Full text : Dudweiler Zeitung

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Amfliches Publikafionsorgan Mit zwei Bbeilagen: etlamen—
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Abonnemenis preis für die Bürgermeisterei Dudweiler Sonntagsblatt und heitere 3ldutter. 30 4 pro Aspaltige Vetitzelle.
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zt 300 M gegen Tod durch Unfall dei der Nürnberger debensversichtrungsbank in Nürnbera versichert. Jeder Unkall ist binnen einer Woche nach Sintritt der Yürnberger rebensbersicherunzs⸗Bank anzuzeigen, auch muß sich der Berletzte innerhalb 20 Stunden nach dem Unfall in ürztliche Behandlung begeben. Todesfälle müssen so
0 0 fpuͤtetens arer ianerhalb 48 Stunden a denn Einiritt zur Linmeidnng gebracht werden. Ucber die Borausseßung der Verücherung gebben die Bersicherun öbedingungeun Anfs hüah, die vo u Vettae oder von der Ruͤrnberger Lebensversicherungs⸗-Bandt zu beziehen iind. —8 — 0
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sversicherung für Privatbeamte
eichsanzeiger“ veröffentlicht den Entwurf eine
agsgesetzes für Angesiellte. Nach dem Entwurf
ar den Fall der Berufsunfähigkeit und des Al
ie zugunsten der Hinterbliebenen nach vollende en
FLebensjahre versichert: Angestellte in leitenden
RZeltriebs veamte, Werkmeister und andere Angestellt
ihnlich gehobenen oder höheren Steilung ohn
uf die Vorbildung, wenn diese Beschäftigung den
üdet, Handlungsgehülfen und „Lehrlinge, Ge⸗
Lehrlinge in Apoiheken, Bühnen-⸗ und Orche⸗
ohne Rücksicht auf den Kunstwert ihrer Lei⸗
ehrer und Erzieher aus der Schiffsbesatzung deut⸗
abrzeuge und Binnenfahrzeuge Kapitäne, Offi⸗
— Ver—
ssistenten. sowie die in einer ähnlichen oder in
eren Siellung besindlichen Angestellten. Voraus.
Ddas Gehalt 5000 M. nicht übersteigt und
ensjahr noch nicht vollendet ist. Wer —X
angspflichtigen Beschäftigung ausscheidet und
JMonalsbeiträge enirichtet hat, kann die
freiwillig fortseßen, oder, falls er 120 Mo⸗
entrichtet hat, die erworbene Anwartschaft
einer Anerkennungsgebühr erhalten. Nach
Jahresverdienstes werden neun Gehalts⸗
EGegenstand der Versicherung sind: Ruhe—
terbliebenenrenten. Das Ruhegeld erhält der
Vollendung seines 65. Lebensjahres oder
etzung seiner Arbeitsfähigleit auf weniger
der normalen: ferner wer 26 Wochen un—
russunfähig gewesen ist, für die weitere
eruf-infe higeit. Witwenrente echält die
em Tode des versicherten Wannes. Wasen
nach denm Tode des versicherten Vaters dee
—unter 18 Jahren, auch uneßeliche. Die
wbeim Ruhegeld für männliche Versicherte
60 Beitrogsmonate und bei der Hin—
120 Beitragsmonate. Das Ruhege d be—
von 120 Beitragsmonaten ein Viertel
dieser Zeit entrichteten Beilräge und
Wertes der übrigen Beiträge, bei den web⸗
en nach Ablauf von 69 und vor Volleud⸗
Beitragsmonaten ein Vieriel des Wertes
de ersten 60 Monaten en richteten Beiträge. Der
der Witwen- und Waisenrente beträgt zwei Fünj—
Rugegehalts, das der Ernährer bezog oder bei
anfähigkeit bezogen hätte. Die Waisen erhalten je
nftel, Doppelwaisen je ein Drittel der Witwenrene.
ittel für die Versicherung werden von den Arbeit
und den Versicherten au'gebracht. Der Monatsvei—
in neun Klassen eingeteilt: 1.70, 3.20, 4, 4. 80,
.G0, 13. 20, 161.60, 20 und 26.60 M. Die Aner—⸗
8gebühr beträgt jährlich 3 M. Die Versicherungsen
 müssen sich die Hälfte der Beiträge vom Gehalt
wlassen. Die Arbeitgeber dürsen nur auf diesem
orn Aojtraassteil der Nersicherton o20ziehen

englands Seeverteidigung.
aeiner Neuauflage eines im vorigen Jahre veröf—
ien Vuches von General Hamilton über die Wehr—
werden in einem Anhang wichtige Aeußerungen des
Seelords Admiral Wilson über die englische See—
igung und die Möglichteit einer Invasion abgedrückt.
chnische Leiter der Flolte erklärt es darin einmal für
e unmöglich, daß die britische Seemacht, wie oft be—
werde, durch einen Schlag vernichtet wird. Zu
iden Schlachtflotten, der heimischen und der atlan—
ammt nämlich als zweite Verteidigungslinie die
der Küste, die sogenannte Moslitoflotte, be—
8 etwa 170 Torpedobooten und 50 Unterseeboo—
umer wachsam iich von Dunder bis nach Dover

eiter Linie hält Admiral Wilson eine Invasion
iu) undenkbar. Tie allergeringste Truppenziffer,
er ꝛin Feind ein solches Abentener wagen könnte,
Lord Roberts auf 70 000 Mann angegeben wor—
Selbit diese. Zahl würde auch bei einer kleinen See⸗—

—

Zwei Königskinder
»ans varre weinen mögen in schmerzvollem Mitleid.
SZo mußt du nicht reden, Wolff,“ sagte er weich. „Ich
mich ja in deine Stimmung hineindenken, und ich
Z3 Zegreiflich, daß du verzagen möchtest: aber glaube
es vͤird so schlimm wirklich nicht werden. Einen
gen Stock wirst du dir anschaffen, und dann sollst
hen, wie schön sich's damit läuft —“
Weindervoll wird's sein!“
gZer dienfttuende Arzt erschien an der Türe und bat,
Interhaltung abzubrechen.
zans stand auf.
nein armer Wolff! Nun schickt man mich fort, und
leider auch abreisen, wie schwer mir's auch um
en fällt.“
in guter Hans!“ sagte Wolff leise. „Aber wenn
— 'ich danke dir auch für all deine Liebe. —
»st du?“
nach München. Und dann auf eine Woche etwa
Arrnberg —“
Egon schloß unter einem, Seufzer die Augen
ieg während einiger Augenblicke.
s willsi du dort?“ fragte er dann kurz.
weißt ja, ich soll den jungen Fürsten malen —“
aFürsten!“
f Ich nichts von dir bestellen?“
ats stieß der Prinz mühsam hervor. Er war
A' und seine Brust atmete schwer. „Nichts —
Argt kam hinzu. —
ch bitle dringend, Herr Professor!“/!
—
der seinen ruhte. Leb' wohl, mein armer Wolff!
auf ein besseres Wiedersehen“ — 7
Am andern Morgen fand Wolff Egon einen pracht
len Blumenstrauß neben, seinem Betle und dabei eir
ivert, das in großen, kräftigen Schriftzeichen seinen
men trug. — —
Schrmidtl“
er Kammerdiener, der am Fenster saß und auf das
chen seines Herrn wartete, kam schnell heran
Durchlaucht befehlen?“
Dn Brief da. Aufreißen, daß ich ihn lesen kann!“
nn las er und ein Leuchten ging über sein Gesicht
Hlumen sollen Ihnen sagen, Durchlaucht, daß
er draußen wunderschön ist, und daß es schon
Isn Sioso Wolf desund au werden,“

ahrt einen Schisssdraum von über 200 000 Tonnen erfor—
zern und daher viele Quadratmeisen Wasser bedecken. Es
t undentbar, daß eine solche Flotte, die zu ihrer eigenen
Zicherheit Lichter führen müßte, der Ausmerisamkeit der
Torpedoflotte entginge. Sollte durch einen außerordentli—
hen Zufall die feindliche Macht selbst bis an die eng ische
Füste heranlommen, so wäre die Ausschiffung so schwie—
eig, daß lange vor Landung der Hälhte die Transport—
chiffe von den an der Küste zu diesem Zweck stationierten
Anterseebbooten versenkt wären. Die eigentliche Gesahr
5englands ist nicht die Invasion, sondern die Unterbrech—
ing der Handels-Schiffahrt. Die Stärke der Flotte wied
zurch die Bedürfnisse zum Schutze des Handels bestimmi
ind ihre erste Aufgabe wird sein, kein feindliches Schiff
oweit konimen zu lassen daß es die engliiche Aiuhr ae
ährdet.
Angesichts der beginnenden Versuche der chauvinisti—
chen Blätter, das nächste Flottenbudget durch Beéängstig—
ingen weiter in die Höhe zu treiben, sind diese Konstat'!e
ungen des leitenden Admirals von besonderer Bedeutung.

VPolitische Rundicha
Deutsches Reich. J
* Der Kaiser fuhr Dienstag morgen beim Reichs—
anzler und beim Staatssekretär des Aeußeren vor.
»*Prinz Adalbert von Preußen wird am 20.
um Besuche am großherzoglichen Hofe in Karlsruhe er—
vartet. Er reist am naͤchsten Tage weiter nach Berlin.
* Daßz Zentrum hat im preußischen Abgeordneten—
jus den bekannten Antrag wieder eingebracht, durch
dandesgefetz den Gebrauch der wallonischen, französischen
ind mährischen Sprache in öffentlichen Versammlungen zu
ewãährleisten.
* Eine Vertrauensmännerversammlung der Zentrums—
artei im Wahlkreis Immenstadit hat den Amisrichter
mminger in Angsburg als Kandidaten für die
teichsstagsersatzwabl auiagestellt. Jath
* Gegen den evangelischen Pharreer J.athon
de ran deee e ü enrbeertat wen
sn Verlin ein vorläuftges Ermittlhungs
erfahreu wegen Irrle her e eingeleitet. Jathi
vurde am 13. Jannar aufgefordert, d diwen vierzehr
agen auf sechs Anklagepunkte zu verantwor en.
ag e p pu vers v— milungen der Sozialdemotrs—
le werden zum kommenden Sonntag mittag vom Ver ˖
and der sozialdemokratischen Wahlvereine von Berlirn
a mge geen deveranstaltet. Soweit betanunt, beab.
schtigt man hiermit lkeine Strakendemonstrationen zu ver—
inden

Desterreich⸗ Ungarn.
*In der Parlamenissitzung am Dienstag erschien das
eue Ministerium zum ersten Male im Hause. NMti⸗—
isterpräsident Bienerth gab eine Regierungserklärung
b, worin er sagte, die Regierung werde sich von sach⸗
schen Motiren leiten lassen; sie halte dies für dis erste
merläßliche Bedingung einer gesunden Entwickelung auf
em Gebiete der Kultur und des Wirtschaftslebens. Sie
»erde eine Politit der absoluten Objektivität machen, ins⸗
„esondere Einseitigkeit in nationaler Hinsicht vermeiden
ind erbitte von den Parteien die gleiche Objektivität, da
nur so ein sruchtbringendes Zusammenwirken denkbar sei.
der Ministerpräsident wurde anfangs durch lärmende Zwi⸗
chenruse seitens der Tschechischradikalen unterbrochen, die
Ad verstummten. Fiedier stellte, unterstützt“ von dem
eutschradikalen Wolf, den Antrag, die Debatte über die
stegierungserklärung zu eröffnen. Der Antrag wurde mit
llen gegen die Suümmen der Tschechen, der Ruthenen und
er Deutichradikalen abgelehnt.
Frankreich.
* Die Pariser Morgenblätter geben unter Vorbehalt die
seldung eines kleinen Abendblattes wieder, wonach Prä—⸗
ident Fallieres im Mai dieses Jahres dem Könige
on Jaalien einen Besuch abstatten werde und zwar solle
seser VBesuch sich auch auf die AUsstellung von
urin erstrecken.

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Und dann der »came — jest und selbstbewußt hinge
tellt: Alix Forster.
Wolff starrte auf die kleine Schrift, aus der das Bild
es schönen Maͤdchens in lebensvollen Farben heraus zu
hachsen schien. Sonderbar, daß er in diesen Tagen F
ucht einmal an sie gedacht hatte! Das war der Undan
er veichilebigkeit, dessen er sich so oft ichon ichuldig qge
ühlt hatte.
Dann sah er sinnend auf die Blumen. Wie schön
ie waren, und wie sie dufteten! Das ganze Zimmer war
rfüllt von dem süßen Hauch, und man konnte ihnen schon
lauben, was sie nach dem Willen der Spenderin künden
tten: daß die Weilt da draußen so schön sei. Sein Bli
hweifte hinaus. Wie schön der Tag war — wie festtäglich
Glang des strahlenden Morgens! Ob sich's wirklid
ohnte, gesund zu werden, und ob, man dann nicht dock
tumpf und aleichailtig durch all die iubelnde Daseinswonne
ing?
Aber während seine Blicke sich draußen im Aetherblau
erloren, schweiften auch seine Gedanken weit ab. Er sah
n Geiste ein kleines, idyllisches Schlößhen inmitten ge—
Amnisvoller Parkanlagen, und auch dort war's nun Früh⸗
ng, und die Sonne wirkte ihre tausendfältigen Wunder.
nd auf den breiten, gepflegten Wegen, über die ein viel⸗
ftaltiger Teppich von Sonnenflecken gebreitet lag, ging
ne schlanke Frau langsam dahin. Seine sehnende Phan⸗
afie zeigte ihm das Bild wie in einer lebensvollen Vision:
isabeth und der Knabe — dieser Knabe, den zu hassen
sich vergeblich eingeredet hatte, seit alle seine Lebenshoff—
ungen an ihm gescheitert waren. Elisabeth ging langsam
hin und das Mutterglück und die Muttersorge lagen zu—
jeich in den Blicken, mit denen sie den Knaben beobachtete.
Her sprang voraus und jagte einem KFalter nach. den er
ticht haschen konnte.
Woiff Egon schloß die Augen und ein Seufzer stahl sick
uus feiner Vrust, Rie sie gufging, in ihrer, Mutterliebe.
die einzige, herrliche Frau. Und kein Gedanke in ihr, der
hn suchte — kein Herzschlag, der ihm entgegendrängte!
Er zwang die sehnsüchtig-quälenden Gedanken gewalt.
im nieder, er sah wieder auf die Blumen, die sich mi⸗
rem Duft in Erinnerung brachten und seine Gedanker
ahmen eine andere Richtung. Da war ein anderes Weib
a das ihn nichts band, und das dennoch ihm Liebe und
reundlichkeit erwies. Eigentlich hatte er die schöne Mifß
erschäßt; er hatte sie schön, pikant und interessant ge—
nden, er hatte gerne mit ihr geflirtet und war gern in
rer Nähe, aber nun schien es jfast, daß sie auch Herz und
iin habe so wie irgend ein deutsches Mädchen

*Der Unterstaatssekretär im Marineministerium wird
jezwungen sein, sein Amt niederzulegen, da er am 4.
Februar dss. J. vor den Geschworenen von Aix in einem
ßerleumdungsprozeß als Angeklagter zu erscheinen hat. Der
Anterstaatssekretär führte bei den letzten Wahlen eine sehr
lebhafte Campagne gegen seine politischen Gegner, wobei
er sich soweit hinreißen ließ, daß er ihnen Unterschlagung
und Diebstahl vorwars. Herr Baron und seine Freunde
haben eine Verleumdungsktlage gegen ihn anhängig ge—
nacht, die am 4. Februar zur Verhandlung gelanat

Rußland und China.
* Zwischen Russsen und Chinesen ist es zu ei—
siem blutigen Zusammenstoß am rechten Amur
ufer gegenüber von Blagoweschtschensk gekommen. Auj
heiden Seiten gab es mehrere Tote. In Petersburg ver—
ucht man, den Zwischensal zu vertuschen. Wie verlautet,
saben auch die chinesiichen Behsrden wiederholt gedroht,
ie würden, wenn russische Soldasen auf chinesischem Ge—
diet zur Verfolgung chincsischer Räuberbenden erschienen,
uinter allen Umstinden ibre Entwasnung und sosortige
wangsweise Entsernung vornehmen. Auch diese Tatsache
vird so gut wie gaunzlich verschwiegen, um die öffentliche
Meinung nicht über die zunehmende Spannung in den Be—
iehungen zunt ostafotischen Nachbar aufzuklären

Schmeden.
*Der Reichstag wurde Dienstag Mittag mit der
iblichen Feierlichkeit erifnet. Im Reichssaal waren die
önigliche Familie, die auständischen fürstlichen Göste und
das diplomatische Korps anwesend. In der Thronrede
rwähnte der König die guien Bezichungen zu den frem—
en Ländern und die Verhandsungen mit Deuisch and we—
geu des Handelsvertrags. Welter werden in der Thron—
ede der Entwurf eines Gesezes über das Verhältnis zwi—
chen Arbeitgeber und Arbeiter, ein nenes Baufgesetz, ein
teues Wassersallgesez, eine Forderung für die Inland—
ẽisenbahn, die Ausbentung des Elf-garlebyeWasserfalls,
ieue Forderungen für die Landesverteidigung usw. ange—
ündigt. Dauk dem ökonomischen Aufschwung werden kerne
ieuen Steuern und keine Steuererhöhung in Aussicht ge—
tesst

Serbien.
*König Peter tritt nunmehr bestimmt am 13. Fe—
ruar seine Reisse nach Rom zum Besuch des Königs
Viktor Emanuel an. Die Reise nach Paris dagegen er—
folgt erst im Mai.

Spanien.
* Der Ministerpräsident Canalejas erklärt, Spanien
abe nicht die Absicht, aus den Vorgangen in Portugal
u profitieren. Die Unabhängigleit Portugals würde von
„panien durchaus respeltiert werden. Spanien werde nur,
alls es zu einer Erhebung in Portugal komme, seine
Brenzen in genödender Weise schützen

Portugau.
* Der Strrtik der Eisenbahner ist als been—
det anzusehen. Es wurde ein Verg seich geschlossen mit
olgenden Bedingungen: Alle Angestellten erhalten 5 Proz.
Zohnerhöhung, saweit sie ein Einkommen von weniger als
240 Pes. haben Die tägliche Arbeitszeit beträgt 9 Stun
den. Die Angestellten erhalten 20 freie Tage im Jahre
bei Fortzahlung ihres Gehaltes. Durch diese Konzession
ist eine Mehrausgabe von 1200000 Pes. erforderlich. Ein
Teil der Streikenden verweigerte die Annahme dieser Be—
dingungen und hält die Stationen weiter besetzt. Der in—
ernationale Dienst ist wieder aufgenommen worden.
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Arbetterbewegung.
— Belgischer Bergarbeiterstreik. Der Verband der
Grubenarbeiter hieit eine Sitzung ab, worin die Ergeb—
nisse der Umerredung zwischen den Arbeiter-Delegierter
and den Gruben-Direktoren geprüft wurden. Aus der
rstatteten Referaten geht hervor, daß auf drei Jechen
zinwendungen aegen die neuen Arbetebedingungen

cur rapferer war sie, als ihre deutschen Schwestern. Von
enen hatte keine gewagt, ihm die Blumen zu schicken; oder
enn schon die Blumen, dann doch jedenfalls keine Zeile,
ie auf die freundliche Spenderin hätte schließen lassen.
Er lächelte spöttisch vor sich hin. Wie schwerfällig mit⸗
inter die gepriesene deutsche Sitte war! Und wie un—⸗
rufrichtig und unnatürlich.
„Schmidt!“
Euer Durchlaucht?“ .
Ich will versuchen, zu schreiben. Geben Sie mir ein
zriefpapier und Schreibzeug.“
„Aher, Durchlaucht gestatten —“
Ich will! Und es wird auch gehen — ich habe je
ie rechte Hand freil“ Und als er den alten, treuen Dienen
noffenkundiger Besorgnis zaudern sahz setzte er lächelnd
inzu: „Nur ein paar Zeilen. Das Leben wird ja nich
leich daranhängen!“
Der Diener brachte nun das Geforderte und der Prinz
ralte mit Anstrengung ein paar Worte auf, ein Briefblatt
Ich danke Ihnen herzlichst!“ Und dann seine beiden Vor
amen. Die Adresse, mußte Schmidt schreiben.
An den beiden nächsten Tagen kamen wieder Blumen
her ohne besondere Grüße der Spenderin. Aber er wußte
a auch ohnedies, von wem sie kamen, und er beschäftigte
ich in diesen Tagen — in diesen endlos langen Kranken—
agen mehr mit der schönen Miß, als je zuvor. Am nächster.
dage fehlten die Blunen und das machte ihn fast traurig.
Var sie etwa abgereist? Sie hatte ja ohnehin gleich nach
dem Rennen nach Amerika zurückkehren wollen. Oder fand
ie es am Ende doch langweilig, einem Manne Aufmerk.
amkeiten zu erweisen, den sie wohl nie wieder sehen würde?
Als er gegen Mittag aus dem Morgenschlummer er—
vachte, sah er ein paar helle Augen fest auf sich gerichtet:
r sah ein frohes Gesicht unter einem rötlich blonden Haar—
ranz, auf dem die Sonnenstrahlen tanzten. Er lag gan;z
ill und starrte in diese Augen und dabei, wurde er sich
lar darüber, daß er Wirklichkeit sehe und nicht träume.
Meine teuerste Miß!“ Er streckte ihr die Hand ent⸗
egen, und sie legte ihre kleine Rechte hinein.
„Ich bin so glücktuh, doß ich Sie sehen kann,“ Jagte
ie mit verhaltener Innerlichkeit. „Und daß es Ihnen
esser geht!“
Wie lieb, dak Sie mich aufsuchen! Und Ihre Blumon
aben mir so viel Freude gemacht —
Der Profefsor wollte mich gar nicht zu Ihnen lasser
ich habe ihm' erst versprechen müssen, daß Sie ganz stil
nd arlig sein werden. Eine Viertelstunde darf ich bleiben
her Sie sollen nicht viel sprechen — ich darf sonst nich
zjederkommen*

macht worden sind 43 Birettoren haven die neuen w
dingungen angenonimen. 6 Direktoren waren abwesend
Angesichts dieses Umstandes beschloß der Verband die Fort
setzung des Liusstandes. Man ninmmt aber an, daß der
Ausstand in 24 Stunden beendet sein wird. Zu diesem
Zweck werden die Unterhandlungen sortgesetzt. Vor dem
Vostshause versammellen sich spät Abends mehrere tau—
send Personen. Nach dem Bekanntwerden des Beschlusses
des Vecbandes durchzog die Menge die Straßen der
Stadt. Zwischenfaälle sind nicht ꝛu verzeichnen gewesen

Agraͤ.
Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen, welcher
uf seiner Reise durch die indischen Nordprovinzen inzwi—
chen nach Delhi gelangt ist, wird in den nächsten Tagen
zuch nach dem prächtig gelegenen Aara einen längeren
BHesuch abstatter

Agrasisn eine Stadt von über 200 000 Seelen und ha
ine ualte Geschichte; ihre gegenwärtige Stellung als
dandelsstadt dankt sie Englaud. Mit den bedeutendster
fRien und den fruchtbarsten VLandstrichen Englands durch
danile und Eisenbahnen verounden, ist es einer der wich
igsten Ausgangsorte des Handels Vorderindiens gewor—
den. Früher eine bedeutende Festung, deren Wälte bereitẽ
in Anfang des 16. Jahrhunderts errichtet wurden (dae
zuf unsernt Bilde dargestellte alte Fort stammt aus dem
FJaͤhre 1547) ist jetzt zum Teil geschleift auch ist die Stadr
iber das Festungsrayon hinausgewachsen. An maurischer.
ßrachtbauten ist Agra außerordentlich reich; hier erhebi sich
auch der Tadschmahai, das schönste Denkmal Indiens,
velches man nicht umsonst einen „,Traum in Marmor“
iannte. Der Tadschmahal wurde im 17. Jahrhundert ala
Maufsoleum des Mognlkaisers Jahan und seiner Gattin
Mmimtag⸗i-⸗-Mahal in 22jähriger Arbeit aus weißen Mar.
nor geschasien

Er , drückte die schmale Hand, die noch immer in ber
seinen lag. IJ
sg Daun muß ich wohl wirklich gans still und artic
ein —“
Nun plauderte sie von mancherlei Dingen, die ihn inter
essieren konnten, und es tat ihm wohl, ihr zuzuhören. Sie
planderte frisch und lebendig, und die Viertelstunde, die
uen gesetzt war, verging, ihm viel zu schnell.
Als sie sich erhob, griff er nach ihrer Hand.
„Bleiben Sie noch,“ bat er.
Sie schüttelte den Kopf.
Mein, sonst darf ich ja nicht wiederkommen.“
öolber ich bitte Sie recht herzlich “
Hier hat der Professor allein zu bestimmen, und wir
müssen artig sein und uns fügen.“
Er seusfzte resigniert.
Wrofessor Neumeister ist ein Tyrann. Ein paar zer
chlagene Knochen kosten noch nicht das Leben und sons
in ich heil und gesund.“
Sie lachte leise.
Eonsil— Aber ich nehme nun wenigstens die Hoff
ung mit, daß Sie bald ganz gesund sein werden. Jes
hollen wir dem Profefsor den Willen tun.“ Sie gab ihn
ie Hand und sah ihm in die Augen. Nicht wahr, Si—
Ardn immer darau denken, daß Sie bald gesund seit
nüssen? Der Wille hilft viel und Sie müssen wenigsten
id us dem VBelt heraus. Wenn ich darf, komme id
norgen mit meinem Vater.“
Wie Sie dürfen? Wie Sie das nur fragen mögen
sber mit Ihrem Vater?“ Da fiel ihm ein, daß es unhöf
sch gewesen sei, das zu sagen, und so fügte er schnel
— DV——— Forster ihn
je Freude machen wolle, ihn in seiner gezwungenen Welt
bgefchiedenheit aufzusuchen.
Sie lächelte fein.
Wir sind in Deutschland, Durchlaucht. Das wird mi!
ben ziemlich deutlich zum Bewußtjein gebracht, und ich mut
ich in die Notwendigkeit finden, die deutschen Sitten 31
espeklieren. Aber nun adieu! Und stärken Sie den Wille
ur Gesundheit!l“
Sinen Augenblick noch stand sie schweigend vor ihm
pährend ihre Hand in der seinen ruhte. Dann zog si—
hnell die Hand zurück und ging *
Auf Wiedersehmn!“
            
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