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Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beilagen:
208 * 2 2 . 2 ov
Bürgermeisterei-Bezirk Dudweiler. Fsonntagsblatt und Heitere Blätter.
fernspr.⸗Anschlu Saarbrücken Nr. 69, 259, 269. 1261. Drucku. Verlag: J. Unterkeller, Dudweiler Berorwortlich für die Schristleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenteil Karl Unterkeller
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Fer benmem ist mit oo M. gegen Tod durch Unfall beader Nrnberger Lehe erungsbank in Nürnberg versichert. Jeder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnberger Lebensversicherungsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Gtunde a nach dem Unfall in ärztliche
ehandlung begeben. Todesfälle müssen sofort spätestens aber innerhalba485 nder nach dem Eintritt zur Anmeldung gebracht werden. über die Voraussetzung der Versicherung geben die Bersicherungsbedingungen Aufschluß die n Verlage . von der Lürnberger Lebensversicherungsbant zu bezieh ind.
Nr. 182. Dienstag, den 1. August 1911. 24. Jahrgang *
—— A — — — ——
Ein Tropsen Del.
Wenn nmian den Versicherungen aus Paris, Lon
on und Wien Glauben schenken wortte, so gäbe e⸗
eute kanm ctwas einsacheres auf der Welt, als di
isch franzosische Marolkosrage. Und auch .n Berlin
hian ja wie die Offisibfen versichern, gusen Mute—
ad rechnet beftimmt mit einem „besricdigenden Er—
hnis Man braucht in der Volitik die Dinge nich
sonders tragisch zu nehmen, wenn von allen Seiten
rudie Alarnitrompele geoslasen wird. Indessen ist es
icht minder verdächtig, wenn in so auffütlig süßer Har⸗
dnie beruhigende Psalmen gesungen werden. Und so
arf denn gesagt werden, daß die von England aus
sternommene Beruh'gungsattion zwar für den Augen⸗
lick ihre Wirkung getan hat. Die unbedingt kritische
imation ist geschwuͤnden, aber es frägt sich nur au
»ie lange. Mehr als ein bloßer Tropfen Oel ist auch
ie engüsche Regierungserklärung nicht für das bran⸗
ende Veer der Erregung gewesen und wir sind nach
ie vor pessimistisch genug, an das besriedigende Er—
ebnis der Marokkoverhandlungen nicht zu glauben.
zenigstens nicht, soweit Deutschland in Betracht kommt.
Offiziell ist ja über den Verlauf der deutsch⸗fran⸗
sischen Besprechungen nichts bekannt gegeben worden.
nerhin rechtfertigt das, was die deutsche offiziese
esse uͤber die Ri ktung, in der sich die Ve handlungen
wegen, gebracht hat, im Verein mit den detaillierten
igaben. mit denen die französische Presse auswartet,
e schlimmsten Befürchtungen. Es schernt tatsächlich, als
aus der Fanfare von Agadir eine recht schwächliche
äckzugskanonade für Deutschland werden sollte. Stüch
f Stück ist uns von unseren anfänglichen Hoffnungen
raubt worden Während es für den größten Teil der
utschen Oefsentlichkeit von Anbeginn an feststand, daß
e Marokkofrage nur in Marokko selber gelöst werden
nne, während man von einem „Deutsch-Mauretanien“
äumte, und den Gedanken, daß Marokko Frankreich
lein als Beute anheimfallen könnte, weit von sichk
ies, tauchte unter offiziöser Beeinflussung die Wend—
ig von den „Kompensationen außerhalb Maroklos“
uf. Das rief zwar allgemeine Enttäuschung hervor,
oer schließlich fing man an, sich auch mit dieser Lös—
ng vertraut zu machen, in der Hoffnung, daß dann
enigftens die Kompensationen auch wirklich ein gerech—
er Ausgleich sein würden für den ungeheuren Zuwachs,
en Frankreich durch Erwerb Marokkos erhielte. Aber
uch diese Heffnung schrumpfte von Tag zu Tag zu—
ammen Biäss schließlich allen Ernstes die Nachricht auf—
ruchen konnte, daß die französische Kompensation am
dongo dadurch ausgeglichen werde, daß wir Togo,
nsere augenblicklich aussichtsreichste, am besten rentie—
ende Kolonie, an Frankreich abtrelen wollten. Und auf
iese ungeheuerliche Nachricht erfolgte nicht sofort ein
nergisches offizielles Dementi, aus einer offiziösen Aus—
aissung ging vielmehr hervor, daß die Abtretung Togos
ei den Kompensationsverhandlungen tatsächlich Gegen—
and der Besprechungen gewesen sein mußte.
Wenu man sich das alles vor Augen hält, fällt es
hwer, mit optimistischen Erwartungen dem Ergebnis
er Verhandlungen zwischen dem deutschen Staats:sekre—
ir des Auswärtigen und dem französischen Botschafler
aigegenzuschen. Aus den Erklärungen des englischen
zremiers geht deutlich hervor, daß in London der Ge—
anke einer Aufteilung Marokkos nicht für diskutabel
rachtet wird. Der Traum von dem Deutsch-Maureta—
nien muß also endlich fallen gelassen werden. Bleibt
iso nur der so wie so wenig sympathische Ausweg der
dompensationen außerhalb Maroktos. Und wenn diese
ich in den engen Grenzen bewegen sollten, wie es nach
en — durch deutsche offiziöse Angaben leider halb und
„Jalb bestätigtet — Angaben der französischen Presse
den Anschein hat, dann wäre das ein Ausgang der so
nergisch und vielversprechend angelegten deutschen Ma—
otto⸗Aftion, der im deutschen Volke, bei allen Partelen
ind in allen Schichten, als eine demütigende Nieder,
age empfunden werden müßte.
Der Kaiser hat seine Nordlandsreise beendet und
im Sonntag-Abend sind der Reichskanzler und Herr
»on Kiderlen auf der Hohenzollern“ von dem Monar—
Ausgestoßen.
sRoman von A. Marbyw.
Nachdruck verboten
Er sorgte un—
iblagig sur das Beyagen jserner Schweser, stellte seine
anze Zeit in den Dienst der beiden Damen. Er las ihnen
or, erzählte aus seinem Wanderleben ernste und heitere
Fpisoden, und fuhr unermüdlich Frau Agathe im Garten
imher. Nur im Walde, wie auch bis zur Heilquelle und
urüch, führte Gumal den Rollstuhl; dann schritten Gerhard
ind Maria nebenher.
Der Gelehrte beobachtete mit gehelmer Freude die
vohltätige Veränderung, welche unter dem Einflusse des
riedlichen Stilllebens auch mit dem jungen Mödchen vor—
ing. Als ob ein schwerer Drud, unter dem sie im stillen
eseufzt, von ihr abgefallen, so atmete Maria sichtlich auf.
der rätselhafte Zug tiefer Schwermut, der nach Gerhards
lnsicht durchaus nicht in das junge Antlitz gehörte, wich
ast ganz einem frohsinnigen Ausdrud.
Gleich Burghausen gehörte auch Maria zu den Früh—
wfstehern. Da nun die Freifrau auch in S., treu ihrer
ßewohnheit, spät ihr Lager verließ, sahen die jungen
dausgenossen während der Morgenstunden bis weit in den
zormittag hincin, sich auf ihre gegenseitige Gesellschaft
ngewiesen.
zFrau von Ellingen erhob gegen den freundschaftlichen
Ferkehr zwischen ihrer Gesellschafterin und Gerhard keinen
kinwand. Freilich wäre er ihr weniger unbedenklich er—
chienen, hätte an Stelle des Bruders ihr leicht entzündli—
her Sohn gestanden. Ihm hälte die argwöhnische Mutter
as tägliche stundenlange Alleinsein mit dem schönen Mäd—
)en nicht gestattet, doch für den verständigen Bruder lag
»arin keine Gefahr. Wie sie ihn zu kennen glaubte, hielt
e sich überzeugt, er würde für eine dienende Persen, und
yaͤre sie die Liebenswürdigkeit selbst, niemals ein tieferes
nteresse fassen. Marias eiwalge Empfindungen kamen für
ie stolze Freifrau nicht in Vetracht Erwachte in der
ungen Seele ein wärmeres Gefühl, war dies schlimm für
as arme Geschöpf, es mußte dann versuchen, damit fer⸗
ig zu werden. Uebrigens schien das Mädchen, nach heim—
chen Beobachtungen zu urleilen, nicht leicht dummen
nhildungen Maum au nebe z3 war rtne
Vert Cuuigei oroen. Vs ware oringendo zu wun—
chen, daß möglichst schnell irgend eine anittiche deut—
he Kundgebung über den gegenwärtigen Stand der
darolkovperrandlungen ersoge. Die Kundgebung könite
2 gehalten sein, daß die gebotene Distresson gewahrt
liebe und nicht störend in den Gang der Verhandlun;
en eingegriffsen würde. Es gilt vor allem, das deut
he Volk zu bernhigen, das Anrecht von 60 Millionen
u wissen, wie die Dinze eigentlich liegen, zu befriedi
en. Und wenn es auch nur durch ein Dementi der
anzösischen Pressemeldungen über das angebliche Er—
ebnis der Berliner Verhandlungen geschähe.
Die gütigst von London aus zugestandene Zusiche—
ung, daß England keine Einmischung in die deutsch—
ranzösische Vereinbarungen beabsichtige, falls diese au—
erhalb Marokkos lägen, genügt nicht zur Beruhig—
ung. Wian könnte im Gegenteil in der englischen An—
nraßung, den Verhandlungen von vornherein ein ge—
zisses begrenztes Ziel zu stecken, eher einen neuen Keim
ur Beunruhigung erblicken. Es ist deshalb unbedingt
ötig, daß von deutscher amtlicher Seite her das ver—
ängnisvolle Stillschweigen gebrochen wird. Anderer—
its wird den schlimmsten Befürchtungen Tür und Tor
eöffnet und mit dem Zutrauen, das man auch heute
och der deutschen Regierung entgegenbringen darf, wäre
3 dahin. Und das möchte jeder vermieden sehen, der
in dem vielversprechenden Sichaufraffen unserer Aus—
andspolitik in den Tagen nach dem 1. Juli seine auf—
ichtige Freude gehabt hat.
— — —
Politische Rundschau.
Deutsches Reich.
*z In Gegenwart des Prinzen Ludwig von Bayern
nd des Herzogs von Sachsen-Koburg fand im Kobur—
en Rathause eine Sitzung des großen Ausschusses des
eutralvereins ör ü .
renschiffa hrirnatt. clicher Barat Pon
ad hielt einen Vortrag über den Anschluß des Kobur
gischen Landes an den geplauten Werra⸗Main⸗Kanal
In der Diskufsion sprach Prinz Ludwig vor
bayern über die deutschen Binnen chifsahrtswege und
hre Vorteile für die Bevölkerung. Er trat für eir
Froßzügiges Karalprojetkt von Mün—
hen bis zum Main und auch für den Werra—
haun⸗Kanal ein. Ein jeder Teil des Reiches soll
urch den Bau von Kanälen gewinnen. Die Rede is
rit stürmischem Beifall aufgenommen worden.
* Die bayerischeStaatsregierungschloß
ach vorausgegangenen Besprechungen mit Württemberg
ind Baden vorbehaltlich der landesherrlichen Geneh—
nigung mit der preußischen Staatsregierung einen
zZrantsvertrag, betreffend gemeinsame
Durchführung der Klassenlotterie, ab.,
danach foll die“ preußische Klassentotterie künftig unter
er Vezcichnung Preußisch-nüddentsscheKlhafs—
enlotteri'e fortgeführt werden. In die General—
»otlerie⸗Direktion sollen die drei süddeutschen Staaten
in gemeinschaftliches Mitglied stellen, das von der
ayerischen Regierung vorgeschlagen wird. Der Gewinn—⸗
nieil des bayerischen Staates soll für die ersten fün
fahre der zunächst auf 15 Jahre berechneten Vertrags—
auer 22153 000 M., vom sechsten Jahre an 42 M. für
edes im vorausgegangenen Jahre im Durchschnitt der
eiden Ziehungen abgesetzte Los betragen. Auf. Grund
teses Vertrages kanu Bayern ohne eigenes Risiko au
rhehliche Einnahmen rechnen, ohne daß bei der Ar—
es Beiriebes eine durch künstliche Erweckung der Spiel⸗
ust veranlaßte unwirtschaftliche Steigerung des Spiel—
u besürchten ist.
* Staats ministe Botho Graf Eulenbur,e
ollendete aut Montag sein 80. Lebensjahr. Er
st in Wiclen im Kreise Friedland geboren. Graf Eu—
enburg übernahm, als Bismarck der Ausdehnnng einer
Ztädtes und Gemeindeordnung auf die westlichen Pro—
inzen nicht zustimmte und Eulenburgs Vetter deshalt
e'ne Entlassung erhielt, am 31. März 1878 das Mini
serium des Innern. Hier hat er das Sozialistengesei
Usgecrbeitet und im Oktober 1878 im Reichstage ver.
ꝛidigt. Es folgte dann — J.
ra außer Acht geiajsen. Ze meyr sie ven edlen MRan
n seiner vortrefflichen Charaktereigenschaften willen schäß
en und bewundern lernte, um so lieber wurde ihr seim—
Segenwart. Sie schaute mit unbegrenztem Vertrauen em
vor zu ihm, der ungeachtet seines reichen Wissens so schlicht
ind einfach im täglichen Verkehr mit der armen Waise
ich gab.
Ihm hätte scheu die Mädchenseele, welche ihren inne—
en Reichtum sonst jedem fremden Blick ängstlich verschloß,
ille geheimen Regungen offenbaren mögen. Und doch
annte sie ihn erst seit kurzer Zeit.
Gewissermaßen mochten die freundschaftlichen Be—
iehungen, die ehedem Gerhard von Burghausen, wie dann
päter Maria mit Onkel und Tante Maurer verknüpft,
eide einander zuerst genährt haben.
Wehmütig freundliche Erinnerungen an tausend kleine
Borkommnisse im Weinfelder Doltorhause, die jeder mit
»en teuren Abgeschiedenen durchlebt, boten einen uner⸗
höpflichen Unterhaltungsstoff.
„Also nicht verwandt?“ bemerkte einmal Herr von
Burghausen, auknüpfend an eine Frage, „mir ist, als
ätte ich von meiner Schwester eine derartige Andeutung
»ernommen. Darf ich wissen, Fräulein Techmar, wie Sie
»ie Bekanntschaft unserer würdigen alten Freunde gemacht
saben?“
„Dr. Maurer,“ lautete Marias Antwort, „Jah mich
m Krankenhause zu W. Auf Empfehlung des dortigen
Anstaltsarztes kam ich nach Weinfelden.“
„In W.?“ wiederholte von Burghausen sichtlich über—
ascht. „Traten Sie dort in der Absicht ein, sich der Kran—
cupflege zu widmen?“
Eine leichte Befangenheit malte sich in Marias Zü—
en. — —
en ungehinderten Werteyr mu dem Bruder ihrer Herria
Is einen Vertrauensbeweis der letzteren dankbar anzu—
rkennen. .
In dieser Annahme irrte Frau von Elliagen sich nicht.
a, Maria war dankbar für jede einzelne dieser köstlichen
tunden, die sie in Gesellschast des geistreichen Gelehrte⸗
Abringen durfte.
Nicht allein bildete für ihren Wissensdurst seine ebenso
regende wie belehrende Unterhaltung einen unerschöpflich
rudelnden Quell, noch wohltuender fast wirlte auf ihr
undes Gemüt der Ton achtungsvoller Herzlichkeit, den
5 FA hrer Meeanuftichoft koainen Maen—
Angoreserut. Auch er ram davei in Ronflitt mit den
teichsskanzler und nahm im Februar 1881 seine Ent—
assung. Noch im selben Jahre siedelte er als Ober—
räsident von Hessen-Nassau nach Wiesbaden über. Nock
inmnal wurde er ins Ministerium berufsen, als Capriv
steichskenzler war und 1892 kurze Zeit der Vosten des
zreußischen Ministerpräsidenten von dem des Reichs—
anzlers abgetrennt wurde, wurde Graf Eulenburg Mi—
uisterpräfssident und Minister des Innern. Im Jahr
1894 würde er verabschiedet.
Frankreich.
* Nach privaten Meldungen sollen die französi
schen Reservisten in der Schweiz eine ver
raͤuliche Mitteilung erhalten haben, wonach sie im Falle
iner Mobilmachuüng sich bereit halten sollten.
luch sonstige Anzeichen deuten darauf hin, daß man
n Frankreich imgeheimenmobilisäiert.
diese Alarnimeldung war bis jetzt in Berlin noch nicht
Jekanni. In maßgebenden Kreisen ist bisher noch keine
Pleldung eingelausen und man konnte bis zur Stunde
iuch noch nicht ein Dementi oder eine Bestätigung hier
iber erhalten
Italien.
xmDas Pariser „Journal“ meldet aus Rom: In in
ormierten iralienischen Kreisen teilt man mit, daß die
alienische Regierung von der türkischen Genugtuung
ar einen in einem tripolitanischen Blatte erschienenen
zetzartikel gegen die italienische Armee zu sordern ge—
enke und sich mit dem Plane trage, ein Kriegsschift
tach Tripolis zu entsenden.
Türkei.
*Der Tod des deutschen Botschafters in
Zaris gibt Anlaß zu Gerüchten über ein bevorste
endes außerordentliches diplomatisches Revirement
darnach würden u. a. Rifaat Pascha oder auch Reschit
zascha, jeßt in Wien, nach Paris und Kiachim Bey
etzt in Roͤm, nach Wien versetzt werden. Doch wirt
retzterer ebensalls für Paris genaunt. Anscheinend sol—
en also mit dem Botschafterposten in Paris auch die in
Pien und Rom Veränderungen ersfahren.
Harti.
* Wie der Kommandant des Kanonenbootes „Pelrel“
us Kap Haitien meldet, nahmen die Revolutionäre den
distrist Tibaron ohune Blutvergießen ein, und machen
veilere Fortschritte. Der Kreuzer „Bremen“ ist auf sei—
ner Fahrt nach Haitiin Newport-Newes ange—
ommen und nimmt Kohlen und Lebensmittel ein.
— — —
Zur Marokkofrage.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung! schreibt in
hrer Wochenrundschau: Ueber die Haltung En ge
„ands in der marokkanischen Frage waren
nicht sowohl durch Aeußerungen britischer Minister, wie
urch Artikel der Londoner und Parisfer Presse Zweifel
utstanden. Die auf diese Weise in die europaische Lage
ineingetragene Unxuhe zu zerstreuen, war die Ausf—
abe, die Asquith in der von ihm vor dem Hause deir
zemeinen am' 27. Juli abgegebenen Erklärung gestellt
ar. Der Leiler der englischen Regierung wies die
on Pariser und Londoner Blättern angekündigte Ab—
cht einer Günmischung Großbritannien«as
a Territorigale Abmachungen andere—
zroßmächte über die Gebiete von Westasrika außerhalß
Raroikos als b8willige und völlig grundlost
zrfindung zurück. Diese bestimmte Absage an deutsch
eindliche Drohnoten in der Presse haben wir erwartet
daß daneben Asquith den bereits in einer früheren
zrklärung über Marolko enthaltenen Hinweis auf die
Fahrung der eigenen Interessen Englands in Nordas
ifa unterstrichen hat, kann umso weniger befremden
ils gerade die Lage, welche dem scherifischen Mosch.
nurch Handlungen außerhalb der Aigecicasalle eutsran
en sind, cuch n xrg
u Verhandlungen uiit runtteich nchon bildete uni
—
Die Marokko-Diplamaten. —
Die dentsch⸗sranzösischen Ve ha benungen über die
fo-Augelenenbeit habe rnach rzer Untorbran
Unwillkürlich den forschend auf sie gerichteten Blick
meidend, versetzte Maria leise:
„Als eine hoffnungslose Fieberkranke trug man mich
iber die Schwelle. Schrefk und Schmerz über den plöhli—
hen Tod meiner Mutter hatten mich darniedergeworfen.
Trotz der ausgezeichneten Pflege, die man mir in dem
illen Friedensashl zuteil werden ließ, vergingen Monate
is zu meiner vollständigen Genefung. Das meiste dazu
rugen Papas Besuche bei. Während seiner letten Anwe—
enheit in W. setzte er den Tag fest, wo ich die Anstalt
n seiner Begleitung verlassen sollte. Ach, welche köstli⸗
hden Stunden yofften wir von unserem gemeinsamen Zu—
ammenleben! Es sollte anders kommen. Ein Schlagan—
all raffte ihn dahin. — Statt der Nachricht von seiner
nkunft erhielt ich die Todeskunde.“
„Armes Kind!“ — inniges Mitleid durchtlang Burg—
ausens sonore Stimme. „Vesitzen Sie keinen Bruder,
eine Schwester?“
Der kleine blonde Mädchenkopf senkte sich so tief,
aß der flüchtige Kampf in dem erblaßten Antlitz sich
zerhards beobachtendem Blick entzog, er gewahrte nur die
räuen, welche aus den dunklen Wimpern auf die inein—
adergeschlagenen schmalen Hände niederfielen.
Von unnennbaren Empfindungen durchzuckt, trieb es
n, die schmerzbebende Gestalt an sich zu ziehen; er mußte
ewaltsam an sich halten.
So beachtete Gerhard nicht, wie lange Maria mit der
intwort zögerte, erst der seltsam bedecte Ton, in wel—⸗
jem sie endlich ein kurzes „Nein“ hervorstieß, ließ ihn
etroffen auffahren.
„So jung noch — und schon verwaist in der Welt,“
agte Burghausen bewegt — „es ist ein Schicksal, dessen
zärte ich verstehe und mit Ihnen fühle.“
„Ich weiß es, Ihr edles Herz ichlägt für alle, die da
iden.“
Sie würden mich stolz machen mit Ihrem Lob, wüßte
ch nicht, daß Sie ein solches in höherem Maße verdienen.
Aber was Khr eigenes Leid anbetrifft, wäre es mir tröst⸗
ich zu hören: der rauhe Schlag ist überwunden! Wenig—
tens,“ fuhr Burghausen auf ihr trauriges Kopfschülteln
ebhaster fort, „änftigte es sich im Anschauen fremden
Elends, denn ich irre wohl nicht, in der Annahme, daß
ia im Bewußtsein Ihrer Verlassenheit den Entschluß faß—
—ν wideten“
lunueyr iyren Forrgung genonmen. Ein Letl oer;
Presse gelangt auf Grund diplomatischer Informationen
ereis zur Anuahme, daß Deutschland und Frankreich
ich in den haupisächlichsten Punkten bereits geeinigt
sälten, und daß nur noch einige formelle Fragen zu re—
Jein blieben. Doch erscheint diese Auffassung doch et—
das verfrüht und recht optimistisch, denn man hat es
segenwärtig noch immer mit einer Lage zu tun, die,
venn sie nicht vorsichtig und klug behandelt wird, Fol⸗
ien haben koͤnnte, die in gar keinem Verhältnis zu den
imnläfsen stehen würde, die sie herbeigeführt haben. Wird
ie aber klug und vorsichtig behandelt, dann dürfte sie
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ν nοg MuιιQααανα
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αASquim αααα LBertit
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u einem dauernden besseren Einvernehmen zwischen al—
en beteiligten Mächten führen. Glücklicherweise ist gu
er Grund zu der Annahme vorhanden, daß die Diplo
nalie nach einigen Tagen der Erregung in ein ruhige⸗
es normaleres Fahrwasser zurücktehren wird, und daß
ie an der Schlichtung des durch den Zwischenfall von
lgadir hernorge usenten Streites beteiligten Diplomaten,
eren Bilder wir beisteheud bringen, in Kürze zu ei—
tem, alle Teile befriedigenden Resultat gelangen wer—
den. Die eigentlichen Verhandlungen werden be
runtlich zwischen dem Staatssekretär des deutschen aus—
zärtigen Anites, Herrn von Kiderlen-Wächter und den
ranzoͤsischen Botschaster in Berlin, Herrn Cambon, ge
ihe
Paris, 31. Juli. Der „Temps“ berichtet wieder
über Kompensationsfragen zwischen Frank—
reich und Deutschland. Deutschland erklärt, politisch in
Marokko nicht interessiert zu sein, ohne sich jedoch sei—
ler ökonomischen Interessen zu begeben und erhält da—
sür als Kompensation eine sehr günstige Regulierung
der deutschen Kamerungrenze. Dazu tritt eine kolonial«
sonvention zwischen beiden Staaten, nach welcher
deutschland seine Kolonie Togo für einen Teil von Ga—
zun eintauscht. Doch behält Frankreich einen Teil der
Atlantischen Küste mit einem Teil von Gabun als einen
franzbsischen Zugang zu seiner Besitzung.
—— —
„Die Oberin, Schwester Frieda, wünschte es. Was
hätte ich auch anders ergreisen, wohin mich wenden sol⸗
en! Ueberdies war ich in der Krankenpflege schon nicht
mehr ganz unerfahren, gewiß meinte ich es auch ernst
mit dem erwählten Beruf, doch mußte er wohl nicht der
ür mich geeignetste sein, er brachte meinem gramerfüllten
Zerzen keinen Frieden, vielleicht hätte die Zeit das ihrige
dazu getan, damals hatte ich dort unsagbar gelitten, wäre
wohl oͤhne Dr. Stahls Zuspruch der Verzweijslung erlegen.
Er riet mir auch, W. wenigstens für ein paar Jahre zu
verlassen; dank seiner Vermittelung beriefen Maurers mich
zu sich.“
„Sie bereuen hoffentlich nicht, daß Sie dem Rufe
olgterte
„Nein, o nein! Die edlen Menschen bemühten sich,
mir Vater und Mutter zu ersetzen. Ihr Haus wurde mir
zu einer zweiten Heimat.“
„Die Sie nur allzufrüh wieder verlieren mußten,“ be⸗
nerkle Burghausen im Tone aufrichtigen Bedauerns. Weiß
meine Schwester um Ihren Aufenthalt im Krankenhause?“
Maria bewegte verneinend den blonden Kopf.
„Warum auch? Wo und wie ich gelebt, bevor ich
aach Weinfelden kam, ist Frau Baronin gleichgültig.“
Sie sagte es ruhig, ohne eine Spur von Bitterkeit,
rotzdem glaubte Gerhardt sie davon erfüllt. In der Ab—
sicht, die kranke Schwester zu entschuldigen, versetzte er
nit überzeugendem Eifer
„Sie dürsen meiner guten Agathe die scheinbare Gleich⸗
ültigleit nicht verübeln. Glauben Sie mir, die arme
ʒelähmte weiß nightsdestoweniger die leichte sichere Hand
hrer Hflegerin nach Gebühr zu schätzen, und ich, Frãu⸗
in Wechmar, der ich tausendfach Gelegenheit habe, Ihre
heduld und Sanftmut zu bewundern, ich fühle mich Ihnen
u unendlichem Danke verpflichtet für die aufopfernde Hin⸗
jebung, die Sie einer Fremden widmen.“
Der innige Ton seiner Stimme drang Maria in das
Herz.
Ich erfülle mr meine Pflicht,“ entgegnete sie ein⸗
ach.
Herr von Burghausens Lob erhrb sie vor sich selbst.
oalcich ihre geringen Kenntniule in der Kranlenpilege iich