c gleich. Rinder pro eisten Australien
zit 80 Mill., Argentinien n i zweter und Nord—
merika an dritser Stelle. Mauiiere hat Nordamerika
m meisten, Ziegen befinden sich zu einem Drittel ihren
zesamtheit in Indien. Indien hat auch das meiste
zroßvieh, nämlich 70 Mist Ochsen und Zebus.
Handel und Verkehr.
Zur Wirtschaftslage. Die Deroute an den deut
then, speziell der Berliner Börse und ihre Ursachen
verden in einem ruhig abwaͤgenden und recht beach⸗
enswerten Artikel im demnächst erscheinenden Heft 36
⸗er „Grenzboten“ behandelt und mit einer allgemeinen
detrachtung der Wirtschaftslage und der wahrscheinli⸗
hen Entwickelung verknuüpft. Die „Grenzboten“ gehen
avon aus, daß das Unheil durch die an der Londo⸗
er und der New⸗Yorker Börse erlittenen Miliarden—
zerlusie angerichtet worden ist, und warnen mit Recht
or der Spekulation an auswärtigen Börsen. Nameni—
ich die New-Yorker Börse, von Finanzmagnaten be—
jerrscht, die in ihr ein wirtschaftliches und politisches
kampfnmiittel erblicken, sei zuviel Einflüssen ausgesetzt,
ie mit der allgemeinen Wirtschaftslage nur in losem
zusamnenhange stünden und aus der Ferne nicht be
irteilt werden könnten. Ein unvorhergesehener Kurs.
kurz in New⸗York treffe sowohl die Börse wie das
Privatpublikum mit schweren Verlusten, letzteres aber
in weit stärkerem Maße, weil es waghalsiger sei als
die Berussspekulation, an vorgefaßten Meinungen zält
esthalte und sich teilweise einer unglaublichen Ver.—
rauensseligkeit hingebe. Wenn jetzt Gefühle der Un—
icherheit und des Mißtrauens zum Ausdruck kämen,
o sei das angesichts der vorhandenen gefahrdrohenden
Pomente begreiflich. Der Marolkohandel werde wohl
ioch auf Wochen beunruhigend wirken. Für die Börse
ei diese Sachlage deshalb bedenklich, weil das Pu—
»lilum noch mit Industriewerten zu exorbitant hohen
dursen belastet sei. Es liege also die Gefahr vor, daß
nei erneuter starker politischer Beunruhigung oder bei
xrheblicher Verteuerung der Geldsätze ein empfindlicher
durssturz auf dem Gebiet der Industriewerte erfolge
Zzehe man aber von den politischen Bedenken ab und
sechne mit einer günstigen Lösung der Marolkofrage, se
chienen ausreichende Gründe für eine pessimistische Be—
icteilung der Wirtschaftslage nicht vorhanden zu sein.
Allerdings folge bei uns der Absatz weder der gestei—
jerten Kohlenförderung noch der Roheisenerzeugung, die
Lebensmittelrerteuerung und die Futternot würden zu
esteigerter Inanspruchnahme des Krediis und damit zu
/öheren Geldsätzen führen. Auf der anderen Seite aber
ehlten die charakteristischen Anzeichen dafür, daß das
Wirtschaftsleben seinen Höhepunkt überschritten habe.
aß eine Ueberspannung der Kräfte vorliege, die ir
iner Krisis ihre Auslösung suchen müsse. Vas sicherste
Zeichen fuͤr einen solchen Zustand des Wirtschaftskörpers
ei die Lage des Geldmarktes Unser Geldmarkt zeig
rine ganz andere Verfassung als in den Jahren 1906
and 1907: wir hätten einen Reichsbankdiskont von 4
brozent, die Devisenkurse stünden günstig, und die
steichsbank sei im Besitze eines außergewoͤhnlich gro—
zen Barvortats. Trete daher eine Stockung in dem
Pulsschlage des wirtschaftlichen Lebens ein, so werde
je nicht einer Krisis, sondern einem Samme'n der Kräfte
neuem Anlauf gleichen. Es sollte aber von allen
Seiten zusammengearbeitel werden, um die auftauchen⸗
den Gefahren abzuwenden. Sache der Regierung sei
es, der Lebensmittel⸗Verteuerung entgegenzuwirken; es
sst Sache der Börse, durch Maßhalten und Einschränk⸗
ing der Spekulation, das Kursnivean allmählich zu
ermäßigen; Sache der Arbeitgeber und der Arbeiter,
iber die Arbeitsbedingungen ine Verständigung her—
jeizuführen, die den Interessen beider Teile und der
gegenwärtigen Wirtichaftslage entspreche.
Vermischtes.
Eine Zement⸗Kanone“. Wir lesen in der „Bau—
welt“: Ein interessantes technisches Experiment wird
etzt, wie aus Washington gemeldet wird, beim Bau
»es Panama⸗Kanals gemacht. Es ergab sich die Non—
vendigkeit, die Felsenwaͤnde in der Wasserscheide von
Lulebru zu verflärten, da das Gestein infolge seiner
Zerklüstung von dem Waffer zerstört worden wäre. Die
Ingenieure beschlossen deshalb, eine starke Zementschicht
»em Felsen anzugliedern, und konstruierten eine Art Ka—
apult, das den Zement gegen die Felsenwände schleu—
dert. Diese seltsamen Geschütze bestehen aus einer gro⸗
zen Kelle, die durch Lufidrug nach vorn geschleudert
vird. Auf dieser Kelle befindet sich ein Brei aus Ze⸗
nent, Sand und Waffer. Der Brei wird mit solcher
hewalt auf den Felsen aufgeschleudert, daß er festklebi
und alsbald erhärtet. Die „Zement⸗Kanonen“ bewerfen
n einem Tag achtzehn Quadratmeter Felsenwand mil
iner zweieinhalb Zeutimeter dicken Schicht Zement.
Aus der Kinderwelt. Die Münchener Wochen⸗
chrift „Die Lese“ veröffentlicht auch in ihrem neuesten
deft weitere Einsendungen zu ihrem Preisausschreiben
ür Geschichtchen aus der Welt der Kinder. Wir geben
oaraus die folgenden wieder;:
Bei der Trauung der schönen Marie zerfloß alles
in Tränen. Nur die kleine Nesti, die Schwester der
Braut, sah gleichmütig dem Verlaufe der ruͤhrenden
Zeremonie zu. Auf die Frage, warum sie nicht auch,
Ueich den übrigen, weine, flüsterte sie dem fragenden
Onkel ins Ohr:Ich habe Lein Sacktuch bei mire
Als Klein⸗Thilde eine Strafpredigt erhält und man
ihhr ein gleichaltriges, ihr befreundeles Kind als Muster
aller Tugenden schildert, sagt sie treuherzig: „Ach, Ma—⸗
nachen, drei Tage mußt du mir noch gönnen. dann
vill ich aber ganz gewiß artig sein!“
O Briesielegramme werden am 1. Oktober in ganz
Deutschland versuchsweife eingeführt. Es sind dies
Telegranime, die in der Nacht an den Bestimmungsort
elegraphiert und dort wie gewöhnliche Briefe mög⸗
lichst mit der ersten Bestellung abgetragen oder Ab—
solern in der üblichen Weise ausgehändigt werden. Je⸗
des Wort kostet 1 Pfennig, mindestens aber 50 Pfen⸗
uig für jedes Telegramm, mit Abrundung auf je 5
bfennig nach oben. Diese Brieftelegramme dürfen nur
on 7 Uhr abends bis 12 Uhr nachts aufgeliefert wer—
ven, es kann dies bei allen Annahmestellen für Tele—
gramme erfolgen. Sie können auch brieslich aufgeliefert
verden, Voraussetzung für die Beförderung ist natür—
lich ein entsprechender Nachtdienst. Die Telegramme
erhalten den gebührenpflichtigen Vermerk „Bft.“ oder
Briefielegramm“ vor vder Adresse. Sie dürfen nur in
ffener Sprache abgefaßt sein. Die Wortzahl ist schon
pom Absender anzugeben. Es ist auch eine vere noarite
ibgekürzte Adresse und die Bezeichnung „Postlagernd“
ulässig. Die Vermerke „Dringend“, „Auͤtwort bezahlt“,
Vergleichung“, „Telegraphenlagernd?, „Empfangs-An—
eige“, „Mehrere Adressen“ und „Einschreiben“ werden
agegen nicht zugelassen. Die Adresse lautet 3. B.
Bft. Johann Muüller Leiterstr. 17, Bonn“; oder „Bft.
ßost⸗Echnbach, Euskirchen⸗Köln“. Eine Eilbestellung ist
nicht zulässig. Eine Nachsendung erfolgt brieflich ohne
Jebühr. Unbestellbare Brieftelegramme werden wie un⸗
estellbare Telegramme behandelt. Der Einpfennigtarij
indet nur auf das Telegramm selbst Anwendung, nichi
ch auf gebührenpflichtige Diensttelegramme, die durch
in Brieftelegramm veronlaßt werden oder fich auf ein
olches beziehen. die Gebühr wird auf Antrag nur
ann erstattet, wenn das Brieftelegramm durch Ver—
chulden des Telegraphenbetriebs verloren gegangen oder
päter angekommen ist, als es bei Aufgabe und Beför—
erung als gewöhnlicher Brief mit der Voft angekom—
wWu 5r—⸗
Lokales und Vermischtes.
Polizeibericht. Zur Anzeige wurden gebracht: eir
Ichneidergefelle, der sein Logie heimlich unter Zurücklassunc
iner größeren Kostschuld verließ, wegen Betrugs; ein
zergmann, welcher verschiedene dem Militärfiskus gehörige
ßegenstände entwendet haben soll; ein Bergmann, weil er
eine Ehefrau mit Totschlag bedroht und zur Begehung
trafbarer Handlungen zu verleiten versucht hat; ein Berg
nann, weil er als Vorsitzender eines Vereinus ohne polizei⸗
iche Erlaubnis einen öffentlichen Ballabhalten ließ; wegen
Zerausgabung falschen Geldes eine uͤnbekanute Person; ein
Naurer, der seine Ehefrau mittels gefährlichem Werkzeuge
hwer mißhandelte; ein Metzger, weil er den Vorschrifter
es Viehseuchengesetzes zuwieder gehandelt hatt; einé
Frauensperson, weil sie im Verdacht steht, der Gewerbs—
inzucht nachzugehen; ein auswärtiger Händler, der sich
ines Sittlichkeitsverbrechens schuldig gemachtz haben soll;
in Bergmann wegen Beleidigung; eine Ehefrau, die eine
indere Frau mißhandelt haben soll; eine Person wegen
Beleidigung; wegen angeblichen Verkaufs verdorbeder
Nahrungs⸗ und Genußmittel ein Gewerbetreibender, und
vegen fahrlässiger Körperverletzung ein Knecht. In der
Nacht vom 1. zum 2. dfs. Mis wurden von unbekannten
Lersonen dem Schreinermeister Phil. Scheller aus seinem
ühnerstall 19 Hühner und am 4. dss. Mts. dem Schneider⸗
neister Meyer 1 Kaninchen entwendei. Im Verwahrlokal
paren untergebracht 8 Personen.
Radfahrerverein. Morgen Sonntag nachmittag um
Uhr hällt der Radfahrer⸗Verein in seinem Vereinslokale
ine Generalversammlung ab, die eine höchstwichtige Tageserdnung
zur Erledigung hat.
Club Olympia. Eine Generalversammlung findet am
Nontag abend ftatt.
Aus der Glasindustrie. Die Firma Vopelius hat jetz
ine Neuordnung der Schichtlöhne ihrer Arbeiter nach In⸗
etriebsetzung der Glasfabrikationsmaschine eintreten lassen.
iernach erhalten die an der Maschine beschäftigten erwach⸗
»nen? Arbeiter einen Schichtlohnzvon 6 Mark und die uͤb—⸗
gen in der Fabrik beschäftigten erwachsenen Arbeiter einen
olct en von74,60 Mark. Die früheren hohen Akkordlöhne,
ie beispielsweise für? die Walzenmacher sich auf 10 Mark
ind mehr beliefen, sind damit ganz in Fortfall gekommen.
Die Folgen der langen Trockenheit machen sich jetzt
esonders für das Schreinergewerbe aller Branchen unan—
enehm bemerkbar. Türen, Fenster und sonstige Tischler⸗
irbeiten schrumpfen und werfen sich, wodurch Fugen uud
kisse entstehen, die erhebliche Nacharbeiten erfordern. Selbst
an Bauten, die ein oder zwei Jahre alt sind, macht sich
zieser Uebelstand bemerkbar. Auch' die Möbelbrauche hat
ihnliches zu verzeichnen, was man an den eigenen Haus—
nöbeln ja auch verschiedentlich selbst feststellen kann. Wo
rockenes Holz verwandt wurde, trifft den Tischler keine
Schuld, denn selbst alte und absolut trockene Hölzer schrumpfen
etzt noch bei der intensiven Hitze.
Allgemeiner Turn-⸗Verein. Das diesjährige Schluß⸗
urnen. das auf den 8. Oktober festgesetzt ist, soll in aller
zunkten reichhaltiger sich gestalten als in den Vorjahren
vo es nur aus Zöglings⸗ u. Schülerwetturnen bestand.
Bestimmend für diesen Beschluß war, daß die edle Arbeit
des Turnens des ganzen Jahres einen würdigen Abschluß
inde, doß die Eltern der Turner und Schüler Gelegenheit
jaben, sich von dem Fortkommen ihrer Angehörigen zu
iberzeugen und daß fie vor allen sehen sollen, daß das
Ideal der deuischen Turnerschaft: „Die Jugend körperlich
ind sittlich heronzubilden“ zur richtigen Durchführung gelangt
So werden zum ersten Male Männer, Jünglinge u. Schüler
emeinsam unter einem Kommando, Freiübungen. Keulen
chwingen und Bau von Pyramiden ausführen. Eine Nach—⸗
eier im Vereinslokale, beftehend in Kommers mit Jahn⸗
eier, Vorführung einiger Gruppen und lebender Bilder
ird den an Uebungen reichen Tag abschließen. Im In—
eresse dieses edlen Vorhabens, werden alle Turner, beson⸗
ers die Männerabteilung gebeten, alle Uebnnasstumsen
egelmaßig besuchen zu wollen.
Bekämpfung der Feldmäuse. Im Hinblick auf die
arke Ausbreitung der Feldmäuse im letzten Sommer muß
ait einem Ueberhandnehmen dieser Schädlinge gerechnef
verden, sofern ihre Vertilqgung nicht energisch und von den
zeteiliaten Gemeinden gemeinsam bewirkt wird. Als ein
virksames und zweckmäßiges Mittel zur Bekämpfung der
Näuseploge hat sich die Auslegung von baryumcarbonataltigem
Brot (Mausebrot) erwiesen, das in die Mäuselö⸗
her versenkt und dann mit Erde bedeckt werden muß. Bei
er Aufbewahrung dieses Giftes und anderer ähnlicher
dertilgungsmittel ist selbstverständlich hesonder⸗ Porficht er
erderlich.
Polizeihunde für die Eisenbahn. Der Eisenbahn—
ninister erlaͤßt an die Eisenbahndireklion eine Bekanntmach⸗
ing, wonach in Anerkennung der praktischen Bewährung
der Polizeihunde, dem Königlichen Eisenbahndirektionen
mpfohlen wird, Versuche mit der Beschaffung geeigneter
diensthunde zu machen und dabei die Aufmersamkeit ins⸗
esondere auf den deutschen Schäferhund als die stärkste
ind für die Zwecke der Eisenbahnverwaltung voraussfichtich
geeignetste Rasse zu lenkeu. Von dem Ergebnisse
ieser Versuche wird es abhängen. welche weiteren Anord.
ungen getroffen werden.
strafkammer. Der Diensiknecht Karl Jakobus
Itto S. aus Trier, zuletzt in Sprengen, verfällt wegen
kntziehung von der Wehrpflicht in Geldstrafe von 200 Mk—
— Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen den
Maurer Anton B. aus Ober⸗Esch'verhandelt. Derselbe war
jeschuldiat, am 2. April ds. Is. die standeslose Anra Schwarz
us Ober⸗Esch entführt zu haben. Die Beweisaufnahm⸗
rgibi nichts, was auf eine tatsächliche. ungesetzliche Ent—
ührung der Schwarz hinführen könnte. B. wird gemäß 8
237 des St. G⸗B. zu Gefängnisstrafe von 1 Woche ver—
irteilt. — Die Ehefrau Jakob B. zu Völklingen ist gestän—
ig dem Beramann Jakob Godel'dortfelbst aus dessen Schrank
und 20 Mark bares Geld entwendet zu haben. Außer—
em fällt ihr noch ein versuchter schwerer Diebstahl zur
'ast. Die Angeklagte will aus Not zur Verbrecherin ge⸗
vorden sein. Unter Zubilligung mildernder Umstände er—
ennt das Gericht auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 4
Monaten. — Der jugendliche Arbeiter Friedrich Sch. zu
Zaarbrücken machte sich des Diebstahls von verschiedenen
„chreibutensilien, Heften, Büchern,“eines Taschenmessers u.
iner Geige schuldig. Am 21. April mißhandelte der An—
zeklagte in der Nähe von Wehrden den Matth. H. Sch.
vird zu Gesamtaefänanisstrafe von 2 Machon Gekfzagnie
—VX
Ersatz für Fleisch.“ Ju Anbetracht der zu erwarten⸗
den Teuerung und der hohen Fleischpreise macht die Eisen—
zahnverwalfung tn einem Erlaß an die Bediensteten auf
»en Bezug von Seefiischkonserren aufmerksam. Es wird
usgeführt, daß die Jischkonservenindustrie jetzt in der Lage
st, den Seefisch mit der vollen Erhaltung seines Nähr—
vertes und feiner leichten Verdaulichkeit aus mannigfachste
ürt zu lonservteren. Dabei? wird besonders daranf hinge⸗
niesen, daß die Fisch“fonserven keine fortige Speife von ka
seen MsRrnmort MGer-Dumme
Jungenstreiche. Gestern wurden mehrere
unge Kerls adgefaßt welche in unmittelbarer Nähe des
Valdes leichtsinnigerweise ein Feuer angezündet hatten.
Hitzschlag. Cin 82 Jahre alter Verteran erlitt gesierr
nn Jägersfreude einen leichten Hitzschlag, Da sofort Hilfe
zur Stelle war, konnte dein Maͤnue derart geholfen wer—
)en, daß er auf einem Wagen seinen Heimweg nach Her—
ensohr antreten konnte.
Eine Betriebsstörung eutstand gestern Nachmittag
anf Schacht 3 durch Reißen der Seilscheibe bei der Förde—
rung. Das Defektwerden wurde sofort bemerkt und war
ꝛs dadurch möglich, den Fehler zu beheben, ohne daß grö⸗
zerer Schaden an Materialien entstand. Die Mittagschich
onnte nicht durch den betreffenden Schacht befördert merden
deute früh ist die Störung wieder beseitigt, sodaß der Be
rieb wieder vollkowmen im Schwunge ist.
Saarbrücken, 9. Sept. Als gestern die 17 Jahr
alte Tochter eines Straßenbahnschaffners mit einer Freun
nin neckte, rutschte erstere aus und fiel so unglücklich, daß
der Sturz eine Gehirnerschütterung zur Folge hatte. 4
Snlzbach, 9. Sept. Anläßlich der Kumes wird am
nächsten Montag auf der Grube Sulzbach und Altenwald
nicht gearbeitet.
St. Ingbert, 9. Sept. Unehrliche Kameraden betreiben
seit einiger Zeit in hiesigem Grubenschlafhaufe ein Diebes
handwerk.“ Mehrere Schränke wurden n letzter Zeit er—
orochen und Geldbeträge bis zu 40 Mark entwendet. Bis
jetzt ist man den Dieben noch nicht auf der Spur.
Altenkessel, 9. Sept Infolge Genusses von Trauben
st eine ganze Familie schwer erkrankt.
Merzig. 9. Sept. Vermißt wird seit om Donnerstag
»ie 22 Jahre alte Tochter der Familie Hein. Das Mäd—
hen litt seit einiger Zeit an Schwermut.
Bliesen, 9. Sept. Aus dem Fenster eines 2. Stockes
türzts ein Veteran, derart, daß der lot alsbals eintrat
Er besuchte am Sonntag das Kriegerfest in St. Wende
ind Montag früh fand man den Bedauernswerten mi
erbrochenen Gliedern auf der Straße liegen.
*Aachen, 8. Sept. (Die Maul⸗ und Klauen
e uch e) Nach amtlicher Feststellung herrschte am1
September die Maul⸗ und Klauenseuche in 995 Gehoͤf
en des Regierungsbezirks Aachen.
* Mauen, 8. Sept. (ueber fahren. In der
Nähe der Station Polch wurde ein eiwa 20 Jahre al⸗
er Mann vom letzien Abendzuge überfahren und ge⸗
ötet. Die Persönlichkeit konnie noch nicht festgestellt
verden, ebensowenig ob ein Unfall oder Selbstmord
porliegt.
* Duisburg, 8. Sept. (T yphus.) In Groß-Duis
zurg tritt in der leßten Zeit der Typhus stark auf. In
den Krankenhäusern sind 12 Typhuskranke und sech⸗
Typhusverdächtige untergebracht.
* Aus Sessen, 8. Sept. (V ergiftet. Achtzehn
in einer Dreschmaschine in Wolfterode beschaͤftigte Per
onen erkrankten nach dem Mittagessen unter Vergift
ingserscheinungen. Man nimmt an, daß verdorbene
dartoffelsalat die Ursache gewesen ist. Der schnell her
eigerufene Arzt konnte den meisten Linderung ver
haffen. Einige schweben jedoch noch in Gefahr.
*Wiesbaden, 8. Sept. (BVBerhafteterKechts
inwalt.) Von der Straße weg verhaftet wurde der
iesige Rechtsanwalt Gueth. Er soll ihm anveriraut
Vertpapiere in Höhe von 38 000 Mark durch einen
Dritten haben verpfänden lassen und das Geldb zu
vrundstücksspekulationen verwandt haben. Die Ange
egenheit erregt hier, da Gueth zu den bekanntesten
Inwälten zählte und auch im politischen Leben ein
dolle spielie — er war als fortschriitlicher Reichstags.
andidat in Limburg aufgesielli — großes Aufsehen. In
er Augelegenheit fieht noch eine weilere Verhaftunç
evor. Gueth hat bereits ein Geständnis abgelegt und
— —
— — — — — — — ————
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Berlin, 8. Sept. Die deutsche Antwort lehnt sich, wie
er L. A. hört, an die französischen Vorschläge vielfach an
ndem sie deren Text folgt und zu verschiedenen Punkten
zegenvorschläge macht, die dem Standpunkt Deutschlands
nehr gerech‘ werden und auf die man in Paris bei einiger
naßen guten Willen eingehen könne. Es wäre aber völlig
rrtümlich, anzunehmen, die deutsche Regierung habe den
Wunsch ausgesprochen, die französische Antwort bis zu einem
gewissen Tage zugestellt zu erhalten. Ein solcher Wunsch
iegt nicht vor. Vielmehr sieht man hier der Rückäusserung
Frankreichs mit Ruhe entgegen, ohne hierfür einen Termin
n Aussicht genommen zu haben. Für die Formulirung der
»eutschen Gegeavorschläge hat das Auswärtige Amt die
Zeit von Montag Nachmittag bis Donnerstag Abend, somi
nur einen Zeitraum von vier Tagen in Arn spruch genom⸗
nen. Man wird daher in Paris kaum sagen können, in
Berlin erlitten die Verhandlungen eine Verzögerung.
Ostende, 8. Sept. Die Teuerungskrawalle in Ostende
viederholten sich heute stärker als je. Zahlreiche Butter—
sändlerinnen wurden von der durch die hohen Preise er—
itterten Menge mißhandelt. Es wunden ihnen die
leider vom Leibe gerissen, die Waren verdorben? und die
dtensilien zertrüummert. Die angegriffenen Butterhändle—
rinnen wollen sich aber nicht länger passiv verhalten
ondern mit Verstärkung nach Ostende zurückkehren und
Vergeltung üben. Es wurde eine Anzahl Verhaflungen
⸗orgenommen.
Königsberg, 8. Sept. Infolge beunruhigender Ge⸗
üchte zahlte die Königsberger städtische Sparkasse gestern
über 200.000 Mk. zurück Misch heufe hielt der Ansturm
an.
Dresden, 8. Sept. Seit heute Vormittag erfolgt au
den Spar⸗- und Kredit⸗Verein in Radeburg ein Sturm
Es wurden Spareinlagen in der Höhe von 60,000 Mk
abgehoben. Den Anlaß zu diesem Tun bildete ein In⸗
erat, das gestern Abend in einer Oresdener Tageszeitung
zrschien und in dem es hieß, daß durch Generalverfamm
ungsbeschluß der Spar⸗ und Kreditoerein in Radeburg
uufgelöst worden sei und daß er keine Spareinlage mehr
innehme. Die Spareinlagen würden innerhalb 8 Tagen
urückgezahlt. Wie sich heraussielte, ist das Inserat von
einer nicht festzustellenden Persönlichkeit dem Blatte zuge⸗
sandt worden. Die Staatsanwaltschaft hat alle Schriltte
ergriffen, um den Täter ausfindig zu machen.
Nizza, 8. Sept. Heute hat sich hier eine schwere Bau—
datastrophe ereignet. Der in der Ausführung begriffene
Theaterneubau stürzte während der Arbeit teilweise ein und
oegrub zahlreiche Arbeiter unter sich. Etwa 40 Personen
liegen unter den Trümmern. Mehrere wurden bereits als
Leichen, andere schwer pꝓerletzt herausgezogen. Vor dem ein—
gestürzten Gebäude spielten sich herzzerrreissende Szenen ab.
Perpignan. 8. Sept. Täglich treffen aus Nordpanien
zahlreiche Familien an der Französischen Grenze
in. die wegen der dort herrschenden Cholera ihre Heimat
luchtartig verlassen. Die kranzösischen Sanitätsbehörden
reffen umfassende Maßnahmen, um eine Einschleppung
der Seuche nach Frankreich zu verhindern. In Catalonier
herrscht die Eholera besonders, am schlimmsten in de
Irtschaft Zentrell. Das dortige Spital ist mit Kranfe
horfürtt han denen durbschruuttin 15 Mynza storho—
Düsseldorf, 9. Sepl. Ein Schleppdampf
Raab, Karche u. Cie. in Duisburg und der 2
hann Michels der Firma Ristelhuber in Köln stih
abend bei Worringen aus bisher nicht ermit N?
in tiefem Fahrwaffer mit furchtbarer Gewali ß
Die Frau des Besitzers Johann Michels mit it
Kindern und ein auf dem Schiff bediensteter
sich auf Deck befanden, wurden ins Wasser geschi
ertranken. Die Leichen konnie nicht geborgen wa
Dampfer wurden ans Land geschleppt.
Stettin, 9. Sept. Bei derm uuweit Stettin
Oörschen Mescherin ereignete sich ein schweres J
glück. Der Fabrikbesitzer Loof mochte gestern hie
Frau und 2 anderen Versonen in seinem Motor Kin
Spazierfahrt. Bei Mescherin begegnete demn
Schleppzug. Das Steuer des Mortorbootes solde,
habven und das Fahrzeug wurde auf eine Ver“e
trosse des Schleppzuͤges getrieben. Das Moton
erte infolgedessen und seine insassen fielen ins W.
Personen konnten durch die Mannschaft des Sch
Jerettet werden. Die Frau des Fabrikbesitzers e
Paris, 8. Sept. Die deutsche Antwort befr
leitenden französischen Kreisen nur in geringem
weil sie die hier erwarteten Garantien für Deu—
Nichtinteressiert sein in Marokko vermissen läßt u
die Ansprüche im Kongo zu hoch erscheinen. De
wird Frankreichs Rückäußerung ausfallen, aber die
abzubrechen daran denkt hier niemand. Bisher
allerdings nur die mendenz der deutschen Autuet
Ihr Wortlaut wird erst Anfang nächfter Woche erß.
Paris, 9. Sept. „Echo de Paris“ berichte h
wahrscheinlich ein Ministerrat zusammentreten wiree
die Gegenvorschläge Deutschlands zu prüfen .Nachd«**
selben vorher von Ministerpräsident Callaux, dem?
des Auswärtigen, de Seves, und dem Kolonial—
Lebrun einer eingehenden Meffung unterzogen
nd
Paris, 9. Sept. „Echo de Paris“ schreibt: M
präsident Caillaux hatte gestern eine längere Ko
mit dem Minister des Auswärtigen, de Selbes unt
auf mit dem Kriegsminister. Mun weiß, daß der Ko
hef sich nach den großen Mansvern begeben wird.
die Frage der Entlassung der Reservisten anbetrifft,
lärte der Kriegsminister nach der Konserenz mit Ca
Deutschland entlasse seine Reservisten unter denselben
dingungen und an denselben Tagen wie wir, näml
24. bis 26. ds. Mts. Die Frage der Beibehaltung
Klasse unter den Fahnen wird also im diesem Aug
ihre Lösung erhalten, wenn sie eine solche erhalten
Diese Crklärungen scheinen ausgelegt werden müsse.
die französischen Regierung in dieser Frage Dents⸗
Beispiel befoigen wird.
Paris, 9. Sept. „Matin“ schreibt: Man weiß
Deutschland für seine industriellen und Grubenunter
ungen gewisse Privilegien in Marokko beansprucht.
wenn Frankreich wollte, so wäre es ihm unmöglich
lich dieser Punkte Deutschland angenehm zu sein. Wi
Deutschland sich berreil erklärt, uns in Marokko n
Butdünken schalten und wallen zu lassen, so ist es wa
cheinlich, daß die übrigen Signatormächte der Akte 4
Algeciras ihrerseits sich diesem Vorgehen anschließen werF.
aber unter der Bedingung daß Frankreich der Entwicklm?
hres Handels in Marokko nichts iu den Weg legt un
daß alle Länder dieselben Freiheiten und dieselben w
schaftlichen Rechte in Marokko besizen. Wenn wir Deut“
land Prioilegien zugestehen, so ist es selbstverstäudu⸗
daß die übrigen Machite dieselben Vorrechte für sich ba
fpruchen.
Paris, 9. Sept. „Matin“ berichtet aus London
offiziellen und diplomalischen Kreisen besteht über die den
ranzösischen Besprechungen die größte Diskretion. Niem
scheint ein politifches Geheimnis besser gewahrt worden
sein, als bei der jetzigen Krise. In diplomatischen Hre
legt man großen Optimismus an den Tag, dagegen me
sich in Handels— und Finanzkreisen große Nervofirat bein
bar wegen der Dunkelheit, worin man bezügl. der E
wicklung der Unterhandlungen tappt.
Paris, 9. Sept. In Rabat in Marokko explodie
zestern vormittag eine Quantität allen Schießpulvers d
aus der Festung nach einem Fort transportiert wurde. E
Artillerieoffizier und 2 Mann der Marineinfanterie wur“
getötet, 1 Infanteriehauptmann, 2 Moann und ein Sene
schüte erlitten schwere Verle“
7 — t — —
—Ar Gottes diens.
14. Sonntag nach Trinitatis den 10. Sept. 1911
Dudweiler:
8.— Uhr Pfarrer Trommershausen.
10.— Uhr Pfarrer Schmidt.
11.15 Uhr Christenlehre derselbe.
Herrensohr:Jägersfreude:
9.30 Uhr Pfarrer.
10 2 1ru — 3
Viel Futter — viel Vieh, viel BVieh — viel Geld
daneben aber auch noch mehr und besseren Dünger furd
zanze Wirtschaft. — Wenn sich heute ein Landwirt da übe
veklagt, daß seine Viehhaltung keinen Nutzen abwirfi, so is
in den meisten Fällen einzig uͤnd allein der betreffende Land⸗
wirt selbst daran schuld, weil er seine Wiesen und Jattei—
felder so stiefmütterlich behandelt. Bei sorgfältige Pflege
sowie richtiger und reichlicher Düngung gerade diefer Gind⸗
stücke ist sehr wohl ein Gewinn aus 'der Viehhaseng zu
erzielen; zumal bei den heutigen Viehpreisen.
Wie gut sich beispieisweise eine in richtiger Weise aus
geführte Wiesendüngung verlohnt, zeigte sich erst im Somner
1909 wieder bei Herrn K. Hoffmann, Landwirt in Achern
Kreis Saargemünd, der seiner tonigen Wiese mit tonigem
Untergrund eine kräftige Düngung mit Thomasmehl und
Kainit gab und zwar auf1 ha 600 kgThomasinehl und
400 kg Kainit. Zum Vergleich blieb ein Teil der Wiese
o hene Düngung. — Bei der Heu- und Grummeternte wurden
dann die Erträge von jeder der beiden Parzellen für sich ab⸗
gewogen, wobei sich folgendes lehrreiche Ergebnis heraussiellte
Der ungedüngte Teil brachte vom Hektar 4860 7g9 Heu
und Grummet zusammen. Dort, wo dagegen krästig mil
Thomasmehl und Kainit gedüngt worden war, wurden jedoch
vom Hektar 6940 kg Heu und Grummet geerntet, also ein
Mehrertrag von 2080 kg Futter im Geldwert von über
120 M. — Nach Abzug der Düngungskosten verblieben
noch rund 80 M. Gewinn vom Hektar. Offensichtlicher
'ann wohl kaum nachgewiesen werdem wie sebr sich
diese Weise eire Dingung sohre
— — —ñ ⸗ñ——
Bekanntmachung.
Dem Polizeisergeanten Reinhold Flegel zu Dudweiler
Saarbrückerstraße ist ein Jagdhund zugelaufen.
Derselbe kann gegen Erstattung der entstandenokufterkosten
bei dem p. Flegel abgeholt werden
Zn dweiler, den 9. September 1915
——Polizeiverwe..u
—— ——