πανναιννααααꝰ
rscheint 3
uich mit Aus⸗
—J Sonn⸗
Felertage und
tet monatlich
ij ins Haus ge⸗
acht 70 Pfg.
der Post be—
ellt vierteljähr⸗
h 2.25 Mark.
— F 277 VD.«“
8 8 i 8 4 * 9 — — S ——— * 2 J 7 J 9 4 * —8* — 59 — 7 * i — * J —* 7 9 —
—53 3 J. 3 J 3 43 J 3 464 — 53 3 — ** — —J. — 9— ——4 F 3 F 5 4 — 3
F 53411416 v — A öß83 111 J )
—— J— * — 5* 53 J d 8 72 — F * —8 —— 8 ) J ————— * 23 53 * E —*
— —* 85 * 80 ka F —F — 8 F *
* * 20 — J *
2—
Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beilagen:
ee J 2 * 2 o
Bürgermeisterei-Bezirk Dudweil 5onntagsblatt und Heitere Blätter.
mr- Anschlut *aarbrücken Nr. 69, 259, 269, 1261. Druck u. Versaq: J. Unterkeller, Dudweiler Verantwortlich für die Schristleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenteil Karl Unterkoller
— — 7—7—77 — — —— ——V V —— — 7 7T 7 — 7 — 77 777
FTAbonnent ist mit m̃. gegen Tod durch Unfost bei der Nürnberger Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Joder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnberger Lebensversicherungsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stunde a nach dem Unfall in ärztlicht
andlung begeben. Todesfälle müssen sofort spätestens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebracht werden. Uber die Voraussetzung der Versicherung geben die Versicherungsbedingungen Aufschluß, die vom Verlage od. von der Nürnberger Lebensver sicherungsbank zu beziehrsind.
— — — —ÿÿÿäüöüää· ůÿÿÿÿ2ÿI/ /!öü0ů ————— ——— — VfW Brorececeoeoeogeâe9òd——c⏑c⏑ ,⏑—V — —,—,— — öEEEDVXEVESEO —— MLeA
Pr. 222. Freitag. den 15. September 1911. 24. Jahrganc
— — — 11 — —— — — —
die nur anf dem Papier stehen, und Gefühle, die nur —D
iu der Oberfläche der Volksseele haften, nichts, und so 4
wird auch diesser neue Weg des Weltfrie— Paris,. 14. Sept. Nach dem „Echo de Paris“
dens eine Utopiebleiben. Minister de Selves dem englischen und russi—
— — — — en Bolschafter, die er gestern nachmittag empfangen
Politische Rundschan. it, 8 Wortlaut der neuen französischen Antwort mir
⁊ teilt.
Deutsches Reich. Pfaris, 14 Sept. Die Witwe des Forschungzs—
*An Stelle des von seinenn Amte zurückgetretenen isenden Savorgnan-Debazza, dem Frankreich die Er—
angjährigen Präsidenten der beyerischen Ständekammer, exbung eines großen Teiles seiner Kongokolonie ver—
Fürften Löwenstein-Freudenbers, ist das bekannte Mit— inkt, rickrete an den Präsidenten Fallieres eir
lied der Kammer, Graf Fugger von Glött, chreiben, in dem sie gegen die geplante Abtretung
um Präsidenten der aristokratischen Ständevertretung es mlitleren Kongo lebhaften Einspruch erbhebt.
ernannt, worden. Graf Fugger-Glött, den unser heuti⸗ Die Zeitung „New-NYork Evening“ meldet aus Tan—
ges Bild zeigt, steht gegenwärtig im 53. Lebensjahre, »r, daß in Fez'in aluler Stille die Ernennungç
er wurde am 2. Juli 1850 i4 Oberndorf bei Donau— g Generals Moinier zum Generalissi
us und Reorganisator der marolkanischen Armee«
Alzogen wurd⸗
Weltfrieden, eine Lopie.
Frage des Weltfriedens bese ugt in der jehzi
ruischen Zeit, wo die Gejahr einc oArieges wieden
reifbare Nähe gerückt ist, in besonderem Maße di
nuter. Es sind schon die unmöglichsten Vorschläg—
zniacht worden, um einen Krieg hintanzuhalten, be
ders war es der Gedanke der Abrüstung und de
edsgerichtsverträge. Wenn man die im letzten Jahr
jut so gewaltig gestiegenen Rüstungen betrachtet, si
nat sich ganz von selbst die Frage auf, ob dieser
Abewerb bis ins unendliche weiter gehen soll, oder
es nicht möglich ist, ihn durch gemeinsame iriterna
ale Maßregeln zu verringern. Es ist deshalb die
ge der Abrüstung in der Presse und in den Parla
sen wicderholt erörtert worden, aber zu einem prab
jen Ergebnis ist man noch nicht gelangt. Man wirt
schwierige Frage auch in Zukunft nicht zu löser
egen, da sich ihr direkte Unmöglichkeiten in der
ssellen. Deshalb konnte der Reichskanzler mit vob
echt am 30. März d. J. im Reichstag erklären
zie Frage der allgemeinen Abrüstung einmal sach
Narnsthaft durchdenkt, bis in ihre letzten Konse
archdenkt, der muß zu der Ueberzeugung kom—
sie unlösbar ist, solange die Menschen Men
e Staaten Staaten sind.“
„gemäßigten Grenzen als die Frage der
Abrüstung hält sich die Forderung der
ichtsveriräge. Doch auch hier türmen sich so—
Schwierigkeiten auf, besonders, wo es sick
eitpunkte handelt, die tiefer liegende Lebensner
einzelnen Völker berühren. Derartige Schieds,
erträge könnten sich nur auf klar zu über—
Rechtsverhältnisse beschränken, und wir möchten
zuch hier Herrn von Betgmann-Hollweg recht
venn er ertlärt: „Internationale, die Welt um—
nde, von Weltkongressen oktroyierte Schiedsge—
erträge halte ich für ebenso unmöglich, wie eine
nationale allgemeine Abrüstung.“
en neuen Weg zum Weltfrieden glaubt Profes—
Astav Cohn⸗Göttingen in der Carnegie-Stiftung
uden zu haben, die von dem bekannten Amerikaner
egie mit einem Fonds von 10 Millionen Dollar
Leben gerusen worden ist. Diese Stiftung hat nach
Cohn folgende Zwecke: Gründliche wissenschaft—
atersuchung der Ursachen des Krieges, der gang—
Wege ihnen vorzubeugen, die Förderung des
echts unter den Nationen, die Verbreitung des
adnisses der Ursachen und Wirkungen der Kriege
r Mittel. ihnen vorzubeugen, die Förderung des
Heitigen Verständnisses der Nationen, der friedli—
chlichtung von Streitigkeiten, Unterstützung aller
uen, die dem Ziel der Stiftung dienen können.
Arbeiten sind in drei Abteilungen geschieden: 1. für
rnationales Recht; 2. für Wirtschaft und Geschichte;
Verkehr der Völker untereinander. Die Arbeiten
oeiten Kommission, die den Krieg in ökonomischer
storischer Hinsicht gründlich untersuchen soll, sind
in einer vor kurzem in Bern abgehaltenen Kon—
beraten worden. Die hierbei zu Tage getretenen
sigen Fragen über die Ursachen der Kriege, über
istungen, über die Zeit des Friedens und über
»nigenden Einfluß auf das internationale Leben
der breiten Oeffentlichkeit zugänglich gemacht wer⸗
derartige wissenschaftliche Erörterungen mögen ja
schön und gut sein. Auch Schiedsgerichtsverträge,
ie zwischen einzelnen Staaten, wie z. B. zwischen
FJiand und Amerika, bereits abgeschlossen sind, denen
genüber sich auch die deutsche Regierung nicht ableh—
ud verhält, können nur dazu beitragen, die Zahl der
ege zu verringern und drohende Konflikte auf län—
e Zeit hinauszuziehen. Aber wenn es sich um die
e, das Ansehen und den Bestand eines Vollkes han—
dann werden auch diese Schiedsverträge und wis—
chaftliche Erörterungen wie Seifenblasen zerplatzen.
Kriege werden heutzutrage nicht mehr von den Ka—
etten gemacht, sie entsftehen aus dem Volksempfinden
aus, sie entspringen vielfach, und wir möchten sagen
istens, wirtschaftlichen Erwägungen gegenseitiger Kon—
renz, und do nükßen a— uster Anuinden
Partet im dReichstage an. uever die Stellung der War
ei für den Fall eines Krieges sei von den Gegnerr
ziel geschwätzt worden. Aber sie ist ja ganz klar, deun
je ist längst festgelegt, nämlich dahin, daß wir ung
ruf gar nichts festgelegt haben, auch n ischt auf einen
Mmassenstreikk. Nach einer kurzen Debatte wird
eiine Resolution zur Marokkofrage angenommen. —
Nach einer kurzen Pause spricht dann Genosse Pfan n⸗
uch über die Maifeier. Es entspinnt sich eine
ebhafte Debatte, über einen Antrag, der den Beschluß
»es Nürnberger Parteitages, wonach die am 1. Mai
Arbeitenden ihren Arbeitsverdienst abzuliefern haben,
ufheben will. Vorläufig kommt es jedoch zu keinem
stesultat. Freitag vormittag hält Bebel sein zweites
sieferat über die Reichstagswahlen. Mittags wird nach
Insicht des Bureaus der Parteitag zu Ende gehen.
Von der Luftschiffahrt.
sFlugmaschinen im Kaisermanöver
zum ersten Male haben an den Kaisermanövern aud
jlugmaschinen teilgenommen, und der Kaiser hat be
er Kritik die Wichtigkeit der Flugzeuge für den Kriegs
all hervorgehoben und den Militärfliegern seine An
rkennung ausgesprochen. Insbesondere hat er darau
ingewiesen, daß Feldmarschall Freiherr von der vets
»er Führer der blauen Partei, auf Grund der dur
»ie Flugmoöschinen übermittelten Nachrichten seine Dis
hositnsonen besser habe treffen können, als es sonst der
Fall gewesen wäre. Der Kaiser führte als Beispiel an
zaß Freiherr von der Goltz am ersten Tag bereits 38
inutlen nach Beginn der Operationen durch die ge
tauen Meldungen des Oberleutnants Geerdtz auj Dop
eldecker „B 152, Führer Oberleutnant Mackenthem, übe—
zormationen, Richtung und Stärke des westlichen Flü
els der roten Armee informiert gewesen sei, Lebend
Frwähnung fand auch die Flugleistung des Lrutmani—
Fanter auf Eindecker——*
Kämpfein Marokko.
Paris, 14. Sept. Nach einem Funkentelegramm
18 Fez wurde Bremond, der mit einer Ma
alla von 1500 Mann die Verbindung zwischen Fez
nd Sufru wiederherstellte, von einem Haufen der Ai
usst angegriffen. Die Mahalla hatte 10 Tote und 10
erwundete, darunter der französische Infstrukteu
rioux. desten Aufstand lebensoefährlich ift
Kinderhandel in Berliu?
Schwester Henriette Arendt, früher Polizeiassisten
win Sinttgart. läßt mitteilen, daß sie einem umfang,
ichen Kinderhandelin Berlin auf die
pur gekommen sei. Auf Veranlassung der Deuischer
esellschaft sfur Mutter- und Kinderrecht habe sie diesen
oftlosenn Gebiete ein monatelanges Studium gewid
et. Sie erklärt, sie könne beweisen, daß in Berlit
inder zu jeder Preislage von 300 M. aufwärts bie
) 000 M. 'und mehr zu den verschiedensten Zwecker
ich dem Auslande verkauft würden, ohne daß der
andlern von irgendeiner Behörde Schwierigkeiten ge
ljacht werden. Ein großer Teil deutscher Kinder, di—
it Abfindung übernommen würden, werde in das
zariser Findelhaus expediert und auf Kosten der fran
zsischen Nation unterhalten. In einem Falle habe eir
agwürdiges Ehepaar, das in einem Vorort von Ber
nwohne, sogar die Konzession, Kostkinder zu halten
3 übernehme Kinder mit Abfindungssummen von 3000
ss 5000 Mark und lasse diese Kinder entweder ball
erben oder verschwinden. Die Frau sei — nach ihre
genen Augabe — auch zwei Jahre Waisenpflegerin ge
esen. Der einzige Erwerb, den diese Leute nachwei
n könnten, sei die Herstellung unzüchtiger Postkarten
azu wird der „Voss. Zta.“ von 2uständiager Stelle fol
endes miigeieilt:
Schwesier Henriette Arendt, die aus irgend einen
runde aus ihrem Stuttgarter Dienst entlassen wurde
im vor kurzem nach Berlin und erklärte, sie sei einen
ganisierten Kinderhandel auf die Spur gekommen. Si
erlangte von der Berliner Polizei Spezialpässe un'
ienstmarken, Dinge, die ihr, nicht gewährt werdern
zunten. Darauf schrieb sie Briese an verschiedene Her
n und erbat deren Unterstützung. Die jetzigen Be
auptungen der Schwester müssen erst nachgeprüft wer
en, sie werden sich zweifellos als unverhältnismäßi
ark aufgebauscht herausstellen. Daß es gewissenlo
stern gibt, die hier und da mal ein solches Verbre
en begehen, dürfte leider wahr sein, doch nur, wie ge
gt, in ganz vereinzelten Fällen. Von einem ausge
rochenen „Kinderhandel“ ist den zuständigen Behörder
denfalls nichts bekannt. Schwester Arendt dürfte üb
gens schon in allernächster Zeit Gelegenheit haben, de—
eweis ür ihre Behauptungen anzutreten
Sozialdemokratischer Parteitag.
Am Donnerstag hielt Bebel sein Referat üben
ie Marokttofrage. Er kritisierte die Haltung der
degierung, die sich für eine Kapitalistengruppe ins Zeut
ae und köndiate agleichzeitig eine Intervellation seine
ȟrth geboren. Er folgte sernem Vater als erblicher
eichsrat der Krone Bayerns, sowie als Senior des
uggerschen Gesamthauses. Am 1. November 1891
ermählte er sich auf Schloß Moos bei Lindan mil
lisabeth Gräfin von Quard⸗Wykrat⸗Isny, der Ehe sind
Kinder «2 Töchter und der 1895 geborene Erbgraf
osef Erust) entsprossen. Graf Fugger ist deutsche:
Landezherr und Ehrenbürger von Kirchheim bei Min
elheim in Bayern, wo er prächtige ausgedehnte Be—
tzungen sein Eigen nennt.
* Der Reichskanzler ersuchte die Bundesregierunger
m Beschleunigung der Vorerhebungen über die vor
andene Fleischnot und Teuerung. Der Bun
esrat wird nach seinem Wiederzusammentritt sich mi
daßregeln gegen die Teuerung befsassen.
uDer DeutscheRichtertag erklärte den Vor
ntwurf zumStrafgesetzbuch für eine brauch
rre Grundlage zur Umgestaltung des Strafrechts
Portugal.
*Aus Badajoz wird telegraphiert, daß bei Ama
ainte ein er bitterter Kampf zwischen den dor
genden portugiesischen Truppen und Z3 i—
UÜsten staltzesunden. Beide Teile feuerten aufeinander
3gab cine Anzahl Tote und Verwundete Die Zivi.
flen waren der angreifende Teil. Die Soldaten be—
aupteten das Feld, nachdem sie zweimal Verstärkungen
halten Ectten
Frau Tosellis Memoiren.
Frau Toselli erzählt in der Fortsetzung ihre
Memoiren näheres über den Scheidungsprozeß. Ii
dem Prozeß wurde eine Menge falscher Aussagen geger
mich gemacht und eine Anzahl Briefe vorgelegt, die id
geschrieben haben soll und die mich stark kompromitien
len. Selbst die Richter waren erstaunt, wie es mi
möglich gewesen sein könnte, eine solche Anzahl vor
Briefen mit solchem Inhalt bei der scharfen Bewach
ung, der ich unterzogen war, schreiben zu können. De
ganze Scheidungsprozeß war nichts als eine Komödie
Alles, was vorgebracht wurde, war Lug und Trug unl
ich wurde von meinen Feinden schlimmer als die schlech
lesten Frauenzimmer hingestellt. Bald nach dem Pro
eß war ich ganz allein auf mich angewiesen, denn vor
ziron trennte ich mich bald, nachdem ich mich mit ihn
ompromittiert hatte. Dann begab ich mich nach Brüf
el, wo ich längere Zeit weilte.
Das nächste Kapitel ihrer Memoiren überschreib
jrau Toselli mit den Worten „Ganz allein“. Am 3
ebruar erhielt ich die Nachricht von der schweren Es
rankung meiner Tochter Pia. Ich forderte den Kron
rinzen in einem Telegramm auf, mich meine Tochte
hen zu lassen. Statt einer Antwort von meinem frü
eren Gatten, erhielt ich ein Telegramm des Herrn vol
detzsch, in dent er mir mitteilte, daß ich verhaftet wer
en würde, sobald ich die Grenze überschreiten würde
s schmerzte mich sehr, nicht mit meinem früheren Man
t Verbindung zu treten, denn bei allem was vorge
ommen war, war er doch der beste Mensch, den ie
nnen gelernt habe. Er hat sogar einmal Herrn vo
rümpling mit einer Botschaft an mich nuch Genf ge—
chickt. In dieser Botschaft forderte ich der Kronpring
inf. nach Dresden zurückzukommen, aber Herr von
Tümpling hai es verstanden, sich wãh end der drei Tage
wo er sich in Genf aufhielt, gänzlich von mir fernzu—
halten, und alle Bemühungen meinerseits, in den Besit
des Brieses zu kommen, waren vergeblich. Ich brack
taun vollkommen zusammen und beschloß schließlich au
irateirr meinee Igrr3fos, in Ganatariarit aufzusuchen
— —
Rur Marokkoßrage.
* Ueber den französischen R—inettsrat wird
weiner sichtlich offiziösen Mitteilung solgendes berich
t: Die Miister erörterten den ursprünglichen Tex—
er französischen Vorschläge, dann die deutschen Gegen—
orschläge und schließlich den von dem Minister de Sel—
3 abgesaßten neuen Text, der die Ant w ort au
e denstschen Bemerkungen bildet. Dieser
ert enthält etwa 20 Artikel, die sich in den Haupt⸗
igen mit folgenden drei Punkten beschäftigen:
. Vollfiaͤndige und unzweideutige politische Frei⸗
eit Frankreichs in Marokko;
voslistandige wirtschaftliche Gleichheit für alle
Nächte mit Einschluß Frankreichs ohne Begünstigung,
hune Vorteile und ohne Vorrechte für irgendwelches
dand;
die ernstesten und umsfassendsten Büraschoiten
Der Schatzgräber.
ulturgeschichtliche Erzählung von H. Gorne.
4. Fortsetzung
Hie alte Frau schüttelte langsam und kraurig de
Der einzige, dessen Zeugnis uns jetzt verderblich wer⸗
en könnte, ist der Soldat, aber ich hoffe, er wird schwei⸗
en, um seiner selbst willen wird er schweigen, um uns
icht zu verderben.,
Ich werde ihn retten!“ rief Aurora mit fliegendem
Itenn. „Hat er sich für mich, für uns geopfert, so wäre
s Feigheit ihn jetzt schmachten zu lassen.“
„Auͤrora, laß diese unfinnigen Gedanken,“ warnte
er Schatzgräber. „Du kannst vorläufig nichts für den
mgen Maͤnn tun, durch einen einzigen unüberlegten
ztreich aber unsere Lage nur verschlimmern. Also rege
ich nicht auf, der Soldat wird schlau genug sein, sich
os zu winden und dann, wie bereits gesagt, wird ihm
ne 'glänzende Belohnung für seinen guten Dienst nicht
atgehen.“
Schwere Männertritte, die draußen in der Hausflur
eutlich hörbar wurden, ließen den Sprecher sosort ver—
ummen.
„Der Oberst,“ flüsterte er. „Ob er uns wohl schon
ieder einen Besuch abstatten wird? Doch er soll mich
ewappnet finden.“
Die Befürchtung des Schatgräbers war unbegrün—⸗
et. Die Schritte entfernten sich weiter, die Haustür
hard geräuschvoll geöffnet und wieder zugemacht. Ein
Zchatten verdunkelte die Fenster, es war die hohe Ge—⸗
tait des dicht vorüberschreltenden Offiziers, der sich mit
roßen Schritten entfernte, wahrscheinlich um seinen
dienste nachzugehen..3
Ein kanin hobrbarer Seufzer der Erleichterung entran⸗
ch der Bruft des Schatgräbers und er nahm sein
nterbrochene Wande rung durch das Zimmer wiede
if. während die Frauen sich anschickten, das kaum be
hrte Morgenfrühstück wieder sufzuräumen. Es laste
e ein schwerer, drückender Alp auf der Familie, de
ich das etwas zuversichtliche Benehmen des Manne!
ijt zu bannen vermo chte. —
6. Kapitel.
Der Oberst befand sich auf der Vatsschenke im Zim
r des Majsors von Torbiere. Der Rittmeister sal
m Fenster und schaute auf die schmale Straße hinaus
me an der Unterhaltuna des Obersten und des Maior
ilzuneh men.
— — 222 R
der nicht josort vor In Kriegsgericht stellen und verur
ilen iassen, wie der Alte es verdient.“ meinte der Ma
or.
„Wir werden sehen, welchen Befehl die Ordonan
zon Dresden mitbringt,“ antwortete der Oberst mit gi
dreßtem Tone. „Wahrlich, ich hatte mir vorgester
nicht träumen lassen, Herr Major, welche Nüsse ma
nir zu knacken hier im Städtchen aufgeber würde.“
„Ddas ist mir lieb, zu hören,“ sagte Tarbiere, ob gleie
y nichts weniger als schadenfroh bin. In Ihrem Au—
pruche liegt für meine Tätigkeit als Konmandant die
ꝛs Platzes ein glänzendes Zeugnis. Hier muß durchg,
riffen werden, wie ich hundertmat dem Herrn Rittme
ieister bemerkte, wenn er sich bennhte, seinen nichtsnu
igen Husaren die Fuchtel zu er aairen. Auf den ver
hmitzten Studenten, den Steindach, hatte ich scho
nge ein scharfes Auge. Dasmal wird er aber — wi
) glaube, zu großem Leidwelen des Herrn Rittmeiite,
2verloren sein.“
zchein,“ bemerkte der Rittme iser.
„Was meinen Sie, wem kann die Ordonanz au
)Rresden zurück sein?“ fragte der Oberst den Rittme
ter.
„Der Husar hat ein gutes Pferd und kann jel
Ninute zurükkkom nen. Er ist seid neun Stunden so
nd müßte, wenn er in Dresden keinen Aufent halt g
abt hat, bereits wieder da sein. Doch da kommt icho
in Reiter.
Ein Husar, dessen Roß trotz der winterlichen Käl'
impfte und schäumte, ritt vor das Rathaus und stie
o. Im nüchsten Augenb lick stand er im Zimmer vd
en Offizieren und übergab dem Oberst einen sehr kle
en, zierlichen Brief mit großem roten Siegel. Hasti
hrah der Oberst das Schreiben, las es durch un
ecte es in die Tasche. Dann ging er in ersichtlie
ittäuschter, wiederw irtiger Stimmung im Zimmer ar
id ab.
„Nun, Herr Kamerad, darf ich fragen, wie in Dre
en unsere Behei naisse aufgenon nen wurden?“ fragl
er Major.
„Der Köntig überläßt die Verfolgung der Affäre me
or Gifhünkep“ widerte der Oberr
szper Könia? Dieser Brief ist von Seiner Waj
ät? —
„Ein allerhöhstes Handvillet...
Sie Glücklicher!“ rief der Major emphaͤusch. „N
öchste Wunsch meines Lebens wäre erfüllt, wenn Sein
Najestät geruhten, mir nur d rei Zeilen zu schreiben!“
„Dann müßten Sie sich aber ausbitten, das die
rei Zeilen nicht aus dreißig Malicen beständen,“ be
jerkte der Oberst. „Herr Major, lassen Sie das Bata
on ausrücken. Ihre Schw adron, Herr Rittmeister ha
h ebenfalls zu versammein. — —
12 „Eie wollen ein Kriegsgericht konstituieren,“ bemerkl
der Rittmeijter.
Ja. Es wäre mir angenehm, wenn Sie mich be
gleiten und mir über die Person des Gefangenen nähe—
Mitteilung machten.“
Der Oberst nahm eine Prise, zog das Taschentu⸗
und emfahl sich dem Major.
Mit einem Blick des Triumphes blieb letzterer zurũck
Mitten in der Stube lag das kleine Briefchen, welche
der Oberst mit dem Tuche aus der Ta sche gezogen hatte
Die Auden fest darauf gerichtet, blieb der Mafor unbte
weglich stehen und horchte sust atemlos, ob der Oberf
wieder zurückkehren werde. Dann als er sicher wan
daß dieser seinen Verlust noch nicht bemerkt hatte, ho
er den Brief auf und öffnete denselben mit kaum zu zu
gelnder Ungeduld.
Er las folgendes:
Mein lie ber Quintus Jeilius
Sein Rapport hat mich in Verwunderung geseßz!
Seit wann glaubt er denn an Geisterspuk;z es wil
mir scheinen, die Luft in Sachsen hat ungünstig au
ihn eingewirkt.
Das junge Frauenzimmer ist ganz aus dem Spiel
zu lassen. Der Husar aber, wenn er sich eines Verge
hens schuldig gemacht habe, soll vor das Kiegsgerich
zestellt werden. Das überlaß ich Euch, sofern di
Zeist erseherei nicht alles verblendet hat. Adieu, meit
lieber Guischard, und glaub' er an die Zuneigun
eines
Friedrich.
Der Major las den Brief mehr wie einmal dure
d kam nahn und nach zu ganz anderen Ankten üh
44
„Ein gotteslä'kerli hes Unternehmen bleib es doch,
lerte sie, die Ruhe der To ten zu stören. Das Ui—
ikommt sicher no h. Za harias. Ich habe ein deu
es Vorgefühl, daß Dir und uns alilen noch schlimm
afen bevortehen, wena Du nicht aufhörst, den tote
en Grafen durh Deine Beschwmö runag im Grabe
nruhigen.“
Höre auf mit solhen Reden!“ rief der Schatzgräb
üitet, indem er wie besessen im Zimmer umherrannt
sRist ein Bermäshtnis des Gerasen, welches meine
uder den Schatz zuspricht und ohne diesen unselige
ieg hätte er den Schaßz längst beheben können. J
de meinem Bruder einen feieclichen Eid ablegen mů
an seiner Statt für sein Kind zu handein, alis ihn
as mens hl hes zu'toßen solte. Und nun er da obe
»em jesten Königstein eingesperrt fißt, bin ich gebin
nein Verspre hen zu halten und ich will nicht eht
es Nest verlassen, als bi ich mit eigenen Hände
vergrabenen Kaiten ans dem Bersteck herausgehy
in Lebenszwek, der Dir den Tod bringen un
Unschuldige mit in da⸗ Verd erben reißen kann,
die alte Frau sort. Wer sagt Dit daß 8
m nähsten AuzenolikKe gefangen' genommen un
uen ne Banden gelegt uͤnd wer weiß wohin ge
Sirst.
Alte fuht iĩ h Zur h das ergraute Haar wie it
eiflung. Die Worle“ der Frau waren sicher nich
Lindruk auf ihn gedließen, aber auf seinem Ant
te sich eine wilde Entschloh eaheit 4auß
e Angen des Schatzgräbers funtelten vor Fie
war sicher die Sucht nach Gold, das Verlangen
a verborgenen Schaßz, welche aus denselben leuch⸗
diese Leidenschaft hielt ihn so im Banne, daß
ür alle Ermahnungen und ungerührt von den
avr Trau hlien
4.