Full text : Dudweiler Zeitung

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Umtliches Publikationsorgan für den Mit zwer Beil agen:;
2.25 Mark. 433 3 3 2 2 . F
nan Bbürgermeisterei-Bezirk Dudweiler Sonntagsblatt und Heitere Blätter.
** arbrũden Nr. 69, 259269. 1261. Drudu Verlag: JUnterleller, Dudweiie Berantwortlich für die Schriftleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigemeil Karl Unterkelle
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bonnent ist mit 500 M. gegen Tod durch Unfall bei der Nüurnberger Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Jeder Unfall ist binnen einer Woche nach —— ——
olung begeben. Todesfälle müssen sofort spätestens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebrach werden über die Voraussetzung der Versicherung geben die Versicherungsbedingungen Aufschluß, die vom Verlage od. von der Rürnberger Lebensver cherungsbant zu bezieh⸗*sind.
— — Wwiomag. den ». dui isis ——
Die Neuregelung der
Arbeiterversicherung.

9 ingefü ur u die frerwiruige einer Woche Jagen konnte, ist yeute nicht mehr viel 31
Zusahhnisihehesnrtnd ene Alle —* spuren Es scheint auf einen Bluff, auf einen Finsehuey
scherten konnen in belltebiger Zahl Zusamarken im kerungsversuch Deutschlands abgesehen zu fein. Odo
verte von je M.neindleben. Für iede Zusatzmarke was wollte der iglsche Echatztan zier Vlovd —
»erden beim Eintritt der Invalidität soviel mal 2 Pf. onst mit seiner Rede? Die Tripel⸗Entente⸗ Leute ac
ihrlich als Zusatzrente gezahit, als Jahre seit der Ver. en eben nach einem erprobten Rezept. Fier sin
vendung der Warken verflofsen sinde Die, Zusatzrente ansere Fchwächliche Nachgiebigteit gewöhnt und .tönner
vird wahrend der ganzen Dauer der Invaliditaäͤt neben das plötzliche energische Auftreten Kiderlen-Wächters
er Invalidentkente gezahlt. Beträgt die Zusatzrente nicht verstehen. Der ginmuͤtge deutsche Michel mit der
nicht mehr als 60 Mark Wru so kann sie durch ein allenden Faust, wird im Auslande nicht mehr rech
78 5 rnst genonmmmenk Weil er das sanfte Flötenspiel im
malige Kapitalzahlung abgefsunden werden. Die Grund iieemen enen lewiede,
satze für die Kapitalberechnung seßt der Bundesrat fest. tächtelonzert satt zu haben scheint und auch
— inmal die Trompete blasen will, deshalb die Ver—
In bezug auf die Unfallrente ist hervorzu virrung und Verstimmung. Oder weil man uns nich—
jeben, daß von dem Jahresarbeitsverdienst in Zukunft nehr ernft nimmt, deshalb büfft mante Dienervoös,
1800 Mart Gisher 1800 Mart) voll angerechnet wer dast der letzten Tage, mit der die englischen Diplomaien
en und das Ueberschießende zzu einem Drittel. Fernee 6 Marokkofrage zu behandeln beliebten, sollte dod
ind Betrie bs beamte bis zum Jahresarbe tsverdienst vor nichts anderes als ein Paroli für Deutschlauds Ve
000 Mark versicherungspflichtig. Daneben bleibt Be ehrlichkeit sein. Weil nun aber in Berlin keine ängst
timmung, daß die Gehaltsgrenze durch die Satzun— iche Mine gezeigt wurde, scheint man in London zun
der Berufsgenossenschaft erhöht werden darf, bestehen dachgeben bereit. Die Erklärung, die Asquith am
Berussgenossenschaften sind berechtigt donnerstag im englischen Unterhause zum besten gab,
daftpflichtwersicherungen für ihre Mitglieder einzur chten eugnet alle Einmischungsversuche John /Bulls ab und
ie bis zwei Drittet des Schadens vergüten dürfen; sie vricht lediglich von Wahrung der eigenen Iniekesfen
onnen Rentenzuschuß⸗ und Ruhegeldktassen für Betriebs die Verhandlungen, die gegenwärtig zwischen Deutsch—
eamte, Geuossenschaftsmitglieder, Versicherte, Genossen and und Frankreich stattsinden, wolle man nicht stören.
chastsbeamte und Angehörige dieser Personen errich das hört sich nach den Vor gängen der letzten Tage
en und Arbeitsgerät für Verletzte beschaffen. Die Be echt komisch an. Also hat man in Albion nach dem
ufsgenossenschaften werden verpflichtet, Unfallverhüt nfänglich geräuschvollen Benehmen der Tapferkeit bes—
in gsvorschriften und Vorschriften für das Verhalten den eren Teil erwählt! Das kann uns natürlich recht sein,
bersicherten in den Betrieben zu erlassen. Alljährlich veil unsere Position nun wieder wesentlich gestärlt ist
sjat der Genossenschaftsvorstand Stellung zu nehmen z1 dält Asquith sein Wort, daß er sich in die Verhand⸗
»en Berichten der technischen Aufsichtsbeamten. Zu sol Ingen nmicht einmischen werde, daun wird auch das
hen Beamten können auch Personen bestimmt werden driegsgespenst recht bald verschwinden. Gut wäre es
ie früher in versicherten Betrieben als Arbeiter tätig ber auch, wenn die deutsche Regierung endlich das
daren isher so peinlich beobachtete Schweigen aufgeben und
Die Tenstungen orr undadlve steherung sind erweiter ie Oeffentlichkeit nicht länger im Ungewisfen lasser
adurch, daß die Verletzten bei der Aufuͤahme in ein —— da eeent a ein In
»eianstalt, sosern diese auf Veranlassung der Berufs teresse ararn. zu wi en, wo n A
eno enschaft erfolgt. Anspruch auf Ersaß des entgen Frauttreich hat eine wichtige Entscheidung getrof
enen Arbeitsverdienstes haben. Wenn nach Ablauf de en, womit auch die Krise im franz ofischen Oberkriegs—
Zwöchißen Karenzzeit die Krankenkasse weiter Kranken at vorläusig beendet ist. General Joffre wurde
eld zahlt und den Verletzten für völlig erwerbsunfähit um Nachtolger des bisherigen Generalissimus Mischen
nsieht, hat er auch bei der Berufsgenossenschaft al⸗ mannt und ihm gleichzeitig die Funktionen eines Ge—
ollig erwerbsunfähig zu gelten. Die Berufsgenossen eralstabschess übertragen. Früher teilten sich zwei Ge—
chaften konnen auch Witwenrenten an Witwen zahlen erale in den Oberbesehl. Weil nun diese beiden nich
eren Ehe nach dem Unfall geschlossen wurde, und Kin mmer die gleichen Ansichten hatten, kam es zu aller
errenten für uneheliche und solche Kinder, die aus and Zwischenfällen, die im Ernstfalle verhängnisvoll
iner früheren Ehe stammen und nicht die rechtlich erden konnten. Durch die Ernennung Joffres, wodurct
ztellung von ehelichen Kindern haben. Renten bis ie Leiden Aeniter in einer einzigen Persönlichkeit ver—
zrozent der Vollrente (bisher 13 Proz.) dürfen durc inigt find, werden für die Foige derartige Konflikte
inmalige Kapitalzahlung abgesunden werden. Renten ermieden. Jetzt erheben sich aber im republikanischen
n dieser Höhe können für eine vorher bestimmte Zei— dager Stimmen, die darauf hinweisen, daß ein Gene⸗
estgesetzt werden und erlöschen dann ohne weiteres. atissimus, der zugleich Chef des Generalstakes und als
Die Betriebsunternehmer können die ihnen durck lcher mit einem ungeheueren Einfluß versehen ist, im
as Gesetz auferlegten Verpflichtungen — soweit es sic tande wäre, dem Kriegsminister Sthach zu bieten und
icht um Unfallverhütungsvorschriften handeit — ceinen elegentlich einmal einen Staatsstreich inszeniecen könnte.
zertreter übertragen; indefsen haften sie für dem leb die Regierung sucht nun die aufgeregten Gemüter durch
eren etwa auferlegte Geldstrasen, sosfern sie von den ine Erllarung zu beruhigen. Ob durch diese Note
bertreter, sofern eine Zuwiderhandiung mit ihrem Wij die Befürchtungen der Republikaner zerstreut werden
en erfolgte oder wenn sie bei der Auswahl des Ver. Nuß man abwarten.
treters nicht mit der ihnen obliegenden Sorgfalt ver— Nohammed Ali, der Erschah von Persien, der
fahren sind lseuerdings gewaltsam seinen Thron zu erringen sucht,
at immerbhin schon einige Fortschritte erzielt. Der
dauptwiderstand wird natürlich Teheran sein und bi—s
ie Hauptstadt nicht überwältigt ist, läßt sich über die
Hhancen des verjagten König der Könige nichts sagen
das plötzliche Erscheinen des Exschahs hat natuürtid
berall Aussehen erregt. Ulkig ist, daß die russische Re
ierung von der Rückkehr Mohammed Alis absolut gar
tichts geahnt und gewußt hat. Mit der harmlosesten
Niene von der Welt erklärt sie, daß Mohammed Nil
ffenbar inkognito und mit einem fremden Paß verse
en den Weg durch Rußland gefunden habe. Wer da
lauben soll, der muß freilich schon ein sehr vertrauens
liger Mensch sein. Wenn man daran denkt, welch
ichwierigleiten sonst auch dem gewöhnlichsten und so
desten Reisenden auf russischen Stalionen gemacht 31
verden pflegen, wer sich ferner erinnert, wie die Ge
vohre rHSoe te ee ,——*

—DBRäA»»XÆAeAÆAVR
znügungsreisenden gegenuber losgehen, der muß e
doch sehr merkwürdig finden, daß der entthronte Herr
cher eines bedeutenden Reiches, an dem gewiffermaße.
noch eine Menge der wichtigsten politischen Fragen hän
gen, für den außerdem gerade Rußland als Persien⸗
Brenznachbar ganz besondere Interessen haben muß, si
tasch und unbehelligt durch alle die sonsi üblichen iau
end Schranken des Mißtrauens und der Vorsicht durch
chlüpfen konnte. Die russischen Vorteile bei dem Aus
zruch neuer Unruhen in Persien sind gar zu groß um
taheliegend, als daß man dem russischen Auswärtigen
Amt die Kurzsichtigkeit zuschreiben dürfte, sie übersehen
au haben.

nvalidenrente wird ohne Rücksicht auf
bensalter gezahlt, wenn die Wartezeit von 200
gewochen eifullt wurde und der Versicherte nich
ein Drittel des unter den gegebenen Verhältnis—
ormalen zu leisten vermag; sie wird auch als
eurente nach 26wöchiger Krankheit gezahlt. Sit
ich zusammen 1. aus dem Grundbetrage, der un
grundelegung von stets 500 Wochen zu 12 Pig.
»1. Klasse, 14 Pfg. für die 2., 16 Pfg. für die
Psg. für die 4. und 20 Pfg. für die 5. Klasse
f V. 60, 70, 80, 90 oder 100 pro Jahr beläauft,
z dem Steigerungssatze für jede Mark der Klasse
t3, 2 mit 6, 3 mit 8, 4 mit 10 und 5 mit 12
und 3. dem Reichszuschuß von M. 50 zu jeder
Eine Ausdehnung hat die Inpvalidenversicher—
adurch erfahren, daß Invalidenrentner für jedes
aunter 15 Jahren einen Zuschuß von ein Zehntel
Rente, im Höchsthetrage der Hälste dieser Rentt

Politiscze Rundschanu. *
Deutiches Reich. JF
* Nachdem der Bundesrat in seiner letzten Sitzun
vor den Ferien die Wahlisreis Einteilung in Elsaß-Loth
ringen verabschiedet hat und diese vom Kaiser vollzo
gen und im „Rechsgesesblatt“ veröffentlicht worden ist
wird demnächst durch kasecliche Order unter Gegenzeich
nung des Statthalters cine Wahlordnung erla
sen werden. Damit sind dann die wesentlichsten Vor
bereitungen für die Waohlen getroffer:, die im Herbi
stattsinden dürften. Auch für die Wahlen zur Ersten
Kammerwerden einige Wahlordnungen erlassen wer
den, nach denen die Körperschaften, die einen Vertrete
in die Erste Kammer entsenden, dessen Wahl vollzichen
Sobald die Wahlen 4zur Ersten Kammer statigefunder
haben, wird der Bundesrat dem Kaiser die Vorschlag
zur Ernennung von 23 Mitgliedern zur Ersten Kam
mer machen Mit Bildung der beiden Kammern hör
dann der Landesausschuß endgüllig zu bestehen auf. Das
Gesetz ist, soweit es sich auf die Wahlen bezieht, be
reits mit dem Tage seiner Verkündigung in Krast ge—
treten. Ter übrige auf die Verfassungsänderung be
zügliche Teil wird durch kaiserliche Ordre in Kraft ge
—D
Is. in Geltung. Man kann annehmen, daß die In—
krastletzung so früh wie möglich erfolgen wird, sobalt
alle Vorbereitungen zur Ueberführung in den neuen
Zustand getroffen sind. Der Statthalter wird dann di—
drei Bevollmächtigten zum Bundesrat ernennen. Hier—
mit wäre die neue Versassung für die Reichslande end
gültig durchgeführt.
* Die anderweitig verbreitete Nachricht, daß die
Berliner Polizei wetere Ausweisungen von
ranzösischen Gevertschafllern beusichide, trifft nicht zu.
* Bei der preußischn Landtagsersatzwah!
im Wahllfreise Mereburg 5 (Eisleben) wurde Landras
Ron Hassel-Mansfeld (konservativ) mit sämtlichen
32 abgegebenen Stinimen gewählt
Fraukreich.
*Der Ministerrat beschloß die vom Kriegs
minister vorgeschlagene neue Organisatisor
des Generalstabs. Die entsprcechenden Dekrete
wurden vom Präasisenten Fallieres unterzeichnet
Sie be;weclen d'e vollständige Trennung der Armeever
waltung von der Kriegsvorbereitung. Letztere wird
ausschließlich dem Chef des Geueralstabes überlassen,
velcher oberster Befsehlshaber im Kriegsfall wird. Der
Vinisterrat billigte die Ernennung des Generals
Joffre zum Generalstabschef. Nach dem Beschluß des
Yinisterrats wird der Präsident der Republik mit allen
PNinistern, sowie den Vorständen und Abordnungen des
parlaments am 4. September nach Toulon fahren, um
an den großen Mansövern der französischen Frotte teil—
unehmen.
Persien.
* Exschah Mohammed Ali zeigte von Schahrud
aus den europäischen Kabinetten offiziell seine Wieder—
besteigung des persischen Thrones an mit dem
FErsuchen um Anerkennung.
Se
Zur Marokkofrage.
Berlin, 29. Juli. Der Berliner Koͤrrefpondent des
„Echo de Paris“ soll bereits von den Grundlagen
de meutsch⸗zfranzösisichen Abkom—
— — — —

e Altersrente bleibt unverändert; sie wird
zoltlendung des 70. Lebensjahres ohne Rücclsicht
e Erwerbsfähigkeit gezahlt und sie beträgt in den
ohnklassen einschließlich des Reichszuschusses vor
;3 M. 110, M. 140, M. 170, M. 200 beziehunqs—
230 M.
ie neu eingeführte Hinterbliebenen,
e berägt für die Witwe eines Versicherten nach
dung der für die Invalidenrente vorgesehenen
zeit drei Zehntel der Invalidenrente des Ver—
en oder seines Anspruches zur Zeit des Todes und
Reichszuschuß, sofern die Witwe selbst invalide
d nicht mehr ein Drittel des Arbeitsverdienstes
gesunden gleichartigen Frau zu erwerben vermag.
hinterlassene Waise erhält bis zum 15. Jahre drei
zigstel der Inoalidenrente des Vaters, jede wen
vaise ein Vierzigstel. Außerdem zahlt das Reick
de Waise M. 25 jährlich. Indessen darf die ge—
Hinterbliebenenrente nicht mehr als den andert
hen Betrag der Invalidenrente des verstorbenen
erten oder seines Anspruches zur Zeit des Todes
ie Waisenrenten dürfen zusammen nicht mehr be—
als die Invalidenrente, andernfalls werden sie
chend gelürzt. War die verstorbene Frau die Er
in der Familie, so hat der Ehemann Ansprud
itwerrente und die hinterlassenen Kinder unten
hren auf Waisenrente. Der Anspruch muß in
v eines Jahres nach dem Tode des Mannes ge
verden. — Hat die Witwe auf Grund eigene!
asleistung einen höheren Anspruch, so wird al
adeld der 12fache Monatsbetrag der Witwenrente
cisenaussteuer der Sfache Monatsbetrag der be
naWaisenrente gezahlt. Bei Wiederverheiratun—
ir Witwenrente fort.
ie Strafbestimmungen in bezug auf die rechtzei⸗
Verwendung und Entwertung der Invalidenmar
aunen erheblich verschärft. Die Polizei kann di—
herten durch Strafen bis zu 10 M. anhalten, sic
Aunitingskarte ausstellen zu lassen und Marken 31
Auch kann der Arbeitgeber die Karte auf Ko—
3Arbeiters beschaffen. Hat der Arbeitgeber di
n Besitz, so hat er sie dem Versicherten ein
vor Ablauf der Frist zur Erneuerung auszu
en.
x Versicherte kann von der Versicherungsanstal
ultigleit der verwendeten Marken fesistellen lassen.
hieroei die Berechtigung anertannt, so kann spä—
r Anspruch nicht mehr mit der Begründung ab—
it berden. daß die Marken zu Unrecht verwen—
ten.
ie Invalidenzente ruht, wenn daneben ein An—
auf Unfallrente besteht und beide Renten zu⸗
zn den 78 fachin Betrag des Grundbetrages der
idenrentenl ereil iung überfteigen würden, die Vit
n 142, wenn sie mit der Unfallrente den 314.
Betrae en Grundrente
4 —R
Ausgestoßen.
Romin pon A. Marby.
Nachdruck verboten

uch wenn das Verloöbnis noch nicht aller Wert detannt,
vird darin kein Ehrenmann eine Entschuldigung für heim—
ichen Treubruch erblicken. Du scheinst in diesem Punkte
nderer Meinung zu sein, oder gedachtest du die übereilt
ingegangenen Verpflichtungen gegen Fanny zu lösen und
bolltest Fräulein Techmar zugleich mit deiner Kiebe Hand
ind Namen bieten?“
Der Gesellschafterin seiner Mutter Hand und Namen
eichen? War Gerhard verrückt? Des Onkels Auffassung
virkte mementan verblüffend auf den adelsstolzen, hoch—
nütigen Mann, was soellte er darauf erwidern? Den ver—
s)aßten Moralprediger, der in alle seine (Reinholds) An—
zelegenheiten sich einzumischen erlaubte, einfach auslachen?
Oder die unerhörte Zumutung entrüstet zurücweisen? Da
zlaubte er in Gerhards beredten Mienen den Ausdruck ei⸗
ner ängstlichen Spannung wahrzunehmen — hatte der Narr
etwa selbst reelle Absichten auf das stolze Edelwild?
Hoch auf schoß die Flamme der Eisfersucht, mit ei—
ier rachsüchtigen Empfindung gepaart, in Ellingen empor.
xin häßliches Lächeln umzog seinen Mund, in seine Au—
en trat etwas Lauerndes, als er, den Kopf in den Nacken
nerfend, in hochmütig ausweichendem Tone erwiderte:
„Ich handle, wie es mir beliebt. Sicher bist du doch
nicht mein Gewissensarzt, dem ich Rechenschaft schulde.
Spicle dich immerhin als Anwalt der verfoleten Unschuld
iuf, es ist dies ungleich reizvoiler und lohnender, zu—
nal wenn ein weiches, dankdares Herz ..“
Das war selbst für Gerhards Langmut zu viel.
Schweig, Bube!“ brauste er auf. Er erhob drohend
den Arm, senlte ihn aber wieder im selben Augenblicke
ind sich schüttelnd wie vor einem giftigen Reptil, fehzte er
m Tone unsagbarer Verachtung hinzu: „Nein, du bist
licht wert, daß meine Hand dich züchtigt.“
Er wollte sich entfernen, als ihm Reinhold, bebend
vor Wut, das Gesicht mit erdfahler Blässe bedackte den
Weg vertrat. —V
„Halt!“ rief er mit heiserer Stimme hervor, „Du wirst
hegreisen, der Schimpf ist nur durch Blut zu sühnen.“
Gerhard blickte fest in die funkelnden Augen. Wie es
uch in ihm stürmen mochte, äußerlich hatte er die flüch—
g verlorene Herrschaft wieder erlangt. Gelassene Ruhe
q in seinen Mienen, kalt d iar ttang der on seizvtiemals

 werde ich dem einzigen Somle meiner gu—
en Schwester mit der Waffe in der Hand gegenübertreten
Fühlst du deine Ehre ungerechter Weise, hörst du, unge—
echter Weise durch mich beleidigt, so klage mich öffent—
ich an, ich bin jederzeit bereit, meinen Ausspruch vor
svericht zu vertreten Reinhold“ — ein weicherer Klang
durchwehte Burghausens Stimme — „glaube meiner Ver
icherung, ich gäbe weiß was dafür, wenn ich das böse
Vort zurücknehmen und sagen könne: Veraib mir, denn
ch habe dich fälschlich geschmäht!“
Ein kurzes, höhnisches Auslachen war Ellingens Ant—
vort. Aus seinen düsteren Augen schoß ein Blick tedli—
hen Hasses auf sein Gegeniiber Mit seinen Händen hätte
r ihn würgen mögen, aber er wußte — Onkel Gerhards
dörperkraft und Gewandtheit war er nicht gewachsen, ob—
jleich er jenen um Kopfeslänge überragte. Er wändie sich
uurz ab und stürmte in so eiliger Haft davon, als könn—
r kaum schmell genug der Nähe Gerhards enifliehen.
„Liebe, kleine Fanny,“ murmelte Burghausen schwer
rufatmend vor sich hin, „wüßte ich nicht, mit welcher
Innigkeit du den schönen Vetter liebfst, ich — ja, wäre es
aicht trotzdem meine Pflicht, Fannys Elkern zu warnen?
Noch ließe sich vielleicht — aber Agathe — Agathe? Ihr
ganzes Herz hängt an dem Sohne, sie liebt auch Fanny
nach ihrer Weise und wünscht sie zur Schwiegertochter.
Bei meinem Eingreifen in diesen Lieblingsplan würde
mir die arme Kranke kaum Glauben schenken. Ich sehe
ein, hier läßt sich nichts tun. Gott sei Dank. dan wir
ro; r1

binsti mit Familie und Bedienunge pesogen. r y
Die einsache Namenkenntnis genügte nur wenigen,
—D
cichst eingehend beurteilen können. Die gewandten Spür—⸗
nasen ruhten denn auch nicht, bis sie erkundigt hatten,
nicht nur, in welchem Verwandtschaftsgrade die kranke Frau
von Ellingen zu ihrem Mitbewohner siand, sondern auch,
daß Burghausen ein Gelehrter, der bereits durch seine
irchäologischen Studien und ergiebigen Forschungsreisen
ich einen Namen von gutem Klang erworben. Von der
ungen Dame, dem Gesellschaftsfräulein der Baronin/wußte
nan nichts zu berichten. Wer sie sah, war entzückt von
der lieblichen Schönheit mit dem herrlichen Blondhaar.
So lebhaft die Anwesenheit Herrn von Burghausens
ind seines exotischen Dieners in S. besprochen wurde,
ioch mehr beschäftigte man sich mit den Bewohnern der
inderen Villa. Baron Rubinski, so wurde erzählt, sei
ein Othells von Eifersucht; er halte seine schöne Gemah—
lin wie eine Gefangene. Ein unbewußtes Lächeln, ein
reundlicher Blick, unbedacht einem anderen gespendet, habe
chon oft Veranlassung zu den heftigsten Szenen gegeben.
Aus diesem Grunde halte das junge Ehepaar sich fern von
eder größeren Gesellschaft und beschränke sich auf den Um—
jang mit den nöchsten Verwandten und ihren beiden Kin—
dern. Eine besonders fraglustige Dame haätte in Erfah—
rung gebracht, Rubinski bätte sich durch einen gefährlichen
ZSturz vom Pjferde ein schweres Kopfleiden zugezogen, das
ihn nicht nur gezwungen, den Militärdienst zu quittieren,
sondern dessen nachteiligen Folgen auch jene vohe Reiz—
harkeit zuzuschreiben sei, die nur zu leicht die erwähnten
chrecklichen Wutausbrüche hervorrief. Er selbst, ieß es,
cide darunter und erschöpfe sich, wenn die Nervrenaufre—
jung vorüber, in Reue und Selbstvorwürfen. Am miei—
ten zu beklagen wäre die junge Frau, welche wie selten
rine geschaffen, durch Geist und Schönheit in der „großen
Welt“ eine herverragende Rolle zu spielen und Bewunde—
rung zu ernten.
Sprach Frau Fama die Wahrheit? Hatte die stolze
helene von Techmar nicht das erträumte Glück in der Ehe
nit Ewald von Rubinski gefunden?
Ja und nein! — Das sehnsüchtige Gefühl, welches n
αε S—— n⏑⏑ ö⸗-chweige:“

 gevot Bunzhaufen in einem Tone, daß
sreinerr uaiwillkürlich gehorchte.
nzivischen hatten die Herren sich weit genug dom
e entfernt. um unverstanden zu bleiben, falls ir—
am nicht verschlossenen Fensier ein Lauscher sich
m hielt. Außerdem dedte sie noch dichtes Busch—
'ndaß sellit ihre Gesftalten njemen woßrnehmen

»nun bede hart vor einander stehen blieben, zor⸗
Aickes sich messend, prägte die bisher geheim em⸗
e Abneiguig des einen gegen den anderen unver—
in ihren Gesichtszüigen sich aus. Daß sie über—
arhanden, verschuldeten die grundverschiedenen Cha⸗
wohl nicht allein! Die Urfache mochte tiefer lie—
vielleicht nurden sie sich derselben in dieser Stund⸗
rsten Male lar bewuße.
5chmeiges“ wrederbolte Gerhard mit niederschmekternde.

 Nia genug daß du zu brutalen Gewal⸗
deine Zuflcht ninimst, du wagst auch noch, da
»WMeädchen mit frechen Verdächtiaungen zu verun
ich sie nu verdächtige, lannst du es beweisen?“
der Freiher mit herausforderndem Hohn. Die
Heuchlerin mod sich hůten, ihren eigenen Schuld⸗
in der Anklat gegen mich .
„äulein Technrhat deinen Namen nicht genannt;
at wohl nicht inmal, daß ich dich erkannt habe.
ist schon eins, ine sreche Beschuldigung Lügen zu
Wie solche ndrige Gesinnungen in der Brust ei⸗
delmannes, ein von deinem Namen, Platz grei—
oͤnnen, ist mir kaßbar. Und nun gar zu denken,
u mit der rasend Liebe für eine qdere im Her⸗
»ner kindlich vertuenden Braut
aube — noch bodet mich kein öffentliches Verlöb⸗
J der Baron i überlegen ĩpõttischem Tone ein.
oᷣtadestoweniger iitimmung deiner
— —— ———

Von dem sinnenverwirrenden Leben und Treiben, wie
folches während der Hochsaison in den berühnten Mode—
bädern zu herrschen pflegt, war in S. nichts zu spüren.
Mit wenigen Ausnahmen bestanden die Kurgäste aus wirk
ichen Kranken und Schwachen, welche das Vertrauen auj
oie bewährte hilfreiche Kraft der berühmten Heilquellen
nach S. führte.
In diesem Sommer lenkte sich die allgemeine Au⸗
nerksamkeit auf die Bewohner von 5wei ziemlich aabhe
ei einander gelegenen Villen.
In der Kurliste, welche die Namen aller Reuatam
enden brachte, waren die Bewohner der höher gelegen
ille An2 Fro Roraniee von äοσ αα Pegle Nan
            
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