Full text : Dudweiler Zeitung

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Umtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beil agen:
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Bürgermeisterei-Bezirk Dudweile sonntagsblatt und Heitere Blätter.
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ernspr.⸗Aucchsun zaarbrücken Nr. 69, 259, 269, 1261. Drucku. Verlag: J. Unterkeller, Dudwein Verantwortlich für die Schriftleitung Arthur Unterkeller, für den Anzoio arl Unterkeller
— —7775 ĩã ĩ it bi i intri 88 bank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stunde a nach dem Unfan in ärziuch⸗
tist mit 800 M. gegen Tod durch Unfall bei der Nürnberger Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Icnder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnberger Lebensversicherungs zuzeigen, t tn
—* e ee ele aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebrad, twerden. Uber die Voraussetzung der Versicherung geben die ———————— Angebart zu beziet ind
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Nr. 219. Dienstag, den 12. September 1911. 24. Jahrgan⸗
F ptus?enere des 81. Regiments namens Berren—
b u sch und Wiedemann fahnenflüchtig geworden
und wollten gemeinsam nach Luxemburg. Sie ginger
aber, nachdem sie sich Gefreitenknöpfe zugelegt hatien
zunächst ins Hessische und spielten sich dort als Quar.
tiermacher auf. bald für ein ganzes Regiment, bald
für eine Flicgerabteilung, die am anderen Tage ein
treffen sorlen. Auf diese Weise verschafsten sie sich gu
tes und billiges Quartier. Dann trennten sie sich, unl
Dellenbusch ist seitdem verschwunden. Wiedemann abe
ging nach der Pfalz, stahl den Anzug eines Seminari
sten und gab sich nun für einen Elektromonteur aus
der in verschiedenen Städten Lichtanlagen zu machenr
habe. Dadurch verschaffte er sich wiederum freie Unter
kunst, bis er in Annweiler am 26. Juni verhaftet wor
den ist. Er ist schon oft bestraft und erst im Janua
ius dem Festungsgefängnis, wo er wegen Betrugs
ARonate saß. entlassen worden. Das Kriegsgericht it
Frankfurt a M. verurteilte ihn wegen gemeinsamel
Fahnenflucht, Diebstahls und Betrugs im wiederholten
Kückfalle zu drei Jahren Zuchthaus, fünfjährigem Ehr
erlust und Ausstokßung aus dem Heer—
Von der LVTuftschiffahrt.
*Das Luftschiff „Schwaben.“ Das Luft
chiff „Schwaben“ ist Sonntag früh gegen 3 Uhr ir
BSerlin bei ziemlich abgeflautem Winde aufgestiegen
und hat in außerordentlich rascher Fahrt ohne 347
giere seine Halle in Gotha glücklich erreicht. Aufgesak
en ist, daß man dem Lustschiff, dessen Lage bei den
zeitweilig recht starken Böen im Freien wenig ange
nehm war, nicht die geräumige Halle des Siemens
Zchuckert⸗Luftschiffes zur Verfügung gestellt hat. Wid
nan meldet, ist der unstarre Siemens-Schuckert-Ballor
segenwärtig demontiert. Die Halle liegt ganz leer. Eit
ẽsnigegenkommen der Konkurrenz hätte der „Schwaben
illerdings ermöglicht, mehrere Tage in Berlin zu blei
en und auch Passagierfahrten vorzunehmen. Das Lust
chiff kam um 754 Uhr morgens in Gotha in Sicht unt
andete glatt, nachdem es eine Schleifenfahrt über den
zchloß ausgeführt hatte. — Am Montag unternahm di
Schwaben“ zwei Aufstiege mit 12 resp. 13 Personen
Im Dienstag wird die Fahrt nach Düsseldorf angetrée
en; zwischen dem 18. und 20. September fährt das
zuftschiff nach Baden-Baden.
*Der Schwabenflug. Am Montag nahm ir
Stuttgart der schwäbische Ueberlandflug seinen Anfang
Von zwölf Fliegern, die sich gemeldet hatten, erschie
nen sieben am Start. Hosfmann und Nolle mußten un
terwegs Notlandungen vornehmen. Büchner i1
gaus einer Höhe von 25s Metern ab464
st ür zit, blieb aber unverletztt. Sein Eindecker i
zerstört. Ein anderer Flieger, der mit einem Passagie
die Fahrt machen wollte, konnte wegen eines Fehlers
am Motor die Fahrt nicht antreten. — Vollmöl
eir ist mineinem Marineoffizier in Ulm glatt gelandet
Jeannin loöndete, nachdem er in Ehrenstein zur Er—
gänzung seines Wasservorrats eine kurze Zwischenland
ung vorgenommen hatte. Hirth mußte auf dem Exer—⸗
zierplatz Lerchenseld eine Notlandung vornehmen.
*Tödlich verunglückt. Der Flieger Ey
wming unternahm am Sonntag Abend in Weil bea
Eßlingen einen Ausstieg. Troßdem er gewarnt worder
war, ließ er sich nicht abhalten, diesen Aufstieg zu un
ternehmen, und das Verhängnis woilte es nun, daß e
nfolge der Dunkelheit gegen eine Markierungsftang
tieß. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus 90
bracht, wo er, ohne das Bewußisein wieder zu erlan
jen, starb Beim Sturz war die Maschine auf ihn z350
iegen gekommen, sodaß er einen Schädelbruch, mehrer
sttippenbrüche, einen Oberschenkelbruch und Knschesbrüch
rlitt.
*Amerikanischer Wagemut. Melvin Va—
ziman, der seinerzeit den mißglückten Versuch Well
manns, im Luftballon den Ozeean zu überflie⸗
zen, mitmiachte. trifft jetzt die letzten Vorbereitungen,
uim das Wagnis auf eigene Fausft zu unternehmen. Au
stontag wurde sein Ballon, nach dem Bauort trm

Veter der ReHvogel—
gönig Peter von Serien hat entschieden Pech. S—
st er am Ziele seiner Wünsche angelangt zu sei
laubt und die blutigen Schatten der Vergangenheit
je seiner Anerkennung als richtig gehender König so
inge im Wege standen, in ein Nichts zu zerfließen
heinen, muß ihm immer einer seiner guten Freund
on ehemals einen Knüppel zwischen die Beine wer.
en, oder es triti sonst ein widriger Zwischenfall ein.
dis er in Budapest den so heiß ersehnten Besuch ma—
hen wollte, fingen die echt serbischen Leute derart an
u poltern, daß der Lärm den greisen Kaiser Franz
Fosef auf die Nerven fiel. Die Folge war, daß er sich
mter dem Vorwande einer Erkrankung den Besuch des
riselustigen Peter abwimmelte. Als der Serbenkönie
haun in Paris seinen Besuch machen wollte, ereignei
sch das schwere Unglück auf dem Flugfelde von Issy
urch das der damalige Kriegsminister getötet und de
— — Di
rolge war, daß König Peter, der schon in der Schwen
ingetroffen war, wieder umkehren mußte. Jetzt hatt
ronig Veter wieder einen diplomatischen Erfolg 32
erzelchnen. In Petersburg feierte man soeben die
lerlobung seiner Tochter, der Prinzessin Helene, mi
jnem russischen Großfürsten. Aber während in Petes
uurg die Gläser erklangen und der Zar auf ferner
zreündschaft mit der serbischen Majestät anstieß, goj
er einstige Verschwörer Aza Novako—
oitsch in diesen Kelch der Freude bittete Wermuts
ropfen, indem er in der Belgrader „Tribuna“ allerle
Indiskretionen ausplauderte über die Art, wie Nöni—(
zeter zu seinem Thrönchen gekommen ist. Novakowit'ch
war seinerzeit der Vermittler zwischen den Verschwö—
etn und dem Prätendenten Peter Karageorgewitsch. In
Lien hatte er insbesondere über die Sicherstellung und
zelohnung der Verschwörer für ihr blutiges Werk mit
„em Prätendenten verhandelt, und so kann er manches
usplaudern, woran König Peteér nicht gern erinnert
ein mag. Ein geringer Trost mag es dabei für die—
en sein, daß es nicht etwa späte Reue über seinen An—
eil an der Verschwörung oder sittlichen Entrüstung ist,
vas Novakowitsch zu seinen Veröffentlichungen veran—
aßt hat. Es scheint dabei vielmehr nur auf ein reines
heschäft algesehen zu sein, wenn man bei Geschäften
ieser Art von „rein“ sprechen darf. Die Entwicklung,
ie die Dinge in Serbien genommen haben, entsprachen
licht den Hoffnungen und Wünschen des Ex-Verschwö—
ers. Novalowitsch, der bis zu dem Verschwörungsjahr
803 ein gesuchter Advokat war, ist in der Folgezeit
nehr und mehr verarmt, da sich König Peter seinen
»elfer8helfern gegenüber recht knickerig zeigte. Offen—
ar soll die jetzige Veröffentlichung seinen zerrütteten
fzinanzen aufhelfen, d. h. man soll ihm mit einer
handvoll Banknoten den Mund stopfen. Wegen dieses
urchsichtigen Zwecks der Uebung wird man auch im
kinzelnen die Darstellung des Novakowitsch mit einiger
dorsicht aufnehmen müssen. Immerhin ist doch so viel
vahres daranu, daß die Veröffentlichung König Peten
m gegenwärtigen Augenblick höchst unbequem sein
nuß. In seinen Aufzeichnungen über die Verschwörung
n 1903 führt Aca Novakovitsch aus, der erste
ßedanke ber Beseitigung des Königs Alexander sei
on dem früheren Minister des Innern, Genn—
itsch, ausgegangen, dem es gelang, an erster Stelle
ehn Besucher des höheren Offizierkurses für die Ver—
hwörung zu gewinnen. Gleich in der erften Sitzun—
zer Verschwörer sei der Plan erörtert worden,au
pelche Weise König Alexander und seine Gemahlin zr
eseitigen wären. Ein Vorschlag ging dahin, den K8
tig und die Königin bei einer Unterhaltun
vurch Dolch st iche zu ermorden. Nach einem zwei
en Antrag sollten König Alexander und Königin Dra
ja bei einer Theatervorstellung aus einer
er Hofloge gegenüberliegenden Loge von Offizierer
i edergeschossen werden. Einer der Verschwö.
er trat noch in derselben Versammlung von dem
komplott zutück, versprach jedoch absolutes Slllichwet
sen, das er auch taifächlich bewahrte.

Sozaldemokratucner Parteitag.
Jena, 10. September.
Der sozialdemokratische Parteitag wurde am Sonn
jag im Volkshause zu Jena eröffnet. Nach einleien
den Worten Lebers sprach Bebel, stürmisch be
zrüßt. Vor sechs Jahren, auf dem ersten Jenagaer Par
leitag, bhabe man auch über Marokko gesprochen
denn damals war der Kaiser in Tanger. Die Frae
habe heute der europäischen Situation ein anderes Gi
icht gegebven. Von Abrüstung sei keine Rede mehr, son
hern von Aufrüstung. Bebel ist überzeugt, daß w
Zuständen enigegengehen, die nur noch in einer große
Katastrophe enden können. Eine neue Flottenvorlag
sei trotz der Abseugnung sicher. Dann sei die Steuc
vorlage da, dazu die Teuerung und im Winter vor
aussichtlich eine Art Hungersnot. Bebel erwähnte nor
daß man in Parteikreisen mit dem Vorstand unzufri
den sei. Ter Vorstand werde sich seiner Haut wehre
betrachte es aber als Lebenskraft, daß man nicht i—
mer mit allen einverstanden sei. Bebel schließt: Wi
gehen großen Kömpfen entgegen. Auf zum Sieg.“ E
sprach recht frisch, wenn auch die Stimme nicht »ic
so klar ist wie einst.
Zu Vorsitzenden des Parteitages werden Dief
ind Leber gewählt. Es verlautet, daß Singer—
dachfolger Hanasse-Königsberg werde.
α
Gerichtszeitung,
Fahnenflucht. Am 14. Inni d. J. waren 3w

Kaiser und Volk.
Ein Franzose, Jules Arren, hat ein Buch über
den Deutschen Kaiser geschrieben, das soeben in deut—
cher Uebersetzung unter dem Titel: „Wilhelm 2., Wag
resagt, was er denkt“ im Historisch-Politischen Verlae
on Rudolf Hofstetter in Leipzig erschienen ist. Vor
rüheren Arheiten französischer Schriftsteller über Wil
elm 2. unterscheidet sich das vorliegende Werk vor
ꝛilhaft dadurch, daß der Verjasser sich ernstlich bemüht
hne Voreingenommenheit ein getreues Bild von de
entweise unseres Kaisers zu zeichnen, und daz er der
ztoff dazu nicht in allerlei Klatsch sucht, sondern sich
ur an öffentlich gehaltene Reden und an amtlich be
laubigte Handlungen des Kaisers hält. Mit offener
sugen und vorurteilssrei hat Arren auch das Verhält
is Wilhelms 2. zur öffentlichen Meinung Deutschland;
udiert. Dabei ist er zu einem Ergebnis gekommen,
18 gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt doppelt wert
oll ist, weil es ein Franzose ist. der es ausspricht Er
hreibt nämlich:
„Wir müssen uns in Frankreich vor einem gefähr
ichen Irrtum hüten. Es wäre eine sehr schweret
Zelbsttäuschung, zu glauben, daß im Falle einer Kris—
deutschland seinem Kaiser nicht folgen würde. Be
bahren wir uns vor solchen Träumereien. Deutsch
and bleibt im Grunde äußerst loyal; es genügt, ei—
aige Zeit dort gelebt zu haben, um sich davon au
überzeugen.

«MWer QBujchgraäber.
Kulturge schict tliche Erzählung von H. Brne.
l. Kapitel. J
Gleich einem unwiderstehlich daberflutenden * rom
haren im August des Jahres 1757 die kan ite
chaaten Friedrichs Il. von Preutzen in Sach nc
allen. Die Schnelligkeit. wom't dieser Äberiall us
ührt wurde, machte die Preußen ohne Kampf zu Hetrc
es Landes. Der Preußenkönig residierte in der äch⸗
den Hauptstadt und erließ von Dresden aus seine Dx
ehle. Das preußische Heet lag, jeden Augenblich ir
en Wink seines Königs zum Aufbruch bereit, nördlie
ind südlich von Dresden in den Winterquartie ren. Di
reußi sche Armee hielt den Blick auf Schlesien un
ßöhmen gerichtet uͤnd bestand auf dem ünken Kge
nus den Garde- und sckweren Regimentern, währen
je leichten Truppen das Weißner Hochland beseht hie
en, um dem österreichischen Feldmar schall Browne da
kindringen in die Felsenpässe der Elbgebirge zun
—W
Es war Winter geworden. Weihnacht war, herar
ekom men und die Preußen behaupfelen sich ruhig fa
n. der unmittelbaren Rähe der in Böhmen besindlige
lerre ichet. Unaushörlich' verflärkte sich Friedrichs Hee
utch die vom Feldkriegsdirektvrio mobil gemagte
Truppen. Man sah nur noch preußische Soldaten. —
sächsische Unisorm schien don der Erde perichmunde
u sein.
An einem einzigen Punkte im ganzen Sachsenland
eigte fich noch das Panier der Weitiner. Hoch vobe
nuf der nach der Elbe bückenden Bastei der Felsenvest
Fönigstein wehte die riesengroße Fahne Sadfens u
drün und Weiß, weit umher derkundend; daß der leht
gdort Sach jens noch nicht gebrochen war,“ kohdem di
estung mit einem starken Gürtel preußischer Truypen
mageben war.
Unmittelbar untet den Kanonen, unter den mächtl
n vieruia; wan zigpfündigen Adlern der Festung in den
ädtchen Königftein lag ein verwegenes Korps, da⸗
2kataillan des Quinins Jeilins 62 veiftreisß. 8

ellschafters Friedrichs des Großen. Die kleinen Däche
aden Tälern und Schluchten südlich von Königsteir
aren stark beseßt. Wenin man den Blick zu der
hneebedeckten Berggipfeln e rhob, die glei ch einem Kranz.
is Felsennest umgaben, ser konnte man bei Tage di
eußischen Beobachtungspo sten selbst, in der Nacht abe
re hellen kleinen Wacktfe uer entdecken.
Den Versuch, die Bomeben aus ihren Mörsern übel
nusend Fuß hoch emporzu treiben. um in die Festung
u schleudern, hatten die Preußen bald aufgegeben
Ihre Batterien wurden von oben herab zermalmt
ein weggefegt. Seit die piceußischen Geschütze schwiegen
hwiegen auch die Geschütze auf dem Königstein fass
änzlich. Nur zuweilen, noeenn die preußischen Poster
rit ihren Flaggen Signale gaben, donnerte oben eir
chuß, um durch eine wohlgezielte Kugel-die Feind
xtan zu erinnern, daß die Verteidiger der Festung
»enn sie sonst auch schwiegen. mit icharien Augen alle⸗
ꝛobachteten. J
In den Dörfern dagegen,, sowie in dem am Fußl
es Festung sberges liegenden Städtchen waren die Preu
en vollbommen sicher. Nue ward eine sächsische Kuge
is der Festung auf die Htiuser der bedrängten säch si
jen Untertanen geschleudert. Selbst das fast unmittel
ir unter der stetlaufsteigeriden Felsenkrone der Festung
egende kurfürst liche Jagdhhaus ward nicht zum Ziele
ir die Geschosse genommen, obgleich hier die Preußen
nen Beobachtungsposten ciufgestellt hatten. Die Be
gerten begnügten sich, die hier eingeschlichenen Feinde
on Zeit zu Zeit mit dem Baionett au vertreiben. —
Das Jagdhans wirde filedlich nimt wieder be'eßzt,
's eine hier lustig zehende und spielc Be Gesellschaft
ou fünf preußischen Ofizieren in der Nacht des zweiten
idvents sonniaas niederg emacht worden war. Seit dieser
eit trat eine 4ußrrordentliche Strenge in dem Dienste
er Beobed nasiruppen ein.
Es liefen Geriuchte unter den Einwohnern des Städt⸗
ens, sowie der benachbarten Dörfer um, daß in der
ngebung der Festung sonderbare Dinge zu nächtlicher
zeile vorgingen. Die Belagerten sollten Mittel gefun—
n haben, auf unterirdischen Wegen die Festung zu
rlassen, um Proviant zu holen und die, der reduzier⸗
nirhiischen Armos anßehärien in vdar Gegennt voör⸗

treuten Soldaten an sich zu ziehen. Die Preußen wur⸗
en jede Nacht alarmiert und rückten sertig zum Gejecht
us, statt der Rachtruhe pflegen zu können.
Was aber die eigentliche Ursache dieser ungewöhn⸗
chen Tätigkeit war, darüber hertschte unter den Einge—
eihten streng tes Stillschweigen.
Der erste Weihnachtstag war erschienen. Der Mor⸗
engottesdienst in dem Städtchen Königstein war zu
nde. Die zur Kirchenparade kommandierte preußische
annjschaft hatte das Gotteshaus zuerft verlafsen und
and jetzt auf dem kleinen Kirchhofe in Reih und Glied
usgestellt. Es waren zwei Abieilungen gebildet. Die—
enige des rechten Flügels bestand aus etwa fünfzig
Nann schwarzer Husaren. Dann folgten dielleicht dren
nal oviel Fuͤsiliere des Freibataillons Quintus Jeilius.
Vor der Front war elwa ein Dutzend Ofiiziere ver—⸗
ammelt. Das Kommando führte heute Morgen nicht
er dicke, kleine Major von Torbiere, der Schrecken des
önigsteiner Gemeindevorstehers, sondern ein hochge⸗
»achsener schöner junger Mann, welcher statt der grünen,
nit goldenen Tressen besetzten Uniform des Freibataillo ns
e blaue des könialichen Generalstahes der mobdilen
Unter den Kirchengängern, welche sich auf dem Fried
se, oder draußen an der niedrigen Mauer desselber
ifgestellt hatten, um neugierig zuzuschauen, was be
ren Feinden vorging, flüsterte man bald, daß de
mde, schöne Offizier während des Gottesdienstes vo!
resden angekommen sei und von dem Preußenkönig
in Besehl erhalten habe, die Festung mit Sturm—
ehmen.
In einiger Entjernung hinter dem neuen Besehlshabe
ind der Bürgermeister des Städtchens sammt dem Ka—
eꝛrarius, welche beide schweigend und mit äng liche
iene auf eine Audienz zu harren schienen.
„Mos annis,“ sagte der Besehlshaber zu den regungs
s dastehenden Soldaten. Es sollte mir aufrichli—
id tun, wenn ich durch Gewaltmaßregel den Ru
»ines Bataillons aufrecht erhalten müßte. Sonderbal
ten in Eurem Benehmen vor dem Feinde, wie sie se
rzehn Tagen mehrfach vorgekommen sind, dulde i
rtout nicht. Sollte Jemand von meinem Bataillo
ohoinndero Amlane tiir GSoister soberei n iß

wünsche ich ihm so viel Esprit, daß er mich zu allen
ichst von seiner Kunst in Kenntnis setzt, dann kant
seine Geisterse herei ordonanzmäßig treiben. Wer si
zec auf eigene Hand exerziert, denn werde ich ausknü
en lassen!“
Der Befehlshaber zog eine goldene Tabaksdose he
us, nahm so zierlich, als befinde er sich in einer Damen
sellschast, eine Prise und lächelte auf stille feine X
r sich hin, indes er an der Front der kaum mit der
ugen zuckenden Soldaten hinabblickte.
„Najor v. Torbiere,“ suhr der Kommandierende X
Wollen Sie die Leuse qauecinanrdergehen lassen 7*
Zu Belehl, Oeit Lerlt. Aber Aun Lon diestt
Nemmen haben es ver mir von vorgestern Nacht 6
och auf dem Kerbholze!“ sagte der Major sehr eifti(
Ich habe jedem zwölf scharse diktiert. Die Koporal
erden doch ihre hundertundzwanzig nicht in ihren be
nus behalten sollen?“
Der Besehlshaber machte ein unzufriedenes Gefich
„Herr Maior,“ sagte er spöttisch. „Es liegt ein
ndrodiktion in adjekt in dem Abprügeln der Mam
jast eines Freibata illons. Erlassen Sie den Leut
e Prügel, wenn ich bitten darf.“
DOD, Sie dürfen besehlen.“
„Das liegt für den vorliegenden Fall nicht in mein⸗
bsicht!“ erwiderte der Oberst mit vornehmer Kälte.
„Nunl“ schrie der Major, zu den Soldaten gewand
en zehn seigen Memmen sei bis auf zwei diesme
irdoniert. Aber die beiden Hasenfüße, die den Alte
it dem großen Barte und das lange Gespenst, m
m weißen Tuche über den Kopf, zuerst gesehen haben
eten vor. Feldwebel kommandieren Sie die Kerle ve
e Fronte.“
„Herr Major, unser rechter Flügelmann und de
usar, Steinbach sind die Anstister des Skandals ge
esen.
Der unerbittliche Major wandte sich an den Husare⸗
itt meister.
„Herr Rittmeister, wollen Sie gejfälligst den Hu
n Steinbach mit zwei Untero fizieren zum KFuchtein vo
Front kommandieren ?*
—RAmerod.“ tlüüerte doer Mitt—itfte deuy Maloer 4
            
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