ermen, weshalb er eine Nonandung vornehmen mutßte
Ztellenweise war Regen, auch soll, nach Aussage der Flie
ser, die Fernsicht schlecht gewesen sei. —
J————
Von München nach Berlin. 9
Um den Kathreinerpreis von 50 000 Mark für der
xzug München —Berlin ist als erster Bewerber Oberinge
nieur Hellmuth Hirth auf Rumplerxindecker offiziel
mgenommen worden. Der Flug beginnt von München
ßuchheim und endigt in Berlin⸗Johannisthal. Nach der
hestimmungen soll derjenige deutsche Flieger den Prei
rhalten, der als erstet den Weg von München nach Ber
in über Nürnberg, Leipzig, 550 Kmm. Luftlinie, zurüd
egt. Der Flug Muünchen⸗-Berlin muß innerhalb 36 Stun
en zurüchgelegt werden. Gestattet sind drei Zwischenland
ingen in Nürnberg, Leipzig (Flugplatz Lindenthal) um
ine dritte an einem vom —** beliebig zu wählender
mangesagtem Orte. Der Bewerber muß also nicht lan
en, er kann ohne Zwischenlandungen versuchen, vBerlu
u erreichen. Er kaun auch nag Belieben landen, mu
iher, wenn er zwei oder drei Mal landet, in Nurnberi
der Leipzig niedergehen. — Hirth, der Sieger im Obes
heinischen Zuverlafsigleitsflug, steht im 28. Lebensjahri
3 ist der Sohn des Grohindusttiellen Hirth in Cann
at.
— cetn
Der europäische Rundfsilug.
Für die dritte Etappe des französischen Rund
luges sind in Lüttich 18 Aviatiker in ver Richtunt
ach Ut recht abgeflogen. Der bekannte Fl eger Amerig/
it schwer verunglückt. In bedeutender Höhe übecschlug sid
ein Apparat. Der Flieger wurde herausgeschleudert unl
iel zur Erde. Er erlitt einen doppe ten Schenkelbruch, so
vie schwere Verwundungen und blieb bewußtlos liegen
Zein Apparat wurde vol ständig zerirümmert.
Die Reihenfolge der in Unrecht gelandeten Teil
iehmer an dem europäischen Rundfluge ist folgende: 1. Gi
zert, 2. Vidart, 3. Garron, 4. Beaumont, 5 Wynmalen
z. Kimmerling und 7. Train.
Lokales und Vermischtes.
Grubenbrand. Von der Inspektion der Grube Dud⸗
veiler ging uns nachstehende Darstellung zu: Am Samstag! den
7. Juni brach in Flöz 13, 3. Tiefbausohle Westfeld 8
der Grube Dudweiler ein Grubenbrand aus. Nachdem sich
ei Beginn der Frühschicht der Brand durch den Geruch
emerklich gemacht hatte, siellten sich sehr bald die Schwa⸗
en ein, welche es unmöglich machten unmittelbar an den
zrandherd zu gelangen. Es wurde darauf die Strecke,
velche dem Brandherd die frische Luft zuführte abge—⸗
ämmt und sodann in der Strecke, aus welcher die Schwa—⸗
»en austraten zugespült, dies hatte den Erfolg, daß
Ibends die Schwaden erheblich abgenommen hatten, und
zaß man den Brand als gelöscht ansah. Ueber Sonn⸗
ag wurde der Ventilator des betreffenden Feldes stillge⸗
etzt um dem Brandherd möglichst wenig frische Luft
uzuführen. Denn daß die tags vorher gestellten Tämme
ollständig luftdicht abgeschlossen, waren bei dem sehr ge—
rächen Gebirge über Flöz 13 nicht zu erwarten. Als
im Montag mit Rücksicht euf den übrigen Vetrieb des
Westfeldes der Ventilator wieder in Gang gesetzt werden
nußte, zeigte sich, daß der Brand noch nicht gelöscht war.
xs wurden dann am Montag und Dienstag nöoch eine
veitere Strecke, welche Verbindung mit dem Brandherd
aben mußte, zugespült. Mit dieser Spülarbeit wird un—
interbcochen fortgefahren. Es ist aber bis jetzt nicht ge—
ungen die Luftzufuhr zu dem Brande abzusperren. Die
zuft trilt auf unkontrollierbaren Wegen durch alte Vaue
ind durch Klufte in dem durch Abbau stark gelockerten
mstehenden Gebirge an das Feuer. In der Nacht von
dienstag auf Mittwoch hat der Brand erheblich zugenom⸗
nen. Man sieht über Tage jetzt den Rauch aus dem
bentilator aufsteigen. Es wird gegenwärtig ein größerer
Feldesteil des Westfeldes auf der 3. Sohle abgedämmt
ind gleichzeitig mit dem Einspülen von Waschbergen,
Zand und Asche in die in der Nachbarschaft des Brand⸗
erders befindlichen Grubenräumen fortgefahren. Durch
iese Maßnahme wird der Brand hoffentlich bald erstickt
berden. Die Arbeiten zur Abdämmung und Erstickung
es Grubenbrandes im Flöz 13 der Grube Dudweiler
verden ununbrochen weitergeführt. Mittelst Spülersatzes
ind die beiden ausziehenden Wetterstrecken bereits an
nehreren Stellen zugespült worden, sodaß dadurch der
Austritt der Brandgase schon gehemmt wird. Zwecks
Absperrung des Brandfeldes von dem einziehenden
rischen Wetterstrome sind auf der 3. und 4. Sohle in
den Grundstecken des Flözes gemauerte Dämme errichtet
vorden, deren dichten Abschlüsse nunmehr beendet sind.
durch diese Maßnahmen wird wohl der Brand
ald erstickt werden.
Polizeibericht. Zur Anzeigen wurden gebracht: 1
Person wegen Gewerbe-Vergehen, 1 früherer Bergmann
veil er einem anderen Bergmann einen Revolver entwen⸗
ete, 1 Schüler welcher einem b Jahre alte Kinde
in Geldbetrag entwendete, 1 unbekannte Person, die
n der Nacht vom 20. zum 21. Inni aus mehreren Gär—
en in Herrensohr Wäschestücke stahtl, 1 Frau die von
hräbern Blumenstöcke entwendete, 1 Taglöhner vwelcher
inen Beamten beleidigte, 1 Bergmann der einen anderen
tBergmann mißhandelte, ein Acbeiter weicher einen Schüler
zurch einen Schuß verletzte, I Bergmann der eine Frau
»eschimpfte und bedrohte. Im Verwahrlokal war 1 Per⸗
on untergebracht. Wegen Uebertretung der Polizei⸗Ver
rdnungen wurden 12 Personen zur Anzeige gebracht.
Zum Auffinden der Leiche der Lottchen Pitz wird
ins noch berichtet, daß das bedauernswerte Mädchen bereits
zie Gedanken an einen Selbstmord seinen Arbeitskolleginnen
nilteilte, welche jedoch weiter kein Gewicht darauf legten.
Als Beweggrund zur Tat wird uns mitgeteilt, daß die P.
uf Drohungen einer Kollegin hin gekündig: habe, der Chef
iet ihr verschiedenemal die Kündigung doch wieder zurückunehmen,
worauf die Kollegin ihr drohte: „Wenn du die
Zündigung zurücknimmst, dann schlage ich dich tot.“ Die
B. nahm die Kündigung nun nicht zurück, und scheint in
er Verzweiflung diesen unseligen Schritt gemacht zu haben.
Eingesandt. Am Sonntag den 28. Juni sindet in
Saarbrücken großes Demonstrationsfest der christlichen
hewerkschaften statt, wozu sämtlichen Berufen, welche dem
gjesamten Verbande bezw. Organisation angeschlossen sind,
zöflichst eingeladen werden. Antreten der Dudweiler Zahl⸗
telle 12.16 Uhr, Abmarsch 12.30 Uhr. Es darf kein
dollege fehlen. Auch bringt eure Frauen und Kinder mit
ie Eintritskarten für Frauen werden soweit es möglich ist
on den Vertrauensmänner bei dem Bedienen verteilt. Die
eine von den Vertrauensleute erhbalten merden nvon den
tarsfiknden heim Antrotfon »ααιιν.
Viehmärkte. Laut Mitteilung der Polizeiverwaltung
Trier von heute finden dasebst keine Viehmärkte statt.
Ecelsior⸗Kinema. Mit einem ganz außerordentlichen
zrogramm will der Exelsior⸗Kinema seine Zuschauer von
on heute ab beglücken, indem die Gesellschaft eine Aus—⸗
vahl in Films getroffen, die nur in erstklassigen Kinema—
theater zum Abwickeln gebracht werden.
Gasthaus Göretz. Seine Räume, versinnbildlicht
Die Weise Woche“ hat Herr Göretz seinen Gästen zu—
Jzänglich gemacht. Siehe Anzeige „Mann an der Plakai—
äule“.
Das Kohlensäure-syndikat hat nunmehr eine Auf⸗
ösung erfahren. Es ist dies insofern zu begrüßen, als daß
ie Preise der Kohlensäure um bedeutendes herabsinken
verden. Wie uns mitgeteilt wird, soll in Saarbrücken
eine größere Niederlage in Kohlensäure errichtet werden.
Personalnachrichten. Herr Schutzmann Lehmann aus
zerrensohr erhieit seine Einberusung als Bureau⸗Assistent
in die Bergwerksdirektion Dortmund zum 1. Juli.
Gewerkschaftliches. Am Sonntag 25. Juni, mittags
2 Uhr 15 Minuten, treten die beiden Zahlstelleu des Ge⸗
verkvereins christlicher Bergarbeiter auf dem hiesigen Markt⸗
latz zur Teilnahme an dem Kartellfest in Saarbrücken an.
Ubmarsch halb 1 Uhr mit Musik. Die Mitglieder werden
ebeten, sich zahlreich zu beteiligen.
Central⸗Kinematograph. Der sich nur besten Rufes
rfreuende Central-Kinematograhh am Morktplatz bietet
iese Woche seinen Besuchern ein gänzlich konkurrenzloses
stiesenprogramm, welches alles bisher gebotene in den
—Ichatten stellen wird. Von dem abwechslungsreichen Spiel—⸗
lan wollen wir nur erwähnen das Drama „ Rückkehr zur
brärie“ sowie den fesselnden Welischlager „Der Verräter“.
luch der Humor kommt in dem neuen Programm zur Gel⸗
ung, indem vier der besten komischen Aufnahmen zur
dorfütung gelangen. Den belehrenden Teil bilden zwei
eizende Naturaufnahmen. Alles in allem ein erstklassiges
zrogramm. Dassgjelbe anzusehen sollte niemand versäumen
Siehe Inserat).
Wetterbericht. Von der noch über den britischen
jnseln gelegenen Depression hat sich ein Ausläufer über
rrankreich ausgebreitet. Der hohe Druck ist infolgedessen
ark nach Otten gewichen, sodaß dem Durchzuge gewitter⸗
afte Störungen auf unserm Gebiete die Bahn geöffnet ist.—
zin stärkerer Temperatur⸗Rückgang und anhaltende Nieder—
hläge sind trotzdem nicht zu erwarten, da die westliche
depression in der Nichtung nach dem Dzean zu nicht aus⸗
eschlossen ist.
Loraussichtliche Witterung: Gewitterhafte Störnngen
Fischbach Camphausen, 22. Juni. Wie bereits gesiern
n dieser Stelle kurz berichtet wurde, ist der nächste Sonn⸗
ag für unsere Gemeinde ein Freudentag. Nach einer 21—
ährigen Vorarbeit und Ueberwindung vieler Hindernisse
ann an diesem Tage die Grundsteinlegung zur Kirche be—
sangen werden. Da Fishbach früher zum größten Teile
uuf dem Banne von Quierschied lag, gehörte der Ort mit
em Dorfe Quierschied bis zum Jahre 1863 zur Pfarrei
eusweiler. In diesem Jahre wurden dann die Katholiken
fischbachs der neu gegründeten Pfarrei Quierschied zuge⸗
eilt. Mitte der er Jahre zählte der Ort über 1200 ka⸗
holische Einwohner, und sofwurde Dank der Bemühung des
amaligen Quierschieder Herr Pastors Dr. Keil in Fisch—
hach in einem alten Stumm'schen Magazingebäude die jetzi—
e Notkirche eingerichtet, in der zur großen Freude der hie⸗
igen Katholiken am 14. Nov. 1897 der erste Gottesdienst
ibgehalten wurde. Von diesem Tage hatten wir hier an
Zonn⸗ und Feierertagen Gottesdienst. Am 24. März 1898
vurde Fischbach zu einer Vikarie erhoben und erhielt in der
zerson des Herrn Vikars Greff (jetzt Definitor in Kirchen⸗
ollenbach) einen eigenen Seelsorger. Mit Eifer und Er—⸗
»ig wurde in dem 1890 gegründeten Kirchenbauverein
eitergesammelt. Es wurde ein Pfarrhaus gebaut, und
ian konnte an die Kirchenbauplatzfrage herantreten, welche
ndgültig unter dem jetzigen Herrn Pfarrvikar Heß, unserem
weiten Ortsgeistlichen, endgültig gelöst wurde. Inzwischen,
in 2. Februar 1907 wurde die Pfarrvikarie Fischbach zur
dapellengemeinde erhoben und erhielt eine eigene kirchliche
zerwaltung. Weitere Verhandlungen über die Umänderung
er Kapellengemeinde zur Pfarrei sind im Gange. Dank
em Opfersinn der hiesigen Katholiken, die meistens dem
zergmannsstande angehören und die zum Bau des Pfarr⸗
auses und der Kirche mindestens 100 000 Mk. zusammen
sebracht haben, konnte im April ds. Is. mit dem Baue
»er Kirche begonnen werden, und so ist der langersehnte
'ag der feierlichen Grundsteinlegung endlich herangekommen.
Zicher werden auch die Kalholiken in den Nachbarpfarreien
m unserer Freude regen Anteil nehmen. Gegen 3 Uhr
ellen sich die hiesigen Vereine in folgender Ordnung vor
er Notkirche auf: 1. Kriegerverein, 2. Militärverein, 3.
esangverein , Germania“ 4. Turnverein, b. Gesangverein
Flora“, Geistlichkeit, 6. Knappenverein „Wilhelm“. 7.
ünglings- und Männerverein, 8. Barbaraverein. Der
estzug bewegt sich direkt zum Platze. Rach der Feier stellt
ch der Festzug in der Weststraße in folgender Reihenfolge
uf: 1. Kriegerverein, 2. Militärverein, 3. Knappenverein,
Wilhelm“, 4. Barbaraverein, b. Gesangverein „Germania“,
. Jünglings⸗ und Männerverein, 7. Turnverein, 8. Ge⸗
angverein „Flora“. Der Festzug passiert auf dem Rück⸗
vbeg die Mittelstraße bis zur Schule, legt dann in die
Auierschiederstraße ein und geht in den Kraus'schen Saal,
oo eine Festversammlung stattfindet. Die Festmusik siellt
ie hiesige Feuerwehrkapelle.
Strafkammer Saarbrücken. Der Tagelöhner Peter
Lelsch zu Neunkirchen schädigte in den Jahren 1907-10
reinen Sohn Adam um einen Teil des großelterlichen Nachasses.
W. hat mit Gefängnisstrafe von 2 Wochen zu bü—
zen. — Der Knecht Jakob Nikolai zu Neunkirchen eignete
ich, nachdem er soeben aus dem Gefängnis entlassen wor—
en war, eine Wagenkette widerrechtlich an. Das Gericht
rkennt wegen Diebstahls und Diebstahlsversuches auf vier
Nonate Gefängnis unter Anrechnung eines Monates vor—
aft. — Eine Prügelei veranstalteie der Hüttenarbeiter
»ilarius Pauly zu Saarbrücken mit seinem Anhang gegen
en dortigen Wirt Johann Kratz und dessen Familie. Die
zartei Pauly marschierten mit einer Eisenstange, Kartoffel⸗
lößer usw. in die Kratzsche Wirtschaft. Pauly hatte mit
er Eisenstange gleich auf K. zugeschlagen. Es hatten sich
»egen dieser Affäre 10 Personen zu verantworten. Vom
zchöffengericht wurden die Hauptattäter mit 20, die übri—
een Schuldigen mit 10 Mark Geldstrafe belegt. Die an⸗
eren erlangten Freisprechung. Die Berufung der Staats⸗
nwaltschaft führte zur Bestrafung des Pauly mit 30 Mk.,
ie Ehefrau Pauly sowie Peter Pauly, Johann Kratz wer⸗
en mit 20. Mark, die Ehefrau Kratz mit 10 Mke. bestraft.
— Der Fabrikarbeiter Nikol. Hoffmann in Pachten miß⸗
andelte am 26. Febr. zu Dillingen die Arbeiter Jakob
ries und Ambrosius Franz. Das Schöffengericht Saar⸗
zuis erkannte am 2. Mai auf Gefängnisstrafe von 2
Vochen. Fries war 1 Woche arbeitsunfähig. Das Beru—
ungsgericht erkennt nach Aufhebung des 1. Urteils auf
zeldstrafe von 28 Mk. für jeden der beiden Mißhand—
ungsfälle. Wegen Entwendung einer Quantität Wurst aus
er Auslage des Metzgermeisters Jakob Spurk zu Nalbach
zrurteilte das Schöffengericht zu Nalbach den Ackerer Pet.
vurf z2u Gefünaniestrafe von 2mei Tangen. Die Berufung
des Angeklagten wird verworfen. — Ebenso die Berufung
»es Bergmanns Nikol. Aühn zu Bergweiler, der in der
dacht zum 21. Februar in einer dortigen Wirtschafl den
ens. Bergmann Nik. Schmidt mit einem Glase mißhan⸗
elte und deshalb wegen gefährlicher Körperverletzung vom
zchöffengericht Tholey in Geldstrafe von 30 Mk. genom⸗
nen wurde. — Am 8. Februar überraschte der Förster Rech
u Dudweiler die jugendlichen Bergleute Joh. und Karl
dlein und Johann Wessel, sämtlich zu Dudweiler, im Walde
ei Scheidt, wie sie auf einem Wagen Holz holten. Der
Zeamte hatte mit den 3 Bürschchen einen schweren Stand.
Zie verweigerten die Augaben ihrer Personalien und machten
lnstalten, den Johann Klein aus der Gewalt des Försters
u befreien durch tätlichen Angriff und Widerstand. Das
Arteil des Schöffengerichts lauliete gegen Johann Klein auf
Monate, gegen Karl Klein und Wessel auf je 1 Monat
efängnis. Die Berufung der drei Angeklaaten wird kosten⸗
lig verworfe⸗ F
steueste Aachrichten und Telegramme.
Berlin, 238. Juni. Die Duell⸗Affäre Thyssen fand
eute vor dem Moabiter Strafrichter ihren Abschluß. We—⸗
en Heraussorderung zum Zweikampf hatte stch August
khyssen jr. zu verantworten. Wie noch erinnerlich, wurde
er eine der Beteiligten Dr. Borchardt, s. Zt. vor dem
driegsgericht wegen Zweikampfes zu 4 Monaten Festung
erurteilt, während die Anklage gegen Thyssen vor dem
zivilgericht erhoben wurde. Der Angeklagte wurde nach
em Antrage des Staatsanwults zu der geringflen gesetz⸗
ich zulässigen Strafe von drei Monaten Festung verurteilt
Berlin, 23. Juni. Heute morgen begann, wie bereits
ingekündigl, vor dem Spruchkollegium für kirchliche Lehr⸗
ingelegenheiten die Hauptverhandlung gegen den Kölner
zfarrer Jatho wegen Irrlehre. Von den Verieidigern
rathos, Professor Baumgarten und Pfarrer Traub wurde
»er Anlrag gestellt, vier Zeugen zur Verhandlung zu laden.
die Verhandlung wird voraussichtlich noch den moraigen
zamstag in Anspruch nehmen.
Berlin, 24. Juni. Die Verhandlungen gegen Pfarrer
zatho sind gestern abend 8 Uhr abgebrochen und auf heute
ormittag 10 Uhr verlegt worden. Ueber die gestrige
zerhandlung erfährt der Berliner Börsenkurrier! Die Ver—⸗
„andlungen, die durch eine Mittagspause unterbrochen
vurden, haben 9 Stunden gedauert. Davon nahm die
zerlesung 6 Stunden in Anspruch, weil die der Anklage
ienenden Teile zuerst durch die Mitglieder des Kollegiums
o in den Vordergrund gestellt wurden, daß die Verteidig⸗
ing sich genötigt sah, die Verlesuug weiterer Teile zu be⸗
intragen. Nach der Mittagspause wurden in eingehender
Weise die Personalien Jathos festgestellt und erörtert.
dierauf wurde Jatho nach dem Wortlaut seines Ordinaionsgelübdes
uud seiner Kölner Prüfungsurkunde gefragt
ind examiniert, ob er sich diese Urkunde für seine Tätig—
eit vor Augen hatte. Er antwortete darauf, daß er sich
tets verpflichtet gefühlt habe, seiner Gemeinde nach dem
»esten Gewissen und mit allen Kräften zu dienen. Daran
Hloß sich eine lebhafte theologische Debatte, die an die 6
fragen anknüpfte, welche s. Zt. der Oberkirchenrat Jatho
orgelegt hat, wobei es sich um die Auffassung von Gott,
zünde, Erlösung usw. handelte. Jatho verschmähte es,
ierbei irgendwelche Kompromißneigungen zu zeigen, ob⸗
yohl man ihm Brücken zu bauen schien. Er antwortete
erade heraus nach seiner. persönlichen Ueberzeugung, ohne
zücksicht darauf, welchen Eindruck er damit erzielte. An
er Fragestellung beteiligte sich auch Excellenz Dryander
nmilder Weise. Die Auseinandersetzung machte aber den
kindruck, daß sich Kläger, Richter und Angeklagter oft
iicht verstanden. Von den 4 Zeugen, deren Vernehmung
jathos Verteidigung beantragt hatte, ist nur einer, Direktor
dintzmann⸗Elberfeld, vernommen worden, während die
zeugen aus Jathos eigener Gemeinde abgelehnt wurden.
direktor Hintzmann wurde u. a die Frage vorgelegt, ob
r der Ueberzeugung sei, daß Jathos Tätigkeit als Seel—⸗
orger im Wuppertal auf die dortige Bevölkerung ver—⸗
virrend und aufregend gewirkt habe. Hintzmann antwor⸗
ete, daß er vom Gegenteil überzeugt sei. Heute beginnen
ie Verhandlungen mit den Plädoyer. Der Spruch des
dollegiums ist erst in den späten Nachmittagsstunden zu
rwarten.
Berlin, 24. Juni. Gestern nachmittag stürzte über
Vustermark Leutnant Scholtz, der mit einem Militäraero—
lan aufgestiegen war, infolge Versagens des Motors ab
ind zwar auf einen Baum. Der Leutnant kam mit leichten
zJerletzungen davon, während der Apparat vollständig zerr
rümmert wurde.
*Efsen. 23. Juni. Gruübenunfall.) Auf der
9 „Viltoria“ erfolgte eine vorzeitige Sprengschu ßexplo
n. durch die zwei Arbe ter sofort getölet wurden.
* Duisburg. 23. Juni. Eiin Rohling.) Vor den
ichwurgericht stand der Handlanger A. Krolikowsti aua
zterkrade wegen Brandstif ung. Der Angeklagte, ein Trun
enbold und Zuchthäusler, halte, als er betrunken heim
ehrte und seine Frau nicht zu Hause antraf, die bren—
ende Petroleumlampe ins Zimmer geworfen, sich entfernt
nd die Haustür abgeschlossen. Nur durch einen Zufall
ntging eine fünflöpsige Familie, die in dem Hause wohnt,
em Ersftickungstod. Der Staatsanwalt beantragte gegen
en Angellagten 5 Jahre Zuchthaus. Das Urieil laufeie
euf drei Jahre Zuchthaus.
* Hagen. 23. Juini. (Im Kampf milr Zigen
ern.) Zu einem folenschweren Zusammenstoß zwischen
nem Polizeibeamten und einer Zigeunerbande kam ei
ei Altena. Ein weibliches Mitglied der Bande, das seu
inigen Tagen die Umgegend von Altena unsicher machte,
ollte wegen verschiedener Diebstähle festgenommen werben
der Beanite begab sich in einen der Wohnwagen. Hier
ielen drei Zigeuner über ihn her und suchten ihn zu en
rosseln. In der Notwehr griff der Beamte zum Revol—
er und tötele einen der Zigeuner durch einen Schuß in
»en Kopf. Die übrigen Zigeuner flohen, wurden aber
riffen und in Haft genommen.
* Gummersbach, 23. Juni. (Im Streit er
chlagen.) Als in der Ortschaft Börnhausen mehrere
unge Leute aus nichtiger Ursache in Streit gerieten, ver⸗
etzte ein Reltoratsschüler dem 14 Jahre alten Lehrlinz
ẽrnst Noß aus Linden einen wuchtigen Hieb über der
kopf. Mit zertrümmerter Hirnschale stürzte der Jung,
ewußtlos zusammen; nach wenigen Siunden war er ton
* Hattingen, 23. Juni. Gergmannsl1os.) Au
er Zeche „Viktoria“ sausten die Bergleute Glaser unm—
kueper in dem Augenblick mit dem Förderkorb in die Tiefe
B fünf von ihnen angesetzte Dynamitpatronen losgingen
die Bergleute wurden getoͤtet, ihre Leichen geborgen.
* München 23. Jun. (Das BefindenMottls.
)as Befinden Felir von Motils ist nach der letzten schlech
urchbrachten Nacht sehr bedenklich geworden. Man wa.
ezwungen, eine bürgerliche Nottrauung mit seinert Braut
fräulein Faßbender, am Krankenbette vorzunehmen. Den
rkrankien Künstler müssen kunstliche Einatmungen vor
Sauerstoff gemacht werden, um ihn, über die Krisis zu
ringen. Augenblicklich ist das Befinden Molils besser.
* Straßzburg, 23. Juni. Maßregelung.) Geger
en hiesigen S. C., die vier Korps Palaie⸗Alfatia, Pa
rtia, Rhenania und Suevia, ist seitens des Senais di
Aspension bis zum Schluß des kommenden Winterseme
ers verfügt worden. Den Anlaß zu dieser Maßregelun—
at eine Verrufserklärung gegeben, in welcher der Akade
lische Senat die Ausübung einer nach den Satzungen de
miversität verbetenen Gerichtsbarkeit erblickte. Mit den be
mnien Vorgängen anläßlich der Einweihung des Kaise
ilhelm⸗· Tentmais steht die erfolate Suspension in keinen
i⏑A
Thorn, 23. Juni. Der Kantinenwirt —2
. Baldillen des Infanterie⸗Regiments No.
ahlmeister und ein Unteroffizier wurden vern.
Zieferungen für das 61. Infanterie-Regime
Thorner Kaufmann verkoust haben sollen.
danfmann ist bereits von der Staatsanwaltscho
nterfuchung beantragt worden. Es sollen
Personen in die Affäre verwickelt sein.
Bremen, 23. Juni. Die Weser⸗Zeitung
olgende Verliner Meldung: Der Kaiser lehn
madigung der wegen Spionage verurteilten
ffiziere Trench und Brandon ab.
Weimar, 23. Juni. In Raunstedt scheur
eines Arbeils-Fuhrwerks und überannten auf
die drei Kinder der Arbeiterfamilie Jakobi.
Zgjährigen Kinde ging der Wagen über den
var auf der Stelle tot, ein bjaͤhriges Mädchen
Verletzungen, das älteste Kind kam mit schweren
odavon.
Wien, 23. Juni. Nach hierher gelangten
Meldungen hat die Kongregation der Sakrame
sen, den Katholiken es als Todsuünde anzurechn
des Ruhmes oder des Geldes willen an Flügen
den bei Weitflügen verunglückten Personen soll
iche Begräbnis verweigert werden.
Berrung 24. Juni. Wie eine von ie
ediente Korrespondenz schreibt, ist durch königli
ie Berufung des Präsidenten Grami
Nitglied denr Ansiedlungskommission auf wei ere
rfolgt. In der Stellung des Präsidenten der A
mmission besteht die Anomalie, daß die Ernen
zräsidenten auf Lebenszeit, zum Mitglied —*
zahre erfolgt. Die jett durch königliche Ordre
Ferusung als Miiglied der Kommission auf we
zahre ist unzweifelhaft in Uebereinstimmung mit
chen des Präsidenten Gramsch geschehen. ene
n der Ostmart wohl nicht mit Unrecht annimmt,
zramsch sein Verbleiben im Amte von der Auf
ung der bisherigen Grumdsätze für die Anstedlu
bhäng'g gemacht hat, so läßt seine erneute Beru
ꝛen Schluß zu, daß Präsident Gramsch die Ueb
sewonnen hat, daß ein Verzicht auf den bisher'
u der Ostmark nicht beabsichtigt ist.
Kiel, 23. Jun. Der Kaiser begab sich
en 8.a45 Uhr an Bord der Jacht Meteor‘,
Bettfahrt des kaiserlichen Jachiklubs in der Ki⸗
eilzunehmen.
Paris, 24. Juni. Der Erzbischof von
al Conlife, hat einen Hirtenbrien,
em er die Glaͤubigen und die Geistlichen seiner
n k5888 Worten vor den Gefahren des
arni.
—35—
Evangelischer Gottes dienst.
1. Sonntag nach Trinitatis den 26. Jun
Dudweiler:
8.— Uhr Pfarrer Imig.
10.— Uhr Psfarrer Schmidt.
11.15 Uhr Christenlehre derselbe.
Herrensohr Jägersfrende:
9.30 Uhr
10.30 Uhr Christenlehre.
Bekanntmachung.
Der Regierungspräsident in Hannover 9
zestellt, auf dem städtischen Schlachtviehhofe in
zin dem Departementstierarzt zu unterstellendes
polizeibüro zu errichten, das die Anfragen über
von Sperrvieh beantworien und die Anmeldunger
Ziehes entgegennehmen soll.
Ich habe dem Antrage stattgegeben und er
Zukunft alle, dem Transport von verdächtigem“
»em städtischen Schlachtviehhose in Hannover ber
Anfrage und Benachrichtigungen an das „Veterine
üreau“ des gedachten Schlachtviehofes zu richten.
J. A.: gez. Schr 3
Berlin, den 17. Mai 19811.
Vorstehendes wird hiermit zur öffentlichen Ken
racht.
Dudweiler, den 12. Juni 1911.
Die Polizeiverwalitt
Der Bürgermeister Jost.
Bekanntmachung.
Ich mache darauf aufmerksam, daß die in der
und 6 der landespolizeilichen Anordnung vom 17.
Is. (Amtsblatt S. 176 und 177) vorgesehen ack
polizeiliche Beobachtung des Klauenviehs sich ar
acht Tage, nicht etwa nur aus eine Woche zu erstre
Trier, den 6. Juni. 1911.
Der Regierungs⸗Präsid
gez. Baltz.
Vorstehendes wird hiermit zur öffentlichen
zebracht.
Dudweiler, den 183. Juni 1911.
Der Bürgermeister Jo
JIRanmãchung.
Der Kaiserliche Deutsche Konsul in Chikago ha
zings auf ein von der Firma Physcians Coc
Association in Chikago vertriebenes angebliches Tru
mittel Alcola“ aufmerksam gemacht. Die zur
der Trunksucht empfohlenen Präparate „Alcola“
in deutschen Zeitungen dem Puplikum in aufdt
Weise angeboten. Ein Teil der Präparate best
einer Analyse des Professors Kar! Th. Mörner in
holm aus Brehweinstein, nach einer Warnung des
»olizeiamtes in Stuttgart vom 17. Oktober 1910
zjffentl. des Kaiserlichen Gesundheitsamt 1911
nthält „Alcola“ neben anderen Stoffen noch
Der für das Trunksuchtmittel geforderte Preis von
st übertrieben hoch. Vor dem Ankauf und dem
Alcolapräparate wird öffentlich gewarni.
Berlin, den 30 Mai 1911.
J. A.: gez. Käiechn
Vorstehendes wird hiermit aur öffentlichen
gebracht.
Dudweiler, den 20. Jun;
Der Bürgermeister IJo
Tgĩr die neisegeit Jeber bomeni des Berimer
zann sich während der Dauer seiner Erholungsreise die reç
Zektüre dieses Blattes sichern. Gegen Zahlung einer kleine
iann er bei dem Postamie seines Wohnortes die Ueberwei
Blattes nach dem neuen Aufenthaltsorte beantragen —
zier Tage vor der Abreise — kann aber auch, wenn er sei
nthalt häufig wechselt, das Blatt überallhin äglich unter K
irekt von der Expedition in Berlin geliefert erhalten. We
ind ein Reiseabonnement auf das Berliner Tage blatt“
vende sich rechtzeitig unter Angabe seines Reisezieles und d
der Reise mit einer Postkarte an die Erpedition des, Berli—
zlattes in Berlin SW., Jerusalemerstratßze 462 49, welche
ür den einzelnen Fall passende billigste, bequemste und
zezugsweise Auskunft erteilt. — Mit dem „Berliner Tag
zält jeder Abonnent die bekannten sechs wertvollen
Bochenschriften kostenfrei, und zwar: Montag: „De
Nittwoch: „Technische Rundschau“, Donnerstag ore
Freitag: „Uik“, Sonnabend: Haus Hof Garten enidas,
piegel“. Das Romanfeuilleton des Berxl
erworragende Novellen und Romane K.des
Berliner Tagebiant erscheint taͤglich sabrlich.
ch 13 mal. und kostet bei allen v