Full text : Dudweiler Zeitung

uider die sahlreichen Zeitschristeñöerscñde, dann alle
As. was mit irgendeinem noch so besche denen Eewerbe
der Handwerk zusammenhängt, die Mügliederliften von
hereiuen, Festschrif en usw. Kr'titlos ist hier aules das
Usanmmengestelt. Daß unter dem Begriff Technologie“
uch ein großer Ab hniu die Ueberschrift „Koͤrper iche
dünste und Fertigkeiten“ führt, dürffe sür die Tesinition
»es Wories Te hnologie nicht unintete fant sein, zumal, da
ich in dieser Unterabte lung alle Literatur befindet, die
B. über Schwimmen, Fechsen, Tanzen, über Bal“, Ke—
jel und Billardspiele und Kinderspiele vorhanden ist. Auch
ie „Hasardspiele“ sind als besondere Abteilung unter Tech—
iologie aufgeführt.“ Es fehlt auch nicht das Kaptel „Sel
änzegei und dergleichen“ wo in' man als Un erabt:!ilung
»en Begriff „Veloziped verzeichnet findet! Daß man da
ßeloziped in der Königlichen Bibliothet unter dem Be—
riff „Seiltänzerei“ zu suchen hat, bringt doch wenigstens
ine recht erheilernde Role in diese ßir d'e Beachtung de
Tehnik so kennzeichnende Betracht ing. Diese Heserkei
teigt noch, wenn man dann z. B. unter Seiltänzerei: Ve
oziped, auch die „Geschichte der Adler-Fahrradwerke“, d—
vor lurzem erschieuen ist, aufgezeichnet sindet.
Interessani ist die Abte lung Verschiedenes. Da finde
tan z. B. neben einer Beschreibung der Leipziger Heu—
»age vom 1718 Literatur über Eismaschinen und uͤber
ie Sauerstoffindustrie. Ueber das ganze Gebiet der Dampf
iaschinen, über Eisenbahnen usw. war nichts zu finden
)as schien mir, schreibt Matschosz, denn doch zu unge
ouerlich, daß ich um Auskunft hierüber bat und von dem
siensttuenden Beamsen die Antwort erhielt, daß das
amte Eisenbahnwesen unter „Lirchi etrur“ zu finden sei,
nd die Dampfmaschinen unler „Mathemalik“. In der ma—
hematischen Abteilung fand ich dann auch neben der Ab—⸗
eilung „Perpetuum mobise“ die „Luftschiffahrt“. Vermut—
ch wird man auch in den Abteilungen Physik und Chemie
och manches finden können, was man zur Technik rech
en darf. (170 „ordnende“ Beamse und soich ein unglaub⸗
ches Durcheinander! Resvert St. Burgfratus! D. Red.)

Vermsg tes.
Schweigen ist Gold. Eite erzörnlsche Geĩhichte vor
inem Richter. der in— Vollgesühi seiner Würde den v
‚hm im Gerichtssaal Er che nenden stets aufs knappste z1
antwor en oder gar zu schweigen empfahl, der aber sel e
nit Vorliebe aroße Reden hielt, wird in einer Parie
ze tschrist erzaͤh t Ein Zenge sollle verhört werden „Ant
vorten Sie mit Za und Nein“, begann der Richter;“, de
ver chishof lümmert sich nicht um das, was Sie glauben
hn kümmern nur Tatsachen. Auch ich glaub'e heute mor
gen meine Uhr in die Westentasche gesteckt zu haben, abe
in Wirklichkeit habe ich sie auf meinen Nacht ische liegen
assen. Wir wol en hier nur Tatsachen, nicht Meinungei
jören.“ Der Zeuge blieb stumm wie ein Fisch, der Pro
eß war schneli erledigt, und zufrieden ging der Richte
iach Hause. „Du scheinst ja schlimm in. Verlegenheit ge
wesen zu se'n“, empfängt ihn seine Frau, wieso hast Di
denn Deine Uhr vergessen? Nicht weniger als vier Lend
ind jebt schon hintereinander hier gewesen, um sie abzu
jolen.“ — Ein furchtbarer Verdacht erhellt den Geist de⸗
edseligen Mannes: „Du hast sie doch nicht mitgegeben?
— Aber natürlich, dem Ersten, der kamz er sagte nod
iusdrücklich, Du ließest mir mitteilen, die Uhr wäre au
»em Nachttisch liegen geblieben. — Bei der nächsten Ver
sandlung war der Rich er sehr schwe gsam.
Eine Kindererinnerung an König Ludwig den
Zweiten. Es war in Ambach am Starnberger Sec, Matt
»er siebziger Jahre. Der König fuhr damals noch manch
nal spät abends auf der schönen Uferstraße, die von Schlof
Berg herführt. spazieren. Wenn von ferne Hufschlager
önte, gings wie ein Lauffeuer durch den lang hingestreck
en Ort: Der Kini kimmt!“ und alles stürzte vor die Fen
ter und vor die Türen — gut, daß es so dunkel war
Uund dann kamen sie heran und flogen vorbei, der Reitknech
nit der Fackel voraus, die duntle Gestalt im Wagen zu
ückgelehnt, — sehen konnie man ihn kaum, aber wir Kin
her kannten und liebien sein wunderschönes —X
und alle unsere Märchenprinzen sahen aus wie er. Un
inmal brachten wir ihn aus lauter Begeisterung ahnungs
os in schwere Gefahr Wir inder der Sommiergäãste hat
en tagelang trockenes Schief und Reisig gesammelt, und
uf dem schmalen Kiesstre sen zwischen See und Straßt
or dem Fischer⸗Seitz⸗ Haus zu einem mächligen Scheiter
aufen geschichtet, ein dürres Tännlein obenauf gesteckt
lls es dunke“te, brannde unser Feuer lichterloh und wil
aren selig. Auf einmal — der wohlbetnang Hufschlag
nd ganz nahe schon, wo die Straße aus dem Gebüßd
a unseren Feuerplas führte! Wir Kinder schtien vor
bonne, daß der König unser Feuer sehen sollie, laut auß
hoch· und Hurra⸗im, nächsten Augenblick stiegen die
erde klerzengerade in die Höhe und dann seitwärts nach
i —— — der Rutscher riß sie iusamnien, d
donig war aufgesprungen und winkle ab, nun —*
vir doch einen Schregen und wurden stil, der ee
racht. die Pierde ee und Umwenden.
W verschwand in der Dun'elherit.
et nene Vermessungsarbeit. Man et or
zr. Zig.“ aus Winnireg (Kanada): Eine der Finne p
ien Grenzvermessumgen wird binnen urzem durch die ß
nadische Regierung unternommen werden; eine Anzath
ss i ter Lestung des bewaͤhrten Geo
hrer Landmesser wind unter g des be. en e
ogen „Moel Osilvie in Begletung von Indians e Nuß
von Vancouver nach dem Norden abfablen. um die Fet
—

den Erklärungen seines Hyeims, welcher ihm erkl ärt
jelch ein Arbeitsfeld sich hier biete für einen Lan dwir
elcher mit Leib und Seele an seiner Scholle hänge.
Aus den Worten des Oheims glaubte er herausz
ören, daß derselbe mit der Lebensweise seines Vatel
urchaus nicht ein verstanden war und es mißbilligte, se
eben im Richtstum in der Residenz zu verbringen, a
att hier auf seinem Besitztum mitten unter gleichgesim
achbarn und Bekannten die heimatliche Scholle 5
ebauen.
Heinrich wollte schon einige darauf hinzielende Fr
en stellen, als sie in die Nähe der alten Windmuüh
amen und schon von Weitem Ohm Klaus auf de
chwelle der kümmerlichen Wohnung sißen sahen, di
mn der Mühle allein erhalten geblieben war.
„Was, Ohm Klaus auch schon munter, nachdem e
je Janze Nacht gewacht hat!“ rief der Adjutant erstaunt
lsdes Alten ansichtig wurde,
⸗Rxe ganze Nacht wohl nicht, Heinrich: bis zun
Norgezrauen und in dem Aller, in dem Ohm Kläau—
ch berdet, braucht der Mensch auch nicht so vie
zchlaf de. Er brauchte auch gar nicht so peinlich sei
es Am czu walten, denn ich kann es mit Stoliz so
—— rr, langer Zeit ist in unserer Eemeinde kei
d . Bettug, Mord oder Brandstiftung vor
e — habet wissen Gottes Eebot noch zu achten.
„Ich zm Klaus gestern sosort wieder erkanm
h inee mwriner noch sehr gut aus meiner Kn
enzeit her⸗ uhle ge einmal, lieber Oheim, ist die
ite Binemueh Eigentum 7 Hat er keine Familie
v I —8— V seühg emwas über len oͤchen
im Eturm auf die — u* gne daß er
n Famels sich auchherer Höhn as Bein verli
Dn Zious Lebenzeiserne, Kreuz erworb.“
i ihn heksal bietet fast einen kleine
oman. Es⸗ und itgeno ihn aber nick
heugen vermoch und itgenommen, ihn aber nich
q e Liebe a seinem Hoeder sein Gottvertrauen
de⸗ tdörfschen zu tauben ve
„Da machst, mich neugie
hichte Dhw Klus; mein Kan etzähle mir die G
Fdielen Bitendes eiser nen Köinteressiert sich au

tel ung der Grenze zwischen dem amerttam
»em kangdischen Yukon-Terr torium nach —E
eizu ühren. Og 1vie soll diese Grenze von einem Pui
nlands der NYalentat-Bay bis zum 141. Laͤngegrade desi—
nito sestste len, — eine schwierige Aufgabe, denn der
Marsch von der Bay bis zum Fuße des 5950 Meter ho⸗
hen Ellasberges ist über 40 (englische) Meilen lang, und
eht an dem großen Malespina Gletscher enilang, immer
ergan über Eisfelder; er wird die Ausdauer der Leute
nuf eine harte Probe stellen. Die Vermessungsgesellschaft
vird sich in kleinere Part en teilen und, aneinauder ge⸗
ent. die zahlreichen gefährlichen Spalten in dem Gletscher
assieren; da es in dieser Region kein Holz zum Heizen
zibt, so werden eine Anzahl Velöfen mitgeführt werden

Humoristisches.
*Der Lügner. Huberbauer: „Mein Sohn schreibt
nir, er wird Schriftsteller.“ — Wiesenbauer: „Was ist denn
as —„Nu. er schreibt Bücher.“ — „Und das läßt Du
Dir vorreden, wo jetzt alle Bücher gedruckt werden.
*Er kann sich's leisten!“ Wirt: „Auch einen
drug, Herr Stapler?“ — Ach was — bleiben Se mir
nit Ihrer wabbeligen Malztunke vom Leibe! Pumpen
ze mal den Grammophontrichter voll Sekt!“
*Der strenge Hausherr. Der Architelt Peter
tröhlich legte seinem Bauherrn den Entwurf zu einer
Mietskaserne“ vor. Der Auftraggeber betrachtete beson⸗
ers eingehend die Fassade, zeigte auf zwei über dem
»auscingang angebrachte Amoretien, die ein Kranzgewinve
rugen, und sagte: „Machen S' die zwoa Buam weg, Hr.
xröhlich. Jenehm' koane Partei mit Kinder ins Haus,
ind da möcht' i solchene Fraten aa net am Haus ham!“
—

autn 2 *
Schwere Niederlage der Türken.
Die zur Niederwerfung des Araberaufstandes nach Je
nen entsandte türkische Militärabteilung hat bisher mit
vechselndem Kriegsglück gekämpst. Jetzt haben sie so gan
ine empfindliche Schlappe erlititen. Wie dem „Reuterscher
zureau“ aus Hodeidah vom 17. Juni gemeldei wird, über
aschte eine starte Abteilung Aufständischer die Vorhut Mo
sammed Ali Paschas, die aus vier Bataiilonen mit vie
kanonen bestand und 3 Meilen von Djisan entfernt 1
erte, tötele Tausend und verwunde“e 500 Soldaten. D
ruppen flohen. von den Rebellen versolgt, in Unordnun⸗
ach Djisan. In der Verwirrung bombaͤrdierte ein türkt
hes Kanenenboot Djisan und tötete und verwundete ei
ige hundert Soldaten. Die Araber erbeuteten 4 Khuno
en, 2 Maschinengewehre, 2000 Gewehre, eine große Menge
zunition und Vorräle und zogen sich dann zurück. De
efeblsbaber der Truppen war nicht anwedensd Die Ssad

*

*

ison, in deren NRihe das Gefecht staltfand, ist ein Ha—
moöort am Roten Meer, etwa 1500 Km. nördrich von Ho—
idab.

„Aun, lange ist diese nicht. Mit einigen Sätze
t die ganze Misere menschlichen Unglücks, wie es ih
etrofsen hat, geschildert. Ohm Klaus hatie die Win
iühle, die früher seinen Mann gut ernährte, von sein⸗
zater geerbt. Als Landwehrmänn zog er 1870 mit
en Krieg; die Mühle wuürde einstweilen von seine
rau mit Hilie seines jüngeren Bruders sorlgesihrt. J
ieser Zelt war es, wo der Wassermüller Busch unten
ein Mühlwerk immer mehr vergrößerte und die
nühle von Tag zu Tag mehr an Kundschaft der.or.
Ils Klaus nach dem Kriege als Krüppel zurückkehrte,
ar er auch nicht gleich im Stande, das Verlorene wie
er einzuholen, denn er kränkelte noch. Die Penson,
elche er erhielt, half ihm über die größten Sorgen hin⸗
»eg. Kurzum, Busch nahm ihm schließlich das letzte
ischen Brot weg und die Windmühle geriet in Ver
Il, nur der steinerne Unterbau diente Ohm Klaus und
iner Familie als Wohnung weiter. Als er nun die
düllerei schließlich gar aufgeben mußte, da war die
emeinde einsichtig genug, dem braven Manne, der nie
er sein Schicksal murrt, troß seines Gebrechens, das
Zächteramt zu übertragen. Auf diese Weise hat er
ne Familie und sich durchgebracht. Seine Frau starb
⸗ seine zwei Kinder schon so ziemlich erwachsen w
n. Marie, die Tochter, ist an einen Handwerker in
r Stadt verheiratet und der Sohn ist als Lehrer und
antor im Nachbardorfe angestellt. Die ganzen Nach—
irn haben dazu beigetragen, daß er den hübschen und
egabten Knaben den Seminarbesuch ermöglichen konnte
id Ohm Klaus ist uns allen danibar dafür. So hat
einen ruhigen Lebensabend und würde mit keinem
ürsten tauschen.“
„Auf Herrn Busch ist er wohl nicht sonderlich aut
sprechen 2“ fragte Heinrich.
„Nicht gerade des wegen, weil durh Busch's Ver⸗
ößeruncen ihm die Eristenz als Ruüller untergraben
urde, denn so viel sieht er ja selbst ein, daß er nicht
iehr leistungs'ähig genug hier oden war, sondern des⸗
alb, weil er trotz seines einfahen Verstandes sehr wohl
uch durchschaut, daz die wüste Spekulation Buschꝰs
hließlich ein schlin nes Ende neh nen muß und außer
m noch manche Andere mit in das Verderben hinein⸗
zygnen werden“ D —— — 34

— Welt.
der Potsdamerstraße? in Ber⸗
Au sind bei dem Juwelier Henri Nevier für 100 000 M.
zuwelen gestohlen worden. Die Einbrecher drangen von
mer über dem Laden befindlichen leerssehenden Wohnung
inrch ein Loch in den Geschäftsraum ein und erbrachen
Ale Schränke Das Geschäft wrd jständig von einem
Zächter beobachtet.
Autounfall. In einem Auto, das in Berline mit ei⸗
tem Straßenbahnwagen zufammenstiez, wurde Montag
aitiag der Bundesratsbevollmächtigie sürr das Gropherzocc
um Hessen, Minister von Hombergk, verleßt und erhielt
urch die Glassplitier der zertrümmerten Fensterscheibe eine
Zunde an der Stirn. Dem Minister wurde an Ou und
Stelle ein Notverband angelegt. Der Verletzte onnie je doch
einen Weg ohne weitere Hilfe fortsetzen.
Falsche Diagnose. Es bestätigt sich, daß der im
zerliner Hedwigskrantenhaus gestorbene Lehrer nicht Ty⸗
hus, sondern Trichinose hatte. Betanntlich wurde gegen
en Arzt Dr. Wiedemann ein Verfahren wegen fahrläfsi⸗
er Körperverletzung mit nachfolgendem Tode eingeleitet
veil er den verstorbenen Lehrer auf Typhus anstatt auf
richinose behandelle.
Erflickt. In Schöneck bei Danzig serstickren drei Kin—
er, die durch Spielen mit Streichhoͤlzernn in/ Abwesen hei
zrer Elern die Betten angesteckt haiten.
Ein Fürst unter Kuratel. Im November des vo⸗
igen Jahres ist Fürst Klemens Metternäch, der Besiber
er Domänen Königswart und Plaß in Böhmen? und Jo—
annisberg an Rhein, um Aufhebung der über ihn im
zahre 1906 verhängten Verschwendungs-Kuratel eimge⸗
hritten. Die erste Instanz haͤtte sein Ansuchen verworfen
ind der Fürst gegen diese Entscheidung den Relurs;z ergrif
en. Nunmehr hat auch die zweite Anstanz, das VSbei.
andesgericht in Wien, die Ene scheidung der ersten Instanz
estätigt und den Rekurs des Fürsten verworfen. In der
ingehenden Begründung weist das Oberlandesgericht auf
zrund der Sach- und Attenlage nach, daß die seinerzeitige
kuratelperhängung über den Fürsten volltommen begründei
par und für die Aufhebung der Aurate! die gese ßzlichen
zoraussetungen mangeln.
Junger Mörder. In der Nähe von Vasarhely in
ingarn erschlug ein djähriger Knabe, der Gänse hütete
inen dreijährigen Knaben. Es haudelt sich um einer
dachealt. Wie der jugendliche Gänsehirt bei seiner Ver
iehmung zugab, wurde er von seinem Opfer vor einigen
kagen beint Spiel ins Gesicht geschlagen, wofür er sich 31
ächen beschloß.
Panik. In Zar' zyn (Rußland), en stand während ef
ner Predigt des bekannten Mönches Jeipdor im Dorf
Sorodusche, wohin aus den umliegenden Ortschaften 20 000
bersonen zusammengeströmt waren, ein furchtbares Ge—
ränge. Drei Frauen wurden dabei getötet und ein
Nenge Kinder schwer verletzt.
Gefährliches Spielzeug. In einem Steinbruch in
Montreuil warfen mehrere Kinder brennendes Papier au
ein Pulverfaß. das in die Luft flog. Zwei Kinder sollen
oerungluͤckt sein. An den benachbarlen Hüufern wurden di
Fensterscheiben durch die Erschütteruug zertrümmert
Feuer im Unterseeboot. Auf dem im Kopenhage
iet Hafen liegenden Unterseeboot „Dykkeren⸗ eutstand en
Feuer, das das ganze Schiff zu zerstören drohte. Zwe
Mann der Besatzung, die sich im MRaschinenramn befanden
entgingen nur mit knapper Not dem Verbrennungstode.
Cholera. Auf dem Auswandecerdampfer „Oceania⸗
er aus New⸗-NYork in Triest eintraf, starb nach der An
unft eine am Tage vorher auf hoher See an Cholera er
rankte Frau. Der Dampfer, der mit dem Lande nicht ir
berklehr war, bleibt fünf Tage unter Beobachtung. — Ji
Tschengellks am Bosporus wurde ein Cholerafcit sestge
tellt. — An Bord des Dampfers des Norddeutschen Lloql
Goeben“, ist ein Engländer 24 Stunden nach der Abfahr
oon Neapel an Cholera gestorben. 9
—— — 4.
Bontsunglück. Auf einer Bootsfahrt in Appleton
zie von sechs jungen Mädchen unternommen wurde, schlug
as Boot um. Vier Mädchen ertranken.
Fidele Erben. Der in Paris jüngst verstorben
zraf Isaac Camondo, einer der ältesten Slammgäste der
zariser Großen Oper, hat der au diefem Institut enga
zierten Tanzerin Frau Bertrad eine halbe Million in bal
sinterlassen, außerdem eine Jahresrente von 60 000 Fran
en und jedem ihrer drei Soͤhne drei Millionen Franken
Andere Tänzerinnen, von denen einige im Testament nu
nit Vornamen angeführt sind, erhalten zusammen ein—
Biertelmitlion. Im Balle tkorps der Großen Oper herrsch
Jubel, weil die so reich bedachten Tänzerinnen namhafi
ßeschenle an ihre nicht bedachten Kolleginnen verte len.
Antunuglück. Bei Ninove (Frankreich) rannten zwer
Automobile zusammen. Eins stürzte um und begrub die
oier Insassen unter sich. Zwei wurden actälet, wei lIeich
er verlevpt.
Lusimord. Eine schreckliche Mordtat wurde in Brain
aille entdeckt. Auf der Landstraße fanden Passanten der
Leschnam eines vierjährigen Mädchens, das von einem
Wustling mißbraucht und getötet worden war. Es gelang
den Verorecher auszindig zu machen. Er wurde von der
wütenden Menge schrecklich zugerichet.

—F —MA——,»—,——— —e— —!—⸗“ — — ———
26 „Glaubst Du das auch, Oheim,“ fragte bestürzt der
ldjutant, der, er wußte es selbst nicht, wie es kam, so⸗
ort an Helene denken mußte.
„Ich, Heinrich, ob ich daran glaube? Noch selten
abe ich in meinem Leben erfahren, daß auf so unsiche⸗
em Grunde gebaut, ein Gebäude den Stürmen trotzen
ann, noch viel weniger, daß unrechtes Gut gedeiht⸗
„Oheim!“ wie ein Angstschrei, entrang sich dieses
Wort den Lippen des Freiherrn.
„Vielleicht ist es besser, Dir hierüber das Nötige
nitzuteilen,“ entgegnete Werner von Thannhausen und
er Adiutant glaubte aus die sen Worten eine Anspielung
nuf sein Verhalten gestern Abend Helene Bufch gegen
ber herauszuhören.
Die beiden Männer waren unter diesem Gespräch
or der Windmühle angekommen. Ohm Klaus hati⸗
e schon von Ferne beobachtet und kam ihnen entgegen⸗
ehumpelt. Er reichte zunächst nur Herrn Werner die
hand; er schien heute übel gelaunt zu sein.
„Nun, Ohm Klaus, kennt Ihr denn den Sohn
— nicht, ein iunder Waffenbruder von
uch!
„Ein Waffenbruder! Ein flotter Junker ist er, der
jt noch Pulver riechen muß.“
Der Adjutant lachte, troß der mürrischen Worte.
„Es ist noch nicht aller Tage Abend, Ohm Klaus
nd wenn das Vaterland uns ruft, werden wir uns
ie alten wackeren Kampfgenossen als Beispiel dienen
issen und das Herz auf dem rechten Fleck behalten.“
„Wenn es inzwischen nicht von den Glutaugen der
hönen Müllerrosel versenkt ist.“
NAkormals brach der Freiherr in lautes Lachen aus,

ãhrend Herrn Wernere Nicne sich verfinsterte, dam
rderte er zut Fortsehung ihrer Rundschau auf.
„Weiß Gott, Oheim, ich kamn nicht sagen, komm
ir jetzt Ohm Klaus grob oder närrisch vor,“ sagte del
eihert ein wenig ärgerlich, als sie bald dem Altei
her Hör⸗ und Sehweite waren. J
Es mag dir jo scheinen Heinrich, aber Klaus weißl
as er will und was er sant und u nerĩtehen
a se maonfs“

Bie man ein poputares Stuck schreibt
Zeitschrift· (Herausgeber Albert Helms, Verlag
red Janssen, Hamburg und Ber in) teilt Berna
die Formel für das gutemach e Stück“ mit, zu
iller Interessenten, die Lust haben, einmal ihr
versuchen, das Glück, das alle erfolareichen Fe
auf diesem Gebiete erwaͤrtet. „Zuerst“, sagt Shan
nan eine Idee für eine dramatische Situanon. W
ie für eine ungeme'n originelle Idee hält, währ
atsächlich so alt wie Methusalem ist, um so besse
oie Sitlation einer unschuldigen Person, die o—
Umstände eines Verbrechens überwieen ift, kann
3z. B. immer verlassen. Wenn die⸗ Person eine
muß sie des Ehebruchs überwiesen werden. We
junger Offizier ist, muß er des Verkaufs von Au
an den Feind überwieren werden, obgleich ihn i
lichleit ein faszinierender weblicher Spion bezaub
hm die inkriminienten Dokumente gestohlen hat.
das unßhuldige Weib, von ihhem Heim verbannt,
er Trennung von ihren Kindern Agonien durchma
venn eines davon im Sterben liegt (an irgendeinen
eit, die der Dramaliker über das Kind zu verhän
iebt) als Schwester verlleidet, ihr Kind während
Lodeszuckungen pflegt, bis der Arzt, der ein ernstk
ẽharalter und womöglich ein alter treuer Bewund
—XVVVV gleichzeitig die Genesung des
ind die Entdeckung der Unschuld der Frau verkünd
ann der Ersolg des Stückes als gesichert angesehe
den, wenn der Dichter auch nur die kleinste Geschi
ür sein Werk mitbringt. Das Lustspiel ist schon
iger, weil es Sinn für Humor und ein gut Teil
igkeit erfordert, aber der Vorgang ist im we'entli
iämliche. Es ist die Fabrika ion eines Mi ßverstz
Wenn man das fabriziert hat, muß man einen
ionsunst an das Ende des vorletzten Altes —
der Punkt ist, an dem die Fabrikatien des Stuüg.
etzt. Hieraus mache man seinen ersten Akt ac
vendigen Vorführung der Charaktere, nach —B
klärungen, die hauptsächlich durch Dicner, Anwaͤ
vere Nebensiguren aus den unteren Ständen „ege
»en (die Hauptsiguren müssen alse Herzöge, OQori,
Mil ionäre sein), wie das Mißverständnis zustam
nen soll. Der letzte Alt besteht natürlsch darin,
as Publitum so gut man kaun aus dem Theat
usbringt. — Nun bite ich, mich nicht mißzuverste
ob ich etwa behauptese, dieser Prozeß sei so ne
daß er der Ausübung des Talen es keine Gelegenb
Zanz im Gegenteil, er ist eben so mechanißchen,
Mensch ohne sehr augenfälliges Talent durch die
ung dieses Prozesses grohen Ruf erlongen wid
nan davon leben kann und davon lebt. Und »
et die kult'vierten Klassen ost zu der Annahme
Ztücke von ideenvollen Nutoren geschr'eben sei
fächlich sind die meisten besonders von denen,
Fran reich und England vom Stückeschre'ben leb.
kannt und was ihre Erziehung betrifft, beinahe
det. Ihre Namen sind es nicht wert, auf den
el zu kommen, weil ihr Publikum weder weiß,
vissen wünscht, wer der Autor ist und allen Ern
glaubt, daß die Schauspie er das ganze Stück m
ten. Um aus dieser Obsturität em porzusteigen, m
zine Scribe oder ein Sardou sein und alle dings
»asselbe machen. aber auf eine witzige und geisib
dugenblicken beinahe poetische Art und indem ma
gestalten des Dramas einige Lichter wirklich beor
Tharaltere aufsetzt⸗ Man wird bei einiger Uebe
inden, daß der vielerfahrene Dramatiker ut sein⸗
lexn⸗realen Wertung des praktischen Bühnenhandwe
merkbar starker Bezugnahme auf spezifisch englisch
yältnisfe (richtiger Mißverhältnisse) sich nicht allz
der trivialen Wahrheit der Tatsachen entfernt.
u zürnen ob grob materiester Auffassung der
zraucht man aber einem Dichter nicht, der die
eit des Metiers mit so viel Witz und Geifi
. mio hom
—Beraäbsezung der Muste?!«
urch geistige Tätigkeit. Gar manch—
Hemerlt haben, daß der nach angestrengter geistige
eit keine große Luͤst zu körperlichen Uebungen har
nit er sich oft in Gegensatz zu seiner Ümgebunc
die letztere als eine Erholung für den Geistesarb
ieht. Wie die Sache wirllich steht, hat Professo
nann in Graz auf der Jahresversammlung de⸗
Lereins für Pfychiatrie auseinandergesetzt.
Lersuchen über die Beeinflussung der äußeren
zdurch die zentralen Vorgänge, welche den De
en, kommt er zu dem Ergebnis, daß die
ener körperlichen Tätigkeit Unter der Einwi
sehirnvorgängen, welche mit der Denktätigkeit en
tets eine meßbare Verminderung erfährt die
Leistungsverminderung bleibt für die Vorgänge
der Lösung gleichartiger Denkaufgaben innerthald
er Zeiten bei einem' und demselben Individuu
zleichen Höhe ssehen. Eine Veränderung erfähr
die Uebung und Ermüdung der Gehirnvorgär
»urch Nahrungsaufnahme, Schlaf usw. Daraͤus
»or, daß für die Gehirntätigkeit ein Energiebed⸗
st, der sich zum Teil durch eine Energiesparm
ber Leistungsverminderung des Muskels ergänz
Begleiterscheinung der Mustelardeit seitens der die
nenziehung der Blutgefaͤße beeinflußenden Nerven
er reinen Vorstellungen von zu leistender Arhe
rudsteigerung und Volumensseigerung des
Körperteiles) sind dann der Denktätigkeit (Blu⸗
ung, Volumensenkung) entgegengesetzt, was vhne
zroße Beachtung verbient. Wir haben alsom
Sinne die Arbeitsverminderung der Muskelarbeit
send eines mit Denktätigkeit einhergehenden zentral.
»ösen Geschehens als eine außerordeutlich inleressar
cheinung der Lebensvorgänge anzusehen, die sich
ein ausgeprägte Selbssregulierung uͤnd Erha
ion des Zentralnervensyfsems und damit u
amftarnanißmins »orstollt —
Todesfälle,durch, ontgenb
ung werden immer häufiger konstatiert Das pe
nicht gegen die Radiotherapie, die Krankheitsoend
»urch Roͤntgenstrahlen, sondern zieht derselben
Erfahrung nur immer bestimmtere Grenzen.
izinischen Klinik in Budapest ist kürzlich ein
iert, über welchen der Direktor des Instituts
izinischen Wochenschrift berichtet. Es handelt
ien Fall von Leukämie. Der Patient bekam
Zehandlung Junächst leichte Kopfschmerzen
ꝛelanfälle. Als dazu noch Fiebererscheinunge
vurde nach 280 Minuten Gesamtbehandlung
ung eingestellt. In kurzer Zeit sank trotz der
»er Behandlung die Zahl der weißen und roten
örperchen ganz erheblich, es trat Milzschwund ein
Fieber und schließlich der Tod. Die Todesurso
em durch die Röntgenbestrahlung hervorgerufenen
bebezerfall zu suchen. Offenbar verhalten sich
chen gegenüber den Röntgenstrahlen ebenso wie
er Elektrizität sehr verschieden, und es wird d0
zahre dauern, und wahrfcheinlich auch noch manche
chenopfer kosten, bis die Wissenschaft sich über die
ung der Röntgenstrahlen bei den verichiedenen Grae
nöllig klar ist.
*Die Stecknadel ist im einzelnen ein
ingwertiges Stüc. Man wird aber fsoöogleich aus
zenden ——— lernen, welche Summen ie
Rasse ergibt und welches Kapital durch Geringso
es Wertes der einzelnen Stednadel täglich verlor⸗
ie Fabriken von Birmingham allein fertigen
00 000 Stücd, die übrigen Landesfabriken zus
7 000 000, also England im ganzen 54 000 000.
rrankreich werden täglich 20 000 000 fertig, in
uropäischen Ländern 10000 000, also ina
34000 000. Die Frage ist wohl gerechtfertin
hieht mit allen diesen Stednadeln? Ta⸗ãc
venig zerbrochen oder abgenutzt, sehr häufig
oren; sie verschwinden, kommen außer Kurs,
rödelt“, wie man zu sagen pflegt. M die
lüchtigen sich in Europa täalich 84
r ⏑ .,——

Ai
            
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