, so daß in Spanien
dem unruhigen Lande, wenn nicht alles täuscht, groß
Unruhen und Schlimmes zu befürchten steht
*Aus Valeneia wird berichtet: Die städtische!
Arbeiter sind in den MAuUsstand getreten. Die Gen
darmerie wurde mit Steinen beworsen und schritt mi
der Waffe ein. Erregte Ausständige begannen die Wa
gen und Straßenbahnen anzuhalten. Sie waren Her
der Stadt, nachdem es ihnen gelungen war, den gan
zen Verkehr aufzuhalten und die gesamte Arbeit in den
Werkstätten zum Stillstand zu bringen. Polizei, Gen
darmerie und Truvbpen besetzten die Straßen.
· σι
Hoßf und Gesellschaft.
u* Rumn 25. Geburtstageder Deutschen
Rronprinmzesfssin. Am 20. Seytember begeht die
Zur Raroekofrage.
Am Freitag Abend ist die französische Antwort au,
e deutschen Gegenvorschläge über Marokto in Berlit
ibergeben worden und am Montag war die de ut sch
Replitk fsertig und zur Uebergabe an Herruc Cam
von bereit. Nuch aus der Kürze der Zeit, die zu
dertigstellumg der Replik benötigt worden ist, läßt sid
»er Schluß ziehen, daß bisher schon eine ziemlich weit
sehende Uebereinstimmung zwischen Deutschland und
Frankreich hergestellt ist und nur noch wenige Differenz
zunkte, abgesehen von der Landentschädigung im Kongo
uu erledigen sind. Diese Erkenninis ist es ia auch, i
aßt sich die „Frankf. Ztg.“ von ihrem Berliner Korre
pondenten schreiben, die die deutsche Presse optimistise
timuet und hoffen läßt, daß auch die letzten Meinungs
zerschiedbenheiten in kurzem beigelegt sein werden. Wenr
den französischen Blättern dieser Optimismus nicht ge
ällt und aufs neue versichert wird, daß Frankreich eir
uneingeschränktez Verfügungsrecht üher Marokko m
— 22)5
Der Schatzgräber.
Kulturgeschichtliche Erzählung von H. Gorne.
6. Fortsekung
hjatte und er konnte seiner Retterin auf ihre Frage die
Bedeutung des nächtlichen Alarms nicht verhehlen.
„Meine Flucht ist bekannt geworden und man be
zinnt die Vefolgung“ sagte er beglommen. „Doch nu
Mut, wir haben einen kleinen Vorsprung, mag nun
kommen was da will.“
Rasch nahmen die beiden ihren Marsch wieder au
— nur fort, ehe man auf ihre Spur kam, vor ihne
rohte ihnen weniger Gefahr als hinter ihnen, mußte
ie sich sagen.
Sie schritten ra sch vorwärts und passierten bald ei
zleines Wäld hen. wo sie sich unvermutet auf, eine
semlich breiten Straße sahen, in deren Schneedecke sie
ine ziemlich stark betretene Bahn zeigte.
Während er mit seiner Begleiterin beriet, lieber wie
er in den Wald zurückzukehren, hörten sie hinter sig
elles P'erdegewieher. Sie sprangen rasch hinter di
aumgruppen, wo sie doch nicht gleich bemerkt werde
onnten. Aber es waren keine Husaren, die sich näher
in, sondern eiu leichter, mit zwei Pferden bespannte
schlitten glitt fast lautlos über den Schnee.
Als der Schlitten nahe genug herangekommen wa
nd Steinbach erkennen konnte, daß nur eine einzig
weinen dichten Pelz gehüllte Person darinnen saß
rang er über den Graben am Rande des Weges, so
aß der auf den vorderen Sitz befindliche Rosselenke
ine Tiere halten ließ.
—3 Sie sich von den Pferden!“ rief der Rei
ende.
„Wollen Sie nicht einen armen Vachtwanderer und
ꝛine Begleiterin ein Stückchen des Weges mitnehmen
agte Steinbach.
„Was seid ihr denn für ein seltsames Paar?“ ent
egnete der Reisende, als jetzt auch Aurora wieder au—
em Wald trat. „Kann man Euch denn trauen, ode
iuß man befürchten, so ganz unvermutet ins besser
enseits befördert zu werden.“
„Ihr habt nichts zu befürch ten, ich bin bin ein ehr
— verteidigte sich St einbach mit erhobene
Der Reisende im Shhlitten überlegte noch einen Augen
iick und als er in der Dunkelheit doch erkannte, das
* Rittltellex Uniinem frua, meinte er qcqutmütia—
Ay i ααααν V dié Guchtel nicyt
agi hat und dort sein Liebchen. welhe ihn auf seine
fahrt begleiten will. Run, da setzt Euch mir gegenübe
rüßt halt sehen, wie der Platz zureicht. Das sage ic
ber Freund, macht Ihr die geringste verdächtige Mien
» jage ich Euch eine Kugel durch den Kopf.“—
Steinbach half zunächit Aurora in den Sclitten, nahr
ann selbst auf dem schmalen Vordersitz Platz und di
ahrt ging wieder mit großer Schnelligkeit vor sick
er Kutscher fuhr meisterhafst und sehr bald sahen di
deisenden die blausch varzen Tannen des Waldes hinte
h und kamen in offenes, h ügeliges Feld. Steinbac
d das junge Mädchen fanden jeßtzt auch Zeit, sich lei
t einander über ihre weiterhin zu unternehmende
hritte zu unterhalten. Sie waren aber noch zu keiner
ten Entschluß gekommen, als der Rosselenker di
ferde anhielt. F
„Wir haben Soldaten vor uns,“ rief er rückwärte
den Schlitten.
Steinbach richtete sich empor und erblickte einen Trupf
ifanteristen, welcher aus einem seitwärts liegende
hölz herankam und querfeldein auf der Straße ma
ierte. Ein Teil des Truppes fing an zu schwärmer
eich lautlos dahineilenden Gespenster flogen die ei
nen Soldaten dahin, und in größter Geschwindigke
ir dem Fuhrwerk nach allen Seiten hin der Weag al
schnitten.
„Guter Freund, da haben wir die Bescheerung.“ sag
Reisende zu Steinbach. Ich habe ja nichts zu be
rchten, aber für Euch kann die Sache schief abgeher.
gt Euch flach in den Sehlitten, vielleicht läßt man un
angefochten durch.“
„Halt! Halt!“ rief eine Stimme, bei deren Klan
eunter die Shhlittendecke gekrochene Deserteur unwil
irlich erzittere — das war die Stimme des Leutnant.
in Preskow.
6 Der Offizier kam dicht an den Schlitten hyeran und
—entspann sich ein leicktes Wortgefecht zwischen dem
zalrouillenführer und dem Reisenden, aus welchem her—
orging, daß es sich zwar nicht um den Deserteur han⸗
elte, oondern daß überhauvt vom Hauptquartier aus
renge Ordre erteilt worden war, alle Geschirre streng
is zu heobachten und besonders in der Nacht dieselhen
— 5
nzuhalten und nach verdächtigen Personen zu durch su⸗
en.
Vergebens beteuerte der Reisende, daß er nur in
zrivatgeschäften reise und die Unter suchung nur einen
cht unliebsamen Aufenthalt bedeute, es half ihm diese
vhlgemeinte Absicht doch nichts, der Leutnant von
estdin beorderte einige Soldaten, die sich an die Un⸗
ersuchung des Schlittens begeben sollten.
Sleinbach der mit Angst und Schrecken den Vorgang
ornommen hatte, sah nun ein, daß ein längeres Ver—
ergen unmöglich war und er verloren war. Er richtele
h daher in die Höhe, zum nicht geringen Erstaunen
es Offiziers, der unwillkürlich einen Schrut zurück wich
or der so urplötzlich aus dem Innern des Schlitiene
uftauchenden Gestalt.
Ha, ein Deserteur!“ rief der Leutnant, dem die Unl
rm sofort erkennen ließ, wen er in dem dritten Insas
n des Schlittens vor sich hatte. „Na warte. Bur sche
iesmal haben wir dich noch einmal erwischt.“
Schon eilten auf Besehl des Leutnants noch einig⸗
zoldaten herbei, um den noch immer aufrecht im Schlit⸗
n stehenden Steinbach festzunehmen.
Flieht, um Gottes willen ilieht! flüsterte ihm Au⸗
dra zu.
Ein schwerer Kampiteble ĩn diesem Augenblick in
ns pes jungen Bannes.“ESosle erx seine t
zetlerin im Stiche lassen und sie ihrem Schicksal über
issen. Ihm gelang es schließlich, sein Heil in der Fluck
wfinden, um'o härter war aber dann die Strafe aut
ir sie. Auf der anderen Seite mußte er sich aber aue
estehen, daß, wenn es ihm gelang, wieder die Freihe
ugewinnen, er Schritte zur Rettung Auroras unternel
en konnte. Aber das wie war in diesem Augenbli—
er höchsten Gefahr nicht nachzudenken.
Schon streckten ich mehrere Hände nach ihm, m
in fest zunehmen, wie der Leutnant befohlen, da spran
teinbach mit einem mächtigen Satz von der andere
eite aus dem Schlitten und rannte dem Walde z31
zohl setzten ihm einite der im, ersten Augenblick gan
Faunten Soldaten nach und lauter Zuruf des Leun
ants feuerte sie an, den Flich fling einzuholen, aber ke
Fdernoqhle den jungen“ AIn einzubolen, nach ku
8 Kapitel.
Steinbach und Aurora wanden sich, so wie sie au
e Straße gelangten, unwillkürlich dem Festungsber
. Die Straßen des Städtchens waren vollkommein
iakel, sodaß sie zunächst nichts zu befürchten hatten
ean sie vorsichtig waren.
Erst als sie außerhalb der Häuser waren, hielten si—
ihren schnellen Lauf inne, um sich etwas zu erholer
es entstand jetzt auh die Frage, was werden wir
4 beainnenꝰ — 7.
15 Unwwettelhast muzte es betzannt werden, daß Auxrori
ei der Flucht des Hu'aren ihre Sand im, Spiele gehabt
ind sobald dies sest'tand, stand es schlimm um sie.
Welche Folgen ihr daraus er wa hen kounten, war gar
nicht vorauszusehen, daher konnte sie unmöglich in das
Haus ihres Oheims zurü kkehren. Sie hatte dies wohl
nuch vorausgesehen und darum ihre wenigen Sparpfen⸗
zige auch an sich genommen. Steindach mußte aber qge—
tehen, aller Mittei entblößt zu sein.
Ein heftiger Sturm peitschte noch immer den Schnee
n wildem Wirbel, sodaß die beiden jungen Menschen
inder vor Kälte förmlich zilterten. Aber sie achteten in
iesem Augenblick weniger darauf, — wichtiger für sie
var die Frage, was sie nun beginnen sollten, denn ihre
dage war keine beneidenswerte. Er, ein Deserleur, dem
ine harte Strafe, wenn nicht gar eine Kugel bevor
tand, wenn er wieder einge fangen würde, sie, eine Hei
matlose, die niemand auf der Welt besaß, nachdem sie
r seitheriges Heim verlassen hatte, zu dem sie häite
ilüchten können.
Oas beiderieitige Geständnis dieser trostlosen Lage
virbte so überwältigend auf sie ein, daß sie ihren Schmer,
znicht zurückhalten konnten und einander wortlos in di
Arme sanken.
. Da horch — ein dumpfer Trommelwirbel hinter ihnen
Zteinhach war es sofort klat. was dies zu bedeuüten