rhein, also noch lungere Zen wenegstens in ven Fern—
rohren zu sehen sein. Eigentlich haͤtte der Komet schon
m Frühjahr entdeckt werden können, da auch damals
eine Stellung, im Löwen und in der Jungfrau, recht
günstig gewesen sein muß.
— BBO
PKermischtes.
Der Tiermaget als Kochtopf. Professor S. Tor—
anovie weist auf eine interessante Sitle gewisser Bal—
anbewehner hin. Sie ist schon bei den Skythen geübt
vorden nud bis heute in Uebung geblieben, namlich
iuf die Verwendung von Tiermägen als Kochtöpfe. Die
3peisen, die zubereitet werden sollen, werden mit Be—
vürz und Wasser in einen gut gereinigten Hammel- oder
Ziegenmaßen getan, der daun üut einem Bindsaden ge—
chlossen wird. Unter diesem eigentümlichen Geschirr
vird dann das Feuer entzündet und so lange unter—
zalten, bis das Essen gar ist. Aus dem Magen sickert
nichts durch und er verbrennt auch nicht, so lange sich
m Innern noch Flüssigkeit befindei. Serben, Monte—
egriner und Mazedonier kochen im Felde noch heutzu—
age auf diese Weise und können zuletzt obendrein ihr
zeschirr noch aufessen.
Das kühle Warenhaus. Eine Einrichtung, von
er man, besonders bei der augenblicklich herrschenden,
»rückenden Hitze, wünschen möchte, daß sie auch in
deutschland Nachahmung fände, befindet sich, wie die
Textil-Woche“ mitteilt, in einem Warenhaus in Vir—
zinien (Vercinigte Staaten), und zwar handelt es sich
im eine ausgedehnte Kaltluft-Anlage, die das ganze
iesige Haus in allen seinen Etagen und Räumen mit
alter Luft versorgt, sodaß die Temperatur in ihm
oeträchtlich kühler und daher angenehmer ist als die
uuf der Straße. Die Neuerung hat sich sofort bewährt,
»enn niemand will sich dieses „Kühlhaus“ entgehen las⸗
en, und von der Stille, die sonst während der Som—
nerzeit in ihm herrschte, ist jetzt nichts mehr zu spüren.
Der angehende Maler. Ein Vater besuchte zu
Nunchen seinen Sohn, der sich auf der Akadenie zum
dünstler ausbildete. Als der Papa mehrere Oelgemälde
ind Bleistiftzeichnungen, welche sein Herr Sohn gefer⸗
igt, angesehen hatte, erfreuten sich dieselben seines vol—
en Beifalls. „Jetzt, lieber Vater“, begann der Son,
follst Du auch sehen, was ich in Kreide geleistet habe,
ommie nur mit in die Unterstube.“ — „Hast Du denn
a auch noch ein Atelier?“ — „Freilich, dort sitze ich oft
undenlang, es wird Dir dort sehr gefallen.“ — Beide
ingen hinunter, der Sohn öffnete die Tür und — sie
efanden sich in einer Bierstube. Nachdem Vater und
Zohn einige Glas Bier getrunken, nimmt der Malel
einen Vater bei der Hand mit den Worten: Jetz!
vill ich Dir zeigen, was ich in Kreide geliefert habe.“
zr öffnete die schwarze Tafel am Schänkschrank und da
eht: „Herr Fachelhuber 116 Mark 80 Pfg.“ Der Alte⸗
iachte anfänglich ein schiefes Gesicht, doch bezahlte er
ann die Schuld mit den Worten: „Male Du künftig
5— in Oel, diese Kreidemanier will mir nicht so rech
gefallen“
Karneval im Inli. Aus London schreibt man
»er „K. 3.“: In dem Lande, wo man grundsätzlich al—
es anders macht als anderswo, wo die Gesellschafts
aison im Sonmmer ist, verlegt man naturgemäß den
karneval auf den Juli. Diesen Eindruck betam man
von dem Umzug kostümierter Gestalten, der sich am
donnerstag in prächtigen Gewändern durch einen gro
zen Teil Londons bewegte und, teils zu Wagen, teil⸗
ut Roß, sich in dreistündigem Marsche nach dem im
Süden gelegenen Kristallpalasi begab. Natürlich hat
en sich überall große Menschenmaͤffen aufgestellt, um
»en Zug vorbeiziehen zu sehen, besonders im Hyde⸗
ark, wo der Zug sich auffteilte. Es waren dies die
Teilhaber des sogenannten „Schausprels von London“,
das jetzt auf dem Reichsfeft im Kristallpalast aufge
ührt wird, und das in sehr getreu kostümierten Szenen
ie Geschichte von London darstellt. Da gab es genug
zu sehen. Im Zuge schritten zunächst römische Legio—
täre und Trompeter, dann folgten langhaarige alie
Briten mit herabhängenden keltischen Schnuͤrrbärten und
altbritische Weiblichteit in entsprechendem Kostüm. Das
Mittelalter folgte, der schwarze Prinz erschien in dunt—
er Rüstung und prächtig verzierlem Waffenrock; mitten
)rin bewegten sich dann moderne Raubritter, Squatter
us Westaustralien und Schützen in modernen Unifor⸗
nen. Das Mittelalterliche wechselte ab mit dem Mo—
dernen, Gestalten aus den Canterbury-Erzählungen, aus
der Tudor-Zeit trabten neben neuseeländischen Reitern
die Kolonien waren durch große, vergoldete Wager
argestellt, von denen einige recht geschmackvoll waren
Sinige Wagen waren auch freilich nichts als Reklamen
ür bestimmie Industrien, und das störte etwas der
Stil des Ganzen. Am hübschesten war entschieden eir
ait einem halb Dutzend reizender Modistinnen besetztel
Lagen, die alle Kostüme des 18. Jahrhunderts trugen;
resollte den Triumph der Mode veranschaulichen. Um
en Karnevalsscherz vollständig zu machen, wurde mis
donfetti und Papierschnitzeln geworfen, man bedeckte
amit namentlich die den Zug begleitenden Schutzleute,
ie sich das auch gutmütig gefallen ließen. Selbst die
utorität ist nicht sicher, wenn London in karnevalisti⸗
cher Laune ist. So gingen die Wagen durch einen sehr
roßen Teil Süd-Londons, bis sie gegen 3 Uhr am
istallpalast ankone
„Ein Glück für die Alte, daß endlich ihre zähe Natur
erlag; das Weib stand fonst in Gefahr, unter den Trüm—
mern ihrer verfallenen Hůtte begraben zu werden. Aber —“
fügte der Baron fragend hinzu — ‚was führte Sie noch
jo spät in jenes Haͤus?“
„Ich ging auf Mutter Ursels Wunsch dorthin,“ gab
Maria kurz zur Antwort, empört von Ellingens gefühllo⸗
er Aeußerung. Sie wolite eilends an ihm vorüber, doch
»lieb er dicht neben ihr. Da der Weg schmal, konnte sie
gegen seinen Willen weder vor— noch rücwärts schreiten.
„Zu viel Herzensgüte! Sie dürfen dem gemeinen Volt
nicht zu nahe treten, es wird nur zu bald maßlos in
seinen Forderungen,“ rügte Ellingen. „Ueberdies ist es
invorsichtig, auf Ihren nächtlichen Samaritergängen leine
Begleitung mitzunehmen! “7 ——
„Ich gehe sonst nicht so spät ins Dorf — es war
eute eine Ausnahme.“ —V—
„Sicher? Darauf ist nicht zu schwörenl Hinter dich⸗
em Gebüsch verborgen könnie in der Finsternis irgendwo
in Wildschütz auf Raub lauern.“ p e 4
„Was hätte ich dabei zu fürchten? Ungefährdet ließe
er Wilddieb die Ahnungslose vorübergehen —“
„Wer weiß? Nehmen wir zum Beispiel an“ —El⸗
ingen näherte seinen Kopf dem Marias, bemüht, in ihr
esenltes Antlitz zu bliken — „ich selbst wäre der Jäger,
»er auf Edelwild fahndet — meinen Sie, schöne Sorglose,
ch ließe die ersehnte Beute, vom Zufall mir in den Weg
zeführt, entrinnen?“ e e u
Der Ton, in dem der Freiherr seine Worke hervor⸗
tieß, konnte über ihre Bedeutung keinen Zweifel auf—
ommen lassen. Dem zum Tode erschrodenen Mädchen
pochte das Herz in wilden Schlägen, aber sein Entsehen
nit aller Kraft bemeisternd, fagte es so ruhig wie
nöglich: -.
„Ein Mann von Ehre wird das Recht des Stärkeren
demals mißbrauchen.“ αν .
„Er begeht keinen Mißbrauch, wenn er nimmt, was
ym gehört, was nur aus törichtem Stolz, aus Scheu
em Gebieter seines Herzens versagt wird Mario — seine
timme klang weich, halb bittend, halb fordernd — „ei
us freiem Willen mein ⸗az e
Sein Arm umschlang, ehe sie es hindern konnte, die
hlanke Mädchengestalt; ein gellender Aufschrei entrang sich
rem Munde; sie“ suchte ihn abzuwehren, der Armfesse
Die Handelsflotten der Welt.
Zum besseren Verständnis sei im voraus bemerkt
aß auf dem Tableau für Deutschland nur die Schiff
it mehr als 17,65 Register Tons brutto, bei Ruß—
and und Schweden über 20 Tonnen bei Norwegen und
»änemark über 4 Tonnen, bei Großbritannien übecniF
onnen und bei Belgien und Spanien über 50 Ton
en mitgezählt sind.
Im Einzelnen verfügten das Britische Reich (ein⸗
hließlich der Kolonien) über 38 608 Schifse mit rund
3 263 454 Tonnen, die Vereinigten Staalen von Nord—
meritka über 20 707 Schiffe mit 4443614 Tonnen,
deutschland über 5640 Schiffe mit 2823 419 Tonnen,
—chweden über 2968 mit 771 2537 Tonnen, Norwegen
ber 7835 mit 1509 646 Tonnen, Frankreich über
6376 mit 14 524 495 Tonnen, Belgien über 88 mit
52 325 Tonnen, Japan 7683 mit 1,544 921 Tonnen,
dänemark 4260 mit 141 148 Tonnen, Spanien 808 mii
61 7700 Tonneun Italien 5529 mit 1 000 797, Ruß—⸗
and mit XFinnland 6523 mit 1084 164 Tonnen, Nie
»erlande 688 mit 457 882 und Oesterreich Ungarn mit
922 mit 471 741 Tonnen. Ein ganz sicherer Maßstab
aur die Leistungsfähigkeit der einzelnen Handelsflotten
st aber mit der Angabe der Tonnage noch nicht ge—
jeben. Die Unabhängigkeit der Dampfschiffe von Wind
ind Wetter und ihre größere Schnelligkeit sind der
ßrund dafür, daß man auf einem Dampffschiff während
ines Jahres drei bis viermal so viel Guͤler befördern
ann, als auf einem Seglerschiff von derselben Größe.
das scheinbare Uebergewicht der Handelsflotte der Ver⸗
inigten Staaten (4443 614 Tonnen), davon 2 243 378
zeglertonnen und 2 200 233 Dampfertonnen über die
eutsche Handelsmarine verschwindei deshalb in nichts,
»eil Deuischland zwar nur 522 469 Seglertonnen, abet
roße Fahrgeschwindigkeit besitzt, die ihm nach Groß—⸗
ritannien den ersten Platz in der Weltschiffahrt vor
en Vexeiniaten Staaten üchert. —
u entwinden — uil rutzem Auslachen Jpouete er ihres
Beginnens: α
„Warum so spröde, kleine Dame? Deine Augen —
» ich verstehe diese Sprache — haben mir längst deine
ꝛiebe verraten.“ eie —
„Nein, nein,“ rief Maria in wachsender Verzweiflung
es ist eine Lügel! Lassen Sie mich gehen! Ich flehe
zie an.
„Sträube dich nicht, Mädchen — und leugne nicht,
aß in deinem Herzen die gleiche Flamme brennt. Deine
chheinbare Kälte, dein Ausweichen in der letzten Zeit hat
nich nicht getäuscht — du gehörst mir, Maria! In un—
eren Küssen wollen wir das verzehrende Feuer der Sehn—
icht löschen.
Infaml Hitfel Hitfen
Törin — hier hört dich niemand!“ e
In ausbrechender Liebe preßte Ellingen die reizvolle
Bestalt mit dem linken Arn'an sich, während er mit der
echten Hand Marias blondes Haupt aufrichtete und sie
wingen wollte, ihn anzublicken. Sie wehrte sich mit der
draft der Verzweiflung — aber wie lange noch würde sie
Viderstand leiflen können, schon berührte sein heißer Atein
hre Stirn, aus seinen Augen leuchtete ihr dämonischer
kriumph entgegen — seine dürstenden Lippen kamen den
jren immer näher und näher. Erschauernd in Furcht und
ßʒrauen stieß sie, faft unbewuht, noch eiten Hilseschrei aus
— es war laum mehr als ein matt ersterbender Laut,
ind doch verhallte er in dem einsamen Parte nicht unge⸗
ört. Vor wentgen Minuten hatte Burghausen sein Zim—
ier verlassen Er hatte sich müde geschrieben, wollte sich
och eine Wel!“e im Freien erholen, bevor er zur Ruhe
ing. Die jungen Herrschaften — auf Balkon und Veranda
ar niemand zu erblicken — schienen sich heute, obwohl es
igentlich noch jrüh am Abend — schon getreunt zu ha—⸗
»en, um den in voriger Nacht verkürzten Schlaf nachzu—
olen. Alle Fenster im Schlosse waren dunkel, nur in
en zeitweise vom Vollmondlicht überflutelen Scheiben glit⸗
erte es feenhaft wie von tausend goldenen Funken.
In dem dem Schlosse zunächst liegenden sogenannten
Auniengarten, wo die Bäume weniger hoch und diche,
errschte noch jene dämmernde Helle, wie sie einem Scim⸗
ierabend eigen. So konnte Burghausen, während er lang—
un den breiten Hauptweg entlang schritt, ringsum alle
aenstände — Blümen. Eträucher“ die bier 3
Aus aller Welt.
LWVertvolle Verfteigerung. Die Spitzengarn ur de
brinzessin von Koburg Gotha, weiche bekanntlich in ei
ien aufsehenerregenden Prozeß verwickelt ist, wird au
1. Juli in Berlin öffentlich versteigert werden. Die
ßarnitur hat einen Wert von ca. 20-25 000 Va...
ieberfsall. Als in Berlin die Frau eines Arbei
ers abends den Hausflur betrat, wurde sie von dre
Ztrolchen übersallen und ihrer Handtasche mit 10 M
Inhalt beraubt. Von den Räubern fehlt jede Spur.
Cholera. In das Krankenhaus zu Marienbure
vurden zwei Frauen aus dem Kreise Stuhn eingelie
iert, die an Cholera erkrankt sind. Ferner wurden in
elben Kreise drei Personen unter Beobachtung gestellt
Explosion. Aus Posen wird berichtet: Beim Re—
imentsererzieren fanden zwei Leute des Grenadier-Re
ziments zu Pferde Nr. 3 einen nicht krepierten Zünder
Trotz des strengen Verbots schmuggelten sie ihn in das
Barackenlager. Die beiden jungen Leute wollten den
Zünder entladen, wobei der Zünder explodierte. Beide
Soldaten wurden furchtbar verletzt; dem einen sind alle
heide Hände abgerissen worden.
Waldbrände. Aus der Umgebung von Pilsen wer—
den sieben Waldbrände gemeldet Auch bei Elbogen ist
ein Waldbrand ausgebrochen. Bei Hirschberg in Böh—
nen sind 30 Strich Wald niedergebrannt.
Rusfsisches. Auf dem Wladiwostoker Postamt wur—⸗
den in zwei von der Petersburger Staatsbantk aufgege⸗
enen Wertpaleten anstatt 200 000 Rubel salie Zertungen
zefunden.
Ende der Winzerunruhen. Aus Paris wird
herichtet:. Da die Ordnung im Marne und Aube⸗Gebiet
fast vollständig wieder hergestellt ist, sind die in die
dortigen Weingebiete enisandlen Truppen in ihre Gar—
nisonen zurückgekehrt.
Taifun. Der Taifun, der Tokio und VYokohama
um Mittelpunkt hat, hat seinen Höhepunkt erreichi. Er
ichtete ausgedehnten Schaden in den tiefer gelegenen
Stadtvierteln an, die überflutet sind. Etwa 100 Vien.
chen sind tot, 46 Leichen sind geborgen. Man befürch
et den Untergang vieler Schiffe
Von der Luftschiffahrt.
*Derenglische Rundflug. Beaumont lan—
ete 2 Uhr 8 Min. in Brotklands und gewann damit
en „Daily-Mail“Preis in Höhe von 200 000 M. Ve—
rines ist eine Stunde später in Brooklands eingetrof⸗
en. Die Gesamtzeit, die Beaumonm zum Zurücklegen
er ganzen Strecke des Rundsluges brauchte, war 22
tunden 28 Min. Beaum o nun wund von dem Aus⸗
ß als Sieger des Rundfluges erlläri —
Lokales und Vermischtes.
Gewitter. Gestern abend entlud sich über unsrer
Zegend ein mäßiges Gewitter begleitet von einem kurzen
Regenschauer. Man scheint am Firmament ziemlich spar—
sam mit dem momentan so kostbaren Nasse umzugehen.
Vergebung von Müllabfuhr. Wir machen an dieser
Stelle auf die unter vorgenanntem Titel veröffentlichte
Bekanntmachung unsers Herrn Bürgermeisters in heutiger
stummer.
Falscher Kriegs-⸗Alarm. Gestern abend verbreitete
ich in unserm Orte die Rachricht, wonach in Saarbrücken
sxtrablätter herausgegeben worden sind, daß 400000
Reservisten und Landwehrleuten eingezogen werden.
Wetterbericht. Die Entwickelung des hohen Druckes
iber Ost-Europa läßt den weiteren Fortbestand der be—
iehenden Witterung gesichert erscheinen. Die kleinen
Störungen über den britischen Inseln werden nur zu
okalen Gewitter⸗Erscheinungen führen, ohne die ersehnte
Ubkühlung oder nennenswerte Niederschläge zu bringen.
Voraussichtliche Witterung: Im Allgemeinen Fortdaue!
er bestehenden Witterung mit lokalen Gewitterslörungen
Das Neichs- und das Staatschuldbuch. Die Ein—
ichtung des Reichs⸗- und des Staatsschuldbuches sind ir
veiten Kreisen des Publikums noch immer zu wenig be—
annt, obwohl sie den Besitzern großer und kleiner Kapi—
alien mannigfache Vorteile bieten; nämlich unbedingte
zicherheit gegen Verluste durch Diebstahl, Unterschlagungen,
zerbrennen, Abhandenkommen, wie sie bei Wertpapieren
»orkommen, können, ferner kostenlose laufende Verwaltung
ind portofreie Zusendung der Zinsen. Die Begründung
»on Schuldbuchforderungen ist denkbar einfach; man zahlt
»en Betrag durch einen Bankier oder bei einer Regier—
ingshauptkasse oder einer Kreiskasse oder auch bei einem
Kostamt auf das Postcheckkonto der Reichsbank — für
as Reichsschuldbuch oder Seehaadlung (Preuß. Staaishank)
— für das Staatsschuldbuch — ein und gibt dabei
in für wen die Buchschuld eingetragen und an wen und
vie die Zinsen gezahlt werden sollen. Näheres ist an
»en genannten Stellen zu erfahren. Die Zinsen werden
»ann je nach Wunsch portofrei durch die Post zugesandt
der auf ein Bankkonto überwiesen: sie können auch bei
deiß yervorpaummernden Siatuen — deutlich erkennen, auch
vonn der Mond hinter einem Wolkenvorhange verschwand.
kinmal glaubte Gerhard einen sernen Hilferuf zu verneh—
men. Er lauschte gespannt — tiefe Slille — der laute
Wind, der die Baumsztveige raschelnd bewegte, haͤtte wohl
die Täuschung hervorgebrächt.
Ruhig schritt der einsaine Wanderer weiter, in tiefen
Zügen die würzigen Diifte atmend, welche dem durchfeuch⸗
eten Erdboden, den reichlich erquidten Blättern und Blu—
en entströmten. Wo der Wildpark beginnt, wollte er um—
lehrern alt ue dern Raumdickicht der Cchall von Men⸗
enssiminen drang — sollte der Schrei vorhin doch reine
Zinn stäuschung gewesen sein? Gerhard horchte — deut—
ich vernahm er eine männliche und eine weibliche Stim—
me, die erstere, vorsichtig gedämpft, zitternd vor Erre—⸗
gung, erlannte er sofort, auch die andere dünkte ihm
nicht fremd — aber war es nicht undenkbar, da sie — da,
vährend Burghausen geräuschlos näher schritt — es drängte
hn, Gewißheit zu erlangen — machte ein Aufschrei Hufe
ein Herz erbeben.α ν.
In zwei mächtigen Sätzen erreichte er den Parlpfad,
zus dem der Schtei erklungen war, teilte energisch die
imm Eingange tief überhängenden Baumzweige und rief
nit lauter Stimme ins Dunkel hinein:
„Was gibt's? Wer bedarf hier der Hilfe
Ein Schrei, aufjubelnd, wie aus tiefbewegter Brust
ermischte sich mit einem zornig hervorgestoßenen Ausruf.
zurghausens scharfe Augen sahen eine weibliche Gestait
en Armen eines Mannes sich entwinden, der sir gewalt—
am tiefer ins Baumdidicht zu zerren versuchte; als ihm
ies nicht gelang, verschwand er zwischen deu dunklen
zäumen. 3 ——
Maria wollte auf ihren Retter zueilen, aber beim
rsien Schritt wankten ihre Knie; um nicht hinzuschlagen,
außte sie sich gegen einen Eichenstamm lehnen. Im näch⸗
en Moment stand Burghausen neben ihr — noch war er
isher über ihre Person im Zweifel — wie er sie nun er⸗
annte, durchzuckte ihn ein schmerzlichet Ruck, der schon zu
hrer Unterstüßung ausgestredte Atm sant Jauglam herab.
Fortseßung folat
den Staatskassen oder Reichsbankanstalten abg
den. Wer bereits Schuldverschreibungen des
Preußens besitzt, kann diese mit dem Antraq
vandlung in eine Buchschuld an die Vern,
S„chuldbücher Gerlin S. W. 68, Oranienstraß
insenden und ist dann aller Sorge und Kosten
derwahrung der Wertpapiere überhoben.
Veise können Staatsrenten von 3 Mk. jährlich,
prechend einem Kapital von 100 Mk. Nomin
erworben werden. Für die laufende Verwaltun
keine Gebühren erhoben. Um Sicherheit zu hie
nicht ein Unbefugter über die Forderungen ve
ür Anträge auf Aenderungen der Eintragung
Beglaubigung vorgeschrieben, die bei den“ z
Fassen kostenfrei erfolgt. Wer die Buchschuld w
iußern muß und nicht sofort jemand findet, der
seiner Stelle eintragen lassen will, kann jede
Aushändigung von Schuldverschreibungen gegen ein
Hebühr verlangen und die Papiere dann —R
Bankier verkaufen. Besonderen Anklang bei dem
rum hat es gefunden, daß zugleich eine zweite
. B. die Ehefrau eingetragen werden kann, die m
Tode des Rentenbesitzers allein gegen Vorleg
Sterbeurkunde ohne sonstige Förmlichkeiten der *
nation über die Rente verfügen und bestimmenen
ven sie umgeschrieben werden soll. Welche Belieb
Schuldbücher jetzt schon haben, obwohl sie noch lan
enug bekannt sind, beweisen folgende Zahlen? 2
März 1911 waren im Reichsschuldbuch Kapitali, Ir.
1037 Mill. Mk. und im Prenßischen Staaischuldbu ursu
2744 Mill. Mk. zu 4331/2 und 30, eingetragen,Nebe
den rd. 53B 000 Konten des Staatsschuldbuches lau verlel
22 900 über Kipitalbeträge bis 42000 Mk. 12 o0 en.
olche zwischen 4000 und 10000 Mk. und —X
vas gewiß zeiat, daß gerade die Besiter aan
nittlererer Kapitalien die Vorzüge dieser Anlage zuk
vissen. Ur
Marokko und die jetzige Lage. Wie wir vei—
vird die hiesige Abteilung der Deutfchen Kolonial⸗h —
chaft dieses Thema in einem öffentlichen Vortraqe
AUugust im Saalbau behandeln lassen. Sie erfüllt e
eine von den vielseitigen Aufgaben, die sich diese nat 83
Vereinigung gestellt hat, nämlich: „in Zeiten wit mend⸗
Entscheidungen in aufklärendem Sinne über unfere kolon
ind überseeischen Interessen im deutschen Volke zu wir Wehr
Das Bedürfnis, sich eingehend über dieses ꝛegenw Blig
vieder so viel genannte Land au orientieren, seinen jeß nen
»olitischen Zustand wie seine wirtschaftlichen Entwickel—
nöglichkeiten wird wohl allgemein vorliegen und dürfte
bortrag selbst zu dieser Jahreszeit einen seiner Bedeu.
entsprechenden Besuch sichern r
Saarbrücken, 25. Juli. Strafkammer.
April ds. J. eignete sich die verwitwete Johann Knar ue
zu Merchweiler aus der Waschküche der Witwe Schn
hortselbst Fenstervorhänge rechtswidrig an. Nach —*2
Tagen bemerkte die Schmidt an den Fenster der Ehenn
dranz Müller, einer Verwandten von ihr, die bekann
ßardinen. Die Sache kam zur Anzeige. Die Knaub
ʒei der strafschärfender Rückfall in Frage kommt.
vegen Diebstahls mit 3 Monaten Gefänanis böf
vährend die Müller wegen Hehlerei in Gefängnisst
»on 1 Woche genommen wird. — Die schon meh—
»orbestrafle Ehefrau des Schmiedes Adoli Fecht zu Si
brücken entwendete einem Althändler ein Kästchen, in
ich für ungefähr 60 Mark Schmucksachen befanden.
F. wird einschließlich einer Gefängnisstrafe von 1 —
ind 6 Monaten, die sie zurzeit verbüßt. zu Gesamtaefe
nisstrafe von 2 Jahren verurteilt. — Einer schwe
dörververletßzung machte sich der Kellner Nikolaus Köh
zu Soarbrücken in einer dortigen Wirtschaft in der Nac
„um 19. Mai schuldig. Er war vom Kellner Vaul Ruffin
zwar gereizt und mit einem Stock an den Kopf geschlage
vorden, üherschritt jedoch durch den Gebrauch eines feh—
tehenden Messers die Notwehr dadurch, indem er seinen
Beqner eine so schwere Verlekung beibrachte, daß er länger
Zeit arbeitsunfähig war. Köhler der schon zwei Vorstrafen
erlitten hat, verfäll? wegen schwerer Körperverletzung ir
Befänanisstrafe von 1 Jahr. auch wird seine sofortige
Verhaftung angeordnet. — Die Strafkammer verhandelle
odann gegen den früheren Buchbalter Karl Fettig von
5t. Inabert, der wegen Unterschlaqungen in Höhe von
2000 Mk. und der schweren Urkundenfälschung in Tat—
inheit mit einem Vergehen der Untreue zum Nachtieil
er Firma Seyfarth in Saarbrücken angeklagt ist. Der
Angeklagte aibt die Unterschlaaungen in der ungefähren
Höhe des angegebenen Betrages zu und will zu denselben
durch seine ledige Schwägerin Schäfer veranliaßt worden
ein. Mit derselben hatte er. während seine Frau einige
Zeit vereist war, ein Verhälinis angefangen, das nich
hne Folgen blieb. Die Schwägerin habe dann fortwährent
held von ihm verlangt und ihm, als seine Mittel er—
ichöpft waren, gedroht, seiner Frau von dem Verhältnis
Milteilung zu machen. Die Schwägerin habe ihm zugleich
nahegelegt, Geld aus der Kasse zu nehmen. Er habe den
Bedanken zunächst von sich gewiesen, jedoch angesichts des
ortwährenden Drängens der Schwägerin zu dem Mittel
zreifen uüssen. Die Schäfer habe ihm dann nicht nur
jedroht, seiner Fran von dem Verhältnis Mitteilung zu
machen, sondern ihn wegen Unterschlaaung anzuzeigen
Diese Drohungen seien dann die Veranlassung gewesen,
daß er nach und nach den qganzen genannten Betraq
dem Geschäft entnommen und der Schwägerin ausgehän⸗
iat, obwohl er bei den ersten Entnahmen die Absicht
otte, das Geld wieder zurückzuerstatten. und auch tatsäch—
lich zur Zurückerstattuna des Geldes in der damalidgen
Zöhe in der Lage gewesen wäre. Nachdem ihm zu An—
angid. J. aus den Gegenstand der heutigen Anklage nicht
erührenden Gründen gekündigt worden sei, habe er die
zhoffnung aufgegeben. die Sache noch in Ordnung bringen
u können und sei auf den Plan seiner Schmägerin einge—
tjangen mit ihr nach Amerika zu gehen. Er bhabe sich
dann mit etwa 1800 Mk. versehen unddiesen Betrag mit
einer Schwägerin bei einer Zusammenkunft in Saarbrücken
eteilt. Von Saarbrücken aus hobe er seiner Frau schriftich
mitgeteilt, daß er sich Unterschlagungen schuldig qemacht
ind desbalb nach Amerika flüchtig gebe. Er sei dann
noch Antwerpen gefahren, um die Schiffskarten zu lösen.
habe aber Sebnsucht nach seiner Familie bekommen und
iiese telegravhisch nach Luxemburg bestellt, wohin ihm
eine Frau sofort aefolat und geraten habe, sich der Be—
zörde zu stellen, was er am 3. April tat. Daß er von
»en Geldern eiwas für besondere Passionen verwendet
vätte, bestreitet der Angeklagte entschieden. Die genaue
Summe der unterschlagenen Gelder mit Zinsen beziffert
der Zeuge Seyfarth auf 14 200 Mfk. Das Urteil lautet
vegen eines fortgesekten Vergehen der Unterschlagung auf
Jahr 6 Monate Gefängnis, wovon 3 Monate Unter—
uchungshaft in Anrechnuna kommen. Von der Anklagae
pegen Urkundenfälschung wird Fettig freigesprochen. Frei—
iesprochen wird auch seine Ehefrau die der Heblerei ange—
lagt war, weil der Verdacht bestand, daß ein Betrag von
000 Mk., der bei ihr vorgefunden wurde, aus den unler⸗
sagenen Geldern herrübrte. Fettia bestritt das ent
]
jr
vird
außer
dielen
hervor
unget
lepfel
onnte
dort
nem
hat et
eines
an
dimt.
Brat
abrei!
er n
aan;
noch
ganz
Apfe
den
aes