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Lokales und Vermischtes.
Wiesenbrand. Ja der Nähe des Richardschachtes ent—
nd auf bis jetzt noch unaufaeklärte Weise am Samstaq
sbend gegen 8 Uhr ein Wiesenbrand, welcher alsbald er—
tickt werden konnte.
Feuerwehr⸗Hauptübung. Zur Gepflogenheit unserer
Feuerwehr gehört es, jedes Jahr nach den vielen Exerzier⸗
bdungen eine Hauptübung abzulegen, die von dem im
aufe des Jahres erlernten ein glänzendes Z ugnis ablegen
uit. So auch am gestrigen Sonntag wieder! Die einzel—
sen Abteilungen unserer gesamten Wehr in der Bürger—
neisterei fanden sich gegen 3 Ubr auf dem Markiplatze ein.
pünktlich rückten die Löchzüuge 3 und 4 in voller Stärke
nit ihren sämtlichen Geräten heran und gegen 3 Uhr be—
jann die fehr interessante Uebung Der Branddirektor
serger eröffnete die Uebung durch eine Paradeaufstellung.
derr Polizeikommissar Mertens, als Vertreter des
ienstlich verhinderten Herrn Bürgermeisters, schritt mit den
bertretern der auswärtigen Wehren die Front ab, während
iie gut geschulten Spielleute den Präsentier-Marsch spieiten.
Ilsdann wurde unter dem Kommando des Oberbrand—
eislers Strohfuß ein schneidiges Fuß- und Marsch-Exer⸗
ieren gezeigt. Hieran schloß sictt das gut ausgeführte
ẽxerzieren mit den Geräten, kommandiert vom Oberbrandneister
Schmidt. Die eigentliche Löschübung an den Häu⸗—
ern Grimm und Kuhn wurde vom Branddirektor Kerger
»efehligt und zeigte, daß unsere Feuerwehr auf der Höhe
teht, zur Beruhigung der ganzen Bürgerschaft. Zwei
ngierte Verunglückte wurden durch die Feuerwehr⸗-Sanitäter
nier allgemeinem Interesse äußerst geschickt behandelt.
lurz gesagt: Ein jeder Feuerwehrmann tat seine Pfficht.
zJeder Einzelne ist fich seines Postens bewußt und in der
dandhabung der Gerätschaften liegt eine derartige Fertigkeit,
aß es eine Freude ist, den Ausführungen der Uebungen zuzu—
ehen. Dank dieser außerordentlichen vorzüglichen Schulung
ind Manneszucht ward es unserer wackeren Feuerwehr
chon manchesma! gelungen, Leben und Hab der Bürger—
chast zu schützen. Mit Stolz darf unsere Feuerwehr auf
ie Tätigkeit zurückblicken und die Bürger unserer Gemeinde
önien mit Stolz ein beruhigendes Tmpfinden im Innern
ragen, Männer in ihrer Mitte zu haben, die ihr alles
aran setzen dem Nächsten Schutz und. Wohr zu bieten.
Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“ das hat stets
ei unserer Feuerwehr gegolten und gilt bis in die
ernsten Zeiten. Darum Lob und Ehr den Wackeren, welche
»nn die Lohe emporzüngelt und das Gebälk stürzt,
zerion und Habe ihrer Mitbürger in Sicherheit bringen.
dach einem Parad marsch marschierten sämtliche Löschzüge
nit flingendem Spiel zum Kaisersaal, woselbst nach einem
egeisterten Kaisersoch und Verteilung von Kragensternen
nsolche Miiglieder, die 5, 10, 15 und 20 Jahre im
dienste sind, ein gemütliches, kameradschaftliches Beisamnmenein
geseiert wurde: ein schöner Tag für die wackere Feuer—
»ehr!
Personalnachrichten. Der Steiger Johann Quint des
zteinkohlendergwerks Easdorf ist vom l. Oktober ab zum
Fahrsteiger unter gleichzeitiger Versetzung an das Stein—
ohlenbergwerk Heinitz befördert worden. — Die Steiger
Friedeich Sick und Jakob Klasen des Bergwerks Göttelborn
nd mit Ende August d. J. aus dem Staatsdienst ausge—
hieden.
In morgiger Nammer beginnen wir mit einem neuen
'oman.
Knappschaftliches. Vom Saarbrücker Knappschaftserein
wurde im Monat Juni Krankengeld gezahlt an die
italieder des Sleinkohlenergwerks
dronprin.... 33 16,90 Mk.
herhardt... 7943,23
zon der Heydt .. 2164,81
dudweiler..... 3648,02
zulzbach ... 6642,33
deden...— 0962,39
deinißz...... 0143,03
dönig.... 3706,24
frie drichsthal... 609,88
höttelborn... 2768,69
amphausen.. ... 6116,00
zürstenhausen...... 923,45
Faktorei, Hafen p.p. ... 216,25
traft- und Wasserwerken. 140,85
Zusammen: 74201,07 Mk
Was soll der Landwirt tun um dem Futtermangel
ir den Rest dieses und für nächstes Frühjahr näch
Nöglichkeit zu begegnen? Für solche Wirifschaften, die
αα kald Grünfutterersaß bedürfen. emnfiebhtt sich di—
lussaat von weißem Senf, der in zirka 6 Wochen eine Höhe
on 30— 40 aem erreichen kann. Ueber den Futterwert des
Zenftes bestehen zwar verschiedene Ansichten, jedoch hat die
zrfahrung erwiesen, daß von der Blüte seine reichlichen
zlat massen ein durchaus brouchbares Futter, auch sür
Nilchvieh, bilden; ältere, abgeblühte oder im Abblühen be—
riffene Pflanzen üben ollerdinas einen ungüstigen Einfluß
uf den Geschmack der Milch und Butter aus. Der An—
au von Senf kommt besonders auf leichterem Boden in
zetracht, und es beträgt die Saatmenge bei Reinsaat 12 —
5 Pfd. pro Morgen. Drillsaat ist empfehlenswerter. Senf
bird auch in Verbindung mit Buchweizen (slbergrauer oder
ewöhnlicher brauner), etwas Sommerraps und Oelrettig
ebaut, weil der Ertrag sicherer und das Futter noch besser
ein soll. Die Aussaatmengen würden die folgenden sein
Pfeund Senf, 15 Pfund Buchweizen, oder 5 Prund Sens,
4 Pfund Buchweizen und 6 Pfund Oelrettig.
Civilstand der Bürgermeisterei Dudweiler. Geburten:
»ubert und JIrsef, Zwillinge von Jakos Kind, Zimmermann
„. Hermann Johann, S. v. Josef Spang, Bergmann.
derbert Artur, S v. Karl Wild, Weichenst. 1. Kl.
zeronika, T. v. Johann Quirin, Bergm., J. Luise, T. v
dikolaus Ott, Bergmann. Sofie T. v. Wilhelm Mathieu
ȟttenarbeiter, J. Klara Franziska, T. v. Nitolaus
zchmidt 32, Bergmann. Alber Matthias, S. v. Johann
zchonarth, Bergmann. Hildegard, T. v. Friedrich Prager
Nechaniker, Johanna, T. v. Karl Uhl, Straßenbahnführer.
Naria, Tea. Peter Thull 2, Bergmann. Ludwig. S. v,
»xinrich Prinz, Bergmann, J. Otto, S. v Karl
Valdura, Kgl. Steiser. Heiraten: Jakob Maier
zergmann, mit Elisabeth Haupenthal. Karl Weiland,
gahnarbeiter mit Wilhelmine Rheinwald. Johann Gut—
rucht, Hüttenarbeiter mit Maria Steil. Peter Müller
Lostbote mit Kaharina Hofmann Hugo Würzbacher,
zergmann, mit Katharina Pitz. Sterbefälle:
rina Weiß, b M. a. J. Heinrich Franz, 3 M. a. J
zhristian Morscheid, 1. M. a. Ehefrau Friedrich Müller 3,
28 J. a. Friedrich Brutseher, 3 J. a. H. Alois Thull,
1 J. a. Friedrich Pohl, 8 J. a.
Hausbauprämien, unverzinsliche und verzinsliche
darlehen Nach der letzten Belegschaftszahlung vom 1.
dezember 1910 waren von den verheirateten, verwitweten
ind geschiedenen Bergleuten des Saarbrücker Bergwerks—
rektionsbezirks nicht weniger als 361,94 Prezent Haus—⸗
gentümer. Dieser hohe Prozentsatz an Bergleuten, welche
in Häuschen ihr eigen nennen können, ist gewiß sehr er—
eulich. In erster Linie ist dieses günstige Ergebnis auf
as Bestreben der Bergverwaltung zurückzuführen, durch
zerteiling der sogenannten Hausbauprämten und durch
zewährung von unverzinslichen und verzinslichen Baudar—
ehen die Baulust unter den Bergarbeitern zu fördern und
ich auf diese Weise einen seßhaften Arbeiterstamm heran—
ubilden. Die staatlichen Bauprämien wurden bereits im
Jahre 1842 eingeführt. Die Bergleute erhalten neben
inem Daleben eine Prämie als Geschenk, welche heute je
iach der Größe des Hauses, bis zu 900 Mark beträgt,
Vährend die Bauprämien stets aus der Stantskasse gezahlt
ourden, wurden die Darlehen von 1842 bis 1871 aus der
knappschaftskasse zu 4 Prozent Zinsen an die Bergleute
bgegeben. Erst seit dem Jahre 1865 beteiligt sich der
Ztaat mit unverzinslichen, innerhalb 10 Jahren rückzahl⸗
aren Baudarlehen an dem Prämienverfahren. Das un—
erzinsliche Darlehen beträgt jetzt 2100 Mark Bei der
roßen Baulust unserer Bergleute reicht natürlich die Zahl
er alljährlich bewilligten Prämien und unverzinslichen Dar⸗
ehen nicht aus, um jedem Bergmann bei der Erbauung
eines Hauses behilflich sein zu können. Die einzelnen Berg⸗
nnspektionen müssen vielmehr die ihnen überwiesenen Prä—
nien und unverzinslichen Darlehen unter den zahlreichen
zewerbern verlosen. Im Jahre 1908 kamen 140, 1909
48 und 1910 140 Prämien und Darlehen zur Verlosung.
Im ganzen wurden bis Ende Etatsjahr 1910 7366 Prä—
nienhkuser gebaut.“ Die Gesamtsumme der Prämien, die
den bauenden Bergleuten vom Staate geschenkt wurden,
neträgt 6660 366 Mark. An unverzinslichen Baudarlehen
vurden seit dem Jahre 1865 insgesamt 7775 735 Marf
usgeliehen Im Etatsjahre 1910 allein ist dem Staate
sierdurch ein Zinsverlust von 47 306 Mark entstanden. (die
zJinsen nur zu 3,6 Prozent berechne). Die Summe der
eit 1895 an Bergleute zu 3.6 Prozent ausgeliehenen ver—
inslichen und rückzahlbaren Darlehen beträgt bis jetz
182 000 Mark. Diese Darlehen sind mit mindestens 2
zrozent zurückzuzahlen. Diese Zahlen zeigen, wie sehr di
zergoerwaltung es sich angelegen sein lätzt, den Hauser—
verd durch unsere Bergleute mit allen ihren möglichen
Mitteln zu fördern.
Zur Marokko⸗Frage in Düsseldorf. Auf dem hier tagen⸗
hen Alldeutschen Verbandstag wurde zur Marokkofrage ein
Resolution angenonamen, in der es u. a. heißt: Die am 10
September 1911 zu Düsseldorf iagende Hauptversammlung
des Alldeuischen Berbandes erachtet es im Hinblick auf das,
was über die Aobsichten der Reichsregierung in den Ver—
AWMWWWWW—
bekannt geworden ist, für ihre vaterländische Pflicht, unum—
vunden auszusprechen, daß die politische Preisgabe Marokkos
an Frankreich und die sogenannte Schadloshaltung des
deutschen Reiches Kongo weder den Wünschen des Deut—
schen Voskes noch den Notwendigkeiten des Deutschen
Reiches entspricht unb ist überzeugt, daß iie hiermit der
Meinung vieler Millionen deutscher Bürger Ausdruck ver—
eiht. Am Schlusse bittet der Verbandstag den Reichs—
ranzler, lieber die Verhandlungen abzubrechen, als einen
Abschluß zu vollziehen, der den deutschen Wunschen und
Notwendiakeiten nicht voll entspricht.
Paris, 11. Sept. Die Blätter bringen eine kurze
Regierungsnote, welche die hier eingetroffenen Gegenvor—
chläge Deutschlands mitteilt. Aus dem Inhalt der Noté
ist folgender Satz hervorzuheben: Das Gegenprojekt Deuisch—
lands wirst gewisse prinzipielle Fragen auf und es wird
eine ernsthasfte und genaue Prüfung notwendig werden.
Man glaubt, daß die Verhandlungen noch einige Zeit in
Anspruch nehmen werden.
Paris, 11. Sept. „Echo de Poaris“ schreibt: In
ministeriellen Kreisen erklärt man, daß Herr von Kiderlen—
Wächter nicht einen Augenblick den Wunsch gehabt haben
kann, dazß Frankreich die Vorschläge annehme, welche das
Maximum der deutschen Forderungen darstellen. Frankreich
kann die Signatarmächte der Akte von Algeciras zu Rich—
tern der deuischen Vorschläge machen und ist über ihr Urteil
sicher Man fährt fort zu glauben, daß Deutschland in den
prinzipiellen Frage nachgeben wird, während man sich über
die uͤbrigen Punkte der Gegenvorschläge nicht einigen werden
——
Saarhrücken, 11. Sept. Seynsucht nach der goldenen
Freiheit. Einige auf dem Lerchesflur inhaftierten schwere
Jungen brachen gestern aus dem Gefängnis aus und schlugen
»ie Richtung nach dem Winterberge ein. Der Wärter, der
alsbaid die Spur entdeckte, gab einige Schreckschüsse ab und
lenkte damit die Aufmerksamkeit der Anwohner, die sich an
»er Verfolgung beteiligten, auf die Flüchtlinge. Es gelang
der Polizei, dieselben in St. Arnual festzunehmen.
Saarbrücken, 11. Sept. Ein Fahrrad wurde einen
Manne, welcher dasselbe vor einer Wirtschaft am Markte
tehen hatte, gestohlen. Einem Schutzmann gelang es als—
»ald, den Dieb in einem 309jährigen Arbeiter festzunehmen
saarbrücken, 11. Sept. Gestern mittag wurde eir
kinbruch in dem Zigarrengeschäft Keltermann verübt. Die
zeute war gering.
gaarbrücken, 11. Sept. Gestern wurde die Feuer“
wehr 4 mal alarmiert. Auf dem Kaninchenberge entstand
»ein Wiesenbrand, welcher in das Unterholz des nahen
Waldes überging. In der Nähe befindliche Eisenbahn—
arbeiter waren als ersten zur Stelle, dann erschien die Feuer—
vehr. Mit, vereinten Kräften gelang cs der Feuer abzu—
jgrenzen. 2 bis 3 Morgen Unterholz brannte ab. Das
Feuer ist durch Funken einer Lokomotieve entstanden
— Später entstand ein Feuer hinter dem Schießstaände,
vobei etwa 8 Morgen Wald dem Feuer zum Opfen
ielen. Dann brach Feuer in der Nähe des Mer Denk—
nales aus, dieser Brand konnte auch alsbald gelöscht werden.
3.59) Uhr erfolgte die 4. Alarmierung. Ein Heuschuppen
var in der Gerswei erstraße Brand geraten. Nach einer
S„tunde war der Brand gelsscht.
Saarbrücken, 11. Sept. In der Rähe der Simbachen
Mühle stieß das Auto eines Geschäf smannes mit einem
Fuhrwerke zusammen. Das Nuto rennte geren einen
Baum, wobei die große Glasscheie in Trümmer ging.
Fin bjähriger Knabe erlitt mehrere Verletzungen.
Paris, 11. Sept. „Matin“ schreibt heute: Die
deutschen Segenvorschläge Deutschlands haben nicht die
Form von Gegenvorschlägen, wie behauptet wurde, sondern
fie bestehen in einer Anzahl Notizen und Bemerkungen zu
sranzösischen Borschlägen. Sie umfassen mithin nicht einen
neuen Vorschlag und sind nichts anderes als der Original⸗
vorschlag Frankreichs mit deutschen Randbemerkungen.
Anderseits betrifft die Antwort Deutschlands nur Marokko
und macht keinerlei Anspielungen auf territorialen Kompen—
sationen im Kongo, Die deutsch-französischen Unterhand—
lungen umfassen 3 Hauptfragen: Die französische Regier—
ung hatte dieselben in Berlin in folgender Form vorge—
bracht: 1. Deutschland gibt zu und verpflichtet sich, jeden
politischen Akt irgendwelcher Art zu achten, den Frankreich
in Marokko zu unternehmen wünscht. Frankreich ver—
pflichtet sich, alle notwendigen grantien für die freie Ein⸗
fuührung des Handels und der industriellen Unternehmungen
Deutschlands und der übrigen Länder in Marokko zu ge—
währleisten. 3. Frankreich gewährt Deutschland territoriale
Kompensationeu im Kongo. In den deutschen Gegenvor⸗
schlägen werden nur die beiden ersten Frageu geprüuft.
Dieselben drücken sich über die erste Frage nicht mit ge—
nügender Klarheit aus und sind mit französische Regierung
bezügl. der Zweiten Frage nicht einig. Matin schreibt
veiter die französische Regierung wird wahrscheinlich
Dienstag in einer Kabinetsitzung und Donnerstag in einem
Ministerrat die Antwort Franktreichs auf die deutsche Note
prreinbaren. Die Antwort wird in einem sehr weitgehen⸗
den persönlichen Sinne gehalten sein. Es wird wahr—
scheinlich nach der genauen Prüfung, welche augenblicklich
von der franzosische Regiernng vorgenommen wird, möglich
sein, gewissen Bemerkungen Rechnung zu tragen, welche
von Deutschland bezügl. untergeordneter Punke gemacht
worden sind.
Mailand, 11 Sept. Der Gatte der ehemaligen
sächsischen Kronpeinzessin. Henriko Tosselli, hat nach einer
Mit ilung des Secolo aus Florenz die Scheidungsklage
gegen seine Gattin eingeleitet, min der Begründuna, daß er
die Veröffentlichung der Memoiren als unwürdige Aus—
schlachtung intimer Angelegenheiten oerurteile und sich ihr
vergeblich widersetzt habe. Frau Tosselli weilt zurzeit ir
Brüsfsel. mwo sie sich ständio niederlessen wiss
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Berlin, 9. Sept. In der nächsten Nähe von Berlin
in Friedrichshagen, find die Gemüter durch ein harmloses
Vorkommnis so errgt worden, daß die dortige Kreis-Spar—
'asse von Sparern heftig bestürmt wurde. In einer Hemeinde—
Schule behandelte der Lehrer gestern während des Geschichts
Unterrichtes den deutsch-französischen Krieg 1870/71 und
kam dabei auf die durch die Marokko Frage zwischen Deuisch
and und Frankreich eingetretene Spannung zu sprechen.
Diese Bemerkungen sind wohl von den Kindern mißverstanden
und falsch wiedergegeben worden, sodaß die abenteuerlichsten
Herüchte über einen Krieg im Umlauf waren. Infolge—
dessen wurde heute ein förmlicher Sturm auf die dortige
Annahmestelle der Niederbarnimer Sparkasse unternommen,
von Perfonen, die Geld teils kündigten, teils sofort zurück
haben wollten. — Auch in Köln haben, wie ein Telegramm
meldet, die Alarm-Nachrichten über den Stand der Marokko—
frage große Beunruhigung hervorgerufen, die sich darin
äußerte, daß zahlreiche Sparer ihre Guthaben bei der städ—
iischen Sparkasse zurückzogen. Dasselbe wird aus Aachen
und Essen gemelde. In Essen wurden gestern etwa 200,000
Mk. mit dem Hinweise auf Kriegsbefürchtungen zurück—
zezogen. Die Abhebungen in Fönigsberg bezifferten sich gestern
auf ungefähr 240,000 Mk. Auch heute war der Andrang
dort wieder stark, sodaß annährend der gleiche Betrag in
n Frage komtnen dürfte. Die Sparkassen-Verwaltung hat
»iesen Abhebungen gegenüber eine beruhigende Erklärung
»rlassen.
Statt besonderer Anzeige.
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Gestern Abend verschied zu Mar—
burg in der chirurgischen Klinik nach
langem Leiden sanft und gottergeben
unser teurer, unvergeßlicher Sohn und
Bruder
F
riß Wunn,
stud theéol.
im 22. Lebensjahre.
Griesborn, 10. Sept. 1911
Im Namen der trauernden
Hinterbliebenen
Wilhelm Wunn.
Kal. Steiger.
— 2
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—⏑⏑⏑ ——
Die Beerdigung findet Dienstag, den 12.
Sept., nachmittags um 3!, Uhr vom Eltern—
hause in Griesborn aus att
——
Kreissparkasse
Saarbrücken
unter Garantie des Kreises Saarbrücken
Mündelsicher.
Kassenlokal: Saarbrücken 1, Gerichtssstrasse 3
Annahme von Spar-Einlagen
bei täglicher Verzinsung
zu 400 bei Einlagen bis 20090 Mark,
zu 3ze/ bei Einlagen bis 10000 Mark.
Annohme von Baar-Depositen (Scheckverkehr
zur Verzinsung auf tägliche Kündigung.
Einzahlungen auch durch Reichs bank⸗Giro
—— und auf Possstscheek-Konto Cöln 8284. —
Statuten und Ausführungsbestimmungen zum Schecknerkfehr
werden kostenlos abogenehen
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gæræcacot mercera M⸗ *8*. exr ιπι _αα_α α_ισ, ———
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