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Amtli itati ũ Mit zwer Beil agen:
Amtliches Publikationsorgan für den it zwei Beil agen:
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Bürgermeisterei-Bezirk Dudweil Sonntagsblatt und Heitere Blätter.
—D J.Unterkeller Dudwen⸗ Verantwortlich für die Schriftleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenieil Karl Unterkeller
seder Abonnent ist mit 500 M. gegen Tod durch Unfall bei der Nürnberger Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Isder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnberger Lebensversicherungsban? anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stunden nach dem Unsal in urziiiche
zehandlung begeben. Todesfälle müssen sofort spätestens aber innerhalb48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebrach twerden. Über die Voraussetzung der Versicherung geben die Versicherungsbedinc ·auß, die vom Verlae⸗ od. von der Nürnberger Lebensvenß*ngsbank zu bezieh⸗nsind.
Int 205 Samstag, den 26. August 1911. 24 Ahrgang
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üstung der Infanterie-Truppen mit Fernsprechgeräte. Untersuchungen dienstvar gemacht wird. Auch wird eine
oird im diesjährigen Kaisermanöver zum ersten Ma meteorologische Station in demselben errichtet werden.
ur Geltung gelangen Eine wichtige Rolle soll den Das Laboratorium steht unter der Führung von Dr
draftwagen zufallen. Nicht nur, daß die Verpflegung Dermann.
er Truppen und Pferde durch Kraftfahrlastzüge durch *Ein aufgefischter Aeroplan. Die Trüm
eführt wird, auch die Beförderung der fremdlaͤndischer mer eines Aeroplans wurden vor dem Kap Croisette
Afiziere soll durch Kraftwagen geschehen, und ebense südlich von Marseille von Fischern aus dem Meere ge—
»llen den Generglkommandos und den Schiedsrichterr zogen. Man nimmt bestimmt an, daß es sich um di—
kraftwägen zur Verfügung stehen. Ferner sind Auto— Ueberreste des Bleriot-Apparates handelt, mit dem der
tobil⸗Omnibusse. die je 30 Mann fassen und in der Leutnant Bague im Juni den Flug von Nizza nad
ztunde 28 Kilometer zurücklegen können, zur Beförde der Insel Korfika unternahm. Seitdem war der Flie
ung von Truppen zu taktischen Zwecken vorgeseben. ger verschwunden.
TA7 — *Postdienst mit Aeroplanen. Nächsten
Zur Marokkofrage. —— beginut der —F Bꝛes ——
4 3.535 wischen London un indsor. e notwen
errn einem. Letartilel über die Marottofrage vbe u n sind von der Postverwaltung ge
nerkt die ministerielle Londoner „Westminster Gazette“, S 8 aͤe werden im pacn
frankreich habe England dafür entschädigt, daß es sein troffen wor vn — Flugapparate wer
linsprüche auf Marokko aufgab. Deutschland sei dahe von Windsor lan en — ů[
uch IX5 — Kompensation zu sordern. Das WBerime iazes.
canzösische Publikum sträube sich natürlich, Territoriun Der faliche „Graf“. Ein nettes Polizeiflückcher
ufzugeben, über das seine Fahne weht. Abere pat sich in Kifsingen zugetragen.Faͤhrt a en 0
väred n m, dieses Gefühls halbe redi zen Tagen ein Badegast nach Kissingen. Am Aben!
dons 4J Je rung, enes Machtkreiste? begibt er sich in Begleitung seiner Franu in ein bekann
unv * hindern. Verzögerungen mögen eintreten tes Bierlokal. Unterdessen sucht die siudige Polize
ber, J sei nicht zu glauben, daß der europäisch iach dem ausgebrochenen Heiratsschwindler und Hoch
xi,e de,gest ö rt werr dee, Richts stehe auf den tabler Graf de Pasfye mit richtigem Ramen Sch
piel, daß einen der Beteiligten oder ihre Anhänge: mangt. Und der keuflische Zufall will es, daß da⸗
azu berechtigen könnte, die unberechenbare Gesahr eines Auge des hi. Hermandad unlen anderen auch prüien
ur opäischen Krieges zu lausen. Der Gedanke, der be nufs unseren Fremdling fällt, ver, einen Beher vie
inigen deutschen Zeitungen vorherrsche, daß Englan por fich sich im trauten Gespräch mir einer Dame be
rankreich zu einer aggressiven und unvernüustigen Hat indel. Das ist verdächtig! Weiß Gott, das ist der ge—
ing aufreize, sei grundlos, wie auch der Gedanke, Eng — —
Ino erschwere ein Arrangement, um Deutschland ar menwelt hat er auch schon wieder im Garn. Der Bar
er westafrikanischen Küste einzueugen. „Unser Ra: ist zwar ganz anders, wie in dem Sieckbrief beschrie
n Frankreich'“, schließzt der Artkel, „geht dahin, ben, doch hat das bei den Verwandlungskünsten unse
inen ehrenhasten Abschluß der Verhandlungen allein ter heutigen Verbrecher nichts zu bedeusen. Inmn Niu
m Auge zu behalten und micht zu knickern, wenn var die Gasse besetzt. Gewiegte Kriminaler erwoger
s wirllich dessen sicher ist, was es erhält.“ hre Plänue. Ein Uniformierter vertauschte im Restau—
London, 25. Aug. Das Fachblatt „Bankers Ma— zant rasch sein Kleid mit den des Wirtes. Eine Men
azin“ berichtet, daß seit dem 241. Juli die Börsen— chenmenge sammelte sich an und harrte der Dinge, di
qa piere insolge de Marokkokrise eine Ein— »a lommen sollten. Der Gast trat den Heimweg an.
u ße von 73 163 000 Pfund Sterling ersahren ha— Die Sicherheitsorgane folgten ihm. Soeben wul er sich
en. Das Blatt fügt hinzu, daß alle Geschäfte der rufs Lager werfen, da klopft es an die Zimmertüre
zicherung des Friedens bedürften, daß aber bisher die Aufmachen! ertönt es von außen. Wer ist denn dal
jiinanzkreise keine dahingehende Versicherung gemacht die Polizei! Zu Tode erschrocken öffnet die Dame um
aben. zerein tritt ein Wachtmeister. „Sie sind der Hochstaple
zchimangk und sind verhaftet!“ Der so Angeredete wirt
eichenblaß. Zitternd holt er eine Karte hervor, durd
ziie er sich als ein Nürnberger Armenrat legitimiert
die weiße Gesichtsfarbe des Armenrates geht mittler
veile auf den Wachtmeister über. Die Gemahlin brich
n helles Lachen aus. Der Wachtmeister entfernt sich
nter vielen Entschuldigungen. Ihm schließen sich die
oftierten Schutzleute an. Fünf bewaffnete Sicherheits—
nänner verlassen das Wohnhaus des frie⸗dfertigen Ar—
tenrats. Der Armenrcit aber war von dem Verdacht
18 Heiraisschwindler und Hochstapler gereinigt. Got
Irpheus wollte ihn an diesem Abend troßdem nicht ir
eine Arme nehmen.
Tie Grnüserechnung des Exschahs. Aus Wiern
vird geschrieben: Ehe sich Exschah Mohammed Ali au
einen Eroberungszug nach Persien begab, der geger
väriig die internationale Politik so lebhaft beschäftügt
yeilte er belanntlich durch einige Wochen als schlichte
ßrivatmaun im strengsten Inkognito in Baden bei Wier
Inter dem Namen Chalik wohnte er mit zwei Frauen
wei Kindern und einer kleinen Suite in der Rainer
masse Nr. 4. An den Badner Aufenthalt des Exschah—
rinnert nun eine Klage, die beim dortigen Bezirksge
ichte gegen Mohammed Ali eingebracht ist. Kläger ij
in Viktuclienhändler, dem ein Betrag von etwäa 7
dronen für Obst und Gemüse, die die Haushaltung de—
ücichahes konsumiecrt hatte, unbeglichen geblieben war
Der Kaufmann sandte dem Sekretär des Erschahs einer
blahnbrief, den der Sekretär jedoch mangels genügen—
z»er Kenntnis der deutschen Sprache nicht verstand und
inbeachtet liegen ließ. Daraufhin wurde die Klage
ingebracht. Zur Verhandlung erschien auch niemand
ind so wurde der Badner Advokat Dr. Ernst Bausec
um Ahmesenhoeitsturator FKür den 6 ⸗rannt. Un
oerr Ungen —E ι—, woran er mich
tets erinnert — wenn das Leutnantsbärtchen nicht wäre —
m ein Gemälde, den Tasso darstellend, oder irgend so ein
omantisches, klassisches Menschenkind, der Byron als früh—
erstorbener Götterliebling kann's auch gewesen sein. Ich
ringe es nicht, mehr zusainmen nach den langen Jahren.
sa, jedenfalls hatte die Idealfigur, die ich meine, dieselbe
Nelancholie um Stirn und, Augen, wie unser Freund
Zartmann. Uberhaupt auf dem Ganzen hier — finden
S„ie das nicht auch, gnädige Frau — liegt so was Düsteres,
zchwermütiges, eine sonderbare Luft. Ich verehre Frau
dartmann gans außerordentlich, ich habe manches von ihr
gelernt, wie ein Schulbub vom Schulmeister — geniere
nich durchaus nicht, das einzugestehen — aber klug werde
ch nicht aus ihr, und nahe kommt man ihr nicht, um
tkeinen Schritt näher, als vor zwanzig Jahren. Wie
sesagt — eine sonderbare Luft in Niederloh.“
VLeonore hörte ihm schweigend zu. Versonnen folgte
hr Blick den Rauchwölkchen von Boltins Zigarre. Was
ex da sagte, hatte sie selbst fast ebenso empfunden. Aber
ziese Schilderung von Lothar! Wie ein Schmerz klang
zos in ihrer Seele nach. Immer erschien ihr dieser Ernst
reben aller heiteren Zugendfrische als Lothars liebens⸗
werteste Eigenschaft, wohl auch deshalb, weil er half, den
Altersunterschied zwischen ihm und ihr zu verwischen.
Jetzt aber unter den Worten des redseligen, alten Herrn
an ihrer Seite, in der Nahe dieser seltsam imponierenden,
alle Formen mit feinstem Takt beherrschenden Frau, die
goch so viel zu denken gab, so manche Frage ungelöst ließ,
überkam sie plötzlich tiefe Niedergeschlagenheit — Vor—⸗
ahnung hätte man das mutlose Gefühl nemnen können
aber dagegen wehrte sich ihr gesunder Sinn.
Ich sehe wahrhaftig Gespenster! Und am hellen Tage!
dachte sie verwundert über sich selbst. Das Freudenleere
ist's, was hier so bedrückt. Das fühlt auch der gute
Boltin und kramt nun so romantischen Unsinn aus.
Energisch wies sie die Trübseligkeit und Grübelei von sich.
Um auch ihren Begleiter auf andere Gedanken zu bringen,
begann sie ein verständiges Gespräch über Landwirtschaff
und Viehzucht, und darüber vergaß denn Boltin, sich näher
über Lothar und dessen verhängnisvolle Ahnlichkeit mit
schwermütigen, einem früben Tode veriosstenen Götter—
lieblingen auszulassen.
Charlottens Garten zeigte dieselbe musterhafte Be—
virtschaftung wie ihre Acker. Sie ging sparsam um milt
edem Fußbreit Land, welches der Nutzbarkeit diente. Das
leinste Eckchen des Gemüsegartens wurde gewinnbringend
zestellt; in dem Teil des Parkes aber, der dem Luxut
iente, nahm man dieselhe vornehme Raummnovichmendum