Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
Bewitter. Endlich nach langem bangem Warten kam
ersehnte Abkühlung von oben. Gegen 10 Uhr kündete
n brausender Sturm das Herannahen des sich bildenden
ewitters an, das dann auch bald mit aller Wucht ein—
etzte. Ein schauerlich schöner Anblick! Ein starker Regen
hegleitete das fürchterliche Konzert. Sonderlich viel Schaden
oll das Wetter in unserer Gegend nicht angerichtet haben.
Um Marktplatz schlug der Blitz in die elektrische Leitung
der Straßenbahn. Das Telephonnetz kam diesmal gnädig
avon. NIm Hause des Herrn Schuhmachermeisters Wilhelm
hlug der Blitz in den Schornstein und verschaffte sich von
ort einen Weg in eine Mansarde, woselbst er ein Bett
id einen Stuhl entzündete. Das Feuer konnte alsbald
löscht werden. Heute früh spendete uns Frau Sonne
e Strahlen wie ehedem.
Grube. Die Berginspektion IV ließ ihrer Belegschaft
annt machen, daß der Verwaltung ein größerer Betrag
r Gewährung von verzinslichen (31/, Proz,) Baudarlehen
derwiesen worden sei. Anmeldungen würden bis zum 25.
Mts. im Inspektionsbüreau entgegengenemmen werden.
ie Darlehen könnten jedoch nur bis zur Hälfte des Bau—
ertes des Hauses gewährt werden.
Hauerprüfung. Auf den Gruben des Bergwerdirekions—
zirkes Saarbrücken wird kein Arbeiter zum Hauer er—
innt, ehe er seine „Hauerprobe“ abgelegt, hat, es sei denn,
aß die Bergleute bei ihrer Annahme nachweisen, daß sie
uf andern Gruben mindestens drei Jahre lang Hauer—
rbeiten verrichtet haben. Der Lehrhauer, der sich der
auerprobe unterzieht. muß in Gemeinschaft mit einem
ollhauer und unter dessen Aussicht während eines Zeit—
umes von mindestens zwei Monaten selbständig Hauer—
»eiten verrichtet haben. In der anschließenden Probe
iß er nachweißen, daß er diese Arbeiten kunstgerecht zu
ssen vermag und mit den zu beoachtenden sicherheitpoli—
tlichen Vorschriften vertraut ist. Ueber das Aufrücken
mn Vollhauer entscheidet der Werksdirektor nach Anhör—
g der zuständigen Beamten und des Hauers, welcher
Probe beaussichtigt hat, sowie des Arbeiterausschusses.
i ungenügendem Ausfall der Probe verbleibt der Lehr—
uer ein weiteres Jahr in der Klasse der Lehrhauer.
ibstverständlich hat der junge Hauer nach abaelegter
ope keine abschließende Ausbildung erlangt. Bei den
indertlei verschiedenen Verhältnissen und den mannigfachen
rdeiten im unterirdische Betriebe hat der Bergmann nie
asgelernt. Er muß auch vach der Hauptprüfung be—
rebt sein, seine Geschicklichkeit und sein Versiändnis für
le vorlommenden Arbeiten zu schärfen und zu vervollkom⸗
en. Der Arbeiter wird nie ein rechꝛeer Bergmann der
me Arbeiten mechanisch d. h. ohne mit den Gedanken
bei zu sein, verrichtet. Darum allezeit: In der Grube
gen und Ohren auf und stets weiter gelerut.
Central⸗Kinema. Im Central⸗Kinema am Marktplatz
tangt ab Mittwoch das furchtbare Eisenbahn-Unglück von
düllheim in Baden zur Vorführung sowie ein Riesenpro⸗
ramm, wie es besser und reichhaltiger nicht geboten werden
ann. Erstgenanntes Bild beweist wiederum die Ueber—
genheit und Leistungsfähigkeit des allseits beliebten Cen—
al⸗Kincma gegenüber ähnlichen Unternehmungen. Außer—
m weisen wir unsere Leser auf die 3 Volkstage in obigem
iternehmen hin. Um auch den großscheinigen Reklamen
derer Unternehmern gegenüber seine Leistungsfähigkeit
beweisen, so hat die Direktion die Eintrittspreise für
i twoch, Donnerstag und Freitag auf 10. 20. und 30
fennig pro Person ermäßigt, sodaß Jedermann Gelegenheit
»oten ist, über die Darbietungen im Central-Kinema zu
eilen. Siehe Inserat!
der Oberpräsident der Rheinproviuz, Staats—
uster Frhrn. v. Rheinbaben, ist vom König infolge
isentation des Domkapitels zu Merseburg zum Mitglied
Herrenhauses auf Lebenszeit berufen worden.
Dder Kreisfeuerwehrverband Saarlouis ist der an
gliederzahl stärkste Kreis-Verband der ganzen Monar—
wie gelegentlich des Feuerwehr-Jubilaäums von beru—
r Seite festgestellt wurde.
bier und Wein als Keimtöter. Hierüber veröffent⸗
die „Frankfurter Zeitung“ in ihrem Abendblatt vom
Juli einen interessanten Bericht. Wissenschaftliche Un—
suchungen haben danach ergeben, daß Cholera uͤnd Typhus⸗
me ihre Lebensfähigkeit in Wein und Bier bereils in
az kurzer Zeit verlieren. Auch bei einer Vermischung
Trinkwassers mit Wein wird die Zahl der keimfähigen
erien ganz erheblich heruntergedruckt.
der falsche Hundertmarkschein. Ein Frankfurter
stbeamter, der Schalterdienst verrichtete, nahm eines Tages
en Hundertmarkschein ein, von dem er leider erst zu spät
vahte, daß er nicht echt sei. Seine Vorgesetzten prüften
3 Papier, und gaben es an die nächsthöhere Instanz
eiter. Inzwischen wurde es dem Beamten recht bange ums
erz. den er mußte das Geid ersetzen weil das bei der Post
Gegensatz zur Eisenbahnbehörde so üblich ist. In—
ischen wanderte der Schein bei den höheren Instanzen von
ind zu Hand, und niemand war sich eigentlich so recht
darüber, ob das Popier echt oder unecht sei. „Na,“
il da der Oherpostdirektor gesagt haben, „wenn die oberen

zeamten schon einige Tage branchen, um zu einem Resul—
at zu gelangen, dann kann man es dem Schalterbeamten
ewiß nicht verübeln, wenn er keine Bedenken hatte, den
schein anzunehmen.“ Und auf einen Wink öffnete sich die
eamtenunterstützungskasse, und dem Schalterbeamten, wur—
en 100 Mark gezahlt, damit er vor Schaden bewahrt bleibt.
der Hundertmarkschein, dessen Echtheit angezweifelt wurde,
dard zur Prüfung nach Berlin geschickt, und hier stellte
nan fest, daß der Schein — echt war!
Wetterbericht. Das über Kontinental-Europa vor—
sandene barometrische Maximum has ziemlich erheblich an
Intensität verloren. Da zudem zahlreiche kleine Unregel—
näßigkeiten in der Luftdruckverteilung eingetreten sind, so
st mit dem Auftreten ausgebreiteter Gewitter zu rechnen.
Sine andauernde Verschlechterung der Witterung steht
edoch nicht bevor.
Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch keine
auernde Verschlechterung, jedoch erhebliche Gewitter—
dätigkeit.
Saarbrücken, 24. Juli. Am Samstag abend gegen
JUhr überfuhr der Chauffeur Ziegler mit dem Automobil
er Elektrizitätsfirma Siemens und Halske auf der abschüssigen
traße im Ehrentale die 40jährige Ehefrau des Tagelöh—
ers Krebs von Malftatt. Die Frau erlitt einen kompli—
ierten Bruch des Oberschenkels sowie zwei Armbrüche und
nnere Verletzungen. Sie starb während des Transports
ach dem Krankenhause. Den Führer des Wagens trifft,
»ie Augenzeugen bekunden, keine Schuld. Das Automobil
uhr gegen einen Grenzstein und wurde beschädigt.
Saarbrücken, 24. Juli. Der am letzten Freitag aus
em Hüttenlazarett Völklingen entlassene 35jährige Hütten—
rbeiter Koch wurde am Samsltag vormittag als Leiche aus
em Deutschmühlenweiher gezogen. Zwei Gärtner, die mit
em Fangen junger Schwäne beschäftigt waren, fanden die
zeiche stehend, den Kopf ungefähr 10 Centimeter von der
Iberfläche, im Wasser vor. Zwei leere Portemonnaies,
rei Messer und ein Ring wurde bei ihm vorgefunden. Die
eiche wurde in die Leichenhalle nach Malstatt gebracht.
Holtz, 22. Juli. Eigentümliche Ideen hatte der Hütten—
rbeiter Ludwig Brill aus Holtz bei Saarbrücken, um Geld
mmachen, was ihm in einigen Fällen auch gelang. Er
atte in einem in Speyer erscheinenden Blatte „Der Haus—
eund“ eine Annonce aufgegeben, die folgenden Inhalt
atte: „Ein 6-0und ein ijähriges Mädchen mit Mk. 5000
ls Pflegegeld als eigen vergeben.“ 1298 Offerten waren
uf diese Anzeige eingelaufen. Der Einsender schrieb,
achdem er einen Teil der Briefe erhalien hatte, an die
bsender, sie möchten ihm 3 Mark einsenden, die dazu dienen
llten. über die Zuverlässigkeit der Ginsender Erkundigungen
nzuziehen. Eine ganze Anzahl von Bewerbern fiel auch
uf den plumpen Schwindel herein, wie die bei der Haus—
ichung noch vorgefundenen Postabschnitte bewiesen. Der
ausfreund hatte inzwischen aber die Staatsanwaltschaft
erständigt, die sich mit dem Geschäftsgeist des Aufgebers
r Annonce etwas näher beschäftigte. Das Schöffengericht
erurteilte den Angeklagten zu 3 Monaten Gefängnis, Ge⸗
en dieses Urteil legte Brill Berufung ein mit dem Erfolg,
aß sie zwar nach Maßgabe verworfen, doch ihm die Un—
ersuchungshaft angerechnet und er in Freiheit gesetzt wurde.
Beckingen, 24. Juli. Ein hiesiger Bäckermeister hat
or kurzem einen Gesellen eingestellt. Eines Morgens war
erselbe verschwunden und mit ihm ein dem Meister ge—
öriger Geldbetrag von ca. 200 Mk. Es ist Anzeige er—
tattet.
Saarburg b. Trier, 23. Juli. Wieder eine!! Weil
»as Feuer nicht brennen wollte, goß eine hiesige Dienst—
nagd Petroleum hinzu. Plötzlich entzündete sich dieses,
eind durch die herausschlagende Flamme wurde das Ge—
icht des unvorsichtigen Mädchen arg verbrannt.
*Köln, 24. Juli. Ertrunken.) Gestern sind
ier Personen beim Baden im Rhein ertrunken. Eine
er ank vor den Augen des am Ufer stehenden Bruders
roB der sofort unternommenen Rettungsversuche.
*Essen, 24. Jüli. (Familiendrama.) Der
Apetenhändler Schluckebier und seine Frau sind heute
Norgen in ihren Betten mit durchschniftenen Kehlen tol
ufgefunden worden. Der Mann hai seine Frau getö—
et pmd dann Selbstmord verübt. Er war nervss uͤber—
eizt.
Baden-Baden, 24. Juli. Mie „Schwaben“.
das Luftschiff „Schwaben“ ist heute Vormittag kurz nach
Uhr vor der Luftschiffhalle in Oos angekommen.
* Stutigart, 24. Juli. Mordverfu ch und
ʒe l b est mord.) Montag früh hat in der Olgastraße
in junger Mann ein junges Mädchen, mit dem er in
treit geraten war, durch einen Revolverschuß leicht
erletzt. Nach der Tat richtete der Mann den Revolver
ꝛgen sich selbst und schoß sich in den Mund; er fiel so—
rt tot um.
*Müllheim, 24. Juli. (Das Eisenba h n⸗ U n⸗
Lücck.) Der bei dem Eisenbahn⸗Unglück schwer verletzte
egterungsbaumeister Nürnberger aus Lörrach in
n Hospital seinen Verletzungen erlegen.
* Kempten, 24. Juli. (Tödlicher Ab stur z.)
in 2G6jähriger Tourist namens Paul Podien aus Ta
iau (Westpreußen) ist infolge Losbrechens eines Fels
ücks am Nordweststrand des Gimpels hundert Meier
ef abgestürzt. Völlig zerschmettert wurde sein Koörvei
nten aufgefunden

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Berlin, 24. Juli. Bei dem Versuch, die Mutter zu
tten zog sich anläßlich eines Brandes am Sonntag der
2 Jahre alte Realschüler Erich Wolter aus Lichtenrade
o schwere Verletzungen zu, das er im Krankenhause nach
einer Einlieferung starb.
Berlin, 24, Juli. Der französische Botschafter Cambon
tattete dem Staatssekretär von Kiderlen-Wächter heute
sachwittag 1 Uhr einen Besuch ab. Zwischen Beiden
'and eine längerer Austansch statt.
Berlin, 24. Juli. Ein Eingeborene-Aufruhr in Deutsch—
Südwestafrika wurde, wie erst jetzt bekannt wird, vor eini—
zen Wochen in Bethanien rasch unterdrückt. Amtlich wird
darüber der deutsch-westafrikanischen Zeitung gemeldet: Vor
ꝛeinigen Wochen wurden vom Eingeborenen-Gericht in Bet—
s)anien 5 Hottentotten zum Tode und 4 zu Gefängnisstoifen
erurteilt. Die Verurteilten, welche sich arbeitslos in Be—
hanien herumtrieben und verschiedenen Ansiedlern als Ar—
eiter zugewiesen werden sollten, haben sich zugestandener—
naßen zusammen getan, um die Weißen in Bethanien zu
rmorden und einen Aufruhr zu erregen. Sie hatten zu
iesem Zweck ein Gewehr und einen Karabiner neöst Muni—
ion gestohlen. An den zum Tode verurteilten wurde
m 12. Juni in Bethanien das Urteil streng durch den
ztrang vollzogen.
Berlin, 25. Juli. Die Stsrung des Hauptgottes—
ienstes am Sonntag in der Luisenkirche zu Charlottenburg
»urch eine Anzahl Offiziere des Elisabetregiments hat
iberall großes Aufsehen erregt. Bei dem Geistlichen der
dirche treffen sortgesetzt Briefe ein, in denen der Entrüst—
uing über das Verhalten des Militärs Ausdruck gegeben
vird. Pastor Croatz hat gestern an das Konsitorium eine
urze Darstellung des peinlichen Vorganges gelangen lassen.
In seiner Erklärung sagte er, daß die Ostentative Ent—
ernung der Offiziere und Mannschaften während der Pre—
»igt eine überaus empfindliche Störung des Gottesdienstes
Jewesen sei. Den Wortlaut seiner Predigt wird er dem
donfistorium in den nächsten Tagen im Druck zugehen
assen. Am Schlusse des Schreibens bittet er seine vorge—
esetzte Behörden die Namen der Offiziere, welche die
Ztörung des Gorttesdienstes veranlaßten, feststellen zu lassen,
amit er Anzeige gegen sie erstatten könne.
Hannover, 24. Juli. In den benachbarten Gleidingen
ind am Sonntag Abend beim Baden in der Leine zwei
unge Leute von 16 Jahren, die in einen Strudel gerieten,
hne Schwimmen zu können, ertrunken. Ein Dritter, der
zleichfalls unterging, konnte noch ans Ufer gezogen werden.
Er wurde ins Leben zurückgerufen.
Breslau, 24. Juli. Im Eisenbahnzuge Mettkau-⸗In—
ramsdorf wurde das aus Breslau stammende Fräulein
dedwig Maatz überfallen. Der Täter wollte sie ihrer Baar⸗
chaft berauben, konnte aber, ohne sein Ziel erreicht zu ha—
en, verhaftet werden. Es ist ein gewisser Heinrich aus
Ingramsdorf.
Breslau, 24. Juli. In Langenbielau ere'gnete sich
jestern Nachmit ag ein peinlicher Vorgang. Dort fuhr das
Bbespann eines Fabrikanten in einen Leichenzug. Der Sarg
vurde umgeworfen und drei Personen erlitten so schwere
Zerletzungen, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden
nußten.
Baden-Baden, 24. Juli. Das neue Zeppelin-Luftschiff
zchwaben ist heute Vormittug 9 Uhr 28 Minuten glatt
ei Baden-Oos gelandet. Schon wenige Minuten nach
Uhr war das Luftschiff in weiter Ferne in den Schwarz—
valdbergen sichtbar. Das Schiff schlug die Richtung St.
zeorgen⸗Gansach ein und über den schwäbischen Schwarz—
dald. Um 9 Uhr 12 Minuten passierte es Baden-Baden,
on hier aus wendete es sich der Luftschiffhalle zu. Um
Uhr 20 Minuten landete es da, und 9 Uhr 33 Minuten
par das Luftschiff in der Halle glatt geborgen. Die Fahrt
nachten 8 Passagiere mit. Es wurde durchschnittlich
nit 2 Motoren gefahren. Die ganze Fahrt wurde genau
n 4 Stunden zurückgelegt.
sangerhausen, 24. Juli. Hier schoß der Rechnungs—
at Hermann der sich mit seinen beiden Söhnen auf den
Unstand begeben hatte, den jüngeren infolge eines un—
zlücklichen Irrtumes nieder. Er hatte feinen Sohn im
vebüsch für einen Fuchs gehalten.
NMom, 25. Juli. Der Senator Marchese Garro—
ui ist zum Bosschauer in Konstantinopel ernannt
worden.
Salounik, 25. Juli. Zum Schutze gegen die Ban—
d en e in fälle sünd vier weitere Ba aillone nach der
usgarischen Grenze abgegangen. — Die Behörde un
ersagte die Abhaltang einer großen Arbeiterdemonstra—
lon gegen die anläßüich des Besuches des Sultans er
oigte Verhaftung von vier Soziauisten.
New-PYork, 25. Zull. Die Rebellen in Haiti
stehen 18 Meilen nördlich von Port au⸗Prinee, sie —*
ten noch Verstörsungen as, bevor sie die Hauptstadt an⸗
etfen werden. Der Oberkommandeur in Eroix des
Briguets. Geueral Tih om a s, floh in die Hirche, 53
er von den Rebellen gefunden wurde. Die e schutlen
Hym den Kopf ab und plünderten die Kirche, sowie de
non französischen Nonnen geleitete Schule.
Paris, 24. Juli. „Matin“ schretbt: Die Reform des
berkommandos in der Armee wird auf dem Wege des
—* * Turner⸗
*5
I Bund
X X*
J Dudweiler
Heute Abend Turnen.

J

8* *
Eröffnungs-Anzeige..
Den verehrlichen Einwohnern von Dudweiler und Um—
gebung die ergebene Mitteilung, daß wir mit dem
. August ds. Is. in Dudweiler, Esche Saarbrücher⸗
ind Herrensohrerstraße (gegenüber Gastwirtfchaft Fries)
e v vdr r
ein Atelier für Grabdenkmäler
* *
und Bildhauer⸗-Arbeiten
röffnen. Es wird unser Bestreben sein, nur gediegene Ar⸗
»eiten unter Verwendung von ꝛur bestem Maeria! auszu⸗
ühren.
Als Spezialität: Denkmäler nach eigenen Entwürfen
»der Angabe in modernstem Gestein wie Muschelkalk, Ita—
ienischer⸗ und Laaser-⸗Marmor, Hartstein und allen Gra—
nitarten.
Der unterzeichnete Mitinhaber August Kuhn dürfte
zurch die bereits von ihm ausgeführten Arbeuen in Saar⸗
rücken, Dudweiler, und Umgegend das für die Grund—
age des Geschäfts erforderliche Vertrauen in hinreichen⸗
»em Maße schon besitzen.
Hochachtungsvoll Math. Gores & Aug. Kuhn.

Owangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Dud—
veiler belegenen, im Grundbuche von Dudweiler in Artikel
377 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes
uf den Namen der Eheleute Berqmann Franz Löchner 2,
Zohn von Franz und Maria geborene Koch zu Dudweiler
n Errungenschaftsgemeinschaft eingetragenen Grundstücke:
.Flur 4 Nr. 584,210 Büchel 141/8 Geb.-Rolle 258
Hofraum groß 2,78 Ar, a) Wohnhaus und Haus—
jarten mit 180 Mark Nutzungswert,
Flur 4 Nr. 830/210 Beim Ellernsteeg, Geb.-Rolle Unseren verehrten Mitgliederr
268 Hausgarten groß 1,62 Ar Jakob Maier,
am 19. September 1011, — ——
rem eutigen amens,
nachmittags 3 Uhr — ein dee Hoch, daß
zurch das unterzeichnete Gericht in Herrensohr, Gast- s cuf dem Bubesberg schalit und
sjaus Franz Kirchberg versteigert werden. pn Bereinswirt Vehinon wieder—
Der Versteigerungsvermerk ist am 1. Juli 1911 in das Gewidmet vom
Brundbuch eingetragen. ĩ
Saarbrücken, den 18. Juli 1911. eee
Köniqliches Amtsgericht Abt. 11. ——
— 82 ö—————— — II— ar. 138988 gegen Rauhigkeit n.
Billig: Billig! zchuppungen der Haut, Miitesser
9 Einkochapparate v. M. iso an 21J
binkochtopt v. m. 28dann ⸗
Vorratsglaser zum Einkochen
. 25, 12. 88, 1.8. 40 pf. pahg Zeem ghp. Zpeni
owie alle Einmachgläser u. Töpfe billigst empfiehlt igße üais sa
. rorm) Dazu guckroh· Creme (nich
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Dekrets durchgeführt werden. Der Kriegsminister hat
gestern hierüber mit dem Berichterstatter des Kriegsbudget
Nemantel, längere Zeit konferiert. Er begibt sich heute
iach Rembouillet: um seinen Vorschlag dem Präsidenten zu
interbreiten. Der Ministerrat wird wahrscheinlich Don—
ierstag die Angelegenheit beraten. Die Reform wird mit⸗
jin in einigen Tagen durchgeführt sein. Unter diesen
Umständen wird die Demission der Generals Michel durch
ie einfache Veröffentlichung des Dekrets zur Tatsache
verden, da das Amt, womit er betraut worden ist, eine
Abänderung erfährt. Wir glauben zu wissen, sagte Matin,
»aß der Kriegsminister die Dauer des Dienstbriefes auf
1Jahr festgesetzt hat. Eh bestäligt sich, daß General Pau
Mitglied des Oberkriegsrates, zum Leiter der neuen Or—
zanisation berufen wird und daß er das Oberkommando
der Armee während der Bauer des Dienslbriefes erhält.
Dubail wird Chef des Generalstabs bleiben.
Leipzig. 24. Juli. Der französische Hauptmann Lux
der vom Reichsgericht wegen Spionage zu 6 Jahren
Festung verurteilt wurde, wurde zur Verbüßung der Sirafe
iach der Festung Glatz gebracht.
München, 24. Juli. Gestern Abend 9 Uhr überrannte
ꝛin in schnellem Tempo nach München fahrendes Automo—
zil bei Bayerbrunn die Schrauke der Isartalbahn. Das
luto blieb zertrümmert auf dem Gleise liegen. Die beiden
lutomobil⸗Insassen, ein Augsburger Kaufmann und eine
unge Dame ourden mit bedeutenden Verletzungen ins
drankenhaus gebracht.
München, 24 Juli. Während der beiden letzten Nächte
ichteten in München und Umgebung mehrere große Feuer
rheblichen Schaden an. Ein Brand zerstörte in Moosach
Stallungen und Nebengebäude des Großwirtes und richtete
ür 20000 Mk. Schaden an. Hier und in einem anderen
Falle sollen Brandstiftung vorliegen.
Paris, 25. Juli. „Matin“ meldet aus London: Sir
Franzis Berthie, der englische Gesandte in Berlin, ist gestern
sier eingetroffen, um mit der Regierung über den Verlauf
der deutsch-französichen-marok?anischen Unterhandlung zu
onferieren. Bekanntlich hat Deutschland Frankreich die Ab⸗
retung eines Teiles des französischen Kongo vorgeschlagen.
Diese Forderung hat in Cnaland allgemeine Entrüstung
servorgerufen. Die Frage wird aufgeworfen, ob Frankreich
ich dieser Forderung Deutschlands bezüglich des Kongo ab⸗
ehnend verhalten solle, oder ob die Unterhandlungen in
Berlin weiter nach dieser Richtung geführt werden sollen und
n Frankreich eine Abänderung der Grenze von Deutsch—
damerun bewilligt werden soll. Um eine Antwort auf diese
»eiden Fragen zu erhalten, ist Sir Franzis Berthie nach
Berlin gekommen. Die Ansicht der englichen Regierung
sierüber ist wie es heißt folgende: Frankreich müsse die
dand behalten, um ein anderes Gebiet ausfindig zu machen
‚ur Vereinbarung eines endgiltigen Abkommens mit Deutschland
 bezüglich der Marokkofrage. Wenn aber dieses Ge—
hiet sich an der Grenze von Deutsch-Kamerun befindet, so
werde England hiergegen keine Opposition machen, voraus-—
gesetzt, daß es sich um eine Gebietserweiterung in mäßigen
Brenzen handelt und daß Frankreich das Küstengebiet ent—
veder ganz oder größtenteils behält sowie auch, daß der
elgische Kongo in keiner Weise zum Grenzgebiet Deutsch⸗
dam⸗runs werde.
Konstantinopel, 24. Juli. Der Brand in Balat nahm
einen Ausgang vom jüdischen Hospital aus. Er teilte sich
n 2 Herde, von denen der eine bereits über das Viertel
Londschap nach dem? Adrianopler Tor hinübergreift, sodaß
nan für diese ganze Seite Stambuls fürchtet, während der
andere Herd nach der westlichen Hügelseite steigt. Ein neues
Feuer ist in Fassuf Pascha gelegt worden. Dort haben 2
hriechen ein Haus angezündet. Die Täter konnteu sofort
rgriffen werden. Man ist geneiat, hellenische Staatsbürger
iür die Brandstiftung verantwortlich zu machen, sodaß in
griechischen Kreisen mit Gewalttätigkeiten auch gegen otto—
nanische Staatsbürger griechischer Nationalität gerechnet
vird. Unter 60 Verhafteten befinden sich viele Hellenen
ind einige Curden. Jeden Augenblick schwirren Gerüchte
on neuen Bränden auf Der Sultan soll auf der Terrasse
eim Anblick der brennenden Stadt in Tränen ausge—
rochen sein.
Konstantinopel, 25. Juli. Die Zahl der abgebrannten
äuser betrug gestern 7600. Die Verletzung des Kriegs⸗
ninisters ist leicht. Nach Aussage des Arztes dürfte der
Ninister innerhalb 8 Tagen geheilt sein. Für die Opfer
er Katastrophe wurde eine Nationalsubkription eröffnet.
der Sultan unterzeichnete 2500 türk. Pfund (etwa 530 000
Nark), die Ottomanbank 2000 Pfund. Außerdem zeichneten
iele Banken und Private namhafte Beträge. Die Regie—
ung stellte 10 000 Zelte für die Obdachlosen zur Verfügung.
Ueskueb, 24. Juli. Aufsehen erregte ein Attentaj
uf einen Regierungs-Kassierer und Gerichtsbeamten, das
urch Albanesen in Kalkandelen verübt wurde. Die Stim—
nung in Albanien ist anscheinend sehr kritisch.
Tanger, 25. Juli. In Agadir werden die Beziehungen
wischen den deutschen Schiffen und dem Festlande immer
erzlicher. Weit aus dem Innern kommen die Gouverneure,
mm die deutschen Schisle zu besuchen, wobei sie liebens—
opürdig aufgenommen werden. Sie betonen stets, daß dte
—
—
Ein altes teckes Studentenlied
—S erzählt davon, daß „rechter Hand, linter Pand —
— alles vertauscht“ ist. Daron wird man erinnert,
— venn man sieht, wie seit ein paar Jahren schon
8— »er Sommer höchst unfreundlich, der Herbst aber
Dannehmbar ist. Nun muß main gerade im Sommer
J sich vor Erkältungen hüten, und es mag daran
erinnert sein, daß Fays ächte Sodener Mineral—
— bastillen dabei erfahrungsgemäß ausgezeichnete
—8 Dienste tun. Fays ächte Sodener gehören nachge—
raade zu den unentbehrlichen Kurmitteln. Preis der
* Schachtel 85 Pfg. Achten Sie aber darauf, daß Sie
* Il keine Nachahm erhalten.

inl
Einladung.
Am Mittwoch den 26. dss. Mts. Abends 8 Uhr findet
im Lokale Joseph Kuhn Fischbachstraße eine Sitzung des
Festausschusses über die Veranstaltung des Kornhblumen⸗
cages statt.
Die Herrn Vorsitzenden der mitwirkenden Turn⸗ und
Besangvereine, Feuerwehr pp. und die Wirte in deren Lo—
salitäten die Konzerte und Tanzbelustigungen stattfinden,
herden gebeten, sich pünktlich zu dieser Sitzung einzufinden
Der Festausfchuß.
J. A.
Mertens

42924 4

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